Archiv für die Kategorie ‘Tabu-Themen’

Traumpaar des Jahres

Herr Shearer am Freitag den 30. September 2011

Was macht eigentlich Steve Gohouri? Er ist jetzt mit Didier Drogba zusammen! Zusammen ziehen sie sich gerne komische Sachen an und besuchen bizarre Veranstaltungen.

Keine Angst, liebe LeserInnen, selbstverständlich gibt es unter Fussballern nach wie vor keine gleichgeschlechtlichen Paare, denn das geht rein vor der genetischen Veranlagung dieser Berufsgruppe ja gar nicht, wie Sie sicher wissen. Allerdings unterlief der feschen Moderatorin einer Oktoberfest-Sendung zweimal der Fehler, Steve Gohouri (einhundertneunzig Meter) als Drogbas “Boyfriend” zu bezeichnen, wie unser Videobeweis zeigt.

Wenn Gohouri übrigens nicht gerade literweise dünnes und überteuertes Bier (pro Mass inzwischen € 9.20) in seine Kehle schüttet, verdient er seinen Lebensunterhalt nach wie vor bei Wigan Athletic.

Kostenloser Körperkontakt

Herr Shearer am Samstag den 30. Juli 2011

Frau Shibari hat ein spezielles Angebot für Sie – sofern Sie männlich und volljährig sind.

Kelly Shibari ist, wie nach langwierigen Internetrecherchen in Erfahrung zu bringen war, eine vollschlanke asiatisch-irische Filmdarstellerin in Werken, die für gewöhnlich weder in normalen Kinosälen noch auf frei zugänglichen Fernsehsendern gezeigt werden. Offenbar interessiert sie sich für Frauenfussball – sonst hätte sie sich wohl nicht dazu versteigert, im Falle eines japanischen Triumphs ihre Dienste gratis anzubieten. Wie Sie vielleicht mitbekommen haben, konnten die Japanerinnen an der Fussball-WM der Frauen erst den Deutschen das schöne Sommermärchen versauen, um schlussendlich im Finale über die USA zu siegen.

Deutsch und deutlich ausgedrückt, und nicht lange um den heissen Brei geredet: bei Frau Shibari kriegen Sie nun eine Zeit lang kostenlose Blowjobs. “Japan hat in diesem Jahr so viel mitgemacht. Erdbeben, Tsunamis, eine nukleare Katastrophe. Die Damen des Fußballteams haben während des Trainings hier im Land sehr darunter gelitten. Es ist eine großartige Leistung, dass sie dann auch noch gewonnen haben”, erklärt sie ihren gewagten Wetteinsatz.

Interessant ist natürlich, dass Kelly Shibari ihrem Beruf gar nicht in Japan nachgeht – sondern in Los Angeles…

Die dicken Kinder von London

Herr Shearer am Donnerstag den 14. Juli 2011

Sam Allardyce hat die Schuldige für den Krebsgang des englischen Fussballs gefunden.

Die Verantwortung für die seit Jahren rückgängige Qualität im britischen Nachwuchsbereich (und folgedessen auch in den nationalen Auswahlen) habe Margaret Thatcher zu tragen. Die “eiserne Lady” war von 1979 bis 1990 britische Premierministerin; sie fuhr einen dermassen harten neoliberalen Kurs, dass das Land teilweise immer noch daran leidet. Der gesamte Sport – nicht nur der Nationalsport Fussball – habe sich nach wie vor nicht von den Sparmassnahmen erholt, welche Thatchers konservative Regierung in den Achtzigerjahren ergriffen habe. Am schlimmsten sei es gewesen, Lehrern die Zulagen für das Erteilen von Sportlektionen neben der obligatorischen Arbeitszeit zu streichen, klagt Allardyce. Seit da hätten die sportlichen Aktivitäten der Jugend massiv abgenommen, stattdessen sei eine übergewichtige Generation herangewachsen.

Im Zuge der rigorosen Sparmassnahmen sind in Grossbritannien in den letzten 20 Jahren geschätzte 5000 Schulturnplätze verkauft oder überbaut worden. Derzeit gilt jedes dritte Kind als übergewichtig, 32 Prozent aller Kinder treiben pro Woche weniger als eine Stunde Sport. Allardyce verfolgt die Entwicklung mit grosser Besorgnis und zieht den Vergleich zu seiner Kindheitszeit: “ich war Schlagmann im Cricket, Freistilschwimmer für die örtliche Mannschaft, habe am Pauschenpferd geturnt, bin in der 4 x 400m-Staffel gerannt, machte Dreisprung. Ich war gut auf dem Trampolin, und vor allem spielte ich auch noch Fussball!”

