Archiv für die Kategorie ‘Unsere Helden’

Verlängerte Freude

Rrr am Dienstag den 16. April 2019

Das Meistertram fährt weiter, einfach immer weiter.

Das Lieblingstram der Bernerinnen und Berner kurvt auch nächste Saison durch die Stadt. Das verriet Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer heute dem Runden Leder. “Im Mai erhält das Tram ein leichtes Lifting, danach ist es wieder in Bern unterwegs.”

Wie lange genau, liess Meyer offen. Das beurteile man später auch aufgrund der Leistungen der Young Boys.

Das 41 Meter lange und fast 50 Tonnen schwere Meistertram ist seit dem 4. Juni 2018 unterwegs – natürlich auf den Linien 9 und 8, in Würdigung des YB-Gründungsjahrs 1898. Es handelt sich, wie wir alle wissen, um den 2010 von Bernmobil übernommenen Be 6/8 vom Typ Combino XL.

Ballbub Brahim

Rrr am Dienstag den 2. April 2019

Isco fühlt sich alt. Richtig alt.

Schuld ist Brahim Díaz. Ein Mitspieler bei Real Madrid, der am Sonntag erstmals in der Startformation der Königlichen stand. Genau wie Isco, der unter dem “neuen” Trainer Zinédine Zidane wieder aufblüht.

Brahim Díaz war 2012 ein Balljunge in Málaga – und grosser Bewunderer von Isco, der damals in Andalusien spielte (siehe Bild oben).

Sieben Jahre später gab er den Assist zu Iscos 1:1 gegen Huesca (Schlussstand 3:2). „Wegen Dir fühle ich mich heute so richtig alt, du Penner”, beschwerte sich Isco augenzwinkernd auf Twitter.

Brahim Díaz ist 19, sein weg von Málaga nach Madrid führte über Manchester City. Dort absolvierte er bloss fünf Spiele, ehe ihn Real Madrid in diesem Winter zum Schnäppchenpreis von 17 Millionen Euro verpflichtete. Eine Geschichte, wie sie nur der Fussball schreiben kann!

Jubilieren, inhalieren

Rrr am Montag den 25. März 2019

Das historische Bild zum Wochenstart.

5. Juni 1985, Idraetsparken, Kopenhagen: Preben Elkjær Larsen erholt sich in der Spielergarderobe vom Länderspiel gegen die UdSSR. Die Dänen gewannen 4:2, Preben Elkjær schoss die ersten beiden Tore.

Elkjær steht in der dänischen Geschichte auf einer Stufe mit der Kleinen Meerjungfrau, Kim Larsen und Königin Margrethe, wie das Tagblatt von Sønderborg neulich schrieb. Weltberühmt wurde der Stürmer an der WM 1986 in Mexiko, wo er in der Vorrunde vier Tore schoss. Im Ausland spielte er unter anderem für Köln und Hellas Verona.

Später versuchte er sich als Geschäftsmann und Fussballkommentator im Fernsehen. Heute ist er mit 61 Jahren Privatier und bietet sich gelegentlich für Auftritte in Mehrzweckhallen auf dem Lande an, wo er von früher erzählt.

(Foto: Morten Juhl, Scanpix)

Starke Saison von Alison

Herr Maldini am Dienstag den 5. März 2019

Statistikmorgen im Runden Leder: Alisson Becker ist auf Rekordjagd.

Der Goalie von Liverpool blieb in der aktuellen Saison bislang 17 Mal ohne Gegentor (bei 29 Einsätzen entspricht das einer Quote 58,6%). Der Rekord für einen Premier-League-Debütanten liegt bei 20 weissen Westen (Pepe Reina, 2005/06, ebenfalls Liverpool). Der Brasilianer Alisson, der im Sommer von der AS Roma nach England wechselte, könnte ihn bald knacken – es stehen noch 9 Ligapartien aus für die Reds.

Alisson David von Ballmoos, modebayard.ch

In der Super League steht David von Ballmoos vom Meister Young Boys Bern an der Spitze. 2018/19 hat er bisher 11 Mal dichtgehalten (22 Einsätze, 50%), er liegt damit deutlich vor Yanick Brecher (23 Sp/6x/26,1%).

Der Leipziger Péter Gulácsi ist in der Bundesliga die Nummer 1 (24 Sp/11x/45,8%), direkt vor Yann Sommer (24 Sp/10x/41,7%). Jan Oblak von Atlético Madrid führt die Primera Division deutlich an (26 Sp/14x/53,8%), in der Serie A ist es Salvatore Sirigu vom FC Turin (24 Sp/12x/50%) und in der Ligue 1 Walter Benítez von der OGC Nice (24 Sp/11x/45,8%). Sie sehen, David von Ballmoos’ Bilanz kann sich im internationalen Vergleich sehen lassen.

