Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Klage gegen Rooney zurückgezogen

Frau B am Donnerstag den 31. März 2005

Der 22-jährige Student hat seine belastende Aussage gegen Wayne Rooney zurückgezogen. Rooney soll ihn nun doch nicht attackiert haben.

Das UnschuldslammDie Greater Manchester Police teilte gestern mit, dass der Kläger seine Anschuldigungen widerrufen hat. Der Fall wird folglich von der Polizei nicht mehr weiter untersucht. Noch vor wenigen Tagen behauptete der Student, vom englischen Stürmer tätlich angegriffen worden zu sein, nachdem er ihn mit seinem Transfer von Everton zu Manchester United aufgezogen hatte.

Rooneys Pressesprecher zeigte sich wenig überrascht: „Der Rückzug erstaunt uns überhaupt nicht. Die Behauptungen waren von vorne bis hinten erfunden und sollten nur dazu dienen, Unruhe vor dem wichtigen Spiel des Nationalteams zu stiften.“

Michael Owen auf Rekordkurs

Frau B am Mittwoch den 30. März 2005

Wenn Michael Owen heute gegen Aserbaidschan trifft, rückt er in Englands ewiger Torschützenliste auf Platz vier vor.

Come on Michael!29 Tore hat Owen bisher für England geschossen. Mit seinem 30. würde er den vierten Platz mit Alan Shearer teilen. Dieser ist davon überzeugt, dass Owen dereinst Englands Topscorer wird: „Falls er von Verletzungen verschont bleibt, wird er Sir Bobbys Rekord von 49 Toren brechen. Michael ist erst 25; er hat also die Zeit auf seiner Seite.“

Allerdings hat Englands Trainer Sven-Goran Eriksson angedeutet, dass er sich um Owens Spielpraxis Sorgen macht. Der ehemalige Liverpool-Stürmer schmort bei Real Madrid viel zu oft auf der Ersatzbank. Heute dürfte er aber wieder von Anfang an mit dabei sein, denn Eriksson hat bekanntgegeben, dass gegen Aserbaidschan das gleiche Team auflaufen wird wie am Samstag gegen Nordirland.

Englands Torschützen
1 – Sir Bobby Charlton (49)
2 – Gary Lineker (48)
3 – Jimmy Greaves (44)
4 – Sir Tom Finney, Nat Lofthouse, Alan Shearer (30)
7 – Michael Owen, Vivian Woodward (29)

Der älteste Spieler Schottlands

Frau B am Freitag den 25. März 2005

Ein 57-jähriger Torhüter soll am Samstag für Preston Athletic in einem Cupspiel zum Einsatz kommen.

Das Amateur-Team aus dem Osten Lothians spielt in der East of Scotland League und bestreitet am Samstag ein Cupmatch gegen Heriot-Watt University. Da momentan kein jüngerer Torhüter zur Verfügung steht, soll Roy Dean – Torhütertrainer bei Preston Athletic – einspringen. Er ist der älteste in Schottland registrierte Fussballspieler.

England im neuen Kit

Frau B am Donnerstag den 24. März 2005

Am Samstag spielt England im WM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland zum ersten Mal im neuen Dress.

This is England!

Für Schlagzeilen sorgt momentan aber eher Youngster Wayne Rooney. Der 19-Jährige besuchte am Montag mit seinen Clubkameraden Rio Ferdinand, Wes Brown und Roy Carroll die Tiger Tiger Bar in Manchester. Dort soll er am Dienstag Morgen um ein Uhr einen Studenten attackiert haben, weil dieser ihn wegen seines Transfers von Everton zu Manchester United verspottete.

Obwohl der Zwischenfall polizeilich untersucht wird, ist Rooneys Einsatz am Samstag nicht gefährdet. Im Jahr 2003 musste Alan Smith die Nationalmannschaft verlassen, weil er von der Polizei verhört wurde. Er wurde beschuldigt, eine Flasche ins Publikum geworfen zu haben. Da er später freigesprochen wurde, hat der englische Fussballverband anschliessend beschlossen, Spieler erst zu suspendieren, wenn sie vom Gericht schuldig gesprochen wurden.

