925. Caption Competition

Herr Noz am Freitag, den 25. November 2022 um 13:12 Uhr

Guten Tag. Es ist Zeit für einen Wettbewerb.

(Keystone)

Auch heute finden Sie bitte eine geeignete Unterschrift für obiges Bild, auf dem Sie ein eigens eingerichtetes ‘Public Viewing’ in der Schweizer Stadt ‘Thun’ sehen, an dem sich interessierte Personen anlässlich des Fussballspiels Schweiz gegen Kamerun (wir haben heute Morgen berichtet) treffen konnten.

Für Ihren Beitrag haben Sie Zeit bis morgen Samstag, 18 Uhr. Gutes Gelingen und alles Frohe.

Boykott-Bulletin #6

Frau Götti am Freitag, den 25. November 2022 um 6:00 Uhr

Heute ist ein guter Tag zum Boykottieren.

Spannend wirds frühestens gegen Abend, und da sind Sie eh längst im Apéro.

Das boykottierten Sie gestern:

Allen voran das erste Spiel der Landi gegen Kamerun mit dem ersten Sieg dank eines Tores von ausgerechnet Breel Embolo mit seinen kamerunischen Wurzeln und dem fantastischen ersten Länderspieleinsatz von YB-Spieler Fabian Rieder. YB reitet den Regenbogen und bietet gleich an beiden verbleibenden Spieltagen der Nati 18.98 % Rabatt auf gestreifte Cornerfahnen, Polyschals und Kapitänsbinden an. Zu unserem Glück wurde Schämpu nicht eingesetzt und Moumi erst zu spät. Die auf seinem Hut angekündigte théorie du danger erklärt uns mein alter Freund, der Snoop Dogg Kameruns, dann weiter unten.

Des Weiteren gabs gestern wieder einmal ein 0:0, diesmal zwischen Uruguay und Südkorea, der Mann aus Rothrist hätte gegen Ghana um ein Haar spät noch zwei Punkte vertan und bei Brasilien gegen Serbien geschah dies.

Dies boykottieren Sie heute:

Ab 11.00 nutzen die Iraner ihr Momentum für einen 1:0 Sieg gegen Bales Wales. Senegal kommt ohne Mané gegen den Gastgeber nicht über ein 5:0 hinaus. Unterrichtete Kreise gehen für den weiteren Tagesverlauf von einer 0:1-Niederlage Hollands gegen Ecuador aus, bevor die USA für das Nicht-Aufgebot von Theoson-Jordan Pefok Siebatcheu mit einem 0:3 gegen England bestraft werden.

Der Song des Tages:

Selbstverständlich The One and Only

Fertig Fussball für Franco B. (19)

Baresi am Donnerstag, den 24. November 2022 um 14:30 Uhr


Hörmruff Alte! Da beschliesst man, den gentrifizierten Nachbarn eine Freude zu machen, und schaut das WM-Eröffnungsspiel und auch die weiteren Gruppenspiele nicht. Nicht, weil sowieso klar ist, dass das Startspiel unentschieden oder im besten Fall mit einem Sieg des Gastgebers ausgeht. Nicht, weil in den Gruppenspielen ohnehin die Favoriten gewinnen, und auch nicht deshalb, weil Public Viewing in der Gartenbeiz im November kein Vergnügen ist. Sondern aus hehren Boykottgründen. Und dann dies: Zum ersten Mal bei einer Fussball-WM verliert ein Gastgeber sein erstes Spiel, klare Favoriten spielen in der ersten Runde unentschieden oder verlieren sogar, wie zum Beispiel Deutschland gegen Japan. Früher, als Deutschland gegen Österreich in Gijón noch 0:0 spielte (oder 1:0 wie Herr El Tren behauptet) und die ganze Welt zuschaute, da war der Fussball noch anders, nicht so schnelllebig und kommerziell. Ehrenwort – so habe ich echt keinen Bock mehr.

Bierschwemme im Beduinenzelt

Rrr am Donnerstag, den 24. November 2022 um 10:00 Uhr

Hallo Nati-Fan’s!!! Ich bin’s wieder, Euer Heinz!

“Bei uns geht die Post heute aber so richtig ab. Der Röfe und ich haben die Schopfbar nämlich in ein Beduinenzelt verwandelt, mit Sand am Boden, Kamelen an der Wand und dem Aladin seine Wunderlampe über dem Tresen. Und der Kühlschrank heisst Oase.

Beim Fasnachtsverleih habe ich ein Scheichkostüm und Sandalen gepostet, das ist im Fall super bequem! Aber zum Glück laufen in der Schopfbar acht Elektroöfeli, sonst würde es mir unten reinziehen, hö hö. Eine wüste Sache, hat der Röfe gelacht. Das ist ein Wortwitz, wisst Ihr – wegen Wüste. Fehlt nur noch das Harem, ha ha ha.

