Falsches Chalet im Neufeld (3)

Dr. Eichenberger am Donnerstag, den 9. September 2004 um 7:45 Uhr

Die Enttarnung des geheimen Gemeinderatsbunkers unter dem Chalet im Neufeldstadion (siehe eBund vom 6.9.) hat die Stadt Bern in Aufruhr versetzt. Und es stellen sich neue Fragen. Zum Beispiel diese: wird womöglich im neuen Wankdorfstadion im Geheimen ein Regierungsbunker gebaut? Wir fragten am Telefon den Mann, der dies wissen muss: Peter Jauch, CEO der Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG.

eBund Guten Tag Herr Jauch, gut dass wir Sie endlich erreichen.

Peter Jauch Ich war in letzter Zeit viel unterwegs. Die Geschäfte, Sie wissen ja!

Sie haben sicher von der Entdeckung des geheimen Gemeinderatsbunkers im Chalet des Stadion Neufelds gehört?

Das hat mich tatsächlich aus den Socken gehauen – aber wer sind Sie überhaupt?

Ähh, Entschuldigung: Wir haben den geheimen Bunker im Neufeld entdeckt und im eBund auffliegen lassen. Jetzt drängt sich die Frage auf, ob beim Neubau des Stadion Wankdorfs im Geheimen nicht auch ein versteckter Regierungsbunker erstellt wird?

(Stille)

Herr Jauch, sind Sie noch dran?

Nun ja, an diese Möglichkeit haben wir, ehrlich gesagt, auch gedacht, als wir keine Investoren für das Altersheim, den Kinokomplex und das Hotel finden konnten. Aber im VBS hat man damals abgewunken.

Mit welcher Begründung?

Der Mann vom VBS sagte mir, es bestünde kein Anlass, ein neues Feld zu betreten.

Aha!

(lacht) Jetzt, wo Sie es sagen …

Eben. Können Sie denn garantieren, dass im Wankdorf nicht doch ein Bunker gebaut wird – hinter Ihrem Rücken quasi?

(denkt nach) Dieser Sache müsste ich nachgehen.

Tun Sie das, Herr Jauch! Und schönen Dank für das Gespräch. (Interview: Pinarello)


Wird das der Eingang zu einem geheimen Regierungsbunker?

Die richtige Taktik…

Dr. Eichenberger am Mittwoch, den 8. September 2004 um 17:38 Uhr

… könnte gegen die Iren so aussehen, meint unser Holland-Korrespondent Frans:

Teutonen auf Gummitwist

Rrr am Mittwoch, den 8. September 2004 um 15:16 Uhr

Mit neuartigen Trainingsmethoden will Deutschland heute den Weltmeister schlagen: Vor dem Spiel gegen Brasilien mussten Klinsmanns Kicker mit Gummi-Bändern gefesselt über den Rasen hüpfen.

Erfunden hat das ein US-Fitnesstrainer, der die hüftsteifen Teutonen auf Vordermann bringen will.

Sollte der Erfolg ausbleiben, könnte man es eventuell noch mit Blinder Kuh oder Sackhüpfen probieren.

(Fotos: DSF, Bild)

EM-freier Hardturm

Rrr am Mittwoch, den 8. September 2004 um 11:15 Uhr

Die Würfel sind gefallen – im Zürcher Stadionstreit gehen die Bauherren vor Bundesgericht. Die EM 2008 findet damit ohne den Hardturm statt. Die Stadt Zürich will die drei EM-Spiele nun im Letzigrund durchführen und das Stadion entsprechend umrüsten.
So soll der Platz teilweise bebaumt werden, um die Anwohner zu besänftigen. Am Zürisee ist zudem ein attraktives Trainingsgelände mit allem Drum und Dran geplant.

(Bilder geklaut bei B. Eppenberger)

Falsches Chalet im Neufeld (2)

Dr. Eichenberger am Mittwoch, den 8. September 2004 um 1:00 Uhr


(ap)

Eine Handvoll DemonstrantInnen folgte gestern abend dem Aufruf der Schweizer Demokraten und versammelte sich um das falsche Chalet im Neufeldstadion. Sie protestierten gegen die Enttarnung des geheimen Gemeinderatsbunkers im eBund.ch und geisselten die Enthüller als «verantwortungslose Journalisten».

