Archiv für die Kategorie ‘Südamerika’

Top-Tipp

Rrr am Donnerstag den 19. März 2015

Regelmässig im Runden Leder: Die grosse Fotostory!

Heute: Penalty im Camp Nou. In den Hauptrollen: Barca-Goalie Ter Stegen, sein Kolleg Mascherano und dem Mascherano sein Nati-Kolleg Sergio Aguero.

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Gut, da sieht man jetzt nicht viel. Wir wechseln die Kamera und zoomen etwas näher.

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Abgelegene Brötchen

Rrr am Dienstag den 17. März 2015

Johan Vonlanthens Grosseltern backen an der kolumbianischen Karibikküste die wahrscheinlich besten Schokoladenbrote der Welt.

Von unserem Sonderkorrespondenten Herr Etcheverry

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Dieser Gaumenschmaus will verdient sein. Nur zu Fuss oder auf dem Maultier ist sie erreichbar, die Panaderia am Strand Arrecifes im Parque National Natural Tayrona, an der Karibikküste Kolumbiens. Ist man auf den engen, von dichtem Tropenwald gesäumten Pfaden den rowdyhaft reitenden hiesigen Cowboys erfolgreich ausgewichen, wird man belohnt mit dem köstlichsten Schokoladebrot von, ich darf wohl sagen, ganz Lateinamerika – ofenwarm, in der Grösse eines Halbpfünderlis, zu einem Franken. Und dieses Ambiente! Ich setz mich vor die Bäckerei und sehe: rechts und links Palmen, vor einem eine Lagune, davor der Strand und dann das stürmische Meer. Besser aber: die Sicht nach hinten, zur wellblechbedachten Bäckerei, an deren abblätternder Fassade fachmännisch eine verblichene Flagge unseres BSC YB, eine Schweizerfahne und ein „Hopp-Schwiiz“-Schal angebracht worden sind.

Bäckt da ein Exil-Berner? Nein. Señor Don Wilson, der hier seit über 50 Jahren mit blankem Oberkörper in einem primitiven Holzofen Gourmetbrote aufgehen lässt, ist der Grossvater von Johan Vonlanthen. Und da ist nicht nur er. Da ist die Grossmutter Johans, eine Grosstante, da sind Cousinen, Tanten, Neffen und Grossnichten – kaum möglich, den Überblick zu behalten. So viele sind sie, das nachts nicht alle in die Bäckerei reinpassen und drum manche draussen in Zweierzelten übernachten.

Hier vor der Bäckerei habe sich Johan stets ausgetobt, erzählt die Grossmutter, die zu ihm schaute, als seine Mutter schon in der Schweiz war. Mit einem Ball an den Füssen sei er rumgerannt, jeden Tag, auch samstags. Über diesen leidigen Samstag, an dem Johan sich aus Glaubensgründen lange nicht mehr zu Arbeiten im Stand sah und deshalb seine Karriere schier in den Sand setzte, möchte seine Grossmutter nicht mehr reden. „Das ist zum Glück vorbei“, sagt sie. Sie freue sich immer, wenn sie höre, dass es ihm gut gehe in „Servette“, wenn er wieder einmal einer ihrer Grossnichten, die Smartphones besitzen, eine Whatsapp-Nachricht hat zukommen lassen.

Nicht ganz selbstverständlich ist übrigens, dass Johann nicht schon gefressen wurde, bevor er seine Karriere überhaupt starten konnte. Die Lagune, die direkt vor der rustikalen Bäckerei liegt und aus der er mit Gewissheit das eine oder andere Mal einen Ball klauben musste, wird nämlich von zwei Kaimanen bewohnt, die sich mittags gerne im Duft der Schokoladenbrötchen sonnen. Einmal, so höre ich, sei ein Junge in der Lagune schwimmen gegangen und nicht mehr zurückgekommen. Doch auch auf der anderen Seite gibt es Verluste. Bis vor kurzem haben noch drei Kaimane in der Südwasserlagune gelebt, erzählt mir eine Cousine Johanns. Doch dann ist eine der immensen Wellen, die tosend an den vor der Lagune gelegenen Strand von Arrecifes anschlagen und gemäss der örtlichen Beschilderung schon über hundert Südamerikareisen jäh beendet haben, solch eine Welle also ist über den Strand bis in die Lagune geschwappt und hat einen der drei Süsswasserkaimane mit sich rausgezogen. Jetzt sind sie nur noch zu zweit.

