Kulturbeutel 48/14

Christian Zellweger am Montag, den 24. November 2014 um 5:00 Uhr

Herr Zellweger empfiehlt:
Dem König und seinen Königen die Ehre zu erweisen: Am Freitag taufen King Pepe und Le Rex ihr neues Album «70% Wasser» in der Turnhalle.

Fischer empfiehlt:
Herrje, schon weihnachtet's wieder. Am Sonntag ist erster Advent (und dabei noch nicht einmal Dezember) und das Kulturbüro lädt zum etwas anderem fröhlichen Konsum ein, zum Beispiel mit gottlosen Comics aus dem Hause Strapazin.

Die Krstic empfiehlt:
Sorry, Bern, aber am Wochenende findet die Kilbi an der Grenze statt und da muss ich zur Musik dieser Damen tanzen gehen. Wer hier bleibt, chillts am Mittwoch mit Courtney Barnett im Fri-Son, schickt einen Abend später im Café Kairo Luftküsse an Allo Darlin und hält Freitag und Samstag im Thuner Mokka an der Regionaltonwoche Ausschau nach dem musikalischen Nachwuchs.

Frau Feuz empfiehlt:
Heute Abend wird in der Cinématte «Biophilia live» gezeigt, also ein Konzertfilm über Björks aufwendig inszenierte Multimedia-Show, mit der sie 2013 auf Tournee war. Als Vorfilm gibts The Nature of Music zu sehen, worin Björk auf Tierfilmer David Attenborough trifft. Am Donnerstag lohnt sich ein Ausflug ins Bad Bonn zu den wunderbar schepprigen Garage-Rockern von Base Drum of Death. Am Freitag gibts dann im Naturhistorischen Museum in der Bar der toten Tiere ab 18 Uhr einen Poster-Bazar unter anderem mit Blackyard, Voodoo Rhythm Records, Pantichrist, Efentwell! und anderen.

Seltsam, im Nebel zu wandern!

Roland Fischer am Sonntag, den 23. November 2014 um 11:58 Uhr

Endlich eine Gelegenheit, hier mal das Gedicht der Gedichte zu bringen!

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

dean blunt

Gestern hat man es kennengelernt, dieses neblige Dunkel, beim Konzert von Dean Blunt am abschliessenden Saint-Ghetto-Abend. Drei Gestalten im Kampf gegen eine mächtige Nebelmaschine, der Maestro als gehörig unterkühlter MC, eine Gitarristin mit Sirenenstimme und ein stoischer Aufpasser im Hintergrund, der einfach nur so dastand das ganze Konzert über - das war allerdings eine beeindruckende Inszenierung. Musikalisch wusste man nicht so recht wohin damit, aber man staunte und rätselte durchaus gern.

Später dann nochmals ein sehr schönes Rätsel - Anika kam ganz allein auf die grosse Kesselhaus-Bühne und machte dementsprechend einen etwas verlorenen Eindruck, aber das passte ja bestens zu diesen brüchigen Songs, die ihre trotzige Kraft zu einem guten Teil aus den Gerätschaften auf dem Tisch an Anikas Seite zogen. Dazu eine Stimme, die lieber sucht als findet, es war noch einmal ein Tappen im Dunkeln, aber auch hier wieder ein lockendes eher als erschreckendes. Die Abteilung Angst und Schrecken hatten zum Einstieg des Abends ja bereits die Profis von Tryptikon übernommen, aber davon müsste jemand anderes berichten.

anika

Das Königspaar von Sankt Ghetto

Milena Krstic am Samstag, den 22. November 2014 um 14:39 Uhr

Wildbirds & Peacedrums St. Ghetto

Sie waren gestern Abend nicht in der Dampfzentrale? Dann sind Sie sehr wahrscheinlich keine Musikjournalistin, kein Band-Booker und Sie lesen auch das Feuilleton nicht sonderlich gerne. Habe ich richtig getippt? Dann bitte ich Sie inständig: Kommen Sie an Anlässe wie dem Festival Saint Ghetto! Dort spielen Bands wie Wildbirds & Peacedrums und diese Bands brauchen Sie! Sie, die nur «zum Spass» an Konzerte gehen, ohne die Gesangstechnik und Gerätschaften der Musizierenden zu studieren (Sängerin Mariam Wallentin nutzt ein TC Helicon VoiceLife Vocal Processor/Loopgerät). Warum Sie sollten?

