Übermotiviert

Briger am Montag, den 19. September 2022 um 5:33 Uhr

Jean-Clair Todibo und Shoya Nakajima hatten es eilige mit duschen an diesem Wochenende.

Todibo, Verteidiger in Diensten von Nizza, flog beim Heimspiel gestern gegen Angers nach 9 Sekunden vom Platz. Rekord in der Ligue 1. Für Todibo ist es bereits der zweite Platzverweis der Saison, am 3. Spieltag sah er gegen Clermont Foot die gelb-rote Karte.

In der Türkei hatte der Japaner Shoya Nakajima 10 Tage nach seinem Wechsel von Porto nach Antalya seinen grossen Auftritt. Nach einem achtminütigen Teileinsatz bei Kayserispor in der Vorwoche stand nun das Heimdebüt auf dem Programm, sehr zur Freude der Familienangehörigen auf den Rängen, die sich sehr über die Einwechslung in der 58. Minute freute. Und dann passierte dies:

Platzverweis nach 22 Sekunden durch Videobeweis.

Für Leute hinter der Bürofeuermauer, die Reaktion der Familienangehörigen als GIF

Der Dauergast

Rrr am Sonntag, den 18. September 2022 um 13:00 Uhr

BREAKING NEWS: YB trifft im Cup-Achtelfinal auswärts auf Lausanne. (8-10. November)

Luchi Parettchi feiert Jubiläum.

Seit genau 50 Jahren ist der Barca-Fan stets live dabei, wenn sein Verein in der Meisterschaft, im Cup oder in der Champions League spielt – sei es daheim oder auswärts. Das brachte ihm gestern die Ehre eines TV-Interviews, als Pausengast von DAZN bei Barca-Elche (3:0).

War er wirklich immer dabei? “Ein einziges Spiel habe ich verpasst”, gab Parettchi zu. “Das 2:2 auswärts beim PSV Eindhoven, im Dezember 1997. Da lag ich gerade auf der Intensivstation.”

In den 50 Jahren hat Parettchi übrigens 18 Meistertitel feiern dürfen. Zudem holte sein Team in dieser Zeit 14mal den spanischen Pokal und viermal die Champions League. Als Real-Anhänger hätte er 20 Meistertitel, 7 Champions-League-Gewinne und 8 Copa der Rey bejubeln dürfen.

Chappi trifft auf Bebbi

Herr Noz am Sonntag, den 18. September 2022 um 8:08 Uhr

Herr Gastspiel gewinnt die 915. Caption Competition!

(Keystone)

A close shave, Herr Gastspiel, Ihr Beitrag erreichte uns gerade noch rechtzeitig fünf Minuten vor Eingabeschluss. Tja, manchmal dauert gut Ding eben etwas länger, fragen Sie nur mal den Herrn rechts im Bild.

Wählen Sie also nun einen Preis aus dem Fundus und nennen Sie uns Ihre Koordinaten sodann per Mail.

Schönen Sonntag allen. Möge der Topspin mit Ihnen sein.

Pflichtsieg auf der Pontaise

Rrr am Samstag, den 17. September 2022 um 20:21 Uhr

YB leidet sich in den Cup-Achtelfinal.

Die Young Boys bezwangen den aufsässigen und gut organisierten Underdog Stade Lausanne Ouchy aus der Challenge League mit 1:0. Das Siegestor schoss Cedric Itten nach 67 Minuten nach einem Corner von Ugrinic.

Die Berner taten sich übers ganze Spiel sehr schwer. Und mussten die Führung am Schluss zu zehnt über die Zeit bringen.

Joker des Tages: Meschack Elia. Wird nach 64 Minuten eingewechselt und holt mit einer seiner ersten Aktionen den Corner heraus, der zum 1:0 durch Itten führt. (Info powered by Frau Rrr)

Farbe des Tages: Rot. Und wieder fliegt ein Berner vom Platz. Nach Garcia und Zesiger in St. Gallen und Wicky gegen Lugano trifft es Verteidiger Kevin Rüegg (mit Gelbrot).

Young Boy des Tages: Cedric Itten. Ein Knipser!

Weiter geht es für die Young Boys am 2.Oktober mit dem Gastspiel in Luzern.

Keuchende Verkündigung

Val der Ama am Samstag, den 17. September 2022 um 13:00 Uhr

Ganz Spanien im Radsportfieber.

Sie haben es mitbekommen. Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl) hat vergangenes Wochenende durch den Triumph bei der Vuelta den bislang grössten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der 22 Jahre alte Belgier verteidigte auf der letzten Etappe in Madrid seinen komfortablen Vorsprung vor den Lokalmatadoren Enric Mas (Movistar) und Juan Ayuso Pesquera (UAE Emirates).

Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique muss sich beruflich zwar mit Fussball befassen, aber eigentlich fährt auch er lieber die Pässe hoch. Aber Brotjob ist wichtig und so gibt das Kader für diese Nations League Spiele gegen die Schweiz und Portugal halt auf dem Velo bekannt.

915. Caption Competition

Herr Noz am Freitag, den 16. September 2022 um 13:12 Uhr

Hallo und willkommen zu einer weiteren Runde Caption Competition.