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Was macht eigentlich …

Rrr am Freitag den 13. März 2015

… Radamel Falcao?

12Der 29-jährige Kolumbianer wechselte 2009 nach Europa, schoss Tore am Laufband zuerst für Porto (bis 2011) und dann für Atletico Madrid. Für die Rojiblancos traf “El Tigre” 52-mal in 68 Spielen.

Das Geld lockte ihn 2013 nach Monaco: Der Klub lockte ihm mit einem Jahreslohn von 14 Millionen Euro.

Am 22. Januar 2014 erlitt Falcao in einem Cupspiel gegen Amateure einen Kreuzbandriss, verpasste danach die Rückrunde und auch die WM. Weil Kolumbien auch ohne ihn gross herauskam, ging er beinahe vergessen. Monaco ging im Sommer ein Leihgeschäft mit Manchester United ein. Trainer Louis van Gaal äusserte sich begeistert: “Er ist einer der effektivsten Angreifer. Wenn ein Spieler seines Formats zu bekommen ist, muss man diese Gelegenheit nutzen.”

Bald musste der Holländer allerdings feststellen, dass Falcao nicht fit ist. Und das änderte sich auch nicht. Im Dezember klagte Van Gaal, Falcao habe noch immer bloss Luft für 20 Minuuten. Er bringe ihn nur gelegentlich, wenn Rooney verletzt sei und es wirklich nicht anders gehe. Ganze vier Tore hat “El Tigre” in dieser Saison geschossen.

Den vorläufigen Tiefpunkt erreichte er diese Woche. Am Montag sah er das Cup-Aus gegen Arsenal von der Ersatzbank aus. Am Dienstag musste der einstige Weltstar mit ManUtds U21-Mannschaft gegen Tottenham im leeren Stadion antreten. Dass der Klub im Sommer die Übernahmeoption wahrnimmt, ist angesichts des vereinbarten Preises von 60 Millionen Euro eher unwahrscheinlich.

Toter Torwart

Rrr am Freitag den 13. März 2015

Ein Notbremsefoul. Gleich zückt der Referee die rote Karte. Was tun?

Ganz einfach: Man stellt sich tot. Aber wirklich mausetot.

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Maximo Banguera, Torhüter des ecuadorianischen Klubs Barcelona SC, entschloss sich zu diesem Kunstgriff in der Copa Libertadores. Der Schiedsrichter war zuerst ratlos, versuchte den Mann dann wiederzubeleben, was erfolglos blieb. Dann liess er die Pfleger kommen. Nach gut einer Minute kam Banguera überraschend wieder zum Bewusstsein, worauf er endlich vom Platz verwiesen werden konnte. Bewegte Bilder sehen Sie im Internet.

Nach dem längeren Unterbruch wurden übrigens fünf Minuten nachgespielt. In dieser Zeit gelang den Gästen aus Kolumbien das 2:1-Siegestor.

Was macht eigentlich …

Rrr am Dienstag den 10. März 2015

… das WM-Stadion von Brasilia?

123Das Estádio Nacional de Brasília Mané Garrincha mit seinen 70.000 Plätzen wurde im April 2013 eröffnet. Fast 460 Millionen Franken kostete die Arena. Sieben WM-Spiele gingen dort über die Bühne.

Dummerweise gibt es in Brasilia keinen Klub, der mehr als 10.000 Fans anlocken würde. Deshalb steht das nigelnagelneue Stadion nun meistens leer. Die Betreiber haben sich daher entschlossen, das Stadion den Verkehrsbetrieben zu vermieten.

