Archiv für die Kategorie ‘Wohin man geht’

Bedenkliche Besprechung

Herr Maldini am Dienstag den 12. November 2019

BREAKING NEWS: Erstes Nati-Aufgebot für Michel Aebischer.

Willkommen beim Rundes-Leder-Veranstaltungshinweis.

Wir beschäftigen uns auch heute mit Vögeln, zumindest im weiteren Sinne: Das Naturhistorische Museum Bern NMBE präsentiert im Rahmen der Sonderausstellung Weltuntergang – Ende ohne Ende am Dienstag, 3. Dezember die Veranstaltung Insektensterben – Sind wir dem Tod geweiht? Die Redaktion des Runden Leders ist gestern Abend einstimmig zum Schluss gekommen, dass sie hofft, dass dem nicht so ist.

Ganz genau wissen wir es aber auch nicht. Zu erfahren ist es hoffentlich im NMBE, wenn Eva Knopp (Biologie-Dozentin Uni Zürich, Expertin für Biodiversität), Martin Sorg (Biologe und Mitautor der Krefelder-Studie), Hans-Peter Wymann (Schmetterlingsforscher und wissenschaftlicher Illustrator), und Hanspeter Latour (Naturfotograf und Buchautor mit Fussballbezug) die Thematik besprechen.

Wie Sie bereits wissen, ist das Insektensterben  eines der grossen Schlagwörter unserer Zeit. Insekten dienen vielen anderen Tieren als Nahrungsgrundlage und sind somit auch Vorboten für den allgemeinen Artenschwund. Auslöser der Debatte war die Krefelder Studie, die Sie ja alle bereits auswendig können. Also los, melden Sie sich noch heute an, die Platzzahl ist begrenzt.

Problematische Prioritäten in der Provinz

Val der Ama am Samstag den 9. November 2019

Hemel Hempstead Town hat Terminprobleme.

Es ist nicht einfach für die Fans des englischen Sechsligisten Hemel Hempstead Town. Bereits am Mittwoch mussten sie auf die Partie gegen Weymouth verzichten und nun, also so wie’s ausschaut, da kann auch am 19. November gegen Chippenham Town nicht gespielt werden.

Grund dafür sind nicht Terrain oder Verletzungen, es sind internationale Verpflichtungen. Der Verein hat nämlich um Verschiebung der beiden Partien gegebeten, weil insgesamt drei Spieler für Länderspiele aufgeboten worden sind. Ricardo German und Tyrone Sterling müssen für Grenada ran, Craig Braham-Barrett (oben auf dem Bild) spielt für Montserrat.

Listiges Luzerner Los

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 31. Oktober 2019

Schon wieder! YB trifft im Cup-Viertelfinal erneut auswärts auf Luzern.

Das ergab die Auslosung heute abend im Leutschenbach. Die Viertelfinals finden am Dienstag/Mittwoch 3./4. März 2020 statt, also auch Lausanne-Basel, Rapperswil-Sion und Winterthur-Bavois.

Zum Duell Luzern-YB kam es bereits im Frühling dieses Jahr. Der FC Luzern setzte sich 4:0 durch (und scheiterte später im Halbfinal an Thun).

In der laufenden Cupsaison haben die Young Boys bislang Etoile Carouge, Freienbach und den FC Zürich geschlagen, mit dem Gesamtskore von 16:2. Knapp wars nur gegen Carouge.

Nun braucht es noch drei weitere Siege bis zum Gewinn des Helvetia Pokals.

Abschiedsbesuch in Altona

Herr Shearer am Dienstag den 15. Oktober 2019

Bevor es zu spät ist: ein Besuch bei Hamburgs dritter Kraft im Fussball, dem Altonaer FC.

  • Der Spass geht los.

  • Es muss nicht immer Wurst sein...

  • ...ausser natürlich, man findet Fisch doof.

  • Und jetzt zu den Aufstellungen.

  • Die Resultattafel wird vom Stammpublikum auf dem "Zeckenhügel" höchstpersönlich bedient.

  • Loge für alle!

  • Ein Vergnügen für gross und klein.

  • Experten unter sich.

  • Nach dem Spiel: schöne Punkplatten vor dem Klubheim

Neulich hatte der für die nördliche Hemisphäre Europas zuständige Redakteur dieses Fachorgans die Gelegenheit, einer der ältesten deutschen Spielstätten einen Besuch abzustatten: der Adolf Jäger-Kampfbahn in Hamburg Altona. Deren Tage sind leider gezählt, der Verein wird innert absehbarer Zeit ein neu errichtetes Stadion mit 2’999 Plätzen und modernen Trainingsgelegenheiten beziehen. 2017 ist Altona wieder in die Regionalliga Nord aufgestiegen, man liebäugelt aber bereits mit dem nächsten Schritt in die dritte Bundesliga und damit in den offiziellen Profifussball.