Captain David Beckham gibt Rooney Rückendeckung: „Wayne geht es gut. Ehrlich gesagt, ich weiss nicht viel über den Zwischenfall, aber wir sind ein Team und halten zusammen. Wir konzentrieren uns auf das Spiel am Samstag und werden gewinnen.“

Gewinnwarnung bei Manchester United

Frau B am Mittwoch den 23. März 2005

Der Halbjahres-Gewinn von Manchester United ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50% gesunken – von £26.8m auf £12.4m.

Bemerkbar gemacht haben sich vor allem die gesunkenen TV-Einnahmen sowie die höheren Lohnkosten für Coach Sir Alex Ferguson sowie Stürmer Ruud van Nistelrooy, welche beide mit neuen Verträgen ausgestattet wurden. Zudem schlugen die Einkäufe der Spieler Wayne Rooney, Alan Smith und Gabriel Heinze negativ zu Buche.

Der böse MalcolmEs ist seit langem ein offenes Geheimnis, dass der US-Tycoon Malcolm Glazer Manchester United übernehmen möchte, was unter vielen Fans einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat. Glazer wurde Einblick in die Geschäftsbücher gewährt, aber es zeichnen sich keine konkreten Entwicklungen ab. Der Amerikaner hat zwar eine faire Offerte gemacht (p300 pro Aktie), aber seine Businesspläne basieren auf einer zu hohen Verschuldung.

Um die finanzielle Situation des Clubs zu verbessern, hat die Geschäftsführung mit „major global companies“ Kontakt aufgenommen. Man hofft, die Anzahl an „platinum“-Sponsoren auf acht zu verdoppeln.

Das englische Rennen um die Europa-Plätze

Frau B am Dienstag den 22. März 2005

Im Derby zwischen Liverpool und Everton ging es am letzten Sonntag auch um die Zukunft der beiden Teams in europäischen Wettbewerben.

Liverpool ist mit dem 2:1-Sieg bis auf vier Punkte an Everton herangerückt. Acht Spieltage sind es noch bis Saisonende. Kann Everton den vierten Platz behaupten, bedeutet dies die Qualifikation für die Champions League – ausser diese wird von Liverpool gewonnen. Besetzt der Champions-League-Sieger keinen Champions-League-Rang in der Tabelle, werden Platz vier und fünf anstelle von Platz fünf und sechs zu UEFA-Cup-Plätzen.

England dürfte aber noch einen UEFA-Cup-Platz erhalten. Gewinnt nämlich ein Team, das auf einem Champions-League-Platz endet, den FA-Cup, wird auch der siebte Platz zu einem UEFA-Cup-Rang. Die Fans von Teams wie Bolton, Middlesbrough, Tottenham und Charlton sollten also Arsenal und Manchester United dabei unterstützen, den Final zu erreichen.

Die beiden anderen Halbfinalisten Newcastle und Blackburn hätten natürlich mit einem Cupsieg ihren UEFA-Cup-Platz auf sicher. Ausserdem spielt Newcastle United noch im laufenden UEFA-Cup-Wettbwerb mit. Falls die ‚Magpies’ diesen gewinnen, sind sie automatisch qualifizert und England würde keinen anderen UEFA-Cup-Platz verlieren.

Zusätzlich gibt es einen UEFA-Cup-Platz für den Gewinner der Fair Play League, falls die Premier League im Fairplay innerhalb der ersten drei Ränge in Europa bleibt. Momentan führt Chelsea die englische Fair-Play-Tabelle an. Da Chelsea bereits einen Champions-League-Platz besetzt, würde das zweitplatzierte Tottenham nachrücken.

Und dann gibt es noch den Umweg über den Intertoto-Cup, der auch zu einer UEFA-Cup-Qualifikation führen kann. Zwei Plätze im Intertoto-Cup sind für englische Teams reserviert.

Warum lässt man eigentlich nicht einfach alle englischen Teams, die sich nicht für die Champions League qualifizieren, im UEFA-Cup mitspielen?

