Archiv für die Kategorie ‘Transfermarkt’

Beängstigendes Bekenntnis

Herr Shearer am Freitag den 11. August 2017

Den Ravet-Erpressern ist es ernst. Soeben erreichte uns dieses schockierende Bekennervideo.

Gestern Abend wurde der Rundes Leder-Redaktion eine VHS-Kassette in den Briefkasten geworfen. Darin zeigt ein Vermummter Unbekannter Yoric Ravets linken Schuh, der in Geiselhaft gehalten wird. Wir haben ihnen die wichtigsten Auszüge im Clip oben zusammengefasst, tatsächlich ist das Video deutlich länger. Zum grössten Teil besteht es aus verschwurbelter antiimperialistischer Rhetorik, was einen deutlichen Hinweis auf den politischen Hintergrund der Täterschaft liefert. Das bestätigt auch der zuständige Wachtmeister Schärer von der Kantonspolizei Bern, der die Ermittlungen führt.

Kurz: es ist erschreckend, zu welchen Mitteln sogenannte Fussballfans greifen, wenn ihnen ganz normale Transfergeschäfte nicht in ihr Weltbild passen. Wir sind zutiefst verstört und hoffen, dass Herr Ravet seinen linken Schuh bald wieder zurück erhält und seine Fussballkarriere weiterführen kann.

UPDATE: die dubiosen Methoden der Erpresser hatten offenbar Erfolg. Davon kann man jetzt halten, was man will.

Erfreuliche Erpressung

Val der Ama am Donnerstag den 10. August 2017

Eben erreicht uns folgendes Schreiben.

Eine fanatische Anhängergruppe mit offenbar extremistischen Tendenzen, sie nennt sich “Kommando 9. August” , hat sich mit diesem Brief und einem Beweisbild auf der Redaktion des Runden Leders gemeldet. Die Erpresser fordern nichts weniger als den Verbleib Yoric Ravets beim BSC Young Boys oder eine Zahlung von 222 Millionen sowie weitere kuriose Forderungen. Offenbar handelt es sich leider nicht um einen Schulbubenstreich; zur Untermauerung ihrer Forderungen haben die Absender ein Bild eines Schuhs beigefügt, bei welchem es sich nachweislich um den des Spielers Ravet handelt. Unserer interner Bildforensiker konnte keinen Einsatz von Photoshop nachweisen. Dem Foto nach zu urteilen scheint das Entführungsopfer immerhin noch unversehrt zu sein.

Mit einem Schuh wird Yoric Ravet weder in Bern noch in Freiburg Fussball spielen können; die Sache ist ernst. Das Runde Leder als Empfänger des Schreibens nimmt seine Verantwortung in dieser Geschichte um ein mutmassliches Verbrechen wahr – wir haben uns ungehend bei der “Blick-Redaktion” gemeldet und später auch die Polizei eingeschaltet.

Sachdienliche Hinweise, welche zur Aufklärung und zur Verhaftung des oder der Übeltäters führen, richten Sie bitte an unseren Dr. Rüdisühli oder den nächsten Polizeiposten.

Dr. Rüdisühli erforscht das Publikum: Heute Entführung

Harvest am Mittwoch den 2. August 2017

Um einen verlorenen Sohn nach Hause zu holen sind dem FC Sevilla alle Mittel recht.

Zehn Jahre spielte Jesus Navas beim FC Sevilla, bevor er 2013 zu Manchester City wechselte. Nun hatten die Verantwortlichen des Clubs die Nase voll und entführten ihn ganz einfach mal, was Navas durchaus zu gefallen schien. Aber sehen Sie selbst.

Gut, ganz so hat sich die Geschichte nicht abgespielt. City Trainer Pep Guardiola (den kennen Sie vielleicht von seinen früheren Engagements in Spanien und Deutschland) hat Navas völlig unspektakulär aussortiert resp. den auslaufenden Vertrag nicht verlängern lassen.

Trotzdem ist die Idee der Entführung eigentlich ganz nett. Und es gibt bestimmt einige Spieler, die Sie sich zurück wünschen und dafür sogar eine Entführung planen würden. Sagen Sie uns, wer es Ihnen wert ist und wieso. Und wen würden Sie entführen und verschwinden lassen?

Loswerden

Herr Shearer am Donnerstag den 20. Juli 2017

Zu wenig Sonnenschein, zu viel Regen.

