Von Ines und Toni

Christian Zellweger am Mittwoch, den 27. Juli 2016 um 10:36 Uhr

erdmann

Viel beklatscht und noch mehr beschrieben wurde dieser Toni Erdmann schon. Aber hier doch nochmal eine dringende Hingeh-Empfehlung für diese mehr als zweieinhalb Stunden. Denn man kann sich doch ganz leicht mal verheddern in diesem Leben, wie in einem gut präsentierenden, aber zu engen Kleid.

Auch wenn wir längst nicht alle in einem von Machtspielen getriebenen Unternehmensberater-Umfeld tätig sind: Die Lösung für das Problem, die Heldin Ines demonstriert, ist – richtig übertragen – vielleicht ganz praktikabel. Aber gehen Sie hin und schauen Sie selbst.

Maren Ade hat mit diesem Film etwas mehr gewollt, als bei «Alle anderen» und beim «Wald vor lauter Bäumen». Etwas mehr Aussage, etwas weniger Effekt. Das kann natürlich gefährlich sein. Aber diese Geschichte vom Hippie-Vater, der seine Tochter nicht an das moderne Leben preisgeben will, ist nicht nur absurd und komisch – sondern eben auch auf eine gute Art rührend und zum Ende von angenehmem Realismus. Aber eben: Schauen Sie selbst.

«Toni Erdmann», im Ciné Club, Ciné Movie und im Rex.

Schätze im kühlen Untergrund

Roland Fischer am Mittwoch, den 27. Juli 2016 um 5:28 Uhr

Die Münsterbibliothek ist wieder offen, seit Ende Mai. Sollte man sich mal anschauen, auch an einem schwülen Sommertag sehr zu empfehlen, zumal der ganz neu organisierte Untergrund. Im Gewölbekeller kann man gut ein wenig verweilen, da gibt es noch bis Mitte September zwei zwar ein wenig unmotiviert präsentierte, aber allemal interessante Ausstellungen zu sehen.

Conrad Gessner/Conrad Forer: Thierbuch : Das ist ein kurtze beschreybung aller vierfüssigen Thieren, so auff der  erden und in wassern wonend, sampt jrer waren conterfactur

Conrad Gessner/Conrad Forer: Thierbuch : Das ist ein kurtze beschreybung aller vierfüssigen Thieren, so auff der
erden und in wassern wonend, sampt jrer waren conterfactur

Einmal wäre da «frisch saniert», das die Wirkung der architektonischen Auffrischungskur mit Fotos einiger der wichtigsten Räume der Bibliothek dokumentiert. Vor allem aber stehen da im gedimmten Licht ein paar Vitrinen voller Kleinode der Druckkunst – hier wird vor allem mit eigenen Schätzen die illustrative Vielfalt in Conrad Gessners Druckwerk aufgezeigt. Tiere und Kraut und manch anderes Zeug – ein Augenschmaus.

Jürg Halters Sommerhit

Milena Krstic am Dienstag, den 26. Juli 2016 um 5:00 Uhr

Bis Ende August präsentiert Ihnen KSB persönliche Sommerhits der Kultur-Prominenz.
Heute mit einem Gastbeitrag von Jürg Halter. Er ist Schriftsteller, Performer und Musiker, hat zahlreiche Veröffentlichungen und Auftritte in ganz Europa, den U.S.A., Afrika, Russland und Japan hinter sich.

«So mit der Zeit, geht alles hin.» Morgens um drei spaziere ich durch die Rathausgasse an der geschlossenen Tübeli-Bar vorbei; denke über die zunehmend realitätsbefreite Berner Altstadt nach; alles wird nett hier, nur noch nette Menschen sollen in netten Cafés verkehren und Smalltalks über Nachhaltigkeit führen, während sie mild lächelnd den Schaum von ihren Latte Macchiattos löffeln.

«Avec le temps» von Léo Ferré zum Trost im Ohr sitze ich auf einem Brunnenrand. «Wenn die Liebe erlischt, braucht man gewiss nicht weiter suchen gehen, man lässt’s geschehen und wird’s verstehen», übersetzt sich mir das Chanson vom Französischen ins Deutsche und ich sag leise vor mich hin: «Willkommen, O, Sommermelancholie».

Inzwischen hat es zu regnen angefangen. Ein Lüftchen umspielt in einem Hauseingang eine Zeitung, in der Analysen zu islamistischen Terroranschlägen, das Ende von Demokratien und den boomenden Waffenhandel stehen.«So mit der Zeit, so mit der Zeit, geht alles hin.»

