Archiv für die Kategorie ‘Süper League’

Scharfe Selektion

Herr Shearer am Donnerstag den 17. Januar 2019

Das Runde Leder überprüft den Wahrheitsgehalt von Gesprächen im Kafiräumli.

Foto: fcsolothurn.ch

Den heutigen Tag beginnen wir mit einer Statistik, die niemandem etwas nützt und die Sie auch schnell wieder vergessen können. Neulich hatte der Verfasser dieses Artikels in seinem 100%-Nebenjob ein interessantes Gespräch mit einem Kollegen, welcher in seiner Freizeit Junioren bei einem mittelgrossen Fussballklub trainiert. Er stellte fest, dass im ersten Semester geborene Kinder bei den regelmässigen Selektionen, bei denen die Nachwuchsschütteler für die nächsthöhere Stufe ausgewählt werden, die besseren Karten haben. Ein Grund dafür könnte sein, dass diese Kinder und Jugendlichen tendenziell körperlich gegenüber denjenigen, die später im Jahr Geburtstag feiern, etwas fortgeschritten sind.

Folglich müsste sich das irgendwann auch in den Profimannschaften niederschlagen – dort müsste man mehrheitlich ergo ebenfalls zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni geborene Spieler finden. Das haben wir überprüft und können Sie beruhigen: eine Tendenz ist festzustellen, aber nicht gravierend. Hier nun die Auswertung aller Super League-Vereine. Der grüne Teil des Balkens repräsentiert den Anteil der vor dem 1. Juli geborenen Spieler, der rote folglich den Rest. Über alle Vereine gesehen sind übrigens 56,74% in den ersten sechs Monaten zur Welt gekommen.

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Voilà! Sollte Ihr Nachwuchstalent also zum roten Teil gehören, müssen Sie die Hoffnung nicht völlig aufgeben. Sie müssen Ihr Kind einfach noch viel mehr fördern und fordern und gegebenfalls das individuelle Training noch verstärken, dann klappt es vielleicht doch mit der Weltkarriere. Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!

Sie waren Young Boys (14)

Briger am Montag den 31. Dezember 2018

Was macht eigentlich Michi Frey?

Bild via aksam.com.tr

Der sympathische Münsinger stürmt seit Sommer für Fenerbahce Istanbul. In Meisterschaft, Pokal und Europa League brachte er es bislang auf 16 Einsätze, dabei gelangen ihm fünf Tore. Drei in der Meisterschaft und zwei in der Europa League. Während Frey in der Europa League fünf Mal über 90 Minuten zum Einsatz kam, durfte er in der Meisterschaft bislang vier Mal über 90 Minuten auf dem Platz stehen. Tore gelangen ihm bislang gegen Ankaragücü, Alanyaspor, Trabzonspor und zweimal Anderlecht. Am 6. Dezember verletzte sich Frey im Hinspiel des Cupspiels gegen Giresunsspor an den Bändern.


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Daten statt Worte

Rrr am Dienstag den 20. November 2018

Sékou Sanogo ist Spitze!

Kein YB-Spieler seit 1933 hat in der Meisterschaft so viele gelbe Karten wie der Ivorer gesammelt, nämlich 36. Auf den nächsten Plätzen folgen Steve von Bergen (35) und Carlos Varela (34). Letzterer ist mit 6 roten Karten natürlich der YB-König der Platzverweise.

Die Zahlen stammen aus SFL Glory, dem soeben publizierten Online-Archiv der Swiss Football League. Gesammelt wurden die Daten aller Meisterschaftsspiele der höchsten Liga seit der Saison 1933/34. Am Projekt beteiligten sich auch unsere Freunde von Magazin ZWÖLF.

Auf SFL Glory können Sie zum Beispiel nachlesen, dass das meistbesuchte Spiel aller Zeiten in der Saison 1971/72 stattfand (56’000 bei Basel-FCZ 4:0), dass am 21. März 1937 die meisten Tore in einer Partie fielen (Lausanne-St. Gallen 15:2) und dass in der Saison 2008/09 nicht weniger als 13 Sion-Spieler vom Platz gestellt wurden – auch eine Bestmarke.

Vertiefen Sie sich nun also in das Zahlenmaterial Ihres Lieblingsklubs, bis Sie die eindunkelnde Stimmung ans Apero erinnert. Falls es sich bei Ihrem Herzensverein zufällig um den BSC YB handelt, hier einige Bestwerte:

Rekordspieler: Martin Weber mit 499 Spielen, gefolgt von Jean-Marie Conz, Alain Baumann und Marco Wölfli (364).

Rekordtrainer: Albert Sing stand 341-mal an der Seitenlinie, Martin Trümpler 144-mal und Kurt Linder 126-mal. Adi Hütter brachte es auf 101 Spiele und Vladimir Petkovic auf 99.

Rekordtorschützen: Geni Meier (247 Tore) vor Ernst Wechselberger (113), Walter Müller (82), Dario Zuffi (81) und Guillaume Hoarau (78).