Diese nutzen das Areal als Depot für 400 Verkehrsbusse. So kann ein Teil der monatlichen Stadion-Kosten von 180.000 Franken gedeckt werden.

In Katar ist das alles viel besser organisiert. Die Stadien sollen nach der WM 2022 zurückgebaut und in Modulen nach Afrika verschenkt werden.

Ohne Fest kein Cup!

Herr Pelocorto am Samstag den 7. März 2015

Diesen Sommer blickt die Fussballwelt nach Chile.

Vom 11. Juni bis 4. Juli 2015 findet in Chile die 2015 Campeonato Sudamericano Copa América, also die Südamerika-Meisterschaft, statt. Das wird ein Riesenfest! Oder doch nicht?

José Roa, der Verantwortliche für die Stadion-Sicherheit, hat in einem Interview erklärt, man wolle einen Rahmen für ein friedliches Fest schaffen. Deshalb würden Trommeln, Feuerwerk sowie Fahnen, Flaggen, Choreos und dergleichen aus den Stadien verbannt. Trommeln könnten in einem Notfall die Ausgänge verstopfen und Fahnen würden es ermöglichen, dass verbotene Gegenstände in die Stadien geschmuggelt würden.

Roa will zudem das Alkoholverbot, das in Chiles Stadien generell gilt, auch während das Turniers rigoros durchsetzen, Gesetz sei schliesslich Gesetz. Fairerweise muss man anfügen, dass der südamerikanische Fussball durchaus gewalttätige Fangruppierungen kennt, Roas Absichten also nicht völlig abwegig sind.

Die Fans allerding sind empört, alle würden als Kriminelle abgestempelt, schliesslich würden Trommeln keine Gewalt erzeugen. Aus ihrer Sicht ist klar, so wird das kein Fest.

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Die Anhänger Colo Colos protestieren am 22. Februar gegen die vorgesehenen Sicherheitsmassnahmen

Falls Sie so Sicherheitszeugs nicht interessiert: Das Maskottchen des Turniers ist der Andenschakal und es heisst Zincha, ein Kunstwort aus Zorro (Fuchs) und Hincha (Fan).

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Interessante Interventionen

Rrr am Mittwoch den 4. März 2015

Jamilton faustet den Gegner weg.

Also eigentlich wollte der Torwart von Vilhera aus Brasilien nur Gefahr von seinem Gehäuse abwenden. Doch wo er den Ball vermutete, befand sich eben der Kopf von Ponte Pretas Stürmer Fabio Santos.

Richtig, keine Karte und kein Penalty. Das Spiel nahm nach einer längeren Verletzungspause seinen Fortlauf und endete 1:1.

Interessant übrigens die Erstverarztung des Stürmers. Die Pfleger stülpten ihm eine Art Badekappe über, damit alles etwa dort bleibt, wo es sein sollte. Später wurde der Koipf mit zehn Stichen wieder solid zusammengenäht.

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Populärer Pfleger

Herr Shearer am Sonntag den 1. März 2015

Weil Sonntag ist, lernen wir heute Edson Borges kennen.

edson1Edson ist Pfleger und Masseur beim brasilianischen Verein Colo-Colo, der seinen Name vom berühmteren chilenischen Klub übernommen hat und im Campeonato Baiano spielt. Wenn sich ein Spieler von Colo-Colo verletzt, dann kommt Edson Borges auf den Platz und steht dort sofort im Blickpunkt: denn während auf allen anderen Fussballplätzen dieser Welt die Pfleger langweilige Trainingsanzüge tragen, fällt Pai Ogum, wie er auch genannt wird, durch seine wallenden religiösen Gewänder und die Sonnenbrille auf.

