Archiv für die Kategorie ‘Tabu-Themen’

Religion oder Fussball?

Harvest am Mittwoch den 2. März 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

Euler

Vor einiger Zeit habe ich Ihnen an dieser Stelle den offensichtlichen Zusammenhang zwischen vielen Golfplätzen und schlechten Fussballclubs aufgezeigt. Es hat mich gefreut, dass sich darauf auch kritische Stimmen geäussert haben. Schliesslich liegen die Kommentatoren nicht falsch damit, dass Golfplätze nicht die Alleinschuldigen sind.

Heute werde ich Ihnen einen weiteren Feind des erfolgreichen Fussballclubs vorstellen.
Ein Talent, das sich zum Fussballstar entwickeln will, muss sich von früh bis spät mit Fussball befassen und seine Gedanken dürfen sich nicht um unwesentliche Nebensächlichkeiten drehen. Neben der Schule, die in der Schweiz für jedes Kind Pflicht ist, gibt es diverse Dinge, die Kinder vom Fussball ablenken können. Oft sind das Computerspiele, Fernsehsendungen oder gar Liebschaften. Vielfach aber spielen auch die Religionen eine Rolle. Schliesslich predigen diese geradezu, dass sich Klein-Messi intensiv damit auseinandersetzen soll.

Die Statistik spricht einmal mehr eine deutliche Sprache:

Konfessionslos

Wieder liefert das BfS die Datengrundlage. Für Sion, Thun und Vaduz liegen nur Zahlen für den ganzen Kanton bzw. das ganze Land vor, für die anderen wurden die Werte der Städte verwendet. In der Grafik sehen Sie den Anteil der Konfessionslosen an der Gesamtbevölkerung 2014.

Offensichtlich hängt der Erfolg des Clubs direkt mit dem Anteil der Konfessionslosen zusammen. Nicht nur halten Religionen die Kinder vom Denken an Fussball ab, sondern sie nehmen auch wertvolle Zeit, die fürs wichtige Fussballtraining verwendet werden sollte, in Anspruch. Wo soll das Talent noch Zeit für die Verfeinerung der Technik finden, wenn es ständig in die Bibelgruppe, das Fastenseminar und die Messe sitzen muss?

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, schicken Sie Ihre Kinder ins Training und nicht in die Sonntagsschule. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.

Vorsicht Golfplatz!

Harvest am Mittwoch den 17. Februar 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerFührende Experten im Bereich Fussball sind sich einig, guter Nachwuchs ist für einen längerfristig erfolgreichen Fussballclub unabdingbar. Damit kann der Club nicht nur die erste Mannschaft verstärken, sondern immer mal wieder einen gehörigen Batzen verdienen, indem er Talente an zahlungsfähige Ausländer verschachert.

Das haben die Fussballclubs natürlich gemerkt und viele reagieren mit einem Nachwuchsförderungskonzept. Tönt gut und vielversprechend, nützt aber nichts. Viel wichtiger als ein schwülstiges Konzept ist nämlich, dass die Talente in der Freizeit Freude am Fussball gewinnen und jede freie Minute auf dem nahegelegenen Feld verbringen. Damit das möglich ist, braucht es ebensolche nahegelegenen Felder. Heutzutage ist es aber nicht mehr selbstverständlich, dass neben dem Elternhaus ein einigermassen ebenes, fussballtaugliches Feld steht, oft läuft das trainingswillige Kind direkt an einen eingezäunten Golfplatz.

Golfplätze sind nicht nur der Tod der Biodiversität, sondern auch des erfolgreichen Fussballs, wie der Homepage des Bundesamtes für Statistik entnommen werden kann. Das BfS stellt dem interessierten Leser die Daten über den Anteil der Fläche von Golfplätzen an den Erholungs- und Grünflächen (wo junge Talente Fussball lernen) zur Verfügung, allerdings nur kantonal (für Vaduz wurde der Durchschnitt der beiden Grenzkantone St.Gallen und Graubünden verwendet):

Golfplätze

Der Zusammenhang ist offensichtlich, doch einige Ausreisser verzerren das Bild. Sie fragen sich sicher, wieso GC und Zürich in der Tabelle so weit auseinander liegen. Der Grund liegt im Einzugsgebiet der Clubs. GC findet seine Talente hauptsächlich im Aargau (Anteil Golfplätze 4.8%) und Zürich, wenn überhaupt, im Kanton Appenzell Innerrhoden (Anteil 67.9%). Die gleiche Frage stellt sich auch für YB und Thun, wobei hier die Antwort auf der Hand liegt. Thun liegt im Berner Oberland und deren Erholungs- und Grünflächen liegen an Berghängen, die sich für Fussball überhaupt nicht eignen.
Der letzte Ausreisser, Lugano, lässt sich nicht so einfach erklären. Wahrscheinlich sind die Tessiner einfach grösstenteils talentfrei (was den Fussball angeht).

