Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Arsenal gewinnt den FA-Cup!

Frau B am Montag den 7. März 2005

Die Arsenal Ladies gewannen gestern den Premier-League-Cup gegen Charlton Athletic.

Zu Beginn des Spiels in Brentfords Griffin Park hatte Charlton viel Ballbesitz, kam aber nur zu einer einzigen Torchance, welche von Aluko vergeben wurde. Und so kam es in der 24. Minute, wie es kommen musste: Arsenal ging nach einem schönen Spielzug in Führung. Eine perfekte Flanke landete auf dem Kopf von Julie Fleeting, die sicher verwandelte. Bereits im letzten Cup-Final (ebenfalls Arsenal gegen Charlton) hatte sie einen Hattrick erzielt. Obwohl Charlton weiterhin mehr Spielanteile hatte, gelang es den Spielerinnen nicht, Arsenal wirklich gefährlich zu werden.

Nach der Pause wurden die Arsenal Ladies aktiver und offensiver. Mittelfeld und Sturm spielten besser zusammen, das Tempo wurde erhöht und Arsenal begann mehr und mehr zu dominieren. Schon nach drei Minuten landete ein Eckball vor den Füssen von Gunners-Captain und Innenverteidigerin Faye White, die sich die Chance zum 2:0 nicht entgehen liess. Arsenal kontrollierte die Partie nun und machte in der 68. Minute alles klar. White startete mit dem Ball aus der eigenen Platzhälfte und hämmerte ihn aus 30 Metern ins gegnerische Netz.

Danach ging bei Charlton nichts mehr. Arsenal kam noch zu weiteren Chance, erzielte aber keine Tore mehr. Fleeting beeindruckte mit einem Sololauf und einem schönen Heber, der mit einem Lattentreffer endete. Mit dem 3:0-Sieg gewannen die Arsenal Ladies den ersten von vier möglichen Titeln in dieser Saison.

Erster Titel für die Gunnerinnen!

Arsenal-Captain Faye White mit dem Pokal

Vier Wochen für Sven

Frau B am Sonntag den 6. März 2005

Der englische Fussballverband kommt der Forderung von Nationaltrainer Sven-Goran Eriksson nach und sorgt für vier Wochen Pause vor der Weltmeisterschaft 2006.

Sven setzt sich durchEriksson bestand darauf, genügend Zeit zu haben, um sich mit seinen Spielern optimal auf die Weltmeisterschaft in Deutschland vorbereiten zu können. Nach einigem Hin und Her hat sich die Football Association nun zu einer Programmänderung in der nächsten Saison bereit erklärt.

So wird es in der fünften und sechsten Runde des FA-Cups keine Wiederholungsspiele für die Clubs geben, die in europäischen Wettbewerben spielen. Ausserdem wird die Meisterschaft früher enden.

Was gedenkt Eriksson mit den vier Wochen anzufangen, die er mit seinen Spielern zur Verfügung hat?

„Die erste Woche bekommen die Spieler frei, damit sie sich erholen können. Die zweite Woche nutzen wir für ein Trainingslager. Da wir uns nicht akklimatisieren müssen, werden wir wahrscheinlich in England bleiben. In der dritten Woche werden wir ein paar Freundschaftsspiele austragen. Und in der vierten Woche reisen wir nach Deutschland.“

Fragt sich nur, wieso die Engländer eine ganze Woche benötigen, um sich nach Deutschland zu begeben.

Double für Manchester United

Frau B am Samstag den 5. März 2005

Manchester United heimste sowohl den Preis für den Spieler als auch den Trainer des Monats Februar ein.

Nach einem beeindruckenden Februar wurden Sir Alex Ferguson und Wayne Rooney mit dem Barclays Award ausgezeichnet. Die ‚Red Devils’ haben im letzten Monat fünf ihrer sechs Spiele gewonnen. Die einzige Niederlage erlitten sie in der Champions League gegen den AC Milan. Es gelang ihnen, die Lücke zu Leader Chelsea bis auf sechs Punkte zu schliessen.

Ein hübsches Doppel

Für Ferguson ist es der fünfzehnte Award seiner Karriere – kein anderer Trainer hat mehr gewonnen. Für Rooney hingegen ist es der erste.

The Kop

Frau B am Freitag den 4. März 2005

Im Zusammenhang mit Sheffield Wednesdays Kop Band ist in unserer Leserschaft folgende Frage aufgetaucht: „Darf das Hillsborough Stadium eigentlich auch ‚The Kop’ heissen? Das ist doch schon Anfield?“

In England gibt es in verschiedenen Fussball-Stadien Tribünen, welche Kop genannt werden. Der berühmteste Kop ist bestimmt der des FC Liverpool. Er war auch der erste. Aber auch Birmingham, Leeds United oder eben Sheffield Wednesday haben einen ‚Kop Stand’.

