Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Es geht wieder los

Rrr am Montag den 29. Januar 2018

LIVE ab 13 Uhr: Medienkonferenz YB zum Rückrundenstart

Das historische Bild zum Wochenstart.

England, 31. August 1946: Nach siebenjährigem Unterbruch nimmt die Football League First Division ihren Betrieb wieder auf. Hier Fans von Chelsea an der Stamford Bridge.

Meister wurde dann übrigens Liverpool, während Chelsea die Saison auf Rang 15 beendete.

Bürgermeister wittert Betrug

Briger am Freitag den 19. Januar 2018

Wenn ein Neymar 222 Mio. Franken kostet, kann ein Ross Barkley unmöglich nur 15 Mio £ kosten.

Foto: liverpoolecho

Das dachte sich zumindest der Bürgermeister von Liverpool, Joe Anderson. Als der Everton-Fan von der tiefen Transfersumme erfuhr, schrieb er sofort an die FA, die Premier League und die Polizei. Er witterte Betrug, denn Barkleys Transfer war im Sommer noch geplatzt, damals bot Chelsea 35 Mio. Der Bürgermeister rechnete aus, dass seinem Herzensclub so 1.2 Mio pro Woche durch die Lappen gingen. Die Merseyside Police konnte Anderson nun beruhigen, es lag kein Betrug vor. Nun ein Blick auf die Umstände hätte wohl genügt. Barkley spielte wegen einer Verletzung keine Minute und im Sommer wäre er gratis gewesen. Die Merseyside Police kann sich wieder wichtigeren Aufgaben zuwenden.

Raucher sind Sieger (XXXVII)

Rrr am Donnerstag den 18. Januar 2018

Heute mit einem unbekannten Chelsea-Fan.

Der stürmte in der 120. Minute des Cupspiels gegen Norwich den Platz, um dem Referee seine Meinung zu sagen. Im Sprint verlor er sein Zigarettenpäckli, und ehe er in den Dialog mit dem Unparteiischen treten konnte, führten ihn die Ordner ab.

Gottseidank gibt es noch gut erzogene junge Menschen wie Timm Klose, Innenverteidiger bei Norwich. Der Schweizer Nationalspieler behändigte das Zigarettenpäckli und gab es umgehend dem rechtmässigen Besitzer zurück.

In der Stadionzelle konnte sich der Fan dann über Chelseas Sieg im Penaltyschiessen freuen. Ob er dazu rauchen durfte, entzieht sich unser Kenntnis.

Frack und Zylinder

Herr Shearer am Donnerstag den 18. Januar 2018

Ein Maskottchen oder die Maskotte (aus dem Französischen: Mascotte, bzw. Provenzalischen: Mascòta, Masca = Hexe) bezeichnet zumeist einen Glücksbringer, Püppchen oder Amulett für eine Personengruppe. Sagt Wikipedia.

In unseren Breitengraden versteht man darunter heute zumeist mehr oder eher weniger originelle überdimensionierte Plüschtiere, die im Rahmen von Sportveranstaltungen ungelenk rumtanzen, Kinder erschrecken und sich mit besoffenen Fans auf Selfies ablichten lassen. In England kennt man darüberhinaus unter diesem Begriff auch ausgewählte Einlaufkinder, welche gegen einen schöne Geldzahlung mit ihren Stars aus dem Tunnel aufs Feld stapfen dürfen. Gestern haben wir Ihnen ja gerade über einen interessanten Fall berichtet, bei dem das Prinzip nicht ganz richtig verstanden wurde.

