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Züritipp · Das Magazin ·

Claudatio

Herr Noz am Mittwoch, den 1. Oktober 2014 um 9:00 Uhr

RL-RezensionenHallo und herzlich willkommen beim beliebten Rundes-Leder-Rezensionsdienst.

Ich musste kurz weg. Aber nun bringe ich frohe Kunde(n): Soeben ist nämlich ein Buch von Pascal Claude erschienen.

VIELE_GRUESSE_AUS_DEM_STADION_coverHerr Claude dürfte älteren Leserinnen und Lesern u.a. noch von diesem kurzweiligen Artikel her bekannt sein. Alles, was damals dort behauptet wurde, gilt im Prinzip noch immer, deshalb können wir es kurz machen: Kaufen Sie auch dieses neue brillante Druckerzeugnis aus dem Hause WOZ. Hier schreibt einer, der es ernst und gut meint mit den vom Fussball Besessenen und den Vereinsfarben Ausgelieferten – also mit uns.

Wenn Sie «Bärtschi & Burren» gern hatten (also vor allem Bärtschi), wenn Sie also magistrale Miszellen, ausgezeichnete Analysen und geistreiche Gedanken voll luzider Lakonie mögen, dann werden Sie das neue Buch von Pascal Claude lieben. (Einen kurzen Vorgeschmack erhalten Sie hier.)

Vernissage mit Lesung von Pascal Claude heute Mittwoch, 1. Oktober, 19:30 Uhr (Türöffnung 18:30), im Helsinki, Geroldstrasse 35, Zürich.


Pascal Claude: Viele Grüsse aus dem Stadion. Neues aus den Randgebieten des Fussballs. Verlag WOZ, Zürich 2014. 118 Seiten. CHF 25.–

Wegweisendes Votum

Rrr am Mittwoch, den 1. Oktober 2014 um 5:07 Uhr

Katalonien will unabhängig werden. Herr Rrr informiert.

Der Real-Madrid-Beauftragte verfolgt die Kontroverse um die Unabhängigkeitsabstimmung in Katalonien vom 9. November mit wachem Interesse.

"Grundsätzlich begrüsse ich es, wenn jeder Landesteil überall in der Welt frei entscheiden kann, zu wem er sich zugehörig fühlt", sagt Herr Rrr. "Das habe ich schon beim Laufental und beim Jura so gehalten, ich habe es den Schotten gesagt und wiederhole es gerne im Fall Kataloniens."

Dass der Primera Division dadurch ein interessanter Mitbewerber verloren gehen könnte, sei grundsätzlich bedauerlich. Aber letztlich müsse Katalonien selber wissen, ob die Loslösung von Spanien auch für den FC Barcelona das Richtige sei. "Sicher ist es für Barca auch reizvoll, Serienmeister in der katalanischen Meisterschaft zu werden. Und sobald der UEFA-Koeffizient stimmt, kann Katalonien dann auch einen Bewerber in den Europacup entsenden. Clasicos sind also in der Champions League bereits in 10 bis 15 Jahren wieder denkbar."

Möglich wäre auch, ein Gnadengesuch an den spanischen Verband zu stellen und so die Reintegration von Barca in den Spielbetrieb zu ermöglichen. "Auch Vereine aus Andorra dürfen ja in den Bewerben des spanischen Verbandes mitspielen", gibt Herr Rrr zu bedenken.

Noch vor einem allfälligen - zurzeit juristisch blockierten - Urnengang kommt es zum nächsten Clasico, am Samstag 25. Oktober um 18.00 Uhr in der spanischen Hauptstadt.

Regionalfussball (7)

briger am Dienstag, den 30. September 2014 um 22:00 Uhr

Heute: 3931 Lalden

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Matchmobiliar unter dem Hammer

Rrr am Dienstag, den 30. September 2014 um 17:40 Uhr

WALLISER BREAKING NEWS: der nächste Sion-Trainer heisst Admir Smaijc.

Sie suchen eine neue Innendekoration für Ihr Wohnzimmer? Wir haben da etwas für Sie.

Die BBC versteigert das komplette Mobiliar des Studios, in dem von 2007 bis 2011 der "Match of the Day" moderiert wurde.

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Auf der weissen Polstergruppe sassen Fussball-Legenden wie Gary Lineker und Alan Shearer. Auch das dreistufige Rund-Podest und der exzentrische Plexiglas-Hintergrund könnte bald Ihnen gehören. Die BBC geht von einem Maximalpreis von 10'000 Pfund aus und bietet das Mobiliar demnächst zusammen mit anderen Restposten aus einer stillgelegten Londoner Produktionshalle auf der Online-Auktionsplattform Peaker Pattinson an.

Ah genau, fast hätten wirs vergessen: Ihr Wohnzimmer sollte gut 22 Meter breit sein.

Verwirrende Verhältnisse

Rrr am Dienstag, den 30. September 2014 um 12:02 Uhr

Cheik Tioté hat drei Frauen und jede Menge Ärger.

cheikDer Ivorer steht bei Newcastle United unter Vertrag, einem akut abstiegsgefährdeten Verein der englischen Premier League.

