Archiv für die Kategorie ‘Weisheiten’

Einleuchtende Expertise

Rrr am Montag den 6. April 2020

Hoaraus neuer Song – die ganze Wahrheit.

Foto: Alessandro della ValleDie Wogen gingen hoch am Samstag auf der Redaktion des Runden Leders, als wir uns gemeinsam Guillaume Hoaraus erste Solo-Single anhörten. Die einen Redakteure fanden ihn wunderschön, gekonnt proudziert und herzergreifend interpretiert, die anderen mokierten sich über Autotune und überschaubare Gesangskünste. Beinahe wurde es handgreiflich, ehe wir uns ans Gebot der sozialen Distanzierung erinnerten.

Ja was jetzt? Wie ist der Song denn nun zu bewerten? Wir einigten uns, bei einem unabhängigen Gutachter eine Expertise einzuholen. Und hier ist sie: Der Journalist und Popkulturist Benedikt Sartorius, bekannt als Musikkritiker von SonntagsZeitung, Tages-Anzeiger, Bund, WoZ, Züritipp, Saiten, Norient.com, 041-Kulturmagazin, Surprise und Tageswoche hat das Wort.

Hoarau auf Auto-Tune

Von unserem Sonderkorrespondenten Benedikt Sartorius

“Zuhause sitzen, irgendein Lied mit der akustischen Gitarre singen: das können derzeit noch mehr als gewöhnlich. Guillaume Hoarau kann das natürlich allerbestens – und dazu wirkungsvoll die Message verbreiten: Hände waschen! Zuhause bleiben!

Aber in der Zwangspause geht noch mehr; man kann ja auch mal ein wenig experimentieren, ein paar Soundfiles hin und her schicken, die Stimme mit dem beinahe schon ausrangierten Auto-Tune schminken, weil die Lagerfeuersängerrolle scheint auf Dauer dann doch allzu langweilig. All das hat Guillaume Hoarau gemacht, in seiner Single «Avan Nous Sava», die mir das Runde Leder dankenswerterweise zugeschickt hat.

Wären nun normale Zeiten, müsste ich aber nun ungnädigerweise hinschreiben: Dieses cheesy Saxofon! Diese supergenerische Produktion! Diese sehr eigenschaftslosen Stimmen, die auf Réunion-Kreolisch und Englisch erbauliche Durchhalteparolen singen (weil Hoarau ist nicht alleine, sondern flankiert von seinen Heimat-Freundinnen und -Freunden namens Samora, Kaf Malbar, Wizdom und DJ Mimi).

Aber weil ja gegenwärtig generell Nachsicht und Solidarität angebracht ist, zumal gegenüber Liedern, die niemandem wehtun, kann ich schreiben: Super Song! Guter Mann! Unbedingt Vertrag verlängern!In dem Sinne: Love & Peace! Ihr Benedikt Sartorius

Rassiges Rätselraten

Herr Winfried am Mittwoch den 1. April 2020

Sie sind noch immer zwangsbeurlaubt oder im Home Office? Dann haben Sie ja Zeit.

Das Rätselraten scheint Ihnen neulich ganz gut bekommen zu sein. Die gute Nachricht ist: Heute geht es weiter damit. Diesmal nicht mit ächzenden, verpixelten Smartphone-Auswürfen. Für die heutige Ausgabe kamen die bewährten 50er-Caran d’Ache-Schachteln zum Einsatz.

Die Kinder aus der Klasse von Herrn Winfrieds Mitbewohnerin kombinierten dabei im neuartigen interdisziplinären Unterricht Bildnerisches Gestalten mit Englisch. Überlegen Sie also erneut, wie Herr Milner es sagen würde. Oh, und: Diesmal suchen wir britische Vereine, nicht Spieler.

Viel Spass! Bitte nur eine Lösung aufs Mal. Und aufstrecken, bevor Sie sich zu Wort melden. Ich danke Ihnen.

Minsker Medizin

Rrr am Dienstag den 31. März 2020

Wirrkopf Walter werweisst über Weissrussland.

“Sie haben es sicher mitbekommen: Der weissrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Ratschläge publiziert, wie sich seine Bürger vor dem Coronavirus schützen können. Er empfiehlt ,Wodka, Saunagänge und landwirtschaftliche Tätigkeiten wie Traktorfahren’.

Massnahmen wie in anderen Ländern hält er für unnötig, und die offiziellen Zahlen geben ihm recht: In Weissrussland gibt es bloss 150 Infizierte. Allerdings sind die Spitäler überfüllt mit Leuten, die an einer schweren Lungenentzündung leiden. Eventuell müssten weissrussische Mediziner einmal den Zusammenhang zwischen Leber und Lunge untersuchen, aber das meine ich jetzt nur zum Scherz. Denn im Kern hat Herr Lukaschenko sicher recht: Wer sich zu Tode säuft, kann an nichts anderem sterben. Idealerweise trinkt man den Wodka nackt auf dem Traktor, wenn ich alles richtig verstanden habe.

