Archiv für die Kategorie ‘Weisheiten’

Erhebliche Erkenntnisse

Rrr am Mittwoch den 17. Juni 2020

Wer tätowiert ist, kickt besser.

Das zeigt eine umfangreiche Studie der Uni Basel. Im Visier hatten die Wissenschafter von der dermatologischen Abteilung die 736 Spieler, die an die WM 2018 teilnahmen (wovon 32,7 Prozent mindestens eine Tätowierung hatten). Das Runde Leder fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen:

✓ Südamerikanische Teams hatten den höchsten Anteil an Tätowierten mit 53,5 Prozent, gefolgt von Ozeanien (39,1), Europa (36) sowie Afrika und Asien (je 8,7 Prozent).

✓ Stürmer waren besonders oft tätowiert (40 %), Torhüter viel seltener (23,7 %).

✓ Tätowierte Spieler kamen überdurchschnittlich oft zum Einsatz (208,3 Minuten gegenüber Untätowierten mit 160,4 Minuten). Sie erhielten auch mehr gelbe und rote Karten, begingen deutlich mehr Fouls, wurden aber auch häufiger gefoult.

✓ Tätowierte schossen deutlich öfter aufs Tor, trafen aber nicht öfter als Untätowierte. Ausser bei Penaltys.

Die Forscher der Uni Basel gehen davon aus, dass tätowierte Kicker wichtige Persönlichkeitsmerkmale wie Aggresivität, Extrovertierheit und Risikobereitschaft aufweisen. Lauter Eigenschaften, die sich positiv auf den Marktwert auswirken. Man könnte auch sagen: Tattoos steigern den Marktwert.

In weiteren Studien wäre laut Uni Basel zu untersuchen, was die Kicker mit ihren Tätowierungen sagen wollen (“Verschönerung? Selbstermächtigung? Ausdruck persönlicher Werte? Gruppenzugehörigkeit oder religiöse Gefühle?”) und wie wissenschaftlich mit dem Fall Griezman umgegangen werden soll: Der Franzose hat zwar zahlreiche Tattoos am Arm, zeigt sie aber nicht. Er spielt fast immer mit langen Ärmeln.

Zauber oder Zufall

Rrr am Montag den 4. Mai 2020

Neue Erfolgsserie: Die Magie der Zahlen!

Heute ist es genau 99 Tage her, seit die Young Boys zum Auftakt in die Rückrunde den FC Basel schlugen. Wer führte am 26. Januar die Entscheidung herbei? Natürlich die Nummer 99 des Meisters, Guillaume Hoarau.

Lange her! Andere Frage: Wer schoss eigentlich das bislang letzte Tor dieser Meisterschaft? Die Nummer 99 in der 99. Minute.

Und was machte die Nummer 99 eigentlich vor 999 Tagen, am 9. August 2017? Auch da spielte er Fussball, aber irgendwie passt das jetzt nicht in den Beitrag.

Bahntastische Perspektive

Rrr am Mittwoch den 29. April 2020

Das historische Bild zur Wochenmitte.

16. Mai 1979: Ein Lokführer legt beim Basler St. Jakob-Stadion einen Stopp ein, um den Final im Europacup der Cupsieger zwischen Barcelona und Düsseldorf zu verfolgen.

Embed from Getty Images

Die Strecke von Basel SBB und vom Rangierbahnhof Wolf nach Muttenz verlief bekanntlich schon immer neben am Basler Fussballstadion vorbei. Etliche Zuschauer ohne Tickets schauten sich vom Bahndamm aus das Spiel an. Heute befindet sich hier eine provisorische Austiegsstelle für Fanzüge.

Wie Sie unschwer erkennen können, handelt es sich bei der Lok um eine Ae 6/6, Nr. 11519 (die zweitletzte der Serie), abgeliefert 1966 unter SLM-Fabriknummer 4629. Die Lok hat auch noch ein Wappen (auf der Seite über der Nummer zu sehen). Die Ae 6/6 11519 hat dasjenige des Ortes Giubiasco. Dies zu Ihrer Information.

Und nun geniessen wir alle gemeinsam den Final von Basel 1979 in voller Länge, Originalübertragung des spanischen Fernsehens, produziert von den Kollegen der SRG, wie das Eurovisionssignet zu Beginn verrät. Film ab!

Hilfreiche Hygieneregeln

Rrr am Donnerstag den 23. April 2020

Ein Konzept geistert durch die Presse. Wirrkopf Walter hat es nicht gelesen, kann es aber kommentieren.

