Shnit! Cut! Cut!!

Roland Fischer am Donnerstag, den 18. Dezember 2014 um 14:59 Uhr

Was, Shnit? Bitte, das soll schnell jemand aufklären. Das kann doch nicht wahr sein, was man bei der Mannschaft drüben liest.

cut

Man erinnert sich vielleicht noch an die unsägliche behördliche Aktion in Kairo gegen ein Schwulenbad anfangs Dezember - sehr billiges Ablenkungsmanöver, das Land hat nun wirklich andere Probleme. Noch unsäglicher war die Beteiligung eines regierungsnahen Fernsehsenders, der gleich vor Ort war und sich als Pranger nützlich machte. Lassen wir der FAZ das Wort:

Die Bilder waren aufrüttelnd: Zwei Dutzend nackte Männer, die Hände vors Gesicht geschlagen, werden von ägyptischen Polizisten in einen Mannschaftswagen gepfercht. Das war zu Beginn der Woche, als die Beamten die Männer abends aus einem Hamam zerrten und wegen angeblicher Verstöße gegen die Sittengesetze des nordafrikanischen Landes festnahmen. An Ort und Stelle dabei war die Reporterin eines staatsnahen Fernsehsenders, der die Bilder der Gedemütigten unverzüglich auf der Facebook-Seite der Sendung „Al Mestakhabi“ („Die Versteckten“) veröffentlichte.

„Al Mestakhabi ist es gelungen, einen Verschlag dichtmachen zu lassen, in dem Männer Sex miteinander hatten. Sie wurden alle auf frischer Tat ertappt“, brüstete sich die Journalistin Mona Iraqi und sprach vom „größten Sündenpfuhl für Gruppenperversion in Kairo“. Als willige Helferin des Regimes von General Abd al Fattah al Sisi, der in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit und des Krieges gegen bewaffnete Islamisten auf der Sinai-Halbinsel verzweifelt auf der Suche nach Legitimität ist, steigerte Iraqi mit ihrem Filmbericht nicht nur die Einschaltquote - sie unterstützt so auch die Sittenkampagnen der Regierung.

Und nun kommt's: Mona Iraqi ist Chefin (oder «Playground»-Managerin, wie das im Shnitspeak heisst) von Shnit Kairo! Oder war es zumindest bis vor kurzem. Hier die kleinlaute Stellungnahme der Shnit-Leitung:

The festival is exclusively an art event that does not support any political movements. We strongly believe in freedom of lifestyle and of expression and we condemn the violation of human rights in any form. [...] Regarding the events of December 7 in Cairo; out of respect towards all parties involved, we must refrain from commenting in detail until our own investigation, as well as the investigation undertaken by Egyptian authorities, bring forth clear and definite findings. [..] At the moment the collaboration with Mona Iraqi is on hold until the situation is clarified.

Das ist alles, Shnit? Das ist echt alles?

Eine neue Figur für die Kunsthalle

Roland Fischer am Mittwoch, den 17. Dezember 2014 um 0:40 Uhr

Kurzes Kuratorenraten aus aktuellem Anlass - was gehört zum scheidenden, was zum kommenden Chef der Kunsthalle?

«Ich kann allerdings bereits sagen, dass ich den Fokus hauptsächlich auf die aufstrebende junge Generation legen werde, die von den Institutionen noch nicht entdeckt worden ist.»

Die Förderung junger, wenig bekannter Kunstschaffender ist ihr ein wichtiges Anliegen.

Diese Geschichte zeigt, dass Institutionen von den Figuren leben, die sie leiten, und nicht von abstrakten Konzepten.

Daneben möchte sie die Kunsthalle auch durch internationale Kooperationen profilieren.

«Gegenentwurf zum Bild des jungen, professionell-nüchternen und technikaffinen Kurators»

Sie sei weltweit gut vernetzt, überzeuge mit betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten sowie Kenntnissen zur Konzeption und Kuratierung von Ausstellung mit überregionaler Ausstrahlung.

Ok, nicht so schwer, aus erfreulichem Grund. Die Kunsthalle bekommt, nach zwölf Direktoren und fast hundert Jahren, erstmals eine weibliche Leitung. Wenn das mal keine glückliche 13 ist - in diesem Sinn: Willkommen, Valérie Knoll!

