Abstieg ist nicht das Ende

Rrr am Dienstag, den 14. September 2004 um 0:01 Uhr

Happy Birthday! Heute feiert der voll krasse Günter Netzer seinen 60.Geburtstag. Wir halten ihn in ehrendem Andenken, verweisen auf die schöne Homepage und begehen den Tag mit einem denkwürdigen Wort des Regisseurs:

Man muss mit dem Schlimmsten rechnen. Mit dem Abstieg könnte das Ende noch nicht erreicht sein.

Das letzte Wort gebührt aber Netzers langjährigem Lehrmeister, dem Mönchengladbach-Trainer Hennes Weisweiler:

Abseits ist, wenn dat lange Arschloch zo spät abspielt.

Serie zur Serie A (9). Die Mitspieler: Chievo

Dr. Eichenberger am Montag, den 13. September 2004 um 13:12 Uhr

Vor noch nicht langer Zeit, so gegen Ende des letzten Jahrhunderts, geschah es, dass sich der Italienreisende beim Studium der Serie B-Partien fragte, wo denn Chievo liege. Ein solcher Ort liess sich partout auf keiner Landkarte finden. Heute sind wir gewitzt und ziehen längst den Hut vor den Leistungen des kleinen Quartiervereins aus Verona. Jener Stadt, die bisher durch den bekannteren Stadtklub Hellas Verona vor allem für negative Schlagzeilen sorgte. So im Jahr 2001, als der Hellas-Präsident Giambattista Pastorello öffentlich zugegeben hatte, dass er den dunkelhäutigen Stürmer Patrick Mboma aus Angst vor den als äusserst rassistisch bekannten Hellas-Fans nicht verpflichten könne. Bereits früher hatten Verona-Anhänger – mit Ku-Klux-Klan Mützen verkleidet – die Verpflichtung eines Schwarzen verhindert. Inzwischen hat Chievo dem Stadtclub (19. Platz in der Serie B) den Rang abgelaufen. Der Erfolg hat einen Namen: Trainer Luigi Del Neri. Er wurde in den letzten Jahren immer wieder ins Spiel gebracht, als bei einem Grossen der Serie A der Trainerposten frei wurde. Ende Saison packte Del Neri tatsächlich seine Koffer, allerdings mit anderer Destination: er wechselte zum Champions League Sieger FC Porto. Dort wurde er aber nach wenigen Trainings entlassen, noch bevor die Mannschaft 1 Spiel ausgetragen hatte. Der Mann, der das schwere Erbe auf der Trainerbank antritt, heisst Mario Beretta und ist ein Trainer ohne Serie A Erfahrung: Ternana (Serie B) und Varese (Serie C) waren seine letzten Stationen. Die Kohlen aus dem Feuer holen sollen auf dem Platz der Juve-Spieler Matteo Brighi und zwei Spieler, die vom B-Klub Torino kamen: der Stürmer Simone Tiribocchi und der Verteidiger Davide Mandelli. Der Nati-Spieler Simone Perrotta hingegen hat den Verein Richtung Roma verlassen. Prognose: hinteres Mittelfeld.

Blickt schweren Zeiten entgegen: Chievo-Präsident Luca Campedelli.

Lupo am TV

Rrr am Montag, den 13. September 2004 um 11:57 Uhr

In Nürnberg gab Mario Cantaluppi am Wochenende sein Debut. Dem “kicker” ist er während der 90 Minuten nicht aufgefallen, auch nicht negativ.

Lupo hat sich auch bereits mit den deutschen Medienschaffenden angefreundet, wobei nicht sicher ist, ob er sich auf diesem Bild wirklich auf die Frage konzentrieren konnte.

Zubi jetzt schwarz

Rrr am Sonntag, den 12. September 2004 um 20:38 Uhr

Das Interessanteste zum Spiel Basel-GC heute auf SAT 1: Basel-Goalie Pascal Zuberbühler hat seine Haare schwarz gefärbt!

Diese originelle Idee hatte originellerweise Zubis Coiffeur, und das ist art coiffure kaiser an der Gessnerallee 54 in 8001 Zürich. Wer also auch so eine Frisur möchte, geht dorthin, Telefon 044 210 24 10.