Schlechte Manieren

Frau B am Montag den 21. März 2005

Thimothee Atouba wird voraussichtlich vom englischen Fussball-Verband für einen Ellbogen-Check zur Rechenschaft gezogen.

So nicht, Herr Atouba!Der Ex-Basler und heutige Tottenham-Hotspur-Verteidiger Atouba hat im Spiel gegen Manchester City vom letzten Samstag seinem Gegenspieler Joey Barton den Ellbogen ins Gesicht geschlagen.

Bartons Platzwunde an der linken Augenbraue musste mit acht Stichen genäht werden. Der Zwischenfall ereignete sich abseits vom Geschehen und offensichtlich hinter dem Rücken des Schiedsrichters. Während Barton am Boden lag, erzielten die Spurs den 2:1-Siegtreffer.

Die Football Association will mit Referee Barry Knight Kontakt aufnehmen, bevor sie die Video-Aufzeichnung des Matches zu Rate zieht.

Stuart Pearce, der City-Trainer, findet den Vorfall nicht weiter tragisch und meinte nur: „In zwei Wochen ist alles vergessen.“

Trotzdem – die Fernsehaufzeichnungen sprechen nicht gerade für Atouba. Er muss mit einer Sperre von drei Spielen rechnen.

Sinn und Unsinn von Freundschafts-Länderspielen

Frau B am Sonntag den 20. März 2005

Der englische Fussballverband legt Sir Alex Ferguson nahe, seine Spieler an der Amerika-Tournee der englischen Nationalmannschaft teilnehmen zu lassen.

The Three LionsFerguson hatte damit gedroht, seine Spieler für die zwei Spiele am 28. und 31. Mai gegen die USA respektive Kolumbien nicht freizugeben. „Es handelt sich nicht um ein FIFA-Turnier. Also sind wir nicht verpflichtet, unsere Spieler zu diesen Spielen zu schicken.“ Manchester United muss mit dem Aufgebot von sechs Spielern rechnen.

Auch Arsenals Arsène Wenger kann sich mit dem Gedanken an die beiden Länderspiele nicht anfreunden. „Es ist ein Unsinn. Die Spieler brauchen ihre Sommerpause.“ Der letzte Spieltag der Premier League ist am 15. Mai.

Einerseits kann man die Argumentation der beiden verstehen. Andererseits würden sie sich wohl kaum beklagen, wenn ihre Spieler am 25. Mai den Champions-League-Final bestreiten müssten, wie dies sowohl dem FC Chelsea als auch dem FC Liverpool blühen könnte. Ihren Spielern wäre dann die Teilnahme an der einwöchigen Amerika-Tournee nicht möglich. Auch auf David Beckham und Michael Owen wird Nationaltrainer Sven-Goran Eriksson verzichten müssen. Die Saison in Spanien endet erst am 29. Mai.

Wie auch immer – die Football Association zeigt sich erzürnt über ‚Fergies’ Boykott-Drohung. Sie ist der Meinung, dass Eriksson schon genug Rücksicht auf die englischen Clubs genommen hat, indem er sich weigerte, Qualifikationsspiele im Juni auszutragen. Sollte Manchester United seine Spieler tatsächlich nicht freigeben, muss der Club mit Sanktionen rechnen.

Ungeliebtes Cardiff

Frau B am Mittwoch den 16. März 2005

Die Football Association hat entschieden, dass Halbfinal und Final des FA-Cups dieses Jahr im Millennium Stadium in Cardiff ausgetragen werden.

Am Wochenende des 16./17. Aprils finden die beiden Halbfinal-Spiele des FA-Cups statt: Manchester United spielt gegen Newcastle United und Arsenal trifft auf die Blackburn Rovers.

Für die Fans aller vier Teams bedeutet dies eine lange, beschwerliche und teure Reise. Die ‚Independent Manchester United Supporters Association’ drängte die Fans deshalb dazu, das Match zu boykottieren. Sowohl ManU- als auch Newcastle-Supporter würden das für sie lokale und gleichzeitig neutrale Stadion von Leeds United bevorzugen. „Wir werden alles versuchen, um das Spiel an die Elland Road zu verschieben“, betonte IMUSA-Chairman Jules Spencer.