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Rätseln mit KSB: Stahlberger

Christian Zellweger am Freitag, den 21. November 2014 um 8:53 Uhr

rätsel

Update: Das Rätseln ist vorbei, die vier Gewinner erfreuen sich je nach Präferenz an CD oder Gratiseintritt. Gesucht war natürlich die Ostschweizer Gruppe St. - (Sankt, mit einem Jesus aus der Feder des Meisters Manuel Stahlberger daselbst)- Aal - Bär - GER (Deutschland) also: «Stahlberger».

20141121-174238.jpg

Die Gruppe spielt wie gesagt am 28. November in der Dampfzentrale auf, zusammen mit Kutti MC. Auch Nicht-Gewinnern sei der Anlass hiermit ans Herz gelegt.

Eine ehrenhafte Erwähnung gibt es für Herrn dres für seine ebenso selbstbewusste wie elegante Lösung in den Kommentaren dieses Artikels:

Jesus, Aal, Bär, Deutschland! Ich habe gewonnen!

___

Haben Sie am 28. November einen freien Abend? Oder: Haben Sie noch einen CD-Player? Dann sind genau Sie die richtige Person für unser Rätsel. Wir haben etwas zu unseren Freunden vom Runden Leder geschielt, regelmässige Leser der Fussball-Freunde kennen das Format nur zu gut. Nun denn: Wen suchen wir mit diesem Bilderrätsel? Die Lösung schicken Sie an christian.zellweger [ät] derbund.ch (bitte nicht in die Kommentare, das wäre – nun ja – dem Konzept nicht sehr dienlich).

Die ersten vier richtigen Lösungen gewinnen wahlweise 1 x 2 Eintritte für das Konzert der Lösung am, eben, 28. November, oder eine von zwei zu verschenkenden CDs. Teilen Sie uns in Ihrem Lösungsmail Ihre Präferenz mit.

schrieben wir heute morgen. Bis jetzt ist erst eine richtige Lösung eingetrudelt (Gratulation an dieser Stelle), darum hier ein erster Hinweis: Die Mitglieder der gesuchten Musik-Gruppe sehen in ihrer Heimat die Sonne um einiges früher aufgehen als wir Berner. Hilft das?

Und die Auflösung? Gibt es an dieser Stelle, wenn alle Preise vergeben sind.

«Säugetiere sind Streber»

Gisela Feuz am Donnerstag, den 20. November 2014 um 5:15 Uhr

Da haben sich zwei gefunden: Matto Kämpf textet und Yves Noyau illustriert, herausgekommen ist Tierweg 1, ein farbenfrohes anarchistisch angehauchtes Kinderbuch, das auch für Erwachsene lustig zu lesen ist.

Im dreistöckigen Haus am Tierweg 1 geht es rund zu und her. Im Keller wohnt eine Sippe von Amphibien, die es am liebsten feucht und schimmlig mag und im Parterre hat sich eine Reptilien-WG einquartiert, die gerne herumsifft und laut Musik hört. Amphibien und Reptilien vertragen sich so weit bestens, doch dann zieht eines Tages eine Familie Säugetiere in den ersten Stock ein und es stellt sich heraus: Säugetiere sind Streber, die vorzugsweise leise Jazz hören, fleissig sind und gerne putzen. Der Konflikt ist vorprogrammiert und tatsächlich gibt es bald Krach und es fliegen die Fetzen beziehungsweise Chamäleon-Schwänze.