(Keystone)

Heute betiteln Sie bitte obiges Bild, auf dem Sie unschwer eine lebende Legende erkennen. Der andere ist Herr Federer (v.l.n.r.). Wenn es Ihnen gelingt, mit Ihrem Beitrag die strenge Jury zu belustigen, haben Sie die Chance auf einen Preis aus unserer Schatzkiste. Sie haben Zeit bis morgen Samstag, 18 Uhr.

Viel Erfolg, gutes Gelingen und schönes Wochenende allerseits.

Frühreifer Feldspieler

Val der Ama am Freitag, den 16. September 2022 um 5:41 Uhr

Wir sind alt.

Das ist Christopher Atherton. Er spielt für den nordirischen Verein Glenavon und hier auf dem Bild ist er gerade einmal 13 Jahre und 329 Tage alt. Seit zwei Tagen ist er der jüngste Profi-Fussballspieler im Vereinigten Königreich.

Der Bengel wurde drum in der zweiten Halbzeit des Ligapokals gegen Dollingstown eingewechselt und gab mit seiner ersten Ballberührung dazu noch den Pass zum Endresultat von immerhin 6:0.

Jünger ging aber auch schon. Der Weltrekord für den jüngsten Profispieler wurde im vergangenen Jahr von dem 11-jährigen Eric Godpower Marshall aufgestellt, als er für den liberianischen Viertligisten Gar’ou gegen den Haifa FC spielte.

Er übertraf den vormaligen Rekord des 12-jährigen Bolivianers Mauricio Baldivieso, der im Juli 2009 für Club Aurora gegen La Paz spielte.

Und was haben Sie so während der Pubertät vollbracht?

Fertig Fussball für Franco B. (9)

Baresi am Donnerstag, den 15. September 2022 um 12:59 Uhr

BREAKING NEWS: Der letzte Smash! Roger Federer hängt Racket an den Nagel


Hörmruff Alte! Hast Du mir einen Tipp, wie ich um diese ganze Tippspielinflation herumkomme? Keine Kickerredaktion, kein blauer Fussballfernsehsender und kein Blog zum runden Leder ohne Tippspiel. Bald jeder Wettbewerb in jeder Liga kann irgendwo getippt werden. Und dann diese Analysen nach jeder Halbrunde und das ganze Gerede darüber. Wer ist besser, wer ist schlechter? Die angehenden Studierenden an der HSG müssen ihr Wording von solchen Diskussionen haben. Ein Wunder, werden die ganzen Tipps nicht bereits als ETF gehandelt. Früher, als ganze Fussballweltmeisterschaften mit allen Resultaten, Toren und Spielern Monate vor Beginn der WM in aufwendig gestalteter Buchform als Kunstprojekt erschienen, da war der Fussball noch anders, nicht so schnelllebig und kommerziell. Ehrenwort – so habe ich echt keinen Bock mehr.

Beherzter Beschluss

Herr Shearer am Donnerstag, den 15. September 2022 um 6:00 Uhr

Keine WM auf La Réunion.

04.09.2021, Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Spieler der Fußball-NACKTionalmannschaft stehen mit dem Schriftzug «Boycott Qatar 22» auf die Körper gemalt auf dem Platz. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Oliver Berg)

Auf alle Fälle nicht in den Spalten und auf der Internetpräsenz  von “Le Quotidien”, einer der grössten Zeitungen auf der Insel im Indischen Ozean. Die Redaktion will der im Wüsten Staat Katar stattfindenden Endrunde im Dezember keine einzelne Zeile widmen und auch keine Plattform für Werbung, die sich auf Giannis grosses Fussballfest bezieht, bieten. Das ganze Statement können Sie hier nachlesen. Den wichtigsten Teil möchten wir aber kurz zitieren:

Es geht nicht darum, einen Staat und eine Bevölkerung zu verurteilen, sondern um die Feststellung, dass eine Vielzahl von Komplizenschaften und abwegigen Entscheidungen dieses Ereignis zum absoluten Konzentrat all dessen gemacht haben, was nicht mehr akzeptabel ist. Ein Höhepunkt der zu verbietenden Praktiken.

Mehr als jedes andere Sport- oder Kulturereignis vor ihr kristallisiert diese Weltmeisterschaft untragbare Verletzungen der Menschenwürde und der menschlichen Freiheiten heraus, sie hat die Rechte von Arbeitnehmern und Minderheiten mit Füßen getreten und den Respekt vor der Umwelt hinweggefegt. Die Karikatur eines fehlgeleiteten Systems ist wohl noch nie so weit gegangen.

Judihui, denken Sie jetzt sicher, dann bleibt mehr Platz im Blatt und im Netz, um zum Beispiel über die Jeunesse Sportive Saint Pierroise zu berichten. Dort spielt nämlich seit kurzer Zeit ein hochinteressanter Stürmer namens Guillaume Hoarau. Schade aber: nach dem 13. November ruht auch die Meisterschaft in der regionalen D1. Es ist ein Jammer diesen Winter!

