Rustikal

Frans am Mittwoch, den 3. November 2004 um 17:34 Uhr

Der im Dezember startende “adidas”-Werbefeldzug mit dem originellen Titel “Gimme the Ball” macht deutlich, dass das Spiel mit dem runden Leder – entgegen immer wieder zu hörender Vorurteile – nichts für Primitive ist, sondern primär etwas für Feingeistige und Filigrantechniker.
Zu ihnen gehört neben Saviola (AS Monaco), Del Piero und Trezeguet (beide Juventus), de Jong (Ajax), Robben (Chelsea), Kompany (R.S.C. Anderlecht) auch Cissé (Liverpool).
Für die nächste Kampagne empfehlen wir van Nisterlrooy und Keane (Manchester), Adriano (Inter), Goor (Feyenoord), Daum (Fenerbahce) sowie Ibrahimovic (Juventus).
Für weitere konstruktive Anregungen aus der Weblog-Leserschaft wird “adidas” fraglos dankbar sein.

Kahn kommt

Rrr am Mittwoch, den 3. November 2004 um 17:01 Uhr

Heute müssen die Kinder aber früh ins Bett: Oli Kahn spielt mit Bayern gegen Juve. Ein Spiel, das niemandem am Arsch vorbei geht!

Boxen im San Siro

Rrr am Mittwoch, den 3. November 2004 um 16:44 Uhr

Der Brasilianer Adriano (Inter Mailand) ist neuer Fussballbox-Weltmeister im Halbschwergewicht. Vorbildlich seine Technik im Fight gegen Valencias Herausforderer Marco Antonio Simoes Caneira: Angetäuschter Treffer mit der Linken, raffinierter Kinnhaken mit rechts. Dass Caneira für sein mädchenhaftes Umklammern nicht bestraft wurde, ist völlig unverständlich.

Römischer Trick

Dr. Eichenberger am Mittwoch, den 3. November 2004 um 12:46 Uhr


Bayer Leverkusen tritt heute Abend in der Champions League bei der AS Roma an. Weil es im Heimspiel der Römer gegen Kiew zu Ausschreitungen gekommen war, findet das Spiel im Olypiastadion unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Sportpsychologe Bernd Strauss vermutet nun, das das leere Stadtion ein Vorteil für die Roma sei. «Es gibt verschiedene Untersuchungen, die zeigen, dass die Heimmannschaft eher davon profitiert, wenn gar keine Zuschauer da sind», erklärt er im Spiegel. Mit dem Geistermatch spielen die Römer, die mit 0 Punkten letzte ihrer Gruppe sind, ihre letzte Trumpfkarte, um sich doch noch für die Zwischenrunde zu qualifizieren. Ganz schön schlau!

Alles Bayern Juve

Rrr am Mittwoch, den 3. November 2004 um 7:15 Uhr

Warum haben wir eigentlich 51 Fernseh-Kanäle? Ja klar: Damit wir aus dem breiten Angebot wählen können, was uns am besten gefällt.

Heute abend zum Beispiel zeigt SF2 das Champions-League-Spiel Bayern München-Juventus Turin, das müde Duell zweier Mannschaften, die schon praktisch für die Achtelfinals qualifiziert sind. Die Westschweizer Freunde von TSR2 übertragen zur selben Zeit das Spiel Bayern gegen Juventus. Die Tessiner Kollegen TSI2 bieten uns auch einen Match an, und zwar Bayern gegen Juventus. Wer keinen dieser Sender mag, wählt ORF 1: Die Österreicher zeigen heute abend Bayern gegen Juventus.

Alles Bayern oder was? Die einzige Alternative bietet TF 1 mit Lyon-Fenerbahçe.

Richtig spannend wären übrigens die Gruppen A (mit Monaco, Liverpool) und B (Real, Kiew, Leverkusen) – nur: diese Spiele zeigt niemand. Gute Nacht.

Nur 20 Minuten für Socrates

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 2. November 2004 um 17:21 Uhr

Der brasilianische Ex-Weltmeister Socrates (50) gibt doch kein Comeback beim englischen Verein Garforth Town. Simon Clifford, der Präsident des Klubs aus der Northern Counties East League, hat mit seiner Ankündigung, er habe Socrates für einen Monat unter Vertrag genommen, den Mund offenbar etwas zu voll genommen (es stand im eBund). Socrates selber hat nun verlauten lassen, er sei zu alt zum Fussballspielen. «Es reicht gerade noch für 20 Minuten.» Mindest für einen solchen Kurzeinsatz will er aber im November für Garforth Town noch einmal die Schuhe schnüren.


Nur ein Kurzeinsatz für Socrates im Stadion von Garforth Town.

