Erst hinten, dann vorne

Rrr am Montag, den 22. Juni 2020 um 5:53 Uhr

Die Young Boys sind die Comeback Kings.

Kein anderes Team konnte schon so viele Spiele drehen wie YB.

In 11 Spielen lagen die Berner in dieser Saison im Rückstand. 4-mal gabs am Schluss doch noch einen Sieg, 3-mal zumindest ein Unentschieden.

Anders gesagt: Nach Rückständen holte YB noch 15 Zähler, im Schnitt 1,36 Punkte. Das ist Liga-Bestwert. St. Gallen hat einen Schnitt von 1,0. Der FC Basel sogar nur 0,4 – in 8 von 10 Fällen setzte es nach einem Rückstand eine Niederlage.

Krass ist die Bilanz dreier weiterer Teams: Xamax, Thun und Lugano haben noch nie gewonnen, wenn sie erst einmal hinten lagen.

Übrigens: Auswärts haben die Young Boys noch nie eine Niederlage in einen Sieg verwandelt. Die vier grossen Comebacks gabs alle im Wankdorf (beim 3:2 gegen Sion, dem 4:2 gegen Thun, dem 4:3 gegen St. Gallen und zuletzt beim 3:2 gegen den FCZ).

Tribüne im Testbetrieb

Rrr am Sonntag, den 21. Juni 2020 um 12:00 Uhr

Dänemark lässt wieder Fans ins Stadion.

Also einige hundert. Versuchsweise. Erstmals gestern beim Heimspiel von AC Horsens gegen Randers FC. Die Abstandsregeln wurden in der CASA Arena konsequent eingehalten, kann man sagen.

Auch in Dänemark sind die Fallzahlen konstant tief. Deshalb werden an diesem Wochenende drei Spiele der obersten Liga für Zuschauer geöffnet, wobei eine Obergrenze von 500 Zuschauer pro Sektor festgelegt wurde – und die darf natürlich nur unter Beachtung der 1-Meter-Abstandsregel ausgeschöpft werden. Die Behörden möchten mit dem Versuch herausfinden, ob sich das Öffnen der Sportstätten signifikant auf die Infiziertenzahl auswirkt.

Das gestrige Spiel endete übrigens 0:0. Im Stadion befanden sich insgesamt 900 Zuschauer und eine grössere Zahl von Gesundheitsinspektoren, die dem Heimklub ein gutes Zeugnis ausstellten: Das Schutzkonzept sei gut umgesetzt worden. Der Speaker machte überdies regelmässig auf die Hygieneregeln aufmerksam.

Tönt alles ein bisschen unsexy. Aber die Ambiance war doch ein wenig besser als bei reinen Geisterspielen, wovon Sie sich hier überzeugen können.

Ah, fast vergessen: Das Catering war auch geöffnet!

Grandioser Grottenreim

Herr Shearer am Sonntag, den 21. Juni 2020 um 6:00 Uhr

Der Ball ist dicht, Herr Grottenreim ist Dichter:

Foto: Thomas Hodel

“Meistergeister überall,
wir sprühn den Geist gar auf den Ball.
Geistermeister wolln wir sein,
so zauberts das Ding ins Tor hinein!”

Die Jury findet das wunderschön gereimt und gratuliert Ihnen recht herzlich zum Sieg in der 801. Caption Competition. Bitte wählen Sie sich eine Siegprämie Ihrer Wahl aus und melden Sie sich bei uns fernbrieflich.

Wir bedanken uns für alle Einsendungen, die nächste Ausgabe folgt bereits wieder nächsten Freitag auf diesem Kanal. Vorerst wünschen wir Ihnen einen schönen Sonntag.

Bald ein bisschen Publikum

Rrr am Samstag, den 20. Juni 2020 um 9:30 Uhr

Keine Fans am Dienstag in Thun – aber vielleicht nächsten Samstag im Wankdorf.