reptilien wg

Gemütliches Siffen in der Reptilien-WG. Bild: Yves Noyau

Tierweg 1 funktioniert für die ganze Familie. Die Kinder dürften sich ob den bunten Bildern und der vergnüglich rabaukigen Anarchie ergötzen, die Kämpf da zusammenfabuliert. Abgenagte Storchenbeine werden einfach ins Treppenhaus geworfen, Bestechungsgeld wird ratzfatz aufgefressen, der engagierte Putz-Pitbull zum Teufel gejagt und einem Vermittlungs-Rind gar das Fell über die Ohren gezogen. Erwachsene wiederum dürfte die Art und Weise erfreuen, wie Kämpf in seiner für ihn typischen Lakonie komplexe Entwicklungen verblüffend einfach auf den Punkt bringt: «Den Fischen gefiels im Wasser, aber den Amphibien war es zu langweilig. Deswegen gingen sie an Land, aber nur halb.» Zudem sind Kämpfs tierische Protagonisten äusserst menschlich und so dürfte beim Anblick der schlampigen Reptilien-WG beim einen oder anderen nostalgische Erinnerungen an die eigenen wilde WG-Zeit wach werden. Obendrauf würde man ja in der aktuellen Winterkälte gerne selber ein bisschen vor der Wärmelampe herumsiffen, sich möglichst nicht bewegen und dazu Jimi Hendrix am TV gucken.

Eine ausführliche Besprechung von Tierweg 1 gibts in der heutigen Print-Ausgabe von Der Bund S. 37 zu lesen. Buchtaufe ist am Samstag 22. November im Café Kairo um 15:30 Uhr. Anschliessend gibts Sirup und Zvieri.

Auf Nick Caves Beifahrersitz

Milena Krstic am Mittwoch, den 19. November 2014 um 5:21 Uhr

Nik_Cave_Kino_Kunstmuseum

«Push The Sky Away», nur ein bisschen, Mister Cave, damit wir Sie besser sehen können. Und der Meister selbst fächert und wedelt scheinbar die ihn umgebenden Rauchschwaden weg, damit das Fussvolk einen Blick zwischen die weissen Laken werfen und sich im schicken Auto neben ihn setzen darf. Der Film «20.000 Days On Earth» soll uns zeigen, wie ein Tag im Leben des Pop-Maestros aussieht. Aber hier bemüht sich niemand – am wenigsten der Hauptprotagonist selbst – uns die Wahrheit zu verkaufen. Der Film ist ein einziges Gedicht, eine Stunde und fünfunddreissig Minuten lang.

Alles dreht sich um die Frage: Wie schreibt man einen Song? Nicht irgendeinen, sondern einen dieser furchterregend guten, wie ihn Cave schon etliche Male geschrieben hat? Wenn gar nichts mehr geht, dann «erschiesse den Clown», sagt der Mann im Massanzug und wandelt weiter in einem Tagtraum aus Fiktion und einem bisschen Realität – am realistischsten vielleicht dann, wenn er Butter auf sein Brot schmiert. Wenn Cave dicht neben dem bärtigen Warren Ellis (♥) sitzt, der auf seinem Korg-Synthesizer die Melodienfolge spielt, dann wirkt das wie im Gebärsaal; die Musiker sind hochschwanger mit diesem Song, aber geboren ist er noch nicht. Schweissperlen auf Caves Stirn. Rührend, die Szene, wie er zum Publikum herunterkniet und fragt: «Do you hear my heart beat?»

Am Ende des Films ist man nicht schlauer, aber berührt ganz sicher. Und die Wolken, die waren gar nie weg.

«20.000 Days On Earth» läuft seit dem 13. November im Kino Kunstmuseum.

Bürger vier und sein Verständnis von Demokratie

Miko Hucko am Dienstag, den 18. November 2014 um 5:40 Uhr

CitizenFour ist kein mutiger Film. Schade, denn die ganze beschriebene und dokumentierte Operation war ziemlich mutig. Edward Snowden war ziemlich mutig. Und Glenn Greenwald hat mich davon überzeugt, dass guter Journalismus doch noch nicht verloren ist.

Trotzdem war es wichtig, den Film zu schauen. Denn er führt nochmal die Ereignisse des letzten Jahres vor Augen, Ereignisse, die peinlicherweise auch ich wieder in den Hintergrund meines Gehirns gerückt habe. Vielleicht, weil es so natürlich und unmöglich zugleich klingt: Wir werden alle dauerüberwacht.

Die brennenden Fragen aber, und die brennendste von allen, stellt dieser Film nie: Wozu eigentlich?
Wer profitiert von dieser Dauerüberwachung?