“Früher wurden die Klubs mit Geisterspielen bestraft, wenn sie ihre Fans nicht im Griff hatten. Heute betteln sie darum, ohne Zuschauer spielen zu dürfen. Tempora mutantur et nos mutamur in illis, wie schon Robert Zimmermann sang.

Die Swiss Football League setzt also auf Safer Fussi und hat dafür ein 36-seitiges Geheimpapier ausgearbeitet, das den Spielbetrieb in Coronazeiten bis ins Detail regelt (Achtung: Nicht Klicken: Hochgeheim!!!). Unverständlich, dass die Fans nun nicht in Euophorie ausbrechen. Dabei taugt das Konzept auch bestens für Fan-Lokale – nehmen wir die schöne Halbzeit-Bar im Breitenrain.

Deren Wiederinbetriebnahme ist problemlos möglich, wenn einige Bedingungen erfüllt sind. So müssen die maximal drei Besucher stets zwei Meter Abstand voneinander halten und vor jedem Eckball die Hände desinfizieren. Das Bier muss selber mitgebracht werden, der Fan-Schal ist vor jedem Match im Kochwaschgang zu waschen. Der Torjubel hat lautlos zu erfolgen, um die Zahl der freigesetzten Tröpfchen möglichst tief zu halten. Wer im Überschwang der Gefühle einen anderen Besucher spontan umarmt, riskiert einen Punkteabzug seiner Mannschaft. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff ist die Lokalität zu verlassen. Wer noch da ist, wenn Rolf Fringer am Bildschirm erscheint, hat dafür hoffentlich einen triftigen Grund.

Unter Einhaltung dieser einfachen Hygieneregeln sollte es möglich sein, den Fans die Freude am Fussball und damit auch die Lebensfreude zurückzugeben – und das ist ja wohl das Ziel der Liga, ist es nicht? Na ja egal, ich geh jetzt wieder fischen.”

Erhebliche Effizienz

Rrr am Montag den 20. April 2020

So, Kinder: Fertig Ferien!

“Ich spüre ganz deutlich: Ihr habt das Faulenzen satt und seid wieder richtig offen fürs Lernen, die Schule aber weiterhin zu. Macht nichts, dafür habt Ihr ja Onkel Rrr.

Heutiges Thema: Effizienz.

Effizienz ist das A und O unserer Leistungsgesellschaft, liebe Kinder, und das zeigt sich nirgends besser als im Fussi. Ihr werdet im Leben nicht viele Gelegenheiten bekommen, um zu reüssieren – die müsst Ihr dann nutzen, sonst endet Ihr am Schluss als Brillenblogger beim Bund. Aber noch gibt es Hoffnung! Klickt nun auf unseren Link und lernt die Namen der 80 effizientesten Fussballer seit 1990 auswendig.

Natürlich wurden nur Spieler erfasst, die einmal in einer europäischen Top-Liga spielten (Spanien, England, Italien, Frankreich und Deutschland). Alle Spieler haben in ihrer Karriere mindestens 250 Tore geschossen.

(Klick zum Vergrössern)

Gut. Und jetzt spitzt Ihr Eure Bleistifte – Klassenarbeit! Beantwortet die folgenden Fragen:

– Auf welcher Position taucht der erste Name auf, den Ihr nicht kennt?
– Wie heisst der einzige Schweizer, der auf der Liste auftaucht?
– Nennt drei berühmte Spieler, welche es nicht auf die Liste geschafft haben.
– Wie heisst die Schrift, die wir verwendet haben?
– Wie heissen die fünf effizientesten Stürmer der NLA/Super League seit 1990?

Das Ganze schickt Ihr zur Kontrolle an unseren Dr. Rüdisühli. Wenn Ihr mindestens vier Fragen korrekt beantwortet, könnt Ihr spielen gehen. Los gehts!”

Von Würsten und Wurzeln

Rrr am Freitag den 17. April 2020

Wirrkopf Walter kommentiert die Exit-Pläne des Bundesrates.

“Rückkehr in die Normalität? Mitnichten. Der gemeine YB-Fan darf weiterhin nicht ins Wankdorf pilgern, und bis er das nächste Mal an einem Match in die Wurst beissen wird, hat selbige vermutlich das Verfalldatum überschritten.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Dentalhygiene und ambulante Furunkelentfernungen sind wieder erlaubt. Es liegt also auf der Hand: Wenn Sie die Wirtschaft ankurbeln wollen, verkürzen Sie sich die Wartezeit bis zur Wiederinbetriebnahme der Super League doch einfach mit einer Wurzelbehandlung, einer Darmspiegelung oder dem Besuch in einem Gartencenter. Kaufen Sie dort ein kleines Stück Kunstrasen, rollen Sie ihn auf dem schmalen Balkon Ihrer Stadtwohnung aus, betrachten sie ihn im milden Licht der Abendsonne und denken Sie sich: Auf solch einer makellosen Unterlage könnten jetzt die berühmten Berner Young Boys spielen.

