Zukünfte: Februar 2018

Miko Hucko am Donnerstag, den 5. März 2015 um 5:30 Uhr

Die linksradikale Bürgermeisterin Nicole Huber hat sich letzten Sommer durchgesetzt gegen ihre Gemeinderatskolleginnen und - mit breiter Unterstützung der stadtberner Bevölkerung - die Polizei so gut wie abgeschafft: Nur mehr 10% des Budgets bleiben erhalten. Das freigemachte Geld wurde 60-40 aufgeteilt zwischen Sozialhilfe und Kultur, und seither erlebt die Stadt Bern eine neue Blüte! Soweit der Abriss über die bisherigen Ereignisse.

Bei der jetzt abgelaufenen Eingabefrist für die stadtberner Kommissionen für Theater / Tanz, Musik, bildende Kunst und Film hat sich herausgestellt, dass die Kommissionen obsolet werden. Es ist nämlich eigentlich genug Geld für alle da. In Zukunft, so die heutige Pressemeldung, wird nurmehr eine  20%-Stelle für die Eingaben verantwortlich sein. Diese beauftragte Person hat die rein administrative Funktion, zu überprüfen, ob die Gesuche und Budgets den formalen Vorgaben entsprechen.

Ich bin gespannt, wie die Kulturschaffenden der Stadt Bern ihren Ideenreichtum weiter vorantragen, jetzt, da ihnen das Zepter quasi zurückgereicht wurde! Einzig, wie das mit der Subsidiärfinanzierung des Kantons weiter geht, ist eine Frage, die sich im Sommer noch klären muss. KSB bleibt dran.

Kilbi 2015: Zurück auf dem Jahrmarkt der Seltsamkeiten

Christian Zellweger am Mittwoch, den 4. März 2015 um 14:07 Uhr

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Willkommen auf dem Jahrmarkt der Seltsamkeiten! Das Kilbi-Programm 2015 ist da. Der vorgestellte Band-Reigen ist ein weiterer Schritt zurück vor die Ausgaben von 2012 und 2013, als wirklich viele Stars auf den Bühne standen. Ist das schlimm? Überhaupt nicht. Denn Kilbi, das ist traditionell entdecken, staunen und manchmal auch nicht-verstehen.

Hier also der erste Versuch einer Kategorisierung, was da so auf uns zukommen mag:

Die Stars
Stars? Nun ja, zumindest Namen, die bei einer Menge Menschen etwas anklingen lassen, die man schon fast als kleine Masse bezeichnen könnte.
Thurston Moore, Mac DeMarco, Nils Frahm, Thee Oh Sees, vielleicht noch die Sleaford Mods und Viet Cong.

Die Legenden
Legenden? Ja! Acts mit Geschichte und Geschichten. Auch wenn diese dann im Live-Auftritt nicht zwingend überzeugen, man erinnere sich an Jandek, damals, 2013. Unbestritten zu den Legenden 2015 zählt die türkische Sängerin Selda. Psychedelisch modifizierte türkische Folkore mit starkem politischem Anspruch - Selda ist seit fast 50 Jahren im Geschäft, seit einger Zeit tritt sie mit der israelischen Surfband Boom Pom auf. Als Tastenmann bei der Jazz-Gruppe Wallias Band war Hailu Mergia in seinem Heimatland Äthiopien ein Star. Bis er eine Tour in Amerika zu Anfang der 80-er Jahre zur Flucht nutzte und sein Geld als Taxifahrer verdiente. Wiederentdeckt - wie so viele - von Awesome Tapes from Africa.

Die Rocker
Bo Ningen bringen wilden Acid-Punk aus Japan, der Lieblingseffekt der Black Angels, Mr. Airplane Man, Wand und Morgan Delt ist ein gut aufgedrehter Reverb die Lieblingsaussicht ein Blick zurück in die psychedelischen 60er. Klaus Johann Grobe bringen den Krautrock heim, genuin deutsche Musik jetzt auch mit deutschen Texten. Circle sind irgendwie Metal und gehören in Finnland seit Beginn der 90er zu den Vertretern des untergründigen Avantgarde-Rock.

