Archiv für die Kategorie ‘La Liga’

Interessante Isolation

Herr Shearer am Donnerstag den 21. Mai 2020

Mai 2020. Alle europäischen Stadien sind verlassen.

Alle? Nein! Während weltweit die Fans seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie aus ihren geliebten Quasi-Zweitwohnsitzen ausgesperrt sind, sind zwei einfach dort geblieben. An der schönen Costa del Sol haben Andrès Perales und sein Sohn Andy ihren Wohnsitz im Stadion La Rosaleda, der Heimstätte des Màlaga CF. Der Zugang zu ihrem Häuschen erfolgt über den Eingang Nummer 18. Und dort verbringen Sie auch diese besonderen Wochen.

Foto: El Pais

Andrès Perales, der inzwischen 85-jährig ist, arbeitete lange als Fahrer des Mannschaftsbusses und später auch als Gärtner und Nachtwächter. Sein Sohn hat inzwischen eine Stelle als Materialwart, seit der Trennung von seiner Frau ist er zu seinem Vater gezogen. Vater Perales hat seine Wohnung seit dem Ausrufen des Lockdowns in Spanien nicht mehr verlassen. Die Einkäufe besorgt seine Tochter für ihn. Die Wohnung wurde 1982 zur WM in Spanien ursprünglich als Lagerraum errichtet und später entsprechend umgebaut. Damals hiess der Klub noch Deportivo Màlaga, doch der ging 1992 in Konkurs und wurde als Màlaga CF neu gegründet. Andrès Perales hat alles mitgemacht, vom Zwangsabstieg in die vierthöchste Spielklasse über den Aufstieg in die Priméra Division bis zur Teilnahme an der Champions League. Aktuell steht Màlaga in der Segunda Division nur auf Platz 15.

In Spanien dürfte der Ball bis Mitte Juni weiter ruhen. Für Andrès Perales dürfte sich aber bei einer Wiederaufnahme nicht viel ändern – da er schlecht zu Fuss ist, schaut er sich die Spiele schon seit einiger Zeit nicht mehr von der Tribüne aus an, sondern in seinem Wohnzimmer am Fernsehen.

Bizarre Premiere

Rrr am Samstag den 22. Februar 2020

Traurige Dinge aus aller Welt. Heute: Martin Braithwaite.

Der 28-jährige Däne kämpfte bislang mit Leganés gegen den Abstieg aus La Liga – mit mässigem Erfolg. Trotzdem zahlte Barcelona jetzt 18 Millionen Euro für ihn. Die Katalanen brauchten nach den Langzeitverletzungen von Dembele und Suarez eine neue Offensivkraft, da ist man nicht wählerisch.

Die Präsentation gestern im leerem Camp Nou zeigte, was man heutzutage für 18 Millionen bekommt.


Braithwaite wurde übrigens ausserhalb des Transferfensters nach Barcelona gelotst. Der spanische Verband erlaubt dies, wenn ein Verein plötzlich einen Langzeit-Verletzten hat.

Barca zog die Klausel – Pech für Leganés, die sich verarscht fühlen. Der Klub aus der Nähe von Madrid hat jetzt viel Geld, aber seine Sturmspitze verloren. Klar, da könnte auch Roger Assalé eingesetzt werden, die Leihkraft aus Bern. Aber allein ganz vorne macht der Ivorer wohl wenig Sinn. Sollte Leganés absteigen, ist der Klub übrigens nicht verpflichtet, Assalé von YB fix zu übernehmen.

Wo waren wir stehen geblieben? Ah genau: In der Hitparade der schlechtesten Spielerpräsentationen bringt es Braithwaite immerhin auf Platz 6.

Bezeichnende Bezichtigung

Herr Maldini am Dienstag den 18. Februar 2020

Ungeheuerliche Vorwürfe erschüttern die heile Welt des Fussballs.

