Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Weltuntergang im Wembley

Rrr am Dienstag den 21. November 2017

Jahrestage, die immer wieder Freude bereiten. Heute: England-Kroatien 2:3.

Genau zehn Jahre ist es her, dass England die EURO 2008 und damit die Reise in die Schweiz verpasste: Am 21. November 2007 besiegelten die Drei Löwen ihr Schicksal mit einer 2:3-Pleite im Wembley gegen Kroatien. Ein Punkt hätte gereicht.

Für England standen Spieler wie Beckham, Gerrard, Lampard, Joe Cole und Crouch auf dem Platz. Trainer war Steve McClaren, der als Wally with the brolly (Trottel mit dem Regenschirm) in die Geschichte einging.

Die Helden aus Kroatien hatten unter anderem den heutigen Frankfurt-Trainer Nico Kovac im Einsatz, aber auch Luka Modric (heute Real Madrid), Ivan Rakitic aus Möhlin (FC Barcelona) und Mladen Petric, der als ehemaliger Grasshopper auch bei Basel auf viel Begeisterung stiess.

Geniessen wir nun gemeinsam nochmals die Höhepunkte dieser denkwürdigen Partie.

Die Redakteure des Runden Leders erinnern sich noch gut an den 21. November 2007. “War das eine Gaudi”, lacht Herr Rrr. “Unsere England-Fraktion um Herrn Shearer hatte danach wochenlang eine Stuhllaune. Noch heute hänseln wir sie regelmässig mit diesem Spiel, und es funktioniert immer. Ožujsko anyone?”

(Foto: Daily Mail)

Delacs Demission

Val der Ama am Donnerstag den 9. November 2017

Sieben Jahre sind genug – Torhüter Matej Delač will den FC Chelsea verlassen.

Sie kennen Matej Delač nicht? Der Matej Delač, der 2009 für nur gerade mal drei Millionen Euro von Inter Zaprešić zum FC Chelsea wechselte?

Gut, dann fassen wir seine Karriere halt kurz zusammen: Nach dem Transfer durfte der Kroate bei Chelsea wegen fehlenden Arbeitspapieren, mangelnder Erfahrung und Petr Čech kein Spiel bestreiten und also verlieh man den jungen Mann an Vitesse Arnhem. Allerdings durfte er auch dort nicht mitspielen. 2011 wurde Delač an den tschechischen Verein Dynamo České Budějovice ausgeliehen und konnte dotz bis zu seiner Rückkehr zum FC Chelsea immerhin einmal das Tor hüten.

Im Sommer 2012 schickte man ihn zu Vitória nach Guimarães und auch dort kam er ein einziges Mal zum Einsatz. Dann die Leihe an seinen früheren Verein Inter Zaprešić (14 Spiele), die Weiterleihe an FK Vojvodina Novi Sad (10 Spiele) und 2014 dann noch FK Sarajevo (7) sowie AC Arles-Avignon (11), bevor er er im Januar 2015 wieder auf Leihbasis nach Sarajevo zurückkehrte (23 Spiele!). Aktuell spielt er bei Mouscron in Belgien.

Delač bedauert den Wechsel in die Premier League keineswegs. “Klar, es häte besser laufen können aber ich habe mit 25 Jahren bereits viel erlebt, ich habe viele Spieler und Trainer kennengelernt. Das Problem war nicht meine Qualität als Torhüter, schliesslich hat Chelsea immer an mich geglaubt und den Vertrag mehrmals verlängert. Das Problem war immer die Arbeitserlaubnis.”

(Bild: Vijesti.ba)

