Archiv für die Kategorie ‘Tulpensöhne’

Verbreitete Forderung

Rrr am Samstag den 7. November 2020

Donald Trump inspiriert die Fussballwelt.

Zum Beispiel den FC Southampton.

Der Klub, der vor fast genau einem Jahr 0:9 gegen Leicester verlor, steht nach dem gestrigen Heimsieg gegen Newcastle erstmals überhaupt auf Platz 1 der Premier League (wenn auch nur vorübergehend). Wie der Social Media Officer von Southampton auf die Idee kam, Trump und Fussi zu verbinden, wissen wir nicht – vielleicht konsultiert er in der Freizeit irgendwelche obskure Plattformen.

Die US-Wahlen verfolgt hat auch Ally de Aap, das Maskottchen des holländischen Zweitligisten Almere City. Sein Team führte gestern abend gegen Alkmaar 1:0, als sich Ally zu dieser Forderung hinreissen liess.

Schlussstand 2:0, übrigens. Jetzt fragen Sie sich natürlich: Warum wurde Ally in einem Müllcontainer aus dem Stadion gerollt? Weil sich der Affe illegal Zugang zum Geisterspiel verschafft hatte, indem er sich als blinder Passagier im Container ins Stadion schmuggeln liess (hier der Videobeweis). Der Skandal flog kurz vor Schluss auf, worauf der Stward den Affen aus dem Stadion spedierte. So erzählts jedenfalls Ally. Aber vielleicht sind das auch nur Fake News.

Lauter Liebeserklärungen

Herr Winfried am Mittwoch den 1. Juli 2020

In Groningen stossen die Kontingente für Saisonabis bald an ihre Grenzen.

Man kennt es von den berühmten Berner Young Boys, als diese vor zwei Jahren die Gruppenphase der Champions League erreichten: Alle wollen dabei sein, alle wollen ihren Platz auf sicher haben. YB musste den Verkauf von Saisonkarten stoppen.

Wenn es so weitergeht, ereilt den FC Groningen aus der holländischen Eredivisie in absehbarer Zeit dasselbe Schicksal. Also, in der Königsklasse wird der aktuell Neuntplatzierte der Meisterschaft kaum spielen. Für den grossen Ansturm im Ticketshop reicht bereits der Name Arjen Robben.

Bild: Twitter (FC Groningen)

Herr Robben kehrt nach erlebnisreicher und erfolgreicher Karriere zu seinem Jugendclub zurück. Am Samstag wurde der Transfer offiziell bekanntgegeben, am Sonntagnachmittag hatten bereits 2100 Fans zugeschlagen.

Menschen, die sich längst vom Fussball abgewandt hatten, fanden zurück zur alten Liebe. “Endlich hat das Leben wieder einen Sinn”, schrieb einer in einem Fanforum. Freude herrscht auch beim Groninger Schatzmeister. Die unverhofften Einnahmen lindern den finanziellen Schaden, der durch die zuschauerlose Corona-Zeit entstanden ist.

Bleibt die Frage: Wird Herr Robben (36 Jahre alt) denn wirklich in Grün-Weiss auflaufen? Der chronisch Verletzte? Facharzt Dr. Ling sagt: “Ja! Und sonst heile ich ihn halt wieder.”

Besondere Betreuung

Rrr am Montag den 3. Februar 2020

Das historische Bild zum Wochenstart.

De Kuip in Rotterdam, 20. Dezember 1998: Polizisten im Gästeblock.

Feyenoord-Ajax endete damals 1:1, vielleicht können Sie sich erinnern.

Referees bei der Regeneration

Rrr am Montag den 30. Dezember 2019

Das historische Bild zum Wochenstart.

1970er-Jahre in Holland: FIFA-Schiedsrichter Leo van der Kroft und seine Assistenten beim Debriefing in der Garderobe.

Vernünftige Verzögerung

Val der Ama am Donnerstag den 21. November 2019

Die Spieler der beiden höchsten niederländischen Spielklassen protestieren am kommenden Wochenende gegen Rassismus.

Jetzt also auch in Holland: Beim Spiel des FC Den Bosch gegen Excelsior Rotterdam in der zweiten niederländischen Liga am Sonntag war Excelsior-Spieler Ahmad Mendes Moreira bei jeder Ballberührung mit Affengeräuschen beleidigt worden. Der Schiedsrichter unterbrach daraufhin das Spiel, die Partie wurde aber in Absprache mit Excelsior-Kapitän Danny Verbeek fortgesetzt.

Erik Gudde, der Direktor des niederländischen Fussballverbands, verurteilte das Geschehen deutlich: “Es ist Wahnsinn, was hier passierte. Scheusslich”. Premierminister Mark Rutte nannte das rassistische Verhalten der Zuschauer “ekelhaft” und Bondscoach Ronald Koeman erklärte vor dem EM-Qualispiel gegen Estland: “Du musst nur das Feld verlassen. Als niederländische Mannschaft würden wir dasselbe tun.”

Die Spieler setzten ein Zeichen: Holland gewann das Spiel am Dienstagabend mit 5:0 und nach dem ersten Treffer stellte sich Torschütze Wijnaldum zusammen mit Frenkie de Jong vor die Fans. Die beiden entblössen ihren rechten Unterarm und hielten diesen nebeneinander. Der Verband, der setzt am nächsten Wochenende ein Zeichen: In der ersten Minute aller Partien der beiden höchsten niederländischen Spielklassen werden die Spieler stillstehen.

(Bild: wijnaldum/Twitter)

Pass the dutchie

Dr. Rüdisühli am Freitag den 25. Oktober 2019

Das Spiel aus der Sicht von Jaap Stam: Eine Dummheit führte Feyenoord in den Abgrund.

“Es ist enttäuschend, wenn Du auf diese Weise verlierst”, sagte Trainer Jaap Stam nach dem Spiel im Wankdorf. “Wir haben die zweite Halbzeit dominiert, wir haben uns durchkombiniert und fanden auch die nötigen Räume.” Allerdings habe man sich viel zu viele Fehler geleistet. Die teils haarsträubenden Fehlpässe führte Stam auch auf den Kunstrasen zurück. “Daran mussten wir uns zuerst gewöhnen.”

Den Knackpunkt im Spiel sah Stam bei der Szene vor dem ersten Penalty. Da werde er gleich wieder wütend, wenn er daran denke, wie unbeholfen sich Edgar Ié verhalten habe. “Ohne dieses frühe 1:0 wäre es ein ganz anderes Spiel gewesen.” Der zweite Penalty sei im übrigen nicht gerechtfertigt gewesen, “aber der Schiedsrichter hat gepfiffen”, das sei zu akzeptieren.

Von wegen Passgenauigkeit: Bei Feyenoord kamen 84 Prozent aller Zuspiele an, bei YB bloss 72. Das liegt allerdings auch an den schön anzusehenden, aber recht nutzlosen Mittelfeld-Ballstaffetten in der zweiten Halbzeit. Feyenoord spielte insgesamt 582 Pässe (YB 305) und hatte einen Spielanteil von 65,1 Prozent. Punkte gibts dafür allerdings nicht.

In Europa Nummer eins

Herr Shearer am Donnerstag den 24. Oktober 2019

YB schlägt Feyenoord Rotterdam mit 2:0 und übernimmt die Tabellenspitze in der Europa League-Gruppe G.

Foto: Keystone

Das ging recht einfach: Die Mannen des ehemaligen Verteidiger-Haudegens Jaap Stam brachten in der ersten Hälfte wenig Zusammenhängendes auf den Kunstrassen im Berner Wankdorf. Besonders die Verteidigung der Gäste zeigte sich mehrmals nicht besonders stilsischer; so musste Edgar Ié nach etwas mehr als zwölf Minuten die Hand zuhilfe nehmen, um eine gefährliche YB-Flanke zu entschärfen. Weil Herr Ié leider nicht Goalie ist, kam YB zum Elfmeter, welchen Assalé zur Führung verwertete. Gute zwanzig Minuten später war es dann Torhüter Vermeer, der Assalé nur noch mit illegalen Mitteln stoppen konnte. Nsame vollstreckte, YB führte zur Pause mit 2:0.

Die Holländer intensivierten nach der Pause ihre Angriffsbemühungen und übten deutlich höheren Druck auf den Sechszehner von David von Ballmoos aus. Die Feyenoord-Angriffsabteilung funktionierte aber zu umständlich und konnte den Rückstand trotz deutlich höherem Ballbesitz nicht verkürzen. Da sich Porto und die Rangers 1:1 trennten, übernehmen die berühmten Berner Young Boys mit diesem Sieg die Tabellenspitze in der Gruppe G.

Jetzt noch zu den unschönen Neuigkeiten. Fabian Lustenberger musste kurz vor der Halbzeitpause mit einer Bänderverletzung am rechten Knöchel das Spiel verlassen. Wie lange er ausfallen wird, ist aktuell noch unklar.

YB hat nun wieder ein Heimspiel vor den Augen, die Berner treffen am Sonntag auf Thun. Feyenoord dagegen reist nach der heutigen Niederlage nicht unbedingt gestärkt zum niederländischen Classicò gegen Ajax Amsterdam. So, und jetzt noch ein paar Takte Musik!

*** LIVE *** Young Boys-Feyenoord 2:0

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 24. Oktober 2019

Die Young Boys bezwingen Feyenoord.

Dank zwei Penaltys, die Assalé und Nsame in der ersten Halbzeit verwandelten. Geniessen Sie nun nochmals unseren spannenden Liveticker, der Sie durch den heutigen Nachmittag führte.

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Eurototo #5

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 24. Oktober 2019

Feyenoord zu Gast im Wankdorf.

Das Team aus Rotterdam fiebert dem Gouda-Clasico entgegen: Am Sonntag spielt Feyenoord in Amsterdam gegen Ajax. Doch zuerst steigt das Pflichtspiel im Wankdorf. Gegen YB wird der dänische Stürmer Jorgensen geschont (ein Einsatz auf Kunstrasen sei für das lädierte Knie des Dänen Gift, sagte Trainer Jaap Stam gestern abend an der Pressekonferenz), und auch Verteidiger Rick Karsdorp tritt nicht an. Er hat Leistenprobleme. Beide stehen normalerweise in der Startelf.

Die Young Boys streben den zweiten Sieg in Serie an und damit eine günstige Ausgangslage für die zweite Hälfte der Gruppenphase. Das Stadion wird nahezu voll sein, die Abendkassen bleiben zu.

Und Sie sind hoffentlich offen für unsere Quizfrage:

Wie endet das Spiel, und wer schiesst die Tore?

Ihre Antwort erwarten wir bis 18.54 Uhr. Das Spiel können Sie auch auf SRF2, TSR2 und RSI2 verfolgen, falls Sie kein Ticket haben. Der Sieger des Eurototos kriegt übrigens eine Portion Gouda. Toi toi toi!

Geflügel am Flügel (II)

Rrr am Dienstag den 6. August 2019

Holländische Fans wechseln ein Huhn ein. Aus Protest.

Keine drei Minuten waren im ersten Saisonspiel zwischen Heracles Almelo und Heerenveen gespielt, als plötzlich Geflügel auf dem Platz herumirrte und für einen gut zweiminütigen Unterbruch sorgte.

Die Fans des Heimteams protestierten damit gegen den neuen Namen des Stadions. Das nennt sich in den nächsten zehn Jahren Erve Asito, benannt nach einem Reinigungsunternehmen, das zugleich Hauptsponsor ist. Die Fans hängen aber am guten alten Polman-Stadion. Deshalb warfen sie Eier aufs Feld und sogar ein Huhn.

Und zwar nicht irgend ein Huhn, sondern ein Seidenhuhn, wie unser Vogelbeauftragte Herr Harvest auf Anfrage mitteilte. Seidenhühner gibts in allerlei Ausstaffierungen, wie das Internet weiss, und sie stehen recht kompakt im Stall, weil sie nicht gross sind, und im 18. Jahrhundert wurden sie auf Jahrmärkten als angebliche Kreuzung zwischen Huhn und Kaninchen präsentiert. Alles gut und recht, aber in Fussballstadien waren sie nicht heimisch. Bisher.

Gute Gespräche

Rrr am Samstag den 27. Juli 2019

Endlich! Der Referee kommuniziert mit den Zuschauern.

Der VAR ist eine tolle Sache, da sind sich natürlich alle einig. Aber er ist immer noch verbesserungsfähig, findet der niederländische Fussballverband. Die VAR-Bilder sollen künftig über die Stadionscreens flimmern (wie das schon bei der letzten WM der Fall war).

Mehr noch: Ab den Cup-Viertelfinals sollen die Schiedsrichter zum Mikrofon greifen und dem Publikum genau erklären, warum sie einen Entscheid aufgrund des Video Assistant Referees änderten. “Die Zuschauer im Stadien sollen nachvollziehen können, warum was entschieden wurde”, sagt der Generalsekretär des Verbandes, Gijs de Jong, gegenüber niederländischen Medien.

Dass jeder Zuschauer einzeln sagen darf, was er von der Entscheidung hält, ist bislang nicht vorgesehen. Im Sinne einer ausgereiften Diskussionskultur wäre das aber sicher eine weitere unbedingt prüfenswerte Massnahme, finden wir.

Regeltechnik

Briger am Montag den 27. Mai 2019

Sie sehen nun eine Szene aus dem niederländischen Amateurfussball.

Harkemase Boys trat in einem Heimspiel der höchsten Amateurliga gegen den HSV Hoek an. Die Gäste sind älteren LeserInnen des Runden Leders wohl bekannt.

Harkemase führt mit 3:1, als die geschah:

Wie hätten Sie entschieden? Die Auflösung nach dem Klick.

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