Archiv für die Kategorie ‘Weisheiten’

Verheerende Fakten

Rrr am Mittwoch den 17. Oktober 2018

Die Initianten der Zersiedelungsinitiative schlagen Alarm: Bald kein Fussi mehr?

In der Schweiz gibt es laut Bundesamt für Sport knapp 4000 Fussballfelder. In 500 Tagen sind sie alle verschwunden, wenn wir das richtig verstanden haben.

Also am 28. Februar 2020. Die laufende Saison könnte demnach die letzte sein.

Die Zersiedelungsinitiative kommt am 10. Februar 2019 zur Abstimmung.

Spitze Breite

Herr Shearer am Sonntag den 16. September 2018

BREAKING NEWS: YB reist im Cup-Achtelfinal zu GC-Bezwinger Stade Nyonnais (31. Oktober oder 1. November)

Zur Nachlese auf das Cup-Wochenende empfehlen wir Ihnen diesen Artikel aus der heutigen SonntagsZeitung.

Wir denken, das reicht. Die ganze Ausgabe können Sie für SFr 5.- am Kiosk kaufen. Wir wünschen Ihnen einen guten Wochenanfang!

Kolossale Kollisionen

Rrr am Samstag den 11. August 2018

Die Woche kompakt mit unserem Kolumnisten.

„Wie konnte das bloss geschehen? Das ganze Land rätselt, aber dummerweise gibt es keinen Voice Recorder, der die fatalen 30 Sekunden vor dem Crash aufgezeichnet hätte. Wir können also nur mutmassen, was genau passierte, bevor Behrami das Telefonat mit Petkovic abrupt beendete und den ‘Blick’ anrief.

Immerhin hat Petkovic das persönliche Gespräch gesucht. Er hätte ja auch ein SMS schicken können. Johann Schneider-Ammann hat neulich dem Gewerkschaftsführer Rechsteiner ein SMS geschickt, aber nicht einmal eine Antwort erhalten. Respektive, die Antwort kam dann über die Medien. Das ist auch nicht schön. Deshalb dachte sich Petkovic, lieber kein SMS, sonst geht es mir wie Schneider-Ammann, aber das nützt natürlich auch nichts, wenn Behrami den Rechsteiner macht. Rire, c’est bon pour la santé!

Andererseits – Status quo vadis? Unabhängige Experten und führende Beobachter sagen unisono: Jetzt ist Lara Gut gefragt. Soll sie noch für die Schweiz skifahren, wenn ihr Mann aus der Nati geworfen wird? Das Volk muss entscheiden, am besten schon im November. Zusammen mit der Hornkuh-Initiative.

Im Fall eines doppelten Ja wird die AHV saniert, andernfalls nur die Unternehmenssteuern gesenkt. Wer richtig abstimmt, darf in Frührente. So wie Behrami. Aber egal, ich gehe jetzt wieder fischen.“

Würdige Wahl

Rrr am Mittwoch den 1. August 2018

Es folgt eine Grundsatzerklärung unseres Chefredaktors Herr Rrr.

„Liebe Freunde des Runden Leders, der heutige Tag bietet uns Gelegenheit, die Tagesaktualität für einmal hintan zu stellen und uns stattdessen mit einer der grossen Fragestellungen unserer Zeit zu befassen: Wer wird eigentlich Weltfussballer des Jahres 2018?

Machen wir uns nichts vor, die zwei Herren, welche den Titel seit 2008 unter sich aufteilten, kommen nicht in Frage. Cristiano Ronaldo hat zwar die Champions League gewonnen, aber er hat die WM vergeigt und fiel dort letztlich nur als Top-10-Mitglied in der Schwalbenhitparade auf. Über Lionel Messi müssen wir nicht viele Worte verlieren, er hat auch diese Saison keinen internationalen Titel gewonnen.

Die Messi-Cronaldo-Ära kommt also zu einem Ende. Wer aber folgt?

Ich habe mir wochenlang den Kopf zerbrochen, ich habe mir Tausende Namen durch den Kopf gehen lassen, und letztlich kam ich zum Schluss: Ideal wäre jemand, der dieses Jahr sowohl die Champions League als auch die WM gewonnen hat.

Nach intensiven Recherchen kann ich Ihnen den Namen des Betroffenen präsentieren: Es ist Raphaël Varane, der französische Innenverteidiger von Real Madrid, der als weltweit einziger Spieler beide Kriterien erfüllt.

