Archiv für die Kategorie ‘Sie waren Young Boys’

Mysteriöses Matchplakat

Herr Shearer am Donnerstag den 21. April 2022

YB und die städtischen Verkehrsbetriebe – das war schon früher ein Traumpaar.

Neulich stolperte der Autor dieses Artikels beim Blättern im Internet über ein Foto zweier Berner Trams, mutmasslich im alten SVB-Depot im Burgernziel aufgenommen. Beim genaueren Hinschauen fielen ihm dabei speziell die Plakate an deren Seiten auf: sie bewarben ein Spiel einer algerischen Auswahl gegen die berühmten Berner Young Boys. Das Datum allerdings war unleserlich, und auch auf allen einschlägigen Webseiten und in der gängigen YB-Literatur liess sich kein Hinweis finden. Wann wurde das Bild überhaupt aufgenommen? Die abgebildeten Triebwagen vom Tpy Be 2/2, bereits damals in einem stattlichen Alter, verkehrten noch bis 1973. Ältere Leser:innen können sich sicher noch erinnern, dass  1958 hurtig alle Fahrzeuge mit Blinkern ausgerüstet werden mussten. Die sind aber nicht zu erkennen, was zum Trugschluss verleiten könnte, der Match hätte vor 1958 stattgefunden. Aber selbst wer einen Fensterplatz in Geschichte hatte, weiss, dass Algerien erst 1962 von Frankreich unabhängig wurde und erst dann eine Nationalmannschaft gebildet wurde.

Das Rätsel liess sich übrigens ganz einfach lösen: im sehr, sehr löblichen Zeitungsarchiv einfach das Berner Leitmedium “Der Bund” angewählt, im Suchfeld “Young Boys Algerien” eingegeben und schon spuckte der Rechner das Resultat aus. Am 12. Mai 1965 besiegten die Berner die Algerier mit 2:1 dank Toren von Theunissen und Lehmann. Geniessen Sie jetzt noch den Matchbericht!

Screenshot: e-newspaperarchives.ch

Variierende Werte

Herr Shearer am Donnerstag den 10. März 2022

Vier Spieler haben die berühmten Berner Young Boys im Winter in Richtung Ausland verlassen.

Sie alle sind allerdings nur ausgeliehen, drei (Aebischer, Hefti, Nsame) nach Italien, einer (Christopher Martins) nach Putinstan. Ihre Bilanz nach den Wechseln ist doch sehr unterschiedlich. Die Zahlen, welche wir Ihnen zum Zmorge serviert haben, widerspiegeln in kürzestmöglicher Form deren individuelle Bilanz seit deren Abgang aus Bern – Anzahl Spiele, Einsatzminuten, Tore, Assists (Daten: transfermarkt.de).

Was sagen uns diese Zahlen? Keine Ahnung, aber Sie sagen es uns sicher gerne in den Kommentaren!

Erblassende Erinnerung

Herr Maldini am Dienstag den 8. März 2022

Facharzt Dr. Abdi Almen-Lafti referiert über aktuelle Themen. Heute: Schlechte Sicht.

Guten Tag Herr Almen-Lafti. Ich habe eine Frage zum ehemaligen YB-Trainer David Wagner (ältere Leser:innen erinnern sich, Anm. d. Red.). Bei Huddersfield und Schalke trug Herr Wagner stets eine Brille, in Bern habe ich ihn nie mit einem Nasenevelo gesehen. Hatte er allenfalls seine Brille verlegt und deshalb seine Young Boys gar nie richtig gesehen? Weshalb hat YB ihm keine neue Brille spendiert? Das wäre ja schon etwas knausrig. Danke für Ihr Expertise, H. M. aus B.

Links David Wagner als Trainer von Huddersfield Town, rechts David Wagner als Trainer von Young Boys Bern. Bilder: Keystone.

“Guten Tag Herr Maldini. Ich konnte kurz mit meiner Schwiegermutter sprechen, deren Cousin zweiten Grades seit einem halben Jahr eine Brille trägt (um ehrlich zu sein: Es ist meine Ex-Schwiegermutter). Er meinte, dass eine Sehschwäche die unterschiedlichsten Symptome und viele Gründe haben könne. Auch andauernder Stress und Übermüdung könnten schlechtes Sehen verursachen, sagte er. Dabei hätten nicht nur ältere Menschen Probleme mit den Augen. Alle Altersklassen könnten von einer Sehschwäche oder auch einer Augenkrankheit betroffen sein. In jedem Fall gelte: Sehstörungen seien immer ernst zu nehmen, meinte er.

