Note 6 für alle!

Dr. Eichenberger am Donnerstag, den 16. September 2004 um 15:44 Uhr


Noten nach BILD-Lesart: 1: Weltklasse, 2: Stark, 3: Durchschnitt, 4: Ausreichend, 5: Schwach, 6: Hat das Geld nicht verdient.

Serie zur Serie A (11). Die Mitspieler: Lecce

Dr. Eichenberger am Donnerstag, den 16. September 2004 um 14:53 Uhr

Der Verein US Lecce aus der schönen Barockstadt Apuliens gehörte immer wieder der Serie A an; letzte Saison belegte man den zehnten Rang. Dass sich die Rot-Gelben dem Abstieg entziehen konnten, verdankten sie insbesondere einem Mann: dem Stürmer Ernesto Javier Chevanton aus Uruguay und seinen 20 Toren. Das konnte nicht gut gehen: bereits in der laufenden Saison wurde Chevanton mit diversen Klubs in Verbindung gebracht. Zur Überraschung aller wechselte er nicht innerhalb Italiens, sondern ging nach Frankreich zu Monaco. Damit verlieren die Süditaliener ihr wichtigstes Argument im Kampf gegen den Abstieg. In die Lücke springen sollen Samuele Dalla Bona (Atalanta, Chelsea, Milan, Bologna seine bisherigen Stationen) und der Russe Alexei Eremenko von AJK Helsinki. Trainiert werden die Leccesen neu vom tschechischen Kettenraucher Zdenek Zeman, genannt «El Boemo», letztes Jahr in Avelino und zuvor bei Salernitana in der Serie B engagiert. In den 90er Jahren buk Zeman grössere Brötchen, als er Lazio und Roma trainierte und einen Abstecher in die Türkei zu Fenerbahce machte. Aber was interessiert uns dies alles? Wo doch 1998 «unser» David Sesa von Servette zu Lecce wechselte, dort zwei Spielzeiten blieb und jeweils 7 Tore erzielte. Im Jahr 2000 wechselte Sesa zu Napoli, was eine unkluge Entscheidung war. In Lecce war er ein Star, sein Leibchen hing prominent beim Kiosk an der Piazza Sant Oronzo – ein Exemplar ist heute im Besitz des Berner Fan-Lokals Halbzeit. Bei Napoli konnte sich Sesa nie einen Stammplatz erkämpfen, der Verein ging bankrott und versucht einen Neustart in der dritten Liga. Bitter! Und Lecce? Die Südländer müssen sich warm anziehen diese Saison.


Vor dem Anpfiff des Spiels Lecce-Inter 1997. Von den Fotografen umringt: Ronaldo (Foto: Pinarello)

Frisk in Rom

Dr. Eichenberger am Donnerstag, den 16. September 2004 um 10:40 Uhr

Seit der EM leben Skandinavier in Italien gefährlich. Da nützte es gestern dem schwedischen Schiri in Rom nichts, sich als Young Boy zu verkleiden.

Warum Ronaldo nicht traf

Dr. Eichenberger am Mittwoch, den 15. September 2004 um 22:35 Uhr

Von Milan-Präsident Silvio Berlusconi wissen wir, dass er gelegentlich in der Halbzeitpause seinem Trainer Carlo Angelotti per Natel Order erteilt, welche Spieler er neu einzuwechseln hat. Vielen unbekannt ist, dass der persönliche Berater von Real-Spieler Ronaldo diese Einflussnahme schon längst praktiziert. Nicht immer mit Erfolg, wie unsere Enthüllung zeigt:

Ronaldo-Berater Cristiano Zinc (hinten) bespricht in Leverkusen nach dem 0:1 Pausenstand mit seiner Assistentin die taktischen Anweisungen an Ronaldo und will seine Ratschläge eben per Handy an seinen Spieler in die Kabine weitergeben …


… da taucht überraschend der Uefa-Delegierte Don Landolf (rechts) zu einem Kontrollgang auf der Pressetribüne auf. Vorsicht ist geboten! Der Ronaldo-Berater muss sein Unterfangen sofort unterbrechen und das Handy verschwinden lassen …


… Don Landolf verwickelt Zingg so lange in ein Fachgespräch, bis der Schiri zur zweiten Halbzeit anpfeifft. Die Folge: Ronaldo trabte orientierungslos auf dem Feld herum, fand den freien Mitspieler nicht und wurde ausgewechselt. Sie wissen oft nicht, was sie tun, die Uefa-Delegierten!

