Mit Ach und Krach zum Kasach (V und Schluss)

Dr. Rüdisühli am Donnerstag, den 29. September 2016 um 12:55 Uhr

Das ging aber rassig! Unser Sonderkorrespondent Herr Shearer ass Kartoffelsuppe mit Kurt und ist nach fünfeinhalb Tagen Reise in Astana eingetroffen.

astana_logo_320_3„Liebe Freunde des eurasischen Fussballs, ich melde mich zum letzten Mal aus dem Zug; Juri und Igor sind letzte Nacht in Ufa wieder ausgestiegen, dafür ist ein junger Kerl aus Karaganda neu im Abteil. Als er sein Gepäck unter der Sitzbank versorgen wollte und diese deshalb hochklappte, kam ein grosser Kessel Honig zum Vorschein. Das Schlafwagenpersonal treibt offenbar nebenbei noch etwas Import-Business.

Morgens wurde ich dann auch noch in ihr Abteil zum Tee eingeladen und mit einer Flasche kasachischen Wodkas der Marke Parlament beschenkt. Dafür musste ich zum wiederholten Male über Löhne und Lebenshaltungskosten Auskunft geben. Wussten Sie übrigens, dass der Bruder des einen „Provodnik“ (Schlafwagenbegleiters) Fussballprofi ist und beim Zweitligisten Kairat Almaty die Nummer sieben trägt? Sehen Sie, da war ich auch ein bisschen überrascht. Er zeigte mir dann ein Bild seines Bruders, und ab sofort ist Kairat meine Lieblingsmannschaft in der zweithöchsten kasachischen Liga, weil auch Gelb-Schwarz.

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Etwas später werde ich wieder ins vorderste Abteil gerufen; kaum habe ich mich gesetzt, stellt man mir schon eine Schüssel Suppe auf den Tisch. Auch mein kasachischer Abteilgenosse isst mit. Die Begleiter haben in ihrem Abteil eine Kochplatte, und heute haben Sie eben Suppe gekocht, mit Kartoffeln, Nüdelchen – und Kurt! Kurt ist eine Art Frischkäse aus Stutenmilch, er gibt dem ganzen einen angenehm säuerlichen Geschmack. Und Dill darf natürlich auch nicht fehlen, viel Dill schwimmt da in der weissen Brühe. Es schmeckt lecker und macht satt. Ich werde mich für die grosszügige Gastfreundschaft mit einem Kilo Schoggi und YB-Feuerzeugen zu revanchieren versuchen.

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Was macht eigentlich …

Rrr am Donnerstag, den 29. September 2016 um 6:10 Uhr

… Hanspeter Latour?

7382a826-c2b2-4838-92be-cf46e4c6267fDer Berner Oberländer, der als YB-Goalie und Thun-Trainer für Furore sorgte und es bis in die Bundesliga brachte, hat mit Fussball nichts mehr am Hut. Das hat er neulich dem TV-Sender Telebärn erzählt.

Stattdessen fotografiert er jetzt Vögel und Insekten in der Bergwelt. Die schönsten Bilder finden sich im Buch “Das isch doch e Schwalbe!” Das Werk ist mit allerlei Anekdoten garniert, wo es vereinzelt auch um Fussball geht.

Aber eben, eigentlich ist Latour weit weg vom runden Leder. Das machte er im Interview mit Telebärn deutlich. Wir haben für Sie die wichtigsten Szenen zusammengeschnitten.

Und als wir fertig waren und das alles so anhörten, kam uns in den Sinn, an wen uns Herr Latour erinnert: Aber klar doch, an die Geholten Stühle und ihre legendäre Nummer “Dr Bauzli udr Bänzli Im Chäferarium”.

 

Hanspeter Latour: Das isch doch e Schwalbe! 47 Texte und 450 Bilder. 328 Seiten. Gebunden, Hardcover. Werd&Weber Verlag. ISBN 978-3-03818-120-0

Mit Ach und Krach zum Kasach (IV)

Dr. Rüdisühli am Mittwoch, den 28. September 2016 um 16:00 Uhr

Herr Shearer trifft auf seiner Fahrt zum Europa League-Kracher auf einige Fussballexperten.

