Pudis Platzhalter

Rrr am Dienstag, den 16. Juni 2020 um 13:00 Uhr

Endlich! Der FC Thun schafft die Quadratur des Kreises.

Das Problem ist bekannt: Viele Thunerinnen und Thuner möchten ihren Verein unterstützen, denn er gehört einfach irgendwie zur Stadt. Aber natürlich will sich niemand im Ernst die langweiligen Spiele in der Stockhorn Arena ansehen.

Jetzt löst der Klub das Dilemma auf elegante Weise: Anstelle eines Tickets bestellt man neu einfach dieses T-Shirt, das man gar nicht erhält, weil man es ja auch gar nicht tragen möchte – viel besser: Das Shirt wird fix auf einen Plastiksitz im Stadion montiert.

Rentner P. L. (unser Funkbild) gehörte zu den ersten Käufern und ist begeistert: “Endlich kann ich meinen Herzensklub unterstützen, ohne ins Stadion gehen zu müssen. Ich kann daheim gemütlich einen Jass klopfen oder meine Vögel zählen, und das Shirt schaut das Spiel für mich. Genial!”

Das Interesse der Fans ist offenbar riesig, bereits sollen 8 T-Shirts verkauft worden sein. Der Verein arbeitet dem Vernehmen nach bereits an einer Premium-Version – einem etwas teureren Trikot, das auch klatschen, grölen, pfeifen und rülpsen kann.

Schrecklicher Schnitzer

Herr Maldini am Dienstag, den 16. Juni 2020 um 5:55 Uhr

Gelb gegen die Wolves wegen Randsports.

Der Sechstplatzierte der Premier League liess sich am Wochenende leider völlig gehen. Verzweifelt, weil ihm der Fussball fehlt, schickte er sein E-Sports-Team auf die virtuelle Rennstrecke an die 24 Stunden von Le Mans. Drei echte Rennfahrer und ein Gamer pilotierten den Wagen mit der Nummer 86 mässig erfolgreich auf den neunzehnten Schlussrang.

Bleibt nur zu hoffen, dass dies ein einmaliger Ausrutscher bleibt. Also nicht der Rang, sondern die Teilnahme. Das könnte vorerst klappen: Am Mittwoch nimmt die Premier League ihren Spielbetrieb wieder auf, die Wolves gastieren am Samstag bei West Ham.

Dr. Rüdisühli erforscht das Publikum.
Heute: YB gucken

Dr. Rüdisühli am Montag, den 15. Juni 2020 um 13:00 Uhr

Nur noch viermal schlafen, dann ist endlich wieder YB.

Gross ist die Vorfreude vor dem Re-Start der Super League (der Ausdruck kommt aus dem Englischen und bedeutet “Wiederaufnahme der Schweizer Fussballmeisterschaft”). Los gehts am Freitag um 20.30 Uhr mit YB-FCZ.

Jetzt aber das Problem: Ins Wankdorf pilgern darf man nicht. Die Fans müssen also in die Röhre gucken, wobei in einigen Fällen ein Zugang zum Pay-TV-Sender Teleclub notwendig sein wird. Die Frage ist:

Wie gedenken Sie die anstehenden YB-Spiele zu verfolgen?

Allein daheim? Zusammen mit Freunden? Irgendwo beim Public Viewing (das Herr Nause unter gewissen Umständen zulassen will)? Sonstige Ideen? Wir sind gespannt auf Ihre Antworten.

(PS: Unsere löbliche Leserin Kiwi Stärn hat letzte Woche erfolgreich die Wohnzimmer-Variante getestet und ist voll parat. Sie hoffentlich auch.)

Finde den Feler (XXXVII)

Briger am Montag, den 15. Juni 2020 um 6:00 Uhr

Herr Briger hat Ärger mit einer Spiele-App.

Neulich hat Herr Briger das Spiel Stadt-Land-Fluss, welches Sie wohl alle noch aus der Schule kennen, auf seinem Hosentelefon gespielt.

Der Buchstabe, zu dem es Begriffe aus jeweils fünf Kategorien zu finden gilt, wird mittels drehen an einem Glücksrad ermittelt und Herr Briger hat neulich Glück gehabt, so ist nämlich der Buchstabe Y auf dem Display seines Smartphones erschienen. Noch grösser war natürlich die Freude, als eine der fünf zu bespielenden Kategorien mit “Größte Fussballvereine” betitelt gewesen ist. Auf in eine punktereiche Runde.

Und dann das:

Nein, den Lösungsvorschlag der App möchten Sie nicht in Erfahrung bringen. Und überhaupt, das Land am Golf von Aden schreibt sich mit J.

Prima Prävention

Rrr am Sonntag, den 14. Juni 2020 um 16:00 Uhr

Was tun, wenn die zweite Coronawelle kommt?