Marco Wölfli kam in seiner Debütsaison bei YB übrigens auf eine Bilanz von neun Zu-Null-Spielen in 34 Einsätzen (26,5%), bei Yvon Mvogo waren es sechs weisse Westen in 20 Partien (30%) und bei DvB ebensoviele in 17 Matches (35,3%).

Ausdauer am Anglo-Cup

Val der Ama am Freitag den 22. Februar 2019

Früher war mehr Spiel.

Das Siegerteam des BSC YB. Von links nach rechts, stehen: Oben: E.Weiss, P.Kaiser, W.Meister, P.Weiss, H.Kämpfer, K.Minder, Mitte: G.Schulz, J.Walter (Captain), Gerster. Unten: V.Adamina, E.Maurer, Rob, Stucki.

Als wäre es gestern gewesen: 1910 konnten sich die berühmten Berner Young Boys das Double sichern. Die Meisterschaft gewann das Team mit Finalsiegen gegen den FC Aarau mit 3:1 und gegen den Servette FC mit 2:1. Und den Anglocup, das ist der Vorgänger des heutigen Schweizer Cups, den holte man sich gegen den FC St. Gallen.

Ja, früher, als es noch keine Gelben oder Roten Karten gab, keinen VAR, keine Schiedsrichterassistenten, früher war Fussball besser irgendwie anstrengender. Dieser Anglocup, zum Beispiel, der wurde erst im zweiten Spiel entschieden. Partie Nummer eins endete am 26. Juni mit 1:1, das Entscheidungsspiel gewann YB gleich mit 7:0. Zeitungsberichte, die dem Runden Leder neulich zugespielt worden sind, besagen, dass das erste Spiel erst nach 2 Stunden und 10 Minuten und nach zweimaliger Verlängerung abgebrochen wurde, weil trotz erbittertem Kampf kein Team einen Treffer erzielen konnte.

Lesen Sie nun bitte unten in der Galerie die spannende Berichterstattung der Zeitung “Football”, das war damals das Central-Organ der Schweizerischen Football-Association (obligatorisch für sämtliche Aktivmitglieder).

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(Dieser Beitrag wurde redaktionell unterstützt vom lieben Herr Saro Pepe)

Beachtliche Balance

Val der Ama am Donnerstag den 21. Februar 2019

Gestern war Champions League – wir fassen zusammen.

Da war also Juve und Juve hat gegen Atletico verloren und nach dem Spiel, da sagte der Ronaldo “Ich habe fünf Champions-League-Titel, Atletico hat keinen.”

Und da war der Torjubel von Atletico-Trainer Simeone. “Mit dem Jubel war gemeint, wir haben Eier, grosse Eier! Mit Diego Costa und Koke zu starten, nachdem sie Monate nicht gespielt haben – das braucht Eier”, so der Coach. Sie haben sich daran gestört? Das tut Simeone leid: “Ich habe es als Spieler in Lazio-Bologna gemacht. Nun habe ich es erneut getan, um unseren Fans zu zeigen, dass wir Cojones haben”, erklärte er. “Es ist keine schöne Geste, das gebe ich zu, aber ich hatte das Bedürfnis, es zu tun.”

Ebenfalls gestern war die 2:3-Niederlage des FC Schalke 04 gegen Manchester City. Trotz Führung und Überzahl schafften es die Deutschen nicht, das Spiel nach Hause zu bringen. Aber ein Zuschauer des Heimteams, der war gestern Held des Abends. Er hier:

Ansprechende Aufnahmen

Herr Maldini am Dienstag den 19. Februar 2019

Willkommen zum Rundes-Leder-Bewegtbildnachmittag.

Geniessen Sie mit uns einige Perlen aus dem Archiv oder auch aus der jüngsten Vergangenheit. Wir haben heute für Sie:

  • Die Fussballerin der Woche

  • … den Ronaldinho der Woche

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Eindrückliche Einkommen

Herr Shearer am Donnerstag den 14. Februar 2019

Juhu, die Liste mit den reichsten Sportlern ist wieder da!

Bild: beinsports.com

Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes hat mal wieder recherchiert und präsentiert die Liste mit den hundert bestbezahlten Sportlerinnen und Sportlern des vergangenen Jahres. Fein, da brauchen wir nur noch abzuschreiben, um Ihnen ein paar obszön hohe Summen zu präsentieren und auch die Köpfe dazu. Apropos Kopf: sich denselbigen zu Matsch schlagen zu lassen, ist durchaus ein interessanter Weg, zu Geld zu kommen. Noch besser ist aber Austeilen, das beweist der zuoberst auf der Liste geführte Floyd Mayweather, der mit 285 Millionen Dollar mehr als das doppelte seines Verfolgers verdient hat; der heisst Lionel Messi, kommt aus Argentinien und spielt Fussball in Barcelona. Dessen 111 Millionen aus Lohn, Prämien und Werbehonoraren dürften wiederum den drittplatzierten Cristiano Ronaldo, Inhaber einer Unterhosenfabrik und ebenfalls Fussballer, fuchsen. Der musste sich vergangenes Jahr mit drei Kisten weniger begnügen.