Das war aber nicht immer so. Vor etwas mehr als zwei Jahren gelangte in London ein Foto zur Versteigerung. Es zeigte Peter Anderson aus Newcastle, einen Dockarbeiter, in Frack und Zylinder. Die Aufnahme wurde am 10. Januar 1948 gemacht, Newcastle traf im FA-Cup auswärts auf Charlton Athletic. “The Chronicle”, die lokale Zeitung aus Newcastle, startete einen Aufruf um Hinweise zu diesem Peter Anderson zu erhalten. Darauf meldete sich tatsächlich eine Enkelin, und die ist nicht minder fussballbegeistert als ihr Grossvater. Jenette Walker betreibt einen Coiffeurladen in einem Vorort, und ihr Geschäft gleicht mehr einem Newcastle United-Museum denn einem normalen Friseursalon. Eine andere Enkelin, die ebenfalls noch immer in der Gegend wohnt, berichtete, wie der schwarz-weiss gestreifte Anzug zustande kam: ihre Grossmutter schnitt Leintücher in Streifen, welche sie dann auf die Kleider aufnähte. “Jeder in Byker (seinem Wohnquartier) kannte ihn. Die Spieler von Newcastle gingen bei ihm ein und aus”! Brachte Peter Anderson in seiner Funktion dem Klub auch tatsächlich Glück? Aber ja doch! 1951, 1952 und 1955 gewannen die Magpies den FA-Cup.

Tempi passati. Die Anhänger von Newcastle United leiden nun schon 10 Jahre unter dem Besitzer Mike Ashley, der zwar verkaufen möchte, dabei aber mit potentiellen Kaufinteressenten offenbar das machen will, was er mit dem Verein nun schon jahrelang tut: den letzten Penny aus ihnen rauspressen. Und das Maskottchen, das ist halt auch nur noch irgendein Student in einem überdimensionierten Elstern-Kostüm.

Fotos: The Chronicle

Wer solche Freunde hat…

Harvest am Mittwoch den 17. Januar 2018

Der Junggesellenabschied ist oft ein Abend mit vielen peinlichen Aufgaben für den zukünftigen Bräutigam und viel Alkohol. Nicht so bei diesem Herrn.

Gut, Alkohol gabs wohl auch, doch seine Freunde haben zusammengelegt und ihm ein besonderes Erlebnis an einem Fussballspiel geschenkt. Dabei handelt es sich um ein “Mascot Package” der, wie der Brentford FC versichert, unvergesslichen “Junior Matchday Experiences”. Unter anderem darf er damit mit dem Team vor dem Spiel einlaufen oder auch in die Kabine, um seine Idole zu treffen. Ein Traum für jeden jungen Brentford-Fan. Leider ist der Herr bereits 40.

Wie es sich für den Polterabend gehört, hat er die Experience durchgestanden. Und dies, obwohl er zu allem übel kein Brentford-Fan sein soll. Sehen Sie hier, wie er stolz mit seinen jungen Mascot-Kollegen einläuft.

Auf den Hund gekommen

Herr Shearer am Donnerstag den 11. Januar 2018

Wieviele Tore muss man für einen Hattrick erzielen? Falsch!

Foto: Shaun Botterill/Getty Images)

Natürlich muss man während einem Spiel immer noch drei Mal ins Netz treffen, damit man sich Hattrick-Torschütze nennen darf. Aber Eric Lichajs zwei Tore im FA-Cup gegen den Arsenal FC sind für ihn im Nachhinein nun eben doch eins mehr wert. Denn der Eric, amerikanischer Nationalspieler in Diensten von Nottingham Forest, der will schon lange einen Hund, seine Frau aber nicht. Sollte er aber einen Hattrick schiessen, dann, ja dann würde sie einwilligen.

Dummerweise hat Lichaj diese Abmachung der Presse gesteckt, dann wurde es viral: unter dem Hashtag #GetEricADog machten die nach dem ziemlich sensationellen 4:2 von Nottinham Forest gegen den Titelverteidiger aus London ziemlich enthusiasmierten Fans Druck auf Frau Lichaj, welche schliesslich kapitulieren musste. “Wir haben zusammen bei “Match Of The Day” zusammen wieder und wieder Eric Tore angeschaut. Ich bin so stolz auf ihn! Und er? Er erhält dauernd Bilder von Hunden und zeigt mir diese!”

Seit ein paar Tagen hat das Paar Familienzuwachs. Wie der kleine Racker heisst: Logisch, Gunner.

Prima Polizist

Harvest am Mittwoch den 10. Januar 2018

Polizisten sind im Allgemeinen wohl nicht die besten Freunde der hartgesottenen Fussballfans. Es geht aber auch anders.

