Archiv für die Kategorie ‘Tabu-Themen’

Prima Presse

Herr Maldini am Dienstag den 28. Juli 2020

Bevor die laufende Saison zu Ende geht, muss eine in diesem Blog noch offene Frage beantwortet werden: Was passiert eigentlich mit einem Fussball, wenn er unter eine hydraulische Presse kommt?

Zuerst aber kurz zu den Basics. Ein Blick in ein Online-Lexikon verrät uns, dass die Fifa von einem Fussball die folgenden Eigenschaften verlangt: Er ist kugelförmig, aus einem geeigneten Material gefertigt, hat einen Umfang von mindestens 68 cm und höchstens 70 cm, ist zu Spielbeginn mindestens 410 Gramm schwer, jedoch höchstens 450 Gramm und mit einem Überdruck von 0,6 bis 1,1 bar gefüllt.

Unter der Hydraulikpresse sieht das dann folgendermassen aus:

Sie möchten noch mehr Gegenstände mit Fussball-Bezug unter der Presse sehen? Dann gehen Sie hier entlang zu Anni und Lauri Vuohensilta, die es mit dem Pressen von Gegenständen zu Internet-Berühmtheiten geschafft haben. Sie möchten gar eine eigene Hydraulikpresse? Die Firma Stadelmann in Schötz beispielsweise hat Modelle zwischen 371.55 und 42’703,05 Schweizer Franken im Angebot.

Hadarys Handschuh

Briger am Montag den 22. Juni 2020

Rundes Leder Zeitmaschine: Heute reisen wir ins Jahr 2009.

Ein Arbeitskollege des Verfassers kam neulich auf diesen zu und erzählte ihm eine Geschichte. Pierolo, so wollen wir den Kollegen an dieser Stelle nennen, erzählte von einem Mittwoch im Mai 2009, dem 20. um genau zu sein.

“Es war so”, fing Pierolo an, “am Montag teilt mir mein Kollege Schampi mit, dass am Mittwoch in der Bundesstadt ein wichtiges Fussballspiel stattfinden sollte”, so Pierolo weiter.
“Ich hatte von Fussball wie viele meiner Kollegen, Verwandten und Mittalbewohner nur wenig Ahnung, aber Schampi erzählte mir, dass es bei Spielen des kantonalen Fussballclubs auch immer das ein oder andere Glas Wein und aber auch Bier zu trinken gäbe und dazu würde auch das ein oder andere Stück geschmolzenen Käse zu essen, also sagte ich mir, wieso nicht? Wir packten also zusammen, was wir an fahrbaren Untersätzen zusammentreiben konnten und entschieden uns dann, das Tal via französischprachigen Teil zu verlassen, denn vielleicht würden wir so unterwegs auch noch in den Genuss des ein oder anderen gebrannten Wassers kommen und in Fribourg hatten wir viele Kollegen, die sich uns vielleicht noch anschliessen würden. Gegen den späteren Nachmittag trafen wir dann in Bern ein, eine durchaus sehenswerte Stadt, aber das weisst du ja schon alles. Wir fuhren also via Bärengraben den Aargauerstalden in Richtung Stadion Wankdorf hoch und strömten in das Fussballstadion. In zwei Stunden sollte es losgehen, sagte Schampi zu mir. Die Stunden vergingen wie im Flug und so war bald 19:30 Uhr, unser Team begab sich auf den Rasen und die Vorfreude stieg. Aber irgendwas war komisch. Ich trank noch ein, zwei Schlucke und plötzlich dämmerte mir. Es waren überhaupt keine Gegner da, weder Fans noch Spieler. Klar, dass wir einfach so ohne Kontrolle ins Stadion kamen, war schon komisch, aber man denkt sich ja nicht viel dabei. Um 20 Uhr wurden wir dann endlich informiert, der so genannte Cupwettbewerb wurde 2009 ein erneutes Mal abgesagt. Was besonders bitter war, da mir das 2006 im April auch schon passiert ist. Der Cup und ich, dass sollte wohl einfach nicht sein”, erzählte Pierolo weiter. “Enttäuscht und auch ein bisschen angetrunken strümte ich Richtung Spielfeld und hämmerte wie blöd gegen eine Abschrankung. Da kam der ägyptische Torwart auf mich zu und schenkte mir einen Handschuh, wenn ich nur endlich aufhören würde gegen die Abschrankung zu hauen. Direkt daneben stand nämlich seine Frau und die schien etwas verängstigt.”

