Keinzigartiges Lexikon: Folge 17

Gisela Feuz am Dienstag, den 25. April 2017 um 6:52 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Das Dünnicht
Dünnichte sind, anders als Dickichte, sichere und überwachte Zonen im Wald, der bekanntlich von jeher der Todfeind des Menschen ist. Die vom Bundeswaldgesetz verordneten Dünnichte sind mit Scheinwerfern und Feuermeldern ausgestattet und von jeglichen Gefahren befreit worden: Regelmäßig entfernen Gärtner spitze Zweige, Dornen, giftige Beeren, aus dem Boden ragende Wurzeln und ekliges Moos. Das nervtötende Vogelgezwitscher wird von angenehmer Liftmusik übertönt, und alle Tiere sind auf den Fuchsbandwurm getestet. Mithilfe von Pestiziden hat man Zecken, Mücken und singende Pfadfinder ausgerottet. Dank klarer Beschilderung sind sogar Orientierungsläufe einfacher geworden. Waldspaziergänge und Erholung sind endlich kein Widerspruch mehr.


Die in Dünnichten lebenden Igel werden monatlich von Hundesalonbesitzerinnen entstachelt.

Nächste Woche: Klipp

Frau Patagônia, ins Büro!

Gisela Feuz am Montag, den 24. April 2017 um 14:33 Uhr

Alle, die wir hier bei KulturStattBern mittun, stehen ja selber mit einem Bein im Kulturgrab mitten im kulturellen Geschehen. Allerdings gehen wir mit unseren Outputs, beziehungweise deren Streuung ganz unterschiedlich um. Rockboy Schwab und Chefin Feuz zum Beispiel lassen ja keine Chance aus, KSB schamlos als Distributionskanal für eigenen Unfug zu missbrauchen und lügen dabei gerne auch mal das Blaue vom Himmel herunter. Konfuzius Rihs würde wohl auch lügen wollen, scheitert dann aber an der konzeptuellen Dekonstruktion seiner selbst (auf der Metaebene, versteht sich) und schreibt drum über Schnaps im Denner. Dandy Fischer säuft nach Design- und Kunstvernissagen die stehengelassenen Gläser leer und gleist den Umsturz aller bestehenden Systeme auf, weiss dann aber am nächsten Tag leider nichst mehr davon, weswegen wir hier auch nie darüber lesen.

Die einzig Vernünftige in diesem Saufhaufen ist unsere Frau K. (eigentlich Krstic, aber das schreib ich nie mehr aus, weil Frau K. mir mit Enthauptung gedroht hat, falls ich ihren Namen noch einmal falsch zu Papier bringe.)  Besagte Frau K. ist die Bescheidenheit in Person, trinkt ausschliesslich Gurkenwasser und erwähnt denn auch nur ganz beiläufig im Kleingedruckten irgendeiner E-Mail, dass sie gerade ihr erstes Video herausgegeben habe. Frau K. ins Büro der Chefin, los hopp! Wir üben jetzt mal blöffen. Und Schnaps saufen.

Kulturbeutel 17/17

Milena Krstic am Montag, den 24. April 2017 um 5:22 Uhr

Die Krstic empfiehlt:
Ich fühle diesen Yoga praktizierenden, Dreadlocks tragenden, verquer mystische Musik fabrizierenden und wunderschöne Videos herausbringenden Mann namens Gonjasufi einfach so sehr. Deshalb gehe ich am Freitag in die Dampfzentrale. Meet me at the bar und bezahl mir eine Gurkenschorle.

Mirko Schwab empfiehlt:
Der Krstic eine Gurkenschorle auszugeben. Wer sich auf dieses musikalisch-kulinarische Wagnis am Bett der Aare nicht einlassen möchte, gehe nach dem Burgernziel, gehe es ein paar Schattierungen leichter an: Sissy Fox aus BNC ta mère zeigen ihren «unpolierten Elektropop mit Attitüde» her. Ebenfalls am Freitag. Vorm hübschen Punto sollten wir uns indes eh verneigen, solange wir noch können – irgendwann fahren die Bagger auf, eine Runde Lärm für alle wird spendiert und schliesslich tötelets wieder still im Quartier.

