Gelbschwarze Geschichte

Rrr am Dienstag, den 23. Juni 2020 um 13:00 Uhr

Die Young Boys haben ihre Zeitmaschine aufgepimpt.

Das Saison-Archiv auf der YB-Website ging bis jetzt nur bis 1988 zurück. Ab sofort sind alle Spiele ab 1970 greifbar. Neu sind auch die Teambilder zu jeder Saison und die Videos zu einigen Grosserfolgen wie dem Cupsieg 1977, dem Triumph über Real Madrid 1986 oder dem Wiederaufstieg 2001. Ebenfalls erfasst sind die Meistersaisons 1956-60.

“Juhui”, sagt Herr Rrr. “Jetzt ist endlich auch mein erstes Spiel im Wankdorf greifbar. Am 25. Oktober 1975 wars, an meinem 11. Geburtstag. YB spielte gegen den FCB. Ich war mit meinem Vater dort. Wir haben die Basler am Sieg schmöcken lassen und dann eiskalt das Spiel gedreht. Tore von Rebmann, Urs Siegenthaler und Bruttin vor 18’500 Zuschauern! Das Mannschaftsbild oben stammt übrigens aus fraglicher Saison, und übrigens …”

Bevor Herr Rrr Sie mit weiteren Details langweilt: Wann war Ihr erstes Spiel im Wankdorf? Wühlen Sie sich jetzt durchs Archiv und verraten Sie es uns in den Kommentaren. Wir sind gespannt!

Schlichte Schlitten

Dr. Rüdisühli am Dienstag, den 23. Juni 2020 um 5:55 Uhr

BREAKING NEWS: YB verlost 600 Tickets fürs Heimspiel gegen Xamax

Fussballer haben ein Flair für coole Autos. Das gilt natürlich auch für die Angestellten der Berner Young Boys.

Kombi? Van? Kleinwagen? Für Ewiggestrige! Wer Geschmack hat, fährt Sportwagen oder SUV. Werfen wir ein Blick auf die YB-Flotte:

Der Lincoln Navigator spielt ganz oben mit im Segment der luxuriösen Fullsize-SUVs. Der leistungsstarke Motor bewegt die 2,5 Tonnen zügig über die 950 Meter lange Strecke vom Stadion an den Mittagstisch. Dank des grossen Ladevolumens eignet sich der Navigator für jedes Hobby, beispielsweise zum Transport von Instrumenten.

Wie könnten die eigenen Bundesliga-Ambitionen besser unterstrichen werden als mit einem klassischen 911er-Cabrio? Zwölf Sekunden dauert es bis zur Glückseligkeit, und das Verdeck inklusive beheizbarer Heckscheibe legt sich nach hinten ab. Die rote Farbe betont zudem deutlich, dass der Fahrer auch abseits des Rasens Farbtupfer hinterlassen will, etwa in der Textil-Branche. Diesen Beitrag weiterlesen »

Hadarys Handschuh

Briger am Montag, den 22. Juni 2020 um 13:00 Uhr

Rundes Leder Zeitmaschine: Heute reisen wir ins Jahr 2009.

Ein Arbeitskollege des Verfassers kam neulich auf diesen zu und erzählte ihm eine Geschichte. Pierolo, so wollen wir den Kollegen an dieser Stelle nennen, erzählte von einem Mittwoch im Mai 2009, dem 20. um genau zu sein.