Und nun noch die Resultate der weissrusischen Liga von diesem Wochenende: Neman schlägt Wizebsk 2:0. Isloch Minsk bezwingt Smolevichi 1:0. Gordoja unterliegt Schachzjor Salihorsk 0:2, der FC Minsk gewinnt das Derby gegen Dinamo Minsk mit 3:2, wobei die Gäste in Unterzahl spielten. Slavia Mozyr setzt sich 2:1 gegen BATE Borisow durch, Slutsk verliert gegen Dinamo Brest 0:1, Rukh Brest unterliegt Energetik-BGU 0:1 und Torpedo Zodino schlägt Belshina 1:0. Dies zu Ihrer Information. Ich gehe jetzt wieder fischen.”

Klare Korrelation

Rrr am Montag den 30. März 2020

Endlich erforscht: Der Zusammenhang zwischen Haarausfall und Torpotenz.

Sie sehen die Tore und Assists von Zinedine Zidane während seiner Zeit als Fussballprofi (blaue und gelbe Balken), dazu der Stand des Haarausfalls in Prozent (rote Linie).

Richtig: Bei einem Haarausfall von plusminus 70 Prozent ist die Leistungsfähigkeit am grössten. Also im offensiven Bereich. Datenmaterial für Torhüter und Verteidiger steht uns leider nicht zur Verfügung, aber das ist auch nicht so wichtig. Und nun zurück ins Home Office mit Ihnen, besten Dank.

Nützliche Namen…

Val der Ama am Donnerstag den 26. März 2020

… weil doppelt verwendbar.

Es ist ja recht gut angekommen, dieses Raterätsel gestern. Und also flugs aufs Trittbrett gesprungen und wieder ein Rätsel und zwar sollen Sie heute doch bitte Fussballer suchen, die sich den Nachnamen und den Vornamen teilen. Sie sehen oben ein Beispiel: Luca-Toni-Kroos.

Zu Ihrer Orientierung: Tochter der Ama hat anlässlich des Homeschoolings das Rätsel gestern in knapp drei Stunden Minuten gelöst.

Sagenhafte Symbolik

Herr Winfried am Mittwoch den 25. März 2020

Fussballer rund um den Globus versuchen sich gerade selbst zu beschäftigen.

Zum Beispiel James Milner. Der Mittelfeldspieler des Liverpool FC (ältere Leserinnen und Leser erinnern sich: nur zwei Siege fehlten zum Meistertitel) hat endlich Zeit gefunden, den Dachboden ordentlich zu durchforsten und unnütze Gegenstände auszusortieren.  die ganze Fläche seines Wohnzimmers genutzt, um endlich seine Traummannschaft zu präsentieren. Sehen Sie selbst:

Herr Milner hat vorgelegt, und weil er seinen Sinn für Symbole so gern mit der Welt teilt, hat er auch ein echtes englisches Pubquiz rüber gefaxt.

Jetzt sind also Sie dran! Welcher Fussballer ist gesucht? Raten Sie mit! (und stellen Sie sich dabei vor, wie Herr Milner es sagen würde)

1) 🚀🎅🚢
2) 🐤🚍per🚣
3) Sh🍷s🐅
4) 🚭urd👦
5) 🚗🅰🇩🇪
6) ☁♏🅰©🅰L📧L📧
7) Ⓜ🇺🇸👭🆗🅾
8. 🅿@ 🍚
9) 🚽🚗mod💰💰💰💰💰
10) 🐋🇫🇷🆔🎀🗽
11) ☁EO🍕🚣
12) 💍🅾 ⚽🅾📺
13) ✅📞🚬🐜
14) 🇩🇪✒🐜
15) U👀✅📞___🐜
16) 🚣💅 🍛 🎅
17) 🏥🔑 🔫🐺🅰N
18) ⛽1000kg 🐏👂💤
19) A🏃🐏🌊
20) 🌅📼🚽💤
21) 📹🔛🇩🇪Ω
22)🔑🚐👑🚤🆖
23) 👩👨👩🎢er 👶
24) 👼D💍👩
25)👼r👼
26) 🇬🇧🐴💪🐏📏🅰

Pause statt Sause

Rrr am Montag den 23. März 2020

Wirrkopf Walter freut sich auf den Frühling. (Also Frühling 2021.)

“Endlich Klartext vom Wissenschafter: Bis Frühling 2021 sei an normalen Profifussball mit Zuschauern nicht zu denken, sagt der Virologe Christian Drosten, Krisenberater der deutschen Bundesregierung. Daran führe kein Weg vorbei. “Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten müssen.”

Ich finde es zwar durchaus relevant, welches System eine Mannchaft spielt, aber klar: Wenn der Virologe will, steht alles still. Und wer jetzt meint, Geisterspiele seien die Lösung, sieht Gespenster: Das hat schon diesen Frühling nicht funktioniert. Die Frage ist einfach: Wenn die Super League im März 2021 endlich in die neue Saison startet, wieviele Profimannschaften gibt es dann noch?

Vermutlich nur noch die fetten Finanzpolstern, also Basel und YB. Die können dann zwölfmal gegeneinander spielen, abwechseln in Bern und Basel – Ende Mai steht der Meister wie immer fest. Und wer Meister ist, das ist definitiv systemrelevant.

