Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Viel Verspätung

Herr Shearer am Donnerstag den 13. September 2018

Gute Nachricht: Papy Djilobodji ist wieder da!

Foto: Getty Images

Die Saison hat in England ja nun auch schon bereits vor einigen Wochen wieder begonnen, umso schöner, wenn auch die Spieler langsam ihre Ferien beenden und zu ihren Vereinen zurückkehren. Papy Djilobodji (früher auch bei Werder Bremen und Chelsea) hat sich erst am Mittwoch vergangener Woche bei seinem Verein, dem Doppelabsteiger Sunderland AFC, wieder zum Training gemeldet. Die “Black Cats” reagierten allerdings eher humorlos auf die um zehn Wochen verspätete Rückkehr ihres Verteidigers – der musste sich erst gar nicht umziehen, sondern wurde gleich fristlos entlassen.

Zur Verteidigung des Senegalesen muss man allerdings sagen, dass er erstens die ganze letzte Saison als Leihgabe in Dijon verbrachte, und zweitens auch sein Kollege Didier Ndong offenbar gar nicht wusste, dass es im englischen Ligensystem unter der Championship noch weitere Ligen gibt. Ndong galt seit Juli ebenfalls als vermisst.

Der Verein teilte mit, man habe Djilobodji während dem Monat Juli unbezahlten Urlaub gewährt, damit er sich einfacher einen neuen Klub suchen könne, danach hätte er in guter Form ins Trainingsgelände von Sunderland zurückkehren sollen. Das tat er mit einem guten Monat Verspätung, zudem in offenbar schlechter körperlicher Verfassung. So gesehen, wird er bei den gebeutelten Nordostengländern kaum vermisst werden – immerhin kann sich der Drittligist so seinen Lohn von kolportierten 33’000 Pfund sparen. Pro Woche. Djlobodji ist somit auf  dem Transfermarkt verfügbar, falls Sie grad einen Klub kennen, der einen Innenverteidiger sucht.

Erhebliche Erkenntnisse

Rrr am Dienstag den 11. September 2018

Die wichtigsten Folgerungen aus England-Schweiz (1:0).

• Irgendwie ist etwas neu mit dem Schweizer System.

• Anyway, der Typ hinten rechts ist als Backup vertretbar.

• Petko trägt jetzt eine Weste wie Southgate. (Southgate allerdings nicht mehr.)

• Offensiv hat Petkovic einiges an Optionen, wobei, treffen tut keiner.

• Obacht, YB, Rashford! (Und Obacht, YB, Lukaku, gehört aber nicht hierher.)

• Facharzt Dr. Ruefer braucht für eine Fehldiagnose nur 10 Sekunden (“Muskelverletzung bei Schär!”)

Das ist alles.

Schwarzweiss ist heiss

Herr Maldini am Dienstag den 11. September 2018

Heute werden Sie ein paar Farben vermissen.

Vorausgesetzt, Sie schauen sich das Freundschaftsspiel zwischen England und der Schweiz auf Sky Sports an. Wenn die Spieler das heilige Grün in Leicester betreten, wird der Sender während 25 Sekunden ein Schwarzweiss-Bild in ihre Stube übertragen. Damit feiert er das 25-jährige Bestehen von Kick It Out, der Kampagne, die sich in England seit 1993 gegen Diskriminierung einsetzt.

Keystone

Kick It Out engagiert sich seit 1993 dafür, dass der Fussball allen – unabhängig von Alter, Einschränkungen, Geschlecht, Rasse, Religion oder sexueller Orientierung – offensteht. Letztmals waren die Three Lions in England vor fast 50 Jahren in schwarzweiss zu sehen. Die Partie England-Schweiz beginnt um 21 Uhr. Stephan Lichtsteiner, ehemaliger Captain und jüngst von Kevin Mbabu (unser Funkbild) vom Meister Young Boys Bern aus der Stammelf verdrängt, wird zum Einsatz kommen.

Besondere Parade

Rrr am Sonntag den 9. September 2018

Ein Sunderland-Goalie hält daheim einen Penalty. Erstmals seit 1989.

Jon McLaughlin, der Schlussmann der Black Cats, schrieb gestern Geschichte: In der League One wehrte er gegen Fleetwood Town einen Elfmeter ab. Das ist im Stadium of Light noch keinem Keeper des Heimteams gelungen, und das Stadion gibts immerhin seit 1997.

Vorher spielte Sunderland ja im Roker Park. Dort parierte Tony Norman einst einen Elfmeter von Chelseas Graham Roberts – am 21. März 1989.

Seither gabs in Sunderland 41 Penaltys für die Gastteams. 37 gingen rein, in den übrigen Fällen traf der Elfmeterschütze das Tor nicht.