Kennen Sie “Loswerden” von Tilman Rossmy? Nein? Hören Sie mal rein, es ist ziemlich gut. Damit zum Fussball und zu Moussa Sissoko. Den wollen irgendwie auch immer alle nur noch loswerden.

Vor etwas mehr als einem Jahr war der Franzose gerade noch bei Newcastle unter Vertrag, verdiente schon dort ein fettes Gehalt und fiel vor allem mit äusserst pomadigen Darbietungen auf dem Platz auf. Für die Fans und die Presse war klar, Sissoko war mit seiner Lustlosigkeit auf dem Rasen einer der Hauptverantwortlichen für den Abstieg der Magpies. Weil sich der Mittelfeldspieler im Nordosten Englands die ganze Saison über schön geschont hatte, konnte er an der Heim-EM letztes Jahr dann so richtig aufrdehen und sich als einer der besten Akteure der Equipe Tricolore für einen Transfer aufdrängen. Zwischenzeitlich soll sogar Real Madrid an einer Übernahme interessiert gewesen sein! Schlussendlich griffen die Tottenham Hotspurs zu und legten sage und schreibe 30 Millionen Pfund auf den Tisch. Die Schadenfreude bei den Anhängern in Newcastle war auf alle Fälle fast grenzenlos, den überteuerten Spieler losgeworden zu sein und erst noch diesen komplett unverschämten Betrag aus London dafür zu kassieren.

Und wie lief’s bei Tottenham für unseren Helden? Acht Spiele, null Tore und der ganze Kredit bei Trainer Maurizio Pocchettino aufgebraucht. Die Spurs suchen nun dringend einen Käufer für Sissoko, der allerdings noch zwei Jahre Vertrag hat und sich einen Wochenlohn von 85’000 Pfund gewöhnt ist. Marseille soll Interesse haben, dürfte die monetären Ansprüche von Sissoko allerdings kaum erfüllen können.

Möglicherweise wird Tottenham den Irrtum noch eine Weile im Portemonnaie spüren, und das gleich dreifach: offenbar will man  Sissoko sogar dafür bezahlen, dass er geht und sich bei einem Abnehmer gegebenenfalls weiterhin an seinem Lohn beteiligen. Dumm auch, dass noch immer nicht sämtliche Raten von den 30 Milllionen Pfund an Newcastle United abbezahlt sind.

Der einzige, der die Spurs jetzt noch retten kann, ist wohl ein grössenwahnsinniger chinesischer Klub.

 

Transferbombe

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 15. Juni 2017

Überraschender Neuzugang bei den Berner Young Boys.

Und nein, das ist nicht der OBI Bieber. Es ist Justin Bieber!

Foto: BSC Young Boys

Dr. Rüdisühli erforscht das Publikum. Heute: der Zonk

Herr Shearer am Donnerstag den 30. März 2017

Jeder Klub hat seine Legenden.

“Gestern zum Beispiel würdigten wir in diesem Fachblog den ewigen Totti – er dürfte für die AS Roma wohl der grösste Spieler seiner Vereinshistorie werden. Auch andere Klubs und sind untrennbar mit Spielernamen verbunden: Geni Meier mit YB, Maradona mit Napoli, Günter Netzer mit Gladbach.

Aber eben, nicht jede Transferbombe zündet auch. Zahllos sind die Namen derer, die als Heilsbringer und Zukunftsperspektive transferiert wurden, aber kaum einmal einen Ball sahen. Oder, wenn doch, mit diesem mehr Unheil als Gutes anrichteten. Das englische Fussballmagazin Four Four Two wollte von seinen Leserinnen und Lesern die schlechtesten Spieler ihrer Leibvereine in Erfahrung bringen. Herausgekommen ist diese wunderbare Enzyklopädie des Versagens, für alle 92 Vereine in den vier englischen Profi-Ligen.

Und bei ihrem Klub? Wer war der grösste Fehltransfer, die unglaublichste Geldverschwendung, das unfassbarste Missverständnis? Bitte lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.Ich bin gespannt, welche Namen ihnen noch jetzt einen Schauer über den Rücken jagen.

Herzlich,
Ihr Dr. Rüdisühli”

Symbolbild

Verbrennen verschieben

Val der Ama am Dienstag den 31. Januar 2017

BREAKING NEWS: Motivationsprobleme! Källström verlässt GC per sofort

Feuer weg! West Ham hat da ein Angebot.