Allerdings hat Herr Wagner anstatt einer Brille vielleicht einfach auch Linsen verwendet. Diese sind dank ihres hohen Eiweiss-, Protein- und Ballaststoffgehaltes sehr gesund. Sie liefern viel Energie, machen lange satt und sind dabei besonders fettarm, aber ich schweife ab. In dem Sinn Hopp de Bäse und alles Gute, Ihr Dr. Abdi Almen-Lafti”

Oha Lätz (MCMXVIIII)

Rrr am Mittwoch den 2. Februar 2022

Wer findet die fünf Unterschiede?

Links Denis Zakaria beim Coiffeur im Breitsch (2017), rechts Denis Zakaria bei der Präsentation in Turin (2022).

Sie waren Young Boys

Briger am Montag den 31. Januar 2022

BREAKING NEWS: Nicolas Bürgy wechselt per sofort nach Dänemark #yellowblackmonday

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, vor langer Zeit spielte in Bern mal ein französischer Fussballspieler, der kurz nach Saisonstart und nach erfolgter Europa-League-Gruppenphase-Qualifikation das Weite suchte und sich einem süddeutschen Verein anschloss. Ist er inzwischen weltberühmt? U.A.w.g. A.G., B. und T.

Lieber Adrian
Vielen Dank für die Anfrage. Nun, der besagte Herr, Yoric Ravet, legte leider nach seinem Abgang in Bern keine Weltkarriere hin. Bereits bei seinem allerersten Einsatz für Freiburg musste er infolge des allerersten VAR-Platzverweises der Bundesliga-Geschichte duschen gehen. Am Ende, nach 676 Minuten verteilt auf 17 Einsätze und einem Tor im Pokal gegen Werder Bremen, folgte eine Leihe zum Grasshopper Club Zürich, verbunden mit dem Abstieg des Rekordmeisters. Das einzige Tor erzielte Herr Ravet immerhin gegen den FCZ. Zurück in Freiburg folgte ein ganzes Jahr ohne Einsatz, ehe es zur Saison 2020/21 zurück zum Jugendverein Grenoble Foot 38 ging. In der Ligue 2 gab’s in der ersten Saison 28 Einsätze und fünf Tore, plus zwei Spiele in der Aufstiegsrelegation gegen Paris und Toulouse, in der aktuellen Saison immerhin 15 Einsätze und vier Tore, wobei der letztjährige Fastaufsteiger in tiefer Abstiegsnot steckt. Nur dank des besseren Torverhältnisses steht der Club nicht auf einem Abstiegsplatz. Die schlechten Leistungen kosteten im Dezember Trainer Maurizio Jacobacci den Job.

Weiteres lesen Sie hier oder hier.

Sie sehen, Bern zu verlassen ist nicht immer die beste Entscheidung. Mit vorzüglicher Hochachtung, Ihr Dr. Rüdisühli

Buongiorno Bologna

Herr Winfried am Mittwoch den 26. Januar 2022

Michel Aebischer zügelt vom beschaulichen Heitenried nach Bologna, in die Stadt.

Bologna. Bild: Keystone-SDA

Heitenried hat rund 1’400 Einwohnende, Bologna knapp 400’000. Im einen Ort spricht man Senslerdeutsch, im anderen Italienisch. Was muss das YB-Eigengewächs sonst noch wissen vor seinem Umzug in den Süden?

Wir haben nachgefragt bei Herrn Maldini, der als Italiener Bologna recht gut kennt.

Herr Maldini.

Herr Maldini, Michel Aebischer wechselt also zu Bologna. Was denken Sie, wird sich der Freiburger Chnöbu dort wohlfühlen?

Tschuldigung, was ist ein Chnöbu?

Ein Burscht, das kennen Sie doch, Sie sind ja grad ennet der Sense aufgewachsen (Schwarzenburg, Anm. d. Red.).

Ah, jetzt wo Sie es sagen. Im mondänen Bern vergisst man schnell. Item, ich denke schon. In Bologna hat es Sonne, es ist warm und es ist in Italien.

Bologna ist auch mondän. Wo bekommt der Michel denn etwas Feines zu essen?

Ich habe rasch auf TripAdvisor nachgeschaut, im Ristorante Sotto l’Arco esse es sich formidabel. Ist aber etwas ausserhalb der Stadt, er wird wohl ein Auto benötigen.

Ein Auto? Durchaus eine Umstellung, nach dem Alltag in der Velostadt Bern.

Ja, leider, dabei sind die Velowege in der Toscana super.

Bologna ist gar nicht in der Toscana, sondern gehört zur Region Emilia Romagna.

Nein, natürlich nicht, aber es ist auf dem Weg dorthin.