WestHam

Lesen Sie mehr dazu hier. Sam Allardyce ist Trainer von West Ham United; unser Bild zeigt die Startaufstellung seiner Mannschaft vor dem Spiel gegen den BSC Young Boys am diesjährigen Uhrencup. Beachten Sie bitte auch den T-Shirt-Sponsor der Einlaufkinder.

Keiner mag Mike

Herr Shearer am Freitag den 8. Juli 2011

Mike Ashley hat endlich einen Titel – den des unbeliebtesten Clubbesitzers der Premier League.

FCBIn einer vom britischen Fussballfachblatt “The Sun” durchgeführten Umfrage belegt der unbeliebte, aber beleibte Besitzer von Newcastle United den letzten Platz. Das ist eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die englische Premier League ja nicht gerade arm an speziellen Bossen ist. Sympathischster Vereinseigner ist nach Ansicht des Fachpublikums übrigens Stoke Citys Peter Coates.

Wenn es nach den Lesern des Revolverblatts geht, wird Manchester United auch nach der kommenden Saison den Meisterkübel in die Höhe stemmen können. Derweil ist Arsène Wengers Ansehen bei der Anhängerschaft weiter gesunken.

Veritabler Wurstcheck

Natischer am Freitag den 3. Juni 2011

Der zuständige Wurster hatte sich gemäss Zeugenaussagen leicht empört über unseren RL-Wurstversuch gezeigt. Evaluieren wir also nochmal sauber.

Wursttest

Wir degustieren von links nach rechts:

1. Curry-Mango-Sauce: Zu dominant. Note 3.
2. Ketchup: Zu süss. Note 3.
3. Soja-Sauce: Nein. Note 1,5.
4. Dijon-Senf: Zu stark, aber ich mag Dijon-Senf. Note 4.
5. Thai-Sweet-Chili-Sauce: *räusper*. Note 2,5.
6. nature: Doch. Ich verstehe. Note: 6.
7. Senf: Doch. Ich verstehe. Note: 4.
8. Salsa Brava: Wer tut sowas? Note: 2.

Metzger Bechinger möge uns verzeihen. Wir haben immerhin etwas gelernt …

Mit bestem Dank und Gruss in den Osten!

Geächtete Gesichtsbehaarung

Herr Shearer am Sonntag den 24. April 2011

Parvis Tursonov spielt derzeit nicht.

Der gläubige Muslim ist eigentlich beim tadschikischen Erstligisten Khair Vahdat in der Hauptstadt Duschanbe angestellt. Dessen Trainer, Tochir Muminov, musste aber vor kurzem bei der lokalen Polizei vorsprechen. Die riet ihm eindringlich, Tursonov nicht mehr aufzustellen.

tursonovDer Grund dafür ist in Tursonovs Gesicht zu finden. Der Mittelfeldspieler will nämlich seinen dichten Bart partout nicht abrasieren. Andererseits fürchtet man in Tadschikistan, einer ehemaligen Sowjetrepublik in Zentralasien, den Einfluss von Islamisten. So ist die Polizei angehalten, Versammlungen von mehreren bärtigen Männern umgehend aufzulösen.

“Tursonovs Bart hat seine Leistungen auf dem Fussballplatz zu keiner Zeit beeinträchtigt, aber seine Abwesenheit schmälert die Chancen unseres Teams “, erklärt der Trainer von Khair. Die Mitglieder des Parlaments hingegen wollen mit der Sache nichts zu tun haben; die tadschikische Gesetzgebung verbiete Fussballern ja schliesslich nicht, sich einen Bart wachsen zu lassen.

Noch hat Parvis Tursonov seinen Rücktritt nicht offiziell bekannt gegeben. In Duschanbe geht man aber davon aus, dass er sich dem Druck nicht beugen wird und seine Fussballschuhe nie mehr für seine Mannschaft schnüren wird.