Die ungewöhnlich Ungewöhnlichen
Gewöhnlich ist eine Kategorie, die eine Band grundsätzlich aus dem Kilbi-Raster fliegen lässt. Dann gibt es aber immer noch diejenigen, die noch ein bisschen mehr vom Zuhörer verlangen, als alle anderen. Die Kanadiern Tanya Tagaq hat sich auf den Katajjaq, den Kehlgesang der Inuit spezialisiert, DakhaBrakha machen Weltmusik mit ukrainischen Texten.

Die Elektroniker
Und dann gibt es immer auch die Elektroniker, die das Haus auch an einem hellen Nachmittag in einen ekstatischen Club transformieren können oder, nachdem über den Tag schon fast alles gesagt wurde, die Nacht zur Tanz-Nacht machen. Zur Party-Fraktion gehören die Optimo DJs aus Glasgow, verwurzelt irgendwo in den Zeiten des britischen Acid, aber einigermassen eklektisch. Lee Gamble derweil widmet sich den vertrackten Jungle-Beats, während Tomaga ihren Jazz-Hintergrund in tröpfelnde Elektronica übersetzen. Bei Baths wiederum knisterts zwischen Beats, abgehackten Akkorden und Vocal-Samples.

Soweit ein erster Überblick, der noch lange nicht alles umfasst. Zum einen oder anderen wird man hier bis Ende Mai sicher noch etwas lesen.

Achtung: Kilbi

Christian Zellweger am Mittwoch, den 4. März 2015 um 8:41 Uhr

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Eine kurze Vorankündigung: Heute ab 10.30 gibt es das Programm der und die Tickets für die Kilbi im Bad Bonn. Prognose: Um 10.30 wird die Starticket-Seite überlastet sein, um 11.30 geht es wieder, aber die Drei-Tages-Pässe sind ausverkauft, gegen den Nachmittag oder auch morgen tauchen noch weitere Pässe auf. Und je näher es der Kilbi zugeht, desto eher werden Verzweifelte auf der Facebookseite des Bad Bonn fündig. Also: Schnell sein, aber keine Panik.

Auf den Mittag dann auch an dieser Stelle einen ersten Einblick in den Kilbi-Jahrgang 2015.


Kunstmänner, Kunstfrauen

Roland Fischer am Dienstag, den 3. März 2015 um 5:51 Uhr

Vor 75 Jahren bekam die Berner Kunst einen grossen Auftritt im Kunsthaus Zürich. Elf aktuelle Künstler profitierten von den geschlossenen Grenzen und durften ihre aktuellen Arbeiten da zeigen wo sonst vornehmlich grosse ausländische Namen zu sehen waren. Die NZZ rezensierte freundlich und allmählich verschwanden die Berner Namen wieder aus dem Kunstgedächtnis. Oder sagen irgendjemandem diese Namen noch etwas? Tonio Ciolina, Max Fueter, Herold Howald, Max von Mühlenen, Alexander Müllegg, Fernand Riard, Victor Surbek.

Fällt sonst noch was auf? Ja, alles Männer. Tatsächlich waren alle elf eingeladenen Künstler Männer, und tatsächlich war das alles andere als ungewöhnlich, im Jahr 1940. Eine repräsentative Auswahl der aktuellen Berner Kunstszene: Es dürfte kaum für Skandal gesorgt haben, dass da keine Frauen mitberücksichtigt wurden. Das Kunstmuseum Thun nimmt das kleine Jubiläum zum Anlass, um einige der damals gezeigten Bilder aus den Katakomben der eigenen Sammlung zu holen - und das Experiment sozusagen zu wiederholen: Elf Positionen aus dem aktuellen Kunstschaffen werden den «alten Schinken» gegenübergestellt. Die Liste heute: Franziska Bieri, Anja Braun, Livia Di Giovanna, Maia Gusberti, Mohéna Kühni, Karin Lehmann, Karen Amanda Moser, Annaïk Lou Pitteloud, Rebecca Rebekka, Miriam Sturzenegger, Maria Tackmann.