Der FC Barcelona habe ein Unternehmen beauftragt, mit falschen Profilen in den Sozialen Medien das Image der eigenen Clubführung aufbrezeln zu lassen. Das wirft Cadena SER, der grösste und  älteste Radiosender Spaniens, Barça in einem exklusiven Bericht vor. Die Firma erstelle seit 2017 sogenannte Fake Accounts und mache mit ihnen Akteure anderer Clubs, aber auch solche des FC Barcelona, schlecht.

Photo: tribuna.com

Barça sah sich gestern zu einer Stellungnahme gezwungen und stritt sämtliche Vorwürfe ab: “FC Barcelona roundly deny any relationship, and furthermore, the contracting of services linked to social media accounts that have broadcast negative or disparaging messages.”

Na dann ist ja alles gut. Der Club behält sich rechtliche Schritte vor.

Doppelrot

Briger am Montag den 3. Februar 2020

Kuriose Szenen aus aller Welt. Heute Doppelrot in Fuenlabrada.

Bild via: lavanguardia.com

Cristóbal Márquez foulte Alex Granell in der 68. Minute des gestrigen Zweitligaspiels zwischen Fuenlabrada und Girona. Der Schiedsrichter schickte den Spanier trotz Protesten unter die Dusche, schaute sich das Ganze dann aber mithilfe des VAR noch einmal an. Márquez durfte nach drei Minuten zurück auf den Platz, die rote wurde zur gelben Karte. Dummerweise geriet er unmittelbar nach der Rückkehr auf den Platz mit Granell aneinander und noch ehe das Spiel wieder angepfiffen werden konnte, sahen beide die gelbe Karte. Für Márquez bedeutete das, dass er den Weg zur Dusche gleich wieder unter die Füsse nehmen konnte.

Adieu Assalé

Rrr am Freitag den 31. Januar 2020

YB verliert Stürmer Roger Assalé.

Der Ivorer wechselt per sofort zum spanischen Erstligisten CD Leganés. Abstiegskampf statt Titelrennen also. Dafür Real und Barca statt Luzern und Thun. YB leiht Assalé bis zum Saisonende aus,  Leganés hat eine Option zur definitiven Übernahme.

Assalé war in Bern ein sicherer Wert. Seit Beginn des YB-Höhenflugs im Sommer 2017 spielte niemand öfter als er. Der kleine Stürmer bleibt als ganz Grosser und zweifacher Schweizermeister in den Herzen der YB-Fans. Machs gut, Roger, und merci für alles!

Umzingelter Iniesta

Briger am Montag den 7. Oktober 2019

Kuriose Websiten aus aller Welt. Heute: Iniestarodeado.

Seit knapp einem Jahr spielt der Spanier bei Vissel Kobe in Japan, trotz seines Abgangs gewann sein Exclub Barcelona die Meisterschaft, aber dennoch fehlt ohne Andres Iniesta in La Liga etwas.

Gut, gibt es die Website iniestarodeado.com, auf der sie 52-mal geniessen können, wie Andrés Iniesta von anderen Spielern umgeben ist. Eine Auswahl nun hier.

  • Spanien-Italien (Euro 2012) 1:1. Iniesta umgeben von Christian Maggio (2), Claudio Marchisio (8), Thiago Motta (5), Leonardo Bonucci (19) und Giorgio Chiellini (3)

  • Barcelona-Real Madrid 2:1. Iniesta umgeben von Sergio Ramos (4), Pepe (3), Sami Khedira (6), Raphael Varanne (2) und Daniel Carvajal (15)

  • Real Madrid-Barcelona 1:1. Iniesta umgeben von Sami Khedira (24), Xabi Alonso (14), Cristiano Ronaldo (7) und Pepe (3)

  • Barcelona-PSG 2:0. Iniesta umgeben von David Luiz (32), Marquinhos (5) und Gregory Van der Wiel (3)

  • Spanien-Portugal (Euro 2012) 0:0. Iniesta umgeben von Raul Meireles (16), João Pereira (21) und Pepe (3)