Spiele bis zu 1000 Menschen sind ab nächster Woche möglich, so hat es der Bundesrat beschlossen. Aufgeteilt werden sie in mehrere Sektoren, wobei in jedem Sektor maximal 300 Fans sitzen dürfen. Das soll die Nachverfolgbarkeit erleichtern. Die Swiss Football League überarbeitet nun ihr Schutzkonzept. Ob es reicht für die kommende Runde unter der Woche, ist laut Liga offen – auch, weil noch der jeweils betroffene Standortkanton mitreden darf.

Klar ist: Thun-YB am Dienstagabend bleibt ein Geisterspiel. Die Partie werde “definitiv wie beschlossen und kommuniziert unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen”, teilen die Berner Oberländer mit.

Hoffnung besteht hingegen, dass es nächsten Samstag gegen Xamax einige hundert Fans ins Wankdorf schaffen. Gibt die Liga grünes Licht zu Spielen vor 1000 Leuten, will YB einen Teil der verfügbaren Plätze verlosen, sagte YB-Sprecher Albert Staudenmann gestern dem “Runden Leder”.

Der Bundesrat reiste übrigens gestern nach Zürich und schaute sich in corpore das Schlagerspiel GC-Aarau (5:0) an, wenn wirs richtig verstanden haben. Koch Dänu war auch dabei.

Wobei, eventuell Fake: Bundesrat Ueli Maurer im GC-Dress – das ist undenkbar. Herr Maurer ist bekanntlich YB-Fan. Schon seit den 1950er-Jahren, wie er einst in einem Interview verriet. Sicher hofft auch er, dass er bei der Verlosung für YB-Xamax zum Zug kommt.

Herrlicher Hanspeter

Rrr am Freitag, den 19. Juni 2020 um 22:23 Uhr

Ein Nsame in Hochform beschert YB einen geglückten Restart.

Der Topskorer der Berner führte den Meister mit drei Toren zum 3:2-Sieg gegen den FCZ. Dabei sah es lange Zeit nach einem Fehlstart statt einem Restart aus, kurz vor Schluss lagen die Gäste noch 2:1 vorne. Dann kehrte Nsame das Spiel innert zwei Minuten.

Die 300 Zuschauer sahen ein höchst unterhaltsames Spiel, wobei sich YB wiederholt Nachlässigkeiten im Defensivverhalten leistete und der FCZ vor der Pause ausserordentlich effizient war. Die Zürcher profitierten bei ihren Treffern auch davon, dass YB-Goalie von Ballmoos bei beiden Gegentoren unglücklich aussah.

Nach der Pause wurde der Druck der Berner immer grösser. Es dauerte aber bis zur 83. Minute, ehe Nsame zum Doppelschlag ausholte. Weiter geht es für die Berner am Dienstag mit dem Gastspiel in Thun.

***Schnapschat*** YB-FCZ 3:2*

Rrr am Freitag, den 19. Juni 2020 um 17:00 Uhr

Kein Antrieb, die gute Stube zu verlassen? Keine Freunde, die mit Ihnen Fussball schauen wollen? Dann ist der Rundes Leder-Schnapschat Ihre Heimat im Netz!

Die Young Boys empfangen vor leeren Rängen den FC Zürich. Das mit Spannung erwartete Spiel wird um 20.30 Uhr MESZ auf Teleclub Zoom angepfiffen.

Am Tresen empfängt Sie: Herr Rrr.

Heutiger Tagesschnaps: “Lecker Likör aus dem Zürcher Oberland. Für die Herstellung des Tirggel Schnaps verwenden unsere Freunde von Arroganto nur die original Zutaten des Züri Tirggels! Also echter Bienenhonig aus dem Zürcher Oberland, frischer Ingwer, köstlicher Zimt sowie weitere auserlesene Gewürze. All dies wird über Wochen hinweg schonend von Hand, mit Herz und Leidenschaft, zu dieser einzigartigen Zürcher Spezialität verarbeitet. Wohl bekomms!

Im schönen YB-Stadion ist übrigens alles angerichtet.

Rundes Leder Tippspiel (XII)

Rrr am Freitag, den 19. Juni 2020 um 13:00 Uhr

Die Young Boys empfangen im Wankdorf den FC Zürich.

Die Berner sind verhalten in die Rückrunde gestartet: Zwei Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen. Zuhause liessen sie aber bislang nichts anbrennen – und gewannen beide Spiele ohne Gegentore.