Tore und Zahlen

Briger am Montag den 5. November 2018

YB trifft und trifft und trifft.

Die Berner treffen so oft, dass die BernerZeitung letzte Woche behauptete, YB sei mit damals 40 Toren die torgefährlichste Offensive aller erster Ligen weltweit. Nun, ein Blick in 72 Erstligen zeigt, dass dem nicht so ist. Klar, Mannschaften in Estland, Finnland oder Bolivien haben schon mehr Partien gespielt als die Super League oder spielen teils in Sommermeisterschaften. Aber auch YB hat mehr Spiele absolviert als etwa PSG oder PSV, die ebenfalls bereits nahe an den 40 Toren der Vorwoche dran waren.

Der Vergleich eignet sich also nicht wirklich. Was sich aber vergleichen lässt, sind alle Super-League-Saisons seit dem Start 2003/04. Hier zeigt sich. YB 2018/19 ist tatsächlich sehr gut hinsichtlich der Torproduktion:

43 Tore nach 13 Runden, das hat bislang einzig der FC Basel 2003/04 geschafft.

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*live* Schweizer Cup-Auslosung Viertelfinale: Zu Gerrys alter Liebe

Briger am Donnerstag den 1. November 2018

Am 27./28. Februar findet das Viertelfinale im Schweizer Cup statt.

22:36 : Die Auslosung der Partien findet gleich im Anschluss an das Spiel St. Gallen-“Sion” statt. Die Olympique des Alpes SA mit Sitz in Martigny-Croix führt kurz vor Schluss mit 2:1.

Bereits sicher im Viertelfinale sind:

Berner SC Young Boys
FC Basel
FC Zürich
FC Thun
FC Lugano
FC Luzern
SC Kriens

Verkürzen Sie sich die Wartezeit und nennen Sie uns Ihren Wunschgegner.

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Geknickte Guangzhouer

Briger am Mittwoch den 26. September 2018

Am Sonntagabend traf Guangzhou R&F in der Chinese Super League auf Chongqing Lifan. Das Spiel endete 1:1.

“Interessant”, werden Sie nun wohl denken. Nun, das Resultat nicht unbedingt, aber das Eigentor, welches Huang Zhengyu zustande brachte, ist doch sehenswert, auch wenn der gute gar nicht viel dafür kann. Aber sehen Sie selbst:

Die YB-Fans unter den LeserInnen fühlen sich natürlich sofort an den 20. September 2012 erinnert, als der heutige Sportchef Christoph Spycher und der finnische Abwehrturm Juhani Ojala einen ähnlichen Treffer fabrizierten.

Ja, liebe Guangzhouer, das Berner-Publikum leidet mit.

Pimp your PC

Rrr am Montag den 24. September 2018

Möchten Sie mal wieder einen neuen Desktop-Hintergrund?

 

Klicken Sie auf das Bild und laden Sie es in seiner vollen Pracht herunter.

(Foto: Peter Schneider/Keystone)

Massnahmen gegen die Langeweile

Briger am Montag den 10. September 2018

Jahrelang dominierte der FC Basel die Raiffeisen Super League.

Zwischen 2010 und 2017 stand der Schweizer Fussballmeister gefühlt oft schon im November fest. Einzig 2010, 2011 und 2013 wurden die Basler mit drei oder weniger Punkten Vorsprung Meister. 2018 wurde der FC Basel (endlich) wieder einmal enttrohnt. Und zägg schon scheint es so, als ob der neue Meister der Konkurrenz auch in der neuen Saison bereits meilenweit entrückt ist. Bereits werden Horrorszenarien beschrieben.

Zeit also, dass sich in der Raiffeisen Super League was ändert. Nun der BSC Young Boys wird so einfach nicht zu stoppen sein, dass wird er dieses Jahr höchstens selbst können, etwa wenn der Spagat zwischen Old Trafford/Allianz Stadion und Stockhorn Arena/Letzigrund nicht gelingt.

Um mehr Spannung in die Meisterschaft zurückzubringen hat die Swiss Football League bereits entschieden, die Barrage zurückzubringen. Statt einem Absteiger gibt’s theoretisch also wieder zwei. Uns vom Runden Leder geht das zu wenig weit. Richtig spannend wird es doch erst, wenn der Strich nicht mehr zwischen Platz 8 und 9 gezogen wird, sondern wenn alle Mannschaften relegiert werden, die weniger als 50% der Punkte des Leaders erreicht haben. Die aktuelle Super League Tabelle gäbe es dann in 2 Versionen:

Version <50%

Version ≤ 50%

Toller Tipper-Trip

Rrr am Dienstag den 17. Juli 2018

Neue Saison, neues Glück!

Nur noch viermal schlafen, dann ist endlich wieder Super League. Los geht es am kommenden Samstag mit Basel-St. Gallen und Luzern-Xamax. Tags darauf bestreitet Meister YB sein erstes Spiel gegen GC.

