Was macht eigentlich Roy Hodgson?

Dr. Eichenberger am Mittwoch, den 17. November 2004 um 10:48 Uhr

Nicht alle haben Roy Hodgson, der 1994 die Schweiz an die Fussball-WM in die USA führte, vergessen. Neuerdings wird der Trainer, der zwischenzeitlich unter anderem in der Serie A bei Inter und Udinese und in der Premiership bei Blackburn tätig war, von den Australiern hofiert. Der FC Sydney soll an der Verpflichtung des sprachbegabten Misters interessiert sein. Mit ihm will man in der nächsten Saison den Meistertitel erreichen. Was über Roy sonst noch berichtet wird, kommt uns ziemlich spanisch vor.

Unsportlichkeit im fussballrechtlichen Sinne

Frans am Mittwoch, den 17. November 2004 um 8:54 Uhr

In der zweiten Ausgabe unserer Rubrik zu Regeln und Recht widmen wir uns dem absichtlichen Handstor, genauer: dessen disziplinarischen Folgen. Ausgehend von den Fällen Neuville (Mönchengladbach) und Rey (Xamax) beleuchtet Fürsprecher und Notar Philippe Frésard – als Ersatzdisziplinarrichter der Swiss Football League ein Kenner der Materie – in seinem aktuellen wissenschaftlichen Beitrag die juristischen Hintergründe:
Erfolgt die Handbewegung – wie im Fall Rey – nicht reflexartig, so “liegt eine Unsportlichkeit im fussballrechtlichen Sinne vor”. Zur Untermauerung zitiert der Sachverständige aus dem Entscheid des DFB-Bundesgerichts in Sachen Neuville: “Eine solche Täuschung enthält in diesem Zusammenhang eine besonders erhebliche Verwerflichkeit. Die Tat geschieht mit Vorsatz, rücksichtslos, zum puren Eigennutz. Die damit einhergehende eklatante Wettbewerbsverzerrung wird bewusst und gewollt herbeigeführt. Es können die Entscheidung über Meisterschaft, Auf- oder Abstieg mit existenzvernichtenden Folgen davon abhängen.”
Schlagartig wird dem Leser vor Augen geführt, dass Fussball kein Spiel, sondern eine Tätigkeit von existenzieller Dimension ist. Leider äussert sich der etwas stark auf die beiden aktuellen Fälle fixierte Beitrag nicht zur auf der Hand liegenden Grundsatzfrage, ob wenigstens die Hand Gottes existenzvernichtend eingreifen dürfte, fussballrechtlich gesehen.
(Bild: Die harte Landung nach der existenziellen Täuschung)

Pedro bei Barça (2)

Rrr am Mittwoch, den 17. November 2004 um 1:01 Uhr

Unser Mitarbeiter Pedro Pirlo weilt diese Woche in Barcelona. Er fiebert dem Schocker Barça-Real vom Samstag entgegen.

Mittwoch
Pünktlich angekommen gestern abend, aber schlecht geschlafen. Hotel ist viel zu teuer. Muss Landolf eine saftige Spesenrechnung präsentieren, das gibt Ärger.

Am Vormittag über die Ramblas gebummelt. Alles voller Katalanen, sehr eindrücklich.

Als kleiner Scherz spazierte ich im Real-Auswärtsdress von Figo durch die Gegend. Der Scherz bestand darin, dass ich das Trikot verkehrt trug. Die Reaktionen waren sehr lebhaft. Viele Menschen riefen mir etwas zu, doch kann ich kein Spanisch.

So, muss Schluss machen. Habe noch keine Tickets für Samstag. Muss meine Beziehungen spielen lassen!

Klinsmann sieht Rot!

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 16. November 2004 um 19:23 Uhr

Jürgen Klinsmann wird immer unheimlicher. Zuerst sorgte der Bundestrainer für helle Aufregung, als er bekannt gab, er werde mit seinen Spielern künftig nicht mehr brieflich, sondern per E-mail kommunizieren. Dann liess er seinen Berater Oliver Bierhoff verkünden, man werde den Ferrari-Piloten Michael Schumacher und den Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner als Motivatoren anheuern.
Und jetzt noch dies: Erstmals seit 66 Jahren wird sich die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Kamerun in roten Trikots präsentieren!!! Das «aggressive und offensive Rot» des neuen adidas-Trikots soll für die deutschen Kicker ein Zeichen sein. Das passt zur Klinsmannschen Filosofie, die er mit der Formel «Aggressivität, Leidenschaft und positive Energie» beschreibt und nun mit der Farbe Rot noch unterstrichen sehen will. So billig!! Diesen Trick hat er doch nur bei der Schweizer Nati abgekupfert!!!
(Unser Bild: Jürgen Klinsmann und Michael Ballack zeigen das rote Trikot.)