Das wird ein super Spiel, und die Schweiz siegt 3:0! Das habe ich schon im Morgenbisi gespürt. Apropos, hoffentlich hat es genug Feldschlösschen. Olé olé, Schwyzer Nati, olé olé olé!!! Auso tschüüüüüüü-üs, Euer Heinz”

Boykott-Bulletin #5

Herr Shearer am Donnerstag, den 24. November 2022 um 4:00 Uhr

Heute: der erste richtige Härtetest für alle WM-Verweigerer:innen.

Schon Tag fünf im Land des untergehenden Regenbogens! Und endlich darf auch die Schweiz mitmachen.

Das boykottierten Sie gestern:

Marokko remisiert gegen die Kroaten, Deutschlands Start ordentlich missraten. Spanien derweil sicher, überfährt brutal die Costa Ricer. Belgien machts soso lala, ein Minisieg gegen Kanada.

Das boykottieren Sie heute:

Früher oder später kommt Jean-Pierre Nsame. Mutmasslich allerdings bestenfalls von der Bank im frühen Kracher zwischen der Schweiz und Kamerun, bei dem Ihr TV-Gerät ab 11:00 ausgeschaltet bleibt. Die weiteren Partien, die Sie heute getrost ignorieren können: Uruguay – Südkorea (14:00 Uhr), Portugal – Ghana (17:00 Uhr) sowie Brasilien gegen Serbien (20:00 Uhr).

Der deprimierende Fakt des Tages:

In Deutschland schauen die Leute lieber Donna Leon als Fussi. Gut, nach gestern ist das einigermassen nachvollziehbar.

Der Feel-Good-Fakt des Tages:

Die Stadien werden gar nicht von unterbezahlten Wanderarbeiter:innen gereinigt! Das machen die Fans gleich selber.

Song des Tages:

Natürlich: Wilco, Impossible Germany!

In unserem Programm geht es bereits um 10:00 Uhr mit einer Direktschaltung in die legendäre Schopfbar weiter. Lassen Sie Ihren Rechner also auf höchster Stufe weiterlaufen!

 

Denkanstoß Numero XIX

Frau Götti am Mittwoch, den 23. November 2022 um 13:00 Uhr

Wie wahr spricht da der einstige YB-Stratege.

So geht es mir auch zuweilen. Gerade mit genanntem Spiel habe ich gute Erfahrungen gemacht. Es muss nicht immer Brandy sein. Auch mit Brändi kann man eine gute Zeit haben.

Boykott-Bulletin #4

Herr Winfried am Mittwoch, den 23. November 2022 um 5:57 Uhr

Auch heute können Sie Besseres zu tun haben, als von morgens bis abends Fussball zu gucken.

Der WM-Trott hat am dritten Tag Einzug gehalten, inzwischen wird sogar über die Spiele selbst diskutiert. Es lohnt sich also von Tag zu Tag mehr, das Zeug zu boykottieren.

Das boykottierten Sie gestern:

In Argentinien weint die Sonne, derweil überlegt sich Saudi-Arabien, alle Drogen auf einmal zu legalisieren. Saudi-Arabien gewann 2:1.

Am Nachmittag passierte zweimal nichts (ausser verschossener Penalty Lewandowski) und am Abend gewann Frankreich standesgemäss gegen Down Under.

… und das boykottieren Sie heute:

Deutschland trauert vor dem Spiel gegen Japan (14 Uhr) der verpassten One-Love-Binde nach und der DFB kommt angesichts des Einknickens redlich unter Druck, der Grossverteiler Rewe hat sich schon aus der Partnerschaft mit dem Deutschen Verband verabschiedet. Ob das auch Migros oder Coop tun würden? Oder gar die SFV-Premiumpartnerin Credit Suisse?

So oder so, die Schweiz boykottieren Sie heute eh nicht. Dafür zum Brunch Marokko gegen Kroatien, später dann Spanien vs. Costa Rica (17:oo MEZ, ist eh unfair für den Spanier da Mittagsschlaf!) und Belgien gegen Kanada (macht eigentlich die NHL Pause?).

Frage des Tages:

Kann sich der katarische Antiregenbogenüberwachungsapparat auch täuschen? Er kann! Die Fahne eines brasilianischen Journalisten war nämlich keineswegs provokativ gemeint, ehrlich nicht. Und trotzdem erfuhr er grobe Repressionen. Sehen Sie selbst.