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Kulturbeutel 47/14

Milena Krstic am Montag, den 17. November 2014 um 5:54 Uhr

Die Krstic empfiehlt:
Liebe The Kills, ihr habt uns gezeigt, dass man mit Drum Machines sehr tolle Musik produzieren kann. Aber manchmal muss es ein Taktgeber aus Fleisch und Blut sein: So wie bei Wildbirds & Peacedrums. Da gibts nur die Stimme von der betörend spannenden Mariam Wallentin (auch unterwegs als Mariam The Believer) und Schlagzeugakrobatik von Andreas Werliin. Am Freitag in der Dampfzentrale im Rahmen des Saint Ghetto Festivals. 

Fischer empfiehlt:
Wenn es an etablierten kleinen Konzertlokalen fehlt, dann muss man halt improvisieren. Also spielt die tolle amerikanische Singer-Songwriterin Rachel Ries im imotions Studio im Progr, am Donnerstag. Aufgewachsen mit mennonitischen Liedern und kongolesischen Spirituals, hängen ihre Songs auch nach wie vor ein wenig zwischen den Welten. Aber da ist ja viel Raum, da lässt sich schön Musik machen.

Herr Zellweger empfiehlt:
Natürlich, ebenfalls das Saint Ghetto Festival, unter anderem mit Dean Blunt am Samstag, dessen Album The Redeemer das Fact Magazine kürzlich zum 3. wichtigsten Werk des laufenden Jahrzehnts gekürt hat.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Samstagnachmittag taufen Matto Kämpf (Text) und Yves Noyau (Bilder) ihr neues Kinderbuch «Tierweg 1» im Kairo. Die tierische Wohngemeinschaft der etwas anderen Art, die darin beschrieben wird, ist definitiv auch für Erwachsene vergnüglich. Am Abend werden dann im Bowling Center Marzili nicht nur Kugeln gerollt, sondern bestimmt auch die eine oder andere Tanzverrenkung gewagt, denn der 60s Surf-Sound von The Bahareebas geht richtig schön in die Waden.

Banalsex

Roland Fischer am Sonntag, den 16. November 2014 um 11:49 Uhr

«This is no feminist treatise about equality,» warnt Toni Bentley den Leser schon mal im Vorwort zu The Surrender, ihrer Erinnerung an eine ebenso wilde wie allerdings leider auch: banale Affäre, aber dazu gleich. Zunächst einmal sollte man immer ein wenig skeptisch werden, wenn sich jemand entschuldigt, dass es in der Folge nicht politisch korrekt zugehen wird. Man darf sich darum natürlich auch mal foutieren, aber wenn man sich bemüssigt fühlt, dazu extra noch Worte zu verlieren, dann weil man weiss, dass man sich wohl doch besser darum gekümmert hatte. Ein ganzes Buch (und nun ein ganzer Theaterabend) zum Thema weibliche Unterwerfung und keine einzige ernstzunehmende Überlegung zur Stellung der Frau nicht im Liebesspiel, sondern in der Gesellschaft? Das nenne ich mal Nabelschau.

Isabelle Stoffel. Foto: Rob Lewis

Isabelle Stoffel. Foto: Rob Lewis

Aber gut, keine Politik, Fifty Shades of Grey wurde auch ganz ohne (oder vielleicht gerade deswegen?) zum Kassenschlager. Also vielleicht ein wenig Psychologie? Die Frage nach Liebe und Macht ist ja durchaus eine lohnende - und eine immer wiederkehrende. «Everything in the world is about sex except sex. Sex is about power.» Soll Oscar Wilde mal gesagt haben. Toni Bentley hat dem allerdings rein gar nichts hinzuzufügen. Da erlebt eine Frau eine grosse sexuelle Erfüllung mit einem Mann, der irgendwie alles absolut richtig macht (da sind wir dann nicht mehr weit von der Hyperrealität des Porno entfernt: Auch da gibt es nie die geringste Ungeschicklichkeit, ist alles eine schön ineinandergreifende Maschinerie der Körper), und der sie dann auch von hinten nimmt. So what? Die Protagonistin mag das als halb spirituelle Reise in den innersten Kern des Selbst verstehen, der Zuschauer mochte da nicht folgen. Und die verquaste Sprache des Berichts hilft auch nicht: Sex ist manchmal sehr banal, das wussten die grossen Erotiker der Literatur. Auch, ja tatsächlich, in den Tabuzonen.

