Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Ziemlich zwischendrin

Herr Winfried am Mittwoch den 21. September 2022

Wir starten heute mit etwas Anatomie.

Die Einstiegsfrage in den Diskurs lautet: Was befindet sich zwischen dem Oberkörper und dem Unterkörper?

Sie denken: Nichts? Dann sind Sie grundsätzlicher gleicher Meinung wie Southampton-Trainer Ralph Hasenhüttl, betreffend seinen Innenverteidiger Armel Bella-Kotchap (20). Dieser hat sich, so Hasenhüttl im “Kicker”, in den vergangenen Wochen prächtig entwickelt – jedoch war Nachhilfe nötig.

Screenshot via Twitter

Doch was ist denn jetzt zwischen Ober- und Unterkörper bei Bella-Kotchap? Herr Hasenhüttl war für eine weiterreichende Stellungnahme leider nicht erreichbar.

Dann bleibt noch mindestens eine weitere Frage offen: Wo sieht der erwähnte Bella-Kotchap Gemeinsamkeiten zwischen Hasenhüttl und Antonio Rüdiger?

Frühreifer Feldspieler

Val der Ama am Freitag den 16. September 2022

Wir sind alt.

Das ist Christopher Atherton. Er spielt für den nordirischen Verein Glenavon und hier auf dem Bild ist er gerade einmal 13 Jahre und 329 Tage alt. Seit zwei Tagen ist er der jüngste Profi-Fussballspieler im Vereinigten Königreich.

Der Bengel wurde drum in der zweiten Halbzeit des Ligapokals gegen Dollingstown eingewechselt und gab mit seiner ersten Ballberührung dazu noch den Pass zum Endresultat von immerhin 6:0.

Jünger ging aber auch schon. Der Weltrekord für den jüngsten Profispieler wurde im vergangenen Jahr von dem 11-jährigen Eric Godpower Marshall aufgestellt, als er für den liberianischen Viertligisten Gar’ou gegen den Haifa FC spielte.

Er übertraf den vormaligen Rekord des 12-jährigen Bolivianers Mauricio Baldivieso, der im Juli 2009 für Club Aurora gegen La Paz spielte.

Und was haben Sie so während der Pubertät vollbracht?

Papis Prioritäten

Herr Shearer am Donnerstag den 1. September 2022

Wenn Sie nach dem Spiel das Trikot ihres Lieblingsspielers ergattern können, dann lassen Sie doch auch alles andere liegen, oder?

Foto: AP Photo/Jon Super

Anthony Gordon ist ein junges Evertoner Eigengewächs und gerade sehr populär, weil er in dieser Saison schon zwei Tore geschossen hat und auch jeden Match durchgespielt. Vorgestern in Leeds traf er früh zur Führung. Das Spiel endete 1:1 und nach Abpfiff begab sich Herr Gordon zum mitgereisten Anhang der Toffees, um dort Alttextilien zu entsorgen.

Nach unseren Informationen endete das Missgeschick glimpflich und das Kind soll wohlauf sein. Kurz danach sei es jedenfalls ziemlich strahlend in Herrn Gordons rosa Auwärtstrikot gesehen worden.

Schnaps statt Schläge

Herr Shearer am Donnerstag den 25. August 2022

Was macht eigentlich Charlie Morgan?

Screenshot Youtube

Ältere Leser:innen erinnern sich garantiert noch lebhaft an den 23. Januar 2013: Swansea traf im englischen Ligacup auf den Chelsea FC. Nach 80 Minuten stand es immer noch 0:0 und dem Heimteam kam das eigentlich nicht ungelegen. Als der Ball wieder einmal ins Out ging, klammerte ein Balljunge den Ball so fest, dass Chelseas Eden Hazard kurzerhand eine Sicherung durchbrannte. Die Konsequenz war die rote Karte für und grosse mediale Empörung über den belgischen Superstar, aber auch Hazards Opfer konnte medial Profit aus dem Vorfall schlagen, wie ein bekanntes Leitmedium schon damals zu berichten wusste.

