Regionalfussball – Illyrische Impressionen

Briger am Mittwoch, den 21. April 2021 um 13:00 Uhr

BREAKING NEWS: YB-Captain Lustenberger fällt lange aus – Neu wieder 100 Zuschauer im Wankdorf

Heute: 8001 Burrel

Unsere berühmte Regionalfussballserie erwacht aus dem Winterschlaf und widmet sich in den kommenden Ausgaben einem Land in Südosteuropa: Albanien. Heute nimmt Sie ein A++++++-Leser mit zum Klubi i Futbollit Burreli. Der Zweitligist gewann die diesjährige Gruppe A der zweithöchsten albanischen Liga, liegt aber nach zwei Runden der Aufstiegsplayoffs nur auf Rang 2. Noch bleiben dem Club aus der 10’000 Einwohner-Stadt nördlich von Tirana noch vier Runden, um an Dinamo Tirana vorbeizuziehen. Möglich wäre auch der Aufstieg in einem Playoff-Spiel gegen den Zweiten der Aufstiegsplayoff-Gruppe B. Aber Sie möchten jetzt bestimmt endlich Bilder sehen.

  • Die Heimstätte des K.F. Burreli: Das 2'500 Plätze Bijou Liri-Ballabani

  • Schöne Wandmalereien

  • Oh nein, hier ist heute kein Durchkommen

  • Bilder gibt's also nur aus der Ferne.

  • Doch Moment, die lokale VIP-Tribüne! Ein paar Treppen und ein freundlicher Bewohner später....

  • ....steht unser Aussenkorrespondent auf einem Balkon im mittelalbanischen Bergland

  • So ein Ausflug, der macht hungrig.

Schampar schöne Schnippeleien

Herr Winfried am Mittwoch, den 21. April 2021 um 5:49 Uhr

Die “European Super League” droht Nein, jetzt nicht.

Im Sekundentakt flippern Neuigkeiten zu diesem europäischen Grosstheater herein. Ein Rücktritt folgt auf den andern. Echte Funkbilder und weniger echte Fotomontagen – wohin man blickt im World Wide Web, es dreht sich alles immer schneller um dieses Ding der Unfassbarkeit. Lassen Sie uns kurz innehalten.

Guten Morgen. Es ist Zeit für einen Moment der Kontemplation. Suchen Sie sich ein ruhiges, genehmes Plätzchen (falls Sie zur Arbeit jeweils pendeln und jetzt gerade dort sind, warten Sie noch rasch mit Weiterlesen), machen Sie es sich gemütlich. Und nach einem tiefen Atemzug: Film ab!

Wenn es Ihnen gefällt, können Sie das Filmchen gern auch mehrfach ansehen. Wenn Sie nicht mehr mögen, schwenken wir nun noch in einen anderen potenziellen Zuschauermarkt der “Super League” Erdteil. Schliessen Sie Ihre Meditation mit diesem hübschen Freistoss ab.

Bedankt. Für weitere Beiträge an die mentale Gesundheit empfehlen wir Ihnen die klassischen RL-Meditationsrunden, mit ausführlicheren Tipps zur Findung der inneren Mitte. Beispielsweise hier. Oder da. Alternativ gern auch dort.

Auszubügeln gibt es immer etwas

Frau Götti am Dienstag, den 20. April 2021 um 13:00 Uhr

Ilse v. Mueller-Fridnau begrüßt Sie zu Sprechstunde Nummer drei.

Aus aktuellem Anlass verschiebe ich die Besprechung der im letzten Beitrag angekündigten Monstrosität auf einen noch zu bezeichnenden späteren Zeitpunkt. «Gut Ding will Weile haben», wie die Poetin sagt.

Ich ziehe stattdessen die Beantwortung zweier eingereichter Depeschen vor, deren Anfragen ähnlichen Inhalts sind.
Gut, sie zielen damit auch beide am eigentlichen Thema der schiefen Bilder vorbei. Aber so war es auch zuvor schon. Offenbar scheint die Fragestellung die Leserschaft zu überfordern, sodass ich den Themenbereich hiermit leicht öffne.
Item. Kommen wir zu angesprochenen Anfragen. Deren erstere kommt von beschlagener Stelle und lautet folgendermaßen:

«Mich beschäftigt (…) ein Problem: Kurz bevor die 90 Minuten um sind, erklären mir die TV-Kommentatoren bei jedem Spiel, gleich sei die ‹reguläre Spielzeit› zu Ende. (…) Aber was ist danach? Beginnt nun die irreguläre Spielzeit? Sind dann alle ab der 91. Minute erzielten Tore auch irregulär? Warum greift der VAR da nicht ein?»