Just another Brick

Roland Fischer am Dienstag, den 16. Dezember 2014 um 5:26 Uhr

Es ist ein ziemlich anspruchsvolles Ausstellungsthema, und mit dem Titel kann man zunächst mal rein gar nichts anfangen: Alphabrick. Gut, im Maison d'Ailleurs in Yverdon (sowieso eine Reise wert, die schmucke Stadt am Südwestende des Neuenburgersees) geht es standesgemäss um irgendwie höhere Sphären und andere Dimensionen, das Science-Fiction-Museum hat sich längst von seinen Wurzeln als Jules-Verne-Archiv emanzipiert, es ist gewissermassen aufgebrochen in «den Weltraum, unendliche Weiten».

alpha

In der aktuellen Ausstellung geht es um: den Cthulhu Mythos von H. P. Lovecraft, Star Wars, Lord of the Rings, es geht um Originalzeichnungen, Games und Filmsoundtracks, und es geht um: Lego. Die Austellungsmacher haben das Materialdurcheinander nämlich auf einen sehr cleveren gemeinsamen Nenner gebracht: den Baustein, aus dem man ganz verschiedene Welten bauen kann. Auf diese Weise wird aufgezeigt, welche narrativen Legosteine sich im Laufe der Science-Fiction-Geschichte als besonders praktisch erwiesen haben und in welchen Zusammenhängen sie immer wieder aufgetaucht sind. Dazwischen gibt es überall herrliche überdimensionale Legowelten zu bestaunen - und so das Kind im Mann wiederzuentdecken. Oder aber man geht sehr erwachsen durch die verwinkelten Räume und philosophiert darüber, dass alle diese ganz verschiedenen Welten aus denselben im Grunde doch langweiligen (Lego)steinchen zusammengebastelt sind. Ein Ausflug in andere Welten: eine Stunde nur von Bern und sehr zu empfehlen.

Herein in die gute Stube!

Milena Krstic am Montag, den 15. Dezember 2014 um 17:11 Uhr

Impressionen von Julian Sartorius' Solo-Stubenkonzert gestern Abend in der Künstlerwohnung der Dampfzentrale.

Zatter Stubete_Julian Sartorius

Vor dem Konzert.
«Scho easy, we Dir vor mir hocket, de dämpfts viellech chly di lute Schläg.»
«Uh, i nime vorher gärn no es Bier.» Griff ins Körbchen mit den Ohrstöpseln.

Nach dem Konzert versammelt sich das Publikum um Sartorius' Arrangement aus Klangwerkzeugen. Grosses Werweisen.

«Das si dänk elektronischi Lippestifte. Hihi.»
«Nei, das isch kes Hackbrätt. Das isch e Zither.»
«Ds chönnt no es Harmonium si, woner het ine Goffere inegmechet.»
J. S. klärt auf: «Nei, das isch e Shrutibox. Die hani vo Berlin. I cha dir znächscht Mau eini mitbringe.»
«Julian, si bi dir au Schläg planet?»
J. S.: «Nei, vou nid. I mache scho säuber mit mir öppis ab. Aber i entscheide när spontan, ob und was ig genau spiele.»

«Wie bisch uf die Usdrück cho?» (Julian Sartorius hat sämtliche der 14 Stücke auf dem neuen Album «Zatter» mit vergessenen Wörtern aus dem Berndeutschen benannt).
«Usemne tolle Lexikon. Weisch eigentlech, was es 'Maali' isch?»
«Nei.»
«Es chunnt vo 'Male' u steit für 'Gemälde'.»

Und wofür steht eigentlich «Zatter»? Die Antwort gibts in der morgigen Ausgabe des Bund, inklusive der vollständigen Rezension, versteht sich.

PS. Die Ohrstöpsel blieben übrigens unangetastet. Es war gar nicht so laut.

Für Plattentaufe Nummer 6 und 7 von 7 gibt es noch Tickets. Freitag und Samstag ab 22 Uhr. 

Kulturbeutel 51/14

Christian Zellweger am Montag, den 15. Dezember 2014 um 5:00 Uhr

Herr Zellweger empfiehlt:
Er ist ja eher der König der kleinen Lokale. Und so steigt Sarbach wieder mal auf sein Velo und velölet nach Bern, um am Dienstag im Burgunder aufzuspielen. Am Donnerstag spielen die tropischen Waldromantiker der Silver Firs vor dem Progr für die Klangkartoffel. Und auch am Sonntag ist nichts mit gemütlich: Da steht dann die D.I.Y/No-Wave/Punk-Legende Lydia Lunch im Dachstock auf der Bühne.