Fun Fact am Rande: Bei YB sieht das ganz anders aus. Allein die Torwartlegende Marco Wölfli hielt seit Eröffnung des neuen Wankdorfstadions (2005) vier Penaltys, drei davon 2012 (gegen Moussilou/Lausanne, Ben Khalifa/GC und Oscar Scarione/St. Gallen, hier ab 02.38) sowie einen im Jahr 2018 (gegen Gvilia/Luzern). Siegreich war YB nur im letzten Fall. Aber wir schweifen ab …

Drei Siege und ein Remis

Rrr am Montag den 3. September 2018

Neue Erfolgsserie! Was läuft bei uns in der Gruppe H?

Was viele nicht wissen: Es gibt nicht nur die Champions League. Vielmehr sind die einzelnen Mannschaften auch in sogenannten nationalen Meisterschaften engagiert. Wie die vier Teams der Gruppe H spielten, erfahren Sie jeweils am Montagmorgen.

Manchester United. Zweiter Sieg im vierten Spiel: Das 2:0 beim Burnley verschafft dem angezählten Trainer José Mourinho etwas Luft. Beide Tore schoss Romelo Lukaku. Der Name sagt Ihnen etwas? Genau, der YB-Schreck von 2015. Nach der Pause verwandelten die Red Devils den Vorsprung, Pogba verschoss noch einen Penalty, am Schluss spielte ManUtd in Unterzahl. Platz 10 nach vier Runden.

Juventus Turin. Auch die Alte Dame trifft in der Königsklasse auf die Young Boys. In der Meisterschaft lässt Juve nichts anbrennen. Beim 2:1-Sieg in Parma trafen Mandžukić und Matuidi. Der fünfmalige Weltfussballer Cristiano Ronaldo spielte durch, blieb aber erneut ohne Torerfolg. Platz 1 nach drei Runden.

Young Boys Bern. Zum vierten Mal in Serie siegte YB im Tourbillon zu Null. Dreimal wars ein 1:0, diesmal sogar ein 3:0. In der Super League gehts Ende September weiter mit den Heimspielen gegen den Dritten Basel und den Zweiten St. Gallen. Platz 1 nach sechs Runden.

Valencia. Im Stadtderby gegen Levante musste sich Valencia mit einem 2:2 begnügen, trotz viertelstündiger Überzahl. Zweimal geriet Valencia in Rückstand, der Russe Denis Cheryshev (ex-Real, ein Star der WM 2018) und der unverwüstliche Dani Parejo per Penalty schossen die Tore. Noch immer hat Valencia kein Spiel gewonnen (Remis gegen Atletico und Levante, Niederlage bei Espanyol). Platz 16 nach drei Runden.

Für alle vier Mannschaften gehts nun in die Länderspielpause. Viele Spieler werden für diverse Nationalmannschaften auflaufen. Hoffen wir, dass sich niemand verletzt! Und damit zurück ins Studio.

Klassiker reloaded

Rrr am Samstag den 1. September 2018

Jetzt spielt YB schon wieder gegen Manchester United.

Vor fast genau 60 Jahren, am 24. September 1958, war ManUtd bereits einmal zu Gast im Wankdorf. Beide Klubs gehörten damals zu Europas Fussball-Elite, die Engländer verzichteten aber auf eine Europacup-Teilnahme, weil sie im Jahr zuvor bei einem Flugzeugabsturz die halbe Mannschaft verloren hatten. So vereinbarten die beiden Klubs halt zwei Freundschaftsspiele in Bern und im Old Trafford.

YB gewann daheim 2:0 dank Treffern von Heinz Schneiter und Geni Meier. 22’000 Zuschauer verfolgten das allererste Spiel unter Flutlicht in Bern. Im “Rückspiel” gabs einen 3:0-Sieg von ManUtd. Das Siegestor fiel in der Schlussminute per Penalty.

YB drang in der legendären Saison 1958/59 bis in die Halbfinals des Meistercups vor.

Geniessen Sie nun das ganze Matchprogramm von 1958, das uns unsere Freunde vom FCZ-Archiv zur Verfügung gestellt haben.

Falls Sie übrigens heute abend in Zürich sind: Die Limmatstadt begeht die traditionelle Nacht der Museen, und da lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch im FCZ-Museum.

Champagnerfussball

Rrr am Montag den 27. August 2018

Das historische Bild zum Wochenstart.

Januar 1957: Die Spieler von Millwall feiern den 2:1-Sieg über Newcastle in der vierten FA-Cup-Runde.

Band auf der Brust

Rrr am Mittwoch den 15. August 2018

Sport und Musik, eine schöne Symbiose.

