Archiv für die Kategorie ‘Transfermarkt’

Parater Pensionär

Val der Ama am Samstag den 26. Oktober 2019

Hat wer von Ihnen die Nummer von Christoph Spycher?

Dickie Borthwick ist Fussballer und sucht einen neuen Club. “Ich bin verfügbar und vermisse das Fussballspielen sehr”, hat er eben einem Journalisten erzählt. “The Tank” hat im Laufe seiner Karriere über 1’600 Spiele absolviert, dabei mindestens 400 Tore erzielt. Verletzungen Fehlanzeige.

Nur einmal, vor sieben Jahren, da hat ihn ein Gegenspieler umgehauen und er voll auf den Rücken. Sicher ist sicher und also besuchte der Alte seinen Arzt und der meinte alles nicht so schlimm, aber trotzdem mal das Blut anschauen und dann die Diagnose Prostatakrebs. Die Liebe zum Spiel, sagt er heute, habe ihn stark gemacht und nach 8 Wochen Behandlung konnte er wieder spielen.

Er will wirklich immer noch, aber eben: Wo? Bei welchem Verein? “Ich fühle mich in der Lage, 90 Minuten zu spielen”, betont Dickie Borthwick, der nächsten Monat seinen 84. Geburtstag feiert. “Ich werde 100% geben. Ich bin solide, gut gebaut, furchtlos und liebe das Spiel.”

(Bild: Dorset Media Service)

Vermögende Vermittler

Val der Ama am Mittwoch den 23. Oktober 2019

Wechseln Sie den Beruf, es lohnt sich.

Er da heisst Jonathan Barnett, er arbeitet für die Agentur Stellar Group und das Businessmagazin Forbes hat ihn vorgestern zum mächtigsten aller Sportagenten gekürt. Sportagenten, das sind die schmierigen Typen geschäftigen Herren, die die Spieler bei Verhandlungen übers Ohr hauen beraten und dabei sicherstellen, dass absurde faire Verträge mit den Vereinen ausgehandelt werden.

Besonders gut macht das also Herr Barnett, der unter anderem Gareth Bale, Saul Niguez, Maxi Gomez oder Jordan Pickford vertritt. Dies hat ihm dieses Jahr 128 Millionen Dollar an Kommissionen eingebracht. Also wesentlich mehr, als viele von Ihnen verdienen. Barnett ist sehr gut, die Konkurrenz aber schläft nicht, wie diese Tabelle da zeigt.

Kommission Vertragssumme Kunden
Jonathan Barnett $128 M $1.3 B Gareth Bale, Saul Niguez, Maxi Gomez, Jordan Pickford
Jorge Mendes $118 M $1.2 B Cristiano Ronaldo, Bernardo Silva, Ederson, Joao Cancelo, James Rodriguez
Mino Raiola $70.3 M $703 M Paul Pogba, Marco Verratti, Lorenzo Insigne, Gianluigi Donnarumma
Volker Struth $43.7 M $437.3 M Toni Kroos, Marco Reus, Dayot Upamecano, Amadou Haidara
Alessandro Lucci $28.5 M $284.8 M Suso, Leonardo Bonucci, Alessandro Florenzi, Matias Vecino
Meïssa N’Diaye $21.2 M $212 M Wissam Ben Yedder, Benjamin Mendy, Michy Batshuayi

(Bild: Stellar Group)

Die grosse IV-Revision

Rrr am Freitag den 19. Juli 2019

Früher waren Verteidiger verhältnismässig billig.

Doch spätestens seit Liverpool mit dem knallteuren holländischen Abwehrchef Van Dijk die Champions League gewonnen hat, ist allen klar: Mit hochkarätigen Stürmen gewinnt man Schlachten, mit Weltklasse-Innenverteidigern aber Kriege.

Holland ist quasi schon Weltmeister, kann man sagen.

Wenn das so weitergeht, wird am Schluss sogar noch in Torhüter investiert! Wobei, die aktuelle Rangliste …

1. Kepa (2018 für 80 Mio Euro zu Chelsea). 2. Allison (2018 zu Liverpool für 62.5 Mio). 3. Buffon (2001 zu Juventus für 53 Mio). 4. Ederson (2017 zu Manchester City für 40 Mio). 5. Cillesen (2019 zu Valencia für 35 Mio). 6. Courtois (2018 zu Real für 35 Mio). 7. Neuer (2011 zu Bayern für 30 Mio). 8. Pickford (2017 zu Everton für 28.5 Mio). 9. Toldo (2001 zu Inter für 26.5 Mio). 10. Neto (2019 zu Barcelona für 26 Mio).

