Archiv für die Kategorie ‘Unsere Helden’

Alle Achtung Acerbi

Val der Ama am Sonntag den 13. Oktober 2019

Francesco Acerbi tut mehr als nur die Pflicht.

Das Redakteursein beim Runden Leder ist ein schönes Hobby, denn es ermöglicht immer wieder einen Blick hinter die Fassaden des Fussballs. Eine Beobachtung, die ich immer wieder mache: Bei allen Vereinen gibt es viele Leute, die unglaublich wichtig sind. Ich meine nicht die Spieler, die sind meist eher zurückhaltend und fast immer freundlich. Ich meine die Betreuer, die Sportchefs, die Offiziellen. Die haben nämlich immer viele wichtige und offizielle Dinge zu tun, die müssen sich immer ganz fest konzentrieren und das geht bestimmt nicht mit einem Lächeln oder gar Freundlichkeit.

Mir hat schon ein Assistengoalietrainer die Türe vor dem Latz zugeknallt, eine Vizemedienmediensprecherin den Handschlag verweigert oder einmal, da hat mich so ein Securityschnauz beinahe verprügeln lassen, weil ich eine Stunde vor dem Spiel mal kurz den Rasen betreten wollte. Die Begründung meist: Wir sind konzentriert, das hier ist offiziell und wir sind wichtig.

So ähnlich wars vielleicht auch am Donnerstag in einem Kinderspital in Rom. Die Squadra Azzura war zu Besuch auf der Kinderkrebsstation: Fotos, Geschenke, gute Wünsche – so Sachen halt. Eine schöne Pflicht für Fussballer, könnte man meinen und unglaublich bedeutend für die kleinen Patienten, bin ich überzeugt. Aber auch dort: Nach einer Weile meinte einer der Offiziellen, dass die Zeit um sei und also alle zurück in den Bus.

Innenverteidiger Francesco Acerbi: “Mir egal, geht nur. Ich nehme ein Taxi, aber ich gehe erst, wenn ich alle Kinder gesehen habe.” Acerbi erkrankte 2013 an Hodenkrebs, gilt aber heute als geheilt.

Garantiert Gelb!

Val der Ama am Donnerstag den 10. Oktober 2019

Jetzt steht der Cech schon wieder im Tor.

Es gibt sie, die Fussballer, die mehr als Instagram, Shopping und Playstation können oder sogar machen. Torhüterlegende Petr Cech ist so einer, wie Sie sich eventuell erinnern.

Cech amtet seit diesem Sommer als technischer Berater beim FC Chelsea. Sicherlich interessant, sicherlich gut bezahlt, aber so richtig ausgelastet fühlt er sich dabei nicht, weil jetzt wird der doch tatsächlich noch Eis***eygoalie!

“Nach zwanzig Jahren Profifussball wird es für mich eine wunderbare Erfahrung sein, den Sport auszuüben, den ich als Kind so gerne gespielt habe. Ein paar Leute meinen, ich werde nun meinen Job wechseln, aber nein, ich verfüge über genügend Freizeit.”

Am Sonntag gibt er seinen Einstand für den Guildford Junior Ice Hockey Club und trotz Randsport: Wir drücken ihm die Daumen.

Doppelte Doppelmoral

Val der Ama am Mittwoch den 9. Oktober 2019

Das Runde Leder investigativ. Heute: Historische Bilder auf Twitter.

Wenn Sie Zugang zu so Sozialen Medien haben, dann haben Sie vielleicht den Tweet des Rumen Tabakov neulich auch gesehen. “The year is 1986. The sign on Maradona’s shirt says “No drugs”, on Platini’s “No to corruption” 🤣“, schreibt er drunter. 100’000 Likes und über 30’000 Retweets hat ihm dies immerhin eingebracht. Und klar, die Pointe ist gut, wenn auch nur zu 50%.

Auf Platinis Shirt steht nämlich nichts von Korruption, dort steht dasselbe drauf, wie auf dem Trikot vom Maradona, einfach in einer anderen Sprache.

Aber item, wir nutzen die Gelegenheit und erinnern kurz an das Spiel damals in Nancy. Am 23. Mai 1988 verabschiedete sich Michel Platini als aktiver Spieler von der Fussballbühne und lud deshalb zum Spiel Frankreich gegen den Rest der Welt ein. Drinnen vor 40’000 Zuschauern erst 353 Tauben (für jedes seiner Tore eine) und aber dann Weltstars wie eben Maradona, oder auch Gullit, Madjer, Matthäus, Zico, Papin oder Pelé. Und draussen immerhin die Gipsy Kings. Wenn Sie immer noch nicht genug haben, dann lesen Sie unbedingt diesen Artikel da.