Frau Feuz empfiehlt:
wer weder gurkenschorlen mit Madame Kristic noch punto-poppen mit Schwab will, der gehe am Donnerstag in die Cinématte. Dort wird einerseits David Lynchs Klassiker Blue Velvet gezeigt, andererseits spielen im Anschluss BAR ihren atmosphärischen Rock Noire. Oder aber man lausche im Schlachthaus irgendwann zwischen Mittwoch und Samstag beim Lesefest Aprillen Texte unterschiedlichster Natur.

Fischer empfiehlt:
An so einem ganz ordinären Montag Abend: volle Kanne Theatertheorie. Und schon einmal ein wenig mit Auawirleben anfangen. Das Out+About-Vorfestival in Bümpliz draussen fängt zwar eigentlich erst nächste Woche an, aber man kann sich schon mal aufwärmen, mit einem Vortrag zum schönen Thema: Zeitgenössisches Theater, was ist das?

Der Urs empfiehlt:
Profaneres als der Fischer – Wursten unter der Linde(!) – im Restaurant zum Schloss in Köniz, am Sonntag, ab 13:00 Uhr. Dort wird Regionales in die Pelle gedrückt – klingt nach Spass. Wer jedoch eher auf Mediterranes steht, der gehe am Mittwoch doch ins bee-flat, zu MEDUOTERAN FEAT. CARLES BENAVENT: Balkan trifft auf türkischen Folk trifft auf Flamenco, und das Ganze ergibt sowas wie eine musikalische Konzeption des Mittelmeeres, klingt nach gut.

#BernNotBrooklyn in #FullSizeRender

Milena Krstic am Sonntag, den 23. April 2017 um 15:26 Uhr

Bernümpliz ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Agglo ist mächtig was los.

Mein Telefon hat dieses Foto gleich selbst mit FullSizeRender.jpg benannt. Geknipst habe ich es. Und zwar kurz vor dem Auftritt der jungen Boy$ aus ‘Pimpliz’.

Dieser Keller mitsamt dazugehörigem Haus wird bald der Gentrifizierung zum Opfer fallen. Deshalb: Hier eine letzte Hommage an diesen günstigen Wohnraum. In so würdevoll hoher Auflösung wie nur möglich.

 

Posten Sie Ihr Foto/Video auf irgendeiner digitalen sozialen Plattform mit dem Zusatz #BernNotBrooklyn. KSB wählt unter den Fotos das leckerste aus und veröffentlicht es manchmal sogar pünktlich zum Katerfrühstück (ussert hüt).

«Window Shopper» V

Urs Rihs am Samstag, den 22. April 2017 um 11:05 Uhr

…oder die schönsten Schaufenster der Stadt, eingerichtet durch König Zufall, mit Eigenwille dekoriert, angenagt durch den Zahn der Zeit.
Hier gibts weder fabrikneue Ware noch die hipsten Ernährungstrends. Das ist die Fotoserie abseits der hegemonial marktlogisch gestalteten Vitrinen unserer Einkaufsmeilen. Und dazu ein Versuch, ihnen Graustufen des Zeitgeistes abzugewinnen.

Gestern traurig schöne sechs Minuten hinter diesem eigentlichen Anti-Schaufenster verbracht. Vor den Aludosen erst: «Hesch mr zwe Stuz für vier Gralsburg, de hani drum gad no gnue für nes Päckli Batton?» Dann neben dem harten Fusel: «I wana have this – Red-Label – can you help me with some coins my friend?» Am Schluss kostet mich also mein Parmesan trotzdem etwa gleichviel wie im LOLA. Fuck, und dazu dieses Scheissgefühl ein Wohltäter zu sein, wobei das hätt ich im LOLA auch gehabt, und dort irgendwie aus noch beschisseneren Gründen. Beim Austreten durch die Schiebetür auf die Strasse ergreift mich eine Gerührtheit, ob der Szenerie im Laden und davor, dicht gefolgt von Ekel.
So ist das mit diesen Widersprüchen im Quartier.