  • Spanien-Türkei (Euro 2016) 3:0. Iniesta umgeben von Oguzhan Ozyakup (14), Gökhan Gönül (7) und Ozan Tufan (16)

  • Málaga-Barcelona 1:3. Iniesta umgeben von Ignacio Camacho (6), Manuel Iturra (16), Weligton (3), Martín Demichelis (5) und Sergio Sánchez (21)

  • Kroatien-Spanien (Euro 2012) 0:1. Iniesta umgeben von Mario Mandzukic (21), Luka Modric (10), Ivan Rakitic (7), Ognjen Vukojevic (8), Vedran Corluka (5) und Domagoj Vida (21)

  • Juventus-Barcelona 1:3. Iniesta umgeben von Patrice Evra (33), Claudio Marchisio (8), Arturo Vidal (23), Andrea Barzagli (15), Leonardo Bonucci (19) und Stephan Lichtsteiner(26)

  • Spanien-Tschechische Republik (Euro 2016) 1:0. Iniesta umgeben von Theodor Gebre Selassie (4), Pavel Kaderábek (2), Tomas Rosicky(10), Tomas Sivok (6), Roman Hubnik (5), David Limbersky (8) und Jaroslav Plasil (13)

Die restlichen 42 Bilder finden Sie hier.

Bim Umtiti sy si gsy

Herr Maldini am Dienstag den 17. September 2019

Barças Spieler leben zurzeit gefährlich.

Der FC Barcelona, die beste Mannschaft Spaniens, gewann am Samstag gegen den FC Valencia souverän mit 5-2. Samuel Umtiti, wegen einer Fussverletzung momentan ausser Gefecht und deshalb nur Zuschauer, traute anschliessend seinen Augen nicht: Einbrecher hatten den Safe in seinem Haus leergeräumt und vermutlich noch andere Dinge mitgehen lassen, so genau ist das nicht bekannt. Zu allem Übel waren die Bösewichte auch noch vermummt, dürften also nur schwer zu fassen sein.

Das ist umso ärgerlicher, weil Umtiti nicht das erste Opfer in den Reihen der Katalanen ist und diese Ganoven deshalb vermutlich Wiederholungstäter. Zuvor war bereits bei Jordi Alba, Philippe Coutinho, Gerard Piqué und Kevin-Prince Boateng eingebrochen worden. Und dies immer, während die Herren mit der Mannschaft unterwegs waren. Immerhin: Zu Luis Suárez haben sie sich noch nicht getraut.

Verdienter Spalier

Briger am Dienstag den 20. August 2019

BREAKING NEWS: YB-Belgrad ist ausverkauft – Spielmann fällt sechs Wochen aus

Herzlich willkommen zum Bild zum Dienstag.

Bild via sportbible

Auf dem heutigen Bild sehen Sie den niederländischen Torwart Jacobus Antonius Peter „Jasper“ Cillessen, der zusammen mit seinen Teamkollegen durch den Spalier der Spieler von Real Sociedad San Sebastian schreitet. Den Spalier gibt’s, weil Valencia letzte Saison gegen Barcelona die Copa del Rey gewann. Torwart von Barca bei der 1:2-Niederlage am 25. Mai? Richtig Jacobus Antonius Peter „Jasper“ Cillessen. Bei den Katalanen kam der Torwart nur zu acht Einsätzen, davon sieben in der Copa del Rey. Bei seinem neuen Arbeitgeber sah es lange gut aus. Valencia führte bis in die 10. Minute der Nachspielzeit mit 1:0. Dann flog Coquelin vom Platz und die Gegner aus dem Baskenland konnten mittels Elfmeter doch noch ausgleichen.

Flügel und Geflügel

Rrr am Dienstag den 30. Juli 2019

Das historische Bild zum Dienstag.

Racing Santander gegen Real Madrid, Mitte der 1980er-Jahre im mittlerweile abgerissenen Estadio El Sardinero.