Prof. Dr. v. Mueller-Fridnau bei den Briten

Frau Götti am Mittwoch den 1. November 2017

Guten Tag. Meine verehrte Kollegin Ms. Elisabeth Grifith Fitzgerald von der renommierten Universität King’s College in Cambridge hat mich auf eine diskurstheoretisch interessante Besonderheit ihrer Heimat aufmerksam gemacht: die äusserst differenzierte, hoch entwickelte und breit gefächerte britische Fussballsprache. Sie bat mich um mein Fachurteil und empfahl mir dafür das Studium eines offenbar bekannten Klassikers des Bewegtbildes mit dem etwas sperrigen Namen «Matsch ofsedei».
Selbstverständlich konnte ich meiner lieben Freundin diese Bitte nicht abschlagen und ersuchte meinen Hilfsassistenten, Herr Maldini, darum, mir einige Zitate herauszusuchen, sauber durchnummeriert. (Dies durchaus auch mit dem pädagogischen Hintergedanken, mit einer für ihn zu bewältigenden Aufgabe durch das Mittel der Motivierung etwas für seine Schaffenskraft zu tun.) Flugs setzte er sich tatsächlich dahinter und präsentierte mir eine kleine Liste. Da ich zwar des englischen Idiomes mächtig bin, sich aber bisweilen die einen oder anderen Unsicherheiten bei der Übertragung ins Deutsche einschleichen, nahm ich meinen guten alten Langenscheidt für allfällig nötig werdende Konsultationen hinzu. Aber item. So viel zur Quellenlage. Nun zur Analyse ausgewählter Passagen:
Doch halt – lassen Sie mich eines noch vorausschicken: Die höchstgradig metaphorischen Ausdrücke machen ein gehöriges Mass an Einfühlungskraft und Imaginationsgabe von mir als Interpretin unabdingbar. Es muss sich also immer nur um Vorschläge der Interpretation handeln. Aber item.

1. a lovely cross-in
«lovely» muss immer etwas Liebliches, Liebreizendes sein. Beim Substantiv «cross» gehe ich jetzt einfach einmal davon aus, dass dieses im Kontext des Fussballs nicht christlich gemeint sei. Ich übersetze die Wendung also mit: «ein elegantes Kreuzen hinein in etwas». Fragen bleiben: Wer oder was wird da gekreuzt mit wem? Und wo hinein?
2. good goalkeeping
Hier verdient das Substantiv eine genauere Betrachtung, genauer gesagt dessen Suffix. Ich komme zum Schluss, dass es ein Verbum «to goalkeep» geben muss für «das Tor hüten». Zusammen mit der Substantivierung mit -ing ergibt dies das «Gut-darin-Sein-im-Tor-Hüten». Die Tatsache, dass es für diesen Umstand ein eigenes Wort gibt, erhebt diesen auf die Flughöhe einer eigenen Kunst.
3. poor defending
Ganz und gar gegenteilig zum vorderen Begriff verhält es sich mit dem vorliegenden. Markiert ist dies durch das Attribut «poor» – «arm, armselig». In Kombination mit der Substantivierung des transitiven Verbums «defend» (für «verteidigen gegen, wehren, schützen») komme ich auf einen Grundzustand der conditio humana selbst, den Zustand der Schutzlosigkeit. Nie hätte ich gedacht, dass der Fussball solch starke, ursächliche und metaphysische Wesenheiten zu referieren vermag.
4. the sweaper keeper
Ein «sweaper» ist ein Kehrer, etwa ein Strassenkehrer, während ein «keeper» der Bewahrer, Erhalter, oder gar auch Unterhalter sein kann. Die delectatio, also das Vergnügen, der Genuss, scheint nun definitiv die Oberhand gewonnen zu haben. Ich übersetze mit «der fröhliche Putzmann» und komme zum Schluss, dass auch auf einem Fussballplatz Reinlichkeit unabdingbar ist.

Aber item. Gerne hoffe ich, mit diesen Ausführungen etwas zur Erhellung der Thematik beigetragen zu haben und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Verrückte Phase

Rrr am Dienstag den 31. Oktober 2017

3:1 nach 92 Minuten. Das reicht locker.

Dachte sich am Samstag Widnes beim Gastspiel in der neunten englischen Liga. Dann traf Padiham (in blau) zum Anschlusstreffer, den Sie zu Beginn des nachfolgenden Videoclips sehen.

3:2 also, und es sind noch 60 Sekunden zu spielen. Wir schalten um nach Padiham.

Richtig – in 99 von 100 Fällen hätte Widnes im Gegenzug das vierte Tor geschossen. Im 100. Fall leider nicht. In 9999 von 10’000 Fällen wäre danach Feierabend gewesen. Im 10’000. Fall schoss Padiham noch den Ausgleich.

