Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Zweien läufts zwiespältig

Herr Maldini am Dienstag den 4. Dezember 2018

Unentschieden, Job weg, Blog stumm.

Mark Hughes Foto: Getty Images

Mark Hughes ist seinen Job los. 2:2 nur spielte sein FC Southampton am Samstag gegen Manchester United, die Saints liegen deshalb weiter auf einem Abstiegsplatz. Dass ein Southampton-Trainer nach einem Remis gegen ManU entlassen wird, sagt auch etwas aus über das Standing der Red Devils in der Premier League. Im Falle von Hughes ist die Entlassung zudem ein Rekord: Erstmals wurde in der Premier League ein Trainer im selben Jahr bei zwei Vereinen entlassen. Bereits im Januar hatte Hughes seinen Job bei Stoke City verloren.

Das 2:2 vom Wochenende hat auch in Manchester Konsequenzen: Juan Mata, der für gewöhnlich jeden Montag einen Eintrag in seinem Blog One Hour Behind verfasst, schrieb gestern: “Leider ist es nicht der richtige Moment für einen Beitrag. Ich glaube,  ihr möchtet keine Worte lesen, die euch unangenehm wären. Lest besser das Runde Leder und amüsiert euch dort.” Eine Antwort liess nicht lange auf sich warten:

Solventer Steuerzahler

Briger am Montag den 26. November 2018

BREAKING NEWS: Cupfinal 2019 wieder im schönen Bern

N’Golo Kanté unterschreibt bei Chelsea einen neuen Vertrag, die öffentliche Hand freut’s.

Football-Leakes-Enthüllungen Mitte November liessen bereits bekannt werden, dass Kanté Steuertricks ablehnte, die ihm sein Arbeitgeber Chelsea nach dem Wechsel von Leicester anbot.
Der FC Chelsea wollte einen Teil des Gehalts Kantés als Gebühr für seine persönlichen Bild- und Vermarktungsrechte verrechnen. Eine Offshore-Firma auf Jersey wäre dafür gegründet worden. Kanté hätte viel Geld einspraen können, weigerte sich aber. Eine geleakte E-Mail des Beraters Kantés an den FC Chelsea aus dem Jahr 2017 liest sich wie folgt: «Nach der Lektüre zahlreicher Zeitungsartikel über Bildrechte und Steuerhinterziehung gegen Fussballspieler und Klubs ist N’Golo der Meinung, dass die vorgeschlagene Vorgehensweise von den Steuerbehörden in Frage gestellt werden könnte. N’Golo hat sich dazu entschieden, dieses Risiko nicht einzugehen.»

Diese Woche hat Kanté nun seinen Vertrag um fünf Jahre verlängert und soll neu 15 Millionen £ pro Jahr verdienen. Das heisst, dass Kanté neu 6.7 Millionen £ Steuern zahlen müsste, nun er wird es verkraften können. Interessant aber, Kanté bezahlt damit eine halbe Million Pfund mehr Steuern als Amazon und Starbucks letztes Jahr zusammen bezahlten. Starbucks machte 2017 in Grossbritannien einen Gewinn von 162 Millionen Pfund, der Umsatz von Amazon lag bei über 2 Milliarden.

Da verzeiht man Kanté auch schonmal, dass er beim Kartenspielen zwischendurch bescheisst:

Verband mit harter Hand

Herr Maldini am Dienstag den 20. November 2018

Ein Schiedsrichter wird gesperrt – das passt nicht allen.

Sie haben es sicher mitgekriegt: Vor kurzem vergass der Schiedsrichter David McNamara die Münze, die über das Anstossrecht zwischen Manchester City und dem FC Reading hätte bestimmen sollen. Kurzerhand entschied er sich, die Auslosung mit einer Runde Schere, Stein, Papier vorzunehmen.

Foto: Sports India Show

Der Schiedsrichterverband rügte McNamara, er habe sich unprofessionell verhalten, der britische Fussballverband sperrte ihn gar für drei Wochen. Im Fussballregelbuch bei Regel 8 steht schliesslich, dass der Gewinner der Platzwahl anhand eines Münzwurfs ausgelost werden muss.

Wie auch immer: McNamara wurde von einer Welle der Solidarität erfasst. Der Unparteiische Ryan Hampson sagte am Wochenende gegenüber der BBC, dass viele an McNamara gedacht hätten. “Wir wollen Solidarität mit ihm zeigen.” Hampson pfiff am Sonntag in Lancashire einen Non-League-Match. “Ohne dass ich die Geschichte erwähnt hatte, kamen vier Spieler zu mir und fragten mich, ob wir die Auslosung nicht mit Schere, Stein, Papier vornehmen könnten.”

Sie finden auch, dass David McNamara zu unrecht bestraft wurde? Tun sie ihre Solidarität in der Kommentarspalte kund, das Runde Leder druckt sie anschliessend aus und schickt sie per Post nach England.

Morgenstund mit Hund

Rrr am Montag den 19. November 2018

Das historische Bild zum Wochenstart.

Heute: Aston Villa Dog, 1983.

Wie, Sie möchten noch mehr Hund im Leder? Bittesehr, wir schalten um nach Brasilien und kommen gerade rechtzeitig zum Penalty …

Bildungsreise

Briger am Montag den 15. Oktober 2018

Der Chelsea FC geht neue Wege im Kampf gegen antisemitische Fans.

Bild via Mirror

Immer mal wieder fielen Chelsea-Anhänger in der Vergangenheit mit antisemitischen Gesängen auf, die meist gegen Tottenham gerichtet waren. Die Fans des Nordlondoner-Rivalen von Chelsea zelebrieren ein jüdisches Image, obwohl der Club selbst keine jüdischen Wurzeln hat. Bislang gab das bei Chelsea immer Stadionverbot für bis zu drei Jahre.
Nun geht man in Londons Westen neue Wege. Bruce Buck, Vorstandsvorsitzender Chelseas, gab gegenüber der Sun zu Protokoll, dass Leute, die ein Stadionverbot erhielten, ihre Meinung nicht ändern würden. Die neue Politik, die ein Bildungsprogramm gegen Antisemitismus vorsieht und unter anderem auch Reisen ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz vorsieht, soll bei den Übeltätern zu besserem Verhalten führen. Dies gebe den Leuten die Möglichkeit zu merken, was sie falsch gemacht hätten und sich zu bessern. Die Teilnahme am Programm, welches von Roman Abramovich, selbst jüdischen Glaubens, unterstützt wird, ist allerdings freiwillig. Wer will, kann immer noch das Stadionverbot wählen.

So ein Kohl

Herr Shearer am Donnerstag den 4. Oktober 2018

Jetzt ist schon wieder etwas aufs Feld geflogen.

Tennisbälle in Bern und Basel, ein Schweinekopf auf Figo, ein Motorroller im San Siro – die Liste der Gegenstände, welche sogenannte Fussballfans in die Arenen schmuggeln und anschliessend auf den Platz werfen, könnte sich wohl endlos erweitern lassen.

Vorgestern hat es auch Steve Bruce erwischt. Aston Villas Trainer zog nach einem 3:3 gegen den Tabellenletzten Preston North End den Zorn der Heimfans im ‘Holte End’ auf sich. Vielleicht wäre es etwas weniger drastisch gekommen, wenn Whelan in der siebten Minute der Nachspielzeit nicht noch einen Matchball in Form eines Penaltys verschossen hätte;  mit der Gesamtsituation war ein Anhänger aber so unzufrieden, dass er einen Kohlkopf in Richtung von Steve Bruce warf. Der war wenig erfreut ob des Gemüses: “das fasst die heutige Gesellschaft ganz gut zusammen”, grantelte die Trainerlegende. “Niemand hat mehr Respekt vor niemandem”. Gemütlich ist seine Situation nicht. Der Traditionsverein aus Birmingham steht in der Championship nur auf dem enttäuschenden 12. Platz und hat bereits sieben Punkte Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz.

Immerhin, so ein Chabis ist biologisch abbaubar. Das kann man von anderem Plunder, der derart entsorgt wurde, ja nicht behaupten. So schnell wird Steve Bruce wohl sowieso nicht mehr mit Gemüse beworfen werden: Aston Villa hat ihn gestern entlassen.

Serien und Krisen

Rrr am Donnerstag den 27. September 2018

Grosse Erfolgsserie: Was läuft bei uns in der Gruppe H?

Englische Woche für alle vier Mannschaften: ManUtd war unter der Woche im Ligacup engagiert, die anderen drei in der nationalen Meisterschaft.

Manchester United blamierte sich bis auf die Knochen: Im Ligacup scheiterte Mourinhos Mannschaft daheim am zweitklassigen Derby County mit Trainer Frank Lampard. Zwar traf Fellaini in der 95.Minute in bester YB-Manier zum Ausgleich, doch die Freude war von kurzer Dauer – im Penaltyschiessen verlor ManUtd 7:8. Alle Höhepunkte sehen Sie im Internet.

Valencia tritt an Ort. Im sechsten Liga-Spiel gabs das fünfte Unentschieden, diesmal ein 1:1 daheim gegen Celta Vigo. Gewonnen haben die Fledermäuse noch nie.

Besser lief es Juventus Turin, dem nächsten YB-Gegner. Dybala und Matuidi trafen zum 2:0 gegen Bologna. Cristiano Ronaldo musste sich mit dem Assist zum 2:0 begnügen.

Die Young Boys Bern stehen wie Juve in der Meisterschaft noch mit weisser Weste da. Gestern bezwang YB den FC St. Gallen trotz mehrerer Absenzen mit 2:0.

Ziemlich zahnlos

Herr Shearer am Dienstag den 25. September 2018

Der Accrington Stanley FC bittet um Ihre Mithilfe.