Martialische Male

Herr Shearer am Samstag den 12. Februar 2011

Auch ein hübscher Rücken kann entzücken!

Daniel Agger reiht sich ein in eine lange Reihe von Tattoo-Opfern unter Profifussballern. Sein Rücken ist verziert mit einem hübschen Gemälde eines Wikingerfriedhofs, darüber prangt das sinnige Cup-Motto ‘Mors Certa, Hora Incerta’, was lateinisch ist und soviel heisst wie: der Tod ist sicher, die Stunde nicht.

Agger1

Natürlich kann man sich über die Ästhetik und den Sinn dieser Körperkunst streiten. Aber womit sollen denn Fussballsöldner ihre freie Zeit fernab der Heimat sonst verbringen? Wenn sie beim Tätowierer abhängen, machen sie zumindest sonst keinen Unsinn.

Fussball und Moral (1)

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 20. Januar 2011

Lieber Dr. Rüdisühli, ist es moralisch in Ordnung, wenn ich meinen sechsjährigen Neffen mit Fussballutensilien meines Lieblingsclubs ausstatte und ihn an ein Heimspiel mitnehme in der Hoffnung, einen Fan zu gewinnen?

Fussball und Moral: Trikot für Kinder?Lieber Herr M., Sie werfen eine schwierige Frage auf. Soll der junge Mensch seine, unsere Welt selber erkunden dürfen? Oder müssen wir ihn anleiten?

Der grosse Schweizer Entwicklungspsychologe Jean Piaget war der Meinung, dass beim jungen Menschen Identität entsteht durch das ständige Streben nach Gleichgewicht und der damit verbundenen Auflösung des Ungleichgewichts. Dies geschieht etwa durch den Prozess der Assimilation, also der Anpassung des eigenen Verhaltens an die Aussenwelt. Ich bin auch Piagets Meinung und habe Ihnen das Bild links mitgebracht, um den Sachverhalt zu visualisieren.

Damit wird Ihnen sofort klar, dass Sie das nicht nur dürfen, sondern dass es moralisch verwerflich wäre, wenn Sie es nicht täten. Möchten Sie denn, dass sich der junge Mensch an einen anderen Club assimiliert als an den Ihrigen? Eben.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Neffen einen schönen Matchbesuch, Ihr Dr. Rüdisühli.

Alte Dame mit Pom-Poms

Herr Shearer am Mittwoch den 19. Januar 2011

Der italienische Fussball verliert endgültig die Contenance.

Natürlich ist die Unsitte schon andernorts aufgetaucht, auch ganz in unserer Nähe. Jetzt hat es ausgerechnet die alte Dame ereilt. Seit dem vergangenen Wochenende kommt auch das Publikum des Serie A-Vereins Juventus Turin in den zweifelhaften Genuss von Cheerleadern. Sie wissen sicher: diese Unsitte, bei der spärlich bekleidete junge Damen mit Staubwedeln auf Sportplätzen choreographierte Gymnastikübungen machen, stammt aus den Vereinigten Staaten von Amerika, einem Land, in dem der Ball beim Fussball auch mit der Hand berührt werden darf und wo sich die Spieler aus Scham darüber bis zur Unkenntlichkeit verkleiden und verschalen.

CheapleadersDie Cheerleaders des italienischen Traditionsvereins haben ihre Existenz dem Sponsor BetClic zu verdanken, welcher auch einen Kanal auf YouTube eingerichtet hat, auf dem Sie das Gewedel anschauen können, so Sie denn wollen.  Zumindest sportlich haben die Cheerleaders Juve bislang nicht geschadet: Nach dem erstmaligen Einsatz der Cheerleaders im Olympiastadion wurde Bari mit 2:1 geschlagen.

Die Redaktion des Runden Leders hat einstimmig folgende Botschaft an die Papiermühlestrasse verabschiedet: don’t even think about it!

Koreanischer Kurzfilm

Herr Pelocorto am Sonntag den 2. Januar 2011

Erstmals wurde am nordkoreanischen Fernsehen ein westlicher Film gezeigt.

Nordkorea liebt den FussballAm 26. Dezember war es so weit. Das nordkoreanische Fernsehen strahlte zum ersten Mal überhaupt einen Film aus dem Westen aus.