Griechisches Wasser

Frans am Dienstag, den 16. November 2004 um 18:18 Uhr

Gemäss unbestätigten Meldungen aus trüber Quelle hat die griechische Justiz eine Untersuchung eröffnet wegen Vergiftungsversuchs zum Nachteil der Spieler von Iraklis Saloniki. Denen wurde im Juni vor dem Cupspiel gegen Akratitos Athen angeblich nicht griechischer Wein in die Kabine gestellt, sondern Wasser mit verdächtiger Farbe. Inhalt: Das Neuroleptikum Haloperidol.
“Für den Spitzensport suboptimal”, sagt unser Clubarzt und verweist auf übliche Nebenwirkungen wie “Erregungsleitungsstörungen (AV-Block, Schenkelblock)” sowie “paradoxe Hypotonie nach Adrenalingabe”.
Okay, aber wieder einmal droht hier das Positive aus dem Blickfeld zu verschwinden: Haloperidol wirkt auch ausgezeichnet gegen unfreiwillige Zuckungen und unkontrolliertes Fluchen. Eine Anwendung auf gewissen schweizerischen Fussballplätzen und v.a. Trainerbänken und Fankurven könnte daher durchaus indiziert sein.

Pires und der falsche Puma

Frans am Dienstag, den 16. November 2004 um 13:13 Uhr

Eines schweren Vergehens hat sich Arsenal-Spieler Robert Pires schuldig gemacht. Statt im Dress des offiziellen Sponsors von Frankreichs Nationalteam (adidas) trat er bei einem Fernsehinterview in einem T-Shirt seines persönlichen Sponsors Puma auf.
Die nun fällige Busse von 50’000 Euros will Pires angeblich bereitwillig bezahlen. Was möglicherweise weniger über die Einsicht ins Unrecht seiner Untat aussagt als über die hübsche Summe, die Monsieur Pires üblicherweise von Puma kriegt.

Pedro bei Barça

Rrr am Dienstag, den 16. November 2004 um 12:24 Uhr

Noch 4x schlafen, dann steigt der spanische Schocker Barcelona-Real. “Zum Runden Leder” ist live mit dabei!

Unser Mitarbeiter Pedro Pirlo (links) weilt diese Woche privat in Barcelona und sendet uns täglich einen Stimmungsbericht. Natürlich überträgt er am Samstag um 22 Uhr auch das Spiel in unserem exklusiven Live-Ticker.

Wir danken Herrn Pirlo schon jetzt für seinen selbstlosen Einsatz und freuen uns auf seine Reportagen aus Katalanien.

Sex mit Becks

Rrr am Dienstag, den 16. November 2004 um 9:55 Uhr

David Beckham hat 1,8 Millionen Dollar für das teuerste Sex-Spielzeug der Welt ausgegeben, das er seiner schwangeren Frau Victoria schenkte. Beckham erwarb einen Platin-Vibrator, dessen Unterteil mit 10-karätigen Diamanten überzogen ist und an dem eine Kette aus 16-karätigen Diamanten hängt. Das Sex-Spielzeug wurde von einem Londoner Strip-Klubbesitzer kreiiert und ist eines von nur zehn Expemplaren auf der Welt.

Leider ist es uns nicht gelungen, ein Bild dieses seltenen Teils aufzutreiben; ersatzweise zeigen wir hier einen Dildo in Katzengold aus unserer eigenen Sammlung.