Oliver Roth empfiehlt: 
Gehen sie raus aus der Stadt nach Baden ins Royal. Dort wird am Freitag an dem Mini-Festival Berner Platte eine unvollständige Werkschau Bernischen Pop-Musik-Schaffens gezeigt. Mit Labrador City, Silver Firs und Patrick Bishop sind drei nationale und international bekannte Berner Bands eingeladen. Die Reise dürfte sich nicht nur wegen der schönsten Weihnachtsbeleuchtung der Schweiz (Quelle: SRF) für BernerInnen ins fremde Aargauer-Land lohnen.

Die Krstic empfiehlt:
Sie habens nicht so mit der Volksmusik? Dann probieren Sie es mal mit dem Trio Miesch am Rügge. Ich habe die drei Berner an einem heissen Sommerabend in einem schicken Garten in Berns Agglo erleben dürfen und war hin & weg. Die Texte sind auf Mundart, aber wovon gesungen wurde, weiss ich nicht mehr recht, nur noch, dass es lustig war. Am Freitag spielen sie am Fondue-Plausch in der ZAR Bar. Es gibt keine andere  Band, die da besser hingepasst hätte.

Miko Hucko empfiehlt:
first as tragedy, then as farce. Dauert nur 10 Minuten, passt aber ganz hübsch zum Weihnachtsgeschenkeeinkaufgüezibackstress, der jetzt wahrscheinlich auch unsere werte Leser_innenschaft ergreifen wird. Dazu am Mittwoch einen Besuch im Reitschulkino zum Thema Schreinachten.

Fischer empfiehlt:
Ein Film über die Entstehung der Schweiz, aus dem Jahr 1924, gefertigt von einem nach Übersee ausgewanderten St. Galler Bäcker. Klingt ebenso kurios wie spannend, was es heute abend im Lichtspiel zu sehen gibt - mit Livemusik von Christian Henking.

«Ich hasse Kunst»

Milena Krstic am Sonntag, den 14. Dezember 2014 um 16:59 Uhr
I Hate Art. Ian Stevenson, 2012.

I Hate Art. Ian Stevenson, 2012.

Ein Nachtrag: Am Donnerstagabend bin ich per Zufall in die Eröffnung der «Cantonale Berne Jura» gestolpert. In der Stadtgalerie des Progr zeigen neun Ausstellungsinstitutionen (übles Wort) das «aktuelle Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern aus den Kantonen Bern und Jura». Auf der Webseite der Cantonale Berne Jura ist zu lesen: «Zur Teilnahme berechtigt sind alle professionellen Künstlerinnen und Künstler, die entweder im Kanton Bern oder Jura ihren Wohnsitz oder Arbeitsort haben oder einer der beiden Kunstszenen angehören.» Okay, aber ... Reicht es nicht, «nur» Künstler zu sein? Muss man das auch noch professionell machen? Und ab wann ist der/die KünstlerIn professionell? Reicht da ein Diplom der HKB?

Ich gehe an dieser Stelle nicht auf die ausgestellten Werke ein. Nein, hier soll es um den Eröffnungs-Apéro gehen, der so steif as steif can be war. Ich kann gar nicht wiedergeben, welche Gemeinplätze da bemüht wurden, aber Küre hat sich furchtbar aufgeregt, mich am Ärmel gezupft und nach draussen in die Kälte gezogen, damit wir uns dort mit einem Härdöpfusiech, wie er an der Klangkartoffel zubereitet wird, verköstigen konnten. Während Küre in seiner mit Raclette-Käse und Cocktailsauce gefüllten Kartoffel stocherte, sagte er:
«Gell, dann tun sie immer so anti-niederschwellig und geschwollen, als würden sie den heiligen Gral beherbergen in diesen klinisch weissen Räumen und dann reden sie mit einer fruchtbaren Ernsthaftigkeit und machen möglichst viele Verweise auf andere Theorien und Texte und Werke, damit auch ja niemand sagen kann, ein Mensch alleine hätte sich so einen langweiligen Scheiss einfallen lassen können, das wäre dann doch zu komplex für ein Hirn, nicht wahr? Manche Leute müssen einfach rausgeschmissen und manche Häuser besetzt werden und einiges muss aus Ärschern gezogen werden, das wäre schon mal ein grosser Schritt, dann müsste ich vielleicht nicht mehr sagen, ich hasse Kunst.»