Der Name Kop ist eine Erinnerung an die Spion-Kop-Schlacht, die am 23. und 24. Januar 1900 in Südafrika zwischen Buren und Engländern als Teil der Burenkriege stattfand. Spion Kop ist ein Hügel. Da viele Liverpooler in dieser Schlacht ihr Leben liessen, wurde zu ihren Ehren im Jahre 1906 eine der Tribünen Kop getauft. Liverpool gewann damals die zweite Meisterschaft und die Clubführung belohnte die treuen Fans mit einer neuen gemauerten Tribüne.

The Spion Kop Stand
Liverpools Kop inklusive Kopites in den Fünfzigerjahren.

Tote Fans auf Reisen

Rrr am Freitag den 4. März 2005

Der walisische Fussballklub Swansea City zieht in ein neues Stadion – und nimmt seine toten Fans gleich mit: Im Zügelwagen befinden sich auch rund 50 Urnen mit der Asche verstorbener Anhänger, die bislang unter dem Rasen begraben lagen. Die Urnen sollen im neuen Stadion erneut beigesetzt werden.

Für diejenigen Fans, deren Asche in der Vergangenheit auf dem Gelände verstreut wurde, soll ein Stück des alten Rasens mitgenommen werden.

Wir wünschen allen Beteiligten eine gute Reise!

Platzverweis für Fan-Band

Frau B am Mittwoch den 2. März 2005

Sheffield Wednesdays berühmte Kop Band darf nicht mehr im eigenen Stadion auftreten.

Chairman Dave Allen hat entschieden, dass die Band – welche auf der Tribüne im Hillsborough Stadium seit über zehn Jahren eine feste Grösse ist – ihre Mitgliederzahl von fünfzehn auf fünf reduzieren muss.

Kop BandFür den Sprecher der Kop Band Steve Holmes ist die Forderung inakzeptabel: „Wir wurden zwar nicht verbannt, aber mit nur fünf Mann wollen wir nicht spielen. Deshalb hören wir auf.” Er bestätigte aber, dass die Kop Band bei Auswärtsspielen weiterhin auftreten werde, da ihr in fremden Stadien bis anhin keine Restriktionen auferlegt wurden.

Die Band existiert seit 1993. Anstoss gab Gründungsmitglied John Hemminham mit einem Horn, dass er zu einem Auswärtsspiel gegen Everton mitnahm.

Mafia-Methoden bei Leeds United?

Frau B am Montag den 28. Februar 2005

Ex-Leeds-Präsident Simon Morris weist üble Verleumdungen von sich.

Sauberer Grossverdiener DuberryDie englische Sonntagszeitung ‚Sunday Mirror’ berichtete gestern über Anschuldigungen, die den Championship-Club Leeds United schwer belasten: Es soll einen Plan gegeben haben, dem Verteidiger Michael Duberry Drogen ins Essen zu mischen. Der Spieler sollte im Dopingtest durchfallen, damit er entlassen werden konnte, da er für den Club viel zu teuer sei. (Er verdient £24’000 pro Woche.) Seinem Mitspieler Gary Kelly – ebenfalls Verteidiger und Grossverdiener – sollte ein Schlägertrupp das Bein brechen.

Morris war Hauptaktionär bei Leeds, bevor der Buy-Out durch Ken Bates stattfand. „Die Anschuldigungen sind haltlos und beruhen auf den Aussagen eines früheren verbitterten Angestellen“, verteidigt sich Morris. „Wir haben unseren Job bei Leeds gut gemacht und weisen die Behauptungen entschieden zurück. Da will jemand die Fans und den Club aufhetzen. Das geht nun schon seit einem Jahr so. Ich möchte nur wissen, wann das aufhört.“

And the Carling Cup goes to: Chelsea!

Frau B am Montag den 28. Februar 2005

Der erste Titel dieser Saison geht in England an Chelsea.

Der Carling-Cup-Final gegen den FC Liverpool war für die ‚Blues’ die erste Gelegenheit, unter Roman Abramovich einen Titel zu gewinnen. Aber das Spiel begann denkbar schlecht für die Londoner: Nach nur 43 Sekunden flankte Morientes von rechts weit auf die linke Seite, und Riise wuchtete den Ball ins Netz. Nachdem Chelsea bereits in den beiden letzten Partien besiegt worden war, sah es so aus, als würden sie auch den Carling-Cup-Final verlieren. Beide Teams kreierten nur wenige Chancen in der ersten Halbzeit.