Real Spurs

Rrr am Mittwoch den 18. Oktober 2017

Unsere neue Erfolgsserie: Akte X – die unheimlichen Fälle des Fussballs.

Heute befassen wir uns mit einem spanischen und einem englischen Spitzenklub: Real Madrid und Tottenham Hotspur.

Real Madrid belegt in der spanischen Liga zurzeit Platz 3. Tottenham liegt in England auf Rang 3.

Real hat in 8 Spielen 15 Tore geschossen. Das reichte für 5 Siege, 2 Unentschieden und 1 Niederlage.

Tottenham hat in 8 Spielen 15 Tore geschossen. Das reichte für 5 Siege, 2 Unentschieden und 1 Niederlage.

Nun aber wenden wir uns der Champions League zu. Da trat Real bisher dreimal an. Die Spanier feierten 2 Siege, spielten 1-mal unentschieden. Torverhältnis: 7:2. Tottenham feierte ebenfalls 2 Siege, spielte 1-mal unentschieden. Torverhältnis: 7:2. Das letzte Spiel war gestern die Direktbegegnung beider Klubs. Sie endete Heinz Einz.

Zufall sei das alles, sagen Sie? Klar. Und die Kinder bringt der Storch. Und am 6. Dezember kommt der Samichlaus.

Träumen Sie weiter.

(Foto: The Real Kane)

Schwarz-weisser Abschaum

Briger am Dienstag den 3. Oktober 2017

Die Fans des Newcastle United FC ärgern sich über die Medienberichterstattung auf der Insel.

Nach dem Spiel am 10. September bei Swansea waren einige Anhänger der Magpies erzürnt, dass in der Sendung Match of the Day der BBC ausführlich darüber debatiert wurde, ob Matt Richie für sein Einsteigen gegen Alfie Mawson rot hätte sehen sollen oder nicht,

wo doch ein ähnliches Einsteigen eines Huddersfield-Spielers im August gegen Newcastles Chancel Mbemba, der danach am Kopf blutete, in der Sendung nicht mal erwähnt wurde. Auch dass über Aleksander Mitrovics Ellenbogen-Einsatz gegen Stoke ausführlich berichtet wurde, während dem harte Fouls gegen Newcastle kein Thema waren, verärgerte die Anhänger des nordostenglischen Teams, wie auch unser Gewährsmann vor Ort, Herr S., uns versicherte.

Das Fass zum Überlaufen brachte nun der Untertitel-Service von Match of the Day am Sonntag bei der Partie gegen Liverpool (1:1). Kommentator Guy Mowbray sprach dabei über Daniel Sturridges Leistungen gegen Newcastle und erwähnte, dass dieser in fünf Partien “against the team in black and white” fünf Tore erzielt habe. Die Untertitel, die oft mit Spracherkennungssoftware arbeiten, lauteten dazu aber wie folgt:

Nun, wahrscheinlich ist der Computer einfach Sunderland-Fan. Ein Sprecher der BBC gab zu Protokoll, dass die Liveuntertitel in der Regel super seien und so einen barrierefreien Zugang zur Berichterstattung z.B. für Gehörlose ermögliche. Manchmal passierten aber Fehler, dieser hier sei sofort korrigiert worden.

Danger, Danger, Nile Ranger!

Herr Shearer am Dienstag den 26. September 2017

Achtung, Scharfschütze!

Nile Ranger hat es wieder mal in die Schlagzeilen geschafft – wie immer mit einer eher unrühmlichen Aktion. Der an und für sich talentierte Stürmer war auch in diesem Fachforum schon mehrmals Thema. Vor einigen Jahren noch war er massgeblich am sofortigen Wiederaufstieg von Newcastle United in die Premier League beteiligt. Leider hatte das Genie schon damals einen Hang zum Wahnsinn, auch neben dem Platz. Sein Strafregister hat sich in all den Jahren nach und nach gefüllt, Ranger ging vor Gericht und im Gefängnis quasi ein und aus.

