Archiv für die Kategorie ‘Weisheiten’

Torflaute wo?

Dr. Rüdisühli am Montag den 9. Januar 2006

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Dr. Rüdisühli, immer wieder wird – auch in den Kommentaren im “Runden Leder” – behauptet, dass in Italien weniger Tore fallen als anderswo. Stimmt das eigentlich? Um gelegentliche Aufklärung bittet F.A., B.

Lieber Fritz, die Mär von der Torflaute in Italien stammt aus Zeiten, da sich unsere südlichen Nachbarn vor allem als Maurermeister betätigten. Diese Zeiten sind längst vorbei, doch die Mär ist geblieben – obwohl die Zahlen eine andere Sprache sprechen.

In der laufenden Saison zum Beispiel fielen in der Serie A bislang 475 Tore in 180 Spielen, das ergibt einen Schnitt von 2,638 Treffern pro Match. Zum Vergleich: Die englische Premier League bringt es gerade mal auf 2,455 Tore pro Spiel. Auch die zwei anderen Topligen Europas (Primera Division und Ligue 1) haben tiefere Torquoten.

Italien hat also kein Tor-Problem. Andere Länder aber durchaus. Herzliche Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli

Langweilig

Frau B am Freitag den 6. Januar 2006

Amerikanische Sportwissenschafter haben nach der aufregendsten Sportart gesucht.

Eli Ben-Naim vom ‚Los Alamos National Laboratory’ in New Mexico untersuchte die Resultate der letzten Dekade von über 300’000 Matches der Top-Ligen in fünf Sportarten: Baseball, Eishockey, Basketball und American Football in Amerika sowie Fussball in England. Dabei galt die Unvorhersehbarkeit des Resultats als Mass dafür, wie aufregend ein Spiel war.

„Wenn es keine Überraschungen gibt, werden alle Begegnungen langweilig“, erklärte der Forscher. Seine Studie zeigt, dass im Fussball am ehesten ein Underdog gegen den Favoriten gewinnt. Dann folgen Baseball, Eishockey, Basketball und American Football.

Noch ist Fussball spannend. Aber Ben-Naim hat auch festgestellt, dass er immer langweiliger wird. Vor allem in den letzten zehn Jahren sind die Resultate stetig vorhersehbarer geworden. Hauptschuld daran tragen finanzkräftige Investoren, die in England eine Schere zwischen den Topclubs und dem Rest der Liga geöffnet haben.

„Ich sehe Deutschland und sonst nichts.“

Frau B am Donnerstag den 5. Januar 2006

Der mexikanische Wahrsager und Astrologe Antonio Vazquez prophezeit Deutschland den WM-Titel.

Der ‚Grosse Zauberer’, wie sich Vazquez selbst nennt, ist in Mexiko berühmt für seine Prognosen. Gestern warf er einen Blick auf die kommende Fussball-Weltmeisterschaft. „Das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica am 9. Juni in München wird für die Deutschen der Beginn einer glanzvollen Siegesserie bis ins Endspiel sein“, weissagte er auf einer Pressekonferenz. Im Final werde sich der Gastgeber gegen Brasilien durchsetzen.

Für Deutschland ist dies eher ein schlechtes Omen, denn Vazquez ist bekannt für seine hohe Fehlerquote. Im Jahr 2002 sagte er beispielsweise voraus, dass eine europäische Mannschaft die Weltmeisterschaft gewinnen werde. Ausserdem kann Deutschland den Titel ja gar nicht gewinnen, da England dieses Jahr Weltmeister wird.

GC on top

Frans am Mittwoch den 4. Januar 2006

Lobenswerte Neujahrsvorsätze in der Hauptstadt des schweizerischen Clubfussballs: Die Grasshoppers wollen die ihnen eigene Bescheidenheit ablegen und endlich zugeben, dass sie sind, was sie eigentlich schon immer waren – eine Topadresse im europäischen Fussball.