Insbesondere der Armee, die sich gegen die Enttarnungswelle von geheimen Bunkern kaum mehr zu wehren weiss, sprachen die Anwesenden ihre Solidarität aus. Einige wenige Gegendemonstranten mischten sich unter die Versammlung und schenkten ihr Herz der Pressefreiheit. Um 19.30 Uhr ertönte die Schweizer Nationalhymne, kurz darauf löste sich die Protestversammlung friedlich auf. (Bild: Keyston)

In Fahrt

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 7. September 2004 um 17:52 Uhr


Wie gut der Ajax-Spieler Rafael van der Vaart  in Fahrt ist, meldet unser Holland-Korrespondent Frans van der Vaart aus Amsterdam. «Diesen Trick hat Hänzi oft probiert, aber nie hingekriegt…», weiss van der Vaart, der mit van der Vaart nicht verwandt ist. Danke Frans!

Serie zur Serie A (5). Die Neuen: Messina

Dr. Eichenberger am Dienstag, den 7. September 2004 um 16:00 Uhr

Messina ist für die Reisenden der erste Kontakt mit Sizilien, wenn sie mit der Fähre vom Festland auf die Insel fahren. Die meisten von ihnen reisen gleich weiter zu den Touristenorten Siracusa und Agrigento oder besuchen die Städte Palermo und Catania. Dass in Messina auch Fussball gespielt wird, ging 1965 vergessen, als der Club letztmals in der Serie A spielte. Nach mässigen Resultaten in der Serie B (14 und 16 Platz in den beiden letzten Jahren), profitierten die Gelb-Roten als Vierter von der Austockung der Serie A auf 20 Klubs. Einer der Protagonisten in Messina war letzte Saison Arturo Di Napoli (nicht zu verwechseln mit Patrick De Napoli), der 2003 von Palermo an die Ostküste wechselte und 19 Tore zum Aufsteig beitrug. Mit ihm und diversen Neueinkäufen soll unter dem bisherigen Trainer Bortolo Mutti der Klassenerhalt angestrebt werden. Von Partizan Belgrad kam der Stümer Ivica Iliev, und von Olympiakos Piräus (ein Grieche!) der Torhüter Dimitrios Eleftheropoulos (schreibe den Namen 10 mal fehlerfrei auf ein Blatt Papier!). Prognose: Abstiegsgefahr.

Gefeierter Held: Messina-Trainer Bortolo Mutti nach dem Aufstieg.

So spielt Deutschland

Rrr am Dienstag, den 7. September 2004 um 15:10 Uhr

Der TV-Tipp für morgen abend: Deutschland – Brasilien, 20.45 Uhr, ZDF. Deutschland spielt übrigens mit folgender Aufstellung:

(Quelle: Uni Leipzig)

Harry nicht in Basel

Dr. Eichenberger am Montag, den 6. September 2004 um 17:34 Uhr

Wie unser Sonderkorrespondent aus Basel meldete, wird Irland am Mittwoch auf seinen Topstürmer Roy Keane setzen (siehe unten). Ein Wermutstropfen aber bleibt im Irischen Whiskey hängen: Der gewürchtetste Ire (unser Bild) wird am Mittwoch leider fehlen: Harry Rowohlt schafft es nicht, die Reise nach Basel anzutreten. Er ist in einem Pub versumpft und muss ausgenüchtert werden. Rowohlt, 1996 zum «Ambassador of Irish Whiskey» ernannt, ist in jungen Jahren der berühmten Hamburger Verlegerfamilie vom Karren gefallen. Dank seiner Affinität zur Irischen Literatur und zu den hochprozentigen Irischen Gewässern, die er mit Vorliebe während einer Lesung Irischer Hörspiele trinkt, die in einem Irischen Pub spielen, wird Harry von den Iren längst als waschechter Ire betrachtet.