Die Cantonale Berne Jura dauert noch bis am 17. Januar 2015.

Wen interessiert das schon? Mich, zum Beispiel.

Roland Fischer am Samstag, den 13. Dezember 2014 um 11:45 Uhr

Ein sozialistischer Schweizer Drucker und Anarchist, 1885 in Bern geboren und 53 Jahre später in seinem ganz persönlichen Utopia im Tessin gestorben, von der Realität längst eingeholt: Nein, sowas taugt wohl kaum zum verlegerischen Selbstläufer, die Geschichte ist nicht wirklich ein Bestseller-Kandidat. Aber andererseits auch nicht vollkommen uninteressant - ein Wagnis also zwischen Neugier und Geschäft. Wäre das nicht überhaupt die Formel für ein kunstvoll gelebtes Leben, sei es nun als Anarchist mit hochfliegenden Ideen vor hundert Jahren, als durchaus nüchterne Verlegerin heute - oder als Tanztheatertruppe in ewig prekären Verhältnissen?

kumpane

Man ist froh, betreiben die Kumpane ihre kunstexistenzielle Nabelschau auf solch übertragene Weise und nicht wie man es derzeit so oft sieht als direkte Selbstbefragung. Man lässt sich die Geschichte von Fritz Jordi gern erzählen, und man merkt auch, dass der Autor Andri Beyeler da einiges an Recherche hineingesteckt hat. Wie die Geschichte nun im kleinen Verlagsbüro auf der Tojo-Bühne so langsam Konturen gewinnt und gleichzeitig immer mehr in ihre Einzelteile zu zerfallen droht - als ebenso schönes wie alptraumhaftes Bild fliegen einmal hunderte Seiten Papier plötzlich ganz zusammenhangslos durch die Luft -, beweist viel Gespür für Theaterintimität. Dabei springt immer wieder der Telefonbeantworter an und registriert all die Störgeräusche aus der Welt da draussen, während sich die Verlegerin immer kompromissloser durch ihre Zweifel tanzt und, als der Druck vor dem Druck fast zu gross wird, das Gestell hinter ihr leise Musik zu machen beginnt.

Wenn die Hexe mit den Magiern …

Milena Krstic am Freitag, den 12. Dezember 2014 um 5:42 Uhr

...  im selben Zaubertrunk-Topf rührt, kann das zu einer psychedelischen Blues-Explosion führen. So gesehen am Mittwochabend im Progr, als Evelinn Trouble ihre zweite Carte Blanche ausspielte und die illustren Gäste Fai Baba (Git, Voc), Great Black Waters (Git, Voc), Julian Sartorius (Drums) und Tobias Preisig (Geige) mitzaubern liess.

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Es war eine Nacht der schief hängenden Gitarren (und Tönen), getränkt in einen tropikalisch anmutenden Blues, quietschenden Violinen und verwegenen Blicken. Der Halleffekt war endlos und die Spielfreude der Band ebenso. Die magischen Momente aber liessen auf sich warten: Was musikalisch anfangs wackelig daherkam, artete erst gegen Ende in einen Jam aus, der so überhaupt nicht mehr in die sauber gefegte Turnhalle passte. Wenn ich wüsste, wie es früher war, würde ich sagen: Es war so wie früher! Schmutzig, verrucht, unaufgeräumt ... Es war ein Konzert, wie es dieser Tage selten zu erleben war, in dieser (neuen?) Welt der Sauberkeit, in der die Synthesizer wohl arrangiert sind, der Drumcomputer keine Ausschweifung zulässt und Ableton Live so supereasy zu Bedienen ist, dass es sich als scheinbar unentbehrlich aufdrängt.

Dabei hat Evelinn Trouble erst kürzlich in eben einer dieser sauberen Produktionen mitgewirkt: Für das neue Album des Rappers Stress hat sie zwei Lieder mitkomponiert und eingesungen, aber soweit ich das gesehen habe, ist nur eines davon erschienen, «Paradis Perdu» nämlich. Der Song ist der Beweis, dass auch eine coole Avantgardistin wie ein Popsternchen klingen kann (keine Ahnung, durch welchen Kompressor die Hitmiller Troubles Stimme gejagt haben).