Vor dem Rathaus stehend, singt Ferré weiter: «Der, den man verehrte, und ging im Regen orten, der Andere, den man ahnte hinter jedem Blick, zwischen den Zeilen, zwischen den Worten, der geht in die Nacht und versiegt.»

In der Postgasse steige ich auf die leere Säule des Lischetti-Brunnes und halte eine kurze unbestimmte Rede für Abwesende, spaziere weiter, schon fast tänzelnd, und tauche dann, ohne nachzudenken, meinen Kopf ins Wasser eines kleinen Brunnens. Wie gut das tut!
Während ich mit offenem Mund in den bewölkten Himmel schaue, höre die sich entfernende stolze, traurige Stimme Ferrés: «So mit der Zeit, so mit der Zeit, all das verfliegt.»

juerg_halter_02Im August erscheint «Das 48-Stunden-Gedicht» (Wallstein Verlag) mit Tanikawa Shuntaro und am 10. September feiert Halters erstes Theaterstück «Mondkreisläufer – eine Heimsuchung in vier bis unendlich vielen Akten» am Konzert Theater Bern Uraufführung.

Kulturbeutel 30/16

Milena Krstic am Montag, den 25. Juli 2016 um 5:00 Uhr

Die Krstic empfiehlt:
Ganz in der Nähe vom Wylerbad, gleich bei den Bahngeleisen, steht das Graffiti. Dort findet am Freitag und Samstag ein Minifestival für elektronische Musik statt, organisiert vom Berner Label Niche Music. Samstagnacht tritt da unter anderem die Genfer DJ Sonja Moonear auf. Hier eine Auflistung aller Acts (könnte schön undergroundig werden).

Sarah E. empfiehlt:
Die sagenumsponnenen Kehrwasser der Tiefenaubrücke(n) in Worblaufen. Lassen Sie sich statt ziellos abwärts einmal ziellos im Kreis treiben, und wollen Sie nicht selbst treiben, schauen Sie den Kayakjunioren, den Slalomfahrerinnen oder sonstigem Bootsirrsinn zu, der dort so getrieben wird. Dies der anti-kulturelle Tipp einer passionerten Kayakerin. (<–Allein das Einsteigen ins Wassersportgerät ist pure Leidenschaft) Besonders wichtig: wenn es runterzieht, keine Gegenwehr.

Fischer empfiehlt:
Manko an Klarsicht? Dann kommt die vierte Ausgabe des SKILT-Festivals ja wie gerufen. Freitag und Samstag in der Stadtgalerie, jeweils bis spät. Auf dem Programm: Performance, Musik, Philosophie, Literatur und einige Vernebelungen mehr.

Mirko Schwab empfiehlt:
Stellen Sie sich ein Fest für Grenzen und Nationen vor. Eine saublöde Sache gäbe das. Umgekehrt springt der Funke, Freitag und Samstag, zuerst beatbetont und conscious, dann rock’n’räudiger Provenienz. Die geschlossene Reitschule kehrt ihr Innerstes nach aussen: No borders, no nations.

Herr Zellweger empfiehlt:
Ab in den Baumarkt Ihres Vertrauen und den Liegestuhl im Angebot geholt: Es ist wieder Marzili Movie, das Freilichtkino im Marzili. Dieses Jahr zu Gast ist das Land Indien. Dienstag bis Samstag.

#BernNotBrooklyn

Roland Fischer am Sonntag, den 24. Juli 2016 um 15:33 Uhr

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist nachts mächtig was los.

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In der Sattelkammer wurde gestern zum Beispiel auf sehr gepflegte Weise augmentierte Realität geübt. Das Konglomerat M.I.D.I prügelte sich hinter Glas, das Publikum musste draussen bleiben, konnte aber trotzdem mittun. Der Regen kam zum Glück erst nach Ende der Show.

 

Erlebten Sie eine wilde Nacht in Bern und haben per Zufall ein passendes Föteli dazu? Dann posten Sie es auf einer digitalen Plattform unter dem Hashtag #BernNotBrooklyn. KSB wählt unter den Fotos das leckerste aus und veröffentlicht es (fast) pünktlich zum Katerfrühstück.

Julian Sartorius’ Sommerhit

Gisela Feuz am Freitag, den 22. Juli 2016 um 5:13 Uhr

Bis Ende August präsentiert Ihnen KSB persönliche Sommerhits der Kultur-Prominenz.
Heute mit einem Gastbeitrag von Julian Sartorius, Berner Schlagzeug-Wunderkind, Klang-Performance-Tüftler und Ganzjahres-Aareschwimmer.