Ein Kuchen für Ronaldo

Rrr am Mittwoch, den 15. September 2004 um 20:11 Uhr

Der brasilianische Fussballgott Ronaldo bestreitet heute abend in Leverkusen sein 500.Spiel als Profi-Kicker. Dieses schöne Jubiläum hat einen ungenannt sein wollenden Weblog-Autor dermassen begeistert, dass er spontan den weltweit ersten Ronaldo-Kuchen buk.

Das Teil ist in den brasilianischen Landesfarben grün-gelb gehalten und besteht im wesentlichen aus Teig, Käse, Milch, Eiern, Gewürzen, Basilikum und unglaublich viel Knoblauch. Die Testesser hatten Tränen in den Augen.

Unser Funkbild von artursartours: Kuchen (unten) mit Weblog-Autor Rrr.

Tüdelig?

Dr. Eichenberger am Mittwoch, den 15. September 2004 um 14:22 Uhr

«Ich habe Angst davor, dass ich mit 70, falls ich dieses Alter überhaupt erreiche, tüdelig durch die Gegend laufe und ich nicht mehr weiss, was ich tue.»
Diese philosophischen Gedanken verschwendete der stumpenrauchende Schalke-Manager Rudi Assauer, als es galt, seinen 60. Geburtstag zu feiern. Da stellt sich die Frage: weiss der Kerl heute, was er tut? Morgen kann er in der Zeitung lesen, dass er eben seinen Trainer Jupp Heynckes entlassen hat. Tröstende Worte an den Erfolslosen richten Sie bitten hierher.

Versteckte Fouls

Rrr am Mittwoch, den 15. September 2004 um 10:05 Uhr

Der gestrige Auftakt zur Champions League zeigte es einmal mehr: Das versteckte Foul hat Hochkonjunktur. Hier ein erschütterndes Dokument aus dem hohen Norden.

(Geklaut bei Spitzenkick.de)

Der schwenkbare schwedische Ellbogen

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 14. September 2004 um 22:59 Uhr

Im Mittelpunkt des Interesses vor dem Mittwochspiel Ajax contra Juventus steht – jedenfalls bislang – nicht ein Schweizer namens Meier, sondern ein Schwede namens Ibrahimovic. Ajax-Stürmer Zlatan I. zügelte bekanntlich vor zwei Wochen samt privater Fahrzeugflotte (Mercedes Sl 55, Ferrari 360 Modena, Porsche Carrera GT) über die Alpen nach Turin. Seinen ersten Champions League-Einsatz hat Zlatan pikanterweise in der Amsterdam ArenA, wo er Ende August noch mit einem unglaublichen Slalom-Tor brilliert hatte. Sonst hatten die Aktionen des Stürmers aus dem IKEA-Land zwar nicht immer Hand und Fuss. Unauffällig blieb Zlatan aber nie. Dies lag nicht zuletzt an seinem schwenkbaren Ellbogen, der sich in Nähe niederländischer Verteidiger in die kynetische Windmühlenposition zu verschieben pflegte, splitternde Nasenbeine und erschütterte Hirnwindungen hinterlassend. Nicht immer. Aber immer öfter.

Beispiel 1:

Vitesse-Ajax. Zlatan contra slachtoffer (=Opferhilfeempfänger) Bert Konterman (1 gebrochene Nase).

Beispiel 2:

19 Augsut 2004, Freundschaftsspiel Schweden-Niederland (slachtoffer Giovanni Van Bronckhorst

Für Freunde der Statistik der Vollständigkeit halber noch ein Auszug aus Ibrahimovics einschlägigem Vorschwenkregister der Vorjahre: 30.9.2001, FC Groningen-Ajax: Slachtoffer: Melchior Schoenmakers. 2.10. 2002, Ajax-Rosenborg BK: Slachtoffer: Erik Hoftun. 16.4.2003, Feyenoord-Ajax: Slachtoffer: Gérard de Nooijer.


