Archiv für die Kategorie ‘Weisheiten’

Besoffen oder bekifft?

Frans am Montag den 21. Februar 2005

“Wir auf der Bank haben gedacht, die sind besoffen, die Dortmunder. Oder haben einen geraucht!”

(Matchanalyse der 0:5-Niederlage von Dortmund durch Bayern-Spieler Bastian Schweinsteiger)

Spass am Fussball

Frans am Dienstag den 8. Februar 2005

LIVE-TICKER: ZYPERN-ÖSTERREICH 1:1; PENALTYSCHIESSEN 5:4

Das Wichtigste in aller Kürze: “Hieblinger mit falschen Prioritäten.”

Was sonst noch geschah: Im Stadion von Limassol ist auf den ersten Blick kein Zuschauer zu erspähen. Nichts wird uns also vom Spiel ablenken. Übrigens: die Mannschaften sind da!
1. Minute: Kopfball-Rückgabe des Bregenzers Pircher zu Goalie Payer. Österreich gelingt jetzt der ein oder andere Pass – und schon gibt’s den ersten Corner! Ambitionierter Versuch der Österreicher über die linke Seite nach vorn zu kommen. Das Zusammenspiel der Rapidler Katzer und Ivanschitz endet dann aber doch in einem Fehlpass. Kopfballgeplänkel am Mittelkreis dann wird ein Zypriote umgestoßen.
18. Kirchler ganz frei vor Goalie Panayiotou!!!!!!!!!! Doch das Zuspiel springt ihm zu weit vom Fuß, wodurch dem Tormann eine Intervention ermöglicht wird. Die gebrüllten Anweisungen von des Gastgebers Bank werden prompt ruppiger.
Der Berichterstatter hält dieses Gekicke nicht mehr aus und verschiebt sich zum Abendessen (“falsche Prioritäten”).

Alles Weitere finden Sie im Kommentar von Herrn Standard.

Für die Weisheit der Woche zitieren wir aus dem heutigen NZZ-Online-Artikel “Milan – Juventus – Fernduell der Fusskranken”.

Es sagte angeblich der frühere Juve-Stürmer Gianluca Vialli zu seinem melancholischen Ex-Kollegen Alessandro Del Piero:

“Ab ins Ausland, nur dort findest du den Spass am Fussball wieder!”

Nur Boshafte würden aus diesem individuellen Ratschlag eine allgemeine Italien-Regel ableiten wollen.

Dr. Merk zeigt Gelb

Rrr am Montag den 24. Januar 2005

“Dr. Markus Merk, der Weltschiedsrichter des Jahres 2004, ist sich nicht zu schade, dem Rostocker die gelbe Karte zu zeigen.”

(Aus dem ARD-Kommentar zum Spiel Rostock-Freiburg.)

Schmusen mit Oli

Rrr am Mittwoch den 19. Januar 2005

“Oliver Kahn ist sehr wichtig für die Entwicklung eines Teams. Wenn er sich mit jungen Spielern beschäftigt und sie zum Beispiel umarmt, hat eine solche Geste einen enormen Wert, der nicht zu bemessen ist für die Bewältigung von Extremsituationen, die 2006 kommen.”

Deutschlands Übungsleiter Jürgen Klinsmann im Kicker über Goalie Kahn. Unser Funkbild: Im DFB-Lehrgang in Malente tröstet Kahn einen
Nati-Neuling, der in der Aufregung seine Klamotten daheim vergessen hat.

Johan, der Gottlose

Frans am Montag den 17. Januar 2005

Weblog-Leser S. schreibt uns:
“Als bekennender Atheist habe ich Bedenken über Ihren Bericht ‘Ein bekennender Christ ist zum weltbesten Schiedsrichter gewählt worden’. Sollten Jesus und Co. nicht in die Tabuliste aufgenommen werden, gibts wohl einen Boykott, Herr Zingg!”

Lieber Herr Struzzo,

Boykottdrohungen wirken nur, wenn sie glaubwürdig sind. Da Ihr Leben ohne dieses Weblog unendlich viel trister wäre, werden Sie uns fraglos erhalten bleiben.

Aus Rücksicht auf Ihre offenbar tief empfundenen atheistischen Gefühle hier aber doch ein Zitat aus dem Munde des grossen Johan Cruyff . Es ist zwar einige Jahrzehnte alt, kann aber in seinem Kern als zeitlos bezeichnet werden.
“Ik geloof niet. In Spanje slaan alle 22 spelers een kruisje voordat ze het veld opkomen, als het werkt, zal het dus altijd een gelijkspel worden.”
Auf deutsch in etwa:

“Ich bin nicht gläubig. In Spanien bekreuzigen sich alle 22 Spieler, bevor sie aufs Feld kommen. Wenn das funktionieren würde, so gäbe es immer ein Unentschieden.”

Falsche Filme

Rrr am Mittwoch den 12. Januar 2005

Es folgt ein Beitrag unseres Kulturkorrespondenten Herr Noz.

Wie die alte Tante unlängst vermeldete, führte sich Paolo Di Canio vor seinem Aussetzer gegen die AS Roma im Hotelzimmer das Edel-Splatter-Movie Braveheart (USA 1995, mit Mel Gibson und Sophie Marceau) zu Gemüte. Um solcherlei Verirrungen in Zukunft zu vermeiden, präsentiert das Runde Leder eine Schwarze Liste von Filmen, die zur Einstimmung auf ein Fussballspiel unangemessen sind.