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, setzen Sie sich gegen die fussballfeindlichen Golfplätze in Ihrem Kanton ein. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten (II)

Harvest am Mittwoch den 27. Januar 2016

BREAKING NEWS: FC Luzern holt Michi Frey!

2012. Gute Zeiten, schlechte Zeiten.

Wir schreiben den 4. Juli 2012. Menschen auf der ganzen Welt halten den Atem an, als der Generaldirektor der Nerds des Cerns in Genf verkündet: „Heute ist ein grosser Tag für die Teilchenphysik. Die lange Suche nach dem letzten Baustein des Standardmodells der Teilchenphysik ist in die Endrunde gegangen: Wir haben allen Grund zu glauben, dass das Higgs-Boson existiert.“ Das Gottesteilchen wurde also nachgewiesen, doch bis heute konnte kein Physiker vernünftig erklären, worum es sich dabei handelt.

Viel wichtiger aber, der FC Luzern erreicht durch einen 1-0 Sieg im Wallis den Cupfinal in Bern. Soweit also alles in Butter, der FCL spielt erfolgreich wie selten und landet auch in der Meisterschaft auf dem zweiten Platz. Allerdings ist es nicht immer ein Spass den Innerschweizern zuzuschauen, unter Trainer Murat Yakin regiert der Resultatfussball (einige behaupten ja, dass der Zweck die Mittel heilige).

Im Cupfinal trifft der FCL auf den FC Basel. Diese setzen sich im Halbfinal gegen Winterthur mit 2-1 durch, doch diskutiert wird nach diesem Spiel einmal mehr der Schiedsrichter, der in folgender Szene kein Foul von Sommer sieht und ihn deshalb auch nicht vom Platz stellt:

Das Finale in Bern findet an einem Mittwoch Abend statt, was irgendwie keine richtige Cupfinalstimmung aufkommen lässt. Ein kleiner, ausgiebiger Apéro ändert das in Kürze und spätestens im Stadion ist die Gruppe mit Herrn Harvest überzeugt vom dritten Cupsieg des FC Luzerns. Dieser dominiert dann auch grösstenteils das Spiel, das mit 1-1 in die Verlängerung geht.

Nicht überliefert ist das Resultat dieses Finales, doch für immer in Erinnerung bleiben wird von diesem Cupfinal der unvergleichliche Song, den der Club zusammen mit dem (damals) grössten Schweizer Talent, Eliane Müller, aufgenommen hat:

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Harvest am Mittwoch den 13. Januar 2016

1989. Gute Zeiten.

Die Welt ist im Aufbruch. Der Kalte Krieg liegt in seinen letzten Atemzügen und David Hasselhof liefert den Soundtrack für eine ganze Generation auf der Suche nach Freiheit mit seinem unübertroffenen Song „Looking for Freedom“. Für die Bevölkerung der Demokratischen Republik im Osten der heutigen Bundesrepublik Deutschland kommt die Freiheit in Form einer gefallenen Mauer und für die westliche Welt in Form eines kleinen Gadgets, das langweilige Gespräche für immer unnötig macht und Kinder stundenlang ruhig stellt.

In der Schweiz befreit eine kleine Truppe Innerschweizer unter der Führung des Duisburgers Friedel Rausch eine ganze Region von der Tortur des Wartens auf einen Meistertitel. Nicht, dass die Luzerner besonders attraktiven Fussball spielten, der Star war die Mannschaft. In den 14 Spielen der Finalrunde (ja, das gab es damals noch, gute alte Zeiten) schoss der FCL nur 17 Tore und in der ganzen Saison durchschnittlich 1.22 Tore pro Spiel. Insgesamt gewannen sie acht Spiele mit 1-0 (davon die vier entscheidenenden Spiele) und trennten sich 13 mal unentschieden, was im Total (Qualifikation und Finalrunde) für ein um acht Tore positives Torverhältnis reichte. Vielleicht spricht das auch für eine ausgeglichene Meisterschaft, wie es sie heute nicht mehr gibt. Das ist aber alles egal.
Am 10.6.1989 wurde der FCL zum ersten Mal Schweizer Meister, Jürgen Mohr schoss das einzige Tor beim 1-0 Sieg gegen Servette.