Wunderbarer Wechsel

Rrr am Samstag den 15. Juni 2019

Das kommt überraschend: Real Madrid kauft Kubo!

Und es ist wirklich wahr! Wobei man im Kleingedruckten sagen muss, dass es sich nicht um den vormaligen YB-Spieler Yuya Kubo handelt, sondern um einen Namensvetter mit dem sehr schönen Vornamen Takefusa.

Der 18-Jährige gilt als “japanischer Messi” – nicht von ungefähr: Als Junior durchlief war er vier Jahre lang die Jugendakademie von Barça. Dann stellte sich heraus, dass die Katalanen bei den Dokumenten geflunkert hatten. Kubo kehrte zurück in die Heimat, wo er zum Internationalen reifte und jetzt parat ist für La Liga.

Aber warum Real? Halb Europa war scharf auf Kubo, aber nur Real checkte, dass er schon jetzt zu haben sei. Alle anderen dachten, er dürfe erst Ende 2019 transferiert werden. So weit die Darstellung der Madrider Zeitung “Marca”. Barca stellt den Fall anders dar: Kubo habe auf eine vertragliche Zusicherung gepocht, nächstes Jahr schon im Kader der ersten Mannschaft zu stehen. Das habe man ihm nicht gewähren wollen. Real aber schon.

Wie auch immer: Takefuso Kubo startet jetzt mal bei Reals B-Team (dritthöchste Liga). Und Yuya Kubo? Seine sportliche Zukunft ist ungeklärt. Der Verbleib in Nürnberg ist unwahrscheinlich (zweite Liga, Klub mit ihm unzufrieden). Affaire à suivre.

Petri Heil in Hiesfeld

Herr Shearer am Donnerstag den 6. Juni 2019

Eine amüsante Provinzposse erreicht uns vom Rande des Ruhrpotts.

Unschöne Trennung zum Saisonende beim Fünftligisten Jahn Hiesfeld.  Schon vor dem letzten Spiel hat Trainer Markus Kay die Kündigung erhalten – per WhatsApp. Dem Präsi Dietrich Hülsemann soll es beim drittletzten Spiel, einer 0:5-Pleite in Velbert, den Hut gelupft haben: “Da war kein Einsatz, kein System, gar nichts. So kann man nicht weitermachen. Ich habe hinter dem Tor gestanden und die Bälle geholt, die ins Aus gingen. Dabei saßen fünf Spieler auf der Bank. Von denen hat sich keiner gerührt. Und unsere Trainer sitzen regungslos auf ihren Campingstühlen. Ich wollte denen schon eine Angel in die Hand drücken.“

Bild: Markus Joosten

Gesagt, getan. Für seinen letzten Einsatz kleidete sich Markus Kay entsprechend und setzte sich also im Fischeroutfit inklusive Rute auf einen Campingstuhl. Die erste Halbzeit zog er sein Ding durch, danach wechselte er wieder zu einem normalen Tenü, auch aus Respekt vor seinen Spielern, welche er vorher alle eingeweiht hatte. Die Blumen zum Abschied verweigerte Kay, und einige Spieler taten es ihm gleich. Zu feiern gab es sowieso nicht viel; der TV Jahn Hiesfeld stand schon vorher als Absteiger fest, zum Abschluss setzte es eine 1:5-Heimpleite gegen Meerbusch ab.

Ein Interview mit Markus Kay finden Sie auch bei unseren 11 Freunden.

Scharfe Selektion

Herr Shearer am Donnerstag den 17. Januar 2019

Das Runde Leder überprüft den Wahrheitsgehalt von Gesprächen im Kafiräumli.

Foto: fcsolothurn.ch

Den heutigen Tag beginnen wir mit einer Statistik, die niemandem etwas nützt und die Sie auch schnell wieder vergessen können. Neulich hatte der Verfasser dieses Artikels in seinem 100%-Nebenjob ein interessantes Gespräch mit einem Kollegen, welcher in seiner Freizeit Junioren bei einem mittelgrossen Fussballklub trainiert. Er stellte fest, dass im ersten Semester geborene Kinder bei den regelmässigen Selektionen, bei denen die Nachwuchsschütteler für die nächsthöhere Stufe ausgewählt werden, die besseren Karten haben. Ein Grund dafür könnte sein, dass diese Kinder und Jugendlichen tendenziell körperlich gegenüber denjenigen, die später im Jahr Geburtstag feiern, etwas fortgeschritten sind.