Altona 93 zieht ein buntes Völklein an, darunter solche, denen St. Pauli bereits zu etabliert ist. Berühmt ist vor allem der “Zeckenhügel”, wo einige Altpunks das Resultat auf einer selbstgebastelten Anzeigetafel à jour halten – es ist zugleich die einzige im ganzen Stadion. Ansonsten ist gerade die Gegengerade sehr zu empfehlen. In deren Mitte befindet sich nebst Bierstand auch eine mit Polstermöbeln ausstaffierte “Loge”, die allen Besucherinnen und Besuchern offensteht.

Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen, das Heimteam holte gegen das deutlich besser platzierte und ambitionierte Team von Weiche Flensburg ein ein hart erkämpftes 1:1 heraus. Die Gästefans aus dem noch höheren Norden mischten sich dabei ebenfalls unter die etwa 800 Heimfans, was aber zu keinen grösseren Konflikten führte.

Also, sollten Sie demnächst mal in diesem Hamburg vorbeikommen und Lust auf Fussball haben – mit neun Euro sind Sie dabei, und Tickets kriegen Sie jederzeit. Das kulinarische Angebot ist lobenswert (Fischbrötchen in allen Variationen!) und das Bier wird flott gezapft. Zu St. Pauli oder dem HSV können Sie ja dann ein anderes mal gehen.

Was macht eigentlich …

Rrr am Samstag den 5. Oktober 2019

… Rangers-Fan Max Power?

Ältere Leser erinnern sich: Herr Power führt ein Doppelleben, er wohnt in Bern und ist YB-Fan – aber noch viel leidenschaftlicher ist seine Beziehung zu den Rangers. Diese Woche trug er dazu bei, dass mehrere hundert Schotten das Spiel im Wankdorf sehen konnten, obwohld der Gästeklub gar keine Billets verkauft hatte (eine Massregelung wegen antikatholischer Gesänge in Warschau).

YB öffnete schliesslich den Gästesektor für all die Blaugekleideten, die ein Ticket für irgendwo im Stadion hatten. Auch Max Power sah dort das Spiel. Als unser Funkbild entstand, machte er noch das Victory-Zeichen.

Herr Power, herzliche Gratulation!

Zu was?

Zu Ihrer Prognose! Sie haben vorausgesagt, dass YB das Heimspiel gegen die Rangers gewinnen werde.

Tami, ja. Das war hart. Das Tor im allerletztem Moment fuhr uns im Gästesektor schon schlecht ein. Andererseits, die Rangers sind selber schuld – nach der Pause haben sie nichts mehr fürs Spiel gemacht. Sie wollten einfach das 1:1 halten. Enttäuschend.

Waren Ihre schottischen Freunde überrascht, in Bern zu verlieren?

Die Fussballkenner unter ihnen nicht, nein. Die wussten: Es ist ein Spiel auf Augenhöhe.

Sie reden so leise, Herr Power.

Das ist der Chyschteri! Ich bin total heiser. Aber item, es war trotz der Niederlage eine geile Woche, mit all den Rangers-Fans in Bern. In der Unsink-Bar ging die Party ab Mittwoch richtig ab. Wobei, die Leute waren auch sehr diszipliniert. Nach Anwohner-Reklamationen mussten wir ihnen klar machen, dass ab 22 Uhr nicht mehr gesungen werden darf. Um 21.55 Uhr hat der Lauteste unter ihnen die Gesangsrunde beendet. Als die Polizei kurz nach zehn Uhr vorbeischaute, wars mucksmäuschenstill.

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Bedauerliche Provokationen

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 25. September 2019

Wirrkopf Walter entdeckt die wahre Wahrheit.

“Einfach fantastisch, der Berner Gemeinderat: Nur gerade einen Monat nach den Ausschreitungen bei YB-Belgrad mit fünf Verletzten hat er jetzt Position bezogen. Also nicht freiwillig – er musste eine Anfrage aus dem Parlament beantworten. Dabei erzählt er, was ihm die Polizei erzählt hat, und wenn man das so liest, fällt es einem wie Fischschuppen von den Augen: Die Belgrader Fans waren eigentlich total lieb, aber dann wurden sie von streitsüchtigen Bernern mit dem Doppeladler provoziert, et puis voilà quoi. Selber schuld!