Unter den 24‘000 Zuschauern, was damals einen neuen Stadionrekord bedeutete, war auch Vater Harvest, der Klein Harvest den Besuch verweigerte, weil zu viele Leute und zu spät und sowieso. Der Kleine durfte aber aufbleiben und das Spiel auf Schweizer Radio DRS1 mitverfolgen. Als der Meistertitel feststand, gab es für die ganze Familie einen Glacestängel (je) und Klein Harvest ging zufrieden zu Bett.

Sehen Sie hier exklusiv die packende letzte Minute des entscheidenden Spiels ungeschnitten.

Sie haben noch nicht genug? Hier gibt es noch einen Beitrag im Deutschen Farbfernsehen.

Traufe (gezuckert)

Lars Sohn am Montag den 23. November 2015

Schottland stellt die neue Auswärtsbekleidung vor.

Dazu twitterte #scottishfa «To #BeTheDifference, you must be different», was fraglos gelungen ist.

20151123_1a_TraufeGezuckert

20151123_1b_TraufeGezuckertGleichzeitig wollen wir nicht verschweigen, dass das neue, vergleichsweise traditionelle Heimleibchen keine Jubelstürme auszulösen vermochte. Gut, dem schottischen Publikum kann man es einfach nicht recht machen. Nach der Vorstellung des letzten Auswärtsdress’ (rechts) waren Kommentare wie «vom Regen in die Traufe» unter den druckbareren zu finden. Beeinflussbare Fussballfunktionäre hätten nach der eingegangenen Kritik fürs neue Dress möglicherweise eine mediokere Variante gewählt. Nicht so die Schotten! Die Entscheidungsträger liessen sich von der Kritik nicht beirren und verfolgen weiter konsequent ihren eingeschlagenen Weg.

Todos con Julio

Val der Ama am Mittwoch den 21. Oktober 2015

BREAKING NEWS: Schrecklicher Verdacht: Ist der Kaiser korrupt?

Heute nur für Sie: Schöne Männer, schöne Melodien.

Figo

Der spanische Schlagerbarde Julio Iglesias hat bis heute über 300 Millionen Tonträger verkauft, so ungefähr 2600 Platin- und Goldschallplattenauszeichnungen gewonnen und wahrscheinlich ebenso viele Kinder gezeugt. Und was Sie vielleicht nicht wissen: Julio Iglesias war in jungen Jahren ein begeisterter Fussballer. Er feierte als Torwart der Jugendmannschaft von Real Madrid schöne Erfolge, bis er wegen eines bösen Autounfalls aufs Singen umsatteln musste.

Auf der aktuellen Platte namens “México” finden Sie den Evergreen “Fallaste Corazón” des mexikanischen Songwriters Cuco Sánchez und seit gestern gibts ein aktuelles Video dazu. Mit Ronaldo! Figo! Raúl González Blanco! Iker Casillas!

Hach.

Entspanntes Feilen

Val der Ama am Sonntag den 14. Juni 2015

Rauchen darf man nicht mehr, Fluchen nur mit vorgehaltener Hand – was also tun auf der Trainerbank?

Löw

Zum Beispiel entspannende Nagelpflege. Unser Bild zeigt Bundestrainer Jogi Löw gestern beim Spiel in Faro gegen Gibraltar beim Stand von 4:0, so ungefähr während Spielminute 57.

Arroganz? Überheblichkeit? Aber nein, beteuerte man seitens des DFB nach dem Spiel, Löw sei ganz einfach ein Nagel eingerissen. Deshalb.

Nun denn, dann freuen wir uns, wenn Vladimir Petkovic sich heute Abend gegen Schluss des EM-Qualifikationsspiels gegen Aussenseiter Litauen die Zehennägel streicht.

13 / 3

Rrr am Sonntag den 7. Juni 2015

E Hyylgschicht: Sion holt den Cup, Basel das Trottel-Triple.

(null)Der FCB verlor zum dritten Mal in Serie einen Cupfinal – vor zwei Jahren gegen GC, letztes Jahr gegen den FCZ, nun 0:3 gegen Sion – die höchste Saison-Niederlage gegen einen Schweizer Klub. Marco Streller hat sich sehr wahrscheinlich ein anderes Karrieren-Ende erhofft.