Folglich müsste sich das irgendwann auch in den Profimannschaften niederschlagen – dort müsste man mehrheitlich ergo ebenfalls zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni geborene Spieler finden. Das haben wir überprüft und können Sie beruhigen: eine Tendenz ist festzustellen, aber nicht gravierend. Hier nun die Auswertung aller Super League-Vereine. Der grüne Teil des Balkens repräsentiert den Anteil der vor dem 1. Juli geborenen Spieler, der rote folglich den Rest. Über alle Vereine gesehen sind übrigens 56,74% in den ersten sechs Monaten zur Welt gekommen.

Klick aufs Bild für grössere Ansicht

Voilà! Sollte Ihr Nachwuchstalent also zum roten Teil gehören, müssen Sie die Hoffnung nicht völlig aufgeben. Sie müssen Ihr Kind einfach noch viel mehr fördern und fordern und gegebenfalls das individuelle Training noch verstärken, dann klappt es vielleicht doch mit der Weltkarriere. Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!

Rentable Reservisten

Val der Ama am Donnerstag den 10. Januar 2019

Manchester City hat da ein interessantes Business-Modell.

Der 19-jährige Offensivspieler Brahim Abdelkader Díaz ist seit Montag Spieler von Real Madrid. Manchester City soll mit seinem Abgang mindestens 17 Mio. Euro kassiert haben. Recht viel Geld für einen Jüngling, der diese Saison erst zu vier Teileinsätzen im Cup gekommen ist.

Nicht spielen lassen und trotzdem teuer verkaufen? Das hat durchaus Methode bei City, wie wir jetzt grad sehen, wenn wir uns ein paar Transfers der letzten paar Jahre anschauen:

  • Jadon Sancho (0 Spiele) hat man für 7,84 Mio.€ an Borussia Dortmund abgeben.
  • Enes Ünal (0 Spiele) wechselte für 14,00 Mio. zu Villareal
  • Angus Gunn (0 Spiele) ging für 11,30 Mio.€ zu Southampton
  • Jason Denayer (0 Spiele) für 6,50 Mio.€ zu Lyon
  • Pablo Maffeo (immerhin 3 Spiele) für 9,00 Mio.€ zu Stuttgart
  • Rony Lopes (auch drei Spiele) für 12,00 Mio.€ zu Monaco

Eine englische Zeitung hat dazu richtig recherchiert und rausgefunden, dass Manchester City in den letzten vier Jahren über 151 Mio. Euro mit so Reservistentransfers verdient hat. Blöd für die Bilanz einfach, hat man in derselben Periode für 810.49 Mio. Euro eingekauft.

Gekommen, um zu gehen

Val der Ama am Donnerstag den 30. August 2018

Diese Chelsea-Spieler spielen nicht bei Chelsea.

Sie kennen das: Nach dem Kaufrausch wegen viel zu viel die grosse Ernüchterung und Austausch ausgeschlossen und also gehen die Schuhe an die Nachbarin, das Brotmesser in an den Chef und Mutti kriegt den Hund. Ähnlich oben in London. Michy Batshuayi? Reicht nicht, ab zu Valencia. Tiemoué Bakayoko? AC Milan. Mario Pasalic übt bei Atalanta Bergamo, Baba Rahman wird bei Schalke nicht Meister und der Brasilianer Kenedy dreht eine Ehrenrunde bei ausgerechnet Newcastle, der Arme.

Und sonst? So: Nathan Baxter (Yeovil Town), Jamal Blackman (Leeds United), Eduardo (Vitesse), Ola Aina (Torino), Trevoh Chalobah (Ipswich Town), Jake Clarke-Salter (Vitesse), Jay Dasilva (Bristol City), Matt Miazga (Nantes), Kenneth Omeruo (Leganes), Reece James (Wigan Athletic), Todd Kane (Hull City), Dujon Sterling (Coventry City), Fikayo Tomori (Derby County), Kurt Zouma (Everton), Victorien Angban (Metz), Lewis Baker (Leeds United), Charlie Colkett (Shrewsbury Town), Jacob Maddox (Cheltenham Town), Mason Mount (Derby County), Nathan (Atletico Mineiro), Danilo Pantic (Partizan), Josimar Quintero (Lieida Esportiu), Ruben Sammut (Falkirk), Tiemoue Bakayoko (AC Milan), Kyle Scott (Telstar), Kasey Palmer (Blackburn Rovers), Joao Rodriguez (Tenerife).

YB hat fünf Spieler ausgeliehen: Obexer, Duah, Seferi, Castroman, Dangubic.

Eine Legende in Litauen

Rrr am Sonntag den 4. Februar 2018

Wahnsinn! Der berühmte Barkley Miguel-Panzo spielt jetzt in Litauen!