Die FA zeigt sich bis jetzt unnachgiebig. „Schon im September kündigten wir an, dass beide Halbfinale in Cardiff ausgetragen werden. Das Stadion bietet Platz für je 30’000 Fans beider Clubs.“

Auch die Anhänger der zwei anderen Teams sind wenig begeistert. Normalerweise werden Spiele zwischen Clubs aus dem Norden und dem Süden Englands in Birmingham ausgetragen. Aston Villas Villa Park liegt zentral und ist gut erreichbar.

Immerhin dürfte das Problem ab dem nächsten Jahr behoben sein. Bis dann sollte das neue Wembley-Stadion fertig gebaut sein, so dass FA-Cup-Halbfinal und Final in Zukunft dort ausgetragen werden können.

Keegan wirft das Handtuch

Frau B am Samstag den 12. März 2005

Am Donnerstag Abend hat Kevin Keegan als Trainer von Manchester City seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Der Alte bei CiteehDer frühere englische Nationalcoach hatte ursprünglich geplant, sich Ende nächste Saison endgültig aus dem Profifussball zurückzuziehen und sich zur Ruhe zu setzen. Nachdem er aber erfahren hatte, dass das Management von Manchester City ihn schon in diesem Sommer ersetzen wollte, hat er per sofort das Handtuch geworfen.

Diese Reaktion ist typisch für Keegan. 1997 schockierte er Newcastle United mit seinem plötzlichen Rücktritt, und im Jahr 2000 quittierte er seinen Job als Nationaltrainer auf der Toilette des Wembley-Stadions, nachdem England ein WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland verloren hatte. Manchester City hatte er im Mai 2001 übernommen mit dem Versprechen, den Club in die englische Elite zurückzuführen.

Der Neue bei CiteehMomentan hat Assistenztrainer Stuart Pearce das Traineramt übernommen. „Ich bin jetzt der Trainer und möchte es auch für die nächsten paar Saisons bleiben.“ Das Management will darüber im Sommer entscheiden. Gemäss den englischen Wettbüros stehen als Nachfolger zur Debatte: Gordon Strachan, Stuart Pearce, Martin O’Neill, Claudio Ranieri, Bobby Robson, Sam Allardyce sowie Gerard Houllier (in der Reihenfolge der Quoten).

Das Bild der Runde

Dr. Eichenberger am Donnerstag den 10. März 2005

Überall immer wieder sehr beliebt sind englische Fans, die ihr Team an Auswärtsspiele begleiten. Sie tragen – ganz im Sinne von Dölf Ogi – mit ihrer fröhlichen Art, den witzigen Gesängen und dem gepflegten Auftreten viel zur Völkerverbindung bei. Unser Bild: ManU-Fans prosten am Dienstag auf der Piazza del Duomo den Einheimischen zu. Very British!

Ein Trainer für alle Fälle

Frau B am Dienstag den 8. März 2005

Newcastle Uniteds Trainer Graeme Souness kümmerte sich am Samstag persönlich um das sechsjährige Match-Maskottchen Adam Horner.

Adam und GraemeDer Junge hätte vor dem Spiel gegen den FC Liverpool auf den Rasen laufen sollen, war aber so eingeschüchtert, dass Souness ihn kurzerhand begleitete. Der Newcastle-Trainer führte Adam auf das Spielfeld, nahm ihn mit auf die Trainerbank und verbrachte fünf Minuten damit, ihn zu beruhigen und ihm alles zu erklären.

Später übergab er den Jungen Alan Shearer, der ihn nur kurz alleine liess, als er das gegnerische Team begrüsste. Während dieser Zeit übernahm Shay Given die Obhut über das Maskottchen der ‚Magpies’.

Adams Vater war beeindruckt: „Man versicherte mir, dass sich Offizielle gut um Adam kümmern würden. Dass es sich bei den Offiziellen um Souness, Shearer und Given handeln würde, war mir nicht bewusst. Es war fantastisch. Souness, der ja ein bisschen das Image von einem harten Mann hat, gebührt meine volle Anerkennung.“