Am Wochenende war Leeds United zu Gast bei Newport County im Rahmen des FA Cups. Ein Viert- gegen einen Zweitligisten, nicht besonders interessant. Wäre da nicht der Polizist, der die Gästefans beobachten soll. Vor dem Spiel schien es ihm bei seinem Job zu langweilig zu werden und er beschäftigte sich kurzerhand als Capo. Polizei und Fussballfans in Gesängen vereint, so soll es sein.

Nach Singen wird ihnen nach dem Spiel kaum mehr zu Mute gewesen sein. Leeds verlor trotz 0-1 Führung durch Tore in der 76. (Eigentor) und der 89. Minute mit 2-1. Damit zieht der Unterklassige in die vierte Runde ein und darf dort Tottenham empfangen.

Auf geht’s

Rrr am Samstag den 30. Dezember 2017

Der Trend geht ganz klar Richtung Gehfussball.

Die Regeln kommen wie immer aus England, und sie sind eindeutig: Körperkontakt und Grätschen sind verboten, der Ball darf eine Höhe von einem Meter nicht überschreiten (ausser bei Torschüssen). Die Fussballer dürfen nur gehen – auch wenn sie nicht am Ball sind. Ein Fuss muss stets den Boden berühren.

Ungefährlich ist das nicht. Wilhelm Schiwy aus Bremen: “Beim Probetraining habe ich mir gleich einen Muskelfaserriss zugezogen.” Er habe sich völlig überschätzt, nachdem er zehn Jahre zuvor nicht mehr gegen den Ball getreten habe. Inzwischen hat Schiwy den Gehfussball verinnerlicht, wie viele andere Junge und Alte in Deutschland und England, wo es schon 600 Klubs und eigene Ligen gibt.

Alles bestens also? Nein, Schiwy sieht Steigerungsbedarf bei den Schiedsrichtern. “Das Laufen wird gefühlt relativ selten geahndet, hohe Bälle dagegen sehr häufig.” Der Gehfussball (englisch: Walking Football) stecke eben noch in den Kinderschuhen.

Who the f*** is Wembley?

Harvest am Mittwoch den 27. Dezember 2017

Woran denken Sie, wenn Sie Wembley hören? Natürlich an den Wembley FC. Was kaum einer weiss, es gibt auch ein Stadion mit diesem Namen.

Und genau dieses Stadion bereitet dem Wembley FC aktuell grosse Schwierigkeiten. Da das Wembley Stadion mit dem gleichnamigen FC verwechselt werden könnte, sah sich der englische Fussballverband veranlasst, beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EIUPO) Beschwerde gegen das Logo des Wembley FC einzureichen.

Der FC spielt in der neunten englischen Liga etwa drei Kilometer vom Wembley Stadion entfernt im Vale Farm, das für 2’000 Zuschauer Platz bietet und pro Spiel etwa 50 Personen willkommen heissen darf. Obwohl Brian Gumm, der Präsident des Clubs, versicherte, dass sich noch nie Stadionfans zu ihnen verlaufen hätten, gab das EIUPO dem Verband recht. Somit muss der Wembley FC seinen Namen ändern.

Der Club steht deshalb vor dem Ruin. Gumm meint dazu: “Wir können es uns nicht einmal leisten, Berufung einzulegen. Es wird den Club bankrott machen, weil wir es uns nicht leisten können, unsere Beschilderung und Ausrüstung zu ändern.”

Die letzte Hoffnung ist einmal mehr das Internet. Deutlich über 20’000 Menschen haben bereits eine Petition unterschrieben, die vom Verband verlangt, die Forderung nach einer Namensänderung zurück zu ziehen. Das sind wahrscheinlich mehr als vor dem Verfahren je von einem “Wembley FC” gehört haben.

Zwei Tore und ein Baby

Rrr am Mittwoch den 22. November 2017

Er kam, skorte und wurde Vater.

Ryan Colclough vom Drittligisten Wigan hat einen denkwürdigen Dienstagabend hinter sich.

Erst schoss er zwei Treffer gegen die Doncaster Rovers. Dann erreichte ihn die Botschaft, die Fruchtblase seiner hochschwangeren Frau sei geplatzt. Colclough liess sich nach 60 Minuten auswechseln, machte sich in voller Spielermontur auf den Weg und erreichte grad noch rechtzeitig den Kreisssaal, um die Geburt seines zweiten Kindes mitzuerleben.

Unser Bild zeigt Colclough mit seinem frischgeborenen Sohn. Anschliessend konnte der Spieler endlich duschen gehen.

Auf Twitter bedankte er sich bei Fans und Mitspielern: “Zwei Tore und ein Baby, das ist wie ein Hattrick.” Assistenztrainer Leam Richardson freute sich mit dem frischgebackenen Vater: “Wir bemerkten, dass er nicht richtig bei der Sache war, obwohl er zwei Tore schoss. Deshalb haben wir ihn ausgewechselt. Glücklicherweise noch rechtzeitig.”

(Foto: twitter.com/davidsharpe91)

Weltuntergang im Wembley

Rrr am Dienstag den 21. November 2017

Jahrestage, die immer wieder Freude bereiten. Heute: England-Kroatien 2:3.

Genau zehn Jahre ist es her, dass England die EURO 2008 und damit die Reise in die Schweiz verpasste: Am 21. November 2007 besiegelten die Drei Löwen ihr Schicksal mit einer 2:3-Pleite im Wembley gegen Kroatien. Ein Punkt hätte gereicht.

Für England standen Spieler wie Beckham, Gerrard, Lampard, Joe Cole und Crouch auf dem Platz. Trainer war Steve McClaren, der als Wally with the brolly (Trottel mit dem Regenschirm) in die Geschichte einging.

Die Helden aus Kroatien hatten unter anderem den heutigen Frankfurt-Trainer Nico Kovac im Einsatz, aber auch Luka Modric (heute Real Madrid), Ivan Rakitic aus Möhlin (FC Barcelona) und Mladen Petric, der als ehemaliger Grasshopper auch bei Basel auf viel Begeisterung stiess.

Geniessen wir nun gemeinsam nochmals die Höhepunkte dieser denkwürdigen Partie.

Die Redakteure des Runden Leders erinnern sich noch gut an den 21. November 2007. “War das eine Gaudi”, lacht Herr Rrr. “Unsere England-Fraktion um Herrn Shearer hatte danach wochenlang eine Stuhllaune. Noch heute hänseln wir sie regelmässig mit diesem Spiel, und es funktioniert immer. Ožujsko anyone?”

(Foto: Daily Mail)

Delacs Demission

Val der Ama am Donnerstag den 9. November 2017

Sieben Jahre sind genug – Torhüter Matej Delač will den FC Chelsea verlassen.

Sie kennen Matej Delač nicht? Der Matej Delač, der 2009 für nur gerade mal drei Millionen Euro von Inter Zaprešić zum FC Chelsea wechselte?

Gut, dann fassen wir seine Karriere halt kurz zusammen: Nach dem Transfer durfte der Kroate bei Chelsea wegen fehlenden Arbeitspapieren, mangelnder Erfahrung und Petr Čech kein Spiel bestreiten und also verlieh man den jungen Mann an Vitesse Arnhem. Allerdings durfte er auch dort nicht mitspielen. 2011 wurde Delač an den tschechischen Verein Dynamo České Budějovice ausgeliehen und konnte dotz bis zu seiner Rückkehr zum FC Chelsea immerhin einmal das Tor hüten.

Im Sommer 2012 schickte man ihn zu Vitória nach Guimarães und auch dort kam er ein einziges Mal zum Einsatz. Dann die Leihe an seinen früheren Verein Inter Zaprešić (14 Spiele), die Weiterleihe an FK Vojvodina Novi Sad (10 Spiele) und 2014 dann noch FK Sarajevo (7) sowie AC Arles-Avignon (11), bevor er er im Januar 2015 wieder auf Leihbasis nach Sarajevo zurückkehrte (23 Spiele!). Aktuell spielt er bei Mouscron in Belgien.

Delač bedauert den Wechsel in die Premier League keineswegs. “Klar, es häte besser laufen können aber ich habe mit 25 Jahren bereits viel erlebt, ich habe viele Spieler und Trainer kennengelernt. Das Problem war nicht meine Qualität als Torhüter, schliesslich hat Chelsea immer an mich geglaubt und den Vertrag mehrmals verlängert. Das Problem war immer die Arbeitserlaubnis.”

(Bild: Vijesti.ba)