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„Unsere Schlafwagenbegleiter sind alles Kasachen aus Karaganda (der Endstation des Zuges). Dort spielt zwar Schachtjor Karaganda, aber das Herz des 33-jährigen Provodnik Anton schlägt für Real Madrid. Das Niveau des einheimischen Fussballs sei einfach zu schlecht, und überhaupt, Boxen interessiere ihn deutlich mehr, denn das sei der eigentliche Nationalsport in Kasachstan.

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Da ich immer noch alleine im Abteil bin, wage ich das Experiment und kaufe mittags bei einem längeren Zwischenhalt in Sisran nicht nur leckere Piroggen ein, sondern auch gleich noch eine grosse geräucherte Forelle, welche ein Fischer dort feilbietet. Zum Fischen braucht man in Russland offenbar kein Patent, weshalb viele ältere Menschen so die karge Rente aufzubessern versuchen, das ist mir schon bei früheren Besuchen aufgefallen. Der Verzehr der Forelle mithilfe des guten alten Schweizer Armee-Sackmessers endet in einem Massaker, allerdings in einem von der leckeren Sorte, muss man sagen.

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astana_logo_320_3Die Fahrt führte weiter durch endlose Birkenwälder, in denen gerade der „Indian Summer“ ausgebrochen ist. Sie wissen ja: viele Pensionäre fliegen, um den zu sehen, zum Klassenfeind nach Amerika. Dann überquerte der Zug den gewaltigen Strom der Wolga auf einer ebenso gewaltigen Brücke, um wenig später Samara zu erreichen. Dort sind dann auch noch Igor und Juri in mein Abteil zugestiegen. Beide sind Eisenbahner und auf Dienstreise zurück in ihre Heimat Ufa. Es folgt die übliche Befragung über Zivilstand, Lebenshaltungskosten, Beschäftigungsmöglichkeiten und Verkehrsbussen in der Schweiz. Danach interessiert sich Juri wieder für deutsche Musik aus dem Hause Bohlen, Igor erweist sich als wahrer Fussballexperte und erinnert sich, dass GC einmal Ajax mit 1:0 geschlagen habe. Allerdings muss ich ihn zurechtweisen, dass Kerschakov nicht bei Sion, sondern beim FCZ spielte, aber man muss auch mal drei gerade sein lassen, finde ich. Daheim geht er nicht zum Fussball; Spartak Ufa mag er nicht beim Kicken zuschauen, wie er sowieso keine Spiele der russischen Liga schaut, weder im Stadion noch am Fernsehen – das Niveau sei einfach viel zu schlecht. Also hat auch er sich den grossen internationalen Ligen zugewendet. Nicht einmal mehr die Spiele der „Sbornaja“, der russischen Nationalmannschaft, tut er sich mehr an. „Die spielen nur gut, solange man ihnen Geld gibt“.

So, viel mehr gibt es gerade nicht zu erzählen. Die grosse PET-Flasche Bier ist inzwischen auch leer und ich beziehe meinen Schlafplatz. Meine beiden Abteilgenossen haben ihr Ziel derweil bereits heute Nacht kurz vor zwei Uhr erreicht. Poka!”

George Best

Lars Sohn am Mittwoch, den 28. September 2016 um 13:36 Uhr

Der schöne George war in den Sechzigern eine echte Nummer, nicht nur bei Manchester United.

Der Nordire kann als erster Popstar des englischen Fussballs bezeichnet werden. Zudem war Best ein lebensfroher Spieler und Mensch. Über die legendäre Nummer 7 wurden massenweise Geschichten herumgereicht. Wahr sind noch einige mehr. Diesen Teil überlassen wir gerne den Regenbögen und führen uns statt dessen dieses Leserfragen-Interview von VierVierZwo zu Gemüte.

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Exzellent, Herr Schwiegersohn T. Müller, das haben Sie prima gemacht! Sie werden in Kürze darüber informiert, wie Sie zu Ihren Tickets kommen. Dasselbe gilt für Herrn Power, dessen Ostschweizerintegration in Bern unterstützt werden soll. Alle anderen widmen sich jetzt bitte gleich wieder Ihrem Broterwerb.

Kaufen Sie neue Schuhe!

Lars Sohn am Mittwoch, den 28. September 2016 um 13:30 Uhr

Und zwar nicht online, sondern in einem richtigen Laden.