Die Rockband The Libertines hat seit 2002 zwar nur drei Studio-Alben veröffentlicht, was vermutlich mit dem exzessiven Drogenkonsum von Gitarrist Pete Doherty zusammenhängt. Nichtsdestotrotz haben wir Doherty und Carl Barât so sensationelle Songs wie Music When The Lights Go Out zu verdanken. Wer mal so einen geilen Riff ersonnen hat, kann so lange drögelen wie er will, finden wir. Aber item.

Die Libertines sind natürlich auch Fussballfans, und deshalb sind sie neuerdings Trikotsponsor des Amateurklubs Margate FC aus dem Südosten Englands (Grafschaft Kent). Wer dafür wem wieviel zahlt, ist nicht bekannt.

Dass Bands auf Fussballtrikots für sich werben, hat in England eine gewisse Tradition. Auch für den Margate FC ist es nichts Neues: 1996 trugen sie den Schriftzug der legendären Ska-Band Bad Manners auf ihrer Brust. Der Sänger der Band führte seinerzeit ein Hotel für Übergewichtige in der Stadt.

Hammers Heimfahrt

Rrr am Montag den 13. August 2018

Das historische Bild zum Wochenstart.

London, 2. Mai 1964: Ron Greenwood, Manager von West Ham United, wartet auf die U-Bahn.

Unter einem Tuch versteckt er den FA-Cup, den sein Team soeben dank einem 3:2-Sieg im Final gegen Preston gewonnen hat (Bewegtbilder hier).

Rundes Leder Tippspiel (2)

Rrr am Sonntag den 5. August 2018

Schon wieder Zürcher im Wankdorf.

Vor zwei Wochen schlug YB den Grasshopper Club. Zum zweiten Heimspiel der Saison empfängt der Meister nun den FC Zürich.

Letzte Saison gabs in der Super League drei knappe YB-Siege und ein Unentschieden. Der Sieger des heutigen Spiels ist Leader nach drei Runden.

Wir haben da eine Frage an Sie:

Wer trifft vor wievielen Zuschauern?

Damit Sie nicht zu viel denken müssen bei dieser Hitze: Lotomba kommt als Torschütze nicht in Frage, und die Zuschauerzahl wird über 19.299 liegen.

Ihre Antwort erwarten wir bis 15.59 Uhr. Der Triumphator erhält eine YB-Wurst gutgeschrieben. Toi toi toi!

Uhrencup’s coming home

Herr Shearer am Samstag den 14. Juli 2018

Der Schweizer Meister verliert sein letztes Vorbereitungsspiel – im Uhrencup setzt es gegen die Wolverhampton Wanderers eine 0:4-Klatsche ab. Der Pokal geht auf die Insel.

Die 11 Spieler, die Gerrardo Seoane auf den Rasen im Neufeld schickte, mussten bis zum Schluss aushalten. Gegen den Premier League-Aufsteiger hatten die Berner kaum Chancen, dazu leistete man sich in der Defensive zu viele Fehler, um den Pokal in diesem Turnier zu holen. Dieser wurde vor der wunderbaren Holztribüne an die Wolves überreicht. Herzliche Gratulation! Nach dem Klick können Sie noch einmal unsere packende Live-Reportage geniessen.

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Ab auf die Insel

Rrr am Sonntag den 8. Juli 2018

Die Premier League rockt die WM.

Fast jeder zweite Spieler der vier Halbfinalisten verdient sein Geld in England, wie die Statistik des Runden Leders zeigt. An den letzten Weltmeisterschaften dominierten jeweils die spanische Liga und die Bundesliga.

Alle englischen Nationalspieler verdienen das Geld im eigenen Land. Aus der Premier League stammen aber auch die meisten belgischen Schlüsselspieler und mehrere Franzosen.

Die Dominanz der Premier League ist bemerkenswert, weil die Liga zwar mit Abstand am meisten Geld hat, im Europacup in den letzten Jahren aber nur vereinzelt Erfolge feiern konnte. Dort dominiert die spanische Liga.

Das bunteste Halbfinal-Team hat Kroatien. Die Spieler stammen aus zehn verschiedenen Ligen, wobei zwei Kroaten in China kicken und einer in Österreich.

Diese beiden Fussballexoten sind in den Halbfinals also noch vertreten – anders als die Schweiz. Der einzige Super-League-Spieler im Schweizer Kader war Michael Lang, dessen einziger WM-Startelfeinsatz mit einer roten Karte endete.

Erfasst wurden die 91 Spieler in den Kadern der vier Halbfinalisten. Bei Kroatien sind nur noch 22 von 23 Spielern verfügbar. Stürmer Kalinic flog nach einem Krach mit dem Trainer nach Hause.