Im Moment höre ich kaum etwas anderes als diese Musik aus dem Norden Englands, und zwar jeweils das ganze Album am Stück. Und wenn es zu Ende ist, starte ich es gleich wieder von neuem.

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Julian Sartorius zeigt am 2. September zusammen mit Dimitri de Perrot in der Dampfzentrale das Stück Myousic.

Postkarte aus Elm oder – Der Absender, ein Buch mit Nachspiel

Sarah Elena Müller am Donnerstag, den 21. Juli 2016 um 11:58 Uhr

In seinem 1995 erschienenen Erstling Der Absender behandelt der Berner Autor Daniel Ganzfried die Geschichte seines Vaters, der 1944 in nach Auschwitz deportiert wurde. P1010269

Bei den darauf folgenden Lesungen wurde er immer wieder auf den KZ Überlebenden Bruno Doesseker angesprochen, der zu eben derselben Zeit sein Buch »Bruchstücke aus einer Kindheit 1939-1945« veröffentlicht hatte. Ganzfried wurde beim Lesen dieser Erinnerungen sofort klar, dass es sich bei Doessekers Holocausterinnerungen um eine Fälschung handelte. »Viel zu brutal, fast pornografisch, einfach ohne Sex« sagt Ganzfried heute. »Auschwitz war eine Todesfabrik, da mussten möglichst viele Menschen lebend vorne rein und tot hinten wieder raus. Brutalität braucht zuviel Energie, zuviel Zeit.« Er sitzt neben mir in Elm vor seinem Haus und pfeift zwischen den Sätzen nach seiner Hündin. »Immer haut sie ab, die Bauern regen sich furchtbar auf.«

Ganzfrieds erstem Anzweifeln von Doessekers Erinnerungen folgte ein Artikel in der Weltwoche, ein Tumult in der Literaturszene und schliesslich ein Strafverfahren gegen Doesseker. Kurz zusammengefasst war der vermeintliche KZ Überlebende mit dazu erfundenem Namen »Wilkomirski« Doesseker Sohn einer armen Bielerin, zur Adoption freigegeben, von einem Zürcher Ärztepaar aufgezogen worden. »Langeweile war meiner Meinung nach das Hauptmotiv« meint Ganzfried. Doesseker behauptete, sich an Dialoge, Hausnummern und Strassennamen zu erinnern, obwohl er zu dem besagten Zeitpunkt gerade mal zwei Jahre alt war. Der Verlag zog Doessekers Buch offiziell zurück. Ganzfried gewann 1999 den Journalistenpreis. Dies war die Kurzfassung. Denn wie die Jahreszahlen verraten, handelt es sich hier nicht um eine Aktualität. Was aber sehr aktuell ist, ist Daniel Ganzfried hier neben mir auf der Bank. Die Hündin galoppiert weiterhin taub auf der Wiese herum. Er pfeift. Sie ignoriert. Eine eingespielte Angelegenheit.

Ich habe Der Absender erst angelesen, möchte es aber trotzdem empfehlen. Vergriffen zwar, aber bei Amazon noch erhältlich. Denn bei dem ganzen Trubel um die Fälschung, könnte man das eigentliche Werk glatt vergessen. Die Erzählung bewegt sich im Gegensatz zu der von Doesseker angetönten Splatterbutalität entlang einer Leerstelle, die des Vaters nämlich, dem der Protagonist zwar via Archiven näher kommt, in Natura aber nie direkt zu den Fakten befragt… Zudem, was habe ich für Bern anderes zu berichten, aus Elm? Eben.

Ceci n’est pas un Volksfest

Mirko Schwab am Mittwoch, den 20. Juli 2016 um 6:06 Uhr

Eine Stadt dreht am Rad, messieur dames! Es ist beinahe rührend, wie es durch alle Mediengattungen tönt und von Tele Bärn bis France 2 unisono ein sportliches Volksfest (angenehmer wenigstens als ein völkisches Sportfest) besungen wird. Gut, schon wieder ein Ereignis internationaler Bedeutung in unserer Hauptstadt – da kann man sich schonmal den Kopf verdrehen lassen. Dem ganzen Schwindel trutzend einmal mehr: KulturStattBern. Der Enthüllungsbericht.

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Aber was hat eine denkbar unspektakuläre Ra(n)dsportart im Kulturblog Ihres Vertrauens verloren? Sie werden es kaum glauben: Das war nie Sport! Die Fakten zur grössten Strassen-Performance je – sie sprechen für sich.

