Archiv für die Kategorie ‘Weisheiten’

Verlieren mit Berlusconi

Rrr am Sonntag den 5. Dezember 2004

“Ich unterstütze grundsätzlich den Gegner des AC Mailand. Ich will Berlusconi verlieren sehen und jeden, der mit ihm zu tun hat.”

Der spanische Schriftsteller Javier Marias im Interview mit dem heutigen “Tagesspiegel”. Was Javier Marias über Real, Rassisten und Ronaldo denkt, steht
hier nachzulesen .

“Alles Runde ist offenbar weiblich”

Frans am Montag den 29. November 2004

Ex-Trainer Max Merkel (Jahrgang 1918) lässt nichts unversucht, um als Schöpfer des unsäglichsten Spruchs in die Geschichte des deutschen Fussballs einzugehen. Mit folgendem Vergleich besitzt er seit Jahren beste Chancen: “Im Fußball ist es wie bei der Liebe. Was vorher ist, kann auch sehr schön sein, aber es ist nur Händchenhalten. Der Ball muß hinein.”

Lässt sich solcherlei Gelaber unterbieten? Im Intelligenzblatt BILD unternimmt Max “Zampano” Merkel nun einen neuen, Erfolg versprechenden Anlauf:

„Als ich mal in BILD geschrieben habe, Frauen gehören in die Küche statt auf den Fußballrasen, gab’s fast einen Aufstand. Inzwischen hauen sie den Männern die Titel vor den Latz! Statt der Ball müssen wir wohl bald die Ball sagen, alles Runde ist offenbar weiblich.“

Die Ausrede des Tages

Frans am Freitag den 26. November 2004

Die Auszeichnung für die Ausrede des Tages verdient sich das deutsche Fachblatt BILD für seine Erklärung der Stuttgart-Pleite in Heerenveen:
“Das Spiel versinkt im Nebel. Lange Pässe sind reine Glückssache. Vielleicht hat ja auch Hansson VfB-Stürmer Cacau nicht gesehen. Beide rasseln zusammen (9.) Hansson muß mit stark blutender Nase behandelt werden, kommt dann aber wieder – mit Wattestäbchen in der Nase.” Deshalb konsequent die Titelzeile:

“Nebelspiel! Stuttgart fand das Tor nicht”

Als alternativen Titel schlagen wir vor: “Nebelspiel! Heerenveen fand das Tor”

Wahre Worte

Rrr am Mittwoch den 24. November 2004

“Wenn elf Spieler schlecht sind, kann man nichts machen. Aber wenn einer oder zwei schlecht sind, kann man das Problem lösen.”

(Real-Trainer Garcia Remon auf die Frage, warum David Beckham gegen Leverkusen nach 54 Minuten ausgewechselt wurde.)

Wäre der FC Bayern eine Frau …

Dr. Eichenberger am Montag den 22. November 2004

Der Journalist Marc Schürmann hat sich so seine Gedanken gemacht über die zornige Reaktion von Herr Höness gegenüber kritischen Medienleuten (es stand im Weblog). «Im Namen aller Journalisten» habe er nach dem 3:1 Sieg der Bayern vom Samstag gegen Kaiserslautern versucht, «ein Interview mit Herrn Hoeness zu bekommen, in dem ich alles wieder gut machen wollte. Ich sprang ihm hinterher, bis ich einen Zipfel seiner Jacke zu fassen bekam, und zeigte ihm eine Beglaubigung, Premiere nicht zu empfangen.
Herr Hoeness, Glückwunsch zu einem guten Spiel.»
Er unterbrach: «Kein Kommentar.»
«Zu einem wirklich sehr guten Spiel.»
«Ich sag nix.»
«Einem grandiosen, phantastischen, historischen…»
«Mhm.»
«…himmlischen 3:1-Sieg.»
«Wieso sagen Sie das so abwertend?» Er drehte sich weg.
«Nein, nein‚» stammelte ich, «Sie haben ja klar gewonnen.»
«Eben. Aber Sie haben gerade drei zu eins gesagt. Wenn wir schon so weit sind, dass wir uns nach einem Heimsieg noch rechtfertigen müssen, können wir aufhören!»
«Ich meinte aber…»
«Dann sagen Sie das jetzt auch.»
«Also, Glückwunsch zu Ihrem drei zu eins.»
«Lauter!»
«Zu Ihrem DREI zu, äh, null»!
«Hm. Und was halten Sie vom FC Bayern?»
«Oh, ich liebe Ihre Mannschaft», stiess ich hervor, «wäre der FC Bayern eine Frau, ich würde mich für sie umbringen, er ist die Luft, die ich atme, das Wasser, das ich trinke, die Flamme, die ich entzünde in eisiger Winternacht.»
«Na schön». Hoeness klapste mir auf die Schulter. «Sie kriegen Ihr Interview.»