Einen Laden mit Schuhen (klar), aber auch mit charmanter und kompetenter Bedienung. Sie gehen dort also rein, mit nichts im Gepäck als einer groben Ahnung über das Modell Ihrer Wahl. Sie kennen weder Ihre Schuhgrösse noch eine allfällige Fehlbelastung, die Sie sich über die Jahre angeeignet haben. Das überlassen Sie alles der Bedienung. Deren geübtes Auge erkennt das alles sofort. Die Grösse und die zu Ihrem Typ passende Farbe? Ha, fürs Personal ein Klacks!

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Sind Sie noch da? Gut. Und nein, Sie brauchen jetzt nicht über Ihren letzten Schuhkauf zu plaudern. Der Name des Mannes hinter dem Fragezeichen genügt füglich.

Attraktive Affiche

Briger am Mittwoch, den 28. September 2016 um 12:00 Uhr

Tickets? Wer braucht Tickets?

Bei der heutigen Frage der Woche verlosen wir in Zusammenarbeit mit dem löblichen Passenger TV zwei Mal zwei Tickets für die attraktive Affiche BSC Young Boys-FC St. Gallen am frühen Sonntagnachmittag.

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Stärken Sie sich nun mit einem reichhaltigen Mahl und seien Sie pünktlich um 13:30 Uhr wieder vor Ihrem Bildschirm. Achtung, da es heute 2×2 Tickets zu gewinnen gibt, jetzt bereits die erste Gewinnchance! Nennen Sie bis 13:30 Uhr den Grund, warum gerade Sie zwei der Tickets verdient haben. Die unbestechliche Jury wird bei der Auflösung der Frage der Woche den Sieger dieses Trostpreises nennen.

Ausländer rein!

Harvest am Mittwoch, den 28. September 2016 um 6:00 Uhr

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerWieso dümpelt Ihr Lieblingsclub fortwährend im Ligamittelfeld oder gar den Niederungen des Tabellenendes umher? Sicher wollen Sie etwas dagegen unternehmen. Neben einem vernünftigen Vereinsvorstand und einigermassen stabilen Strukturen gibt es vor allem eine Massnahme, das Ihren Club aus der Misere rausholen könnte.

Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht eine grosse Menge an demographischen Daten, da ist es oftmals schwer, die wirklich wichtigen und vor allem aussagekräftigen herauszufiltern. Wenn man sich die Mühe aber macht, können bahnbrechende Erkenntnisse daraus gewonnen werden. Wir wenden uns heute einer Minderheit zu, den Inländern ohne Schweizer Pass (also alle, die sich weder “Schweizer” noch “Eidgenossen” nennen können). Dabei wird deutlich, dass ein hoher Ausländeranteil in der städtischen Bevölkerung zu einem erfolgreichen Club führt.

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Der Ausreisser YB profitiert von oben genannten Strukturen, die den tiefen Ausländeranteil grösstenteils wettmachen.

Doch wieso ist das so?
Der Grund ist so einfach wie offensichtlich. Ausländer spielen besser Fussball! Das glauben Sie nicht? Seit es europäische Wettbewerbe gibt, haben diese immer ausländische Club gewonnen, die Schweizer haben es noch nicht mal je ins Finale geschafft. Die Sieger von Welt- und Europameisterschaften? Alles Ausländer!

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, setzen Sie sich für die Aufnahme von Ausländern in Ihrer Stadt ein. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.

Zwanglose Zweitkarriere

Herr Maldini am Dienstag, den 27. September 2016 um 15:59 Uhr

Der Ersatzgoalie kommt zu Einsätzen im Cup – und spielt nun auch auf ungewohnten Bühnen.

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Mit Ach und Krach zum Kasach (III)

Dr. Rüdisühli am Dienstag, den 27. September 2016 um 13:08 Uhr

Der rasende Sonderreporter hat auf seinem Weg nach Astana Moskau im Sturm erobert und auch schon wieder hinter sich gelassen.

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“Wenn Sie denken, dass bei einer Reise mit der staatlichen russischen Eisenbahn Verspätungen an der Tagesordnung sind, dann irren Sie sich: Unser Zug aus Paris traf am Montag Morgen einige Minuten zu früh in Moskau ein. Der YB-Schal wollte daraufhin unbedingt den roten Platz sehen, also hab ich ihm die Freude gemacht.