Aber eben: Moussa Konaté brachte Sion schon nach 18 Minuten in Führung, Edmilson und Carlitos erhöhten nach der Pause zum verdienten Sieg für die Walliser. Überschattet wurde der 13. Cupsieg von Sion durch das beschämende Verhalten eines Teils des Publikums.

Unser Bild zeigt den glücklichen Sion-Präsidenten Christian Constantin mit dem Pokal.

Über den Kampf im Spiel

Lars Sohn am Mittwoch den 13. Mai 2015

Der Essener Kreisligist BV Altenessen II nähert sich ganz grob dem Meistertitel.

Die Ligagenossen verzichteten seit zwei Monaten geschlossen auf die Spiele gegen den BVA II, was diesem über die Saison gesehen eine Bilanz von 20 Siegen aus 22 Spielen bescherte. Schliesslich sieht das Regelwerk im Falle eines Matchverzichts der einen Mannschaft glatte drei Punkte für das andere Team vor.

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Die anderen Klubs werfen den Altenessenern vor, von ihnen auf und abseits des Feldes beleidigt, beschimpft oder bedroht worden zu sein, erklärt der Vorsitzende des Fussballkreises Essen Nord/West Thorsten Flügel. Zur Eskalation trug ein 23-Jähriger BVA-Spieler bei, welcher sich im Februar einem Gelb-Rot-Verdickt mittels Zubodenschlagen des Schiedsrichters und Einprügeln auf den Bemitleidenswerten zu widersetzen suchte.

Durch den Boykott könnten sich die Konkurrenten des ungeliebten Gegners entledigen. Mittels dessen Promotion, notabene.

Patriotismus-Test

Lars Sohn am Freitag den 27. März 2015

Heute spielt die Nati! Die Vorfreude hat das ganze Land erfasst.

Das ganze Land? Oder doch nur die echten Eidgenossen? Sind Sie überhaupt dazu befugt, sich das Spiel anzusehen? Wir helfen Ihnen in dieser Frage sehr gerne weiter. Machen Sie den grossen Rundes-Leder-Patriotismus-Test!

20150328_1a_Patriotismus-TestUnbenannt-5 Diesen Beitrag weiterlesen »

Verflucht!

Val der Ama am Mittwoch den 18. Februar 2015

Samuel Eto’o ist in Lebensgefahr.

etoo

Der Stürmer steht aktuell bei Sampdoria Genua unter Vertrag und hat sich in den vergangenen Tagen mal in der Umgebung nach einer neuen Unterkunft umgeschaut. Und wieder überrascht uns der Kameruner mit seinem exquisiten Geschmack.

Eine Villa am Meer ist es, inkl. einer doch recht interessanten Vergangenheit. Die Villa Altachiara hat nämlich und ursprünglich mal George Edward Stanhope Molyneux Herbert, 5. Earl of Carnarvon gehört. Er war der Finanzier der Ausgrabung des ägyptischen Pharaos Tutanchamun und er war es, der dann danach wegen verflucht – so sagt man – an einem Moskitostich starb. Ebenfalls wegen Pharao und im Haus umgekommen sind danach noch zwei weitere Villabewohner: Ein Neffe des Lords und vor ein paar Jahren ein Model. Letztere schaue übrigens desöftern mal als Geist vorbei, erzählt die lokale Bevölkerung.

Eto’o sei aber informiert, sagt ein Repräsentant der Agentur, welche die 40 Zimmer-Villa verkauft. Und trotzdem weiterhin interessiert.

Entbiert

Lars Sohn am Dienstag den 17. Februar 2015

Der Schlendrian hat bei der Eingangskontrolle in türkischen Stadien Überhand genommen.

Offenbar verzichten die lokalen Sicherheitsangestellten selbst bei erhärtetem Verdacht auf eine Analkontrolle. Die uns zugespielten Weiterbilde zeigen einen Fan, der versucht, eine bescheidene Ration Bier ins Stadion zu schmuggeln.

Der Inhalt seiner uns von weniger erfreulichen Anlässen bekannten Weste sollte die erste Halbzeit überbrücken helfen. Wir zählen fasziniert mit und kommen auf 21 Flaschen. Wo also sind die restlichen 3 Stück aus dem 24er-Gebinde geblieben?

Wer ähnliche Aktionen plant lerne daraus: Pyro ist verboten, löschen ebenfalls.