Wäre Herr Höness eine Frau – die Weblog-Autoren würden sich umbringen für ihn.

Siesta mexicana

Frans am Montag den 22. November 2004

40 Grad im Schatten. Danach sehnt sich in diesen Tagen manch einer ziemlich unbedacht. Nicht so der mexikanische Tabellenführer Fomento Deportivo Veracruz. Der weigerte sich gestern schlicht und ergriffen, in der Mittagshitze zum letzten, sportlich bedeutungslosen Meisterschafts-Heimspiel gegen den Tabellenletzten Jaguares de Chiapas anzutreten. Die vom Verband angesetzte Anspielzeit um 12 Uhr mittags wurde als unzumutbar befunden.

Das Team von Chiapas und der ebenfalls angereiste Schiedsrichter Rodriguez warteten eine Viertelstunde, und dann war der 2:0-Forfaitsieg reglementsgemäss perfekt.
Bemerkenswert ist die Sorgfalt der mexikanischen Presse, welche uns die in Veracruz anwesende Chiapas-Mannschaft einzeln auflistet.
Diese wertvolle Information wollen wir der Weblog-Leserschaft selbstverständlich nicht vorenthalten. Hier also die elf Akteure, welche die Jaguare zum einfachsten Sieg ihrer jungen Vereinsgeschichte gekämpft haben (die Ersatzspieler fehlen leider):
“Los once jugadores que Jaguares presentó en la cédula fueron: 12.- Omar Ortiz; 27.- Jesús Gutiérrez, 2.- Sergio Almaguer, 6.- Everaldo, 14.- Miguel A. Casanova, 8.- José Damasceno, 5.- Adrián García Arias, 19.- Omar Rodríguez, 15.- Jonathan Martínez, 11.- Lucio, 22.- Reynaldo. D. T. José Luis Trejo”.
Herzlichen Glückwunsch!

Struck zuck

Dr. Eichenberger am Freitag den 19. November 2004

Borussia Dortmund steckt tief im Schlamassel. So tief, dass nach jedem Strohhalm gegriffen wird, der sich als Rettungsanker erweisen könnte. Aber nun kommt es für den Verein knüppeldick. Kein geringerer als der deutsche Vereidigungsminister Peter Struck soll mithelfen, als neues Mitglied des Borussen-Wirtschaftsbeitrats den gelb-schwarzen Karren aus dem Sumpf zu ziehen. Die Konsequenzen sind unabsehbar: Drill statt Dribling ist künftig im Ruhrpott angesagt. Aus dem einst stolzen BVB wird ein trauriger Armeesportverein. Bereits hat sich der SPD-Politiker unvorteilhaft in Szene gesetzt. «Man hat nicht den Eindruck, dass die Mannschaft, die jetzt ins Westfalenstadion läuft, bereit ist, das Letzte zu geben», säuselte Struck im Fernsehen. Was das heisst, ahnen alle, die den Militärs auf den Mund schauen. Struck weiter im Kasernenhofton: «Man muss eventuell aussortieren. Ich würde das brutal machen. Selbst um den Preis der Gefährdung des Bundesliga-Bestands.» Da hilft nur eins: Fahnenflucht. Oder, dem Beispiel unseres Hakan Yakins folgend, sich ins Einzeltraining verbannen lassen.


Peter Struck (rechts) zeigt den Schlachtplan.