Und wie macht man daraus denn nun einen Theaterabend? Isabelle Stoffel schlüpft in die Rolle von Bentley (und in immer aufreizendere Kleider) und erzählt im Schlachthaus-Keller deren éducation sexuelle - auf sehr klassische und nicht sehr einfallsreiche Art, muss man sagen. Und gewissermassen, indem sich die Schauspielerin dem Blick des Zuschauers unterwirft; das könnte man natürlich konsequent finden, wenn man sonst einen freundlichen Eindruck vom Abend gewonnen hätte.
Hat man aber nicht. Was bleibt ist Eitelkeit und Anatomie. Und, Entschuldigung: eine heilige Scheisse, auch wenn Bentley auf einem schön sauberen Hintereingang besteht.

Getanzte Geisterbahn

Roland Fischer am Donnerstag, den 13. November 2014 um 12:52 Uhr

Achtung, grosse (sehr grosse) Namen! Und Achtung, Genre-Eigenheiten! Man hätte gern die Gelegenheit gehabt, eine kleine Warnung zu deponieren vorab, aber gut, die jungen Wilden von deRothfils hätten ja doch nicht auf einen gehört, hätten sich ganz zurecht nicht warnen lassen und diese seltsame Sache, Bedenken hin oder her, einfach durchgezogen, in aller Konsequenz. Dafür gibt's in der Kategorie Chuzpe auf jeden Fall mal die volle Punktzahl.

Und es fing ja auch wirklich gut an, mit einem dieser grossen Namen eben: Hitchcock himself schlurfte leicht hintübergeneigt über die Bühne, und zwar gleich vierfach. Der Meister erklärte einem auf umständliche, aber charmante Weise den Psycho-Plot – eine wunderbar skurrile Adaption einer der tollsten Trailer der Filmgeschichte. Da funktionierte auch dieses Überschreiten von Genregrenzen noch ganz gut, dieses sich Bedienen im Filmbaukasten, um den Schauder auf der Bühne nachzubauen. Aber das lag wohl vor allem daran, dass sich Hitchcock hier selber einen sozusagen theatralen Spass erlaubt hatte, als er durch seine Filmkulisse spazierte und erklärte, was sich da zugetragen hatte (oder eben noch zutragen würde, für den Filmzuschauer).

Dann wieder Chuzpe: nach dem schwungvollen Auftakt – Vollbremse. Abrupt war man in der Bilderrätselwelt gelandet, die dieser Abend dann bis zum Schluss bleiben sollte. Ein Kinderspielplatz, die übliche Klangkulisse aus den Lautsprechern, aber auf der Bühne alles eingefroren, minutenlang. Und da tat sich das erste Mal die Kluft auf zwischen Suspense und Langeweile, je nach Involviertheit (man wurde sich da in der Nachbesprechung an der Bar nicht einig). Hitchcock meinte mal, ein guter Thriller beruhe darauf, dass die Zuschauer immer ein wenig mehr wüssten als die Protagonisten auf der Leinwand. Wir gestern in der Dampfzentrale wussten: nichts. Vorne reihte sich eine Seltsamkeit an die andere, und ja, manches davon hatte durchaus die Kraft, es einem ein wenig mulmig werden zu lassen. Aber dieser Geisterbahn fehlte es definitiv an Dramaturgie für einen Schrecken, der ein wenig tiefer gegriffen hätte.

Und da wären wir dann beim zweiten Namen, der sich im Lauf des Abends immer deutlicher aufdrängte: David Lynch stand bei diesem Szenereigen immer wieder direkt oder indirekt Pate. Wieder so eine Referenz, mit der sich die Truppe nicht wirklich einen Gefallen tut. Lynch würde sich mit seiner Kunst nie auf eine Theaterbühne wagen, er braucht die mächtige Illusionsmaschine Film, um seine abgründigen und wirren Welten erschaffen - und konsistent halten - zu können. So war das gestern vor allem ein guter Anschauungsunterricht, weshalb es die Genres Grusel- und Thrillertheater nicht wirklich gibt - ausser vielleicht auf dem Jahrmarkt, aber da war ich schon lange nicht mehr.

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