Nackte Jubler

Dr. Eichenberger am Donnerstag, den 30. September 2004 um 7:55 Uhr

Der Fusball-Weltverband (FIFA) will seinen«Jubel-Paragrafen» entschärfen. Nach bestehender Regel werden Torschützen, die ihre Treffer durch spontanes Trikot-Hochziehen bejubeln, mit einer Gelben Karte verwarnt. Ausgelöst hat diesen Sinneswandel ein Vorfall in der englischen Premier League: FIFA-Vizepräsident David Will und sein Boss Joseph Blatter hatten auf der Tribüne miterlebt, wie der Schiedsrichter dem jubelnden Tim Cahill vom FC Everton nach seinem Siegestor bei Manchester City die Gelb-Rote Karte zeigte. «Ich bin nicht der Meinung des Schiedsrichters», meckerte Herr Blatter. «Wer sein Trikot nur über den Kopf streift, es aber nicht auszieht, sollte nicht des Feldes verwiesen werden.» Wäre doch schön, wenn wir künftig wieder solche Szenen erleben dürfen:


Anti-Imperialist Diego Armando Maradona zeigt bei einem seiner letzten Spiele für die Boca Juniors seine brandneue Che Guevara-Tätowierung.

Inter steht Kopf

Dr. Eichenberger am Mittwoch, den 29. September 2004 um 18:33 Uhr


Mit unkonventionellen Methoden will Inter Mailand heute bei Anderlecht den Gegner verblüffen. Im Trainung wurden zwei Varianten geübt. Welche wird heute zur Umsetzung kommen?

Die nützlichsten Fan-Artikel: Kuscheln mit Knez

Dr. Eichenberger am Mittwoch, den 29. September 2004 um 10:50 Uhr

Steppdecke ArtNr. yb.200230, Fr. 89.00, ca. 1 x 1.5m. Mit Bild vom ganzen Team oder von folgenden Spielern: Kehrli, Eugster, Knez, Disler, Friedli, Leandro (?), Sermeter, Chapuisat, Coubageat, Patrick, Häberli, Schaad, Schneuwly, Berisha, Rochat, Wölfli, Geiser, Burki. Zu kaufen im Gems-Shop.

Becks schwer süchtig!

Dr. Eichenberger am Mittwoch, den 29. September 2004 um 8:02 Uhr

Jeder wird auf seine Façon glücklich. Die einen tauschen Joghurtdeckeli, andere spielen mit Modelleisenbahnwagen. David Beckham sammelt Pepsi-Büchsen, ja, er ist durch und durch ein Pepsi-Junkie, wie der eBund enthüllt. Die Überdosis des braunen Süssgetränks ist dem Fussballer nicht gut bekommen – im Kopf nicht und in den Füssen nicht: Durch das ewige Herumgekicke von leeren Pepsidosen hat insbesondere seine Souplesse beim Elfmeterschiessen stark nachgelassen. Angefangen hat die Pepsi-Sucht schon zu ManU-Zeiten, wie dieser Film beweist.

Fringers Dienstreisen

Rrr am Dienstag, den 28. September 2004 um 20:26 Uhr

Ex-Nationaltrainer Rolf Fringer hat einen neuen Job: Er trainiert seit heute das griechische Team PAOK Saloniki. Unser Hausgrafiker dokumentiert nochmals Fringers Stationen seit seiner Entlassung als Trainer des VfB Stuttgart am 14.8.1996.

Schweizer Nationalmannschaft (Freistellung im November 1997), Grasshoppers Zürich (Entlassung im Dezember 1998), FC Aarau (Vertrag nicht verlängert im Juni 2002), Al Wahda Sports in den Arabischen Emiraten (Vertrag nicht verlängert im Juni 2003), Apollon Limossol (kurzes Gastspiel im Frühjahr 2004), PAOK Saloniki (ab 28. September 2004).