Der Balljunge von damals tauchte nun kürzlich wieder auf – in der jährlichen “Rich List” der Times und dort auf dem 24. Platz in der Kategorie Jung und Reich. Mit nunmehr 26 Jährchen haben Charlie Morgan und sein Schulfreund Jackson Quinn je ein Vermögen von geschätzten 40 Millionen Pfund auf dem Konto, nachdem sie mit ihrer Spirituosenmarke “Au Vodka” durchgestartet sind. Und auch mit Fussball hat das noch etwas zu tun, denn als Markenbotschafter tritt nicht nur der frühere Boxer Floyd Mayweather auf, sondern auch Zauberfüsschen Ronaldinho. Kein Wunder, denn das Zeugs hat einen extrem hohen Bling-Faktor, wie die Bilder auf einschlägigen sozialmedialen Kanälen zeigen.

Bildquelle: Twitter (@auvodka)

Sie sehen: lieber einen hinter die Binde kippen als einen Tritt in die Nieren kriegen. Prost!

Grosszügiger Geordie

Briger am Montag den 8. August 2022

Allan Saint-Maximin tut es schon wieder.

Trikotverschenken war gestern, wie das Beispiel des französischen Linksaussen von Newcastle United zeigt. Als Fan Steve Dutton nach dem Sieg gegen Nottingham Forrest hinter einer Frankreich-Fahne mit der Aufschrift “10 Saint Maximin” zusammen mit seinem Sohn auf die Spieler wartete, tauchte der Franzose auf und überreichte dem überraschten Dutton eine Rolex.

Bereits letzte Saison schenkte Saint-Maximin Duttons Sohn ein Trikot und auch eine Uhr verschenkte er nicht zum ersten Mal. Im Dezember 2021, der erste Saisonsieg wurde gegen Burnley gerade Tatsache, da schenkte Saint-Maximin Fan Michael Urwin ebenfalls eine Uhr.

Und damit einen schönen Start in die Woche.

Englische Euphorie

Herr Winfried am Mittwoch den 27. Juli 2022

RL-Premiumleserin Frau Tifosa war schon wieder in Sheffield!

Diesmal lief an der Bramall Lane der EM-Halbfinal zwischen England und Schweden. Die Engländerinnen spielten sich in einen Rausch und gewannen 4:0. Gut, aber wie war das Spiel wirklich? Frau Tifosa klärt auf. Klicken Sie sich durch ihre Bildsammlung!

  • Fanzone vor dem Spiel: Die Stimmung ist bereits ausgelassen!

  • Mehr und mehr strömen her, die Schlange am Bierstand wächst.

  • Am Spiel: Wo ist die Kiss Cam? Da wollen zwei.

  • Zum Essen gibt's eine vegane Rolle. "Etwas trocken", findet Frau Tifosa.

  • Hier noch die Speisekarte von der unsere Informantin bestellte. Man beachte die CO2-Bilanz der Speisen.

Leider nicht auf einem Bild: das Mädchen auf dem Sitz hinter Frau Tifosa, mit einem überraschend mächtigen Stimmorgan ausgestattet. Hoffentlich gibt das keinen Tinnitus!

Und falls Sie sich fragen, wo das Bier bleibt: «Man durfte die Plörre nicht auf die Tribüne nehmen, das verdarb uns den Spass», so Frau Tifosa.

 

Geschichtsrevision

Briger am Montag den 20. Juni 2022

Crystal Palace ändert sein Logo.

Das alte Logo via Wikimedia

Seit Samstag ziert nämlich die Zahl 1861, statt 1905 das Logo der Eagles aus dem Londoner Süden. 1861 wurde von Cricketspielern ein Fussballclub gegründet. 1905 gründete dann die Crystal Palace Company die professionelle Abteilung. Der ursprüngliche Amateurverein nahm an den ersten Sitzungen der Football Association (FA) teil und nahm an der ersten Ausgabe des FA Cups 1872 Teil.