Der Denner am Schmiedweg 3 in der Lorraine, vielleicht einer der letzten wirklichen Quartierläden – geziehrt durch dieses wunderbare Anti-Schaufenster.

Heavy Rotation sucks!

Gisela Feuz am Freitag, den 21. April 2017 um 12:48 Uhr

Er habe mit seinem Wrestling-Projekt «Lightning Beat-Man» in den 90er-Jahren eine Platte aufnehmen wollen, hätte aber zu wenig Geld fürs Mastering gehabt, erzählt Berns Höllen-Priester Reverend Beat-Man. Radio RaBe habe dann vorgeschlagen, dass zu Unzeiten (4 Uhr morgens) die gesamte Platte durch den Äther gejättet werden solle und dass er, Beat-Man, ja dann zuhause eine DAT-Aufnahme davon machen könne. Gesagte getan und so kam der Reverend zu seinem billigen Mastering für eine Platte, welche dann in die ganze Welt verkauft wurde.

Diese und andere vergnüglich Anekdoten finden sich im soeben erschienen Buch «RABE – 20 Jahre alternatives Kulturradio in Bern» für welches sieben Rabeisten und Rabeistinnen tief in den Archiven gegraben und Originaldokumente, Fotos, künstlerische Beiträge, grafische Elemente, Kommentare und Einschätzungen zusammengetragen haben. Da wird zum Beispiel berichtet, wie der Rabe einst schlüpfte und on Air ging und wie er sich bis heute in der Berner Medien- und Kulturlandschaft zu behaupten vermochte. Dabei bleibt der Fokus aber nicht alleine auf RaBe, sondern es wird auch ein informativer Überblick geliefert, wie sich die Rundfunkpolitik im Allgemeinen und die radiophone Medienlandschaft in Bern im Spezifischen in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Des Weitern machen zahlreiche Fotos von Events, RaBe-Flaggen an allen mögliche und unmöglichen Ecken und Enden dieser Welt und Abbildungen von Plakate das RaBe-Buch schön bunt.

RaBe ist ein Gemeinschaftsradio, bei welchem Selbstbestimmung und Selbstverantwortung gross geschrieben werden und welches als Sprachrohr für rund 180 Sendungsmachende aus verschiedenen Herkunftsländern fungiert. Das RaBe-Buch gibt einen Überblick über aktuelle Sendungen (zur Zeit 84, davon 24 fremd- bzw. mehrsprachig in 16 Sprachen) und schlüsselt zudem auf, wie der ganze Horst organisiert und finanziert wird, wobei auch Technik-Nerds auf ihre Kosten kommen. Und wer schon immer wissen wollte, wie die Musikredaktion von RaBe funktioniert, welche Kriterien ein Song erfüllen muss, dass er ins «Klangbecken» (das Musikarchiv, welches zum Zuge kommt, wenn keine Live-Sendung läuft) aufgenommen wird und wie oft er dann dort täglich zu hören ist, auch der findet Antwort im RaBe-Buch. So viel sei verraten: Heavy Rotation sucks – es lebe die Vielfalt!

«RABE – 20 Jahre alternatives Kulturradio in Bern» mit Text-, Bild- und Tonmaterial, Zahlen, Fakten, allerlei Wissenswertem und vielen Bilder wird morgen Samstag im Rahmen des Rabe-Festes ab 19 Uhr im Tojo Theater getauft und kann für 35.- hier bestellt werden.

Holligen: Säulenheilige. Alhambra.

Roland Fischer am Freitag, den 21. April 2017 um 5:17 Uhr

Aufgezeichnet von Tom Kummer.
Es ist kurz vor Mitternacht. Noch fehlt die Orientierung. Es ist meine erste Stunde in Holligen. Ich weiss ungefähr wo mein alte Heimat liegt: Dort, im Osten. Länggasse. Ich kenne die Himmelsrichtung meiner anderen Heimat, die ich kürzlich verlassen habe: Los Angeles. Zwischen den Säulen blinken Lichter, der Westen, alte Landstrasse Richtung Fribourg – dort wo das Pannenlicht eines riesigen Sattelschleppers gespenstisch aufleuchtet. Mehr weiss ich noch nicht.