Das Runde Leder versüsst Ihnen auch diese Saison mit einem attraktiven Tippspiel. Messen Sie sich mit den Besten der Besten über 36 Runden und lassen Sie sich am Schluss als König aller Prognostiker feiern!

Titelverteidiger ist übrigens Herr Stiefel, ein Leser aus Basel. Ihm und auch allen anderen Teilnehmern wünschen wir für unser Tippspiel alles Gute. Die Regeln sind dieselben wie in den letzten Jahren. Toi toi toi!

Künstlicher Heimvorteil

Harvest am Dienstag den 5. Juni 2018

Ist Kunstrasen für Heimsteams ein unfairer Wettbewerbsvorteil?

Dieser Frage gingen die Macher von Swiss Football Data nach. Sie untersuchten alle Spiele der beiden höchsten Schweizer Ligen der letzten Saison dafür und nutzten den Welch-Test (ein Zweistichproben-t-Test für zwei unabhängige Stichproben mit ungleichen Standardabweichungen), um die Frage ein für allemal zu klären.

Höchst signifikant ist der Heimvorteil ganz allgemein, im Durchschnitt holten Teams 0.306 Punkte pro Spiel mehr im eigenen Stadion als auswärts, doch das nur am Rande. In Super und Challenge League tummeln sich insgesamt fünf Teams mit Kunstrasen: YB, Thun, Xamax, Schaffhausen und Wil. Im folgenden Balkendiagramm sehen Sie die Differenzen zwischen den durchschnittlichen Punktgewinnen im eigenen Stadion und auswärts.

Sie sehen zum Beispiel, dass der FC Thun (auf Kunstrasen notabene) zu Hause schlechter punktet als in der Fremde. Nun, genau diese Differenzen unterzog Swiss Football Data nun einem Welch-Test und *Trommelwirbel* die Nullhypothese kann nicht verworfen werden. Das heisst, statisch lässt sich ein Vorteil der Kunstrasen-Teams nicht nachweisen.

Vielleicht schiessen die Plastikfussballer wenigstens mehr Tore wegen des Kunstrasens? Wieder sehen wir die Differenz zwischen der durchschnittlichen Anzahl Tore in Heimspielen und Auswärtsspielen.

Hier kann nicht nur kein Kunstrasenvorteil nachgewiesen werden, es zeigt sich sogar das Gegenteil. Mannschaften mit Naturrasen treffen zu Hause verhältnismässig besser als diejenigen mit Kunstrasen. Also alles dummes Geschwätz von wegen Vorteil auf Kunstrasen und somit wohl auch der Grund für die Niederlage von YB im Cupfinal.

Mehr Hunger

Rrr am Samstag den 5. Mai 2018

Rundes Leder Rückpass.

Die interessantesten Zitate von Super-League-Experten aus den letzten zwei Jahren. Heute: Saisonprognose 2017/18 von Kubilay Türkiylmaz im “Blick”.

Als Absteiger sagte er übrigens Lausanne voraus.

Doppelhattrick

Briger am Montag den 23. April 2018

Wir unterbrechen die Berichterstattung zu YB.

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, Am Wochenende haben Kenan Kodro und Carlinhos beim Spiel GC-Lugano je einen Hattrick erzielt. Ja, einen Hattrick, Sie brauchen mir jetzt gar nicht mit diesem deutschen Geschwafel vom lupenrein kommen. Gab es das in der Geschichte des Schweizer Fussballs schon einmal, dass zwei Spieler im selben Spiel einen Hattrick erzielt haben? U.a.w..g., S. W., B.

Lieber Stefan, vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir haben uns schlau gemacht und sind in unserem Archiv auf den 4. Juli 2001 gestossen. Ja, damals fing die Super League noch sehr früh im Sommer an. Nun an diesem besagten 4. Juli 2001 spielten im Sittener Tourbillon der FC Sion und der FC Basel gegeneinander. Im Tor der Basler stand ein gewisser Pascal Zuberbühler. Dieser Herr Zuberbühler wurde von der 55. bis 62. Minute vom Franzosen Julien Pouyes mit einem lupenreinen Hattrick drei Mal bezwungen. Er erhöhte so von 2:1 auf 5:1. Sion-Trainer Laurent Roussey hatte wohl Mitleid mit dem Gast vom Rheinknie und so wechselte er direkt nach dem dritten Tor den Kameruner Samuel Ojong ein. Dieser erzielte zwischen der 79. und 86. Minute mit einem lupenreinen Hattrick die Tore vom 6:1 bis zum 8:1.

Am Ende der Saison wurde Basel mit 10 Punkten Vorsprung erstmals nach 22 Jahren Meister, dem FC Sion wurde die Lizenz entzogen. Weiter Einträge haben wir nicht gefunden, aber es kann natürlich sein dass irgendwann im 20. Jahrhundert mal drei Tore von zwei Spielern im selben Spiel erzielt wurden. Zumindest für die Super League haben Kodro und Carlinhos aber Geschichte geschrieben. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli