Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Bernt Haas als Robin Hood

Frau B am Samstag den 8. Januar 2005

Gestern Abend äusserte unser Leser Struzzo folgende Bitte: „Liebe Frau B, wie wohltuend, eine weibliche Stimme im Blog! Was macht eigentlich unser Nati-Rechtsaussen Bernt ‚Hasi’ Haas? Können Sie da Ihre flinken Finger über die Tastatur legen und einen Bericht verfassen? Besten Dank!“ Lieber Herr Struzzo, Ihr Wunsch ist mir Befehl und ich habe sofort recherchiert:

Robin HaasWie ich aus zuverlässiger englischer Quelle erfahren habe, war der Name Bernt Haas kurz nach Weihnachten in allen englischen Zeitungen zu finden. Unser ‚Hasi’ hatte sich nämlich an der Spieler-Weihnachtsfeier seines Clubs West Bromwich Albion – als Robin Hood verkleidet – kurzum spitalreif getrunken. Bryan Robson, sein Trainer bei den ‚Baggies’, hat nun gedroht, die Weihnachtsfeier nächstes Jahr ersatzlos zu streichen. Ausserdem erhielt Haas eine clubinterne Strafe. [Anmerkung: Meine zuverlässige Quelle nennt Robson einen der schlimmsten Säufer im englischen Fussball.]

Bernt Haas war übrigens nicht der einzige ‚party pooper’ an Weihnachten. Manchester Citys Jamie Tandy benötigte eine Spitalbehandlung, nachdem ihm sein Teamkollege Joey Barton eine Zigarre im Auge ausgedrückt hatte. Bei Manchester United gab es zwei Prügeleien, in die Darren Fletcher, Rio Ferdinand, Gary Neville und Wes Brown involviert waren. Und Newcastle United erhielt eine Beschwerde vom Ritz in London, wo Stürmer Craig Bellamy eine inoffizielle Weihnachtsfeier steigen liess. Halleluja!

Great food

Dr. Eichenberger am Samstag den 8. Januar 2005

Die NZZ, die Zeitung mit dem anerkanntermassen besten Sportteil in der Schweiz, bringt uns verdienterweise einen Klub näher, der bei den Freunden des gepflegten Fussballs, die ihr Augenmerk mehr nach Süden denn auf die Insel richten, weniger im Gespräch ist: den Norwich City Football Club, auch bekannt als Kanarienvögel.
Dort schwingt mit Delia Smith eine Frau das Szepter, die nicht nur Freude an der Kunst auf dem grünen Rasen hat, sondern sich offenbar auch in der Sparte der Kochkunst Verdienste erworben hat. «Of course», heisst es auf der Website der Canaries, «we have Delia, who in her role as Catering Director combines her passion for the Canaries with her passion for great food. In fact, Norwich City Football Club is the only venue in the world where menus are personally created by Delia from her own published recipes.»
Nun, kulinarisch mag der Cateringservice in Norwich ja einmalig sein. Was aber bieten die Köchinnen dort schon im vergleich mit der absolut unvergleichlichen, unerreichten, alle Gomio-Punkte überragende YB-Wurst? Abklatsch!

Die Hand Tiagos

Frans am Montag den 3. Januar 2005

Die Hand von Chelseas Tiago machte im Samstagsspiel einen Freistoss von Liverpools Gerrard unschädlich. Der ausgezeichnet postierte Schiedsrichter Riley beobachtete es, führte die Pfeife zum Mund – und pfiff nicht.

Rileys Erklärung: Er habe die Pfeife in Erwartung eines anderen Ereignisses im Strafraum vorsorglich in den Mund genommen (“in anticipation of another infringement elsewhere in the penalty area”) und nicht als Reaktion auf die Aktion Tiagos.

Dies vermochte Liverpool-Verteidiger Jamie Carragher nicht restlos zu überzeugen:

Carragher behauptet nun in den englischen Medien, Rileys Pfeiferei könnte die Meisterschaft zugunsten von Chelsea entscheiden, nachdem Riley im Herbst bereits einen lächerlichen Penalty gegen Chelsea-Konkurrent Arsenal gepfiffen hatte.

Der russische Chelsea-Besitzer und sein portugiesischer Trainer scheinen durch solch brisante Vorwürfe hochgradig beunruhigt:

Kylie vorm Christbaum

Rrr am Montag den 27. Dezember 2004

Wie feierte eigentlich Chelsea-Chef Abramovich Weihnachten? Auch diese Frage beantwortet uns heute das weltweite Netz.

Zusammen mit ein paar Kumpels kaufte sich der russische Milliardär an Heiligabend die Popsängerin Kylie Minogue (links, falls das unklar sein sollte). Die Australierin sang für 1,1 Millionen Franken vorm Weihnachtsbaum, wie unsere Freunde von Blick Online berichten.

Das Fest der Liebe liess Abramovich am Stephanstag mit einem 1:0-Sieg gegen Aston Villa ausklingen.

Zwei Könige in London

Frans am Sonntag den 12. Dezember 2004

Weblog-Leser B. will scheinen, Gott spiele bei Arsenal und der englische Fussball komme hier zu kurz. Sein erster Kommentar ist Unfug, da Gott weder nach altem noch nach neuem Testament Fussball spielt.
Seinen zweiten Kommentar haben wir heute eingehend überprüft und deshalb pflichtbewusst das Treffen der beiden Tabellenersten der Premier League verfolgt. Die beiden Londoner Stadtclubs trafen sich zum so genannten “Judgment Day”: Wengers Arsenal und Mourinhos Chelsea, beide (im Gegensatz zu Real und Barcelona) Gruppensieger in der Champions League, trennten sich nach intensivem Fight 2:2.

Nach 94 Minuten Fussball in eine Richtung (nämlich vorwärts), mit vier Toren, hohem Tempo und feiner Technik müssen wir zugeben, dass die Pflicht zur ungetrübten Freude mutierte (zumal das Bier im Pub um die Ecke reichlich floss).

Was wir angesichts des Spektakels nicht verstehen konnten, waren allerdings die finsteren Mienen der beiden Übungsleiter aus Frankreich und Portugal.

Bestens begreifen konnten wir hingegen den versteinerten Blick von Arsenal-Ersatztorhüter Jens Lehmann. Sein vereinsinterner Konkurrent Manuel Almunia machte keinen Fehlgriff. Und so wird die ewige Nummer 2 der deutschen Nationalmannschaft in absehbarer Zeit Nummer 3 bei Arsenal (wenn die Londoner wie geplant Edwin van der Sar von Fulham übernehmen sollten).

Wie auch immer. Wir geloben Besserung, Herr B. Die Premier League bringt’s!

Pizzagate II

Frans am Mittwoch den 1. Dezember 2004

Wird das heutige Spiel zwischen Manchester United und Arsenal erneut zu einer Schlacht am Buffet? Fliegen wie beim letzten Mal die Pizzas? Die Presse der für ihre kulinarischen Höhenflüge berühmten Insel füllt heute unzählige Seiten zu diesem Thema. Der Times verdanken wir die der Bedeutung des Spiels angemessene Bezeichnung: PIZZAGATE II.


Die Schweizer Verteidiger Djourou und Senderos: Thin and crispy

50 % Frauen auf der Tribüne

Frans am Dienstag den 30. November 2004

Vor dem morgigen Gurkenspiel im englischen Ligacup zwischen den Ersatzmannschaften von Manchester United und Arsenal interessiert die englischen Medien vor allem die Frage, ob sich die beiden Trainer Arsène Wenger und Alex Ferguson wieder einmal in die Haare geraten.

Der Monsieur aus Frankreich gibt sich vor dem Spiel locker und erklärt gegenüber den englischen Medien, er könne auch mal aus der Haut fahren: “I am not a ranter but I have my days! I was sent off in Japan and sent to the stands. But it was a good atmosphere, because 50 per cent of the fans were girls!”

Da haben wir’s: Für die phantastische Atmospähre eines paradiesischen Frauenanteils von 50 Prozent auf der Tribüne fliegt Monsieur Arsène sogar nach Japan. Und manchmal auch ins Berner Neufeldstadion. Welch ein Geniesser!

Das Geburtstagsgeschenk

Frans am Montag den 29. November 2004

Geld raubt die Fantasie. Und so halten steinreiche Fussballstars wie Rooney und Beckham ihre Damen mit absurd teuren Designeruhren oder Platin-Vibratoren temporär bei Laune.

Englands Jung-Nationalspieler Jermain Defoe will sich derlei nicht leisten, kämpft er doch bei Tottenham darum, dass sein Wochengehalt endlich auf marktübliche 40’000 Pfund erhöht wird. Bis es so weit ist, versucht es Defoe mit Fish & Chips, Romantik und Rafinesse.

Als originelle romantische Geste begriff Defoe den lustigen Geburtstagsgruss, den er seiner Freundin auf das Unterhemd geschrieben hatte und den er am Wochenende nach seinem Führungstor stolz den TV-Kameras präsentierte. (Wir können ihn auf unseren Bildern glücklicherweise nicht entziffern).


Für seinen öffentlichen Strip kassierte Defoe die obligate Verwarnung. Damit ist er am 11. Dezember für das Spiel gegen Manchester City gesperrt, was ihm mitten in der Saison gebührend Zeit für einen gemütlichen Tag mit seiner Geliebten gibt. “He certainly knows how to treat a lady…”

Die Lady sieht nun rosa, während Trainer Jol sich ob der vermeintlich stupiden gelben Karte grün und blau ärgerte. Jol weiss halt nicht, wie listig Topstürmer sein können, wenn sie für einen Hungerlohn arbeiten müssen.

Britische Kopfballstärke

Frans am Samstag den 20. November 2004

Klassiker gibt es nicht nur in Barcelona, sondern auch in Glasgow: Beim heutigen Derby zwischen den Glasgow Rangers und Leader Celtic Glasgow (2:0 nach Toren des Spaniers Nacho Novo und des Kroaten Prso) übertrieb Celtics Alan Thompson nach Auffassung des Schiedsrichters das auf der Insel so beliebte Kopfballspiel: Rangers-Spieler Peter Lovenkrands wälzte sich nach einem Kopfstoss des Engländers am Boden. Unser Bild zeigt, wie der eben des Feldes verwiesene Brite dem Dänen schonend beibrigt, dass auf der Insel in aller Regel robuster geköpfelt wird als auf dem Kontinent.

Der Bumerang des Aragones

Frans am Mittwoch den 17. November 2004

Die englische Presse zitiert den wegen seiner abschätzigen Bemerkungen über Thierry Henry unter Rassismusverdacht geratenen spanischen Nationaltrainer Luis Aragones mit bemerkenswerten Aussagen zum Thema Rassismus, Kolonialismus und Altersweisheit: “I am not a racist, but you lot will write what you want. You are like wolves after the deer. You are kids. You don’t know anything, but I am nearly 70. I have a lot of black friends who have explained to me that the English were after them in the colonies.”
Englische Kolonien? Moment, hatten da nicht auch die Spanier…? “Die Spanier eroberten innerhalb weniger Jahrzehnte weite Teile Süd- und Mittelamerikas sowie der Karibik; die Konquistadoren errichteten riesige Vizekönigreiche (Neuspanien 1535, Peru 1543) und unterwarfen die einheimische Bevölkerung einem drastischen Ausbeutungssystem (Encomienda).” Nähere Angaben findet der Nationaltrainer des Mutterlandes des Kolonialismus in jedem besseren Lexikon. Altersweisheit schützt vor Torheit nicht: Nachsitzen!

Urs steht auf Engländer

Rrr am Freitag den 15. Oktober 2004

Urs Meier startet eine Charme-Offensive in England: Vier Monate nach seinem korrekten, aber unbeliebten Pfiff beim EM-Spiel Portugal-England hat er jetzt erstmals mit einer englischen Zeitung gesprochen.

Im “Guardian” besorgt er es dem Engländer gründlich: “England ist ein wundervolles Land mit fantastischen Menschen.” Er wisse, dass nicht alle so daneben seien wie die 16.000, die ihm Mails geschickt hätten. Auch die englischen Fussballer seien toll; in seinem Büro hängen fünf Kicker-Legenden von der Insel. Ausserdem hätten auch schon englische Mannschaften von seinen Entscheidungen profitiert.

Kurz und gut: Urs mag die Engländer, und er hofft, dass seine Einreisesperre bald aufgehoben wird. Toi toi toi!

Die nützlichsten Fanartikel: My dream bedroom

Dr. Eichenberger am Freitag den 1. Oktober 2004


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