Der Dauergast

Rrr am Donnerstag den 6. Juni 2019

Er sitzt im Mestalla. Für immer.

Vicente Aparicio war Zeit seines Lebens ein glühender Anhänger von Valencia. Als Mittfünfziger verlor er sein Augenlicht, doch das hinderte ihn nicht am Besuch der Heimspiele. Er erneuerte sein Saisonabo Jahr für Jahr, kam an jedes Spiel und genoss die Atmosphäre im Mestalla.

Vor zwei Jahre verstarb er. Seinen Sitzplatz Nummer 164 auf der Haupttribüne, Reihe 15, hat der Klub nicht neu vergeben. Vielmehr hat er dort eine bronzene Statue des Verstorbenen platziert. Vicente sitzt also für alle Ewigkeit im Mestalla.

Bewegte Bilder gibts hier.

Cool versenkt

Briger am Montag den 1. April 2019

Sie erinnern sich an Simeon Alexander Jackson?

Richtig, das ist der kanadische Mittelstürmer von St. Mirren, der im Abstiegskampf auf den Panenka setzt, diesen aber nur semiprofessionell ausführt.

Screenshot youtube

Wie so ein Panenka geht, das könnte er von Lionel Messi lernen. Am Samstag lief die 71. Minute des Stadtderbys im Camp Nou zwischen Barcelona und Espanyol. Es stand noch immer 0:0, als Lionel Messi zu einem Freistoss anlaufen konnte. Und klar, wie Jackson wählte er die naheliegenste Variante: Panenka. Messi ist nicht Jackson und darum drin das Ding: 30. Saisontor. In der 89. folgte noch Tor 31 im 27. Ligaspiel. Insgesamt steht Messi nun bei 41 Toren in 38 Einsätzen 2018/19. Zum 10. Mal in Folge erreicht er mehr als 40 Tore in einer Saison.

Ebenfalls schön versenkt hat am Samstag Dortmunds Paco Alcácer:

Kistenweise Karten

Herr Shearer am Donnerstag den 7. Februar 2019

In unserer Serie “Spieler mit unbehandelbarer Gelbsucht” stellen wir Ihnen heute Sergio Ramos vor.

Bildquelle: Mundo Deportivo

Der beliebte Verteidiger des spanischen Vereins “Real” aus Madrid ist mit seinen bald 33 Jahren gefühlt schon seit der spanischen Inquisition ein fester Bestandteil des weissen Ballets. Nach wie vor kennt der Mann kein Pardon auf dem grünen Rasen; so benötigte er  im gestrigen Cupspiel gegen Barcelona gerade mal zehn Minuten, um seinem reichen Palmarès ein weiteres Kapitel beizufügen; die gelbe Karte, welche ihm Schiedsrichter Antonio Mateu entgegenstreckte, beförderte ihn zum meistverwarnten Spieler des Klubs. Herzliche Gratulation!

Seine Profikarriere begann Sergio Ramos 2004 beim FC Sevilla, wo er zuvor Junior war. Bereits zur Saison 2005/06 wechselte er zu den Königlichen nach Madrid. In total 556 Partien für Real hat er 224 mal eine gelbe Karte gesehen – im Schnitt also alle 225 Spielminuten.

Aber nicht nur bei seinem Verein darf sich Sergio Ramos mit dieser Auszeichnung schmücken, nein! Die Rangliste der kassierten gelben Karten führt er auch noch hier an:

  • in der Geschichte der Champions League (vor Paul Scholes, 38 gelbe Karten, 3 Platzverweise)
  • in der spanischen Primerà Division (170 mal gelb, 3 mal rot)
  • in der Geschichte des Clásicos zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona
  • in der spanischen Nationalmannschaft

Beeindruckend. Wir ziehen unseren Hut, wohl wissend, dass Herr Ramos aus Prinzip nicht zurückzieht.