Serie zur Serie A (18). Die üblichen Verdächtigen: Roma

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 28. September 2004 um 14:40 Uhr

Die AS Roma – ein Kultverein Italiens, der im Gegensatz zu seiner Beliebtheit wenig gewonnen hat: lediglich 3 Meistertitel – der letzte imJahre 2001 unter Fabio Capello, der in den 60er Jahren selber bei der Roma spielte. Gegründet wurde die AS Roma 1927 nach eigenem Verständnis, um der Dominanz der Nordklubs ein Gegengewicht entgegen zu halten. Berühmtester Spieler der AS Roma war in den 80er Jahren der Brasilianer Falcao. Er bildete mit Ancelotti (siehe Folge 20) und Prohaska ein starkes Mittelfeld, und vorne stürmte der unvergessene Bruno Conti. Heute prägt ein echter Römer die Mannschaft: Francesco Totti. Der Trainer Fabio Capello hat sich im Sommer nach Turin zur alten Dame Juventus verabschiedet, nachdem er ständig vom greisen Präsidenten bevormundet worden ist. Der 78jährige Franco Sensi präsidiert die Roma im Stile eins Patriarchen. Für Aufsehen sorgte er zu Weihnachten 1999, als er allen Schiedsrichtern der Serie A eine goldene Rolex schenkte. Mit Nizza, Foggia und Palermo kaufte er drei weitere Fussballklubs. Sensi, der den Klub 1993 übernahm und ihn vor dem Bankrott rettete, war nicht nur sportlich wenig erfolgreich. Heute ist sein Klub wieder mit 650 Millionen verschuldet. Zur Rettung des Vereins verkaufte der Erdölmagnat viele Firmenbeteiligungen, eine Tageszeitung und ein Luxushotel. Geld erhält der Klub zudem von der römischen Bank Capitalia, die bei Sensis Erdölgesellschaft Italpetroli einsteigt, indem sie seine Kredite in Klubaktien umwandelt. Es ist eines der italienischen Geheimnisse, warum der Verein überhaupt zur neuen Saison zugelassen worden ist. Neben Capello verzeichnete die Roma im Sommer weitere schmerzhafte Abgänge: Samuel (zu Real Madrid), Zebina (Juventus), Carew (Valencia) und vor allem der Mittelfeldspieler Emerson (zu Juve) haben den Klub verlassen. In die Lücke springen sollen Mexes (von Auxerre) und der Nati-Spieler Simone Perrotta (von Chievo). Das Zeug zum neuen Shootingstar hat der 21jährige Mittelfeldspieler Daniele De Rossi, der am 4. September bei seinem ersten Spiel für die Nati gegen Norwegen gleich ein Tor schoss und von der Gazzetta dello Sport die Traumnote 8 erhielt. Nur: wer soll diesen Haufen exzentrischer Diven trainieren? Rudi Völler hielt es im Römer Irrenhaus nur wenige Tage aus. Die mögliche Formation: Pelizzoli; Chivu, Mexes, Ferrari, Panucci; Candela, De Rossi, Perrotta, Mancini; Totti, Cassano. Prognose: Die Nordklubs dürften dem Verein aus der ewigen Stadt auch in dieser Saison vor der Sonne stehen.


Greiser Patriarch: Franco Sensi.

Hüppi-freier Abend

Rrr am Dienstag, den 28. September 2004 um 10:03 Uhr

Die Krisentruppe von Real Madrid spielt heute in der Champions League gegen die trainerlose AS Roma – TSR2 und TSI2 übertragen live. Das Geplapper von Matthias Hüppi bleibt uns dagegen erspart – SF2 sendet erst am Mittwoch wieder Live-Fussball.

Wem das Real-Spiel spanisch vorkommt, kann zwischen zwei weitern Spielen auswählen: SAT1 überträgt Bayern München – Ajax Amsterdam (Vorsicht: Spiel endet 0:0), und TF1 zeigt AS Monaco-La Coruña (letztes Jahr gabs ein 8:3).

Darauf wäre keiner gekommen!