Zlatans schwenkbarer Ellbogen hat sich mithin als handliches schwedisches Qualitätsprodukt etabliert, welches sich begreiflicherweise weltweiter Nachfrage erfreut: Da das Modell für einen schönen Preis (16’000’000 Euro) nach Italien verkauft werden konnte, ist es in der Amsterdamer IKEA-Filiale nicht mehr im ständigen Sortiment zu finden. Dass Ikeahimovics Schwenkarm mit dem patentierten Ellenbogensystem auch am Mittwoch in die Windmühlenstellung gehen und die ehemaligen Clubkollegen ummähen wird, ist eher unwahrscheinlich. Das zu erwartende Einklappen des Zlatan-Schwenkarms hat nicht unbedingt mit der abschreckenden Wirkung des unbestechlichen Auges des helvetischen Ordnungshüters Urs Meier zu tun – und schon gar nicht mit irgend welcher Rücksicht auf die Gesundheit der langjährigen Ex-Clubkollegen. Anlassung für Entwarnung in Amsterdam bieten nicht Zlatans allfällige Skrupel, sondern viel eher die erstaunlichen Einflüsse seines neuen Arbeitsortes. Wie sich am Sonntag beim ersten Einsatz im Juve-Dress zeigte, sind der rechte wie der linke Ellbogen des Ikeahimovic im Land seiner neuen Bestimmung wohlbehalten angekommen, haben sich innert wenigen Tagen perfekt assimiliert und bereits die landesübliche autogene Unschulds-Grundstellung eingenommen. (Frans van der Vaart)

Serie zur Serie A (10). Die Mitspieler: Lazio

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 14. September 2004 um 17:02 Uhr

«Was bedeutet Lazio Rom?», fragte sich schon der kleine Klaus Theweleit, wie er im Buch «Tor zur Welt» verrät. Kurz gesagt: Lazio ist nicht Rom, sondern das bourgeoise Gegenteil der AS Roma und benennt sich nach dem italienischen «Kanton» Lazio. In der ewigen Stadt ist man entweder für die Roma oder für Lazio. Also eigentlich für die Roma. Dass Lazio überhaupt in die neue Saison starten darf, würde anderswo an ein Wunder grenzen – nicht so in Italien.
Der Verein in den hellblau-weissen Farben hing lange am Tropf des Unternehmers Sergio Cragnotti, der Lazio 1992 für 24 Milliarden Lire kaufte. Zwei Jahre später übernahm er das Cirio-Imperium und machte sich daran, Firma und Fussballclub in den Ruin zu treiben. Cragnotti richtete bei Lazio stets mit der grossen Kelle an und kaufte bekannte Spieler wie Boksic, Casiraghi, Gasgoine, Veron, Vieri, Signori und Crespo und engagierte illustre Trainer wie Zoff, Zeman, Eriksson, Zaccheroni und Mancini. Die investierten (Schwarz?)Gelder zahlten sich aus: Cup- und Supercup-Sieg Italiens 1998, Gewinn des Cups der Cupsieger und des Supercups Europas 1999, Cupsieger Italiens und zweiter italienischer Meistertitel 2000. Dann ging es bergab, die Cirio-Gruppe war mit 150 Millionen Euro in der Kreide, es folgten Gerichtsverfahren, die Spieler mussten monatelang auf ihre Gehälter warten. Weiter nördlich, in der Rohschinkenstadt Parma, las man von ähnlichen Skandalen, und tatsächlich fand zwischen den beiden Vereinen resp. deren Besitzern ein reger (Spieler)Handel statt – mehr darüber in Folge 12.
Lazio machte hierzulande 1993 auf sich aufmerksam, als der Schaffhauser Roberto Di Matteo überraschend zu Lazio wechselte. Der Zweitgeneratiönler italienischer Abstammung wusste schon damals, was er wollte: Nati-Spieler Italiens werden, und das schaffte er auch. Seine Karriere beendete er schmerzvoll bei Chelsea in London. Seit 1995 hält sich der ehemalige YB-Spieler Guerino Gottardi tapfer im Kader von Lazio. Er kam zwar in den letzten Jahren kaum mehr zum Einsatz (99/2000: 5 mal, 2000/01: 3 mal, 2001/02: 5 mal, 2002/03 und 2003/04: je 1 mal), soll aber gemäss gewöhnlich gut unterrichteten Quellen immer noch soviel verdienen, dass er sich einmal am Tag eine warme Mahlzeit und eine Ausfahrt in seinem Ferrari leisten kann. Tatsächlich verdankt Gottardi sein langfristiges Engagement einem einzigen Tor: Als er 1998 im Cupfinal gegen Milan traf, erhielt er am nächsten Tag von Cragnotti gleich einen neuen (besser dotierten) Vertrag unterbreitet. Wie es Gottardi, abgesehen vom Einkommen, so lange bei diesem Verein aushalten konnte, ist schleierhaft. Viele Lazio-Fans sind als üble Rassisten bekannt, vor deren Angriffen nicht einmal die eigenen Spieler gefeit sind: so wurde der dunkelhäutige holländische Spieler Aron Winter regelmässig mit rassistischen Schmierereien belästigt, als er noch bei Lazio spielte. Liebling dieser «Fans» war der serbische «Sympathieträger» Sinisa Mihajlovic, der seinem Trainer Manchini zu Inter folgte. Als «das Schlimmste, was ich je auf einem Fussballplatz erlebt habe», bezeichnete der schwarze Mittelfeldspieler Vieira nach dem Champions-League-Spiel zwischen Lazio und Arsenal die Hasstiraden seines Gegenspielers Mijajlovic.
Nebst Mihajlovic verkaufte Lazio im Sommer weitere Bestandteile seines Tafelsilbers: Stam zu Milan, Favalli zu Inter, Fiore und Corradi zu Valencia, Albertini zu Atalanta, Lopez zu America Mexiko. Neuerdings geht es beim Verein wieder sauber zu: Lazio ist im Besitz des 45jährigen Unternehmers Claudio Lotito. Der ist u.a. an einer Reinigungsfirma beteiligt. Prognose: Es wird schwer.