Sehnsucht nach Deutschland

Frans am Donnerstag den 18. November 2004

Was nach Kameruns 0:3-Blamage in Deutschland zu erwarten war, ist geschehen: Auf Geheiss von Kameruns Sportminister hat Verbandspräsident Mohamed Iya gegenüber Journalisten den Rauswurf von Nationaltrainer Winnie Schäfer verkündet.
Damit dürfte eine vor dem Anpfiff an die deutschen Medien gestellte Frage von Winnie beantwortet sein:
“Die Sehnsucht nach Deutschland wächst. Die Frage ist nur, wann der richtige Zeitpunkt kommt”.
Sein Kommentar nach dem Spiel (“Ich glaube sogar, manchmal bin ich mehr Kameruner als manch andere bei uns”) wirft allerdings bei uns Fragen auf: Meint Winnie seine Löwenmähne, seine zeitlich beschränkten Aufenthalte im Land (“Ich muß ja auch immer sehen, daß meine Malariaprophylaxe noch wirkt, dass ich die Tabletten habe, sonst kann ich nicht hinfliegen”) oder nur die in Kamerun so typische Sehnsucht nach Deutschland?

Erwürgen à la Shakespeare

Frans am Donnerstag den 18. November 2004

1:0 Lokvenc in der 87. und 2:0 Jan Koller in der 90. Minute: Die Tschechen taten gestern in Skopje gegen Mazedonien (mit Ex-YB Mitreski), was sie in den EM-Gruppenspielen jeweils taten. Sie spielten gemäss der Taktik ihres Trainers Karel Brückner. Der machte schon in Portugal keinen Hehl daraus, dass er sich nicht von tumber Fussball-Literatur inspirieren lässt, sondern von Willi Shakespeare himself:

“Othello erwürgt Desdemona auch nicht schon im ersten Akt.”

Immer der Depp

Frans am Montag den 8. November 2004

Mit einer nicht völlig neuen Weisheit lässt sich Deutschlands Torhüter-Legende Sepp Maier im gestrigen “Sonntags-Blick” zitieren:

“So ist das halt: Der Torwart ist immer der Depp.”

Nicht immer war allerdings der Depp, was er heute nach Meinung des weiblichen Geschlechts sein soll: “the sexiest man alive

Depp, nicht Sepp

Nicht denken, müllern

Frans am Donnerstag den 4. November 2004


Mit ihren vier Treffern gegen Sparta Prag hat die niederländische Tormaschine Ruud van Nistelrooy punkto Treffsicherheit pro Europacup-Spiel beinahe sämtliche früheren und heutigen Konkurrenten ausgestochen: In 51 Spielen skorte Ruud 44 mal, wie uns die Statistiker von Voetbal International vorrechnen. Einen solchen Schnitt schafften weder Eusebio, noch Heynckes, noch Di Stefano, noch Inzaghi und schon gar nicht Raul (läppische 48 Treffer in 91 Spielen) – wohl aber der unvergessliche Gerd Müller: 67 Tore in 74 Europacup-Spielen. Sein fussballerisches Rezept kann getrost als Weisheit für beinahe alle Situationen des menschlichen Daseins bezeichnet werden:
“Wenn’s denkst, ist eh zu spät.”
Denk dran, Ruud!

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Dr. Eichenberger am Dienstag den 2. November 2004

Die International Federation of Football History & Statistics IFFHS begleitet den Fussball weltweit mit wissenschaftlichem Argusblick. Laut Berechnungen der Statistiker war die AC Milan das Club-Welt-Team des Monats Oktober – vor Seongnam Ilhwa FC Chunma aus der Republik Korea. Die Mailänder blieben national und international unbesiegt, gewannen sehr viel Punkte und begeisterten mit ihrer Spielweise», urteilen die Statistiker. In der aktuellen Jahresstatistik führt Manchester United vor Valencia, Arsenal, Milan und Real Madrid. Kommentar der IFFHS: «Die Spitzengruppe der Club-Weltrangliste liegt so eng beieinander, daß noch viele Teams die Möglichkeit haben, am 31.Dezember Jahressieger zu werden.» Der FC Basel liegt an 209. Stelle. Es ist der einzige Schweizer Verein unter den 350 aufgeführten Teams.


Andrea Pirlo und Andriy Shevchenko