Archiv für die Kategorie ‘Unsere Heldinnen’

Bedeutende Premiere

Rrr am Mittwoch den 14. August 2019

Eine Frau pfeift heute abend Chelsea-Liverpool.

Es geht um den UEFA-Supercup, und nie zuvor hat eine Schiedsrichterin ein so wichtiges Männerspiel auf europäischer Ebene gepfiffen. Am weitesten brachte es bisher die Schweizerin Nicole Petignat, die zwischen 2004 und 2009 drei Qualifikationsspiele für den UEFA-Cup arbritierte.

Nun schreibt die Französin Stéphanie Frappart Geschichte. In Frankreich kommt sie regelmässig in der Ligue 1 zum Einsatz, ausserdem pfiff sie neulich den WM-Final der Frauen. Dem Supercup schaut sie gelassen entgegen. “Der Fussball ist derselbe, die Regeln sind dieselben.”

Liverpools Trainer Jürgen Klopp ist “stolz, dass wir diesen historischen Moment miterleben dürfen”. Endlich pfeife eine Frau eine wirklich grosse Partie. “Ich werde versuchen, mich von meiner besten Seite zu zeigen, sonst wird meine Mutter böse auf mich sein.”

Das Spiel können Sie ab 21.00 Uhr auf Ihrem Lieblingssender Teleclub Zoom verfolgen.

Zwischen den Regalen

Rrr am Montag den 12. August 2019

Das historische Bild zum Wochenstart.

Fort Lauderdale, 1979: Uschi und Gerd Müller im Supermarkt.

Gerd Müller kann sich wohl nicht mehr an die Szene erinnern. Er leidet seit 2015 an Alzheimer und lebt in einem Pflegeheim für Demenzkranke. Seine Frau Uschi sagt, es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Er bekomme eine angemessene Pflege und fühle sich heimisch in der Pflegeanstalt. Ihre Besuche nehme Gerd Müller durchaus wahr.

Die YB-Familie trauert

Herr Maldini am Dienstag den 2. Juli 2019

Florijana Ismaili ist verstorben.

Die Mittelfeldspielerin aus Walperswil verlor am Wochenende bei einem Badeunfall im Comersee ihr Leben. Ismaili spielte seit 2011 für die YB-Frauen, wurde einmal Meister mit den Bernerinnen und war zuletzt auch Captain und Topskorerin des Teams. Für die Schweizer Nationalmannschaft absolvierte sie 33 Partien, 2015 nahm sie an der Weltmeisterschaft in Kanada teil. Neben dem Rasen setzte sie sich für mehr Anerkennung des Frauenfussballs ein. Florijana Ismaili wurde 24 Jahre alt.

Trümmliger Testspieltermin

Val der Ama am Freitag den 14. Juni 2019

Auswärtssieg. Punkt. Schluss!

Heute ist Frauenstreik. In der gesamten Schweiz fordern Frauen die tatsächliche Gleichstellung, also gute und gerechte Lebens- und Arbeitsbedingungen, Selbstbestimmung und Sicherheit für alle Frauen. Um
Punkt 11:00 Uhr steht dann hoffentlich alles still und im ganzen Land verlassen Frauen ihren Arbeitsplatz und machen sich mit viel Lärm sicht- und hörbar. Aktionen gibt es überall, selbstverständlich auch in Bern. Höhepunkt wird die Kundgebung um 18:30 Uhr auf dem Bundesplatz.

Ein Anlass von Frauen, für Frauen und alle sind dabei. Alle? Nicht ganz. Ein paar Unglückliche werden heute definitiv und unbedingt arbeiten müssen. So zum Beispiel das Fussball-Nationalteam, weil irgendein Verbandshirni hat ausgerechnet für heute ein Testspiel gegen Serbien vereinbart. Streik absolut unmöglich, weil Forfait und vielleicht schlimmer.

Die Partie startet um 18:00 Uhr im Sports Center Stara Pazova, Informationen dazu finden Sie hier. Ah, und von wegen schlechtes Timing: Parallel zum Spiel der Schweizerinnen läuft die WM-Partie Italien – Jamaika.

Boom und Baisse

Rrr am Mittwoch den 12. Juni 2019

Frauenfussball: Boom auf der Insel, Baisse in Bern.

Das Spiel England-Schottland sahen am Sonntag 6,1 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich. Zum Vergleich: Den Männermatch England-Schweiz verfolgten bloss 1,2 Millionen Nasen.

Wobei man fairerweise sagen muss, dass die Nations League im Pay-TV auf Sky lief. Frauenfussball gabs gratis bei der BBC.

In die Röhre guckte hingegen, wer England gegen Schottland im Berner Progr anschauen wollte. Die Betreiber hatten grossmundig die Live-Übertragung aller Spiele angekündigt, das Runde Leder empfahl neulich einen Besuch im Lehrerzimmer.

Eine Leserin und eine Leser begaben sich darauf voller Vorfreude in den Progr. Nur war da nichts los. Fernseher aus. Niemand sonst am Spiel interessiert. Die Frau an der Bar: “Aha, isch hütt ou Mätsch?” Unsere beiden Unentwegten gingen dann ins Kairo, dort lief das Spiel.

Frauen schauen (1)

Val der Ama am Samstag den 8. Juni 2019

Richtig WM gucken mit dem Runden Leder.

Gestern war endlich Eröffnungsspiel der Fussball-Weltmeisterschaft und zwar die Partie zwischen Gastgeber Frankreich gegen Südkorea. Das Runde Leder war für Sie live vor Ort im Lehrerzimmer, weil das Lehrerzimmer zeigt alle Spiele live im Innenhof und in einem der beiden Räumlichkeiten.

Die Partie: Kluge Taktik, stupende Technik und jede Menge Laufarbeit: Frankreich dominiert nach Belieben. In der ersten Halbzeit setzten die Französinnen die Südkoreanerinnen mittels aggressivem Pressing unter Dauerdruck und lagen dank Toren von Eugénie Le Sommer sowie zweimal Wendie Renard bereits vor der Pause 3:0 in Führung. Captain Amandine Henry, die bereits das 1:0 vorbereitet hatte, traf fünf Minuten vor Schluss zum Schlussresultat. Die erste Halbzeit war ein Spektakel, in der zweiten Halbzeit schalteten die Gastgeberinnen einen Ganz runter. Aber gut.

Die Lokalität: Nicht schlecht, das Lehrerzimmer. Die Stimmung ausgelassen, das Publikum vielfältig und zahlreich. Selbst draussen im Regen sind alle Stühle vor dem Screen besetzt. Die Bedienung bedient flink und freundlich.

Das Catering: Ausgezeichnet. Serviert wird unter anderem das Ipanema von Dr. Gab’s, ein 6%-iges India Pale Ale mit einer kräftigen Bitternote. Wem das zu stark, der soll halt ein Amboss Amber bestellen. Ist zwar Züri, aber auch OK. Das Essen ist ein Fest für Freunde der Flatulenz. Gestern konnte man wählen zwischen Linsensuppe oder Chili con Carne mit extra Bohnen. Schmeckt sehr gut und tönt später gut.

Und sonst: Ab und zu gibts Livekommentar von Radio Gelb-Schwarz. Aber nur ab und zu.

Fazit: Hingehen.

 

 

VAR für Wolanski

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 5. Juni 2019

Die Flitzerin vom Samstag – hier ist die In-Depth-Analyse.

Sicher erinnern Sie sich an den Film Der Flitzer von Beat Schlatter, der vor zwei Jahren im Kino lief. Angehende Platzstürmer lernen im Trainingscamp, worauf es ankommt, wenn man sich möglichst lange in Szene setzen will. Die UEFA hat uns die Dame leider nur zwei Sekunden gezeigt, aber glücklicherweise sass ihr Sexualpartner auf der Gegentribüne und hat die gesamte Performance gefilmt.

Befassen wir uns mit den vier wesentlichen Phasen gemäss Schlatterscher Flitzerlehre, auch mit Hilfe von Zeitlupe und Vergrösserung.

Phase 1. Am wichtigsten ist der Start! Frau Wolanski lanciert den Überraschungsangriff im richtigen Moment – der Ball befindet sich im Mittelfeld, die ihr nähere Platzhälfte ist weitgehend verwaist. Wolanski kommt gut in die Gänge und überrumpelt die Stewards vor den Zuschauerrängen mit ihrem imposanten Vorwärtsdrang.

Phase 2. Gekonnt stösst Wolanski durch eine Lücke zwischen zwei Fotografen, elegant überspringt sie die letzte Abschrankung. Schon setzt sie ihren Fuss aufs Spielfeld – und die Stewards haben noch gar nichts mitbekommen.

Phase 3. Eine Schlüsselszene! Auf Höhe der Torlinie entledigt sich Wolanski ihres Kleids, das sie bislang zur Tarnung über dem Badekleid trug. Das Kleid wurde offensichtlich präpariert und lässt sich innert Zehntelsekunden lösen.