Dank seiner neuem Haarschnitt wird Zubi jetzt regelrecht von Frauen belagert, wie dieses schöne Bild aus dem Kalender 2004 von art coiffure kaiser eindrücklich belegt:

Fussballfreies Zürich

Rrr am Sonntag, den 12. September 2004 um 20:02 Uhr

Liebe Zürcher,

mal ehrlich:

Braucht Ihr wirklich ein Fussball-Stadion?

Kennen Sie den?

Dr. Eichenberger am Sonntag, den 12. September 2004 um 14:56 Uhr

Das ist der neue Stargast in der Sendung Quelli che il calcio… Sie wird jeden Sonntag nachmittag auf RAI DUE ausgestrahlt und ist eigentlich gar keine Fernseh-, sondern eine Radiosendung. Es wird über die laufenden Spiele der Serie A geredet, mit Liveschaltungen auf die Tribünen, ohne dass der Ball je einmal zu sehen ist. Geleitet wird Quelli che il calcio vom Showgirl Simona Ventura, die laut und gestenreich durch den Nachmittag führt, viel Busen zeigt und eine kaum zu überbietende Aufgeregtheit an den Tag legt. Verheiratet ist die Ventura mit dem schönen Stefano Bettarini, mit dem sie ein dankbares Sujet für die Regenbogenpresse abgibt. Bettarini ist Fussballer bei Sampdoria Genua, nur darf er gegenwärtig seinen Beruf nicht ausüben: Er ist in einen unschönen Wettskandal verwickelt und wurde per Gerichtsentscheid für fünf Monate gesperrt.

Der Schöne und das Showgirl: Stefano und Simona.

Rotkäppchen

Rrr am Sonntag, den 12. September 2004 um 8:31 Uhr

Wen haben wir denn da entdeckt? Genau, unsren alten Freund Jimmy Jump, ein notorischer Katalane, der gerne sportliche Grossanlässe stört. Gestern abend war er zu Gast bei Barcelona-Sevilla (2:0) und stülpte dem Barca-Stürmer Etoo sein legendäres rotes Käppchen über.

Da kommt uns gerade in den Sinn, dass Jimmy Jump auch schon den EM-Final 2004, die Fashion Week in London und den letztjährigen Formel-1-GP in Barcelona störte, und wenn ihn die Medien nicht andauernd abfeiern würden, hätte er sein bescheuertes Hobby sicher schon längst aufgegeben.

Thuisfluiter

Dr. Eichenberger am Samstag, den 11. September 2004 um 18:13 Uhr

Ein «fluiter» ist in der deutschen Übersetzung kein Flötler, sondern ein Pfeifer – ein «thuisfluiter» ergo ein Heimschiedsrichter. Dies wird in der fluitenden Zunft nicht unbedingt als Kompliment aufgefasst, und deshalb kassierte Ruud van Nistelrooy zwei Spielsperren, weil er im Anschluss an das EM Spiel Portugal – NL den schwedischen Schiedsrichter Frisk scheints als Selbigen (und möglicherweise auch noch als anderes) bezeichnet hatte. Ähnliche Sanktionen wären nun gegenüber dem Journalisten des Volkskrant angebracht, der heute nicht in der Lage ist, die freundnachbarschaftlichen Beiträge von Doktor Merk zustimmend zu würdigen: «Een smet op de zege was het schandalige optreden (= schändliche Auftreten) van de Duitse (= Bewohner von Hollands östlichem Nachbarland) scheidsrechter Merk, die een pure thuisfluiter (= reiner Heimflötler) was en Tsjechië vlak voor de 2-0 een strafschop onthield. Ook wuifde hij een overtreding van Heitinga op de doorbrekende Baros weg. Het leek of Merk opdracht had gekregen Nederland een handje te helpen op weg naar het WK in buurland Duitsland (= scheinbar Auftrag gekriegt, NL auf dem Weg an die WM im Nachbarland behilflich zu sein).»
Typisch Niederländer, typisch Journalistenpack: Zuerst von der nachbarschaftlichen Behilflichkeit profitieren, und dann noch reklamieren. Auch sperren, diesen Volkskrant-Polemiker – und eine Saison lang Strafversetzen von der Journalistentribüne der Amsterdam ArenA in den Hardturm. Da weiss man noch, was Dankbarkeit ist und prügelt nicht auf flötende Zahnärzte ein, sondern bloss auf Umweltverbände. (Ein Bericht unseres Holland-Korrespondenten Frans van der Vaart)