Tioté hat eine Ehefrau namens Madah (Bild 1) und zwei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in einer 2-Millionen-Villa in Newcastle.

Das ist natürlich alles ein bisschen langweilig, deshalb hat sich der Mittelfeldspieler vor drei Jahren eine Geliebte zugelegt, Nikki (Bild 2). Als er diese schwängerte, versprach er sie ebenfalls zu heiraten. Ungewöhnlich ist das nicht, denn in Tiotés Heimat ist Polygamie weit verbreitet.

In der Tat trat Tioté neulich in seiner Heimat wieder vor den Traualtar. Die Braut Nummer 2 heisst allerdings nicht Nikki, sondern Doukrou (Bild 3).

Das wiederum erzürnte Nikki (Bild 2), die sich zur Nummer 3 degradiert fühlte und schnurstracks zu Madah (Bild 1) lief, um sich gegen "dieses Schwein" (Bild 1) zu verbünden, wie die Fachpresse berichtet.

Dumm nur: Madah hat ihrem Mann schon verziehen. Ich frage mich gerade, ob Sie der Erzählung eigentlich noch folgen können. Egal, jedenfalls ist Nikki so sauer, dass sie ernsthaft erwägt, Tioté aus der Wohnung zu schmeissen. Der lebt nämlich nicht nur mit Madah, sondern zwei Strassenecken weiter eben auch mit Nikki. Wo sich Doukrou aufhält, entzieht sich unser Kenntnis.

Scheichwerbung in Paris

Rrr am Dienstag, den 30. September 2014 um 10:00 Uhr

Endlich wieder Fussball.

Los gehts heute um 18 Uhr mit dem Geisterspiel ZSKA-Bayern. Ob Seydou Doumbia mitspielt, ist ungewiss - der Ivorer nutzte am Samstag einen 25-minütigen Kurzeinsatz in der Meisterschaft zwar zu zwei Toren, bekam aber einen Schlag ab und ist daher nicht ganz fit.

Im Abendprogramm spielt Katar gegen Katar.

cham

Morgen spielt Basel gegen Liverpool. Gut, dass unser Redaktor Herr Baresi im Stadion ist - dann können wir auf der Redaktion in Ruhe Ludogorets Rasgrad gucken. Im Free-TV gäbe es morgen auch Anderlecht-Dortmund.

Gelbschwarz sieht gelbrot

briger am Dienstag, den 30. September 2014 um 6:00 Uhr

Sie denken eine gelbrote Karte innerhalb von knapp 60 Sekunden sei schnell? Sie kennen Sylvano Comvalius nicht.

Der Niederländer erzielte nämlich am Wochenende im Derby gegen den Chemnitzer FC in der 85. Minute für Dynamo Dresden das entscheidende 1:0. Danach leistete er sich eine Dummheit, welche der Reporter des MDR aber irgendwie nicht mitbekam. Film ab:

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus handelte regelkonform und ahndete die beiden Jubelvergehen korrekterweise jeweils mit einer gelben Karte, Comvalius' Arbeitstag war vorzeitig beendet.

Sopratutto Sei Sulla Seibi (10)

Baresi am Montag, den 29. September 2014 um 19:06 Uhr

baresiseiseibi

«Im Verzicht liegt der wahre Genuss. Das zeigt auch der Publikumsaufmarsch in der 10. Runde der Super League in Basel: 26854 Besucher geteilt durch die 51. Minute plus 15 Minuten Pause geteilt durch die 90. Minute sagen alles über den Grund des Samstagabendvergnügens: 6. Der Seibi füllt sich gefühlt bereits jetzt mit ersten Fans.»

Rundes Leder Browserdienst 39/14

Herr Shearer am Montag, den 29. September 2014 um 13:00 Uhr

Alles, was von der vergangenen Woche noch übrigbleibt, finden Sie hier in Linkform.

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Rundes Leder BrowserdienstWer ist arm und hat kein Geld keine Rasenheizung? FC Aarau, Brügglifeld!

Rundes Leder BrowserdienstKeine Woche vergeht mehr ohne diffemierenden Artikel gegen Josef S. Blatter.

Rundes Leder BrowserdienstSie haben am Mittwoch noch nichts los? Gehen Sie nach Zürich!

Rundes Leder BrowserdienstJedes Stadion hat einen Namen. Manche einen etwas weniger gelungenen als andere.

Rundes Leder BrowserdienstSo klingt ein Tunnel.

Rundes Leder BrowserdienstHolländer sind zumeist unkomplizierte Menschen. Die Meisten jedenfalls.

Rundes Leder BrowserdienstZum Schluss wie immer: ein Lied für Ronaldinho.

Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung.