Die Wahl von Varane wäre nicht nur aus empirischen Gründen folgerichtig. Mit der Auszeichnung eines Innenverteidigers gäbe die FIFA vielmehr auch einem Schlüsselposten des modernen Weltfussballs seine wohlverdiente Wertschätzung. Überdies wäre es ein Bekenntnis zum Fairplay im Sport, denn es gibt wohl kaum einen faireren Abwehrspieler als Raphaël Varane: Ohne eine einzige gelbe Karte wurde er Fussball-Weltmeister, und die vier Champions-League-Titel holte er (als Verteidiger!!) mit insgesamt 3 Verwarnungen in 46 Einsätzen.

Ich werde das Bewerbungsdossier noch heute an Dr. Infantino abschicken. Wenn die FIFA sportliche Argumente höher gewichtet als kommerzielle Interessen, ist die Sache so gut wie gegessen. Ihnen allen wünsche ich einen besinnlichen 1. August.“

Oha Lätz (MCMIII)

Val der Ama am Mittwoch den 4. Juli 2018

Heute mit der Frage: Wer ist wer?

Links Roman Arkadjewitsch Abramowitsch, Besitzer des FC Chelsea und des Château de la Croë in Cap d’Antibes. Rechts Stéphane Henchoz, Xamax-Assistenztrainer und Xhaka-Kritiker.

Sänk förväntningarna, höj moralen!

Herr Maldini am Dienstag den 3. Juli 2018

BREAKING NEWS: WM-Traum ausgeträumt! Schweden-Schweiz 1:0

Unser Mann in Schweden möchte auch etwas sagen.

“Sänk förväntningarna, höj moralen!

Som gemene man (och kvinna, för den delen) säkert vet, så är det psykologiska spelet den viktigaste faktorn i den moderna fotbollen: vi såg det när Spanien åkte ut på straffar, och vi såg det när grannlandet, danskarna, åkte ut, även de på straffar. Annat var det 1520, under Stockholms blodbad, då kunde danskarna det där, utföra straff alltså.

Das Stockholmer Blutbad von 1520.

Så hur ska vi nu se på det hela inför matchen mot det lilla alplandet, Helvetierna? Finns det en chans i Helvetien att Sverige vinner? Vi frågade vår allvetande expert, Bror Basker: ‘Schweiz leder både i Coca-Colas FIFA-ranking och i antal gjorda spelmål. Om vi kallt räknar med att vi åker ut, så blir bragden så mycket större än om vi låtsas veta att vi vinner. Och då kan vi gå och klappa i händerna precis som tyskarna efter 2-1. Det vore ju nåt! Schweizarna gör ju örnen när de gör mål, och alla vet att lite klapp i händerna skrämmer bort även den största havsörnen, i alla fall i teorin. Därför: Vi torskar 1-2, previs som mot det större alplandet norr om Schweiz!'”

Für die Nicht-Schweden unter ihnen lieferte der in Indien beheimatete RL-Übersetzungsdienst folgende Übersetzung: Diesen Beitrag weiterlesen »

Fussballer sind Tiere (7)

Harvest am Mittwoch den 13. Juni 2018

Herzlich willkommen zur siebten Folge unserer beliebten Serie „Fussballer sind Tiere“.

Viele Fussballer wälzen sich nach einem Foul, oder noch viel mehr nach einer Lumme, sekundenlang am Boden und nicht selten glaubt man als Zuschauer Zeuge des Karriereendes des bedauernswerten Spielers zu sein. Meist ist die Verletzung letztenendes aber, Dank sei Gott im Himmel, doch nicht so schlimm und der „Geschädigte“ steht, nachdem der Schiedsrichter den gegnerischen Spieler verwarnt hat, wieder auf und spielt wie neu. Sehen Sie nun, stellvertretend für die wundersame Heilung vieler Fussballer, Olexander Aliyev:

Man kann den Simulanten viel vorwerfen, doch eines sind sie nicht: dumm. Denn gelernt haben sie das einmal mehr von einem Tier, dem Keilschwanz-Regenpfeifer.