So ähnlich muss sich dies zugetragen haben, im Gedächtnis des zuständigen Redakteurs findet sich keine Erinnerung an ein YB-Spiel am 20. Mai 2009, eine Blitzumfrage auf der Redaktion des Runden Leders förderte ebenfalls keine Erinnerungen zu Tage. Aber der Handschuh, er existiert.

Foto: Pierolopress

Schrecklicher Schnitzer

Herr Maldini am Dienstag den 16. Juni 2020

Gelb gegen die Wolves wegen Randsports.

Der Sechstplatzierte der Premier League liess sich am Wochenende leider völlig gehen. Verzweifelt, weil ihm der Fussball fehlt, schickte er sein E-Sports-Team auf die virtuelle Rennstrecke an die 24 Stunden von Le Mans. Drei echte Rennfahrer und ein Gamer pilotierten den Wagen mit der Nummer 86 mässig erfolgreich auf den neunzehnten Schlussrang.

Bleibt nur zu hoffen, dass dies ein einmaliger Ausrutscher bleibt. Also nicht der Rang, sondern die Teilnahme. Das könnte vorerst klappen: Am Mittwoch nimmt die Premier League ihren Spielbetrieb wieder auf, die Wolves gastieren am Samstag bei West Ham.

Saftiger Samstag

Briger am Montag den 8. Juni 2020

YB rief zur Blutspende – und die Mengen flossen dem amtierenden Meister nur so zu. Erleben Sie in dieser Reportage, wie es unserem Abonnenten Herr Durtschinho lief.

Samstag, 6. Juni, 11 Uhr; mit klopfendem Herzen stehe ich vor dem Wankdorfstadion. Tausend Gedanken jagen durch meinen Kopf: Wird mein Blut auch wirklich YB zugutekommen? Oder geht mein Lebenssaft zur Konkurrenz? Wird «man» mir versuchen, beim Einnadeln gleich den Bill-Gates-Chip zu implantieren? Als mündiger Bürger werde ich mir die Freiheit nehmen, mir meinen Teil zu denken, man hört und liest ja so Einiges!

Fröhlich knattert das Spendefähnlein im Wind – diese Treppen führen zur Nadel!

Diesen Beitrag weiterlesen »

Fussball aus dem Archiv (II)

Briger am Mittwoch den 8. April 2020

Sie erinnern sich, früher war mal Fussball.

Und schon vor vielen Jahren standen beim Kampf ums Runde Leder Torhüter und Schiedsrichter unter besonderer Beobachtung.

Beispielsweise in der Ödenburger Zeitung vom 4. August 1908:


Quelle: Ödenburger Zeitung, 4. August 1908, via Bibliothek des Digitalen Forums Mittel- und Osteuropa

Fussballmatch: Im gestrigen Fussballkampf des hiesigen Footballclubs und des Pozsonner (Anmerkung: Pozsony ist der ungarische Name der Stadt, welche bis 1919 slowakisch Prešporok oder deutsch Pressburg hiess und seit 1919 den Namen Bratislava trägt) Footballklubs der Gymnasialjugend hatte das zahlreich erschienen Publikum bei herrlichem Wetter ein vorzügliches Spiel zu sehen bekommen. Unsere Spieler leisteten der auch tüchtig trainierten Pozsonner Truppe gegenüber etwas besonders Vortreffliches. Das Resultat war 8:0 zugunsten der Soproner (Anmerkung: die Stadt heisst auf Deutsch Ödenburg). Der Pozsonner Torwart erntete für seine schöne Arbeit lebhaften Beifall.

Der Autor dieses Beitrags fühlt sich an einen Auftritt Inter Bratislavas am Cup of the Alps in Naters erinnert, bei der der slowakische Torwart zwar oft und schön flog, nur leider meist weit am Ball vorbei.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Geschichtslektion mit James McClean

Briger am Montag den 30. März 2020

Stoke-City-Spieler James McClean kümmert sich um die Bildung seiner Kinder. Dies kostet ihn zwei Wochenlöhne.

Der irische Stürmer postete ein Bild auf Social-Media, welches ihn, mit einer Sturmhaube (Balaclava) bekleidet vor seinen Kindern sitzend zeigt. Dazu schrieb der Nationalspieler “Todays School lesson – History”. Dies stiess in Grossbritannien vielen sauer auf, denn McClean spielt eindeutig auf die IRA an. McClean, der sich selbst als stolzen “Fenian” bezeichnet, ist für viele Nationalisten in England ohnehin ein rotes Tuch, selbst unter “Anhängern” seines eigenen Clubs ist er umstritten, da er sich jeweils weigert rund um den Rememberance Day ein Trikot mit einer Mohnblume (poppy) zu tragen. McClean weigert sich, weil dies nicht nur ein Symbol für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges sei, sondern für Gefallene aller Kriege. Ginge es nur um den 1. und 2. Weltkrieg, so McClean, würde er es jeden Tag tragen. Aber als Junge aus Derry (Londonderry für Engländer) könne er so etwas nicht tragen.McClean wuchs in Creggan estate auf, woher sechs der vierzehn Toten des Blutsonntags von 1972 stammten (später besungen von U2).