Item, durstig wird Michel bestimmt auch auf seiner Reise. Wo findet er gutes Mineralwasser?

Vor dem und im Stadion kann man sich eigentlich prima mit Getränken eindecken.

Sehr gut. Als gut gebildeter urbaner Mittelschichtler kennen Sie bestimmt auch die Universität von Bologna bestens. Worin könnte sich der noch junge Michel Aebischer weiterbilden?

Schwierige Frage. Da müsste ich jetzt länger überlegen.

Vielen Dank für Ihre Auskünfte!

Herr Maldini verbrachte einmal einen Tag in Bologna und übernachtete in der Jugendherberge etwas ausserhalb der Stadt. Wie ein Leser neulich in der Kommentarspalte empfiehlt auch er einen Besuch bei Tante Ceccarelli.

Quasi Quiztag

Herr Winfried am Mittwoch den 29. Dezember 2021

Gesucht ist eine Ortschaft in der Schweiz.

Mindestens zwei ehemalige Profi-Fussballer sind an diesem Ort geboren – beide verbrachten eine gewisse Zeit ihrer Karriere beim berühmten BSC Young Boys und sprachen durchaus den Dialekt von ihrem Geburtsort. Einer der beiden erzielte in seiner Berner Zeit insgesamt 48 Tore, der andere immerhin 8. Sie waren aber nie gleichzeitig in Bern unter Vertrag. Ah, und es wurden auch beide mal Schweizer Meister, einfach nicht mit YB.

Der Lokalverein des gesuchten Orts hat seine erste Mannschaft aktuell in der regionalen 3. Liga. Es sieht gut aus: Das Team führt die Meisterschaft nach der Hälfte der Saison an. Der Ort wird im Volksmund übrigens anders genannt, als man ihn schreibt (und ausserhalb der Region kennt) – dieser Spitzname sitzt so tief, dass ihn Wikipedia gleich an erster Stelle, also im ersten Satz, nennt. Der Spitzname kommt zudem auch in einer lokalen Biermarke vor.

Wer am frühsten an diesem Morgen die Puzzleteile zusammensetzen kann, gewinnt a) das Spiel, b) wie immer Rum und Ehre sowie c) einen Preis, für dessen Auswahl er oder sie kontaktiert werden wird. Nennen Sie also bitte die gesuchte Ortschaft sowie die beiden ehemaligen YB-Spieler.

Mitspielen können Sie auf 0800 1898 1898 (Fr. 1.898/Sekunde) oder gratis per WAP. Viel Erfolg!

Tipptopper Teppich

Rrr am Mittwoch den 6. Oktober 2021

In unserer Serie “Schöner wohnen mit berühmten Fussballern” besuchen wir heute den Sion-Stürmer Guillaume Hoarau.

Die Putzhilfe durfte auch mit aufs Bild, und wie die Katze heisst, wissen wir leider nicht. Aber wenn es Sie interessiert, wie es so tönt in Guis Walliser Appartment, drücken Sie hier auf diesen Link. Aber Vorsicht: Der Klick erfolgt auf eigenes Risiko, wir lehnen jede Haftung ab.

Drittes Treffen

Rrr am Samstag den 21. August 2021

Wiedersehen macht Freude.

Gerry Seoane und Adi Hütter sehen sich heute in der Bundesliga, beim Spiel Leverkusen-Mönchengladbach (18.30, Sky).

Es ist das dritte Mal, dass die beiden Trainer in einem Match aufeinandertreffen.

Die Premiere gabs am 28. April 2018 beim Super-League-Spiel YB-Luzern (Bild oben). Das zweite Treffen folgte am 10. Juli 2019 beim Testspiel YB-Frankfurt (Bild unten).

Einmal siegte Hütter, einmal Seoane. Und beide Male gewann YB. Zumindest das wird heute anders sein.

Was macht eigentlich …

Rrr am Sonntag den 15. August 2021

… Sigi Siegenthaler?

Ältere Leser erinnern sich: Der frühere FCB- und YB-Spieler war lange Jahre als Chefscout des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) tätig. Doch das ist vorbei: Löw weg, Sigi weg! Im Gespräch mit dem Basler Webportal “Online Reports” blickt der 73-Jährige auf seine bewegte Zeit in der Fussballwelt zurück.

Im Pyjama beim FCB. Berühmt wurde Sigi Siegenthaler als FCB-Spieler. In einem Trainingslager in Bangkok sagte Trainer Benthaus am Abend: “Ich noch kurz mit Ruedi Wirz weg. Um 23 Uhr seid ihr alle im Pyjama!” Als Benthaus spätabends zurück ins Hotel kam, sass die ganze Mannschaft im Pyjama im Hotelrestaurant.

