Falsches Chalet im Neufeld!

Dr. Eichenberger am Montag, den 6. September 2004 um 7:35 Uhr

Exklusiv!! Allenthalben werden im Land geheime Regierungsbunker enttarnt und von mutigen Journalisten in den Medien veröffentlicht. Zu Hunderten sind heimliche Bunker in der ganzen Schweiz verteilt, getarnt als Wohnhäuser, Ställe oder Schuppen. Gebaut wurden sie ab 1941 bis zum Ende des Kalten Krieges im Geiste des «Réduits» im Auftrag der Schweizer Armee. «Falsche Chalets» heisst die Ausstellung des Fotografen Christian Schwager, die die getarnten Bunker dokumentiert. Die Armee kann die Enttarnungswelle nicht mehr stoppen. Vor wenigen Tagen musste das Militärgericht den Journalisten Urs Paul Engeler freisprechen, der einen geheimen Bunker des Berner Regierungsrates auffliegen liess.

Recherchen des eBund haben nun Brisantes zu Tage gefördert: Auch im Berner Stadion Neufeld befindet sich ein geheimer Bunker, vesteckt im Chalet neben der alten Holztribüne; er dient dem Berner Gemeinderat als Zufluchtsort. Im Chalet, wurde uns bisher weisgemacht, wohne der Platzwart mit seiner Familie. Doch der logiert nur zum Schein im Neufeld, seine Wohnung befindet sich im Gäbelbach, wie YB-Platzchef Bernard Beyeler widerwillig bestätigte.

Den Sitzplatzabonnenten im Neufeld ist seit längerem aufgefallen, dass die Gemeinderatsmitglieder Alex Tschäppät und Edith Olibet, die an fast jedem YB-Heimspiel gesichtet werden, ihre Plätze jeweils einige Minuten vor dem Pausenpfiff verlassen. Tschäppät gab auf Anfrage unumwunden zu, dass sich die beiden Magistraten jeweils zu einer kurzen Lagebesprechung in «ihrem» Bunker zu treffen pflegen. Dies dürfe man nach dem Engeler-Urteil ruhig zugeben, meinte der ehemalige Gerichtspräsident und zukünftige Stapi jovial. In welchem Jahr der Gemeinderat das Chalet zum Bunker umbauen liess, konnte noch nicht eruiert werden. Geheim bleicht auch, wie oft der Gemeinderat den Bunker für heimliche Sitzungen benutzt. Weder Tschäppät noch der städtische Pressedienst liessen sich in die Karten schauen. Auch Hans Häusler, alt-Pressesprecher und Spezi von Klaus Baumgartner, gab sich bedeckt. Nur eines gab der Freizeitkolumnist des Berner Bär zu Protokoll: «Ich bin froh, dass die Sache endlich ausgekommen ist. Die ewige Geheimnistuerei wurde für alle zu einer Riesenbelastung.» Noch ist die Sache nicht ausgestanden. Catherine Weber vom Grünen Bündnis will am Donnerstag im Stadtrat eine persönliche Erklärung abgeben. Ihre Partei wird die Einsetzung einer PUK beantragen.

Aufgeflogen: In diesem Chalet im Stadion Neufeld verbirgt sich der Gemeinderatsbunker.

Tumulte in Riga

Rrr am Montag, den 6. September 2004 um 1:42 Uhr

Da staunt der Portugiese: In Lettland sind die Flitzer weiblich! Das Zwischenspiel in Riga dauerte sieben (!) Minuten, das Publikum war begeistert. (Foto: “Jornal Record”)

Serie zur Serie A (4). Die Neuen: Livorno

Dr. Eichenberger am Sonntag, den 5. September 2004 um 21:19 Uhr

Livorno ist nicht gerade jener Name, der den Freunden des gepflegten Fussballs auf der Zunge vergeht. Schon eher ein Begriff ist das wenige Kilometer nördlich gelegene Pisa, dessen Mannschaft zu Zeiten, als Maradona bei Napoli mit dem Ball jonglierte, in der Serie A spielte. Der schiefe Turm zu Pisa wurde inzwischen mit viel Bauaufwand stabilisiert, nicht aber Pisa’s Fussballer: der Verein dümpelt in den Niederungen der C1 herum. Item, die Hafenstadt Livorno kann tourismusmässig mit Pisa zwar nicht mithalten, Livorno Calcio aber machte in den letzten Jahren eine fulminante Karriere, die an das Wunder von Castel di Sangro erinnert: die Squadra schaffte 2002 den Aufsteig von der C1 in die Serie B und jetzt, nach einem guten Jahr in der Serie B, den Sprung in die Serie A. Dabei behaupten die Statistiken, Livorno habe 1949 bereits einmal in der höchsten Liga gespielt. Am Aufstieg massgeblich beteiligt waren die Stümer Igor Protti (38) und Christiano Lucarelli (trägt die Nr. 99). Protti, trotz seines Vornahmens ein gebürtiger Riminianer, spielte bei Bari, Lazio und Napoli in der Serie A und schiesst seine Tore seit 1999 für Livorno. Der gebürtige Livorneser Lucarelli wurde letzte Saison von Torino an Livorno ausgeliehen und will seine Karriere in seiner Heimatstadt beenden. Die Bemühungen der Toskaner um ihren geliebten Sohn sind nachvollziehbar: Lucarelli und Protti waren letzte Saison zusammen für 53 Tore verantwortlich. Soviel brachten bei YB nicht einmal Chapuisat und der Brasilianer, dessen Name mir gerade entfallen ist, zustande. Prognose: Abstiegsgefahr.