Nach dem Wiederanpfiff versuchten die ‚Reds’, den Vorsprung zu halten, während Chelsea begann, das Kommando zu übernehmen. Trotzdem hätte Liverpool das Spiel für sich entscheiden können. Cech parierte einen guten Weitschuss von Hamann, und Gerrard verpasste aus vier Metern, nach dem Baros, der für Morientes ins Team gekommen war, mit seiner ersten Ballberührung Nunez freigespielt hatte. Nur wenige Minuten später lenkte Gerrard einen Freistoss von Chelsea unhaltbar ins eigene Tor ab. Chelsea-Trainer Mourinho wusste nichts Besseres zu tun, als das Eigentor des Liverpool-Captains mit einer zynischen Geste Richtung gegnerische Fans zu quittieren. Er wurde dafür zu Recht des Feldes verwiesen.

Das Spiel endete 1:1 und ging in die Verlängerung. In der ersten Halbzeit passierte kaum etwas, aber in der zweiten eroberte Chelsea die Trophäe mit den beiden Toren von Drogba und Kezman. Nunez verkürzte zwar noch auf 2:3, aber es war zu spät.

Erster Titel für die Blauen

Chelsea gewinnt seinen ersten Titel seit der Ära Vialli. Er kostete den Club etwa £270 Millionen.

Mad Fans

Frau B am Sonntag den 27. Februar 2005

Der FC Brentford hat nicht nur einen verrückten Trainer, sondern auch verrückte Fans.

Am Freitag, dem 11. Februar, um 9:30 Uhr machte sich der FC Brentford im Car auf den Weg nach Hartlepool, um das Wiederholungsspiel der vierten Runde des FA Cups zu absolvieren.

Exakt zur gleichen Zeit starteten fünf Brentford-Fans vom heimatlichen Stadion ‚Griffin Park’ aus mit dem gleichen geografischen Ziel – zu Fuss! Ihr Trip diente einerseits der Einlösung eines Versprechens, andererseits wurde damit Geld für wohltätige Zwecke gesammelt.
Nach zwei Dritteln der letzten Saison sah es gar nicht gut aus für Brentford, und Pete Hayward gelobte auf einer Fan-Internetseite: „Wenn sie nicht absteigen, gehe ich zu Fuss zum nächsten Auswärtsspiel nach Hartlepool.“ Zwei weitere Fans beschlossen spontan, ihn zu begleiten.

Aber dann übernahm Mad Dog Martin Allen das Team und wendete das Schicksal: Brentford blieb in der League One. Dies musste natürlich mit der Einlösung des Schwurs honoriert werden.

Der ‚Bees Walk’, wie der Marsch inzwischen getauft wurde und dem sich noch zwei Brentford-Supporter angeschlossen hatten, dauerte zwölf Tage. Während dieser Zeit verpassten die fünf Fans die beiden Cupspiele gegen Hartlepool und Southampton. Wie geplant trafen sie einen Tag vor dem Ligaspiel in Hartlepool ein, wo sie im Stadion gebührend empfangen wurden.

Siegertypen

Frau B am Samstag den 26. Februar 2005

In England spielen am Sonntag Liverpool und Chelsea um den ersten Titel der Saison: den Carling Cup.

Stevie the WinnerLiverpools Captain Steven Gerrard meint dazu: „Während deiner Karriere spielst du nicht oft in einem Final. Wenn es aber soweit ist, musst du dein Bestes geben um zu gewinnen. Dies ist unsere klarste Chance auf einen Titel in dieser Saison, und wir werden alles versuchen, um ihn an die Anfield Raod zu holen.“

Liverpool-Trainer Rafael Benítez war zufrieden mit Gerrards Worten. Ein paar Tage vorher sah das noch anders aus. Benítez kritisierte seinen Captain, da dieser in einem Interview gesagt hatte, Liverpool hätte kaum Chancen, die Champions League zu gewinnen.

„Ich habe mit Steven gesprochen, und er erklärte, seine Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Ich sagte ihm, dass er in Zukunft besser denken soll, dass wir gewinnen können. Wir brauchen Siegertypen hier – Leute, die nur ans Gewinnen denken.“

Als Vorbereitung für das Finalspiel im Millennium Stadium in Cardiff hat Benítez ein Video produzieren lassen, das Szenen aus der Clubvergangenheit sowie Highlights aus der laufenden Saison zeigt. „Ich möchte, dass die Spieler sich daran erinnern, wie sie sich fühlten, als sie diese Spiele gewannen. Sie werden am Sonntag alles tun, um diese Gefühle wieder zu erleben.“ Das hofft Frau B auch!

