Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Obszöner Torjubel

Frau B am Dienstag den 18. Januar 2005

Junior Agogo, seines Zeichens Stürmer beim League-Two-Club Bristol Rovers, wurde im Spiel vom Sonntag gegen Lincoln City wegen einer obszönen Geste vom Platz gestellt.

Junior Agogo - wanking

Allerdings war die Geste nicht gegen den Schiedsrichter oder einen anderen Spieler gerichtet, sondern galt – inklusive der akustischen Untermalung „wanker“ – ausschliesslich seinem Trainer Ian Atkins.

Dieser hatte Agogo nämlich auf Grund von verletzungsbedingten Ausfällen kurzerhand im linken Mittelfeld aufgestellt. Das passte Agogo überhaupt nicht und er berührte während der ersten Halbzeit kaum einen Ball. In der Pause redete Atkins ihm gehörig ins Gewissen. Mit Erfolg, denn in der 66. Minute schoss Agogo den 1:1-Ausgleich für die ‚Pirates’. Diesen feierte er wie oben beschrieben und erhielt dafür vom Schiedsrichter Fred Graham umgehend die Rote Karte.

Sein Trainer fand dies übrigens völlig unangebracht und schimpfte in der Pressekonferenz ausgiebig über den Schiedsrichter.

Das traurige Ende der Geschichte ist aber Agogos Sperre für die nächsten drei Spiele. Möglichweise hat er sich dadurch die Chance genommen, zu einem Premier-League-Club zu wechseln. Man sagt, es gäbe Interessenten, aber die werden Agogo nicht mehr vor Ende des Transfer-Fensters spielen sehen …

Arsenal im Jahr 2010

Frau B am Montag den 17. Januar 2005

Der Arsenal-Fan, auch ‚Gooner’ genannt, gehört zu den pessimistischsten seiner Zunft. Er freut sich zwar über Erfolge, traut ihnen aber nie so ganz und rechnet stets damit, kurz vor dem Ziel einen herben Rückschlag zu erleiden.

Nach der Niederlage vom Wochenende hat er folgende Fantasien. Wir befinden uns im Jahr 2010:

„Arsenal steigt ab. Es begann 2005, als Arsène Wenger Lauren, Edu, Campbell und Pennant ablösefrei gehen liess. Dennis Bergkamp hängte seine Fussballschuhe endgültig an den Nagel und niemand war in der Lage, seinen Platz auszufüllen. Vieira stellte Arsenals Ambitionen in Frage und wechselte zu Real Madrid. Arsenal begann die Saison mit einer unerfahrenen Mannschaft und schlechten Resultaten. Aber richtig schlimm wurde es, als Thierry Henry das Bein brach und für neun Monate ausfiel. Arsenal wurde enttäuschender vierzehnter (zwei Plätze hinter Tottenham).

Wenger wurde entlassen und Tony Adams übernahm das Team. Arsenal zog um in das neue Stadium, konnte es aber nicht ein einziges Mal ausverkaufen. Nach zwei weiteren erfolglosen Saisons mit durchschnittlich 30’000 Zuschauern pro Spiel versinkt der Club in den Schulden. Cesc Fabregas muss an Barcelona verkauft werden.

Das einst so erfolgreiche Arsenal müht sich weiter in der Premier League ab, muss aber schliesslich in die Coca-Cola-Liga absteigen.“

Arsenals Hoffnung auf die Meisterschaft schwindet

Frau B am Sonntag den 16. Januar 2005

Die unerwartete Niederlage gegen die Bolton Wanderers hat Arsenal einen empfindlichen Schlag im Rennen um den Titel in der Premier League versetzt.

Stelios Giannakopoulos vernichtet Arsenals Titelhoffnungen Arsenal spielte uninspiriert, wirkte blockiert, kam kaum zu nennenswerten Torchancen und verlor verdient 1-0 gegen die engagiert aufspielenden ‚Trotters’.

Zehn Punkte beträgt der Rückstand nun auf Leader Chelsea. Zu viel, wie sowohl Experten als auch Fans meinen. Niemand glaubt ernsthaft daran, dass den ‚Blues’ die Meisterschaft noch zu nehmen ist.

Chelsea zeigt keine Schwächen, setzte sich gegen Tottenham souverän 0-2 durch und hat damit seit 18 Jahren an der White Hart Lane nicht mehr verloren. Frank Lampard schoss beide Tore und war einmal mehr ‚man of the match’.

Der typische Arsenal-Fan sieht das so [aus einem Arsenal-Forum]:

„Chelski win the title! Won’t say much more as I am about to go out and drown my sorrows. We won’t get back that many points on them at this point of the season. All over for me.”

„Quite frankly we don’t deserve to win fuck all this season. Disgraceful performance today.”

Katzenjammer allenthalben.

Grosses Wundenlecken

Der flaue Einstand des Spaniers

Frans am Samstag den 15. Januar 2005

Bevor Frau B ihre objektive Schilderung der völlig unverdienten Liverpool-Niederlage gegen Manchester United zum Besten gibt, hier der Kurzbericht über den gross angekündigten Einstand von Señor Morientes. Tore: 0. Kommentar BBC:
“Roy Keane hit the bar, while Fernando Morientes had a quiet debut.”
Fernando war möglicherweise zu sehr mit Schal-Schwingen beschäftigt. (Was Keane während des Spiels in der Bar tat, ist uns allerdings schleierhaft.)

Eine Liste mit wirklich denkwürdigen Ersteinsätzen im englischen Fussball findet Fernando hier. Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre und bei der Betrachtung des einzigen Torschützen. Ist er nicht attraktiv?

Premier League Awards Dezember 2004

Frau B am Samstag den 15. Januar 2005

Stevie of the Month DecemberSteven Gerrard wurde vom Barclays Award Panel zum Spieler des Monats Dezember gewählt.

Der Mittelfeldstar befindet sich in bestechender Form und hat seinen Club Liverpool im Dezember zu drei Siegen in Folge geführt. Dies ist umso bemerkenswerter, als Gerrard im September einen Mittelfussknochen brach und mehrere Wochen ausser Gefecht war. Barclays’ Nic Gault: „Es war ein toller Dezember für Gerrard. An einem guten Tag ist er einer der weltbesten Mittelfeldspieler. Seine Inspiration hat Liverpool sehr gefehlt.“

Wir freuen uns mit Stevie und drücken ihm und seinen Mitspielern für die heutige Schlacht gegen Manchester United die Daumen (und alles, was sonst noch zur Verfügung steht). Fernando Morientes dürfte übrigens mit von der Partie sein.

Martin Jol of DecemberZum Trainer des Monats wurde Martin Jol von den Tottenham Hotspurs gekürt.

Im Dezember holte er mit seinem Team 15 von 18 möglichen Punkten und blieb ungeschlagen. Die Spurs sind damit in die Nähe eines UEFA-Cup-Platzes gerückt. Natürlich nicht nur dank Jol, sondern vor allem auch mit der Hilfe von unserem Reto Ziegler. Er hat sich seinen Stammplatz in der Nordlondoner Truppe erkämpft und auch bereits ein wunderschönes Tor geschossen.

(Halt – von Daumendrücken habe ich bei Tottenham nichts gesagt!)

FA Cup unter dem Hammer

Frau B am Mittwoch den 12. Januar 2005

Die zweite Inkarnation des FA CupsGut betuchte Fussball-Fans bekommen am 19. Mai Gelegenheit, die Trophäe des englischen Fussball-Verbandes für geschätzte 300’000 Britische Pfund zu ersteigern, wie Christie’s letzte Woche bekannt gab.

Es handelt sich dabei um die zweite und somit älteste existierende Version des FA Cups, hergestellt nach dem Original, welches 1895 aus einem Schaufenster in Birmingham gestohlen und vermutlich eingeschmolzen wurde. Die dritte Version – 1910 mit einem neuen Design kreiert – ist im Besitz der Football Association und befindet sich an ihrem Sitz in Soho (London). Die vierte schmückt momentan die Vitrinen des letztjährigen Siegers Manchester United.

Coupe Jules RimetAuf der zweiten Inkarnation des Cups aus Sterlingsilber findet man die Resultate von Finalisten wie Bury, Sheffield United und Everton, die damals zu den besten Clubs Englands gehörten. Dieser FA Cup ist der einzige in Privatbesitz.

Es wird erwartet, dass er den Preisrekord für Fussball-Erinnerungsstücke bricht, der zur Zeit von einer Kopie des Jules-Rimet-World-Cups gehalten wird, welche 1997 für £ 254’500 versteigert wurde. Da war Pelés Trikot vom WM-Final 1970 für £ 158’000 geradezu ein Schnäppchen …

Del’s Cup Car – part two

Frau B am Dienstag den 11. Januar 2005

Wie unser gut informierte Leser Häck bereits bemerkte, hat Yeadings Torhüter Del Preddie sein Auto doch erhalten. Und das mit gutem Grund:

In der 21. Minute des Spiels brach er sich bei der Abwehr eines Schusses von Jermaine Jenas den kleinen Finger der rechten Hand. Hart im Nehmen, wie der typische Engländer ist, liess sich unser Held aber nicht auswechseln, sondern biss auf die Zähne und spielte das Match zu Ende. So viel Tapferkeit musste belohnt werden. Neben dem Trip zum Champions-League-Final erhielt Del eine Prämie von £ 6’000 sowie den Ford Focus drei Monate gratis zur Verfügung.

Glücklicher Del mit gebrochenem Finger.

Del's Cup Car – part two

Frau B am Dienstag den 11. Januar 2005

Wie unser gut informierte Leser Häck bereits bemerkte, hat Yeadings Torhüter Del Preddie sein Auto doch erhalten. Und das mit gutem Grund:

In der 21. Minute des Spiels brach er sich bei der Abwehr eines Schusses von Jermaine Jenas den kleinen Finger der rechten Hand. Hart im Nehmen, wie der typische Engländer ist, liess sich unser Held aber nicht auswechseln, sondern biss auf die Zähne und spielte das Match zu Ende. So viel Tapferkeit musste belohnt werden. Neben dem Trip zum Champions-League-Final erhielt Del eine Prämie von £ 6’000 sowie den Ford Focus drei Monate gratis zur Verfügung.

Glücklicher Del mit gebrochenem Finger.

Del’s Cup Car

Frau B am Montag den 10. Januar 2005

Dem Tipp unseres Lesers Häck – seines Zeichens Supporter von Newcastle United – folgend, habe ich meine Recherchen für diesmal auf die ‚Sun’ konzentriert. Und bin fündig geworden:

Yeadings Torhüter Del Preddie erhielt für das Cupspiel seines Clubs gegen Newcastle United Unterstützung von Seiten der ‚Sun’: Je länger er sein Tor sauber halten konnte, umso grösser wurde seine Prämie.

Yeading ist ein Amateur-Club aus der ‚Ryman League’, die sechs Stufen unter der Premier League angesiedelt ist. Ein Spieler von Newcastle United verdient im Durchschnitt £ 40’000 pro Woche; die Yeading-Spieler erhalten pro Spiel £ 70 für ihre Auslagen.

Für ein ‚clean sheet’ (zu Null) hätte Del einen nagelneuen Ford Focus im Wert von £ 14’825 erhalten. Und so sahen die Prämienstufen im Detail aus:

Bis 15 Minuten: ein Satz Fussmatten.
Bis 30 Minuten: ein Satz Räder.
Bis 45 Minuten: eine VIP-Reise an den Champions-League-Final.
Bis 60 Minuten: eine VIP-Reise an die Rally of Great Britain.
Bis 75 Minuten: einen Monat lang gratis Ford Focus fahren.
Bis 90 Minuten: ein neuer Ford Focus!

Nun, die bösen Jungs von Newcastle United kannten keine Gnade und schossen das 0-1 in der 51. Minute (Lee Bowyer). [Das Spiel endete 0-2.] Armer Del. Herr Häck, gehen Sie in sich.

Del Preddie - alles Beten half nichts.

Del’s Cup Car

Frau B am Montag den 10. Januar 2005

Dem Tipp unseres Lesers Häck – seines Zeichens Supporter von Newcastle United – folgend, habe ich meine Recherchen für diesmal auf die ‚Sun’ konzentriert. Und bin fündig geworden:

Yeadings Torhüter Del Preddie erhielt für das Cupspiel seines Clubs gegen Newcastle United Unterstützung von Seiten der ‚Sun’: Je länger er sein Tor sauber halten konnte, umso grösser wurde seine Prämie.

Yeading ist ein Amateur-Club aus der ‚Ryman League’, die sechs Stufen unter der Premier League angesiedelt ist. Ein Spieler von Newcastle United verdient im Durchschnitt £ 40’000 pro Woche; die Yeading-Spieler erhalten pro Spiel £ 70 für ihre Auslagen.

Für ein ‚clean sheet’ (zu Null) hätte Del einen nagelneuen Ford Focus im Wert von £ 14’825 erhalten. Und so sahen die Prämienstufen im Detail aus:

Bis 15 Minuten: ein Satz Fussmatten.
Bis 30 Minuten: ein Satz Räder.
Bis 45 Minuten: eine VIP-Reise an den Champions-League-Final.
Bis 60 Minuten: eine VIP-Reise an die Rally of Great Britain.
Bis 75 Minuten: einen Monat lang gratis Ford Focus fahren.
Bis 90 Minuten: ein neuer Ford Focus!

Nun, die bösen Jungs von Newcastle United kannten keine Gnade und schossen das 0-1 in der 51. Minute (Lee Bowyer). [Das Spiel endete 0-2.] Armer Del. Herr Häck, gehen Sie in sich.

Del Preddie - alles Beten half nichts.

Manchester United von Exeter gedemütigt

Frau B am Sonntag den 9. Januar 2005

Sir Alex Fergusons Manchester United erreichte gestern im englischen Cup (FA Cup) im eigenen Stadion nur ein peinliches 0-0 gegen Exeter, ein Team, das nicht einmal in der Liga spielt, sondern in der bescheidenen “Conference League” zu Hause ist. Nach den Regeln des FA Cups wird das Spiel wiederholt und die “Red Devils” müssen am 18. Januar unplanmässig nach Exeter reisen.

Alex Ferguson glaubte, mit einem Team aus jungen Spielern das Match gewinnen zu können, aber Exeter konnte das 0-0 halten und hatte in der ersten Halbzeit sogar zwei gute Torchancen. Obwohl Ferguson in der zweiten Halbzeit Paul Scholes, Cristiano Ronaldo und Alan Smith einwechselte, schaffte er es nicht, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden.

Die Mannschaft wurde vom eigenen Publikum gnadenlos ausgepfiffen und Ferguson entschuldigte sich nach dem Spiel bei den Fans. “So schlecht habe ich mein Team noch nie im FA Cup spielen sehen”, musste er selber zugeben.

Exeters Marcus Martin gegen ManUs David Jones

Manchester United von Exeter gedemütigt

Frau B am Sonntag den 9. Januar 2005

Sir Alex Fergusons Manchester United erreichte gestern im englischen Cup (FA Cup) im eigenen Stadion nur ein peinliches 0-0 gegen Exeter, ein Team, das nicht einmal in der Liga spielt, sondern in der bescheidenen “Conference League” zu Hause ist. Nach den Regeln des FA Cups wird das Spiel wiederholt und die “Red Devils” müssen am 18. Januar unplanmässig nach Exeter reisen.

Alex Ferguson glaubte, mit einem Team aus jungen Spielern das Match gewinnen zu können, aber Exeter konnte das 0-0 halten und hatte in der ersten Halbzeit sogar zwei gute Torchancen. Obwohl Ferguson in der zweiten Halbzeit Paul Scholes, Cristiano Ronaldo und Alan Smith einwechselte, schaffte er es nicht, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden.

Die Mannschaft wurde vom eigenen Publikum gnadenlos ausgepfiffen und Ferguson entschuldigte sich nach dem Spiel bei den Fans. “So schlecht habe ich mein Team noch nie im FA Cup spielen sehen”, musste er selber zugeben.

Exeters Marcus Martin gegen ManUs David Jones