Was, Sie kennen den berühmten Barkley Miguel-Panzo nicht? Den legendären Stürmer der Queens Park Rangers, der zwischen 2010 und 2012 nicht weniger als 45 Tore für QPR schoss? Und das in nur 36 Spielen!

Das stand ja alles auf Wikipedia, und dort las es auch der Sportchef des litauischen Zweitligisten FK Panevezys. Als er auch noch mitbekam, dass Barkley Miguel-Panzo einen neuen Klub sucht und sogar bezahlbar ist, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Diese Woche könnte der Deal besiegelt werden, wie unser Funkbild zeigt.

Allerdings gibt es inzwischen – wie soll man sagen? Zweifel, was die sportliche Vergangenheit des Angolaners betrifft. Denn die Angaben auf Wikipedia erwiesen sich als frei erfunden, Herr Miguel-Panzo hat leider nie für QPR gespielt. Und übrigens stand er auch nie für sein Heimatland am Afrikacup im Einsatz.

Wer den Eintrag gefälscht hat? Wir wissen es nicht. Und wir wissen auch nicht, ob es Herr Miguel-Panzo weiss. Oder sein Berater. Ehrlich.

Kryptischer Transfer

Herr Shearer am Donnerstag den 1. Februar 2018

Millionen für einen Spieler? Das muss nicht sein.

Gestern war wieder einmal einer der schönsten oder schlimmsten Tage im Fussballjahr, je nachdem halt, welchem Verein man anhängt. Der allwinterliche Deadline Day ist immer wieder ein Quell der Freude für alle Spieleragenten, denn nie ist die Bereitschaft für Paniktransfers Geld zum Fenster rauszuschmeissen, grösser.

Etwas unbemerkt vom ganzen Rummel ging in der Türkei ein ganz spezieller Transfer über die Bühne: Omar Faruk Kiroglu zu Harunustaspor, für den Wahnsinnsbetrag von 0.0524! Nein, nicht Millionen. Schon gar nicht Dollar, Pfund oder Euro. Sondern Bitcoin. Der Amateurklub aus den Niederungen des türkischen Ligensystems hat damit erreicht, was er wollte: den PR-Effekt und quasi die Ehrung, als erster Verein der Welt einen Transfer in einer Kryptowährung gezahlt zu haben.

Unser Bild: Herr Kiroglu zeigt das Telefon, über welches der Transfer getätigt wurde (Foto: Screenshot via The Mirror)

Übrigens: die 0.0524 Bitcoin entsprachen zum Zeitpunkt des Fertigtippelns dieses Artikels gut und gerne 508 Franken. Den aktuellen Kurs können Sie auf einer einschlägigen Seite gerne selbst nachrechnen.

 

Wirkliche Werte

Val der Ama am Donnerstag den 11. Januar 2018

Wer was kosten sollte.

Aus guten Gründen billig: Renato Steffen

Fussball verrückt: Renato Steffen geht für nur gerade 3 Millionen nach Wolfsburg und für den hervorragenden Valentin Stocker bezahlt der FC Basel überhaupt nichts. Und da soll ein Coutinho 160 Millionen oder dieser Van Dijk 84 Millionen kosten?

Gut, dass es da das International Centre for Sports Studies (CIES) aus dem schönen Neuchâtel gibt. Weil das erklärt uns, wie diese Preise zu erklären sind und teilt uns auch gleich mit, wie teuer diese Fussballer eigentlich sein sollten oder auch könnten. Die findigen Forscher haben sich in England, Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland umgeschaut und insgesamt 1.600 Transfers in den Jahren 2011 bis 2017 analysiert.

Und tatsächlich sollen die Transfersummen einigermassen nachvollziehbar sein. Der “Preis” eines Spielers hängt einerseits vom Status, also der Finanzkraft des interessierten Clubs ab, andererseits spielt dann natürlich auch der “Wert” des Spielers eine grosse Rolle. Dieser berechnet sich aus Faktoren wie Leistung, Position, Intelligenz und aber ziemlich wichtig auch Alter.

Das Fazit? Neymar ist sein Geld wert, Mbappé auch und Messi ist immer noch kostbar. Cristiano Ronaldo hingegen gibts wohl bald gratis.

(Bild: imago/regios24)

Krass Crossmedia

Rrr am Sonntag den 7. Januar 2018

Juhui, das Transferfenster ist wieder offen!

Jeder weiss: Wintertransfers sind Verzweiflungskäufe. Viel Arbeit machen sie trotzdem, nicht zuletzt den Medienstellen der Klubs.

Crystal Palace hat einen Leitfaden erarbeitet, damit bei der Kampagne für den neuen Spieler nichts vergessen geht.