Mit der Polizei von Bern nach Basel. Nach dem Cupsieg mit YB 1977 und den ausgedehnten Feierlichkeiten wollte Sigi Siegenthaler spätabends zurück nach Basel fahren. In Burgdorf geriet er in eine Polizeikontrolle. Der Mann erkannte ihn: “Losed, sit ihr dä Sigu vom Beäsze YB? Sitzet uf e Bifahrersitz!» Darauf fuhr der Polizist Sigi Siegenthaler bis Egerkingen, den Rest der Strecke erledigte ein Basler Polizeikollege.

Mit Rat und Tat im Verwaltungsrat. Online Reports schreibt es so: “Als ihn die Gebrüder Rihs in den YB-Verwaltungsrat holten, machte sich der gelernte Architekt keine Freunde, als er dem Team keine Steigerung prophezeite, wenn sich klubintern nichts ändere.” In der Tat! Kaum war Sigi Siegenthaler 2016 weg, begann der YB-Aufschwung.

Alle weiteren Informationen finden Sie im Internet.

Aussergewöhnliche Arbeitsplatzteilung

Val der Ama am Donnerstag den 15. Juli 2021

Unser Berufsberater Bernhard Beyeler über den Vorteil, die Arbeitszeit und -dauer individuell zu gestalten.

Liebe Lesenden, seit 25 Jahren beobachte ich nun den Arbeitsmarkt und stelle fest: Immer mehr Menschen streben nach mehr Ausgeglichenheit in Beruf und Privatleben. Für alle, die neben ihrer Erwerbstätigkeit weitere Aufgaben erfüllen möchten, ist Jobsharing eine Chance, um im Berufsleben erfolgreich zu sein und gleichzeitig im professionellen Netzwerk verankert zu bleiben.

Das Jobsharing ist das Teilen eines Arbeitsplatzes im wahrsten Sinne des Wortes. Zwei dafür qualifizierte Arbeitskräfte teilen sich einen Arbeitsplatz, beide tragen die Verantwortung für die dort vertraglich auszuführenden Tätigkeiten.

Auch wenn Jobsharing für Arbeitgeber attraktive Vorteile bietet, sind die Vorbehalte in vielen Firmen gross. Zu kompliziert, zu viel Aufwand, zu viel Administration heisst es oft. Ganz anders da aber der katarische Ligue 1-Klub FC Paris Saint-Germain, der gleich eine der wichtigsten Positionen im Jobsharing anbietet: Der Verein hat eben Gianluigi Donnarumma unter Vertrag genommen, und der frischgebackene Europameister soll seinen Posten zwischen den Pfosten mit Keylor Navas teilen.

Das ist nicht weiter aussergewöhnlich, aber der FC Paris Saint-Germain geht noch einen Schritt weiter! Mit Alphonse Areola, Sergio Rico, Marcin Bulka, Garissone Innocent, Denis Franchi und Meistertorwart Alexandre Letellier sind gleich noch sechs weitere Goalies unter Vertrag. Das ist Jobsharing in Perfektion und für die Arbeitsnehmer eine Garantie für eine ausgeglichene Work-Life-Balance.

Triumph und Tränen

Rrr am Sonntag den 23. Mai 2021

Wo Freude ist, da ist auch Frust.

Atlético Madrid sicherte sich den Titel gestern mit einem 2:1-Sieg in Valladolid. Für Trainer Diego Simeone war es die zweite Meisterschaft in seiner zehnjährigen Amtszeit.

In der Stunde des Triumphs zeigte er Mitgefühl und tröstete auf dem Rasen Spieler des Gegners – denn Real Valladolid war soeben abgestiegen.

Besitzer von Valladolid ist bekanntlich der dreimalige Weltfussballer und zweifache Weltmeister Ronaldo Luís Nazário de Lima (“Der wahre Ronaldo”, wie ihn seine Fans nennen). Der Abstieg des Vereins ist Ronaldos erster Rückschlag als Klubbesitzer. Der schwerreiche Brasilianer ist aber entschlossen, sein Engagement fortzuführen.

Traurig war gestern auch Saidy Janko. Letzten August feierte er noch den Meistertitel mit YB, jetzt stieg er mit Valladolid ab. “Fussball ist manchmal brutal”, erklärte Janko. “Wir waren heute nahe dran, aber wie so oft in dieser Saison hat es am Schluss nicht gereicht.”

Wie es für Janko weitergeht, ist nicht bekannt. Porto hatte den Zürcher im Sommer 2019 für ein Jahr an YB ausgeliehen und letzten Herbst für 1,9 Millionen Euro an Valladolid verkauft.