Archiv für die Kategorie ‘Südamerika’

Schriller Schnellschuss

Rrr am Dienstag den 20. Januar 2015

Was macht man eigentlich im Kreisssaal?

Natürlich dasselbe wie überall sonst auch: Ein Selfie schiessen.

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Inter-Stürmer Mauro Icardi wurde am Montag Vater. Nur Minuten nach der Niederkunft der kleinen Francesca versandte Icardi dieses Bild mit Mama Wanda Nara aus dem Kreisssaal an seine 406’825 Followers.

Früher dauerte es ja manchmal Wochen, bis endlich das Geburtskärtchen mit der B-Post bei den Verwandten und Bekannten eintraf. Mauro Icardi, der diese Saison in 25 Spielen 14 Tore schoss und 3 Assists lieferte, setzt in dieser Hinsicht neue Massstäbe.

Rustikales Rencontre

Rrr am Sonntag den 18. Januar 2015

In unserer Serie “Foul oder nicht Foul?” zeigen wir Ihnen heute eine knifflige Szene aus Argentinien.

Leandro Marín von den Boca Juniors (in Gelb) trifft auf Ricardo Centurion vom Racing Club.

Noch unsicher? Wir studieren die Szene noch von der anderen Seite.

Marín sah Rot. Wie? Ja klar, ein Freundschaftsspiel. Die Meisterschaft in Argentinien beginnt erst Mitte Februar.

Ruf deinen Buddha an

Herr Pelocorto am Samstag den 10. Januar 2015

Letzten Herbst hat Criolo ein neues Album veröffentlicht.

Eben «Convoque Seu Buda», das hilft. Der brasilianische Rapper Criolo stammt aus Sao Paulo und ist in seinem Heimatland mittlerweilen ein Superstar, der die Stadien füllt. Hier ein Ausschnitt aus seinem neuen Album («Plano de Vôo», Flugplan). Wenn Ihnen die Musik gefällt, können Sie das ganze Album gratis auf Criolos Website herunterladen.

Criolo ist Anhänger der Timão, der Corinthians oder des Sport Club Corinthians Paulista, schliesslich spielten und spielen dort Giganten.

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Criolo, Kleber Cavalcante Gomes (Klicken zum Vergrössern)

Getackelter Bruder

Lars Sohn am Mittwoch den 24. Dezember 2014

Im Rahmen unserer Serie «Foul oder nicht Foul?» schielen wir heute nach Ecuador.

Dort ereignete sich im Rückspiel des Finals um die Copa Pilsener 2014 zwischen Emelec und dem FC Barcelona folgende Szene: Der Spieler Bolaños vom FC Barcelona leistete sich während der neunten Spielminute ein Tackling der rustikaleren Art am Spieler Bolaños von Emelec. Bolaños gegen Bolaños? Also Alex Bolaños gegen Miller Bolaños. Miller ist der jüngere Bruder von Alex. Der Schiedsrichter beurteilte die Szene ohne Rücksicht auf familieninterne Angelegenheiten, also nur nach dem Regelbuch, und schickte Alex vom Feld.

Das Spiel endete übrigens 3:0 für Emelec, was zu einem Gesamtresultat von 4:1 über den FC Barcelona führte und den Siegern die Titelverteidigung einbrachte.

Doofer Doppelgänger

Rrr am Mittwoch den 10. Dezember 2014

Die chilenische Polizei hat Alexis Sanchez verhaftet.

ALEXISNein, nicht den Stürmer von Arsenal. Sondern sein Landsmann und Doppelgänger, der eigentlich Daniel Jesús Brizuela González heisst und seit langem gesucht wurde – unter anderem wegen mehrerer bewaffneter Raubüberfälle, Diebstähle und Betrügereien aller Art. Insgesamt soll er in den letzten 3 Jahren mehr als 40 Delikte begangen haben.

Die Medien tauften ihn “Alexis Sanchez”, mit gutem Grund: Der Mann weist nicht nur eine gewisse Ähnlichkeit mit dem berühmten Stürmer auf, sondern ist auch ein grosser Fan desselben. Deshalb bewegte er sich mit Vorliebe im früheren Barca-Trikot seines Idols durch die Stadt.

Das erleichterte der Polizei vermutlich die Festnahme, muss man sagen. Ganz schön doof. Noch doofer war allerdings die Staatsanwaltschaft, die einen Formfehler beging – weshalb “Alexis Sanchez” wieder auf freien Fuss gesetzt werden musste.

Bolivar schlägt Escobar

Rrr am Donnerstag den 30. Oktober 2014

Bitterer Abend für Gelbschwarz: The Strongest verlieren den Clásico gegen den Stadtrivalen mit 2:4.