Sonntag, 27. Februar 2004, 16:00 Uhr:
Carling Cup Final Liverpool gegen Chelsea live auf DSF!

Der verrückte Hund

Frau B am Donnerstag den 24. Februar 2005

Martin Allen tat seinem Übernamen ‚Mad Dog’ schon während seiner Spielerkarriere bei West Ham United alle Ehre. Als Trainer des League-One-Clubs Brentford scheint er verrückter denn je.

Um seinem Team vor dem Wiederholungsspiel in der vierten Runde des FA-Cups gegen Hartlepool ein wenig den Druck zu nehmen, wählte er folgende ungewöhnliche Massnahme: Er stürzte sich in den eiskalten River Tees und schwamm die knapp fünzig Meter ans gegenüberliegende Ufer.

Mad Dog Martin AllenSeine einzigartige Methode beeindruckte Brentford-Linksverteidiger John Salako, der mit seinen 36 Jahren im Fussball schon einiges gesehen hat. „Allen tut die Dinge immer auf seine eigene Weise. Er sagte zu uns: ‚Wenn du einen Fluss überqueren musst, bleibt dir nichts anderes übrig als zu schwimmen.’ Damit wollte er uns Folgendes mitteilen: ‚Ich bin durch meinen Fluss geschwommen, jetzt seid ihr dran. Geht auf den Platz schwimmt durch euren Fluss.’ Dieses Cup-Spiel war unser Fluss, und wir durchschwammen ihn. Es hat wunderbar funktioniert.“ Brentford gewann 1:0.

Vor der fünften Runde im FA-Cup sprang Allen nackt in die Solent und erreichte gegen Southampten prompt ein 2:2-Unentschieden. „Ganz in der Nähe war ein riesiger Tanker und das Wasser war verdammt kalt. Ich hechtete ins Wasser wie einst Mark Spitz und erlitt beinahe eine Herzattacke, weil das Wasser so eisig war. Ich will jetzt aber keine Gewohnheit daraus machen. Mein Team soll wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten. Ich bin so stolz auf meine Mannschaft. Es war Pech, dass wir nicht gewonnen haben.“

Es gibt ja noch ein Wiederholungsspiel. Vielleicht fällt dem ‚Mad Dog’ dafür wieder ein neues Motivationsprogramm ein.

Nach der Auslosung für die sechste Runde änderte Martin Allen seine Meinung übrigens wieder. Brentford trifft im Falle eines Sieges über Southampton nämlich auf Manchester United. Und dann will Allen vor der Partie ‚live on TV’ schwimmen. „Knowing my luck I’ll get swept away“, fügte er hinzu.

Manchester United: A Men’s World

Frau B am Dienstag den 22. Februar 2005

Der reichste Fussball-Club der Welt, Manchester United, hat drei Monate vor der Europameisterschaft im eigenen Land entschieden, in Zukunft auf sein Frauenteam zu verzichten.

Wenn am 5. Juni das englische Nationalteam seine erste Partie der Frauen-Fussball-Europameisterschaft gegen Finnland bestreitet, wird der Name Manchester United in der Welt des weiblichen Fussballs nicht mehr existieren. Ab der nächsten Saison werden nur noch Mädchen bis 16 Jahre Platz bei den ‚Red Devils’ finden.

Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, in dem Clubs wie Arsenal und Chelsea ihre weibliche Sektion zusätzlich fördern. Fussball ist in England zurzeit der Frauensport mit dem grössten Wachstum.

Philip Townsend, Kommunikations-Chef bei Manchester United, meint dazu: „Wir wollen uns im Frauenfussball auf die Arbeit mit den Jugendlichen konzentrieren. Da sind wir am stärksten.”

Der Vize-Vorsitzende der Football Association Ray Kiddell ist anderer Meinung: „Wir sind sehr enttäuscht. Der Fortschritt im Frauenfussball hängt davon ab, dass professionelle Clubs Frauenteams haben. Es schadet dem Ansehen, dass ein grosser Club wie Manchester United da nicht mehr mitmacht.“

Arsenal LadiesWährend die weiblichen ‚Red Devils’ vorgestern mit ihrem baldigen Ende konfrontiert wurden, nahmen die weiblichen ‚Gunners’ mit einem komfortablen 3:0-Sieg über Birmingham City eine weitere Hürde auf dem Weg zum FA-Cup-Final. Arsenal wird im Halbfinal auf Everton treffen, während Charlton im zweiten Halbfinal gegen die Bristol Rovers antreten wird.