Portugiesische Zustände: Livorno-Fans feiern den Aufstieg in die Serie A.

Das neue Sturmduo

Rrr am Sonntag, den 5. September 2004 um 10:39 Uhr

Deutschland, wir kommen! Nach dem 6:0 über die Färöer-Inseln ist bei der Schweizer Nati wieder alles in Butter.

Unser Funkbild aus Basel: Rey (links) umarmt nach dem 4:0 seinen Sturmpartner Vonlanthen (rechts). Der Pass kam übrigens von Benoit (halbrechts verdeckt).

Serie zur Serie A (3). Die Neuen: Fiorentina

Dr. Eichenberger am Sonntag, den 5. September 2004 um 8:29 Uhr

Wer über Fiorentina Bescheid wissen möchte, muss Wirtschaftsfachmann sein. Wie es der Verein geschafft hat, nach der Pleite, in die ihn sein Besitzer Vittorio Cecchi Gori geritten hat, schon wieder bei den Grossen mitzuspielen (Fiorentina gewann als 6. der Serie B das Ausscheidungsspiel gegen Perugia, den viertletzten der Serie A), ist höchst undurchsichtig. Cecchi Gori, Filmproduzent und Abgeordneter der Partito Popolare, kaufte den Verein 1990, stieg später in das Fernsehgeschäft ein und erwarb die Sender Telemontecarlo, Videomusic und TMC2. Er verstand sich, politisch und fussballmässig, stets als Gegenspieler seines Feindes Sivlio Berlusconi. Just diesem musste er 2001 aber den Lieblingsspieler der Fans, Rui Costa, verkaufen, eine Transaktion, die nicht mehr verhindern konnte, dass der Klub und Checci Goris Imperium bankrott gingen. Fiorentina wurde in die C2 degradiert und machte nach einer Neugründung unter dem Name Florentina Viola einen Neuanfang. Präsidiert wurde die Florentina Viola interimistisch von keinem geringerem als dem linken Sindaco von Firenze, Leonardo Domenici. Der unglückliche Checchi Gori brachte als Präsident immerhin manch illustren Spieler nach Florenz, daruner Batistuta (ihn kaufte er 1991, er blieb 9 Jahre in Florenz), Brian Laudrup, Effenberg, Toldo, Baiano, Baggio, Rui Costa, Heinrich, Edmundo, Oliveira, Torricelli, Mijatovic, Chiesa, Nuno Gomes. Und Angelo Di Livio: der frühere Juve- und 40fache Nati-Spieler kickt seit 1999 in Florenz, machte alle Tiefen des Vereins mit und ist zur Symbolfigur der Violetten geworden. Am direkten Aufstiegen von der C2 in die Serie A mitbeteiligt war auch der Stürmer Christian Riganò (23 Tore letztes Jahr in der Serie B), der sich nun mit 30 Jahren erstmals im Schaufenster der Serie A präsentieren darf. Verstärkt hat sich der Club, der sich heute ACF Fiorentina nennt, mit dem Japaner Nakata (von Bologna), dem Nigerianer Chris Obodo (von Perugia), dem Däne Martin Jorgensen (von Udinese), dem Internationalen Fabrizio Miccoli (von Juve) und dem ausgeliehenen Stürmer Javier Portillo (von Real Madrid). Neu in violett kleidet sich auch der Tscheche Tomas Ujfalusi, 26jähriger Mittelverteidiger vom HSV, der von sich behauptet, stärker zu sein als Nesta. Schnösel! Für all die Neuzuzüge waren im Verein plötzlich wieder über 17 Millionen Euro vorhanden. Ihren Griechen übrigens haben die Florentiner gekauft, als dies noch nicht so in Mode war: Zisis Vryzas kam 2003 von Perugia. Prognose: gesichertes Mittelfeld.

Spuckt grosse Töne: Tomas Ujfalus (links) neben Trainer Mondonico.