“Es war so”, fing Pierolo an, “am Montag teilt mir mein Kollege Schampi mit, dass am Mittwoch in der Bundesstadt ein wichtiges Fussballspiel stattfinden sollte”, so Pierolo weiter.
“Ich hatte von Fussball wie viele meiner Kollegen, Verwandten und Mittalbewohner nur wenig Ahnung, aber Schampi erzählte mir, dass es bei Spielen des kantonalen Fussballclubs auch immer das ein oder andere Glas Wein und aber auch Bier zu trinken gäbe und dazu würde auch das ein oder andere Stück geschmolzenen Käse zu essen, also sagte ich mir, wieso nicht? Wir packten also zusammen, was wir an fahrbaren Untersätzen zusammentreiben konnten und entschieden uns dann, das Tal via französischprachigen Teil zu verlassen, denn vielleicht würden wir so unterwegs auch noch in den Genuss des ein oder anderen gebrannten Wassers kommen und in Fribourg hatten wir viele Kollegen, die sich uns vielleicht noch anschliessen würden. Gegen den späteren Nachmittag trafen wir dann in Bern ein, eine durchaus sehenswerte Stadt, aber das weisst du ja schon alles. Wir fuhren also via Bärengraben den Aargauerstalden in Richtung Stadion Wankdorf hoch und strömten in das Fussballstadion. In zwei Stunden sollte es losgehen, sagte Schampi zu mir. Die Stunden vergingen wie im Flug und so war bald 19:30 Uhr, unser Team begab sich auf den Rasen und die Vorfreude stieg. Aber irgendwas war komisch. Ich trank noch ein, zwei Schlucke und plötzlich dämmerte mir. Es waren überhaupt keine Gegner da, weder Fans noch Spieler. Klar, dass wir einfach so ohne Kontrolle ins Stadion kamen, war schon komisch, aber man denkt sich ja nicht viel dabei. Um 20 Uhr wurden wir dann endlich informiert, der so genannte Cupwettbewerb wurde 2009 ein erneutes Mal abgesagt. Was besonders bitter war, da mir das 2006 im April auch schon passiert ist. Der Cup und ich, dass sollte wohl einfach nicht sein”, erzählte Pierolo weiter. “Enttäuscht und auch ein bisschen angetrunken strümte ich Richtung Spielfeld und hämmerte wie blöd gegen eine Abschrankung. Da kam der ägyptische Torwart auf mich zu und schenkte mir einen Handschuh, wenn ich nur endlich aufhören würde gegen die Abschrankung zu hauen. Direkt daneben stand nämlich seine Frau und die schien etwas verängstigt.”

So ähnlich muss sich dies zugetragen haben, im Gedächtnis des zuständigen Redakteurs findet sich keine Erinnerung an ein YB-Spiel am 20. Mai 2009, eine Blitzumfrage auf der Redaktion des Runden Leders förderte ebenfalls keine Erinnerungen zu Tage. Aber der Handschuh, er existiert.

Foto: Pierolopress

Erst hinten, dann vorne

Rrr am Montag, den 22. Juni 2020 um 5:53 Uhr

Die Young Boys sind die Comeback Kings.

Kein anderes Team konnte schon so viele Spiele drehen wie YB.

In 11 Spielen lagen die Berner in dieser Saison im Rückstand. 4-mal gabs am Schluss doch noch einen Sieg, 3-mal zumindest ein Unentschieden.

Anders gesagt: Nach Rückständen holte YB noch 15 Zähler, im Schnitt 1,36 Punkte. Das ist Liga-Bestwert. St. Gallen hat einen Schnitt von 1,0. Der FC Basel sogar nur 0,4 – in 8 von 10 Fällen setzte es nach einem Rückstand eine Niederlage.

Krass ist die Bilanz dreier weiterer Teams: Xamax, Thun und Lugano haben noch nie gewonnen, wenn sie erst einmal hinten lagen.

Übrigens: Auswärts haben die Young Boys noch nie eine Niederlage in einen Sieg verwandelt. Die vier grossen Comebacks gabs alle im Wankdorf (beim 3:2 gegen Sion, dem 4:2 gegen Thun, dem 4:3 gegen St. Gallen und zuletzt beim 3:2 gegen den FCZ).

Tribüne im Testbetrieb

Rrr am Sonntag, den 21. Juni 2020 um 12:00 Uhr

Dänemark lässt wieder Fans ins Stadion.

Also einige hundert. Versuchsweise. Erstmals gestern beim Heimspiel von AC Horsens gegen Randers FC. Die Abstandsregeln wurden in der CASA Arena konsequent eingehalten, kann man sagen.

Auch in Dänemark sind die Fallzahlen konstant tief. Deshalb werden an diesem Wochenende drei Spiele der obersten Liga für Zuschauer geöffnet, wobei eine Obergrenze von 500 Zuschauer pro Sektor festgelegt wurde – und die darf natürlich nur unter Beachtung der 1-Meter-Abstandsregel ausgeschöpft werden. Die Behörden möchten mit dem Versuch herausfinden, ob sich das Öffnen der Sportstätten signifikant auf die Infiziertenzahl auswirkt.

Das gestrige Spiel endete übrigens 0:0. Im Stadion befanden sich insgesamt 900 Zuschauer und eine grössere Zahl von Gesundheitsinspektoren, die dem Heimklub ein gutes Zeugnis ausstellten: Das Schutzkonzept sei gut umgesetzt worden. Der Speaker machte überdies regelmässig auf die Hygieneregeln aufmerksam.

Tönt alles ein bisschen unsexy. Aber die Ambiance war doch ein wenig besser als bei reinen Geisterspielen, wovon Sie sich hier überzeugen können.

Ah, fast vergessen: Das Catering war auch geöffnet!