Natürlich haben auch die Fans Freude am Aushängeschild ihres Klubs, wie der gläubige Edson Borges sagt: “Sie singen: ‘oh, heiliger Vater, oh, heiliger Vater’, wenn ich das Spielfeld betrete. Meine Kleidung wirkt positiv, Intoleranz bekam ich nie zu spüren”.

Venezolanische Freude

Rrr am Dienstag den 10. Februar 2015

Alexander Gonzalez findet das Glück.

Sportlich läuft es dem YB-Venezolaner nicht rund. Nach einem Gastspiel in Aarau wurde er nach Thun weitergereicht. Privat aber befindet sich der 22-Jährige im siebten Himmel.

Vor dem Spiel gegen Aarau in der Stockhorn Arena machte Gonzalez seiner Freundin Maria einem Heiratsantrag. Den 4628 Zuschauern stockte der Atem. Maria sagte Ja!

Die Szene rührte auch die Besitzer des Solbads in Sigriswil. Sie offerierten dem Paar spontan die schönsten Suite, die es in der Wohngemeinde des SVP-Nationalrats Adrian Amstutz gibt.

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Gonzalez sass übrigens 70 Minuten auf der Bank. Nach dem Führungstreffer von Thun wurde er eingewechselt und konnte hautnah miterleben, wie seinem YB-Klubkollegen Moreno Costanzo der Ausgleich für Aarau gelang.

In der Pampa

Herr Pelocorto am Freitag den 30. Januar 2015

Zur Einstimmung auf das Wochenende wie immer hier um diese Zeit: Südamerikanische Musik.

Kann man die indigene Volksmusik aus dem Altiplano mit Hip Hop verbinden? DJ Bitman kann. Der Chilene, der unter anderem für den Soundtrack zum EA SPORTS 2014 FIFA World Cup Brazil einen Song beisteuerte, hat eben ein neues Album veröffentlicht, aus dem Sie Cruzando La Pampa hören. Neben Bitman im Trilby wirkt Zaturno mit.

Fataler Fingerzeig

Rrr am Donnerstag den 29. Januar 2015

Hätten Sies gewusst? Deutschland schlug Brasilien letztes Jahr 7:1.

Jetzt hat es auch Juanfran mitbekommen, der spanische Internationale und Mittelfeldspieler bei Atletico Madrid. Das Resultat hat ihn so belustigt, dass er gestern den Barca-Brasilianer Neymar sieben Finger entgegenstreckte (unser Funkbild).

juanfran

Juanfran geriet mit seiner Provokation allerdings an den Falschen. Erstens war Neymar im fraglichen 1:7-Spiel gar nicht dabei. Und zweitens rächte sich der Brasilianer anschliessend mit zwei Toren, die den Sieg von Barcelona über Atletico besiegelten.

Brasilianer werden in den europäischen Ligen öfter mit Hinweisen auf den WM-Halbfinal provoziert. So beklagte sich Bayern-Abwehrspieler Dante neulich über die Sprüche von Mitspieler Thomas Müller. “Mach keine Witze mehr, die bringen mich nicht zum Lachen”, soll er Müller schliesslich gesagt haben. “Und wenn mich das nicht zum Lachen bringt, werde ich sauer und es knallt!” Dante beteuerte kurz darauf, er habe das nicht ernst gemeint.

Schriller Schnellschuss

Rrr am Dienstag den 20. Januar 2015

Was macht man eigentlich im Kreisssaal?

Natürlich dasselbe wie überall sonst auch: Ein Selfie schiessen.

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Inter-Stürmer Mauro Icardi wurde am Montag Vater. Nur Minuten nach der Niederkunft der kleinen Francesca versandte Icardi dieses Bild mit Mama Wanda Nara aus dem Kreisssaal an seine 406’825 Followers.

Früher dauerte es ja manchmal Wochen, bis endlich das Geburtskärtchen mit der B-Post bei den Verwandten und Bekannten eintraf. Mauro Icardi, der diese Saison in 25 Spielen 14 Tore schoss und 3 Assists lieferte, setzt in dieser Hinsicht neue Massstäbe.