 

Historiker Peter Manning konnte nun dank Recherchen in neu digitalisierten Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert und Archivarbeit eine direkte Verbindung herstellen zwischen dem Amateurclub und dem professionellen Team und damit beweisen, was der Club schon vor zwei Jahren verkündet hatte: Crystal Palace ist nun der älteste noch existierende Verein des professionellen englischen Fussballs und somit wohl auch der Welt, ein Jahr älter als das 1862 gegründete Notts County.

Sie möchten Ihr historisches Wissen zum CPFC vertiefen? Bitte schön:

Tatwaffe Traktor

Rrr am Dienstag den 7. Juni 2022

Aus England wird uns ein verstörender Fall von Unfug im Stadion gemeldet.

Unbekannte Täter drangen am Wochenende ins Stadion von Plymouth Argyle ein, schalteten die Flutlichter ein, bemächtigten sich eines Traktors und zogen mit diesem ihre Runden auf dem Spielfeld.

(Foto: pafc.co.uk)

Gut, den Rasen konnten sie nicht beschädigten. Denn die Stadionbetreiber sind gerade daran, den Untergrund neu zu präparieren. Das ist bekanntlich eine heikle Angelegenheit, und so richtete der Traktor beträchtlichen Schäden am Boden an, wie der League-One-Klub auf seiner Website beklagt.

Jetzt aber schlechte Nachrichten für die Vandalen: Nach Angaben des Vereins gibt es jede Menge Video-Aufnahmen. Die örtliche Polizei ist daran, diese zu sichten. Zugleich erliess sie einen Zeugenaufruf. Wer über Informationen verfügt, welche der Aufklärung des Verbrechens dienlich sein könnten, möge sich unter Angabe der Fallreferenznummer CR/048962/22 an die Devon and Cornwall Police wenden. Am besten telefonisch. Oder Sie gehen vorbei. Oder Sie schreiben ein Mail an feedback@pafc.co.uk. Eine Belohnung für sachdienliche Informationen wurde in Aussicht gestellt.

Prickelnde Pariser Partie

Rrr am Samstag den 28. Mai 2022

Unser Champions-League-Experte stimmt Sie auf den heutigen Final ein.

Liebe Freundinnen und Freunde des runden Leders, Sie erkennen es mit einem Blick: Auf dem Bild fehlt etwas. Richtig, es ist der vierzehnte Henkelpott. Ich hätte ihn mit dem Photoshop einbauen können, aber ich möchte den Ereignissen nicht vorgreifen.

Die Affiche heute abend (21.00, 3+, TF1, ZDF, blue) könnte faszinierender nicht sein. Auf der einen Seite die Mannschaft, die im Lauf dieser Spielzeit unsere Herzen erobert hat mit ihrem leidenschaftlichen Fussball, heroisch geschlagenen und gewonnenen Schlachten, auf der anderen Seite der FC Liverpool.

Wem Sie die Daumen drücken, ist Ihnen unbenommen – fiebern Sie mit unserem Leser Herr Sergeant Pepper und seinen Reds, oder halten Sie es mit mir und den Blancos. Möge der Bessere gewinnen!

“Mein Gefühl sagt mir, es gibt einen Sieg”, sagt der Schriftsteller Javier Marías, Autor des wunderschönen Buchs “Corazón tan blanco” (1992). Wenn dem so ist, werde ich Sie rechtzeitig informieren, was genau am Sonntagabend auf der Plaza de Cibeles geplant ist.”

Glücksfrisur

Briger am Montag den 9. Mai 2022

Gareth Ainsworth hat die Haare schön.

Bild via The Irish Times, Foto älteren Datums

Der Trainer der Wycombe Wanderers wurde im Februar, das Team war eben auf Platz 9 abgerutscht von zwei seiner Spieler, Dreadlock-Träger, angefragt, ob er sich, falls das Team die Playoffs erreicht, Dreadlocks machen lässt. Knapp drei Monate später steht das Team tatsächlich in den Playoffs und gewann am Donnerstag das Heimspiel gegen die MK Dons mit 2:0, trotz der 0:1-Niederlage auswärts gestern, steht das Team nun im Playoff-Final.