Der FCZ hat dieses Jahr noch kein Pflichtspiel gewonnen. Das will er heute ändern und auch gleich der schwarzen Saison-Serie gegen YB ein Ende bereiten (drei 0:4-Niederlagen).

Unsere Frage an Sie ist denkbar einfach:

Wer triftt zu welchem Schlussresultat?

Ihre Antwort notieren Sie bitte bis 20.29 Uhr. Der Sieger erhält eine Geisterwurst. Toi toi toi! Und bevor Sie jetzt Trübsal blasen, dass Sie heute abend nicht ins Stadion können und das Spiel auf Teleclub Zoom verfolgen müssen – wir lassen Sie nicht alleine:

YB-FCZ IM SCHNAPSCHAT – LIVE AB 17.00 UHR

801. Caption Competition

Herr Shearer am Freitag, den 19. Juni 2020 um 6:00 Uhr

Fertig Fussiflaute!

Foto: Thomas Hodel

Heute Abend um 20:30 wird die Schweizer Fussballmeisterschaft endlich fortgesetzt – die immer noch sehr berühmten Berner Young Boys treffen daheim vor leeren Rängen auf den FC Zürich aus Zürich. Darum ändern wir unser Programm leicht ab und starten mit der Caption Competition in den Morgen. Also los, lassen Sie sich zu unserem Bild einen schönen Untertitel einfallen. Zeit dazu lassen wir Ihnen bis morgen um 20:00 Abends, zu gewinnen gibt es wiederum einen Preis nach Wahl aus unserer Schatztruhe. Die Rangverkündigung erfolgt am Sonntagmorgen.

Hier geht es um 13:00 Uhr weiter, und es geht um die Wurst. Richtig, unser beliebtes Tippspiel wird auch endlich fortgesetzt! Wir wünschen Ihnen gute Einfälle und anschliessend den richtigen Riecher.

Das Penalty-Problem

Val der Ama am Donnerstag, den 18. Juni 2020 um 13:00 Uhr

Cristiano Ronaldo verpasst mal wieder ein Elfmeterschiessen.

Fussball jetzt also auch in Italien wieder. Gestern war Cupfinal und Napoli gewann gegen Juventus mit 4:2 nach Elfmeterschiessen. Juventus, das die Coppa Italia zwischen 2015 und 2018 viermal in Serie gewonnen hatte, verpasste seinen 14. Cup und Ronaldo muss damit weiter auf seinen ersten Pokalsieg in Italien warten.

Und eben der Ronaldo ist jetzt mal wieder der Depp. Weil: In so Penaltyschiessen tritt zum ersten Versuch meist der beste Schütze des Teams an. Sofort Erfolg und dann Selbstvertrauen und dann ein Lauf, Sie wissen schon. Und bei Juventus ist das Ronaldo, aber der konnte gestern gar nicht, weil sowohl Paulo Dybala als auch Danilo aus 12 Metern verpassten, während Napoli durch Lorenzo Insigne, Matteo Politano, Nikola Maksimovic und Arkadiusz Milik alle vier Treffer erzielte und damit Trainer Gennaro Gattuso die erste Trophäe sicherte.

Jetzt heisst es natürlich, er habe mit dem fünften Penalty Matchwinner werden wollen, der Egoist. Auf Twitter hat wer geschrieben: “Da wartet er darauf den letzten Penalty zu versenken, um dann sein Trikot auszuziehen, alle 15 Bauchmuskeln zu präsentieren und SIM! zu schreien… und dann sowas.” Für diese These spricht, dass ihm dieses Malheur bereits an der Euro 2012 gegen Spanien und am Konföderations-Cup 2017 gegen Chile passiert ist.

Schwedischer Schwelbrand

Herr Shearer am Donnerstag, den 18. Juni 2020 um 5:56 Uhr

Rauch(entwickl)er sind Sieger!