Ich war noch nie hier: Was für ein bedrohliches, verschlafenes Narbengelände. Über mir trohnt eine Autobahnbrücke, getragen von gewaltigen Betonsäulen. Wie Betonheilige. Wirkt wie ein Kathedrale ohne Religion, ohne Botschaft. Aber das werde ich ändern.

Ich bin an einem gespenstisch leeren S-Bahnhof ausgestiegen, ein Geisterbahnhof, habe sofort eine junge Frau verfolgt, eine erste Spur aufgenommen. Sie war die einzige Passagierin in meinem Abteil, Kopfhörer steckten in ihren Ohren. Schneller Schritt. Furchtlos. Eine Bewohnerin von Holligen? Ich verfolge sie bis vors Haus. Sie merkt es nicht. Ich will als fremdes Wesen agieren. Einer der beobachtet und verfolgt, Böses und Gutes im Kopf jongliert. Sich verliebt. In diesen Unort verliebt – ohne Sentimentalität – sich in Menschen verliebt, Pläne schmiedet.

© Marco Frauchiger

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I Am Not Your Ego

Mirko Schwab am Donnerstag, den 20. April 2017 um 5:55 Uhr

Sondern ein Mensch. Das Kino Rex zeigt den eindringlichen filmischen Essay «I Am Not Your Negro» nach einem unveröffentlichten Manuskript von James Baldwin.

Ich trete aus dem Kino und könnte kotzen. Direkt über die Tastatur kotzen, ergriffene Kotze vielleicht – bleibt Kotze. Eine unübersichtliche Auslege-Unordnung im Ausbruch, ungeniessbar und magensauer. Nun ist verbalisierte Kotze nicht das, womit ich Sie konfrontieren will. Und sie ist nicht das, womit ich meine paar Franken Trinkgeld einstreichen möchte am Ende des Monats. Ich möchte Ihnen von diesem Film erzählen und also wie es dazu kommt, dass ich, ein paar abgelenkte Tage später, immer noch kotzen könnte.

Raoul Peck montiert über den als grosses Projekt angelegten, Manuskript-Strunk gebliebenen und von Samuel L. Jackson würdevoll vorgetragenen Text Baldwins eine Collage schwarzer Unterdrücktheit. Rasant hiesse man den Streifen im Blockbuster-Jargon. Doch die gezeigte «Action», Brand, Geschrei und Schüsse, dienen nicht der Befriedigung von Sehnsüchten des gelangweilten weissen Mannes. Sie ist real. Und das exakte Gegenteil von Weltvalium.

Archivmaterial ist ein gefährliches Wort. Es tut so, als wäre etwas von der Welt verstanden, sortiert und abgelegt worden. Aber archiviert ist halb vergessen. Was dem Regisseur unter der Verwendung dieser Materialien gelingt, ist weniger die Vergegenwärtigung einer historischen gesellschaftlichen Wunde als einer offen blutenden. Die Kamera schwenkt über die Geschichte afroamerikanischer Unterdrücktheit, zeigt den langen Schatten der Sklaverei bis ins Jetzt. Er liegt über den Karikaturen vom Jim Crow, über einem weissen Hollywood und seinen gestiefelten Helden. Er liegt über den Nachbarschaften amerikanischer Kleinstädte und den Ghettos der grossen Metropolen. Und er liegt über den Methoden der Staatsgewalt.

Der Film spricht eine emotive Sprache. Und einen kurzen Moment ist man verleitet, ihm dies vorzuwerfen und Pathos zu unterstellen, wo differenzierte, archivarische Nüchternheit am Platz wäre. Nur ist es einerseits verfehlt, da Baldwins Text eine persönliche Auseinandersetzung mit den Morden an seinen ungleichen Mitstreitern und Freunden Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers leistet. Und nach deren Lebensläufen Peck einen gewichtigen Teil der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung beleuchten kann. Und andererseits stellt sich mir die Frage: Was mehr ist zu wollen vom Zuschauer, als dass er sich emotional verbinden kann? Wo sich die Frage nach Recht und Unrecht längst nicht mehr stellt, sondern nach der empathischen Dringlichkeit. Nach dem Hinschauen oder Ignorieren.