Das beruhigt alles ungemein, muss ich sagen. Ich dachte schon, da sei ein rassistischer, schwulenfeindlicher, testosterongesteuerter Mob durch Bern gezogen und habe volle Bierdosen in eine Gartenbeiz mit spielenden Kindern geworfen, weil eine LGBT-Fahne an der Hausfassade hing. Vermutlich sind die Videos gefälscht, die dazu im Umlauf waren.

Zu den vollen Bierdosen kamen die Roter-Stern-Fans übrigens, indem sie während des Fanmarschs einen Kiosk in der Lorraine plünderten, da war die Polizei leider nicht dabei. Aber klar, der Kioskbetreiber ist aus Sicht des Gemeinderats sicher auch selber schuld, wenn er in der Sommerhitze gekühltes Bier zum Verkauf anbietet. Auch so eine unnötige Provokation! In dem Sinn prost. Ich gehe jetzt wieder Fritzens faule Fische fischen.”

Nejmeh – Fussballstern im Zedernland

Rrr am Samstag den 21. September 2019

Heute reisen wir nach Beirut.

Von unserem Nahost-Sonderkorrespondenten Herr dres

Beim Libanon denkt man an den Bürgerkrieg (1975-1990), an rund eine Million syrische Flüchtlinge, eine andauernde Abfallkrise, ständige Sticheleien zwischen der Hezbollah und Israel sowie Korruption in absoluter Perfektion. In der Zedernrepublik wird aber auch Fussball gespielt.

In der ersten Runde der libanesischen Premier League trafen gestern abend der letztjährige Meisterschaftsdritte Nejmeh (deutsch: Stern) Beirut und der Vizemeister Ansar (deutsch: Helfer Mohammeds) aufeinander. Der Beiruter Klub Ansar gewann ab 1988 elf Meisterschaften in Folge – bis heute Weltrekord. Herr dres und Familie sind selbstverständlich Fans des Sterns und keine Helfer. Nejmeh ist schliesslich der Verein der Regierung. Die Familie um den ermordeten Premierminister Rafik Hariri finanziert den Verein und das Stadion, heute ist dessen Sohn Saad Hariri Regierungschef und Sunnyboy des Landes.

Versöhnung und Toleranz

Die Familie Hariri war massgeblich an der Beendigung des Bürgerkrieges beteiligt. Dies wiederspiegelt sich auch im Verein: Für Nejmeh spielen vorwiegend Sunniten. Auf den Zuschauerrängen feiern Sunniten und Schiiten gemeinsam, und das Stadion ist nach einem früheren christlichen Führer benannt. Gelebte Toleranz in einem Fussballklub.

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Viele Spiele

Rrr am Mittwoch den 11. September 2019

Englische Woche vor dem Cup-Spiel!

Aber nicht für YB, sondern für den Gegner Freienbach. Der Zweitligist muss heute abend noch in Olten ran, ehe es zum Cup-Duell gegen den Schweizermeister kommt (Samstag, 17.00 Uhr, cupplay.live).

Der FC Freienbach ist mit drei Siegen und zwei Niederlagen in die Saison gestartet, zurzeit steht er auf Platz 4. Am letzten Samstag gab es ein verdientes 4:0 gegen Muri, und Sie wollen nun natürlich die Tore sehen. Rundes Leder TV präsentiert sie Ihnen in Zusammenarbeit mit dem lokalen Provider Manu’s Fotovideoart.

In der Schlussviertelstunde wechselte Freienbach einige Junioren ein, damit sich Stammkräfte für den Cup-Hit schonen konnten. Der FCF spielte übrigens mit Dabic; Gavric, Ribeiro, Desole, Seeholzer; Döttling (91. Srdic), Bachmann, D‘Acunto, Straub (85. Bucher); Stevic (79. Kalaba); Marty (80. Langer), wobei Bankovic, Carpy, Frrokaj, Machado Da Silva und Stumpo alle verletzt waren und Talevik abwesend, aber das wissen Sie sicher alles selber.

Berner bei Benno

Rrr am Mittwoch den 11. September 2019

Reise in die Vergangenheit! YB besucht Benno Oertig.

Wer könnte ihn vergessen, den ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten und Mitbesitzer der Berner Young Boys? Benno Oertig bescherte dem Traditionsverein aus der Bundesstadt die Phase 3, Christian Gross und Ilja Kaenzig. 2012 verkaufte er seine Aktien an die Rihs-Brüder und verabschiedete sich nach zwölf Jahren aus Bern.