Unser Leser Herr Etcheverry bereist zurzeit Bolivien. Letzte Nacht war er natürlich im Stadion in La Paz.

etcheDie Vorzeichen standen nicht schlecht. Vor kurzem haben die Spieler von The Strongest das Training wieder aufgenommen und den Streik beendet, in den sie getreten waren, weil sie seit Monaten keinen Lohn mehr erhalten hatten. Der Präsident des Vereins sitzt wegen Betrugs im Gefängnis, da er sich nicht mehr erinnern können will, wo er die gegen sechs Millionen Franken verlegt hat, die er diversen Leuten schuldet. Doch nun ist ein neuer Clubchef gewählt, am Freitag haben die Spieler zumindest mal den Lohn für den Monat August erhalten, und am Sonntag haben sie nach vier sieglosen Partien endlich wieder gewonnen – durch ein Penaltytor ihres Kapitäns mit dem klingenden Namen Pablo Escobar. Der 35-Jährige ist so etwas wie der Hakan Yakin des Altiplano. Er trägt die Zehn, beschränkt sein Laufpensum auf ein Minimum und hat den feinsten linken Fuss der ganzen Stadt.

So ruhten auch gestern wieder die ganzen Hoffnungen auf ihm – im Clásico, dem bisher wichtigsten Spiel des Jahres, dem 193. Duell gegen den Erzrivalen und Rekordmeister Bolivar im 42 000 Leute fassenden Estadio Hernando Siles, 3.637 Meter über Meer.

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Die Ambiance ist wunderbar, doch das Spiel kommt nicht recht in die Gänge. Zweikampfhärte verhindert Spielkultur, Escobar wird besonders hart angegangen, sobald er an den Ball kommt, und verliert er ihn, bleibt er stehen und gestikuliert.

Für die Musik sorgt ein anderer 35-Jähriger: Carlos Tenorio, ecuadorianischer Stürmer von Bolivar, bringt die Hellblauen kurz vor der Halbzeit in Führung. Nach der Pause dann lässt Escobar sein Genie aufblitzen. Erst schlenzt er den Ball an den Innenpfosten, kurz darauf lupft er ihn wunderbar in den Lauf seines Kollegen Rodrigo Ramallo, der zum Ausgleich einschiebt. Doch die Freude währt kurz: Nur drei Minuten später trifft Carlos Tenorio schon wieder, und als dann The Strongest auch noch den angeschlagenen Torhüter auswechseln muss – für Daniel Vaca kommt Marco Vaca, was einem vor Augen führt, dass es einen Verein gibt, bei dem zwei Torhüter „Kuh“ heissen – ist der Untergang der Gelbschwarzen eingeläutet.

Bolivar schiesst weitere zwei Tore, ehe Escobar in der Nachspielzeit noch einen Freistoss versenkt, gleich darauf Gelb wegen einer Provokation erhält und Glück hat, nicht vom Platz zu fliegen, als er einem Gegenspieler, der auf der Bahre abtransportiert wird, Wasser in den Schritt schüttet. Nach dem Schlusspfiff verschwindet Escobar schnurstracks in den Katakomben, während sich Kollege Chumacero noch etwas mit den gegnerischen Fans unterhält und Tenorio von Journalisten umgarnt wird.

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Bolivar übernimmt somit nach 13 Spielen die Tabellenführung, The Strongest verpasst den Anschluss an die Spitze.

«Agiboré»

Herr Pelocorto am Montag den 13. Oktober 2014

Zum Ausklang hören Sie noch ein paar Takte brasilianischen Funk.

Die brasilianische Band MPB4 ist uralt. Gegründet 1965 in Rio de Janeiro, sind die vier Herren in der Besetzung Aquiles, Miltinho, Malaguti und Dalmo immer noch aktiv. Agiboré, ein Stück aus ihrem 1972 erschienenen Album Cicatrizes taucht jetzt überraschend in einer modernisierten Version im Soundtrack von FIFA 15 wieder auf. Hier das Original:

Superclásico de las Américas

Herr Pelocorto am Samstag den 11. Oktober 2014

Im 19. Anlauf der erste Sieg: Polen 2, Deutschland 0

Zum fünften Mal trafen die beiden südamerikanischen Giganten Argentinien und Brasilien im Klassiker aufeinander.

Den Superclásico de las Américas – Doctor Nicolás Leoz Cup gibt es seit 2011. Spielte man 2011 und 2012 pro Jahr einmal in Argentinien und einmal in Brasilien gegeneinander, trifft man sich seit diesem Jahr nur noch einmal auf neutralem Grund. Heute fand das Spiel im Beijing National Stadium in Peking statt. Brasilien besiegte Argentinien mit 2:0.

Südamerika-Gipfel in China (Klicken zum Vergrössern)

Südamerika-Gipfel in China (Klicken zum Vergrössern)

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Nasser Superclásico

Herr Pelocorto am Dienstag den 7. Oktober 2014

Am Sonntag trennten sich River Plate und Boca Juniors im Superclásico im Stadion El Monumental 1:1.

 Si, soy de River! (Klicken zum Vergrössern)

Si, soy de River! (Klicken zum Vergrössern)

Zwei Tore, fünf Gelbe Karten, zwei Rote Karten und Regen ohne Ende.

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