Foto: Getty Images

Seit letztem Jahr spielt Ranger bei Southend United in der englischen League One; letzten Freitag wurde ihm seine elektronische Fussfessel entfernt, die er noch tragen musste, nachdem er eine zehnwöchige Strafe wegen Betrugs mit Online-Banking verbüsst hatte. Am Samstag auswärts gegen Fleetwood Town durfte er zum vierten mal in dieser Saison wieder auf den Platz, das war bislang nur an Heimspielen möglich oder bei Spielen im Grossraum London, denn um 19:00 Uhr musste Ranger jeweilen spätestens wieder hinter Schloss und Riegel sein. Prompt gelang ihm per Penalty auch sein erstes Goal der Saison, welches er auf ausgefallene Weise feierte. Er zog seinen Schuh aus, nahm ihn wie ein Gewehr in den Anschlag und ballerte in die Menge. 

Das Publikum war zurecht empört, doch das ist für einen Nile Ranger noch lange kein Grund zur Entschuldigung. Nein, schauen Sie, was er getwittert hat:

https://twitter.com/NilePowerRanger/status/911631190733533184

Und falls Sie gerne Ballervideos haben, klicken Sie hier.

Lukakus Penis

Harvest am Mittwoch den 20. September 2017

Wir heissen die Leser, die nur des reisserischen Titels wegen hier gelandet sind, herzlich willkommen. Bleiben Sie dran.

Sie erinnern sich bestimmt noch an die 0-3 Pleite des FC Basel letzten Mittwoch in Manchester. Darüber waren nicht nur die Basel Fans wenig erfreut, sondern auch die Anti-Diskriminierungs-Organisation „Kick it out“. Nun, nicht unbedingt über den Ausgang des Spiels, sondern vielmehr darüber, was sich auf der Tribüne abgespielt hat.

Romelu Lukaku hat auf diese Saison hin von Everton zu Manchester United gewechselt und wie es sich gehört, bekam er von den Fans sogleich einen eigenen Song. Hören Sie selbst:

Die Fans singen:
Romelu Lukaku
He’s our belgian scoring genius
With a 24 inch penis
Scoring all our goals
Bellend by his toes

Sie huldigen also nicht nur seinem Können, sondern auch seinem angeblich mächtigen Genital, das ca. 60cm lang sein soll und dessen Eichel bis zu den Zehen reiche. Diesen Song nun findet “Kick it out” überhaupt nicht lustig. Er sei “beleidigend und diskriminierend” und “rassistische Stereotype sind nie akzeptabel, unabhängig von jeder Intention, Unterstützung für einen Spieler zu zeigen.“ Die Organisation hat sich an Manchester United gewendet mit der Aufforderung, die Fans davon abzuhalten weiterhin darüber zu singen. Weiter liess sie verlauten: “Wenn wir Informationen über den diskriminierenden Chant erhalten, werden wir diese an die Polizei weiterleiten, sodass die Täter eine Strafe erwarten können.“

Gut haben wir in der Redaktion diese Probleme nicht, ausser Herr Rrr natürlich, doch der ist stolz auf sein Gemächt und geniesst die bewundernden Gesänge seiner Untertanen.

Brüste bedecken

Harvest am Mittwoch den 13. September 2017

Feminismus im Fussball!

Sie erinnern sich bestimmt noch an den 19. August und das Spiel zwischen Stevenage und Grimsby Town in der Football League Two (die vierthöchste englische Liga). Wie so oft stand nach dem Spiel allerdings nicht der Fussball im Mittelpunkt der Diskussionen, sondern das Benehmen des Sicherheitspersonals. Mindestens zehn mitgereiste Faninnen des Gastteams beschuldigen die Sicherheitsfrauen beim Abtasten gezwungen worden zu sein, ihre Büstenhalter zu entblössen. Obwohl von Frauen durchgeführt, geschah dies vor den Augen verschiedener Männer. Handelte es sich bei der Unterwäsche um einen Bügel-BH, wurde dieser sogar abgetastet. “Ein grober Eingriff in die Privatsphäre” sei das gewesen, “sexuelle Belästigung” und “gesetzwidrig” beklagen die Betroffenen.

So geht das natürlich nicht! Das sagte sich auch Lincoln City Fan Simon Chanter. Sein Club war am letzten Samstag zu Gast bei Stevenage. Als Solidarität zu den gedemütigten Frauen aus Grimsby Town besuchte er das Spiel statt wie üblich im Trikot nur von einem BH bedeckt.