Phase 4. Los gehts mit dem Flitzen! Und das in beachtlichem Tempo. Unser Research-Department (also Herr Briger) hat die Geschwindigkeit auf dem Platz berechnet: Bis zur Mitte des Platzes im Wanda Metropolitano sind es 52.5 Meter, dafür braucht die Dame 10 Sekunden. Das ergibt also 5.25 Meter pro Sekunde und damit eine Geschwindigkeit von 18.9 km/h. Frau Wolanski ist damit so schnell wie ein Grauhörnchen (Sciurus carolinensis). Ihr Tempo entspricht nicht ganz der Geschwindigkeit der besten Frauen beim 10-Kilometer-Lauf. Einen ganz anderen Speed hatte Florence Griffith-Joyner beim 100-Meter-Weltrekord (34.31 km/h), aber Flitzen und 100-Meter-Läufe sind natürlich grundsätzlich verschiedene Disziplinen.

Fazit. Alles in allem handelt es sich um eine professionell vorgetragene, offensichtlich einstudierte Performance, der wir die Note 5.5 geben können. Einen kleinen Abzug gibt es lediglich für den doofen Hintergrund der Aktion (beworben wurde eine bescheuerte Website für notgeile Pubertierende). Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Fantastisches Frauenturnier

Herr Maldini am Dienstag den 4. Juni 2019

Endlich wieder WM!

Am Freitag eröffnen Frankreich und Südkorea die achte Fussball-Weltmeisterschaft der Frauen. 24 Nationen duellieren sich in Grenoble, Le Havre, Lyon, Montpellier, Nizza, Paris, Reims, Rennes und Valenciennes. Zum Kreis der Favoritinnen zählen unter anderem die USA, Deutschland, Japan und die Gastgeberinnen aus Frankreich. Das Finale steigt am 7. Juli in Lyon – garantiert ohne die Schweiz, die sich leider nicht für das Turnier qualifizieren konnte.

Das ist selbstverständlich kein Grund, diese WM auszulassen. Im Lehrerzimmer im Progr sind Sie bei sämtlichen Spielen live dabei (inkl. Soirées Françaises, ein von Radio Gelb-Schwarz live kommentiertes Spiel, ein Podium, Konzerte und mehr), ebenso im Café Kairo (dort hat es auch die Sammelbilder). Im Wartsaal werden ausgewählte Spiele gezeigt. Wenn Sie lieber zuhause bleiben möchten, schalten Sie ARD, ZDF oder DAZN ein.

So, und nun können Sie sich Ihren Spielplan hier ausdrucken. Die Schweiz wird übrigens doch nicht ganz fehlen: Schiedsrichterin Esther Staubli und Assistentin Susanne Küng wurden von der Fifa selektioniert. Am Turnier in Frankreich wird zudem erstmals an einer Frauen-Weltmeisterschaft der Video Assistant Referee (VAR) zum Einsatz kommen.

Wird in Ihrer Bar, Ihrem Restaurant die WM ebenfalls gezeigt? Melden Sie sich in den Kommentaren.

Viele Fans

Herr Maldini am Dienstag den 26. März 2019

BREAKING NEWS: Der YB-II-Übungsleiter Joël Magnin wird in der kommenden Saison Cheftrainer der ersten Mannschaft von Neuchâtel Xamax.

Der Juventus FC gegen die ACF Fiorentina vor 39’000 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Klingt nach Alltag, war es aber nicht: Am Sonntag gastierte der Fiorentina Women’s FC beim Juventus FC Women, es handelte sich um den Spitzenkampf der Serie A Women. Das Heimteam gewann 1-0 und festigte damit seine Tabellenführung. Die Zuschauerinnenzahl von 39’000 ist eine neue Rekordmarke im italienischen Frauenfussball.

Erst vor wenigen Wochen war in Spanien ein neuer Weltrekord aufgestellt worden. Atlético Madrid und Barcelona hatten sich vor 60’739 Zuschauerinnen und Zuschauern duelliert. Im Stadion des Männerteams von Atlético gewann Barcelona mit 2-0.

Am Ostersamstag (20.4., 16:00) spielen die YB-Frauen im Cupfinal in Biel gegen den FCZ. Das Runde Leder wird eine Zweierdelegation ins Seeland entsenden und vom Spiel berichten. Werden Sie auch dabei sein?

Geniessen Sie nun Bilder vom Sonntag mit unserem neuen und modernen Galerie-Tool.

Fotos: Twitter