 

Godi-Dienst-Arena Wankdorf

Dr. Rüdisühli am Montag, den 29. September 2014 um 10:00 Uhr

Keine SFV-Spiele mehr in Bern! Jetzt kommt die Retourkutsche.

stadededienstWie ein Vertreter des Runden Leders am gestrigen Match aus gewohnt vertrauenswürdiger Quelle erfahren konnte, plant die "Stade de Suisse AG" eine Umbenennung ihres Stadions. Hintergrund dafür ist der Entscheid des Schweizerischen Fussball-Verbandes (SFV), keine internationalen Spiele und keinen Cupfinal mehr im Wankdorf durchzuführen. Wie unsere Quelle meinte, mache der alte Name nun so viel Sinn "wie eine Podiumsdiskussion mit H.J. Käser".

Unsere Quelle liess nach dem sechsten Matchbier auch den neuen Namen des Wankdorfs durchsickern. Das Stadion wird neu nach dem einzigen Schweizer benannt, der die Ehre hatte, sowohl bei einem WM- als auch bei einem EM-Final über die ganze Spieldauer auf dem Platz zu sein. Die Benennung nach dem verdienten FIFA-Schiedsrichter Gottfried "Godi" Dienst soll gleichzeitig die Verbundenheit des Spielorts "Wankdorf" zum deutschen Fussball unterstreichen.

Nähere Details zur Umbennennung, inkl. Präsentation des Stadionslogos, sind an einer der regulären Pressekonferenzen der "Stade de Suisse AG" zu erwarten. Wir rechnen damit dass die Betreiber gleichzeitig ihre strategische Partnerschaft mit den Betreibern das "Tofiq Bəhramov adına Respublika Stadionu" (ebenfalls ein ehemaliges Nationalstadion) verkünden werden.

Die Redaktion des Runden Leders begrüsst diesen Entscheid mit 4:2 Stimmen bei 1966 Enthaltungen.

Harrys Held

Rrr am Montag, den 29. September 2014 um 5:57 Uhr

BREAKING NEWS: Rundes Leder exklusiv: Berner Stadionbetreiber reagieren auf SFV-Boykott - mehr um 10.00 Uhr

Der siebenjährige Harry Jacobs hat einen neuen Freund.

123Jonjo Shelvey schoss einst für Liverpool drei Tore in zwei Spielen gegen YB. Mittlerweile ist er bei Swansea unter Vertrag.

Dort erreichte ihn der Brief des kleinen Harry, der an Alopecia universalis leidet, einer heimtückischen Form des vollständigen Haarausfalls.

"Hallo Jonjo", schrieb der Bub. "Ich heisse Harry und habe Alopecia, genau wie Du. Magst Du es? Ich finde, es hat zwar Vorteile. Zum Beispiel muss man nicht zum Coiffeur. Aber eigentlich mag ich es überhaupt nicht." Er werde in der Schule oft gehänselt. "Bitte komm mich mal besuchen, dann kann ich Dir meine Freunde vorstellen."

111Shelvey lud Harry und dessen Eltern ans Spiel gegen Southampton (0:1) ein, übernahm die Hotelkosten und verschaffte der Familie einen Ehrenplatz auf der Tribüne. Harry schenkte er ein Swansea-Trikot mit dem Namen des Buben. Zusammen liefen die beiden ins Stadion, und in der Pause durfte der Bub den Fans seine Fussballkünste zeigen.

"Ich weiss wie es ist, mit dieser Krankheit aufzuwachsen", sagte Shelvey hinterher. "Das ist nicht einfach als Kind. Deshalb habe ich mich gefreut, Harry dieses Erlebnis zu bescheren. Das Schönste für mich war, sein Gesicht zu sehen, als wir auf den Platz gelaufen sind."

Stapi unter Strom

Rrr am Sonntag, den 28. September 2014 um 21:34 Uhr

Berner sind langsam? Der Stadtpräsident ist schnell. Verdammt schnell.

tschAlexander Tschäppät war heute im Wankdorf und bejubelte im Sektor A Hoaraus Siegestor für YB, das punkt 15.27 Uhr fiel.

13 Minuten später, um 15.40 Uhr, wurde Tschäppät bereits an seinem Amtssitz im Erlacherhof gesichtet. Dort kommentierte er vor Journalisten das Nein zum Tram Region Bern.

Wie ist das möglich? Er habe das Wankdorf nach dem 2:1 verlassen und sei in die Altstadt geeilt, sagte Tschäppät auf Anfrage des Runden Leders.

Das ist eine respektable Leistung. Zieht man 4 Minuten für den Weg von der Tribüne zum Velostand und zum Abschliessen des Velos vor dem Erlacherhof ab, bleiben 9 Minuten für die 3,2 Kilometer lange Strecke. Tschäppät war demnach mit 21,3 Stundenkilometern unterwegs - beziehungsweise noch etwas schneller, denn den einen oder anderen Stopp konnte der Stadtpräsident wohl nicht vermeiden.

Am Rand erwähnt: Tschäppät hat ein Elektrovelo. Nach Recherchen dieses Fachforums handelt es sich um ein Erzeugnis der Firma Stromer, an der YB-Besitzer Andy Rihs mitbeteiligt ist.