bern baby bern

Und, fällt was auf? Ja, alles Frauen. Das wäre nun allerdings eine interessante kuratorische Volte, wenn sie bloss nicht so heruntergespielt würde. Irgendwo in den Ausstellungstexten heisst es, heute sei nichts Besonderes daran, wenn man bei einem relevanten Überblick aktueller Berner Kunst nur Frauen auswähle. Ein Zufallsresultat, sozusagen. Aber das stimmt natürlich nicht - eine reine Frauenrunde ist immer noch sehr viel mehr Ausnahme als Regel, auch wenn es heute natürlich nicht mehr anginge, nur Männer nach Zürich zu schicken. Ist das nun eine Quotenausstellung? Oder funktionieren Kunstwerke von Frauen besser, wenn sie nicht von «lauten», männlichen Positionen gestört werden? Man kommt auf interessante Gedanken, wenn man durch die übrigens sehr sehenswerte Ausstellung schlendert. Man hätte sich bloss von der Ausstellungsmacherin ein wenig mehr Auseiandersetzung mit der Frage gewünscht, was in den letzten 75 Jahren in Sachen Kunst und Geschlecht so alles passiert ist.

Müder Montagshund 7

Gisela Feuz am Montag, den 2. März 2015 um 11:55 Uhr

In dieser Serie präsentiert ihnen KSB den müden Hund der Woche.
Das Hundemagazin WUFF weiss, dass Canidae gut und gerne 12 Stunden am Tag verpennen. Nehmen Sie sich ein Vorbild und machen Sie doch auch ein kurzes Montags-Nickerchen. Einfach ein paar Mal im Kreis drehen und sich dann fallen lassen, egal wo Sie sich gerade befinden. Körper und Geist werden es Ihnen danken. Amen.

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Die Bilder dieser Reihe entstanden im Rahmen einer Reise durch Argentinien, Chile und Patagonien um die Jahreswende 14/15. Die Hunde sind «wild», werden von der Bevölkerung aber freundlich behandelt und gefüttert, weswegen sie ein äusserst entspanntes und gutmütiges Wesen an den Tag legen.

Gewinnen mit KSB: Eluveitie im Naturhistorischen Museum

Christian Zellweger am Montag, den 2. März 2015 um 10:41 Uhr

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Heavy Metal und Fossilienforscher – offenbar eine grosse Liebe. Kennen Sie zum Beispiel den «Paracidaris eluveitie»? Das Fossils eines Seesterns ist nach der Winterthurer Band Eluveitie benannt. Und genau diese Eluveitie spielen am 18. März zur Eröffnung der Ausstellung «Rock Fossils» im Naturhistorischen Museum.

Tickets gibt es nur zu Gewinnen – die erste Tranche ist bereits weg. Wir haben aber nochmals 30 Eintritte. Tragen Sie sich im Wettbewerbsformular ein und lassen Sie das Glück walten.

Achtung: Die Verlosung ist beendet, die Gewinner werden benachrichtigt.

Kulturbeutel 10/15

Christian Zellweger am Montag, den 2. März 2015 um 5:00 Uhr

Herr Zellweger empfiehlt:
Für Menschen, die eine Alternative zum Gurtenfestival bevorzugen, ist der Mittwoch ein wichtiger Termin: Dann nämlich wird das Programm der Bad Bonn Kilbi 2015 bekanntgegeben. Der Vorverkauf auf starticket.ch startet um 10.30. Und wird wohl um 10.35 schon wieder zu Ende sein. Also: Schnell sein. Oder schlau: An den physischen Verkaufsstellen gehts manchmal besser.

Frau Feuz empfiehlt:
Das Instore-Konzert der wunderbaren John Dear aus Lausanne am Donnerstag im Plattenladen Ihres Vertrauens, dem Chop Records. Und Freitag und Samstag geht in der ganzen Reitschule die 19. Ausgabe der jährlichen Sause von Berns Kulturradio RaBe über die Bühne, worüber hier bereits berichtet wurde. 