All I can say is …
Ich bin ein weisser kleiner Mann aus einer sandsteingrauen kleinen Stadt, ein Mensch.

In den eindringlichsten Sequenzen des Films brennt nichts, stirbt nichts. Es sind die Aufzeichnungen von Fernsehgesprächen mit James Baldwin. Und in jener berühmt gewordenen Diskussion mit Kenneth Clark trägt er, erregt und rhetorisch glänzend, den eindringlichen Satz vor, als trete er aus eigener Kraft aus dem langen Schatten: «Ich bin nicht dein Neger. Sondern ein Mensch.»

Amerika habe sich zu fragen, warum es den Neger braucht. Wir müssen uns dasselbe fragen. Warum wir den Schwulen brauchen. Warum wir die Hure brauchen. Warum wir die Transe brauchen. Warum wir den Asylanten brauchen. Warum wir den Krüppel brauchen.

Was erzählt uns das über uns selbst?

Wir beschreiben damit keine Menschen und noch weniger interessieren wir uns für sie. Wir überformen letztlich nur unser für Irritationen so empfindliches, karikaturistisches Selbstbild auf andere – und offenbaren unsere eigenen Ängste, die jedem Interesse den Weg verstellen.

Sie finden das einfach? Ich auch. Und gerade deshalb könnte ich darob kotzen weinen. Dass eine Menschheit nicht im Stand ist, einen solchen schlichten, fast kindlichen Gedanken auszuführen und in ihren Handlungen sichtbar zu machen.

«I Am Not Your Negro» wird noch bis zum 26. April gezeigt.

Rosinen: Instant-Stuhl

Roland Fischer am Mittwoch, den 19. April 2017 um 5:26 Uhr

Design muss nicht unbedingt sehr aufwendig sein. Die diesjährigen Preisträger des Berner Design Preises, das Künstlerpaar Ueli + Susi Berger, zeigen das mit einem ungewöhnlichen Exponat in einer Reihe von Möbelstücken, die ihre gut 40jährige Zusammenarbeit Revue passieren lässt. Ein unprätentiöses Drahtgeflecht, das aber doch eindeutig zum Sitzen einlädt. Innerhalb einiger Minuten verfertigt, wie der Saalzettel verrät, aus der Not und einem Missverhältnis heraus, von Gästen und Sitzgelegenheiten an einer Gartenparty.

Die Bestform-Schau der Berner Design Stiftung versammelt darüber hinaus acht junge und arrivierte Berner Designer, die ausgezeichnete Projekte aus den Bereichen Produktdesign, Keramik-, Mode- und Grafikdesign präsentieren. Ein sehr anregendes Sammelsurium, noch bis Ende Monat im grossen Kornhausforum-Saal zu sehen.

Keinzigartiges Lexikon: Folge 16

Gisela Feuz am Dienstag, den 18. April 2017 um 6:50 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Der Trikini
Der Trikini ist ein Damenbadeanzug, der aus Oberteil, Unterteil und einer linken Socke besteht. Heute kann man sich kaum mehr vorstellen, warum man den modischen Dreiteiler nicht früher erfunden hat. Er sieht nicht nur sexy aus, sondern ist auch überaus praktisch: Wer einen Trikini trägt, kann problemlos auf einem Bein über den heißen Sand hüpfen, und Trikini-Fans klagen nie über Sonnenbrand am linken Fuß. Gelegentlich wird die Bezeichnung „Trikini“ kritisiert: Sie suggeriere, dass „Bikini“ die lateinische Vorsilbe „bi“ für „zwei“ enthalte, obwohl der Name auf ein Südsee-Atoll zurückgehe. Mit dem Trikini verhält es sich allerdings ähnlich: Er wurde auf dem südjapanischen Hügel Trikini-Oka erfunden; der Gleichklang mit „Bikini“ ist rein zufällig.


Trikini-Trägerinnen müssen nie fürchten, von einem Einsiedlerkrebs in den linken großen Zeh gezwackt zu werden.

Nächste Woche: Das Dünnicht