Die Tarnung de Farce:
Von langer Hand geplant! Seit 1903 (Quersumme 13!) wird die Maskerade als Drahteselkaskade abgezogen, um sich schliesslich, 113 Jahre später, bei der 103. Ausgabe (10+3!) in Bern als monumentales gesellschaftskritisches Kunstwerk zu offenbaren.

Die Tarnung vor Ort:
Wo der Zirkus hält, wird materiell geklotzt. In rauen Mengen Töffs und Lastwagen, Polizei und Kameras, Wurst und Bier. Es soll nach einem echten Volksfest aussehen, riechen. Für skeptische Beobachter ist man gewappnet und wer sich nicht in den Massentaumel stürzen möchte, bleibt chancenlos: Trams und Busse fahren zwar als Alibi, jedoch auf völlig unbrauchbaren Routen durch den Agglokranz, Fusswege sind abgeschnitten. Den bekanntesten Verschwörungstheoretiker der Stadt, den pol(i)ternden Lastwagenfahrer E.H., haben die Verantwortlichen übrigens mit dem breiten Assortiment von Schwerstgefährten vorderhand ruhiggestellt.

Die Symbolik:
Wie immer bei grossen Kunstwerken sollte man auch hier nicht zu nah ran. Bei Monet bemerkt man entrüstet, dass alles nur Farbflecken sind, bei Mona im Louvre bleibt einem die Nahbetrachtung gar mit samtener Strenge verwehrt. Die wahre Botschaft erschliesst sich also aus der Ferne, dans la télé: Drohnen und Helikopter übermitteln die Bilder unserer Altstadt aus der Vogelperspektive. Die Strassen als Lebensadern einer Stadt werden von der pedalenden Schar verstopft, die Gefahr einer Carambolage als metaphorische Thrombose ist omnipräsent! Das Volk? Es schaut zu, ja klatscht sogar – und die Lesart des Werks ist eindeutig eine grossartige Kapitalismuskritik. Die Kreuzritter auf ihren Drahtmaschinen verkörpern die ungebremste Fortschrittshysterie, die knallbunten Leibchen gaukeln Individualismus vor, wo sich bei genauem Hinsehen doch nur die Firmenlogos schwergewichtiger Wirtschaftsplayer erkennen lassen. Die altehrwürdigen Altstadtmauern und -strassen werden vorgeführt als dem Volk entzogene soziale Räume, ein von der Wirtschaft viral vergifteter Sandsteinkörper, dem Infarkt preisgegeben. Das Volk schaut zu.

Die Gattung:
Wie kann man den Kapitalismus aufzeigen? Man lässt ihn – wörtlich – passieren. Der wahre Passant aber muss stehenbleiben und zuschauen, wird eingespannt in die Darbietung und spielt sich selbst als macht- und willenloser Gaffer. Die wichtigste Parallele zwischen einer Radsport-Etappe und der Performance ist allerdings, dass beide nur high zu ertragen sind: Hier Epo, da was Lustigeres – aber gedop(e)t sind se alle.

Der wahre Titel:
»Le Tour de France à Berne« nennen sie die List. Der eigentliche Name des Kunstwerks aber findet sich am Ende der Vorführung, im Zielbereich. Am Stadion, das die Einheimischen zwar Wankdorf, glatte Marketingkönner aber le stade de Suisse nennen. Das Stadium der Schweiz. Der Zustand der Schweiz.

Die Frage nach der Autorenschaft:
Die unheilige kommunistisch-kapitalistische Allianz Tschäppät-Rihs hat sich im Vorfeld als Initiantenpaar geriert. Unklar bleibt bisher, ob sie damit nicht einfach den wahren Strippenziehern auf den Leim gegangen sind und  denken, sie hätten gerade ein harmloses Zweirad-Seifenkistenrennen nach Bern geholt. Vermutet wird, dass im Hintergrund ein über mehrere Generationen gewachsenes französisches Untergrundkollektiv am Werk war.

Und was hat das alles mit Bern zu tun?
Die Franzosen waren nämlich schon einmal hier und haben den anciens Obrigen das Patriziat verleidet. Zeit für den zweiten Streich also. Und so haben sie sich aufgemacht, den selbstgefälligen Überdemokraten und Wirtschaftsfreunden mal ein Lied zu geigen von der menschenfeindlichen vélocité des Kapitalismus. Und zwar in der menschenüberströmten vélo-cité der Schweizer Kapitale.