Beim Eintritt ins Stadion hat er die Stewards dann aufgefordert, seinen BH zu untersuchen. Diese wollten dann aber lieber unter seine Mütze schauen.

Nicht ganz einfach sei der Kauf des Kleidungsstücks gewesen. Schliesslich fand er ein Stück in seiner Grösse und die Verkäuferin gab ihm noch den lieben Rat mit, den BH nicht den ganze Tag zu tragen, da es vielleicht etwas unbequem werden könnte. Diesen Rat kann Herr Harvest übrigens nicht im Geringsten nachvollziehen, fand er es im Selbstversuch doch ziemlich angenehm und seiner Figur durchaus schmeichelnd. Zudem sieht er darin unverschämt sexy aus.

(Bilder: Beldona / Simon Chanter)

Gekicke im Gefälle

Herr Shearer am Montag den 11. September 2017

Erneut entführt Sie unser Fachblog in die Niederungen des Fussballs.

Heute machen wir einen Ausflug in die Northern Counties East League  Premier Division. In dieser tiefen englischen Amateurliga spielt auch der Pickering Town FC. Das Runde Leder hat seinen härtesten und trinkfestesten Redakteur in das hübsche Marktstädtchen am Rande der North Yorkshire Moors beordert, um als neutraler Beobachter vom Spiel der “Pikes” gegen Staveley Miners Welfare zu berichten.

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Gelb für alle

Harvest am Mittwoch den 6. September 2017

Fussballspiel für Fortgeschrittene in Horsham.

Der Horsham FC empfing Ashford United zur ersten Qualifikationsrunde für den Emirates FA Cup. Wie üblich traten die Horshamer in ihren gelbgrünen Trikots auf das Feld. Ebenfalls wie üblich lief der Gast in seinem Auswärtskleid und somit in gelbschwarz auf. Unglücklicherweise dominiert bei beiden die gelbe Farbe.

Der Schiedsrichter begutachtete den Schlamassel und befand die Trikots als unterschiedlich genug, schliesslich ist das gelb der gelbgrünen ziemlich dunkel und man erkennt bereits einen Hauch von oranger Tönung darin, während das gelbschwarze gelb eher leuchtend und hell daherkommt. Doch entscheiden Sie selber:

(Bild: David Beddow)

Wie dem auch sei, das Spiel wurde wie geplant ausgetragen und Horsham fertigte Ashford mit 6-0 ab.

Wenn wir schon bei gelb sind, darf natürlich ein wenig Musik nie fehlen.

Schläger in Öl

Herr Shearer am Donnerstag den 31. August 2017

Rembrandt, Van Gogh, Hodler? Alle nicht so gut wie der Schöpfer dieses Werks.

Vor einigen Jahren kam es vor dem St James’ Park zu Newcastle zu einem unschönen Rencontre zwischen einem Polizeipferd und einem aufgebrachten Anhänger des Heimteams, welches zuvor ein Derbyspiel gegen den Sunderland AFC unerklärlicherweise mit 0:3 verloren hatte. Das Foto von Barry Rogerson, der auf das Ross namens Bud eindrischt, gelangte darauf im Internet zu einiger Berühmtheit und ging auch ein bisschen in die Folklore der Geordies ein.

Bild: Twitter / @popeformosus

Jetzt wird es sogar Kunst! Im Schaufenster eines lokalen Bilderhändlers hat ein aufmerksamer Tourist dieses wunderschöne Werk entdeckt. Öl auf Leinwand, Künstler unbekannt, zu sehen ist Barry Rogerson, der einsame Kämpfer in seiner aussichtlosen Schlacht gegen die Symbole des übermächtigen Staats, ein letzter Versuch, diese verlorene Schlacht doch noch zu gewinnen. Seither ist viel passiert. Newcastle hat auf noch unerklärlichere Art und Weise noch mehr Derbys verloren, ist abgestiegen und sofort wieder raufgekommen. Dieses Sunderland, der Gegner von damals, kämpft seinerseits gerade darum, nicht in die vollkommene Bedeutungslosigkeit abzusinken. Nach dem lange fälligen Abstieg und fünf Runden in der Championship trennt die “Black Cats” gerade noch ein Punkt von den Abstiegsplätzen.