Serie zur Serie A (8). Die Mitspieler: Brescia

Dr. Eichenberger am Samstag, den 11. September 2004 um 16:37 Uhr

Brescia hat in seiner Vereinsgeschichte noch keine Geschichte geschrieben, das heisst: noch keinen Titel gewonnen, ausser dass der Klub einige Male Meister der Serie C wurde. Im September startet Brescia Calcio zur schwierigen Nach-Baggio-Ära: Il Codino hat die Fussballschuhe bekanntlich an den Nagel gehängt und der Brescia-Trainer Giovanni De Biasi sieht nur eine Möglichkeit, den Ausfall des Ausnahmekönners wett zu machen: mit «griechischem Geist», also hoffen auf ein zufälliges Freistoss- oder Eckballtor. Helfen soll ihm dabei der neue Stürmer Giuseppe Sculli von Chievo. Bei Brescia gelandet ist auch der Servettien Fabrizio Zambrella. Ein Stammplatz ist aber für den jungen Mann mit der Rückennummer 21 nicht in Sicht. Nicht mehr bei Brescia ist der österreichische Torwart Alexander Manninger, der von Bologna auf die neue Saison an die Blau-Weissen ausgeliehen werden sollte. «In Brescia hat schon nach dem zweiten Tag nichts gepasst, es war auch ein bisschen rassistisch», begründet Manninger seinen raschen Abgang. Er darf jetzt in Siena die Bälle fangen. Prognose: Abstiegsgefahr.

Seltenheit: Tor gegen Milan-Goali Dida. Giuseppe Sculli gelingt es.

Mali – Kenia 1:0

Rrr am Samstag, den 11. September 2004 um 6:46 Uhr

Viele Fussballfreunde fragten sich diese Woche: Was macht eigentlich Mohamed Sissoko, der malische Stürmer von Valencia?

Nun, die Meinungen gehen auseinander. Sissoko selber sagte, er habe ein Länderspiel gegen Kenia bestritten. Er lieferte auch gleich das Resultat mit: 1:0 für Mali.

Das kam Valencias Funktionären allerdings spanisch vor. Ihre Recherchen ergaben, dass es dieses Spiel gar nie gegeben hat. Von einer Bestrafung Sissokos sahen sie ab: In Tat und Wahrheit hatte der 19-Jährige seinen Vater im Spital besucht.

Tägliche Live-Abdeckungen aller Spiele weltweit gibts übrigens auf Livescore. Allerdings werden nur reale Spiele übertragen.

Die Brille des Jahres

Rrr am Samstag, den 11. September 2004 um 3:39 Uhr

Grosse Ehre für Felix Magath: Das “Kuratorium Gutes Sehen” hat den Bayern-Trainer zum “Brillentrainer des Jahres 2004” gekürt.

Magaths Beispiel mache deutlich, dass Brillentragen die Persönlichkeit unterstreiche und Sympathien wecke, heisst es in einer Pressemitteilung.

Die Auszeichnung freut auch Magaths Klub: Nach einer langen Durststrecke und einem miesen Saisonstart haben die Bayern endlich wieder einen Titel gewonnen.

Geld für Glatze

Rrr am Freitag, den 10. September 2004 um 21:32 Uhr

David Beckham, der metrosexuelle Mittelfeldspieler von Real Madrid, hat einen neuen lukrativen Werbevertrag abgeschlossen: Für seine dekorative Glatze zahlt ihm der US-Rasierklingenhersteller Gillette 50 Millionen Dollar.

Noch nicht unter Dach ist übrigens der Deal mit MasterCard. Die Entwürfe sehen aber schon ziemlich prima aus.