Grandioser Grottenreim

Herr Shearer am Sonntag, den 21. Juni 2020 um 6:00 Uhr

Der Ball ist dicht, Herr Grottenreim ist Dichter:

Foto: Thomas Hodel

“Meistergeister überall,
wir sprühn den Geist gar auf den Ball.
Geistermeister wolln wir sein,
so zauberts das Ding ins Tor hinein!”

Die Jury findet das wunderschön gereimt und gratuliert Ihnen recht herzlich zum Sieg in der 801. Caption Competition. Bitte wählen Sie sich eine Siegprämie Ihrer Wahl aus und melden Sie sich bei uns fernbrieflich.

Wir bedanken uns für alle Einsendungen, die nächste Ausgabe folgt bereits wieder nächsten Freitag auf diesem Kanal. Vorerst wünschen wir Ihnen einen schönen Sonntag.

Bald ein bisschen Publikum

Rrr am Samstag, den 20. Juni 2020 um 9:30 Uhr

Keine Fans am Dienstag in Thun – aber vielleicht nächsten Samstag im Wankdorf.

Spiele bis zu 1000 Menschen sind ab nächster Woche möglich, so hat es der Bundesrat beschlossen. Aufgeteilt werden sie in mehrere Sektoren, wobei in jedem Sektor maximal 300 Fans sitzen dürfen. Das soll die Nachverfolgbarkeit erleichtern. Die Swiss Football League überarbeitet nun ihr Schutzkonzept. Ob es reicht für die kommende Runde unter der Woche, ist laut Liga offen – auch, weil noch der jeweils betroffene Standortkanton mitreden darf.

Klar ist: Thun-YB am Dienstagabend bleibt ein Geisterspiel. Die Partie werde “definitiv wie beschlossen und kommuniziert unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen”, teilen die Berner Oberländer mit.

Hoffnung besteht hingegen, dass es nächsten Samstag gegen Xamax einige hundert Fans ins Wankdorf schaffen. Gibt die Liga grünes Licht zu Spielen vor 1000 Leuten, will YB einen Teil der verfügbaren Plätze verlosen, sagte YB-Sprecher Albert Staudenmann gestern dem “Runden Leder”.

Der Bundesrat reiste übrigens gestern nach Zürich und schaute sich in corpore das Schlagerspiel GC-Aarau (5:0) an, wenn wirs richtig verstanden haben. Koch Dänu war auch dabei.

Wobei, eventuell Fake: Bundesrat Ueli Maurer im GC-Dress – das ist undenkbar. Herr Maurer ist bekanntlich YB-Fan. Schon seit den 1950er-Jahren, wie er einst in einem Interview verriet. Sicher hofft auch er, dass er bei der Verlosung für YB-Xamax zum Zug kommt.

Herrlicher Hanspeter

Rrr am Freitag, den 19. Juni 2020 um 22:23 Uhr

Ein Nsame in Hochform beschert YB einen geglückten Restart.

Der Topskorer der Berner führte den Meister mit drei Toren zum 3:2-Sieg gegen den FCZ. Dabei sah es lange Zeit nach einem Fehlstart statt einem Restart aus, kurz vor Schluss lagen die Gäste noch 2:1 vorne. Dann kehrte Nsame das Spiel innert zwei Minuten.

Die 300 Zuschauer sahen ein höchst unterhaltsames Spiel, wobei sich YB wiederholt Nachlässigkeiten im Defensivverhalten leistete und der FCZ vor der Pause ausserordentlich effizient war. Die Zürcher profitierten bei ihren Treffern auch davon, dass YB-Goalie von Ballmoos bei beiden Gegentoren unglücklich aussah.

Nach der Pause wurde der Druck der Berner immer grösser. Es dauerte aber bis zur 83. Minute, ehe Nsame zum Doppelschlag ausholte. Weiter geht es für die Berner am Dienstag mit dem Gastspiel in Thun.

***Schnapschat*** YB-FCZ 3:2

Rrr am Freitag, den 19. Juni 2020 um 17:00 Uhr

Kein Antrieb, die gute Stube zu verlassen? Keine Freunde, die mit Ihnen Fussball schauen wollen? Dann ist der Rundes Leder-Schnapschat Ihre Heimat im Netz!

Die Young Boys empfangen vor leeren Rängen den FC Zürich. Das mit Spannung erwartete Spiel wird um 20.30 Uhr MESZ auf Teleclub Zoom angepfiffen.

Am Tresen empfängt Sie: Herr Rrr.