GC-Präsident Walter A. Brunner zeigt sich seiner verantwortungsvollen Führungsaufgabe gewachsen und geht heute im BLICK unerschrocken mit gutem Beispiel voran:

“Latour hat sich bei mir noch einmal bedankt und mir versichert, dass er diese Chance niemals als Thun-Trainer sondern nur als GC-Coach erhalten hat. GC sei halt immer noch eine TopAdresse in Europa.”

Das Runde Leder wünscht dem unbestrittenen Aushängeschild des schweizerischen Fussballs, welches gerade in den letzten Jahren in den europäischen Wettbewerben brilliert hat, im Namen aller schweizerischen Fussballfreunde ein wiederum erfolgreiches Neues Jahr.

„Alle hassen mich!“

Frau B am Donnerstag den 15. Dezember 2005

Für Sir Alex Ferguson ist klar, wer an der Krise seines Clubs Schuld ist.

Die Pressekonferenz, die der Coach von Manchester United am Dienstagabend gab, dauerte genau 74 Sekunden. Er erklärte O’Shea und Sylvestre für fit und sagte fünf Sätze über Wigan, den gestrigen Gegner in der Liga. Dann stürmte der hitzköpfige Schotte aus dem Saal, ohne auch nur eine einzige Journalisten-Frage zu beantworten.

Später nahm er auf der clubeigenen Webseite Stellung zu den Vorwürfen, die auf die ‚Red Devils’ niederprasseln, seit sie aus den europäischen Wettbewerben ausgeschieden und auch in der Liga ins Straucheln geraten sind:

„Die Medien hassen Manchester United. Das war schon immer so und hat damit zu tun, dass wir ein grosser Club sind. Sie versuchen, die Loyalität der Fans zu untergraben. Aber ich glaube nicht, dass unsere Fans darauf hereinfallen werden.“

Was die Pfiffe am Sonntag während des Heimspiels gegen Everton (1:1) zu bedeuten hatten, erklärte ‚Fergie’ allerdings nicht. Seine Spieler hingegen gaben die Antwort auf die Kritiken auf dem Platz und fertigten Wigan gestern Abend 4:0 ab.

Neue Serie

Herr Noz am Donnerstag den 8. Dezember 2005

Heute startet die lang ersehnte neue Winterserie von Herr Noz. Endlich geht es in diesem Blog wieder ein bisschen um Kultur.

Den Anfang macht der schöne Song J.O.S. Days aus dem Jahr 1987, in die Welt gebracht von der löblichen niederländischen Combo The Nits. Die Holländer können ja nur zwei Dinge richtig gut: Musik machen und Fussball spielen.

“The war monument is still standing | Between two football fields | With the names of the men killed on the battle fields | They were center forwards, keepers and backs | They thought they would win | It’s a family tradition | To play in football team | I have nephews, dumb but tall | Who, still foetus, kicked the ball | I’ve got flat feet and my knees are weak | They all thought it was time to start my
J.O.S. days | J.O.S. days
The last war in this country | The fighting lasted four days | I see one name again | He had my age and my first name | He thought he would win like in his
J.O.S. days | J.O.S. days
They had too many boys | Who wanted to be in a team | So in one day, in one match | You had to prove your ability | I was knocked out, a real disgrace | A break with the family tradition of the
J.O.S. days | J.O.S. days
I can live without a finger | I can live without a toe | But the head is necessary.”

Ein kurzes Hörbeispiel des legendären Songs gibt es hier.
Der J.O.S. (Jeugd Organisatie Sportclub) ist übrigens ein Amsterdamer Quartierverein. Dies nur zu Ihrer Information. Ich danke Ihnen.

Wie man Weltfussballer wird

Rrr am Sonntag den 27. November 2005

“Wenn Ballack mal Weltfußballer werden will, muß er in der italienischen oder spanischen Liga spielen. Die Bundesliga ist dafür zu schlecht.”

(Ronaldo ermuntert den Bayern-Star Michael Ballack in der BILD am Sonntag zum Wechsel zu Real.)

Trotz Knöchelverletzung in bester Laune: Der dreimalige Weltfussballer Ronaldo mit vier Mätressen.

Aktuelle Bilder

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 17. November 2005

Ein entfernter Cousin von Doktor Rüdisühli ist soeben auf einer Medienkonferenz aufgetreten, um endlich für Klarheit zu sorgen.