 

Auszeichnung für den Altmeister

Herr Shearer am Donnerstag den 26. September 2019

Endlich! Scott Sutter gewinnt eine Trophäe.

Nein, einen Meistertitel oder dergleichen kann der sympathische Ex-YBler in seinem Palmarès leider immer noch nicht aufführen. Dafür darf er sich seit vorgestern “Humanitarian of the Year” nennen. Sein Arbeitgeber, die Vancouver Whitecaps, vergaben anlässlich einer Gala allerhand Auszeichnungen, und weil man mit bereits stolzen 33 Lenzen eher keinen Preis für das grösste Nachwuchstalent mehr erhält, ist diese Ehrung für soziales Engagement auch eine ganz schöne Anerkennung. Scotty und seine Frau Claudia engagieren sich nämlich für das British Columbia Children Hospital und laden zu jedem Spiel junge PatientInnen der Pflegeeinrichtung zu den Heimspielen des Major League Soccer-Klubs ein.

Das Runde Leder gratuliert Scott Sutter recht herzlich und wünscht ihm weiterhin eine erfolgreiche Karriere im schönen Kanada!

Porträt für Mama

Rrr am Sonntag den 1. September 2019

In unserer Zeitmaschine reisen wir heute ins Jahr 2011 …

… und landen in Metz, Frankreich. Sadio Mané ist soeben in Lothringen angekommen. Er stammt aus einem kleinen Dorf in Senegal.

Er möchte seiner Mutter ein Foto von sich schicken, hat aber keine Fotokamera und nur wenig Geld. Deshalb bittet er einen Reporter vor dem Vereinslokal, ein Foto zu machen.

Der Reporter fotografiert und fragt: “Ich schicks Dir per Mail. Wie lautet Deine Adresse?” Aber Sadio Mané hat gar keine E-Mail-Adresse. Irgendwie finden die beiden dann doch einen Weg, und Mané fragt den Reporter noch zur Sicherheit: “Aber das Bild kostet nichts, oder?”

Heute ist Mané Multimillionär, Torschützenkönig der Premier League und Gewinner der Champions League. Er fährt einen Bentley.

Tolle Torschützentabelle

Val der Ama am Freitag den 23. August 2019

Heute erfahren Sie, wer wirklich trifft.

Schon noch interessant, was die Leute von opta mit Supercomputern, AI, Digitalisierung oder was weiss ich so alles berechnen. Dank eben diesen Leuten wissen wir endlich, wer wie oft und nach wievielen Versuchen ein Tor erzielt hat. Zwar nur für die fünf grossen Ligen inkl. Europa und Champions League aber immerhin.

Vorneweg: Wissam Ben Yedder steht bei der AS Monaco in der französischen Ligue 1 unter Vertrag und ist französischer Nationalspieler. Nun aber unsere Analyse und abschliessend eine Frage: Cavani ist gar kein Chancentod, Messi trifft besser als Ronaldo auch wenn dieser noch so rumballert, Benzema hat tatsächlich bessere Werte als Suarez und welche Tubelvereine bieten sich eigentlich um Kopf und Kragen für einen, der hier gerade mal auf Rang 12 platziert ist?

Zwischen den Regalen

Rrr am Montag den 12. August 2019

Das historische Bild zum Wochenstart.

Fort Lauderdale, 1979: Uschi und Gerd Müller im Supermarkt.

Gerd Müller kann sich wohl nicht mehr an die Szene erinnern. Er leidet seit 2015 an Alzheimer und lebt in einem Pflegeheim für Demenzkranke. Seine Frau Uschi sagt, es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Er bekomme eine angemessene Pflege und fühle sich heimisch in der Pflegeanstalt. Ihre Besuche nehme Gerd Müller durchaus wahr.

Einzigartiges Ereignis

Val der Ama am Donnerstag den 8. August 2019

Jetzt hat doch Jesus tatsächlich den Virgil van Dijk umdribbelt.

Wer sonst, könnte man fragen, denn schliesslich hatte van Dijk zuvor eine ziemlich reine Weste in dieser Hinsicht. Seit März 2018 hat es kein einziger Spieler geschafft, den Liverpool-Verteidiger zu umspielen.

Aber am Tag des Herrn, also eben am Sonntag und zwar anlässlich der Partie um den Community Shield 2019 zwischen Liverpool und Manchester City, da war es dann nach knapp 87 Minuten soweit: Der Spieler Gabriel Jesus (sic!) windet sich um van Dijk herum und spielt einen Pass auf Kevin de Bruyne (Halleluja).