Regenpfeifer sind (wie die Alken) Regenpfeiferartige oder Limikolen, Vögel, die an Ufern Sand oder Watt (oder auf Agrarland den Boden) nach Fressbarem durchkämmen. Wie bei Limikolen üblich, sind die Regenpfeifer Bodenbrüter, das heisst, sie bauen ihr Nest auf dem Boden und brüten dort ihre Eier aus. Die jungen Regenpfeifer verweilen nach dem Schlüpfen noch einige Zeit in diesem Nest, so auch die Jungen des Keilschwanz-Regenpfeifers. Diese hilflosen Kleinen sind ein gefundenes Fressen für Raubtiere, die so gut wie möglich vertrieben werden wollen.

Die Keilschwanz-Regenpfeifer-Eltern haben sich dafür eine besondere Strategie ausgedacht. Sie simulieren einen gebrochenen Flügel, was sie damit zu einem interessanten Ziel für die Raubtiere macht. Jammernd entfernen sie sich vom Nest und locken den Feind so von den Jungen weg. Sobald sie sich in sicherem Abstand vom Nachwuchs befinden, ist die Verletzung, Dank sei Gott im Himmel, auf einmal verschwunden und der Regenpfeifer fliegt fidel wie eh und je davon.

Ihm gleich machen es übrigens neben den Fussballern auch einige andere Bodenbrüter.

In eigener Sache:
Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich aus der Redaktion des Runden Leders. Ich will nichts beschönigen, die unwidersprochene Betitelung als “YB-Blog” am letzten Samstag hat mich getroffen. Schlussendlich war das aber nur das Fass, das den Überlauf zum Tropfen brachte. Die harte und autoritäre Hand des Chefs hat meinem zarten Gemüt zu stark zugesetzt.
Ich danke der Redaktion und allen Lesern für die schöne Zeit und wünsche allen nur das Beste.
Herzlichst
Ihr Harvest

Das Pfingstmontagsmärchen

Rrr am Mittwoch den 23. Mai 2018

Das Runde Leder im Kampf gegen Alltagsmythen.

Heute: “Früher war der Cupfinal immer am Pfingstmontag.”

Das hört man immer wieder. Kompletter Quatsch! In den letzten 10 Jahren fand der Pfingstmontag genau einmal an einem Cupfinal statt. In den letzten 20 Jahren fielen die beiden Feiertage gerade zweimal auf dasselbe Datum.

Okay, früher gabs die Kombination öfter. Aber bei weitem nicht immer. Das zeigt auch das Beispiel der Berner Young Boys: Den letzten Cupsieg 1987 (4:2 n.V. gegen Servette) feierten sie in der Tat an einem Pfingstmontag, den Cupsieg 1977 (1:0 gegen St. Gallen) fiel hingegen auf einen Ostermontag.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich der Austragungszeitpunkt des Schweizer Cupfinals in keinster Weise am christlichen Kalender orientiert. Das ist dieses Jahr nicht anders. Der Pfingstmontag 2018 wurde in Bern als spielfreier Regenerationstag nach der gelbschwarzen Pfingstprozession verwendet, der Cupfinal folgt am nächsten Sonntag, 27. Mai. Und nun geniessen Sie nochmals die Schlüsseldaten der letzten 25 Jahre in der RUNDESLEDER-GRAFIKWELT.

Viel Vorfreude

Rrr am Mittwoch den 11. April 2018

Rundes Leder Zeitmaschine.

Samstag, 17. März 2018: Die Zeitung “Sport” aus Barcelona freut sich, dass Barca fürs Viertelfinal ein Freilos gezogen hat.

Das grosse Aufräumen

Rrr am Dienstag den 13. März 2018

Das historische Bild der Woche.

Anfield Road, 12. Oktober 1977.

Stadionreinigung nach dem Spiel Wales-Schottland. Mit einem 2:0-Sieg sicherten sich die Schotten die Qualifikation für die WM 1978.

Grosse Namen

Rrr am Samstag den 17. Februar 2018

Unsere Kolumnistin fachsimpelt immer gerne.

Am Mittwoch habe ich wieder einmal das Hildi zum Fussballschauen eingeladen. Im Fernsehen spielte Real Madrid gegen Paris St-Germain, und ich schenkte dem Hildi eine Tasse Verveinetee ein.