Alles Lügen

Rrr am Donnerstag den 10. November 2005

“Die Berichterstattung in den Schweizer Medien ist unfair. Vor allem der ,Blick’ erzählt seit der Auslosung nur Lügengeschichten über die Türkei.”

So äusserte sich der türkische Nationaltrainer Fatih Terim heute an der Pressekonferenz in Yverdon.

Herr Terim, das “Runde Leder” ist aber nicht mitgemeint, oder? Wir haben doch Ahmed Rüdüsülü!

Punkte für Tore

Frau B am Dienstag den 27. September 2005

Arsène Wenger möchte, dass mehr Angriffsfussball gespielt wird.

Der Arsenal-Coach weiss eine Lösung für die schwindenden Zuschauerzahlen in der Premier League: „Man sollte die Teams dazu ermutigen weiterzustürmen, wenn sie führen. Man könnte zum Beispiel eine Differenz von drei Toren mit einem Extrapunkt belohnen: Ein 3:0 oder ein 5:2 gäbe dann vier statt nur drei Punkte“, schlug der Franzose in ‚News of the World’ vor.

„Ein Team sollte immer gewinnen wollen. Die erfolgreichsten Mannschaften haben schon immer Angriffsfussball gespielt: Brasilien als Weltmeister oder Real Madrid auf europäischer Ebene haben mehr Titel als alle anderen gewonnen“, meinte Wenger. Er räumte allerdings ein, dass es schwierig sei, die neue Regel einzuführen.

„Zu weit hergeholt“, befand Richard Scudamore von der Premier League, „ich mag die Idee nicht“.

Für Sie getestet

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 25. September 2005

Dr. P. Z. aus G. schreibt uns:
“Liebes Weblog, lassen Sie sich von den Kritikern nicht unterkriegen, Sie sind und bleiben die alleinige Referenz für Fussball-Blogs. Da fällt mir eine Frage ein: funktioniert eigentlich die neue Google Blog-Suche?”

Lieber Dr. Z.
Herzlichen Dank für Ihre schöne Frage. Wir können Sie beruhigen: die Google Blog-Suche funktioniert natürlich. Allerdings schlecht. Wir haben das für Sie mal mit dem Suchbegriff “Fussball” ausprobiert. Hier das Resultat:

Gut, man muss dazu noch sagen, dass es sich bei der Blogsuche um eine BETA-Version handelt.

Liebe Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli.

Komplexe

Frau B am Donnerstag den 22. September 2005

Sir Alex Ferguson kennt den Grund für Wayne Rooneys Verhalten.

Der 19-jährige Stürmer, der am Montag zum FIFPro Nachwuchsspieler des Jahres gewählt wurde, fällt regelmässig wegen schlechten Benehmens auf. Immer wieder kassiert er gelbe oder gar rote Karten, obwohl er erst vor wenigen Wochen Besserung gelobt hatte. Nun, gemäss Manchesters-United-Coach Ferguson liegt das an seiner Herkunft. „Rooney ist aus Liverpool, und alle aus dieser Stadt haben einen Komplex. Wenn ihm also auf dem Fussballplatz ein Unrecht geschieht, reagiert er logischerweise“, erklärte Ferguson gemäss ‚Daily Mirror’ an einem Fanclub-Treffen.

Sir Alex hätte besser geschwiegen, so wie er es seit dem Champions-League-Spiel gegen Villarreal gegenüber dem clubeigenen Fernsehsender MUTV praktiziert. Ein Kommentator hatte sich erfrecht, seine Taktik zu kritisieren. Offizielle des Clubs versuchen verzweifelt, das Problem zu lösen. Immerhin hat MUTV 18 Millionen zahlende Zuschauer auf der ganzen Welt.

Mit der BBC spricht Ferguson übrigens seit 16 Monaten nicht mehr; seit der Sender die Dokumentation ‚Fergie and Son’ ausstrahlte. Es erzürnte ihn, dass sein Sohn – ein Fussballagent – als intrigant dargestellt worden sei.