Heutiger Tagesschnaps: “Lecker Likör aus dem Zürcher Oberland. Für die Herstellung des Tirggel Schnaps verwenden unsere Freunde von Arroganto nur die original Zutaten des Züri Tirggels! Also echter Bienenhonig aus dem Zürcher Oberland, frischer Ingwer, köstlicher Zimt sowie weitere auserlesene Gewürze. All dies wird über Wochen hinweg schonend von Hand, mit Herz und Leidenschaft, zu dieser einzigartigen Zürcher Spezialität verarbeitet. Wohl bekomms!

Im schönen YB-Stadion ist übrigens alles angerichtet.

Rundes Leder Tippspiel (XII)

Rrr am Freitag, den 19. Juni 2020 um 13:00 Uhr

Die Young Boys empfangen im Wankdorf den FC Zürich.

Die Berner sind verhalten in die Rückrunde gestartet: Zwei Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen. Zuhause liessen sie aber bislang nichts anbrennen – und gewannen beide Spiele ohne Gegentore.

Der FCZ hat dieses Jahr noch kein Pflichtspiel gewonnen. Das will er heute ändern und auch gleich der schwarzen Saison-Serie gegen YB ein Ende bereiten (drei 0:4-Niederlagen).

Unsere Frage an Sie ist denkbar einfach:

Wer triftt zu welchem Schlussresultat?

Ihre Antwort notieren Sie bitte bis 20.29 Uhr. Der Sieger erhält eine Geisterwurst. Toi toi toi! Und bevor Sie jetzt Trübsal blasen, dass Sie heute abend nicht ins Stadion können und das Spiel auf Teleclub Zoom verfolgen müssen – wir lassen Sie nicht alleine:

YB-FCZ IM SCHNAPSCHAT – LIVE AB 17.00 UHR

801. Caption Competition

Herr Shearer am Freitag, den 19. Juni 2020 um 6:00 Uhr

Fertig Fussiflaute!

Foto: Thomas Hodel

Heute Abend um 20:30 wird die Schweizer Fussballmeisterschaft endlich fortgesetzt – die immer noch sehr berühmten Berner Young Boys treffen daheim vor leeren Rängen auf den FC Zürich aus Zürich. Darum ändern wir unser Programm leicht ab und starten mit der Caption Competition in den Morgen. Also los, lassen Sie sich zu unserem Bild einen schönen Untertitel einfallen. Zeit dazu lassen wir Ihnen bis morgen um 20:00 Abends, zu gewinnen gibt es wiederum einen Preis nach Wahl aus unserer Schatztruhe. Die Rangverkündigung erfolgt am Sonntagmorgen.

Hier geht es um 13:00 Uhr weiter, und es geht um die Wurst. Richtig, unser beliebtes Tippspiel wird auch endlich fortgesetzt! Wir wünschen Ihnen gute Einfälle und anschliessend den richtigen Riecher.

Das Penalty-Problem

Val der Ama am Donnerstag, den 18. Juni 2020 um 13:00 Uhr

Cristiano Ronaldo verpasst mal wieder ein Elfmeterschiessen.

Fussball jetzt also auch in Italien wieder. Gestern war Cupfinal und Napoli gewann gegen Juventus mit 4:2 nach Elfmeterschiessen. Juventus, das die Coppa Italia zwischen 2015 und 2018 viermal in Serie gewonnen hatte, verpasste seinen 14. Cup und Ronaldo muss damit weiter auf seinen ersten Pokalsieg in Italien warten.

Und eben der Ronaldo ist jetzt mal wieder der Depp. Weil: In so Penaltyschiessen tritt zum ersten Versuch meist der beste Schütze des Teams an. Sofort Erfolg und dann Selbstvertrauen und dann ein Lauf, Sie wissen schon. Und bei Juventus ist das Ronaldo, aber der konnte gestern gar nicht, weil sowohl Paulo Dybala als auch Danilo aus 12 Metern verpassten, während Napoli durch Lorenzo Insigne, Matteo Politano, Nikola Maksimovic und Arkadiusz Milik alle vier Treffer erzielte und damit Trainer Gennaro Gattuso die erste Trophäe sicherte.

Jetzt heisst es natürlich, er habe mit dem fünften Penalty Matchwinner werden wollen, der Egoist. Auf Twitter hat wer geschrieben: “Da wartet er darauf den letzten Penalty zu versenken, um dann sein Trikot auszuziehen, alle 15 Bauchmuskeln zu präsentieren und SIM! zu schreien… und dann sowas.” Für diese These spricht, dass ihm dieses Malheur bereits an der Euro 2012 gegen Spanien und am Konföderations-Cup 2017 gegen Chile passiert ist.