“Schau Dir das an, Hildi. Real hat so viel Respekt vor Neymar, dass sie leicht asymmetrisch verteidigen. Jedesmal, wenn Neymar auf links zu einem inversen Dribbling nach innen ansetzen will, verteidigt Modric ziemlich breit mit, Casemiro und Kroos schieben nach, aber Kroos positioniert sich unorthodox etwas näher, denn Isco beteiligt sich mit ungewohnt vielen diagonalen Rückwärtsbewegungen an der Defensivraute. Im Grunde genommen füllt er schräg nach hinten die Löcher auf und unterstützt so Modric bei Tempoverschärfungen Neymars zum Doppeln. Hildi, warum schaust Du mich so komisch an?”

“Margrit”, sagte das Hildi und starrte auf den Bildschirm. “Da, der Goalie von Paris. Den kenne ich!”

“Alphonse Areola? Ja, ein interessanter Mann. Er ist neuerdings die Nummer 1 bei PSG.”

“Neuerdings? Der spielt doch schon ewig. Ich schwöre, den kenne ich schon aus den 1970er-Jahren! Hör nur, jetzt spricht der Kommentator schon wieder von ihm!”



“Also bitte, Hildi”, lächelte ich. “Wenn der schon in den 1970er-Jahren gespielt hätte, wäre er jetzt fast so alt wie wir beide.”

“Wenn ichs dir doch sage, Margrit! Wenn ich seinen Namen höre, wird mir ganz warm ums Herz.”

Ich war etwas ratlos, und so wandten wir uns wieder dem Spiel zu. “Es würde mich nicht wundern, wenn das PSG-Tor von der anderen Seite her eingeleitet würde”, sagte ich. “Also von Herrn Mbappé. Das ist dann natürlich der Nachteil dieser asymmetrisch kippenden Neymar-Abwehrraute.”

“Ich habs!” rief das Hildi aus. “Peter Alexander war bei Ariola. Udo Jürgens. Heintje! Alle!”

“Ach so”, lachte ich. “Du meinst Ariola. Jetzt hab ichs begriffen.”

“Ariola, sag ich ja!” sagte das Hildi zufrieden. “Siehst Du, ich hatte eben doch recht.”

“Du bist mir eine!”, lachte ich. “Ich gratuliere Dir ganz herzlich.” Im Fernsehen leitete Mbappé auf der rechten Seite gerade das Pariser Führungstor ein. “Und in der Pause serviere ich dann meinen Tarte Tatin nach dem Rezept vom Train Bleu. Noch eine Tasse Verveinetee, Hildi?”

Fatale Fackelabfahrt

Herr Shearer am Donnerstag den 25. Januar 2018

Unser Sicherheits-Experte, Wachtmeister Schärer von der Kantonspolizei Bern, äussert sich zu aktuellen Geschehnissen an Sportanlässen.

“Das passiert dann eben, wenn man kein Polizeikonkordat hat: da können Störefriede und Pyromanen nach Lust und Laune schalten und walten. Gerade wieder erreichen uns schockierende Bilder von einem irgendeinem Match in Österreich. Erneut konnten Chaoten diversestes Feuerwerk ins Stadion bringen und dort abbrennen. Und natürlich sind diese sogenannten Fans auch nicht davor zurückgeschreckt, einen gegnerischen Spieler mit Schneebällen einzudecken, möglicherweise aus Frust über das enttäuschende Abschneiden ihrer Mannschaft. Zum Glück werfen die Ösis allerdings so, wie sie auch Fussball spielen – getroffen wurde das Opfer nicht. Entschuldigen Sie den kleinen Scherz, die Sache ist natürlich viel zu ernst für dumme Witze.

Foto: Reuters /Dominic Ebenbichler

Meine Kollegen drüben im Österreichischen konnten dann immerhin noch ein paar der Unverbesserlichen zur Rechnung ziehen. Aber was heisst hier schon zur Rechnung ziehen – die paar hundert Euro Busse sind nun wirklich keine wirksame Abschreckung. Rayonverbot, lebenslängliche Stadionsperren – das ist doch die einzige Sprache, die solche Leute verstehen! Nun, das ist natürlich das Problem der Österreicher, aber seit wir hier bei uns bei uns das Polizeikonkordat haben, haben wir da viel weniger Ärger.”

Anmerkung der Redaktion: Unsere Kolumnisten sind frei in der Themenwahl und äussern an dieser Stelle ihre freie Meinung. In diesem Fall müssen wir der Korrektheit halber allerdings anmerken, dass die von Herrn Wachtmeister Schärer geschilderten Vorkommnisse bei einer Randsport-Veranstaltung vorgefallen sind. Wir bitten um Entschuldigung…