Nachdem der sympathische englische Drittligist gleich viermal hintereinander nur Heinzeinz gespielt hatte, gelang am Samstag endlich wieder mal ein Dreier. Kurz nachdem der Sieg gegen den AFC Wimbledon (2:1) feststand, muss ein Fan vor lauter Freude über die drei Punkte seine dritten Zähne in Richtung Spielfeld geworfen haben. Jedenfalls lag eine Zahnprothese unter einem Sitz, trotz einer umgehenden Lautsprecherdurchsage blieb der Besitzer aber unauffindbar. Auch auf einen Tweet meldete sich niemand – ausser offenbar das Radio, das sich für die Geschichte interessierte und sich deshalb nach dem Schicksal des Fundstücks erkundigte.

Dumm nur: Bei Accrington Stanley wurde das gute Stück in der Zwischenzeit verlegt. Der Chef vom Laden, Dave Burgess:  “Um ehrlich zu sein, wir wissen nicht, wo die Zähne gerade sind. Sie sind irgendwo im oder rund ums Gebäude hier. Wir sind uns sicher, dass sie an einem sicheren Ort sind, es hat sie einfach niemand mehr gesehen heute”. Auf die Frage, wie so dritte Zähne einfach verschwinden können, antwortete er: “auf die gleiche Art und Weise wie sie es beim ersten Mal gemacht haben”.

Foto: Accrington Stanley / Twitter

*** LIVE *** YB vs ManUtd 0:3

Rrr am Mittwoch den 19. September 2018

Die YB-Premiere in der Champions League – geniessen Sie nochmals unseren Liveticker.

Was früher geschah:

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Magazin mit Mou

Rrr am Dienstag den 18. September 2018

Nur noch einmal schlafen bis YB-ManUtd!

(Foto: Sherpress)

José Mourinho mochte sich in Bern nicht wirklich über den Kunstrasen beschweren, der Schweizer Nationalheld Roger Federer müsse schliesslich auch jede Unterlage respektieren, sagte er vor den Medien im Wankdorf. Um gleich nachzuschieben, dass Captain Valencia nicht dabei sei, weil dessen Knie den Kunstrasen nicht vertrage.

Über YB äusserte sich Mou zurückhaltend. Und über die eigenen Ambitionen auch. Wenn ManUtd morgen verliere, aber die Gruppe gewinne, sei das für ihn OK. Für uns glaubs auch.

Wie auch immer: Hier ist unser zweites Champignons Magazin, diesmal live aus dem Stadion. (Regie: Herr Maldini. Technische Betreuung: Herr Shearer. Credits: Herr Rrr.)

Viel Verspätung

Herr Shearer am Donnerstag den 13. September 2018

Gute Nachricht: Papy Djilobodji ist wieder da!

Foto: Getty Images

Die Saison hat in England ja nun auch schon bereits vor einigen Wochen wieder begonnen, umso schöner, wenn auch die Spieler langsam ihre Ferien beenden und zu ihren Vereinen zurückkehren. Papy Djilobodji (früher auch bei Werder Bremen und Chelsea) hat sich erst am Mittwoch vergangener Woche bei seinem Verein, dem Doppelabsteiger Sunderland AFC, wieder zum Training gemeldet. Die “Black Cats” reagierten allerdings eher humorlos auf die um zehn Wochen verspätete Rückkehr ihres Verteidigers – der musste sich erst gar nicht umziehen, sondern wurde gleich fristlos entlassen.

Zur Verteidigung des Senegalesen muss man allerdings sagen, dass er erstens die ganze letzte Saison als Leihgabe in Dijon verbrachte, und zweitens auch sein Kollege Didier Ndong offenbar gar nicht wusste, dass es im englischen Ligensystem unter der Championship noch weitere Ligen gibt. Ndong galt seit Juli ebenfalls als vermisst.

Der Verein teilte mit, man habe Djilobodji während dem Monat Juli unbezahlten Urlaub gewährt, damit er sich einfacher einen neuen Klub suchen könne, danach hätte er in guter Form ins Trainingsgelände von Sunderland zurückkehren sollen. Das tat er mit einem guten Monat Verspätung, zudem in offenbar schlechter körperlicher Verfassung. So gesehen, wird er bei den gebeutelten Nordostengländern kaum vermisst werden – immerhin kann sich der Drittligist so seinen Lohn von kolportierten 33’000 Pfund sparen. Pro Woche. Djlobodji ist somit auf  dem Transfermarkt verfügbar, falls Sie grad einen Klub kennen, der einen Innenverteidiger sucht.

Erhebliche Erkenntnisse

Rrr am Dienstag den 11. September 2018

Die wichtigsten Folgerungen aus England-Schweiz (1:0).

• Irgendwie ist etwas neu mit dem Schweizer System.

• Anyway, der Typ hinten rechts ist als Backup vertretbar.

• Petko trägt jetzt eine Weste wie Southgate. (Southgate allerdings nicht mehr.)

• Offensiv hat Petkovic einiges an Optionen, wobei, treffen tut keiner.

• Obacht, YB, Rashford! (Und Obacht, YB, Lukaku, gehört aber nicht hierher.)

• Facharzt Dr. Ruefer braucht für eine Fehldiagnose nur 10 Sekunden (“Muskelverletzung bei Schär!”)

Das ist alles.