Eine schöne Tradition im Fussball: Wenn ein Spieler den Verein verlässt, gehen die Fans nach draussen, vergiessen Benzin und Tränen und dann, wenn die Handykamera aufzeichnet, dann wird das Trikot des Wegreisenden verbrannt.

Das muss nicht sein. Besser so wie bei West Ham: Dort hat der Dimitri Payet nach wochenlangem Streit endlich seinen Wechsel zu seinem Wunschverein Olympique Marseille erzwungen und gleichentags verkündete die Vereinsmitbesitzerin Karren Brady per Twitter folgende Botschaft: “Bringt eure Payet-Shirts zu jedem beliebigen Klub-Shop zurück und ihr erhaltet für 25 Pfund Ersatz.”

Nicht alle Hammers-Fans reagierten begeistert auf die Geste. Einzelne ärgerten sich wegen der 25 Pfund und der Tatsache, dass West Ham so noch mehr Profit mache, andere haderten wohl wegen Voreiligkeit.

Eiskalte Entlassung

Herr Shearer am Donnerstag den 26. Januar 2017

Wer ist schuld an den eisigen Temperaturen? Ken Hare!

Und deshalb hat sein Arbeitgeber auch das einzig richtige gemacht: ihn fristlos entlassen. Weil nämlich Hare, bis letzten Samstag von Beruf Platzwart bei Southend United, es nicht fertig brachte, den Stein und Bein gefrorenen Rasen bespielbar zu bekommen. Eigentlich hätte um 15:00 Uhr das League One-Spiel zwischen Southend und den Bolton Wanderers angepfiffen werden sollen. Um 11:00 Uhr erklärte der Schiedsrichter den vereisten Platz aber für unbespielbar und die sich bereits auf dem Weg befindlichen Fans der Trotters mussten vorzeitig umkehren.

Leider hat Roots Hall, das Stadion der Shrimpers, keine Rasenheizung. Trotzdem kannten die Oberen des Klubs keine Gnade mit dem seit 27 Jahren treu dienenden Hare – er erhielt umgehend die Kündigung. Das warf hohe Wellen. Ron Martin, der Vereinspräsident, liess über einen Sprecher verlauten: “es ist normal, dass Leute ihre Stelle verlieren, wenn sie ihre Arbeit nicht machen. Den Entscheid im Fall von Herrn Hare haben wir nicht leichten Herzens getroffen”.

Immerhin, die Fans des Gegners kommen nun zu Hilfe. Bolton-Fans haben eine Petition gestartet, welche die Wiederanstellung des Platzwartes verlangt. Über die fragwürdige Behandlung von unteren Chargen im englischen Fussball hat dieses sozialkritische und gesellschaftlich aufmerksame Fachblog bereits einmal berichten müssen.

 

Was macht eigentlich …

Rrr am Samstag den 14. Januar 2017

… Dimitri Payet?

Nichts, was die Fans von West Ham verzücken würde, muss man sagen.

An der EM 2016 war der Franzose einer der Shooting Stars. Entsprechend begehrt war er im Sommer, doch Payet betonte: “Ich werde zu 100 Prozent bei West Ham bleiben, ich liebe den Verein. Das kann ich den Hammers-Fans versprechen.” Ein halbes Jahr später sieht es anders aus. Nun will der 29-Jährige unbedingt zurück zu seinem Ex-Klub Marseille, der ihn mit etlichen Millionen lockt.

Mit allen Mitteln will sich Payet bei West Ham aus dem bis 2021 laufenden Vertrag hinausdribbeln. Zuerst trat er in einen Trainingsstreik, nun soll er dem Klub mit dem Vortäuschen einer Verletzung gedroht haben, sollte er die Freigabe nicht erhalten.

Trainer Bilic hat genug. Vor dem Spiel gegen Crystal Palace (3:0) stellte er klar, dass Payet nicht mehr für West Ham spielen werde. Verkaufen will man ihn allerdings auch nicht. Sondern einfach zum Nichtstun verdammen.

Gross ist der Ärger der Fans über Payet, wie unser Funkbild zeigt. Sogar einen Gesang widmeten sie dem Abtrünnigen.

Der tönte so.

Uru auf Tour

Rrr am Dienstag den 15. November 2016

Wanderniere nur Hilfsausdruck.

Der Uruguayaner Sebastian Abreu hat einen Weltrekord aufgestellt und zum 28. Mal in seiner Karriere den Klub gewechselt. Der 40-jährige Stürmer unterschrieb einen Vertrag beim brasilianischen Drittligisten Bangu AC.