Jeannette Wolfs Sommerhit

Gisela Feuz am Dienstag, den 19. Juli 2016 um 9:30 Uhr

Bis Ende August präsentiert Ihnen KSB persönliche Sommerhits der Kultur-Prominenz.
Heute mit einem Gastbeitrag von Jeannette Wolf, welche im Kino Rex  die Bar leitet und mit Astra-Bier und Kümmel-Schnaps ein Hansestadt-Lüftchen wehen lässt.

Geilo, ich höre wieder Hip-Hop aus meiner zweiten Heimatstadt – die Beginner sind zurück. Und damit ein Teil meiner ersten Hamburg-Jahre in den 90ern, als die ganze nordische Hip-Hop-Szenerie gerade im Aufwind war, und ich jung und schön!!! Beim Release-Song «Ahnma» (feat. Gzuz & Gentleman) zum neuen Album «Advanced Chemistry» dröhnt ein fettes Schiffshorn in mein Ohr und ich denke: Yo, da ist sie wieder, die für die Beginner typische Dicke-Hose-Gangsterrap-Hamburger-Schnack-Atitüde mit viel Humor – und der macht’s erst akustisch wertvoll. Das Gangster-Auge zwinkert heimlich vom schwarz-weissen Ghetto-Himmel runter. Mein ehemaliger Kiez will gerettet werden wie die Erinnerung an meine Zeit im Norden. Heimwehattacke, ich muss hoch!

«Ich komm mit grossem Herzen,
dickem Kopf und kleinem Bauch,
wortgewalttätig, aber masterpeacig drauf»

Rausche mit dem Zug durch Regen-Nebelschauer über die Elbbrücken, yeah, Hamburg City rules, ich komme. Nach dem Rechten sehen, und nach den alten Freunden.

Zurück in Wahlheimat Nummer Drei sehe ich mich bei den nächsten Sonnenstrahlen mit Baseballkappe und Sonnenbrille durch die Berner Altstadt schieben.

«Und die Sonnenbrille, sie ist am Start Baby,
sie ist der letzte Rest Privatsphäre»

Noch Fragen, Digger? Ja, was bedeutet eigentlich «Ahnma»? Tja, fahrt nach Hamburg, um es auszuchecken. Ich bleib in Bern mit der kleinen Portion Hamburg im Ohr und einem grossen Schmunzeln.

Bildschirmfoto 2016-07-01 um 11.57.28 Jeannette Wolf ist der Liebe wegen von Hamburg nach Bern gezogen. Sie hat letztes Jahr die Gastroleitung der Foyer-Bar im Kino Rex übernommen und gibt dort kurz vor Feierabend (geöffnet jeden Tag bis halb eins) auch mal einen knallbunten Absacker aus.

Kulturbeutel 29/16

Sarah Elena Müller am Montag, den 18. Juli 2016 um 5:55 Uhr

Sarah E. empfiehlt:
Die Karies Bar. Manchmal ist sie geöffnet, meist am Donnerstag Abend, manchmal auch sonst. In der Garage, mit original Heizöl Tank als Deko. Pro mitgebrachten Zahn gibt es ein Freibier mit Mundwasser Shot. Es gibt auch einen Rollstuhl, falls die Beine nachgeben. Es ist wie mit Karies, man weiss nicht genau ob und wo, aber es tut weh.

Die Krstic empfiehlt:
Keine Ahnung, was diese Woche läuft. Es ist Sonntagabend und ich sitze hier noch im Medienzelt des Gurtenfestivals und fühle mich momentan eher so, als ob ich nie wieder eine Liveband sehen möchte. Aber ich empfehle Ihnen, einmal bei Wanda, der Antilopen Gang und AnnenMayKantereit hereinzuhören. Die waren nämlich wirklich gut auf dem Güsche.

Fischer empfiehlt:
Prügel. Mit Ausrufezeichen. Am Samstag in der Sattelkammer: Die Zuschauer steuern auf dem Gamepad je einen Schauspieler, die sich stellvertretend gegenseitig auf die Schnauze geben. Manche nennen es auch: Sommerloch.

Mirko Schwab empfiehlt:
Für Samstag einen Ausflug ans Paradiso Minifestival im Punto, wo der Walliser Plattenbau Bonzzaj Recordings Konzerte und DJ-Sets präsentiert: Von Alpendub ist die Rede, Walliser Afrofunk und vermischten Elektronika. Ach, und besuchen Sie diese Performance Anfang Woche! Ein französischer Street Art-Künstler lässt mehrere hundert Velofahrer den öffentlichen Raum übernehmen.

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