Heute fühle ich mich wie belgische WM-Fans mit Sehnsucht nach ihrem Trappistenbier. Santé!

 

 

Gemütliches Glasgower Gekicke

Frau Tifosa am Dienstag, den 22. November 2022 um 13:00 Uhr

Am Sonntag war Derby in Glasgow. Sie denken jetzt bestimmt gerade ans Old Firm. 

Um dieses geht es in diesem Artikel aber nicht, denn Old Firms sind ja bekannterweise selten gemütlich. Das Spitzenspiel der höchsten schottischen Frauenliga stand auf dem Programm: Glasgow City F.C. gegen die Rangers.

Die Anreise verlief nicht ganz komplikationslos. Vom Bahnhof hätte mich eigentlich ein Bus zum Petershill Park bringen sollen. Da dieser Bus (wie in Glasgow nicht unüblich) nie auftauchte, musste ich kurzerhand aufs Taxi ausweichen.

Das Stadion ist eher ein Stadiönchen und bietet Platz für 1000 Zuschauer:innen. Eine frühzeitige Anreise wird empfohlen, denn die Plätze auf der Tribüne werden nach dem first come first serve Prinzip vergeben. In ebendieser Tribüne befindet sich übrigens auch die Kaffeebar, an der man sich zu sehr fairen Preisen gut verpflegen kann. 

  • Hier gehts zum Eingang

  • Formidabler Fanshop

  • Heute ist die BBC zu Besuch, denn das Spiel wird als WM-Eröffnungsspiel-Boykott-Programm live im TV übertragen.

  • 540 Zuschauer:innen sorgen für eine tolle Stimmung

  • Frau Tifosas Tenue bei gefühlten 5°C: Wollmantel, Wollmütze, Wollschal. Tenue des Ballmädchens: Kurze Hosen (Material unbekannt)

  • Die Social Media Abteilungen beider Vereine leisteten tolle Arbeit auf der (Presse)tribüne

  • Ton in Ton: Die Trikotwahl der Torhüterinnen

  • Der Pausentee ruft

  • Die Coffee Cabin hat leider kein Bier im Angebot

  • Die Steak Pie - Gut und günstig

  • Gibt es an diesem Männerturnier in der Wüste auch Hunde an der Bar?

Die Ausgangslage vor dem Spiel war vielversprechend. Der aktuelle Meister (Rangers) gegen den vorherigen Serienmeister (mit 14 Meisterschaftstriumphen in Folge). Beide Teams sind äusserst erfolgreich in die Meisterschaft gestartet und hatten nach neun Runden noch keinen einzigen Punkt abgegeben. Die Rangers grüssten dank des besseren Torverhältnis (47:0!) von der Tabellenspitze. 

Das Spiel war unterhaltsam und endete dank zwei Penaltytoren 1:1 unentschieden. Dies entsprach aber nicht unbedingt dem Spielverlauf: Die Rangers dominierten die Partie und verzeichneten kurz vor Schluss sogar einen Lattentreffer. Der lachende Dritte ist übrigens Celtic Glasgow, das dank seines 3:0 Sieges gegen die Hearts nur noch einen Punkt Rückstand auf die Tabellenspitze hat. 

Meine Spielerin des Tages ist Kinga Kozak. Die kleine polnische Offensivspielerin von City hat nicht nur eine löbliche Alliteration im Namen, sie spielte insbesondere in der ersten Halbzeit auch eine sehr gute Partie.

Und bevor sie fragen: Der Modus in der schottischen Frauenliga ist auch kompliziert. Ob es sich dabei um den schottischen Modus handelt, konnte wollte der RL Recherchedesk nicht herausfinden.

 

Boykott-Bulletin #3

Herr Shearer am Dienstag, den 22. November 2022 um 5:55 Uhr

Heute ersparen Sie sich sechs Stunden Fussball.

Das boykottierten Sie gestern:

Erst nagelt England den Iran an die Wand, dann verliert der Senegal gegen Niederland.  Experten sind sich einig, der Weltmeistertitel muss nach diesem fulminanten 6:2 auf die Insel gehen. Der Prix Courage geht derweil an die zur Nationalhymne schweigenden Iraner, welche nach ihrer absehrbar frühen Rückkehr durchaus Ärger mit dem Regime kriegen könnten. Freund Heinz Einz besucht derweil USA gegen Wales.

Das boykottieren Sie heute:

Ab heute wird es streng! Jeden Tag vier Spiele, da kommt man mit TV ausgeschaltet lassen kaum noch nach. Argentinien trifft zum Apéro um 11:00 Uhr auf Saudi-Arabien, danach folgt Dänemark – Tunesien (14:00 Uhr). Mexiko – Polen heisst die Paarung am frühen Abend, da schaut man auch immer gerne weg. Zum Schluss greifen auch die Franzosen ins Turnier ein, gegen Australien sind sie die klaren Favoriten. Wer Spannung will, schaut also besser den Dienstags-Krimi auf SRF1 (heute: Jenseits der Spree).