Serie zur Serie A (2). Die Neuen: Cagliari

Dr. Eichenberger am Samstag, den 4. September 2004 um 14:02 Uhr

Die blau/roten Tenus von Cagliari Calcio ähneln jenen des FC Barcelona oder des FC Basel. Aber auf Sardinien ist alles ganz anders. Cagliari pendelt regelmässig nicht nur zwischen der Insel und dem Festland, sondern zwischen der Serie A und der Serie B. Die glorreiche Vergangenheit liegt weit zurück: 1970 wurde Cagliari mit dem grossen Gigi Riva Meister, was die ganze Insel in Ekstase versetzte.


An Cagliari haben wir Schweizer besonders gute Erinnerungen. Vor unserem Auge sehen wir, als wäre es gestern gewesen, wie am 14. Oktober 1992 im Stadion Sant’Elio der italienische Torhüter Marchegiani in der 22. Minute beschloss, unseren Stürmer Chapuisat zu umdribbeln. Das ging bekanntlich schief und die Schweiz führte 0:2, nachdem Ohrel schon zum 0:1 getroffen hatte. Roberto Baggio (83.) und Eranio (90.) retteten Italien kurz vor Schluss vor der Blamage. Das Rückspiel gewann die Schweiz im Wankdorf 1:0 (Tor durch Hottiger) und fuhr mit Trainer Roy Hodgson an die WM in die USA. Im gleichen Stadion schnupperte der GC-Spieler Ramon Vega in der Saison 1996/97 während 14 Spielen für Cagliari Serie-A-Luft, bevor er sein Zelt in Tottenham aufbaute. Bref, das denkwürdige Stadion Sant’Elia im sonnigen Cagliari wurde gänzlich ohne schattenspendendes Dach gebaut. Dafür war im Verein lange Feuer unter selbigem. Die Frage, die die Fans nach dem Wiederaufstieg, auf den sie vier Jahre gewartet haben, in Rage brachte, lautete: bleibt Gianfranco Zola oder nicht? Gegen den 38jährigen, der seine ersten Bälle 1984 beim sardischen Verein Nuorese in der C2 trat, bevor er zu einer glanzvollen Karriere aufbrach (Napoli an der Seite von Maradona, Parma, Chelsea, ein Stammplatz in der Nationalmannschaft) und wesentlich am Aufsteig von Cagliari beteiligt war (13 Tore in der letzten Saison) – gegen ihn stellte sich der Präsident Massimo Cellino, der dem Spieler vorwarf, ein zu hohes Gehalt zu fordern und verkündete, er plane die neue Saison ohne Zola. Cagliaria in der Serie A ohne Zola: das war zuviel für die Fans: sie streikten bei der ersten Zusammenkunft der neuen Mannschaft. Die Entwarnung kam Ende Juli, als sich die Parteien doch noch auf einen neuen Vertrag einigen konnten. Für Aufsehen sorgte der Präsident schon kurz nach dem Wiederaufsteig, als er seinen neuen Trainer vorstellte: den unbekannten Daniele Arrigoni, letzte Saison beim Serie C-Klub Frosinone und zuvor je ein Jahr in Sizilien in der Serie B bei Messina und Palermo beschäftigt. Star bei Cagliari ist der Stürmer David Suazo, der 1999 auf die Insel kam – 19 Tore letzte Saison. Treffsicher zeigte sich auch Mauro Esposito: 17 Tore. Spuren hinterlassen hat bei Cagliari die EM in Portugal. Neu soll der Grieche Katergiannakis bei den Sarden das Tor hüten. Ihnen, den Griechen, werden wir in dieser Serie noch einige Male begegnen. Prognose: Abstiegsgefährdet.

Gianfranco Zola bleibt ein Sarde

Papageientaucher

Rrr am Samstag, den 4. September 2004 um 11:13 Uhr

Die Nationalspeise der Färöer Inseln ist übrigens gefüllter Papageientaucher, ein leicht verträgliches Gericht, das man gern zusammen mit Pellkartoffeln und Konftüre verspeist. Man sollte darauf achten, daß man die Vögel halbwegs dicht zunäht, da der Teig ansonsten im Kochwasser herauskommt.

Dann den Kopf, die Flügel und den Schwanz abschneiden. Die Innereien und den Nackenknochen entfernen. Vögel waschen und rupfen. Halsöffnung zunähen, Vögel füllen mit einer Mischung aus Margarine, Zucker, Ei, Mehl, Backpulver und Rosinen.

Die Füllung in die Papageientaucher drücken und auch die Hinteröffnung vernähen. Die Vögel in Salzwasser 1-1,5h kochen. Weitere Fäoer-Rezepte gibts hier.