Die Krstic empfiehlt:
Die Musik von Metronomy zu entdecken, ist ein wenig wie sich-verlieben. Dieser flockige Pop, so ohrwurmig und psychedelisch, ist zum abknutschen. Am Freitag treten die Engländer im Fri-Son auf. Also I'm Aquarius. Und Sie? (Die Support-Band Robbing Millions ist übrigens auch spannend).

Fischer empfiehlt:
Wieder mal eine neue Raumnummer. Bei 18 sind die Zwischennutzungs-Veteranen von Raum No inzwischen angekommen, diesmal geht's zurück an die Gerechtigkeitsgasse 40, zu Duflon/Racz. Ein von Lorenzo Salafia angerichteter Kunst-Remix mit vielen interessanten Namen ist angekündigt. Und ein Konzert von The Legendary Lightness gibt's zur Vernissage am Samstag auch noch.

Miko Hucko empfiehlt:
Come with us to the Bestival! So der Song, mit dem die werten Waschbärinnen und Waschberner zum zweiten Berner StudentInnen Theaterfestival (äbä, BeStival) geladen haben. Von heute bis Samstagnacht im Schlachthaus Theater mit viel viel Programm.

70 Prozent Schlagzüüg

Christian Zellweger am Sonntag, den 1. März 2015 um 10:04 Uhr

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Was passiert, wenn man eine Horde von Studenten in Visuellem Design auf den King Pepe-Song «Doof isch ändlos» loslässt? Wenn diese dann noch in Genf an dern Hochschule für Künste und Design Genf (HEAD) studieren und sie also Pepes charmantes Berndeutsch nicht zwingend Verstehen?

Die Antwort lautet: Eine ganz hübsche Spielerei, tolle Infografiken zu Notenwerten, Arrangements, Gefühlen und zum Wassergehalt des Menschen. Mehr davon gibt es bei King Pepe auf Facebook.

inne / halten

Miko Hucko am Samstag, den 28. Februar 2015 um 6:17 Uhr

Auf einem Spaziergang durch die Lorraine letzte Woche entdeckte ich folgende, schön gelaubsägelete und bemalte Schilder. Es hat noch viel, viel mehr! Achten Sie sich mal.

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Heimweh im Jackpot

Roland Fischer am Freitag, den 27. Februar 2015 um 12:07 Uhr

Es ist wohl der abgedroschenste Ratschlag, den man einem mit seinen Stoffen hadernden Schriftsteller geben kann: Schreib über etwas, das du selber kennst. Und wie das so ist mit Abgedroschenheiten - da ist ja meistens was dran.

Das Schaubüro war offenbar auch ein wenig ratlos bei der Themenwahl fürs neue Stück, deshalb hat man sie vor ein paar Monaten kurzerhand dem Publikum und dem Zufall überlassen (KSB berichtete). Und dabei knackte die Truppe dann allerdings den Jackpot der Undankbarkeit: Heimweh. Ein Thema überaufgeladen mit Schweiz-Bezügen (la maladie suisse) und dabei von einer Harmlosigkeit, die es zu einem perfekten Kandidaten für eine Semesterabschlussarbeit machen würde (so, nun zeigt mal, was ihr damit macht!). Vier Monate blieben bis zur Premiere. Also machten sich die Schaubürolisten - nach «ersten Schockstarren und Enttäuschungstränen» - an die Arbeit.

heimweh

Das Resultat gestern an der Premiere im Schlachthaus: viel ehrliches Bemühen, eine Materialschlacht, ein dramaturgische Wühlkiste mit vielen schönen Momenten. Aber keine Stringenz, keine Einsichten, nichts wirklich Relevantes. Man merkte, dass das niemanden persönlich anging, was da verhandelt wurde. Und so funktionierte der Abend am besten, wenn er das Absurde der Situation zugab und so immer mal wieder gegen den puren Klamauk rutschte. Aber getragen hat das dann natürlich nicht über eineinhalb Stunden. Man würde die Truppe ja gern entschuldigen - aus diesem Thema ist nun einmal kaum theatraler Gewinn zu schlagen. Aber dieses Was-wollen-und-sollen-wir-denn-sagen-Problem haben sie sich selber eingebrockt.

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