Unser Premium-Leser P. S. aus B. weiss mehr: “Exklusiv kann ich Ihnen Entwürfe zum Ganzkörperdress für die Saison 20/21 zeigen. Mein Fazit: Die Werbefläche ist grösser, der Luftwiderstand kleiner.”

Viele Farbduelle (III)

Rrr am Sonntag, den 14. Juni 2020 um 12:00 Uhr

Neue Erfolgsserie, dritter Teil! Heute mit eindrücklichen Publikumsbildern.

Ältere Leserinnen erinnern sich, Leser sind mitgemeint: Vor Wochenfrist baten wir um Einsendungen zum Thema “YB ist yberall (der Gegner leider auch)”. Das Echo war eindrücklich, Dr. Rüdisühlis Mail-Inbox platzte aus allen Nähten. Eine kleine Auswahl der allerbesten Bilder präsentieren wir Ihnen heute – zusätzliche Einsendungen sind jederzeit willkommen.

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Poblick Viewing

Herr Shearer am Sonntag, den 14. Juni 2020 um 6:00 Uhr

Kurz und knackig gewinnt mal wieder.

Foto: Imago Images

Herr Sgt. Pepper holt sich mit dieser schönen Caption den prestigeträchtigen Titel des 800. CC-Siegers. Herzliche Gratulation! Sie wissen ja, nun dürfen Sie sich was aussuchen und anschliessend zu Papier und Feder. greifen.

Wir bedanken uns bei allen Mitmachenden und wünschen Ihnen eine gute Woche. Und denken Sie dran, am Freitag geht es auch in unseren Breitengraden wieder los mit diesem Fussball – leider nicht im Stadion, aber möglicherweise ja mit eben diesem Poblick Viewing.

Faszinierende Vielfalt

Rrr am Samstag, den 13. Juni 2020 um 12:00 Uhr

100mal Gelb gegen Dr. Eichenberger wegen Randsport.

Einerseits.

Andererseits: Tolle Bilder, die er ab kommenden Mittwoch im Kornhausforum Bern präsentiert. Der langjährige Rundeslederredaktor und Fotograf Peter Eichenberger hat alle gut hundert Sportarten in Szene gesetzt, die in Bern betrieben werden. Zum Beispiel Radball:

Ein Klick aufs Bild vergrössert das Erlebnis. Auch in den nachfolgenden Fällen:

  • American Football

  • Geräteturnen

  • Fussball

Ganz besonders fasziniert sind wir natürlich vom Unterwasserhockey, bei der sechs mit Schnorchel, Maske und Flossen ausgerüstete Spieler pro Mannschaft versuchen, am Grund eines Schwimmbeckens einen Bleipuck mit Hilfe eines Schlägers ins gegnerische Tor zu bringen. Sie möchten diesen schönen Sport auch ausüben? Bittsehr. Gibt aber direkt Rot.

800. Caption Competition

Herr Shearer am Freitag, den 12. Juni 2020 um 13:00 Uhr

BREAKING NEWS: YB gewinnt Test gegen Winterthur mit 4:2 – Die Tore von Nsame, Aebischer, Mambimbi und Hoarau auf RL3

Runde Sache heute!

Foto: Imago Images

Zum 800. Mal zeigen wir Ihnen ein Bild und zum 800. Mal hätten wir gerne einen Untertitel dazu. Sie sehen Herrn Thuram vom sehr guten Verein Borussia Mönchengladbach und auch seine Unterhose, wenn Sie genau hinschauen. Also, lassen Sie sich was schönes einfallen. Wir erwarten Ihre Einfälle bis spätestens morgen Samstagabend um 20:00 Uhr in der Kommentarspalte. Die Jury gibt ihr Verdikt am Sonntagmorgen bekannt und belohnt den besten Einfall mit einem Preis nach Wahl aus unserer Schatztruhe.

Opportuner Opferkult

Herr Winfried am Freitag, den 12. Juni 2020 um 6:00 Uhr

Alles, was man für ein Fussballspiel braucht, ist ein Ball (sei es aus Leder, Plastik, Socke oder sogar eine Kokosnuss). Und ein Opfer, das im Tor steht.

Neulich fand in einem kompetenten Fachblog eine lebhafte Diskussion über Torhüter statt. Nun präsentiert ein Start-Up aus Brasilien die neuste Innovation, um diese besondere Spezies zu fördern. Wir präsentieren feierlich die App: Finde deinen Torhüter!