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 28. September 2004 um 7:57 Uhr

«Ding-dong, Sie haben Post!» Bei diesem Ton werden die Deutschen Nationalspieler künftig hurtig zu ihren Heimcomputern sprinten – in ihrem elektronischen Briefkasten könnte nämlch eine Länderspiel-Berufung des Bundestrainers sein! Wie ist das möglich? Ganz einfach: Jürgen Klinsmann führt mutig eine völlig neue Methode der Kommunikation mit seinen Spielern ein. Statt wie früher einen Brief schreibt er seinen Jungs heute – ein E-mail! Klinsmann zurecht nicht ohne Stolz über seine Erfindung: «Heutzutage braucht man nicht mehr unbedingt das Telefon, um sich auszutauschen. Ich schreibe E-mails. Da suche ich bewusst das Kommunikationsmittel, das die jungen Leute gern benutzen.» Da hat der Jürgen aber den Köbi hoffentlich schwer auf die Spur geführt.

Barthez- Ronaldo 3:3

Rrr am Dienstag, den 28. September 2004 um 1:16 Uhr

Das mit Spannung erwartete DJ-Duell von Ex-Weltmeister Barthez (FC Züriwest, rechts) gegen FIFA-Weltfussballer Rrronaldo (FC E-Bund, links) im Tanzlokal Bierhübeli endete 3:3. Barthez ging zweimal in Führung, Rrronaldo erzielte kurz vor Schluss das 3:2, brachte den Vorsprung aber nicht über die Zeit. Alles in alllem ein leistungsgerechtes Unentschieden. Prost!

Unser Funkbild aus dem Bierhübeli von Fffriedli: Rrronaldo und Bbbarthez nach dem Leibchentaushc.

Blochers Elf

Rrr am Montag, den 27. September 2004 um 16:47 Uhr

Nach dem doppelten Nein zur erleichterten Einbürgerung hat Bundesrat Christoph Blocher heute im Bundeshaus die neue Schweizer Nati vorgestellt.

In die Nationalmannschaft berufen wird künftig nur noch, wer einen reinrassigen Stammbaum seit 1850 aufweist (Pech für Cabanas, Vonlanthen und die Yakin-Brüder), fliessend deutsch spricht (sorry, Rey) und sein Geld nicht im Ausland verdient (soviel zu Barnetta, Frei, Magnin und Müller).

Das neue Team sieht so aus:

Im Tor: Zubi-Zuberbühler aus dem Thurgau. Verteidigung: Spycher, Huggel, Disler, Berner (hier wurde die Ausland-Regelung wegen des schönen Namens ausser Kraft gesetzt). Mittelfeld: Nöldi Forrer, Friedli, Eichenberger. Sturm: Häberli, Gygax, Zwyssig.

Einzelne Spieler müssen aus praktischen Gründen auf ungewohnten Positionen spielen; ihnen dankt Herr Blocher schon heute herzlich für ihr Engagement für das Vaterland.

Die nützlichsten Fan-Artikel: Duschen mit Gimenez

Dr. Eichenberger am Montag, den 27. September 2004 um 14:53 Uhr

Zum Duschen nach dem Match empfiehlt es sich, das eigene Gel mitbringen. Zum Beispiel Duschgel für Frauen, Artk.Nr. : FB-3332, rote Flasche mit gelben FCB Konturlogo, Deckel blau. Gleiches Modell für Männer, blaue Flasche mit gelben FCB Konturlogo, Deckel rot. Je Fr. 7.50 das Stück.

Wer wird neuer YB-Trainer?

Dr. Eichenberger am Montag, den 27. September 2004 um 8:09 Uhr



YB-Trainer Bidu Zaugg ist ratlos. Er kann seine Truppe nicht mehr motivieren und schaut dem Treiben auf dem Platz tatenlos zu. Das spricht sich rasch herum. Bereits sind auf dem YB-Sekretariat mehrere Bewerbungen von mehr oder weniger sympathischen Herren eingetroffen. Weitere kandidaten bitte direkt an info@bscyb.ch melden, zuhanden Herrn Reto Gertschen (Vermerk: vertraulich).