Denkanstoß Numero XII

Frau Götti am Mittwoch, den 14. September 2022 um 13:00 Uhr

Wie wahr spricht da der langjährige Fussball-Profi, denke ich mir. Und gehe zum Velokurier nebenan, um mehr Luft in die Reifen zu pumpen, bevor es ins Eichholz geht.

Nullzunull in den Neunzigern

Herr Winfried am Mittwoch, den 14. September 2022 um 5:59 Uhr

Heute vor genau 29 Jahren war YB im Europacup noch dabei.

Wir blenden zurück zum 14. September 1993, da war im Berner Wankdorf Celtic Glasgow zu Gast, im Hinspiel der 1. Runde des Uefa-Cups. Dieser Wettbewerb hiess damals relativ neu so, und YB war nicht gerade jedes Jahr europäisch mit dabei (zuvor letztmals 1987/88, damals noch im Cup der Cupsieger). Die Schotten spielten dagegen regelmässiger international.

Die Berner schauten damals gut zum leiblichen Wohl der Spieler, und hatten gleich zwei offizielle Verpfleger. Einerseits die Metzgerei Grunder, «Berns Pferdemetzgerei», und die Brasserie Anker in der Zeughausgasse – sie wartete mit diesem Werbespruch auf:

Es Stückli Fleisch, u das no zart,
im «Anker»-Sääli – ganz separat

chöi d YB-Giele sich la verpflege
u mitenand es Wörtli rede
d Moral isch höch – si chöme gärn
i ds schöne «Anker»-Sääli z Bärn

Alles war also angerichtet für das Spiel gegen Celtic. Was gab es zum Gegner zu sagen? Die Redaktion des Matchprogramms hatte recherchiert. Bis dahin war Celtic in der Meisterschaft nur 8., die grossen Namen fehlten im Kader. Dafür gab es über die Leute in Glasgow viel zu erzählen:

«(…) Es ist eine Stadt der Arbeiter. Essen, Schlafen, Arbeiten – so sieht der Tag der meisten seiner (sic!) Bewohner aus. Die Menschen flüchten nach Hause vor den Fernseher. Die Entspannung, d.h. Pubs, Kinos und das Stadion, ist reserviert für den Samstag. (…)»

YB spielte mit: Kobel; Reich, Weber, Rotzetter; Ippoliti (90. Porfido), Moser, Bregy, Baumann, Sutter (66. Agostino); Kunz, Nowak. Trainer: Trümpler

Das Spiel vor rund 7’300 Zuschauenden endete 0:0. Im Rückspiel in Glasgow unterlagen die Young Boys 0:1 nach Verlängerung, und mussten danach wieder zehn Jahre warten bis zum nächsten Europacup-Auftritt (gegen MyPa aus Finnland).

Hickhack am Rotten

Briger am Dienstag, den 13. September 2022 um 13:00 Uhr

Der Oberwalliser Lokalfussball in Aufruhr.

Marco Walker (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Grund dafür ist der schwach in die Saison gestartete FC Naters. Aus den ersten fünf Spielen holte das Oberwalliser Aushängeschild nur drei Punkte. Trainer Nikola Vasilic wurde angeboten, ihm Jürg Widmer an die Seite zu stellen. Widmer scheiterte mit dem damals noch FC Oberwallis Naters heissenden Verein erst in den Aufstiegsspielen zur Promotion League an Rapperswil-Jona. Vasilic lehnte ab und wurde entlassen. “Widmer seinerseits hält man nicht für die beste Lösung”, so der Walliser Bote am letzten Donnerstag.
Auch der Name Admir Smajic geisterte durch den Blätterwald. Assistent Daniel Hermann, der den Club nach der Entlassung Vasilics trainierte und gegen Concordia Lausanne am Wochenende immerhin zu einem Punkt coachte, ist keine Dauerlösung, da ihm die nötigen Diplome fehlen. Wunschkandidat von Kleinstadt-CC Hans Ritz war daher Marco Walker, seit drei Spielen Trainer auf der anderen Rhoneseite beim FC Brig-Glis, zwei Ligen tiefer, der vor seinem Engagement in Sion bereits den FC Naters trainiert hatte. Am letzten Freitag um 19 Uhr sollte der neue Trainer in Naters vorgestellt werden, alles deutete auf Walker hin. Der Brig-Gliser Präsident, Infantino-Spezi und Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnold, zeigte sich darob wenig erfreut. Vom Walliser Boten liess er sich wie folgt zitieren: «Beim Samstag-Heimspiel gegen Salgesch wird Marco Walker unser Team coachen. Marco Walker besitzt bei uns einen Vertrag bis Ende Saison, doch alles scheint offen zu sein. Trotzdem hoffe und erwartete ich, dass er diesen erfüllt.»

Und das tut dieser letztlich auch, obwohl im Ritz neben der Tätigkeit als 1. Liga-Trainer auch einen Job in seiner Firma anbot. Arnold dazu im Walliser Boten: “Das Herz und die Leidenschaft hat gegen das Geld entschieden. Wir sind glücklich darüber, dass Walker unser Trainer bleibt. Wir wollen mit ihm längerfristig zusammen arbeiten.”

Neuer Trainer wurde dann letztendlich Jürg Widmer.