Die Frage des Tages:

Was wurde eigentlich aus der verbotenen Kapitänsbinde? Sie lebt! Am Arm der BBC-Expertin Alex Scott darf sie doch noch ins Fernsehen. Da stellt sich eine weitere wichtige Frage: wieviele gelbe Karten dürfen TV-Kommentator:innen eigentlich kassieren, bis sie gesperrt werden?

Heute fühle ich mich wie der unbekannte Wikipedia-Autor. Damit wünsche ich Ihnen einen schönen Tag.

Zahlen, bitte!

Briger am Montag, den 21. November 2022 um 13:00 Uhr

Die Super League ist schon seit über einer Woche in der Winterpause, Zeit für Zahlensalat, damit sie die nicht vor dem TV verplemperte Zeit sonst vergeuden können.

Seltenes Bild, ein jubelnder FCZ-Spieler. KEYSTONE/Philipp Schmidli

Goldenes Händchen
Mattia Croci-Torti und Raphael Wicky wechselten insgesamt je acht Tore ein – schlechte Startaufstellung wie Herr 12er Kritiker sagen würden. Am unteren Ende der Skala die drei FCZ-Trainer Franco Foda (2), Bo Henriksen (1) und Genesio Colatrella (0). Ebenfalls nur zwei Torschützen wechselte Bruno Berner ein.

Eingesetzte Spieler und Durchschnittsalter
In Genf durften sich am meisten Spieler probieren (30) und auch die älteste Mannschaft der Liga ist in Genf zu finden (26.6 Jahre). Am wenigsten Spieler setzte Sion ein (22), die Babytruppe der Liga ist St. Gallen (23.9 Jahre).

Fairnesstabelle
Auch hier war Servette top. 34 Verwarnungen und ein direkter Platzverweis ergeben 39 Punkte, es folgen die Young Boys (44) und GC (45). Am anderen Ende der Skala der FC Zürich (47 Verwarnungen) und St. Gallen (5 Platzverweise). Mehr Platzverweise weist nur der FC Luzern auf (6), der dafür nach den Young Boys (31) am zweitwenigsten Verwarnungen erhielt (32).

Ungeschlagenheit
Seit 9 Spielen konnte niemand mehr die Young Boys bezwingen, es folgen Lugano (3) und St. Gallen (2). Diesen Beitrag weiterlesen »

Boykott-Bulletin #2

Rrr am Montag, den 21. November 2022 um 2:48 Uhr

Heute verpassen Sie 270 Spielminuten.

Mindestens. Also vermutlich 308, weil an dieser WM die Nachspielzeit grosszügig bemessen wird. Aber egal, Sie schauen ja gar nicht. Kein Problem – hier ist unser tägliches Briefing über die wichtigsten Ereignisse in Katar.

Das bokykottierten Sie gestern:

Katars Nationalelf leider nicht konkurrenzfähig, in der Challenge League würde das nicht einmal für den Abstiegskampf reichen. Konsternation auch auf der Tribüne: “Abhocke!”, sagt der Scheich.

Das bokykottieren Sie heute:

England will sowieso kein Mensch sehen (ab 14.00 Uhr gegen den Iran). Im zweiten Spiel des Tages wird Katar mit Schrecken feststellen, dass die zwei anderen Gruppengegner noch stärker sind als Ecuador (Senegal-Holland ab 17.00 Uhr). Und was tun Sie am Abend? Vielleicht den Makramee-Kurs des Ortsvereins Meikirch besuchen.

Und das müssen Sie auch nicht wissen: In Europa ist alles besser und nicht so menschenrechtsfeindlich! Das zeigt sich auch am Beispiel des englischen EM-Trikots. Wir schalten rüber zum Daily Mirror: England’s £115 Qatar World Cup shirts made by Thai factory workers paid just £1 an hour.

Heute fühle ich mich wie Matthias Mast, der ernsthaft gedacht hat, dass zur Eröffnung viele Leute in sein WM-Stübli kommen. Und damit zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.

Impression vom Eröffnungsspiel. Ein halbleeres Stadion? Das bleibt sicher ein Einzelfall.

Oha Lätz (MCMXXVIII)

Rrr am Sonntag, den 20. November 2022 um 17:30 Uhr

Wer findet die fünf Unterschiede?

Oben Fanzone in Bern, unten Fanzone in Doha.