Anno dazumal auf dem Pausenplatz war es ja in der Regel schwierig, einen Torhüter zu finden ziemlich einfach zu bestimmen, wer der arme Kerl ist: Der Jüngste musste als Goalie herhalten. Im Erwachsenenalter lassen sich das hingegen nur noch wenige gefallen – erst recht nicht im Mutterland des Joga-Bonito-Samba-Fussballs. Laut Experteneinschätzungen finden zwei opponierende Teams in 70% der Fälle keine(n), der ins Tor stehen will.

Also haben Eugen Braun und Samuel Toaldo (beides leidenschaftliche Torhüter) aus Curitiba eine wahrhaftige Win-Win-Situation für dieses ungelöste Problem geschaffen. Auf der App “Goleiro de aluguel” können Goalies ihre Stärken ausspielen – und erst noch Geld verdienen dabei. Für 90 Minuten kostet ein Torhüter nur 45 brasilianische Real (rund 8.50 Franken). 60 Prozent der Miete fliessen direkt an den Gemieteten! Grossartig, oder?

Links: die beiden Entrepreneure präsentieren Logo und Merchandise-Artikel. Rechts: Toaldo beim Fotoshooting. Bilder: © divulgação

Schon kurz nach der Lancierung haben sich laut den beiden Betreibern über 7000 Menschen bei “Goleiro de aluguel” registriert. Die App löst indes nicht nur das leidliche Goalie-Dilemma, ihr kommt auch eine soziale Bedeutung zu, die für echtes Unternehmertum heute unerlässlich ist: Ein Teil des Gewinns geht an Wohltätigkeitsorganisationen.

Der Weltfussball dankt.

Epische Pause

Val der Ama am Donnerstag, den 11. Juni 2020 um 13:00 Uhr

Jetzt haben die Rayo Vallecano-Albacete doch tatsächlich noch zu Ende gespielt.

Vor nur gerade 180 Tagen wurde die Begegnung der beiden Teams in der Halbzeit beim Stand von 0:0 abgebrochen, weil die Vallecano-Fans den Albacete-Stürmer Roman Zozulya als Nazi bezeichnet hatten. Sozulya, der Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen stets bestritten hat, schloss sich 2017 leihweise Rayo an, doch der Deal wurde Stunden später abgesagt, nachdem die Fans mit einem Transparent zum Training erschienen waren, auf dem stand, dass die Stadt “kein Ort für Nazis” sei. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gestern konnte die zweite Halbzeit stattfinden, als erste Profipartie in Spanien nach Cornona überhaupt. Die Gastgeber gewannen 1:0, der Peruaner Luis Advincula erzielte in der 61. Minute ein spektakuläres Tor und die Fans in den Wohnungen rund um Rayos Stadion feierten auf den Balkonen.

Mehr Fussi aus Spanien gibts heute: Das Lokalderby in Sevilla (21 Uhr).

Luft draussen in Lhasa

Herr Shearer am Donnerstag, den 11. Juni 2020 um 6:00 Uhr

Fertig Fussi in Tibet.

Lhasa Chengtou löst sich auf. Der einzige Profiverein im von China besetzten Tibet mag nicht mehr. Das hat weder mit der politischen Situation noch mit der Corona-Krise etwas zu tun. Zum wiederholten Mal hat der chinesische Fussballverband den Antrag von Chengtou abgelehnt, die Heimspiele auch wirklich daheim austragen zu dürfen. Das Stadion EBI-F (ja, das heisst so, sagt Wikipedia) liegt auf 3650 Meter über Meer, Sauerstoff ist also nicht gerade reichlich vorhanden und ergo haben die Gegner keine Lust auf dünne Luft. Unpraktischerweise liegt dieses Tibet allgemein ziemlich hoch oben. Darum spielte die Mannschaft ihre Heimspiele zuerst im etwa 2500 Kilometer weiter östlich gelegenen Huizhou, später dann in Deyan, auch immer noch 1300 Kilometer Luftlinie entfernt.

Foto: Global Times via Twitter

Der Lhasa Construction Investment Football Club  – so der richtige und vollständige Name – wurde erst 2017 als Amateurverein gegründet und fungierte bereits ein Jahr später als Profimannschaft. Diese schaffte 2019 den Aufstieg in Chinas dritthöchste Liga, die China League Two. Im eigenen Stadion hat die Mannschaft – noch als Amateure – gerade einmal zwei Partien ausgetragen. Das war aber eher eine langweilige Angelegenheit, weil alle 15 Minuten eine Pause eingelegt werden musste, damit sich die Spieler Sauerstoff aus Flaschen zuführen konnten.

Viel Tradition geht also mit dem Verschwinden des Vereins nicht flöten. Aber für alle Groundhopper, die ihrer Trophäensammlung einen wirklich exotischen Verein beifügen wollten, ist das natürlich schade. Immerhin: zum Wandern und Bergsteigen sei die Region allemal ein attraktives Ziel wert, hört man.