Unangenehm aufgefallen: Der langjährige Lazio-Spieler Sinisa Mihajlovic.

Der arme Bub

Rrr am Dienstag, den 14. September 2004 um 16:25 Uhr

Liebe Beckham-Fans,

wenn Ihr morgen irgendwo im Boulevard die Schlagzeile “Becks weinte bittere Tränen” lest – erspart Euch den Kauf der Zeitung. Es ist nicht so, dass Beckham schon wieder einen Penalty verschossen oder einen Titel verspielt hätte – er hat einfach die Einschulung seines Sohns nicht verkraftet.

Wer’s nicht glaubt – hier die Bilder aus der renommierten englischen “Sun”:

Van Basten und der Schuh des Baros

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 14. September 2004 um 8:46 Uhr

Hollands neuer Nationalcoach Marco van Basten (in seiner Heimat regelmässig als Zauberlehrling bezeichnet) zeigt sich auch in Sachen Public Relations als rascher Lehrling. War sein Vorgänger Advocaat (nomen est omen?) rechthaberisch, regentenhaft, humorlos und hölzern, so präsentiert sich Marco der Öffentlichkeit eloquent, geistreich und grosszügig. Anscheinend hat sich Marco nach dem Länderspiel schriftlich für den tschechichen Stürmerpfeil Milan Baros eingesetzt, der vergangenen Mittwoch (nach einer der unzähligen unbeabsichtigen Körperkontakte mit der niederländischen Verteidigung) eines Schuhs verlustig ging, einige Sekunden besockt weiter getschuttet hatte und für diese gemeingefährliche Attacke von Schiedsrichter Markus Merk verwarnt wurde. Für sein gönnerhaftes Engagement gegen die Gelbe Karte von Baros kann sich Marco des internationalen Beifalls sicher sein. Clever. Aber eigentlich hätte Zauberlehrling Marco ja schon beim gemeinsamen Schlusstraining vor dem Mittwochmatch Gelegenheit gehabt, den Doktor Merk rechtzeitig deutsch und deutlich zu instruieren. (Frans van der Vaart, Amsterdam)


Zu gut deutsch: «Wenn jeder seine Aufgaben ausführt, dann werden wir das Spiel gewinnen.»

Abstieg ist nicht das Ende

Rrr am Dienstag, den 14. September 2004 um 0:01 Uhr

Happy Birthday! Heute feiert der voll krasse Günter Netzer seinen 60.Geburtstag. Wir halten ihn in ehrendem Andenken, verweisen auf die schöne Homepage und begehen den Tag mit einem denkwürdigen Wort des Regisseurs:

Man muss mit dem Schlimmsten rechnen. Mit dem Abstieg könnte das Ende noch nicht erreicht sein.

Das letzte Wort gebührt aber Netzers langjährigem Lehrmeister, dem Mönchengladbach-Trainer Hennes Weisweiler:

Abseits ist, wenn dat lange Arschloch zo spät abspielt.