Saison-Ende

Rrr am Dienstag, den 2. November 2004 um 14:57 Uhr

Die NZZ Online übermittelt uns folgendes medizinische Bulletin:

Dazu haben wir zufälligerweise noch einen Schnappschuss: Das ist der Moment, als die Saison des bedauernswerten Franzosen zu Ende ging.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 2. November 2004 um 12:45 Uhr

Die International Federation of Football History & Statistics IFFHS begleitet den Fussball weltweit mit wissenschaftlichem Argusblick. Laut Berechnungen der Statistiker war die AC Milan das Club-Welt-Team des Monats Oktober – vor Seongnam Ilhwa FC Chunma aus der Republik Korea. Die Mailänder blieben national und international unbesiegt, gewannen sehr viel Punkte und begeisterten mit ihrer Spielweise», urteilen die Statistiker. In der aktuellen Jahresstatistik führt Manchester United vor Valencia, Arsenal, Milan und Real Madrid. Kommentar der IFFHS: «Die Spitzengruppe der Club-Weltrangliste liegt so eng beieinander, daß noch viele Teams die Möglichkeit haben, am 31.Dezember Jahressieger zu werden.» Der FC Basel liegt an 209. Stelle. Es ist der einzige Schweizer Verein unter den 350 aufgeführten Teams.


Andrea Pirlo und Andriy Shevchenko

Vier Duelle

Rrr am Dienstag, den 2. November 2004 um 7:40 Uhr

In der Champions League naht die Entscheidung – wer übersteht die Vorrunde? Barcelona und Milan werden es sicher beide schaffen, das Direkttreffen heute auf TSR2 ist deshalb mässig interessant. Barça befand sich zuletzt in der Krise, gewinnt aber 2:1.

Als Alternative bietet sich Inter gegen Valencia auf TSI2 an. Leider gibts hier ein schlappes 0:0, das nur eine Mannschaft freut: Werder Bremen. Die Deutschen schlagen nämlich Anderlecht 3:0 (live auf SAT1) und nähern sich auf Kosten Valencias den Achtelfinals.

Wem das alles zu wenig ist: In der Nacht gibts noch Bush gegen Kerry auf sämtlichen Kanälen – allerdings ohne Resultat. Wer neuer US-Präsident wird, entscheidet der Oberste Gerichtshof erst Mitte Dezember.

Matthias von hinten

Rrr am Montag, den 1. November 2004 um 20:09 Uhr

Der “Spiegel” berichtet über schwule Fussballer in der Bundesliga.

Aha. Wir fragen uns: Gibt es eigentlich auch schwule Nationalspieler? Der Ex-Internationale Stefan Kuntz hat dazu eine interessante Antwort parat.

Vogel im Aufwind

Frans am Montag, den 1. November 2004 um 19:44 Uhr

Nur zwei Teams spielten häufiger in der Champions League als der PSV Eindhoven (nämlich Manchester und Porto), und kein einziges Team hat es bisher gründlicher geschafft, in der Ersten Runde hängen zu bleiben als der PSV, nämlich sämtliche acht Mal. Nach dem erknorzten Sieg bei Rosenborg Trondheim (2:1) wittern sie in Eindhoven Morgenluft. Mit einem erneuten Sieg hätten es die Niederländer am Dienstag schon beinahe geschafft. Im Aufwind ist auch der Spieler mit Rückennummer 14, Johann Vogel. An der Medienkonferenz von vergangener Woche erhielt der Captain des Schweizer Nationalteams dickes Lob von PSV-Trainer Guus Hiddink, der ihn nicht nur als einer seiner taktisch besten Spieler rühmte, sondern eine Art Mentalitätswandel ausgemacht haben wollte: Vogel denke nun viel häufiger daran, möglichst schnell einen Stürmer anzuspielen, sagte Hiddink über den Spieler, der nicht nur in Eindhoven vielen als praktizierender Anhänger des Quer- und Rückpasses in Erinnerung ist. Beinahe scheint es, als erobere Vogel sogar die Herzen der PSV-Fans im (gedrosselten) Steigflug: Zum ersten Mal in dieser Saison empfahlen sie im Internet Vogel zur Aufstellung in der Startformation. Bislang hatte er es in 15 Spielen bloss ein einziges Mal auf die virtuelle Fan-Ersatzbank geschafft.

Der Aufschwung kommt bestimmt

Preisfrage

Dr. Eichenberger am Montag, den 1. November 2004 um 17:42 Uhr

Wann ist beim Fussball von einem Skandalklub die Rede? Dieser Frage geht der Journalist Dirk Schümer nach und versucht, eine Definition zu finden. Von einem Skandalklub, so schümer, ist dann zu sprechen, «wenn sich die Spieler rüpelhaft betragen. Oder wenn die Trainer kommen und gehen wie im Taubenschlag. Oder wenn eine verschwenderische Vereinsführung auf die Pleite zusteuert. Oder wenn Hooligans im Stadion den einen oder anderen Spielabbruch provozieren.» Die Preisfrage lautet: Von welchem Verein, der alle diese Kriterien locker erfüllt, ist die Rede? Ist es
a) Real Madrid?
b) AS Roma?
c) FC Basel?