Am Samstag beim Cupspiel gibts womöglich ein Wiedersehen, denn Benno Oertig wohnt im schönen Freienbach.

Ob er den Sportplatz Chrummen aufsuchen wird, ist allerdings unklar. Ein Benno Oertig hat ja noch andere Freizeitbeschäftigungen, so ist er namentlich ein passionierter Porsche-Fahrer, wie die Kollegen vom Porsche-Newsroom berichten. “Jeans, Weste, kariertes Hemd und die Sonnenbrille à la John Lennon lassen mindestens zwei Lebensjahrzehnte vom Mittsechziger abfallen”. Der Rest des Artikels ist auch sehr gut.

Und wie bereitet sich der FC Freienbach eigentlich auf das grosse Spiel am Samstag vor? Das verraten wir Ihnen um 10 Uhr in der grossen Farbreportage, die das Runde Leder TV in Zusammenarbeit mit einem lokalen Provider erarbeitet hat.

Silverware mit Bär

Rrr am Samstag den 7. September 2019

Der Berner Bär ist schon in Glasgow.

 

Die Young Boys spielten bekanntlich 1977 im Cup der Cupsieger gegen die Glasgow Rangers. Im Ibrox Park verloren sie 0:1, das Rückspiel in Bern endete 2:2.

Der Besuch im Wankdorf ist den Rangers in bleibender Erinnerung. Denn sie bekamen von den Berner Gastgebern diesen prächtigen Bären geschenkt, der sich seither zwischen Pokalen aller Art im Vereinsmuseum breit macht. Entdeckt hat ihn neulich unser Premium-Leser Herr Je.

Das Hinspiel in Glasgow fand übrigens am 17. August 1977 statt, just am Tag nach dem Tod von Elvis Presley. YB mauerte im Ibrox Park mit Mann und Maus und freute sich über die nur knappe Niederlage. Rangers-Trainer Wallace war not amused: “Was will man gegen eine solche Abwehr ausrichten? Unterhaltend war es jedenfalls nicht.”

Im Wankdorf traten die Young Boys mutiger auf und führte nach einer Stunde 2:1. Die 17.000 Zuschauer witterten eine Sensation – nur noch ein Tor fehlte zum Weiterkommen.

Doch kurz vor Beginn der YB-Viertelstunde kassierten die Berner nach einem Sekundenschlaf der Verteidigung den Ausgleich – das wars dann. Lob vom Bundesrat gab es trotzdem. Militärminister Rudolf Gnägi (SVP): “Man sah schon, dass die Schotten auch nur mit Wasser kochen. YB hat mir viel besser gefallen als die Rangers!”

Die Details entnehmen Sie wie immer Ihrer Tageszeitung. (Zum Vergrössern aufs Bild klicken.)

Attraktive Auswahl

Rrr am Mittwoch den 4. September 2019

Wie kommt man eigentlich zu so einem Pokal?

Ganz einfach. Man gewinnt irgendeinen Wettbewerb, so wie YB. Oder man reist nach Harare (Simbabwe) und deckt sich in einem chinesischen Einkaufszentrum ein – so wie unser Afrika-Korrespondent Lars L.

Wie, Sie brauchen es mit gelben Schleifen? Bitte sehr.

Gala mit N‘Golo

Rrr am Mittwoch den 4. September 2019

Der Chelsea-Star besucht die Hochzeit eines Fans.

Genauer: Die Hochzeit der Tochter eines Fans. Aber alles der Reihe nach.

Frank Khalid ist Wirt in London und lernte N’Golo Kanté, den französischen Weltmeister bei Chelsea, vor einiger Zeit durch einen gemeinsamen Freund kennen. Nun stand die Hochzeit von Franks Tochter an – da lud man natürlich Herrn Kanté ein.

Es kam, wie es kommen musste – der Superstar sagte höflich ab. Er müsse nach dem Ligaspiel gegen Sheffield ja direkt zur französischen Nationalmannschaft fliegen. Doch dann verletzte sich Kanté.

“Er rief mich an und berichtete, er könne nicht zum Nationalteam reisen”, berichtete Frank Khalid. “Deshalb komme er nun doch gerne zur Hochzeit meiner Tochter.”

Kante blieb den ganzen Abend, machte bereitwillig Selfies mit allen Gästen und gehörte zu den letzten, die sich auf den Weg nach Hause machten. “ich glaube, er hat es sehr genossen”, sagte Frank Khalid. “Wir natürlich auch.”