Sie sässen in Ihrem Sektor auf Ihrem Platz, rund herum dieselben Freundinnen und Freunden wie immer, Garcia flankt zur Mitte, Hoarau schraubt sich in die Höhe, und dann erwachen Sie und fragen sich: Was heisst hier genau ,Eingesperrt sein’? Das Problem ist doch, dass wir ausgesperrt sind. Dass die dort drinnen im Stadion irgendwann dann doch wieder spielen, einfach ohne uns. Denen gefällt das nicht, uns auch nicht, aber es muss sein, sagen alle, also vor allem der Teleclub und die Sponsoren. Die übertragen dann auch die Meisterfeier ohne Fans. Die Geisterfeier.

Können Sie mir folgen? Wenn ja, sind Sie völlig normal. Wenn nein, auch egal. Ich geh jetzt wieder Home Fishing.”

Listige Luftpost

Rrr am Samstag den 11. April 2020

Spieler des Monats! Die Auszeichnung kommt per Drohne.

Die Fans von Zenit St. Petersburg krönten den Brasilianer Malcom zum Spieler des Monats März (in der russischen Liga wurde bis 14. März gespielt). Malcom befindet sich wie alle anderen Kicker daheim in Quarantäne – wo ihn gestern elektronische Post vom Verein erreichte.

“Ich habe gerade eine Nachricht erhalten, dass ich ein Fenster öffnen muss”, sagt Malcom im Videoclip, das sein Verein veröffentlichte. Und dann gehts Schlag auf Schlag. Aber sehen Sie selber.

Wie das Video genau entstand? Keine Ahnung. Wir gratulieren aber Zenits Nummer 8 ganz herzlich und überlassen ihm das Schlusswort:

“Whoa, das ist grossartig! Ich möchte allen Fans bei Zenit FC dafür danken, dass sie für mich gestimmt haben. Ich bin sehr glücklich.”

Einleuchtende Expertise

Rrr am Montag den 6. April 2020

Hoaraus neuer Song – die ganze Wahrheit.

Foto: Alessandro della ValleDie Wogen gingen hoch am Samstag auf der Redaktion des Runden Leders, als wir uns gemeinsam Guillaume Hoaraus erste Solo-Single anhörten. Die einen Redakteure fanden ihn wunderschön, gekonnt proudziert und herzergreifend interpretiert, die anderen mokierten sich über Autotune und überschaubare Gesangskünste. Beinahe wurde es handgreiflich, ehe wir uns ans Gebot der sozialen Distanzierung erinnerten.

Ja was jetzt? Wie ist der Song denn nun zu bewerten? Wir einigten uns, bei einem unabhängigen Gutachter eine Expertise einzuholen. Und hier ist sie: Der Journalist und Popkulturist Benedikt Sartorius, bekannt als Musikkritiker von SonntagsZeitung, Tages-Anzeiger, Bund, WoZ, Züritipp, Saiten, Norient.com, 041-Kulturmagazin, Surprise und Tageswoche hat das Wort.

Hoarau auf Auto-Tune

Von unserem Sonderkorrespondenten Benedikt Sartorius

“Zuhause sitzen, irgendein Lied mit der akustischen Gitarre singen: das können derzeit noch mehr als gewöhnlich. Guillaume Hoarau kann das natürlich allerbestens – und dazu wirkungsvoll die Message verbreiten: Hände waschen! Zuhause bleiben!

Aber in der Zwangspause geht noch mehr; man kann ja auch mal ein wenig experimentieren, ein paar Soundfiles hin und her schicken, die Stimme mit dem beinahe schon ausrangierten Auto-Tune schminken, weil die Lagerfeuersängerrolle scheint auf Dauer dann doch allzu langweilig. All das hat Guillaume Hoarau gemacht, in seiner Single «Avan Nous Sava», die mir das Runde Leder dankenswerterweise zugeschickt hat.

Wären nun normale Zeiten, müsste ich aber nun ungnädigerweise hinschreiben: Dieses cheesy Saxofon! Diese supergenerische Produktion! Diese sehr eigenschaftslosen Stimmen, die auf Réunion-Kreolisch und Englisch erbauliche Durchhalteparolen singen (weil Hoarau ist nicht alleine, sondern flankiert von seinen Heimat-Freundinnen und -Freunden namens Samora, Kaf Malbar, Wizdom und DJ Mimi).