Item. Der Abend im Progr war eine runde Sache. Aber es ist die verrauchte Spelunke, in die Evelinn und die adretten Mannen so vorzüglich gepasst hätten. Und als nächstes steht ein Konzert von Fai Baba auf dem Programm, denn gerade dieser Song klingt live noch viel charmanter als ab Platte.

Evelinn Troubles dritte und letzte Carte Blanche ist am 7. Januar zu sehen/hören. Die Carte Blanche wird vom Verein bee-flat vergeben. Die Künstler haben so die Möglichkeit, sich musikalisch auszutoben und ihren Konzert-Habitus zu brechen.

your fave is problematic

Miko Hucko am Donnerstag, den 11. Dezember 2014 um 11:28 Uhr

Ein Meme, schon länger bekannt. Ein Thema, immer wieder, egal welches Lied ich höre, welches Buch ich lese oder welchen Film ich schaue: Ich muss kritisch sein. Gerade dem gegenüber, was mir lieb und teuer ist. Denn wenn ich es nicht einmal dort schaffe, wo dann?

Dieses Licht ist wahrscheinlich auch Andy Tobler und Michi Steiner aufgegangen, bevor sie mit der Arbeit an SOME GIRLS begonnen haben, einem kurzweiligen Theaterabend zu den Rolling Stones und «ihren» Frauen. Zwei Frauen stehen dann auch auf der Bühne, spielen verschiedene Rollen, allen vor an aber die Rolle zweier Rolling Stones-Fans (Faninnen? hm.), und zeigen uns die gesammelten Objekte, äh, Frauen der Stones-Geschichte.

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Der doppelte beziehungsweise feministische Boden dieser schweren Schicksale bleibt manchmal etwas auf der Strecke, immer wieder brechen die Schauspielerinnen ihre eigene Kritik, die bei den mitunter schwer sexistischen Liedtexten der alten Herren anfängt. Und als am Ende den beiden von lauter Fragen nur noch eine bleibt: «Spielt es eine Rolle?» - da kann ich nur antworten: Ja. Immer noch.

Some Girls läuft noch Fr / Sa um 20:30, So um 19:00 im Schlachthaus Theater.

Netflix ist da…

Oliver Roth am Donnerstag, den 11. Dezember 2014 um 5:00 Uhr

... und es ist gut. Das soll kein Werbebeitrag sein, aber eine Kurzbesprechung, denn: Serien sind die neuen Filme! Und es ist ja Winter und wir verlassen das Haus nicht mehr. Die Streaming-Plattform ist seit rund zwei Monaten auch in der Schweiz verfügbar und die EidgenossInnen können ab dem Dumpingpreis von CHF 11.90 unbeschränkt audiovisuellen Stuff laden. Das amerikanische Unternehmen, das zunächst als gute alte Videothek funktionierte und DVDs nach Hause verschickte, mausert sich seit 2007 zu einem online-Giganten – die Serie House of Cards wird beispielsweise direkt von Netflix selber produziert. Diese Serie schaue ich unter anderem während meinem ersten gratis Testmonat.

Und es funktioniert überraschend gut. Kaum Ladezeiten, das System merkt sich, bei welcher Folge ich gerade bin und empfiehlt mir andere, ähnliche Serien nach meinem Geschmack. Ich schaue auch Dexter und habe der Nostalgie halber wieder mal Dragon Ball gefeiert. Wer zudem einen Apple TV oder eine Playstation besitzt kann sich Netflix einfach auf diese Geräte installieren – die Einbettung funktioniert extrem flüssig. Abzüge gibt’s für das noch eher überschaubare Angebot auf dem Schweizer Markt (z.B. einige qualitiy series von HBO wie The Wire oder Girls fehlen), plus für die fehlende offline-Funktion. Netflix ist in diesem Punkt strikt und zieht seine Verbundenheit zum Direktstream und dem damit verbundenen Fernseh-Live-Effekt restriktiv durch. Schön sind die sehr einfache und aufgeräumte Handhabung und, dass am Ende jeder Folge einer Serie nach 12 Sekunden direkt die nächste Folge automatisch startet. Der Tod für jeden Serienjunkie!

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