Ein Zeichen! Und also gewann City die Partie im Penaltyschiessen.

Junger Torwart

Briger am Montag den 22. Juli 2019

Heute lernen Sie Bheem Goyal kennen.

Bild via Kiro-TV

Der achtjährige Junge ist letzten August an Leukämie erkrankt und brachte bei der “Make-A-Wish foundation” den Wunsch ein, einmal für seinen Lieblingsclub, die Seattle Sounders, im Tor zu stehen. Letzte Woche beim Testspiel gegen Borussia Dortmund ging dieser Traum nun in Erfüllung. Bheem Goyal konnte dabei eine weisse Weste wahren, der Schuss von Paco Alcácer bereitete ihm keine Mühe, wie Sie hier sehen können:

Sein Stellvertreter, Bryan Meredith, erledigte seinen Job dann nicht ganz so gut und Seattle musste sich mit 1:3 geschlagen geben.

Am Tag zuvor durfte der Junge bereits einen Vertrag bei den Sounders unterschreiben – natürlich nach bestandenem Test. Bei diesem Test für die U9 erzielte er drei Tore. Danach hiess es natürlich Profi-Alltag: Training mit der Mannschaft, insbesondere mit seinem Vorbild, dem Schweizer Torwart Stefan Frei, Besuch der Kabine und Essen mit der Mannschaft.

Bild via @SoundersFC

So waren am Ende alle glücklich und die Sounders konnten ihre Twitter-Bio aufpolieren.

Screenshot @SoundersFC

Ikonen für Millionen

Rrr am Montag den 15. Juli 2019

Das historische Bild zum Wochenstart.

7. Mai 1978: Johan Cruyff posiert vor seinem letzten Spiel im Barça-Dress mit dem Argentinier Mario Kempes vom FC Valencia.

Wie Sie sicher erinnern, gewann Barcelona das Spiel mit 2:0.

Kempes wurde wenige Wochen später Weltmeister mit Argentinien (und Torschützenkönig). Finalgegner war Holland.

Sunil Superstar

Val der Ama am Freitag den 12. Juli 2019

Leo Messi? Ich bitte Sie!

Am Sonntag war das Eröffnungsspiel des Intercontinental Cup 2019 und in der TransStadia Arena in Ahmedabad, da spielte Indien gegen Tadschikistan.

Für den 34-jährigen Sunil Chhetri war es ein ganz besonderes Spiel, denn einerseits traf er gleich doppelt und vor allem ist er jetzt andererseits in Sachen Länderspieltoren bei 70 angelangt und hat damit Lionel Messi (68) überholt. Von derzeit aktiven Fussballern hat einzig der Ronaldo mehr, nämlich 88.

Der Nationalmannschaft Indiens haben die beiden Tore in der ersten Halbzeit nicht wirklich was gebracht, denn Tadschikistan konnten nach dem Pausenteee zurückschlagen: Komron Tursunov (56′), Sheriddin Boboev (58′), Muhammadjon Rahimov (71′) und Shahrom Samiev (75′) vollendeten zum 4:2.

Jetzt aber nochmals kurz zurück zu Sunil und schauen Sie mal diesen Penalty!

Subjektive Suche

Herr Maldini am Dienstag den 2. Juli 2019

Die Berner Young Boys suchen einen neuen Captain.

Die älteren Leserinnen und Leser unter Ihnen wissen: Steve von Bergen, der langjährige Spielführer und zuletzt auch Goalgetter des BSC YB, trat nach der abgelaufenen Saison und 19 Jahren als Profi zurück. Der Schweizer Meister also ist auf der Suche nach einem neuen Dirigenten auf dem Platz. Die Redaktion des Runden Leders hat zur Inspiration schon mal ein paar Ideen zusammengetragen:

Herr Rrr, Chefredakteur: «Ich persönlich bin für Jean-Pierre Nsame, dann bekommt er endlich mehr Einsatzzeit.»

Herr Shearer, Englandbeauftragter: «Carlos Varela, weil er Klartext redet!»

Herr der Ama, Experte für Fischspezialitäten: «Linus Obexer fände ich eine gute Wahl, er kann Multitasking.»

Herr Briger, Wahlberner: «Die Captainbinde würde zu Gui Hoarau passen, weil viele ein Kind von ihm möchten und er als Musiker recht gut Fussballspielen kann.»

Herr Maldini, langjähriger Captain des FC Runden Leder: «Schwierig. Ich mag Haddock.»

Und Sie, liebe Leserinnen und Leser, wen würden Sie wählen? Hier ein kleiner Ideenpool zur Hilfe.