Das gilt auch für ein paar Fans von GIF Sundsvall. Die dürfen zwar derzeit auch nicht ins Stadion, weil viel zu gefährlich, gerade im Corona-Hotspot Schweden. Wie Sie sicher mitbekommen haben, hat dort gerade die neue Saison angefangen. GIF Sundsvall traf in der ersten Runde auf Umea, einige Supporter versammelten sich im Wald oberhalb der Norrporten-Arena, um etwas Rauch steigen zu lassen und Fahnen zu schwenken. Hat es genützt? Aber ja! Umeå wurde im ersten Spiel der neuen Spielzeit mit 3:1 geschlagen.

Falls Sie das morgen  anlässlich des ersten YB-Geisterspiels kopieren möchten – die Plattform des Sendeturms auf dem Bantiger ist derzeit nicht zugänglich. Dies nur zu Ihrer Information.

Lieder gegen Leere

Herr Winfried am Mittwoch, den 17. Juni 2020 um 13:00 Uhr

In der englischen Premier League wird die gute alte Jukebox aktiviert. Eine Idee zum Nachahmen?

Es ist soweit – heute Abend kehrt auch im Fussball-Mutterland England der Spielbetrieb zurück. Ohne Publikum im Stadion, versteht sich, dafür mit etwas mehr Atmosphäre als befürchtet.

Damit die nominelle Heimmannschaft zumindest einen minimen Vorteil hat, darf sie in “Schlüsselmomenten” Musik ihrer Wahl einspielen lassen. Das gilt einerseits für den Torjubel, andererseits – und viel wichtiger – bei Einwechslungen.

Bevor also der eingewechselte Spieler das Feld betritt, hält ihm der Vierte Offizielle das iPad hin, worauf er über Spotify seinen gewünschten Track wählt. Das Stück erklingt dann in voller Dröhnung aus den Stadionboxen – und soll dem Joker einen psychologischen Vorteil verschaffen.

Ob das Modell auch in der Schweiz Schule machen könnte? Die Swiss Football League hat dazu bisher kein Statement abgegeben. Aber stellen Sie sich nun vor, die Einwechselspieler der berühmten Young Boys hätten einen Liederwunsch frei.

Lässt Herr Hoarau sich selbst trällern? Was wählen die anderen? Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Erhebliche Erkenntnisse

Rrr am Mittwoch, den 17. Juni 2020 um 5:55 Uhr

Wer tätowiert ist, kickt besser.

Das zeigt eine umfangreiche Studie der Uni Basel. Im Visier hatten die Wissenschafter von der dermatologischen Abteilung die 736 Spieler, die an die WM 2018 teilnahmen (wovon 32,7 Prozent mindestens eine Tätowierung hatten). Das Runde Leder fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen:

✓ Südamerikanische Teams hatten den höchsten Anteil an Tätowierten mit 53,5 Prozent, gefolgt von Ozeanien (39,1), Europa (36) sowie Afrika und Asien (je 8,7 Prozent).

✓ Stürmer waren besonders oft tätowiert (40 %), Torhüter viel seltener (23,7 %).

✓ Tätowierte Spieler kamen überdurchschnittlich oft zum Einsatz (208,3 Minuten gegenüber Untätowierten mit 160,4 Minuten). Sie erhielten auch mehr gelbe und rote Karten, begingen deutlich mehr Fouls, wurden aber auch häufiger gefoult.

✓ Tätowierte schossen deutlich öfter aufs Tor, trafen aber nicht öfter als Untätowierte. Ausser bei Penaltys.

Die Forscher der Uni Basel gehen davon aus, dass tätowierte Kicker wichtige Persönlichkeitsmerkmale wie Aggresivität, Extrovertierheit und Risikobereitschaft aufweisen. Lauter Eigenschaften, die sich positiv auf den Marktwert auswirken. Man könnte auch sagen: Tattoos steigern den Marktwert.

In weiteren Studien wäre laut Uni Basel zu untersuchen, was die Kicker mit ihren Tätowierungen sagen wollen (“Verschönerung? Selbstermächtigung? Ausdruck persönlicher Werte? Gruppenzugehörigkeit oder religiöse Gefühle?”) und wie wissenschaftlich mit dem Fall Griezman umgegangen werden soll: Der Franzose hat zwar zahlreiche Tattoos am Arm, zeigt sie aber nicht. Er spielt fast immer mit langen Ärmeln.