Serie zur Serie A (1). Die Neuen: Atalanta

Dr. Eichenberger am Freitag, den 3. September 2004 um 17:56 Uhr

Das wie Inter blau-schwarz gestreifte Atalanta ist eine klassische Liftmannschaft Italiens, die regelmässig zwischen der Serie A und der Serie B pendelt. Mehr als 6 A-Saisons in Folge (zwschen 1988 und 1994) brachten Mannen aus Bergamo nicht zustande. Auch in dieser Saison ist der Erhalt der Klassenzugehörigkeit das einzig erstrebenswerte Ziel, der Nichtabstieg würde vom Präsidenten Ruggeri wie ein Titelgewinn gefeiert. Atalanta profitierte Ende Saison davon, dass die Serie A unverständlicherweise von 16 auf 20 Mannschaften aufgestockt wird und schaffte den direkten Aufstieg gerade noch als 5. der Serie B. Teure Transfers kann sich der Verein nicht leisten. Atalanta gilt als Talentschmiede und finanziert sich regelmässig durch den Verkauf von Jungstars aus den eigenen Reihen. Die Hoffnungen von Trainer Andrea Mandorlini, der die Bergamasken in die Serie A führte, ruhen auf drei ehemaligen Milan-Spielern. Der Verteidiger Luigi Sala wechstelte 2001 von Mailand nach Bergamo, spielte letzte Saison in Chievo und findet jetzt zurück. Mit Sala kam der von Milan einst als Stürmertalent verpflichtet Gianni Comandin, der sich aber gegen die Konkurrenz (Shevchenko, Pipo Inzaghi) nicht durchsetzen konnte. Neu trainieren wird unter Mandorlini Demetrio Albertini, der letzte Saison bei Lazio nicht viel zum Einsatz kam, zuvor mit Milan aber alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt. Prognose: Abstiegsgefahr.


Demetrio Albertini (das ist der Mann rechts im Bild) und sein neuer Präsident.

Erhellendes von Heller

Dr. Eichenberger am Freitag, den 3. September 2004 um 17:36 Uhr

Der Wiener Multimediakünstler und bekennender Sporthasser André Heller soll an der WM 2006 ein Kulturprogramm für 30 Millionen Euro kuratieren. Dass wir uns schon jetzt darauf freuen dürfen, zeigt sein Interview im Spiegel Ein Bonmot daraus: «Ich fand es mutig, einen nicht gerade pflegeleichten, exzentrischen Ausländer wie mich zu nehmen, von dem jeder weiss, dass ihn die Gesellschaft einer anmutigen, wohlriechenden Dame mehr interessiert als elf verschwitzte, Trikot tragende Mannsbilder.»

Unser Bild: André Heller, bis zur Unkenntlichkeit verkleidet als YB-Fan, im Zug von Wien nach Berlin. (Foto: Pinarello)

So wollen sie spielen

Rrr am Freitag, den 3. September 2004 um 14:15 Uhr

Dimmalaetting, die Tageszeitung der Färöer-Inseln, geht davon aus, dass die Färinger morgen in Basel in dieser Aufstellung antreten werden.

Es fällt auf, dass Johannesen in die Innenverteidigung gerückt ist und Joensen das rechte Coulour abdecken wird. Johnsen im Mittelfeld wird viel Laufarbeit leisten müssen, zumal hinter den Sturmspitzen noch Björn Borg spielt, der ja bereits älter ist.

Auf jeden Fall spielt der Färinger ein mutiges 4-4-2-System.

Die Färöer

Rrr am Freitag, den 3. September 2004 um 9:14 Uhr

Am Samstag kommen ja die Färöer nach Basel, und da stellt sich natürlich die Frage: Was macht eigentlich so ein Färinger den ganzen Tag auf seiner Insel?

Nun, es ist leider so, dass der Färinger trotz weltweiter Proteste jedes Jahr hunderte von Pilotwalen, Schnabelwalen und Delfinen grausam abschlachtet, wie der WWF mitteilt. Für Blick-Leser: Die Bilder gibts hier.

Für alle anderen: Es ist schockierend! Und es gibt wohl nur eine Lösung: Kauft keinen Färöer-Fisch mehr! Danke.

Vorfreude

Dr. Eichenberger am Donnerstag, den 2. September 2004 um 14:55 Uhr

Noch neunmal schlafen, bis endlich auch für die Kicker der Serie A der Berufsalltag beginnt. Darauf freuen sich die beiden Neuen von Juventus, Fabio Cannavaro (links) und der Schwede Zlatan Ibrahimovic (ex Ajax).

Für alle GewohnheitsseherInnen des Deutschen Sportfernsehens haben wir auf dem Foto 1 Fehler versteckt. Den Unterschied entdecken. Und sofort
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