Auf frühere Anfeindungen betreffend seiner Haltung zum Rememberance Day reagierte McClean mit einem Zitat des IRA-Mitglieds Bobby Sands: “They have nothing in their whole imperial arsenal that can break the spirit of one Irishman who doesn’t want to be broken.”

McClean hat die Busse seines Vereins akzeptiert und seinen Instagram-Account gelöscht.

McClean ist übrigens nicht der einzige, der zurzeit Ärger mit Hardlinern hat.

Hochzeit

Briger am Montag den 2. September 2019

Teamzusammenhalt vor Punktejagd. Eine Geschichte aus Rumänien.

Facebook: Tineretul Poiana Mare

Der rumänische 4. Ligist Poiana Mare hätte gegen CS Cracea antreten sollen. Dumm nur, dass am Spieltag Deliu Ionuț und seine Frau Diana den Bund für’s Leben eingehen wollten. Poiana Mare fragte beim Gegner an, ob man das Spiel nicht verschieben könnte. Da diese ablehnten gab man halt 3:0 forfait und tauchte geschlossen bei Ionut auf der Hochzeit auf.

Wie man es auch machen könnte zeigte im Januar ein Ridvan aus Kerala. Der junge Mann spielt “7-a-side”-Fussball für FIFA Manjeri. Dummerweise fand seine Hochzeit am Tag des Spiels gegen Malappuram statt. Die Hochzeitsnacht musste verschoben werden, denn Ridvan musste nach der Vermählung auf den Platz. Seine wenig erfreute Frau soll dazu gesagt haben: “Wäre das Spiel am Mittag gewesen, hättest du dann die Hochzeit platzen lassen?”

Feierliches Feuerwerken

Val der Ama am Donnerstag den 1. August 2019

Heute ist der 1. August, heute basteln wir Pyro Feuerwerk!

Hach ist das schön, wenn Nationalfeiertag ist und die Leute rausgehen und böllern und ballern. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und also basteln wir doch ein wenig Feuerwerk. So wie oben auf dem Bild sollte es schon werden, oder besser noch: Gelbes Feuer vor schwarzem Hintergrund, also so richtig YB.

Schwarzer Rauch ist bubi, weil der entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von Ölen. Man kann auch sagen es russt. Wir nehmen Schweröl, das kennen Sie von diesen Containerschiffen überall. Schweröl ist ein billiger Reststoff aus der Raffinerieproduktion, der bis zu 3,5 Prozent Schwefel enthalten darf. Das Schweröl füllen wir in ca. 10 Salatschüsseln (Nachbarn fragen!) und stellen diese dann in eine Reihe und schon haben wir einen prima Hintergrund. (Expertentipp: Wenn Sie kein Schweröl auftreiben können, dann nehmen Sie halt gewöhnliches Feuer und heizen tüchtig mit Plastikabfall ein).

Gelbes Feuer ist auch voll einfach: Als Basis nehmen wir 75 Teile Salpeter, 15 Teile Holzkohle und 10 Teile Schwefel, rühren das Ganze und fertig. So richtig intensiv gelb wird die Flamme, wenn man jetzt noch Kochsalz hineinstreut. Das Pulver dann in Stöckli oder Büchsen füllen (beziehen Sie die Kinder mit ein!), verzieren (die Kinder!) und et puis voilà. Jetzt noch vor dem schwarzen Rauch anzünden (Achtung heiss, halten Sie Abstand zu Tankstellen). Schön!

Zu kompliziert? Dann kaufen Sie das Zeug halt.

Der Sturz der Stars

Rrr am Montag den 28. Januar 2019

Das historische Bild zum Wochenstart.

England, 1976: Liverpools Superstar Kevin Keegan stürzt bei einem Promi-Zehnkampf der BBC vom Rad. Beim Mann vor ihm handelt es sich um Gilbert van Binst.

Eine Nation sass am Fernseher und bangte um ihren Helden, den Captain der Nationalmannschaft. Keegan kam mit Schürfungen davon. Das Radrennen wurde wiederholt – und Keegan gewann schliesslich den Promi-Zehnkampf “Superstars”, bestehend aus 100-m-Lauf, Fussballgeschicklichkeit, Kayak, Gewichtheben, Tischtennis, Schwimmen, Pistolenschiessen, Liegestützen, Radrennen und Hürdenlauf.