Und gleich angefügt die zweite Anfrage, von ähnlich beschlagener Provenienz:
«Immer mal wieder heisst es ja ‹da wurde X mit nicht legalen Mitteln gestoppt› oder ‹dieses Eingreifen von Y war illegal› (…) Viel richtiger aber «müsste es ‹regelwidrig› heissen oder ‹sanktionswürdig», niemals aber ‹illegal›.»

Beide Herren haben natürlich recht. Es geht nicht an, leichthin und unbedacht juristische Begriffe auf die doch eher spielerische Welt des Fussballes anzuwenden. Zu ernsthaft ist der Kontext, in dem sie sonst verwendet werden, und gerade in der Jurisprudenz ist Präzision und Stringenz der Begrifflichkeit absolut unabdingbar.

Soweit für heute. Zum Schluss wie immer das Angebot, sich bei Fragen an mich via Kollega Dr. Rüdisühli zu wenden.

Freundliche Grüsse, Ihre Ilse v. Mueller-Fridnau

Luzide Lektüre

Herr Noz am Dienstag, den 20. April 2021 um 5:51 Uhr

Zur Abwechslung mal was Lesenswertes aus Basel.

Auch farblich gelungen

Der unlängst zu Unrecht verstorbene Grüne Politiker und Rechtsanwalt Daniel Vischer (1950–2017) hat Memoiren hinterlassen, die nun bei der löblichen Edition 8 als Buch erscheinen.

Das umfangreiche Werk versammelt präzis analysierte Episoden der jüngeren Schweizer Politik, persönliche Erinnerungen an den Basler ‘Daig’ und allerhand anderweitig gesellschaftlich Relevantes (stets nach dem einschlägigen Motto ‘parteiisch, aber fair’). Einige Promis werden dabei durchaus in den wohl verdienten Senkel gestellt, aber es handelt sich nicht eigentlich um fiese Tacklings oder Blutgrätschen.

Fussball? Richtig, um den geht es regelmässig auch, denn Vischer war nicht nur ein animal politique, sondern verstand auch was vom Runden Leder. Was für linke Politiker ja nun nicht gerade selbstverständlich ist. (Aber Sie wissen: Ein anderer grüner Daniel hatte sich kürzlich auch schon bereits als Fussballchecker geoutet.) Ja, der Vischer wäre womöglich gar einer fürs Radio Gelbschwarz gewesen, denn eigentlich habe er Fussballreporter werden wollen, sich dann aber leider nie getraut.

Das Buch ist rhetorisches Tiki-Taka – filigrane Technik, präzise Querpässe, solide Defensive –, wobei Vischer zuweilen etwas anachronistisch den Libero gibt. Dafür wird endlich mal Luhmann rehabilitiert. Und die 80er-Bewegung. Und sogar der Fall DD wird kurz angeschnitten (allerdings derjenige von 1968).

Daniel Vischer: Eckdaten. Linke Politik und rechter Fussball. Zürich 2021. 328 Seiten. 24 Franken

Die Tabelle auf die Schnelle (29)

Rrr am Montag, den 19. April 2021 um 13:00 Uhr

Spannung pur in der Super League.

Vielleicht nicht ganz oben, denn nach den Berechnungen von namhaften Mathematik-Experten können die Young Boys nicht mehr von Platz 1 verdrängt werden. Doch auf den Plätzen 2 bis 10 ist in den letzten sieben Runden noch alles möglich.

Europacup-Plätze. Basel stark im Aufwind. Am Tag nach der Aborückgabe-Aktion spielten Burgeners Boys sichtlich befreit auf. Servette ist nicht ganz dicht, aber wer ist das heutzutage schon? Trotzdem winkt die Conference League, wenn die Genfer Lausanne und Lugano auf Distanz halten können.

Abstiegskampf. Für Sion wäre der Barrage-Platz ein Traum, für die vier anderen Teams der unteren Tabellenhälfte ein Alptraum. St. Gallen mit leichten Vorteilen, weil Zeters Zigis die Young Boys für diese Saison hinter sich haben. Da peidlert Sutters Hüppi fröhlich durch den Muheim! Luzern muss noch nach Bern, Vaduz und Zürich spielen daheim gegen den Meister.

Soviel für heute, in einer Woche schauen wir weiter.”

56 Öfen für ein Hallelujah

Rrr am Montag, den 19. April 2021 um 5:55 Uhr

Es begann alles mit Felix Mambimbi.

Der schoss am 19. September 2020 das erste Super-League-Saisontor für YB. 211 Tage später war der Meistertitel für die Berner im Trockenen.