OBIeneNatürlich gibt es auch hier viele YB-Fans, ich musste nach der Fotosession auf dem Roten Platz noch lange für Selfies posieren und Autogramme geben. Weniger erfreulich ist, dass die Maskottchenpolizei eine üble Fälschung eines OBI-Bibers entdeckt hat. Das Subjekt wurde umgehend aus dem Verkehr gezogen, die Täter konnten aber nicht gestellt werden. Ich habe den Fall dann dem russischen Geheimdienst übergeben. Gnade Gott dem Bürschchen, der dafür verantwortlich ist!

Jetzt aber noch richtiger Fussball! Nun gut, zweitklassiger russischer Fussball halt. Der Tabellenzweite Dynamo Moskau traf auf Sibir Novosibirsk. Weil Dynamos Stadion derzeit gerade WM-tauglich gemacht wird, finden die Heimspiele im Chimki-Stadion an der Stadtgrenze statt. Dieses habe ich aufgrund einiger Orientierungsschwierigkeiten erst haargenau zum Anpfiff erreicht – der Verkehr aus der Stadt ist eine zähflüssige Sache.

Die Eingangskontrolle sind absolut auf Flughafen-Niveau, die Kollegen schauen sich alles an, und zwar haargenau. Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen, ich durfte die Chimki-Arena nach 70 Minuten verlassen. Stellen Sie sich einfach irgend ein Nati B-Spiel auf tiefem Niveau vor. Etwa so. Als ich ging, stand es 1:0, so endete es auch. Gerade einmal 2’655 Zuschauerinnnen und Zuschauer verirrten sich an den Match, für 500 Rubel (keine zehn Franken) gab es einen Platz auf der Haupttribüne in einem quasi klassisch englischen Stadion mit einer Tribüne an jeder Seite. Der heimische Fanblock stellt sich hinter das eine Tor, die handgezählten acht Fans von Sibir stellten sich auf der Haupttribüne unten hin und feuerten ihre Mannschaft aus dem tiefen Osten an. Verpflegung gibt es natürlich auch: Alkohol wird nicht verkauft, allerlei Mineralwasser sind aber zu tiefen Preisen im Angebot. Ich habe mir eine Büchse Kvas für 120 Rubel gegönnt – man mag Kvas oder man mag ihn nicht, muss man dazu sagen. Wer eine Wurst will, kriegt die nur kalt in einer Pirogge, der grosse Hit sind sowieso die gekochten Maiskolben.

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So, wenn Sie das lesen, bin ich schon wieder gute 13 Stunden im Zug. Der Schnellzug Nummer 84 von Moskau nach Karagandy hat wieder die schönen alten Wagen aus DDR-Produktion, mit massig Stauraum und vor allem einem Heisswassertank. Wenn das Datennetz es zulässt, zeige ich Ihnen das gerne im nächsten Beitrag. Bis bald!”

Schlappe Lappen

Harvest am Dienstag, den 27. September 2016 um 6:00 Uhr

Sie glauben YB hat Verletzungspech? Dann kennen Sie den FC Santa Claus AC noch nicht.

fc_santa_clausDer FC Santa Claus spielt in der dritten Liga Finnlands (Kakkonen) und musste am Wochenende gegen Kajaani antreten. Mit Müh und Not konnten sie für dieses Spiel elf Spieler zusammenkratzen. Kein Problem also, bekanntlich braucht es für ein Fussballspiel genau diese Anzahl. Etwas unglücklich allerdings, wenn sich darunter gleich drei Torhüter befinden. Ins Tor durfte schliesslich nur einer, zwei mussten sich als Feldspieler versuchen, dies mit mässigem Erfolg.
Den Weihnachtsmännern hätten wohl auch hundert Torhüter nicht helfen können, sie verloren das Spiel mit 16-0. Dies ist nicht nur die höchste Liganiederlage aller Zeiten sondern auch das Ligaspiel mit den meisten Toren.

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass der Club aus Lappland nicht sonderlich erfolgreich spielt. Mit acht Punkten aus 21 Spielen und einem um 76 Tore negativen Torverhältnis halten sie sich aber beharrlich auf dem zweitletzten Platz. Noch schlechter ist nämlich Virkiä mit nur sieben Punkten und einem Torverhältnis von 22-107.