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Abreu – daheim nennen sie ihn “El Loco”, den Verrückten – hat in neun verschiedenen Ländern gespielt. Er trug das Trikot von 23 Klubs, was leider kein Rekord ist: Der Deutsche Lutz Pfannenstiel stand für 25 Vereine zwischen den Pfosten.

Der eine oder andere unter Ihnen weiss vielleicht nicht mehr auswendig, für welchen Klub Sebastian Abreu wann genau gespielt hat. Kein Problem, hier die vollständige Liste:

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Wechselwirren

Rrr am Dienstag den 30. August 2016

BREAKING NEWS: Super League publiziert Anspielzeiten für Runden 10 bis 18

Obacht, das Transferfenster ist sperrangelweit offen.

sonDas bekommt auch Son Heung-min zu spüren. Der Südkoreaner, der früher für den HSV und Leverkusen spielte, ist seit einem Jahr bei Tottenham. Zurzeit weilt er bei der Nationalmannschaft in Seoul. Dort erreichte ihn die Mitteilung, dass ihn sein Klub verkaufen wolle. Der 20 bis 30 Millionen Franken schwere Deal mit Wolfsburg befindet sich laut verschiedenen deutschen und englischen Medien in fortgeschrittenem Stadium.

Leider kam noch niemand dazu, das dem Spieler mitzuteilen. “Ich habe nichts von einem Transfer gehört”, sagte er unseren Kollegen von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. “Ich will mich auch gar nicht mit solchen Dingen befassen, die sich ausserhalb des Stadions abspielen. Mein Fokus ist ganz aufs Fussballspielen ausgerichtet.”

Bei den Spurs konnte sich Son bislang nicht durchsetzen. Letzte Saison stand er nur 13 Mal in der Startformation. Die Londoner scheinen ihn auch abstossen zu wollen, weil Son in der Heimat immer noch wehrpflichtig ist und dadurch gelegentlich fehlt. Hätte Südkorea in Rio eine Medaille gewonnen, wäre Son von der Wehrpflicht befreit worden.

Das Transferfenster schliesst in den meisten Ländern Ende August – also morgen Mittwoch.

Kulante Kündigung

Val der Ama am Dienstag den 23. August 2016

Wahre Fans verzichten für ihren Verein auf Lohn und Arbeit.

Wenger

Der FC Arsenal ist mit einem 3:4 gegen Liverpool und einem 0:0 bei Leicester eher schlecht in die neue Saison gestartet. Kein Wunder, meinen Fans und Medien, denn schliesslich habe Arsenal auf die neue Spielzeit kaum Geld in neue Spieler investiert und die braucht es für den seit Jahren ersehnten Meistertitel natürlich unbedingt.

Wir schauen nach und meinen: Stimmt. Die Transferausgaben belaufen sich inkl. Xhaka tatsächlich auf lächerliche 52 Mio. Euro – im Vergleich zur Konkurrenz zum Beispiel aus Manchester nur Kleingeld.

Nach dem Spiel gegen Leicester hat sich Wenger dann den Medien erklärt: „Ich verstehe nicht, warum Sie sagen, ich würde nur ungern Geld ausgeben. (…) Geld bedeutet nicht gleich Qualität. Geld ausgeben und dafür auch einen Top-Spieler bekommen – das ist der Unterschied und dazu sind wir auch bereit. Ich werde 346 Millionen Euro für einen Spieler ausgeben – wenn ich den Spieler finde und wenn ich 346 Mio. Euro habe. Wir sind ein Verein mit rund 600 Mitarbeitern und müssen uns auch entsprechend verantwortungsvoll verhalten“, so der 66-Jährige.

Ein Angestellter des Fanshops hat die Botschaft ziemlich missverstanden und daraufhin spontan seinen Job gekündigt. Auf Twitter publizierte er gestern sein Kündigungsschreiben und dort steht: “Ich verdiene 7,20 Pfund pro Stunde, das ergibt total 14’040 Pfund im Jahr. Walcott verdient in der Woche 10x mehr. Aber jetzt, da der Verein mein Gehalt nicht mehr stemmen muss, hat er hoffentlich Geld für gute Spieler.”

Brief

Wir nehmen mal an, die Geschichte hat sich wirklich so ereignet. Ah, und ab sofort verzichtet auch Herr Rrr auf Honorar und Spesen, weil schliesslich braucht YB noch wen auf hinten rechts.

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