Hier sind die 56 Tore, die YB bislang geschossen hat.

Es war übrigens der schnellste Titel aller Zeiten. 2019 brauchte YB 265 Tage bis zur Meisterschaft, 2018 sogar 280. Und 2020 waren es (wegen Corona und einem lange spannenden Titelrennen) sogar 376 Tage.

In drei von vier Saisons kamen die Young Boys zu einem Spiel, in dem sie mit einem Sieg alles klar machen konnten – und das schafften sie jedes Mal (2018 gegen Luzern, 2020 in Sion, 2021 gegen Lugano). Zweimal knapp, einmal deutlich. Bei allen drei “Meisterspielen” auf dem Platz waren übrigens fünf Spieler: Christian Fassnacht, Michel Aebischer, Miralem Sulejmani, Nicolas Moumi Ngamaleu und Jean-Pierre Nsame.

Festliche Stimmung

Rrr am Sonntag, den 18. April 2021 um 23:19 Uhr

Bern on fire.

(Quellen: Rrrmedia / anonymous / R’olépress)

Und hier das offizielle Video der Ostkurve.

Fünfzehnmal Fussballmeister

Herr Winfried am Sonntag, den 18. April 2021 um 17:50 Uhr

YB schlägt Lugano ohne Mühe 3:0 und holt sich den vierten Meistertitel in Folge.

Meisterschütze ist erneut Jean-Pierre Nsame. Bild: Peter Schneider (Keystone-SDA)

Seit dem frühen Nachmittag war in der Stadt Bern wieder mal spürbar, dass es heute etwas zu gewinnen gäbe. In Kleingruppen versammelten sich hie und da Menschen, die gelb-schwarzen Trikots lugten unter den Jacken hervor. Ein Sechser-Pack Dosenbier von der Tankstelle zählte zur sorgfältigen Planung dazu – die Filiale im Breitfeld war rund zwei Stunden vor Spielbeginn sehr gut besucht, es bildeten sich Wartezeiten von 10 bis 15 Minuten, wie RL-Recherchen vor Ort zeigten.

Im Stadion drin waren die Sandwiches wie üblich früh vergriffen; wegen der Wichtigkeit des Anlasses war das Medieninteresse gross, und die Gäste aus dem Tessin hatten ja eine lange Anreise gehabt. Der Wind wehte ungemütlich aus Nord-Nordwest durchs Wankdorf und trug mehrere Matchblätter von den Medienplätzen weg. Auch ein Espressobecher verlor das Gleichgewicht.

Dann traten die beiden Mannschaften auf den Platz. YB liess im letzten Schritt zur 15. Meistertitel, dem vierten in Serie, nichts anbrennen. Lugano hatte über das ganze Spiel wenig zu melden, Jean-Pierre Nsame netzte dreimal ein und geht im Torschützenrennen mit Basels Arthur Cabral in Führung.

  • YBs Spieler und Staff feiern den Meistertitel im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Lugano, am Sonntag, 18. April 2021, im Stadion Wankdorf in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

  • YBs Jean-Pierre Nsame, links, und Felix Mambimbi im Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC Lugano, am Sonntag 18. April 2021 im Stadion Wankdorf in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

  • YBs Spieler und Staff feiern den Meistertitel im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Lugano, am Sonntag, 18. April 2021, im Stadion Wankdorf in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

  • Rudelbildung in der Medienzone. (Brigerpress/ZRL)

  • YBs Jean-Pierre Nsame feiert seinen Treffer zum 1-0 im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Lugano, am Sonntag, 18. April 2021, im Stadion Wankdorf in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

  • Das Stadion in Feststimmung. (Brigerpress/ZRL)

*** LIVEBLOG *** YB-Lugano 3:0

Rrr am Sonntag, den 18. April 2021 um 14:00 Uhr

YB holt sich den 15. Meistertitel.

Gegen Lugano gewannen die Berner dank drei Treffern von Nsame nach 39, 68 und 75 Minuten.

Was früher geschah, lesen Sie nach dem Klick.

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Rundes Leder Tippspiel (15/2021)

Rrr am Sonntag, den 18. April 2021 um 12:00 Uhr

Erster Matchball zum Titel für YB.

Schlagen die Young Boys heute Lugano, sind sie sicher Meister.

2018 und 2020 nutzten die Berner jeweils den ersten Matchball (gegen Luzern und Sion). 2019 wurden sie auf dem Sofa Meister.