Keegan schlug übrigens die Fussballer Krool (Holland) und Van Binst, den Skifahrer Franz Klammer (Ö) sowie einen Basketballer, einen Tischtennisspieler, einen Boxer und einen Radprofi.

Follower gegen Liveticker

Briger am Montag den 14. Januar 2019

Fussball mit Linguistik verbinden? Doch, das geht.

Seit 2016 betreibt der Linguist Dr. Simon Meier den Blog fussballlinguistik.de. Das Projekt wird vom Macher dabei so beschrieben:

Fußballlinguistik ist eine hübsche kleine sprachwissenschaftliche Bindestrichdisziplin (und nebenbei bemerkt die einzige mit drei l), die der Begeisterung für den Fußball und vor allem für das Reden über den Fußball endlich die wohlverdienten wissenschaftlichen Weihen verleiht. Alles, was man linguistisch untersuchen kann, kann man natürlich auch am Beispiel des Fußballs, dieser unerschöpflichen thematischen Ressource für Medien- und Alltagskommunikation, untersuchen.

fussballlinguistik.de versammelt kleine linguistische Beobachtungen und Analysen zu sprachlichen und kommunikativen Aspekten des Fußballs. Viele davon sind Nebenprodukte meiner Forschungstätigkeit am Fachgebiet Allgemeine Linguistik der TU Berlin, die eigentlich zu schade sind, um in irgendwelchen Ordnern meiner Cloud zu verkümmern.

Fussballlinguistik ist allem Ulk zum Trotz immer noch Linguistik, hat also den Anspruch, sprachwissenschaftlich gut belegte Erkenntnisse zu publizieren. Die Methoden und Quellen sollen gut dokumentiert sein. Fragen und Kritik sind willkommen.

Der @Fußballlinguist ist, wie es sich heute gehört, auch auf Twitter aktiv und da stand am Donnerstag folgendes geschrieben:

Da der Autor dieser Zeilen findet, dass wer so etwas wie Fussball und Linguistik verbindet unterstützt werden sollte, folgte ein Aufruf über den eigenen kleinen Twitteraccount.

Die Freude beim Fussballlinguisten war offensichtlich gross und so gab er folgendes Versprechen ab:

Der Randomliveticker ist ein Livetickergenerator, gemäss Beschreibung von fussballlinguistik.de tönt das dann so:

Der Livetickergenerator beruht auf 3060 part-of-speech-annotierten Bundesliga-Livetickern von weltfussball.de (die u.a. auf bild.de publiziert werden) aus den Jahren 2006–2016. Die Füllelemente für die einzelnen Satzrahmen (erzieltes Tor, Fehlschuss, Torwartparade, Taktikbeschreibung, Spielbeschreibung, Trainerzitat und Verletzungsmeldung) wurden in CQP-basierten Abfragen erhoben und manuell bereinigt. Kein einziges Wort wurde nachträglich hinzugefügt, alles ist so in den originalen Livetickern zu finden und wird hier nur nach dem Zufallsprinzip neu kombiniert.

Nun, beim Aufruf lag die Followerzahl bei rund 1025.

Nachtrag 1: Die Super League kriegt einen Fußballlinguisten-RandomLiveticker. Oléolé
Nachtrag 2: Der Betreiber des Fußballlinguistik-Blogs war von 2008-2013 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Germanistik an der Universität Bern und erlangte dort 2012 den Doktortitel. Danach verliess er das schöne Bern leider Richtung Berlin. Zurzeit ist er Vertretungsprofessor an der TU Dresden.

Wichtiger Widerstand

Val der Ama am Mittwoch den 2. Januar 2019

Aktivist d.A.* aus Bern kämpft gegen das heutige Tatzenderby.

d.A. campiert seit Wochen vor dem Stadion (Archivbild)

Nach dem Abpfiff der Partie SCL-SCB heute Abend, wird auch für d.A. Feierabend sein, er wird sein Camp vor dem Wankdorfstadion räumen. Seit dem 16.12. protestiert er dort gegen das so genannte Tatzenderby. Er hat Passanten angesprochen, Flugblätter verteilt, Lieder gesungen und jede Nacht vor dem Stadioneingang geschlafen.