Das schlägt dem Fass den Boden aus

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 16. November 2004 um 8:31 Uhr


Das ist Herr Hoeness. Im richtigen Leben ist er ein Wurstfabrikant. In der Freizeit geht er seinem liebsten Hobby nach und kümmert sich als Mädchenfüralles um seinen geliebten Fussballverein namens Bayern München. Kein einfaches Hobby, denn sein Klub aus der Bayrischen Metropole ist weltweit leider äusserst unbeliebt und wird in letzter Zeit von den Medien wegen unansehnlicher Spielweise heftig kritisiert. Da ist es schon verständlich, dass dem ansonsten stillen Schaffer am Wochenende einmal der Kragen platzte, wie der folgende Interview-Ausschnitt dokumentiert:

Frage des Journalisten: Herr Hoeness, nach dem 3:1-Erfolg beim VfL Bochum haben Sie in einem Fernseh-Interview auf die Kritik an der Spielweise Ihrer Mannschaft in den ersten 75 Minuten sehr harsch reagiert. Wieso?

Antwort Herr Hoeness: Die Berichterstattung in diesem Fernsehsender ist schon seit Wochen viel zu kritisch. Und wenn wir uns schon nach einem 3:1-Auswärtssieg rechtfertigen müssen, na dann gute Nacht. Das schlägt dem Fass den Boden aus. Es wird Zeit, dass unsere Leistung überall endlich so anerkannt wird, wie sie ist: nämlich gut.

Nun überlegt sich der sensible Hobbymanager, ob er entnervt das Handtuch werfen soll und sich künftig wieder ausschliesslich seinen Würsten widmen will. Die werden, so vernimmt man, in Bayern allenthalben lobend verzehrt und als das anerkannt, was sie sind: nämlich fettig.

Rettet Berni!

Rrr am Dienstag, den 16. November 2004 um 3:56 Uhr

Die Wahl von Goleo zum offiziellen Maskottchen der WM 2006 erregt noch immer die Gemüter.

Besonders gross ist die Enttäuschung im Lager der Aktion Rettet Berni. Die Organisation kämpfte für ein Comeback des EM-Maskottchens von 1988.

Aber mal ehrlich, diesen zwangslustigen Hasen will auch niemand sehen, oder?

40 Jahre Johan

Frans am Montag, den 15. November 2004 um 22:44 Uhr

Freunde des wahren Fussballs gedenken heute eines 40jährigen Jubiläums: Am 15. November 1964 absolvierte der knapp 17jährige Johannes Hendrikus Cruyff (oder Cruijff – oder wie immer) in Groningen sein erstes Meisterschaftsspiel und schoss sein erstes von 266 Toren für Ajax Amsterdam (später folgten u.a. noch 85 für Barcelona).

Die fussballerischen Qualitäten der Nummer 14 sind Legende (u.a. Wahl zu Europas Fussballer des Jahrhunderts). Nicht geringer zu würdigen sind aber seine erfolgreichen Versuche, die niederländische Alltagssprache um geflügelte Worte zu bereichern (“Jeder Nachteil hat seinen Vorteil” und viele andere mehr).

Erstaunlicherweise hat Johan auch die spanische Sprache um innovative Redewendungen ergänzt. In Barcelona und anderswo unvergessen ist sein Ausspruch “En un momento dado” – eine wörtliche Übersetzung aus dem holländischen. Der gleichnamige Dokumentarfilm lockte dieses Jahr viel Publikum in die holländischen Kinos.
Mit gutem Grund ist Johan in Holland Kult. Eigentlich unverständlich daher, dass er in der heutigen Wahl des bedeutendsten Niederländers aller Zeiten zwar Randfiguren wie Rembrandt und Van Gogh spielend hinter sich gelassen hat, aber von einigen toten Politikern überholt worden ist. Johan wird es verschmerzen, denn seit 30 Jahren (WM-Final, München) weiss er: Es sind nicht immer die Besten, die gewinnen.

Die mogeln, die Griechen

Dr. Eichenberger am Montag, den 15. November 2004 um 18:18 Uhr

Griechenland hat sich mit gefälschten Defizit-Zahlen in die Euro-Zone gemogelt. Statt der 2001 nach Brüssel gemeldeten 1,8 Prozent, lag das Defizitder der Griechen bei satten 3,4 Prozent. Zum Start der gemeinsamen Währung wäre Griechenland also nicht reif für den Eintritt in die Währungsunion gewesen und hätte eigentlich draussen bleiben müssen. Der griechische Finanzminister Giorgos Alogokoufis hat die Mogelei heute bestätigt. Damit dürfte der Bewerbung der Griechen für die Fussball-EM 2012 vorzeitig die Luft ausgegangen sein.


Der griechische Finanzminister Giorgos Alogokoufis beerdigt die EM-Träume.