Mit YB und Lugano treffen die zwei formstärksten Mannschaften aufeinander; die Berner holten 11 Punkte aus den letzten 5 Spielen, Lugano 10. Die Tessiner kämpfen um einen Europacup-Platz und schöpfen Hoffnung aus dem Umstand, dass sie im Wankdorf regelmässig punkteten (in 4 der letzten 10 Gastspiele, so auch beim 2:2 im Dezember, wo das Funkbild von Thomas Hodel entstand). Und nun zu unserer heutigen Quizfrage:

Wer trifft zu welchem Schlussresultat?

Ihre luzide Antwort erwarten wir bis 15.59 Uhr. Das Spiel können Sie ab 16.00 Uhr auf SRF2 sehen und bei uns natürlich gerne mitkommentieren. Toi toi toi!

LIVEBLOG ab 14.00 Uhr

Junghansi

Herr Shearer am Sonntag, den 18. April 2021 um 6:00 Uhr

Obacht, Schleichwerbung!

Foto: Imago

Herr Merseyman kennt sich also auch in der Welt der Chronographen aus. Damit holt er sich den ersten Titel des heutigen Tages und wer weiss, vielleicht gibt es später noch mehr zu jubeln! Für’s erste gratulieren wir dem Sieger und bitten ihn, sich einen Preis seiner Wahl auszusuchen und sich bei uns zu melden.

Eben, wie Sie vielleicht aus diversen Qualitätsmedien mitbekommen haben, können die Berner Young Boys bei günstigem Ausgang heute wieder einmal Meister werden. Das Schweizer Farbfernsehen geht für Sie ins Wankdorf und liefert Ihnen das Duell gegen Lugano ab 16:00 Uhr direkt in die gute Stube, wo Sie dann idealerweise anschliessend auch die Meisterfeier steigen lassen. Oder auch nicht, wenn diese Nieten es wieder versemmeln. Wie auch immer, wir wünschen Ihnen einen gelungenen Sonntag.

Ein Ball für YB

Rrr am Samstag, den 17. April 2021 um 12:00 Uhr

Das Wort zum Sonntag spricht heute Pfarrer Kurt Marti.

Für jedes Nationalliga-Fussballspiel wird ein neuer Ball, der sogenannte «Matchball», verwendet. Das soll keine billige Angelegenheit sein. Einer meiner Buben behauptet, er koste ungefähr 80 bis 90 Franken. Ich weiss nicht, ob das stimmt. Auf jeden Fall werden diese Matchbälle meistens von Firmen gestiftet, die im gedruckten Matchprogramm und am Lautsprecher dankend erwähnt werden.

Bei einem Meisterschaftsspiel in Bern, im Stadion Wankdorf, nun – Young-Boys gegen Lugano – hatten sich Kirchgemeinderat und Pfarrer der Markus-Gemeinde in Bern an der Stiftung des Matchballs beteiligt und wurden gebührend erwähnt. Auf den Rängen quittierten amüsierter Beifall und Gelächter die entsprechende Mitteilung im Lautsprecher. Ein Journalist schrieb zwar hintendrein, es wäre vielleicht «christlicher» gewesen, statt den Young Boys einem armen, kleinen Fussballklub einen Ball zu spenden.

Nun muss man aber wissen, dass das Wankdorfstadion der YBs zum Gebiet der Markus-Kirchgemeinde gehört. Da war es vielleicht keine so üble Idee, dass Kirchgemeinderat und Pfarrer diese Tatsachen durch ihre Spendegeste einmal manifest gemacht haben. Trotz des Kirchenballs hat der Platzklub das Spiel verloren. Das war vielleicht gut so. Sonst wären abergläubische Gemüter noch auf den Gedanken gekommen, dass Kirchenbälle Erfolgsbälle sind und auf übernatürliche Weise ins Goal des Gegners fliegen. Man weiss ja nie.

Natürlich ist die Stiftung eines Matchballes Werbung. Oder: PR (= Public Relations). Immerhin: sympathischere PR als die sehr christlichen Kugelschreiber aus Beinwil! Zudem gehörten die Young Boys seinerzeit zu den Vorkämpfern der Samstagabendspiele, und der kirchliche Matchball mag als nachträgliche Honorierung ihres erfolgreichen Einsatzes für die Verlegung des «grossen» Matches vom Sonntag auf den Samstag gelten.

Kurt Marti, Notizen und Details 1964 – 2007, Göttingen 2021, S. 255/256 (reformatio 8-1968)

(Anm. d. Red.: Beim erwähnten Spiel muss es sich nach unseren Recherchen um die Begegnung vom 8. Mai 1968 handeln, Sie erinnern sich sicher. Denn das war das einzige Mal zwischen 1950 und dem Zeitpunkt der Publikation des Textes, dass YB daheim gegen Lugano verlor.)