Na egal. Ich mache jetzt wieder Home Office und gehe in der Badewanne ein paar Koi-Karpfen fischen.”

Wichtige Worte

Rrr am Sonntag den 22. März 2020

Wir unterbrechen kurz unser Programm für eine weitere aktuelle Pressekonferenz.

(Quelle: Alles Roger)

Schöner schreiben

Rrr am Dienstag den 17. März 2020

So, liebe Kinder: Jetzt ist fertig faulenzen.

“Homeschooling ist das Gebot der Stunde. Onkel Rrr vom Runden Leder lehrt Euch ab sofort spannende Dinge, wo Ihr nachher das Leben lang dankbar dafür seid.

Heutiges Thema: Handschriftliche Notizen.

Ja, liebe Kinder! Wenn Ihr Euch auf eine Prüfung oder einen Vortrag vorbereitet und ein paar unleserliche Notizen auf irgendeinen Fresszettel schmiert, nützt Euch das gar nichts. Erstens könnt Ihr das schon morgen nicht mehr lesen, und zweitens habt Ihr es sowieso bald vergessen.

Hingegen gilt: Was man sich sorgfältig und in Schönschrift notiert, das vergisst man nicht so schnell. Das weiss auch Clive Tyldesley, einer der bekanntesten englischen Fussballreporter. Er macht sich vor jedem Match handschriftliche Notizen. Hier seht Ihr seine Unterlagen fürs Spiel Liverpool-Atlético (2:3) von letzter Woche.

(Für die volle Dröhnung aufs Bild klicken)

So, und jetzt schreibt Ihr alle in Schönschrift

– das Matchtelegramm vom 28. April 2018
– das Kader von Real Madrid anlässlich des Gewinns der Champions League 2018
– die Nachnamen aller Spieler, die jemals bei YB spielten und einen g im Vornamen haben.

Das Ganze schickt Ihr zur Kontrolle an unseren Dr. Rüdisühli. Wenn Ihr damit fertig seid, könnt Ihr spielen gehen. Los gehts!”

Gutes Gegenmittel

Rrr am Dienstag den 10. März 2020

Eine neue Strategie gegen Messi-Freistösse.

Real Sociedad formierte seine Abwehr am Sonntag so: Bloss drei Mann in der Mauer, fünf weitere strategisch im Strafraum platziert. Die zwei verbleibenden Feldspieler postierten sich rechts und links vom Torhüter auf der Torlinie.

“Der Trainerstab hatte die Idee”, berichtete Mittelfeldspieler Mikel Merino. “Und wir sagten uns: Wenn jemand so viele Freistosstore schiesst wie Messi, dann muss man etwas Neues ausprobieren.”

Es hat funktioniert. Film ab:

via Gfycat

Real Sociedad verlor das Spiel 0:1. Durch ein spätes Penaltytor von Lionel Messi.

Schlecht rasiert und ahnungslos

Rrr am Sonntag den 8. März 2020

Fussballexperten äussern sich zum Coronavirus.

Heute: Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool.

Ebenfalls keine Ahnung haben Carlos Tevez, dessen Tor letzte Nacht den Boca Juniors den Titel bescherte, und Diego Maradona. Die Redaktion des Runden Leders hat lange über das Bild nachgedacht, den Beitragstitel “Corona mit Maradona” aber schliesslich verworfen.

Zeidlers Zorn

Rrr am Montag den 24. Februar 2020

Was sagen eigentlich die beiden Trainer zur 99. Minute in St. Gallen?

Peter Zeidler, Trainer FCSG:

“Unsere Aufgabe ist es nicht, Schiedsrichterleistungen zu kommentieren. Deshalb mach ichs nicht. Ich machs wirklich nicht.

(Weil ich schätze Herrn Bieri, ich kenn ihn gar nicht gut, aber als Mensch mit seiner Ausstrahlung, als guten Schiedsrichter – eine Sache muss man mir in den nächsten Stunden, und bis morgen geb ich uns allen noch Zeit, erklären: Wie irgendein – der ist glaubich auch Schiedsrichter – der Herr Schärer aus Zürich, der hat uns letzte Woche glaubich gepfiffen, aus Zürich da einfach da anruft, oder keine Ahnung wie die das machen, und sagt: Wiederhol den. Okay, kann er machen, aber ich frage mich, aber da müssen wir die Regularien durchschauen: Warum schaut denn Herr Bieri des nicht nochmals an? Diese Frage – und ich lass mich gerne eines besseren belehren, vielleicht weiss ichs auch nicht richtig, aber wenn er das nochmals angeschaut hätte, dann gibt es glaubs keine zwei Entscheidungen. Aber Herr Bieri hat die Situation nicht nochmals angeschaut. Hat sich auf Herrn Schärer verlassen. Des sollt man nicht immer tun im Leben.)

Aber nochmals: Kein Kommentar.”

Gerardo Seoane, Trainer YB:

“Wenn Sie meine Meinung wissen wollen, die ist nicht gut, weil die ist mit gelbschwarzer Brille. Und die kommt sowieso gelbschwarz raus, also von dem her lassen wirs sein.”

(Aus der Pressekonferenz nach dem Spiel)