D.A. ist ein Idealist, ein Kämpfer für eine bessere Welt. Deshalb plädiert er für «ein Stadion ohne Schabernack». Die heutige Randsportveranstaltung ist ihm deshalb ein Dorn im Auge. Es geht nicht unbedingt um einen Protest gegen Eishockey, betont er. Am richtigen Ort ist diese Sportart für ihn unter Umständen nicht zu 100% ein Tabuthema. Auch Berührungsängste hat er nicht. Sagt er. Er erzählt von einer Tramfahrt bis Endstation, damals vor zwei Jahren, zeigt ein Handyfoto, für das er beim Allmendstadion posiert hat. «Das war ein spezielles Erlebnis.»

Trotzdem: Das Tatzenderby propagiere verzerrte Formen von Sport, kritisiert er. Es werde einerseits versucht, Eishockey als attraktiven Leistungssport zu verkaufen und andererseits wird die Sportart als etwas Normales, in einem Fussballstadion jederzeit Verfügbares dargestellt. «Das ist doch einfach nur krank!»

Bereits vor 12 Jahren organisierte d.A anlässlich des ersten Tatzenderbys gemeinsam mit Kollegen einen Stand vor dem Wankdorfstadion. «Wir verteilten gebastelte Fussbälle, nicht «handgestrickte» sondern schöne, mit einem ermutigenden YB-Logo drauf. Nun habe ich das Thema erneut aufgreifen müssen, weil ich will, dass so ein Spiel an so einem Ort nicht mehr stattfindet», sagt er. Als Fussballfan sei ihm wichtig, bei einem schwierigen Thema Stellung zu nehmen, auch wenn man dann als Purist wahrgenommen werde.

Nun, das Spiel findet statt, für d.A aber längst kein Grund aufzugeben. Er werde auch nach der heutigen Partie für saubere Fussballstadien einstehen, denn eines sei gewiss: «Die kommen wieder, ihr werdets sehen.»

*Name der Red. bekannt

Erfolgstrainer im Leutschenbach

Briger am Donnerstag den 21. Juni 2018

Das Runde Leder testet Public Viewings. Heute: “SRF-Studio – Leutschenbach”.

Wo: SRF-Studio 6, nach dem Publikumseingang zuhinterst am Gang. Das Studio erreichen Sie mit der Linie 11 ab Zürich HB oder mit der Linie 12 ab Zürich Flughafen.

Was: Das 400m2 grosse Studio 6 wird für die täglichen Sportübertragungen des Schweizer Fernsehens genutzt. 120 Personen finden während der WM bei den Abendspielen Platz. Vor dem Spiel, in der Pause und nach dem Spiel klatschen Sie brav für die Experten (ACHTUNG: darunter sind auch Ex-YB-Erfolgstrainer zu finden). Die Partie schauen Sie dann entweder auf Grossleinwand im Studio oder auf einem der Bildschirme im WM-Zelt (siehe Essen und trinken). Spätestens 10 Minuten vor Pausen oder Schlusspfiff sind Sie wieder im Studio. Ja, Sie kommen live im Farbenfernsehen.

Wann: Das SRF überträgt zwar alle Spiele, das WM-Studio findet aber nur während der Abendspiele ohne Schweizerbeteiligung statt. Bei den Schweizerspielen finden aber ein Public Viewing und ein Talk statt. Anmelden können Sie sich hier. Zurzeit gibt es noch Plätze für Polen-Kolumbien, Iran-Portugal und die noch nicht festgesetzte Partie vom 28. Juni 2018 (sehr wahrscheinlich England-Belgien)

Essen und trinken: Zu trinken gibt es Chopfab Bier (5.-), Wein (6.-), Süssgetränke und Mineralwasser (4.50 Franken) und danaben auch noch Cüpli, ist ja das SRF. Wurst (6.-) und Hamburger (auch vegi) (8.50 Franken) gibt es ebenfalls. Beides wird frisch zubereitet. Als Dessert gibt es Cornet (3.50 Franken). Das tolle ist, mit ihrer Anmeldung erhalten Sie einen Getränke- und einen Essensgutschein. Sie haben die Chance einen Teil ihrer Billaggebühren wieder reinzuholen. Falls Sie von ausserhalb anreisen geben Sie natürlich dafür ihr gespartes Essensgeld für das Zugbillet aus.

Gesamteindruck: Essen und trinken, sowie Qualität der Übertragung auf Grossleinwand und den Bildschirmen sind Pluspunkte. Abzug gibt’s für das eher lieblose WM-Zelt, die Studiogäste und die Tatsache, dass man all das schauen muss, wo man sonst auf den Aus-Knopf auf der Fernbedienung drückt (Vorgeplänkel, Pausenfazit, Schlussbesprechung). 6 von 10 Punkten.