Mit Ach und Krach zum Kasach (II)

Dr. Rüdisühli am Montag, den 26. September 2016 um 13:00 Uhr

Der YB-Express rollt weiter in Richtung Astana. Der RL-Sonderkorrespondent Herr Shearer nähert sich Moskau.

astana_logo_320_3“Guten Tag, liebe Zurückgebliebene! Wenn Sie jetzt brandheisse News von Unterwegs erwarten, dann muss ich Sie leider enttäuschen. So eine Solo-Fanreise ist ein eher unspektakuläres Unterfangen. Überraschenderweise bin ich offenbar tatsächlich der einzige, der den Zug genommen hat. Oder habe ich etwas verpasst und es hätte einen Extrazug gegeben? Na ja, anyway, das nützt mir jetzt auch nichts mehr. In Polen fährt man lange durch den Wald, dann wieder über Land, dann wieder durch den Wald und zum Schluss wieder über Land. Irgendwo zwischendrin liegen noch ein paar Dörfer und Städte.

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Der Nachtzug von Paris nach Moskau, welchen ich in Karlsruhe bestiegen habe, ist sehr modern – eigentlich schon fast zu modern für einen russischen Nachtzug. Der Speisewagen ist polnischer Provenienz, in seinem Innern haben immer noch die Achtziger Jahre das Sagen. Und jetzt das beste: der Kellner in diesem Speisewagen ist eindeutig Zlatan Ibrahimovics Bruder! Man könnte jetzt sagen, dass Zlatans Bruder sicher nicht Russe ist, aber Sie können mir glauben! Schade, dass der nette Kellner nicht für ein Beweisfoto posieren wollte, sonst wäre es auch Ihnen ins Auge gestochen.

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An der Grenze zu Weissrussland dann allerdings erste Kalamitäten: ich wurde vom Grenzpersonal Lukaschenkos zum Übersetzen aufgeboten. Ein Franzose aserbeidschanischer Abstammung hatte zwar eine Aufenthaltsbewilligung in Minsk, aber irgendwie den falschen Passierschein. Das er per Taxi auf die polnische Seite zurück musste, um die Sache mit den Behörden zu regeln und seine Reise erst montags fortsetzen kann, hat mir nur solange leid getan, bis ich mich erinnerte, dass wir vom BSC Young Boys mit Frankreich und Aserbeischan vom letzten Jahr her noch eine Rechnung offen haben. Nein, da konnte ich wirklich nicht helfen.

Natürlich war die Stimmung nach dem Unentschieden im ganzen Zug etwas gedämpft, ein Aufsteller waren dann dafür die von einer “Babuschka” auf dem Perron in Brest erstandenen “Blinitschky”, mit Äpfeln oder Quark gefüllte Omeletten.

So, wenn Sie diese Zeilen lesen, müsste ich eigentlich Moskau erreicht haben. Drücken Sie mir nun die Daumen, dass ich nicht irgendwelchen Organdieben anheim falle und deswegen die Weiterreise verpasse. Sie wissen ja: der Zug nach Astana verlässt Moskau heute Nacht pünktlich um 22:48. Wieso diese Tasse da oben übrigens der Beweis dafür ist, dass die russische Regierung in jüdischer Hand ist, das erzähle ich Ihnen vielleicht ein anderes Mal. Do Svidanje!”

Surprise vor dem Bundeshaus

Herr Maldini am Montag, den 26. September 2016 um 6:00 Uhr

Gestern fanden auf dem Bundesplatz die Schweizermeisterschaften im Strassenfussball statt.

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“16 Teams mit unterschiedlichem Hintergrund spielen in der Surprise Strassenfussball Liga um Turniersiege, Schweizer Meisterschaft und die Teilnahme am Homeless World Cup. Neben der Organisation der Meisterschaft und des Nationalteams unterstützt Surprise soziale Institutionen mit Ausbildungskursen beim Aufbau von professionellen Trainings und gibt auch ehemaligen Spielern die Möglichkeit als Schiedsrichter oder Coach-Assistenten weiterhin dabei zu sein!”, schreibt Strassensport.ch.

Die Gewinner sind dem Runden Leder leider nicht bekannt, da es rechzeitig vor dem Spiel All Stars vs. Surprise mit Leonardo Nigro und dem FC Nationalrat das Weite suchte.

Nachtrag: Schweizermeister 2016 in der Gassenliga (Kategorie C) sind die die Dragons!

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