Ainsworth hat sein Wort zum Teil gehalten. Zwar könne er aus seinen Haaren keine Dreadlocks machen, aber zumindest Zöpfchen und diese will er während der Playoffs behalten.

Der 48-jährige ist inzwischen 12 Jahre im Club, seit 10 Jahren ist er Cheftrainer, blieb aber zwischen 2012 und 2018 noch als Spieler registriert. Er führte den Club von der League Two in die Championship und klopft nun erneut an der Tür zur zweithöchsten Spielklasse. Der Mann, der im Alter von sechs Jahren Saisonabonnement bei den Blackburn Rovers, dem Team seiner Geburtsstadt, wurde, kann nicht nur Fussball, sondern auch Musik. Wegen seiner Rockstar-Attitüde wird er “Wild Thing” gerufen. Er trat unter anderem mit folgenden Bands auf: APA, Dog Chewed the Handle, Road to Eden und The Cold Blooded Hearts.

Bartons Party

Rrr am Sonntag den 8. Mai 2022

Möchten Sie ein Wunder erleben? Herzlich willkommen in Bristol.

Die Bristol Rovers brauchten gestern ein 7:0, um in die dritthöchste englische Liga aufzusteigen. Sie siegten 7:0. Platzsturm!

Vor der letzten Runde hatten noch fünf Teams die Chance, den dritten Platz in der League Two zu erreichen. Die besten Karten hatten Northampton und die Bristol Rovers. Northampton gewann sein Heimspiel, und so war aufgrund des Torverhältnisses klar, dass die Rovers gegen das Schlusslicht aus Scunthorpe sieben Tore brauchten. Was sie auch schafften.

Trainer der Rovers ist seit Anfang Saison der legendäre Joey Barton. Im August 2021 sorgte er für Heiterkeit, als er trotz schwachem Start ankündigte, sein Team werde Ende Saison aufsteigen. Kurz danach beschäftigten ihn zwei Gerichtsverfahren, anschliessend suchte der Sportchef des Vereins das Weite. An Weihnachten war das Team auf Platz 17.

Danach ging es steil nach oben, auch weil Joey Barton das Team an den entscheidenden Stellen verstärkte – unter anderem holte er den 38-jährigen Ex-Kollegen Glenn Whelan, der nun im Mittelfeld die Fäden zog. Zudem lieh er im Januar Elliot Anderson von Newcastle aus. Dieser schoss gestern das alles entscheidende siebte Tor. “Barton ist ein Genie!” schwärmte der jordanische Besitzer des Vereins.

Lohnenswerte Lohnarbeit

Herr Winfried am Mittwoch den 6. April 2022

Diese Bewerbung war die wertvollste in der Karriere des jungen Mannes.

Am Wochenende war mal wieder “Old Firm” und so geschichtsträchtig die Derbys in der schottischen Fussballhauptstadt Glasgow sind, schreiben sie auch stets schöne Geschichten.

So wie des jungen Mannes, der mutmasslich Calan Clark heisst. Calan ist Anhänger des Celtic FC, verpasste es aber leider, ein Ticket für den Gästesektor im Ibrox Stadium zu ergattern. Doch Calan, der Fuchs, hatte eine Idee: Er bewarb sich bei den Glasgow Rangers als Imbissbudenverkäufer – und erhielt den Zuschlag. Kurz nachdem er seine Schicht um 9 Uhr morgens angetreten hatte, versteckte er sich im Kabäuschen. Als dann am Nachmittag die Celtic-Fans ins Stadion gelassen wurden, suchte Calan rasch das Weite. Wohl dank seiner Staff-Kleidung gelangte er in den Gästesektor und sah von dort aus, wie seine Mannschaft das Derby 2:1 gewann.

  • Zettel zum Glück.

  • Langes Ausharren. Und erst noch mit Maske!

  • Made it! Calan im Gästesektor des Ibrox.

Die Geschichte dokumentierte der junge Mann auf Twitter, wo er bereits mehr als 560 Follower:innen hat.