Aus nahe liegenden Gründen nicht geeignet sind Foul Play (USA 1978, mit Goldie Hawn und Chevy Chase) und Hors jeu (F 1998, mit Philippe Ambrosini und Patrick Bruel). Nur auf dumme Gedanken bringt einen der kanadische Kurzfilm Hands von 1934 und in der Regel sorgt auch The Crying Game (UK 1992, mit Forest Whitaker) für schlechte Stimmung im Team. Ausschliesslich für pragmatische Seelen geeignet ist zudem Surviving the Game (USA 1994, mit Ice-T und Rutger Hauer).

Empfehlenswert hingegen, um sich auf die komplexe Sozialbeziehung auf dem Feld einzustimmen, ist Il tifoso, l’arbitro e il calciatore (I 1983, mit Alvaro Vitali, Pippo Franco und Carmen Russo). Von der FIFA offiziell empfohlen wird schliesslich einzig Fair Game (USA 1995, mit Cindy Crawford und William Baldwin). Dieser Film kann als DVD oder VHS direkt bei rrronaldo [at] bluemail.ch ausgeliehen werden.

Um die Tugenden der Freundschaft, Solidarität und Loyalität mit der ganzen Mannschaft einzuüben, empfiehlt das Runde Leder das Buch Hörbe und sein Freund Zwottel von Otfried Preussler in grosser Schrift und mit milieufreundlichem Wortschatz (auch zum Vorlesen in der Kabine bestens geeignet).

Nächste Woche beantworten wir die Leserzuschrift von Ivan K.: “Liebes Weblog, ich höre vor dem Spiel immer Jamiroquai oder die Bee Gees und bin deshalb jeweils auf dem Feld ganz trümmlig. Was soll ich bloss tun?”

Schlank nach den Festtagen

Frans am Dienstag den 4. Januar 2005

So kennt die Welt den Chef der Nürnberger HoWe Wurstwaren GmbH & Co. KG und nebenamtlichen Manager des FC Bayern München, Uli Hoeness.

Wurstfabrikant Hoeness hat über die Festtage Erstaunliches vollbracht. Zu Jahresbeginn präsentierte sich Uli für seine Verhältnisse erstaunlich schlank. „16 Kilo in acht Wochen“ habe er abgenommen, berichtete Hoeness, der damit die Wette gegen die beiden Bayern-Profis Jeremies und Salihamidzic gewonnen hat. „Sie müssen zahlen. Es war mir ein grosses Vergnügen, sie endlich zur Kasse zu bitten“, sagte Hoeness selbstzufrieden.

Für die Bayern Website präsentierte sich der Abgespeckte an der Seite seines persönlichen Fitnesstrainers, R.:

Wie aber hat der 1999 zum Botschafter der deutschen Wurst gekürte Hoeness diesen Erfolg realisiert? Hat er in seinem Urlaubsdomizil Lenzerheide bloss von Nusstorte und Gerstensuppe gelebt? Hat Hoeness dort erfolgreicher Sport betrieben als der schlaffe Bayern-Trainer Felix Magath, der im Tirol nach einer Stunde Iceskating “die Stöcke schweissgebadet weggeschmissen” hatte, wie Magath dem Münchner Merkur anvertraute.

Oder hat Hoeness für seine Diät schlicht und einfach den sachdienlichen Ratschlag der Fans des Stadtrivalen 1860 München befolgt?

Grips und Zaster

Frans am Donnerstag den 30. Dezember 2004

Schalke-Manager Rudi Assauer (auf dem Bild links neben dem Skorpion) mit seiner etwas späten Einsicht in die geistigen Fähigkeiten von Bayern-Trainer Felix Magath:

“Unglaublich! Ich habe Felix Magath immer für einen Menschen gehalten, der Grips im Kopf hat.”

Magaths öffentliche Kritik an den im Vergleich zu den Spielerlöhnen mässigen Gehältern der Trainer hat auch den (bei Kamerun entlassenen) Trainerkollegen Winnie Schäfer zu einer wichtigen Erkenntnis geführt:

“Große Trainer brauchen keine dicken Gehälter.”

Kleine und erfolglose Trainer allerdings auch nicht.

Weihnachtsgrüsse aus London

Frans am Freitag den 24. Dezember 2004

Zu den Feiertagen schenkt der meist finstere Chelsea-Trainer José Mourinho den Fans nicht nur ein seltenes Lachen, sondern auch besinnliche Worte vorsorglichen Trostes:

“Don’t worry about Chelsea being first, second or third. Be worried about the people you love, the world and peace.”

So sei es.

Die Limiten des Franzosen

Frans am Donnerstag den 23. Dezember 2004

Barcelonas französischer Mittelfeldspieler Ludovic Giuly dachte, es sei eine gute Idee, sich bei seinem Teamkollegen und Weltfussballer Ronaldinho den einen oder anderen Trick abzugucken. Nur:

“Anfangs habe ich noch versucht, seine Bewegungen im Training nachzumachen. Aber das habe ich ganz schnell sein gelassen. Er ist viel zu gut für mich.”

Pirlo, Vandervaart und Rrronaldo wäre es möglicherweise nicht besser gegangen.

Niemand kennt Kahn

Rrr am Dienstag den 21. Dezember 2004

“Die Thailänder vergöttern Ronaldo und Zidane. Kahn oder Ballack sind durch die WM vielleicht in Japan und Südkorea bekannt, hier kennt sie kaum jemand.”

Vor dem Spiel gegen Deutschland (ab 12.30, ARD live) rückt Thailands Nationaltrainer Siegfried Held die Dinge zurecht. Ein vernünftiges Volk, diese Thai!

Schlechte Verlierer

Rrr am Mittwoch den 8. Dezember 2004

“Wer die Leistung von Schiedsrichter Frisk heute abend gesehen hat, versteht, warum er in Rom eins auf den Schädel gekriegt hat.”

(Einfühlsame Worte von Valencia-Trainer Claudio Ranieri nach der Pleite gegen Bremen)