Aber weil ja gegenwärtig generell Nachsicht und Solidarität angebracht ist, zumal gegenüber Liedern, die niemandem wehtun, kann ich schreiben: Super Song! Guter Mann! Unbedingt Vertrag verlängern!In dem Sinne: Love & Peace! Ihr Benedikt Sartorius

Rassiges Rätselraten

Herr Winfried am Mittwoch den 1. April 2020

Sie sind noch immer zwangsbeurlaubt oder im Home Office? Dann haben Sie ja Zeit.

Das Rätselraten scheint Ihnen neulich ganz gut bekommen zu sein. Die gute Nachricht ist: Heute geht es weiter damit. Diesmal nicht mit ächzenden, verpixelten Smartphone-Auswürfen. Für die heutige Ausgabe kamen die bewährten 50er-Caran d’Ache-Schachteln zum Einsatz.

Die Kinder aus der Klasse von Herrn Winfrieds Mitbewohnerin kombinierten dabei im neuartigen interdisziplinären Unterricht Bildnerisches Gestalten mit Englisch. Überlegen Sie also erneut, wie Herr Milner es sagen würde. Oh, und: Diesmal suchen wir britische Vereine, nicht Spieler.

Viel Spass! Bitte nur eine Lösung aufs Mal. Und aufstrecken, bevor Sie sich zu Wort melden. Ich danke Ihnen.

Minsker Medizin

Rrr am Dienstag den 31. März 2020

Wirrkopf Walter werweisst über Weissrussland.

“Sie haben es sicher mitbekommen: Der weissrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Ratschläge publiziert, wie sich seine Bürger vor dem Coronavirus schützen können. Er empfiehlt ,Wodka, Saunagänge und landwirtschaftliche Tätigkeiten wie Traktorfahren’.

Massnahmen wie in anderen Ländern hält er für unnötig, und die offiziellen Zahlen geben ihm recht: In Weissrussland gibt es bloss 150 Infizierte. Allerdings sind die Spitäler überfüllt mit Leuten, die an einer schweren Lungenentzündung leiden. Eventuell müssten weissrussische Mediziner einmal den Zusammenhang zwischen Leber und Lunge untersuchen, aber das meine ich jetzt nur zum Scherz. Denn im Kern hat Herr Lukaschenko sicher recht: Wer sich zu Tode säuft, kann an nichts anderem sterben. Idealerweise trinkt man den Wodka nackt auf dem Traktor, wenn ich alles richtig verstanden habe.

Und nun noch die Resultate der weissrusischen Liga von diesem Wochenende: Neman schlägt Wizebsk 2:0. Isloch Minsk bezwingt Smolevichi 1:0. Gordoja unterliegt Schachzjor Salihorsk 0:2, der FC Minsk gewinnt das Derby gegen Dinamo Minsk mit 3:2, wobei die Gäste in Unterzahl spielten. Slavia Mozyr setzt sich 2:1 gegen BATE Borisow durch, Slutsk verliert gegen Dinamo Brest 0:1, Rukh Brest unterliegt Energetik-BGU 0:1 und Torpedo Zodino schlägt Belshina 1:0. Dies zu Ihrer Information. Ich gehe jetzt wieder fischen.”

Klare Korrelation

Rrr am Montag den 30. März 2020

Endlich erforscht: Der Zusammenhang zwischen Haarausfall und Torpotenz.

Sie sehen die Tore und Assists von Zinedine Zidane während seiner Zeit als Fussballprofi (blaue und gelbe Balken), dazu der Stand des Haarausfalls in Prozent (rote Linie).

Richtig: Bei einem Haarausfall von plusminus 70 Prozent ist die Leistungsfähigkeit am grössten. Also im offensiven Bereich. Datenmaterial für Torhüter und Verteidiger steht uns leider nicht zur Verfügung, aber das ist auch nicht so wichtig. Und nun zurück ins Home Office mit Ihnen, besten Dank.

Nützliche Namen…

Val der Ama am Donnerstag den 26. März 2020

… weil doppelt verwendbar.

Es ist ja recht gut angekommen, dieses Raterätsel gestern. Und also flugs aufs Trittbrett gesprungen und wieder ein Rätsel und zwar sollen Sie heute doch bitte Fussballer suchen, die sich den Nachnamen und den Vornamen teilen. Sie sehen oben ein Beispiel: Luca-Toni-Kroos.

Zu Ihrer Orientierung: Tochter der Ama hat anlässlich des Homeschoolings das Rätsel gestern in knapp drei Stunden Minuten gelöst.