Keane in Basel

Rrr am Montag, den 6. September 2004 um 14:57 Uhr

Das freut uns jetzt natürlich: Irland kann am Mittwoch in Basel auf die Dienste von Roy Keane zählen: Sein Klub Manchester United hat ihn rechtzeitig fitgespritzt. Toll! Ein Spieler, den man immer wieder gerne sieht.

Seine besten Freunde sind übrigens der Norweger Alf Inge Haaland (Bild links, dank einem künstlichen Kniegelenk sollte er dereinst wieder schmerzfrei gehen können) und der Portugiese Vitor Baia (rechts, die Stollenabdrücke im Rücken lassen nach einem halben Jahr langsam nach).

Tja, und diese Rippe gehörte wohl einem Arsenal-Spieler.

Falsches Chalet im Neufeld!

Dr. Eichenberger am Montag, den 6. September 2004 um 7:35 Uhr

Exklusiv!! Allenthalben werden im Land geheime Regierungsbunker enttarnt und von mutigen Journalisten in den Medien veröffentlicht. Zu Hunderten sind heimliche Bunker in der ganzen Schweiz verteilt, getarnt als Wohnhäuser, Ställe oder Schuppen. Gebaut wurden sie ab 1941 bis zum Ende des Kalten Krieges im Geiste des «Réduits» im Auftrag der Schweizer Armee. «Falsche Chalets» heisst die Ausstellung des Fotografen Christian Schwager, die die getarnten Bunker dokumentiert. Die Armee kann die Enttarnungswelle nicht mehr stoppen. Vor wenigen Tagen musste das Militärgericht den Journalisten Urs Paul Engeler freisprechen, der einen geheimen Bunker des Berner Regierungsrates auffliegen liess.

Recherchen des eBund haben nun Brisantes zu Tage gefördert: Auch im Berner Stadion Neufeld befindet sich ein geheimer Bunker, vesteckt im Chalet neben der alten Holztribüne; er dient dem Berner Gemeinderat als Zufluchtsort. Im Chalet, wurde uns bisher weisgemacht, wohne der Platzwart mit seiner Familie. Doch der logiert nur zum Schein im Neufeld, seine Wohnung befindet sich im Gäbelbach, wie YB-Platzchef Bernard Beyeler widerwillig bestätigte.

Den Sitzplatzabonnenten im Neufeld ist seit längerem aufgefallen, dass die Gemeinderatsmitglieder Alex Tschäppät und Edith Olibet, die an fast jedem YB-Heimspiel gesichtet werden, ihre Plätze jeweils einige Minuten vor dem Pausenpfiff verlassen. Tschäppät gab auf Anfrage unumwunden zu, dass sich die beiden Magistraten jeweils zu einer kurzen Lagebesprechung in «ihrem» Bunker zu treffen pflegen. Dies dürfe man nach dem Engeler-Urteil ruhig zugeben, meinte der ehemalige Gerichtspräsident und zukünftige Stapi jovial. In welchem Jahr der Gemeinderat das Chalet zum Bunker umbauen liess, konnte noch nicht eruiert werden. Geheim bleicht auch, wie oft der Gemeinderat den Bunker für heimliche Sitzungen benutzt. Weder Tschäppät noch der städtische Pressedienst liessen sich in die Karten schauen. Auch Hans Häusler, alt-Pressesprecher und Spezi von Klaus Baumgartner, gab sich bedeckt. Nur eines gab der Freizeitkolumnist des Berner Bär zu Protokoll: «Ich bin froh, dass die Sache endlich ausgekommen ist. Die ewige Geheimnistuerei wurde für alle zu einer Riesenbelastung.» Noch ist die Sache nicht ausgestanden. Catherine Weber vom Grünen Bündnis will am Donnerstag im Stadtrat eine persönliche Erklärung abgeben. Ihre Partei wird die Einsetzung einer PUK beantragen.

Aufgeflogen: In diesem Chalet im Stadion Neufeld verbirgt sich der Gemeinderatsbunker.

Tumulte in Riga

Rrr am Montag, den 6. September 2004 um 1:42 Uhr

Da staunt der Portugiese: In Lettland sind die Flitzer weiblich! Das Zwischenspiel in Riga dauerte sieben (!) Minuten, das Publikum war begeistert. (Foto: “Jornal Record”)