Trotz der 0:7-Ohrfeige bei der Live-Übertragung des ersten WM-Spiels überhaupt zwischen Nordkorea und Portugal setzte man auch dieses Mal auf die Karte Fussball und wählte für die fussballverrückten Nordkoreaner den Film Bend It Like Beckham.

Allerdings bekam das nordkoreanische Publikum nicht die Originalversion in der Länge von 112 Minuten zu sehen. Alles, was auch nur annähernd an Homosexualität, an Religion oder an interkulturelle Beziehungen erinnerte, wurde herausgeschnitten. Gezeigt wurde schlussendlich eine gut 100 Minuten lange bereinigte Version. Dafür wurde während des Films ein Text eingeblendet, der auf das 10jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Nordkorea und dem Vereinigten Königreich hinwies. Der britische Botschafter Martin Uden in Seoul war entsprechend stolz, schliesslich hatte die Botschaft in Südkorea das Ganze eingefädelt. Well done, mate!
Bend It Like Beckham

Frühe Abkehr vom Fussballzirkus

Svon Hetz am Donnerstag den 23. Dezember 2010

Nicht jedes Multitalent bleibt dem Fussball erhalten. Manch einer sucht sich sein Publikum schon früh woanders.

«In meiner Kindheit begann ich bei YB. Wir wohnten damals in der Region Bern. Danach zogen wir zu Beginn der 60-er Jahre nach Zürich. Weil mein Vater Bekannte hatte beim GC, spielte ich dort weiter. Es gefiel mir aber nicht. Ich gefiel ihnen auch nicht. Ich sagte zu meinem Vater: Bei GC spielen alles Pfeifen. Das bringt mir nichts. Ich will zum FC Zürich.

Ich wechselte nach sechs Wochen zum FCZ und fühlte mich sofort sehr gut. Ich kam zum Einsatz und spielte wirklich gut. Ich bekam sogar ein Aufgebot für die Junioren-Nati. Ich war Stürmer, ich war sehr schnell und flink. Ich hatte einen guten Schuss und ein gutes Dribbling – ich hatte einen Torriecher.

Heute werde ich oft gefragt, was ich in meinem Leben bisher am liebsten gemacht habe. Meine Antwort ist simpel: Es ist mir vieles gelungen im Leben, aber vielleicht wäre ich wirklich ein hervorragender Fussballer geworden.»

Ja, Herr Rolf Knie, vielleicht.

(Interview: 93. Minute – Das FCZ Magazin, Dez. 2010)

Strikte Strickregeln

Svon Hetz am Donnerstag den 4. November 2010

Endlich ist wieder die Jahreszeit der knisternden Cheminéefeuer und klappernden Lismernadeln. Und endlich kommen dabei auch Fussballfans auf ihre Rechnung.

Vor knapp einer Woche wurde nämlich die langersehnte Aktion Grosi’s Schal des geliebten FCZ gestartet. Ab sofort dürfen alle Strickliesen und -lisandros loslegen und den neuen Winterschal des Stadtzürcher Fussballklubs kreieren.

Die Regeln sind dabei denkbar einfach. Sie müssen lediglich auf der Geschäftsstelle des FCZ anrufen, und die Wolle wird Ihnen inklusive Stricknadeln per Post frei Haus zugeschickt. Danach sind nur wenige Eckwerte zu beachten:
– Länge: 160-170 cm
– Breite: 16-17 cm
– Fransen an beiden Enden
– Wolle und Nadeln stellt der FCZ in vier Farben zur Verfügung
– keine eigene Wolle verwenden

Bis zum 26. November haben Sie sodann Zeit, bezüglich Muster und Gestaltung Ihren Ideen freien Lauf zu lassen und das fertige Produkt einzureichen. Während der Adventszeit werden die schönsten Schals durch eine Fachjury die Kundschaft im FCZ-Fanshop gevoted.

Als attraktiver Preis für die drei Auserwählten winkt ein Matchbesuch in der exklusiven Loge. Und bereits das Mitmachen lohnt sich: Alle Teilnehmenden werden von Cillo Canepa persönlich zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Aber Obacht: Aufgrund der grossen Nachfrage musste die Teilnehmerzahl auf 150 begrenzt werden.

Daher: Schluss mit reinziehen, übersteigen und sich fallen lassen – inenstechen, umenschlagen, durenziehen und abenlassen ist angesagt.