Man muss übrigens weder in Turin, noch in Barcelona oder Madrid spielen, um nicht am Hungertuch nagen zu müssen. Erinnern Sie sich noch an Oscar? Der ehemalige Chelsea-Spieler verdient seine Brötchen seit zwei Jahren in China. Er schafft es auf Platz 56 bei Forbes und ist bei den Fussballern immer noch in den Top Ten. Dort ist nach wie vor auch der teilpensionerte Wayne Rooney zu finden. Interessant aber: hinter Messi, Ronaldo und Neymar (Platz 5) tut sich bis zu Gareth Bale (35.) eine grosse Lücke auf. Da sind viele Sportler, deren Namen man noch nie gelesen hat und die offenbar in Sportarten wie “mit-dem-Auto-im-Kreis-rumfahren”, “einen-Ball-in-einen-Korb-werfen” oder “einen-Filzball-mit einem-Schläger-übers-Netz-prügeln” reüssieren oder aber “Football” als Disziplin angeben, bei genauerem Hinsehen aber eine unansehnliche amerikanische Unterart mit Eierball, Vollverschalung und ständigem Handspiel betreiben.

Bestverdienender Schweizer ist auf Platz sieben der Randsportler Roger Federer vom FC Basel, und wenn wir grad schon beim Thema sind: Virat Kohli ist auf Platz 83 gelandet.  Die komplette Liste finden Sie unter diesem Link.

Flotter Vierer

Rrr am Montag den 11. Februar 2019

Das historische Bild zum Wochenstart.

Wolfenbüttel, 1977: Benefizspiel mit Uwe Seeler und dem letzte Woche verstorbenen Rudi Assauer. Das sind die beiden im Jägermeister-Trikot.

Paul Breitner amtierte als Schiedsrichter. Fritz Walter hatte gerade eine Hüftgelenkoperation hinter sich und kam nur als Zuschauer nach Niedersachsen.

Fan Forever

Rrr am Mittwoch den 23. Januar 2019

Bernard Sheridan ist Liverpool-Fan. Seit 1923.

Am kommenden Freitag feiert er seinen 104. Geburtstag. Bereits letzte Woche besuchten ihn Klubvertreter im Altersheim und schenkten dem rüstigen Jubilaren ein Shirt mit der Aufschrift “Bernard 104”, eine unterschriebene Liverpool-Flagge, zwei Tickets fürs Spiel gegen Crystal Palace und einen Geburtstagskuchen.

Sheridan war 1923 erstmals an der Anfield Road und verfolgt seither alle Spiele der Reds – sei es live, am Fernseher oder früher am Radio. Zwar verpasste er die ersten drei Meistertitel, bekam dafür diejenigen von 1923, 1947, 1964, 1966, 1973, 1976, 1977, 1979, 1980, 1982, 1983, 1984, 1986, 1988 und 1990 mit.

“Ich bin ein stolzer Liverpool-Fan, seit ich ein kleiner Junge war”, sagte Sheridan. “Ich bin mit dem Klub durch gute und schlechte Zeiten gegangen. Ich fühle mich geehrt, diese Geschenke zu erhalten. Mein grösster Wunsch ist jedoch, dass mein Team gegen Crystal Palace gewinnt.”

Die Reds erfüllten ihm den Wunsch – und gewannen eine dramatische Partie mit 4:3. Anschliessend lernte der Jubilar Trainer Jürgen Klopp kennen.

Geistlicher Goalie

Rrr am Montag den 7. Januar 2019

Das historische Bild zum Wochenstart.

Madrid, 1959: Fussballmatch am Priesterseminar. (Fürs volle Erlebnis einmal aufs Bild klicken)

Das Bild gehört zu den berühmtesten zeitgenössischen Fotografien Spaniens, geschossen von Ramón Masats.

Jahrzehntelang fragten sich die Betrachter des Fotos, ob der Goalie den Ball eigentlich abgewehrt hat. El Mundo spürte vor einigen Jahren die Protagonisten der Szene auf, Lino Hernando und Mariano Enamorado. Lino (rechts im Bild) stand damals im Tor, heute ist er Erzpriester, Mariano hängte nach zehn Jahren den Priesterjob an den Nagel, heiratete eine Frau und wurde dreifacher Vater. Aber item, beide sind sich einig: Der Ball landete damals im behelfsmässigen Tor, was sich auch am Schatten, den der Ball wirft, abschätzen lässt.

Die Szene fand übrigens auch den Weg ins Kino, Pedro Almodóvar hat sie in “La mala educación” (2004) nachgestellt.