Archiv für die Kategorie ‘FIFA’

Abgefahrene Awards

Herr Maldini am Dienstag den 25. September 2018

Gestern fanden diese Fifa-Awards da statt, die das Runde Leder boykottiert, seit die Versanstaltung in London und nicht mehr in Zürich stattfindet. Wir freuten uns trotzdem für Marta und Luka Modrić.

Und resümieren:

  • Mo Salah wurde bei der Wahl zum Weltfussballer des Jahres Dritter, schaffte es aber nicht in die Weltauswahl der besten Elf.
  • Umgekehrt Lionel Messi: Er schaffte es in besagte Auswahl, aber bei der Weltfussballerwahl nur auf Platz fünf.
  • Thibaut Courtois wurde zum Torhüter des Jahres gewählt, den Kasten der Auswahl des Jahres aber hütet David de Gea.
  • In die Elf des Jahres schaffte es auch Dani Alves. Seine beeindruckende Bilanz 2018: 16 Spiele für PSG, zwei Länderspiele, keine WM-Teilnahme und in der aktuellen Saison noch kein Spiel.
  • Neben de Gea, Alves und Messi wurden in die Mannschaft des Jahres auch Varane, Ramos, Marcelo, Kanté, Hazard, Modrić, Mbappe und Ronaldo gewählt.
  • Messi übrigens stimmte beim Best Player Award für 1. Modrić, 2. Mappé und 3. Ronaldo. Ronaldo legte die Zettel in die Urnen von 1. Varane, 2. Modrić und 3. Griezmann.

Zum Abschluss möchten wir Ihnen noch ein aktuelles Bild von Franck Ribéry zeigen:

Foto: Instagram.

Würdige Wahl

Rrr am Mittwoch den 1. August 2018

Es folgt eine Grundsatzerklärung unseres Chefredaktors Herr Rrr.

„Liebe Freunde des Runden Leders, der heutige Tag bietet uns Gelegenheit, die Tagesaktualität für einmal hintan zu stellen und uns stattdessen mit einer der grossen Fragestellungen unserer Zeit zu befassen: Wer wird eigentlich Weltfussballer des Jahres 2018?

Machen wir uns nichts vor, die zwei Herren, welche den Titel seit 2008 unter sich aufteilten, kommen nicht in Frage. Cristiano Ronaldo hat zwar die Champions League gewonnen, aber er hat die WM vergeigt und fiel dort letztlich nur als Top-10-Mitglied in der Schwalbenhitparade auf. Über Lionel Messi müssen wir nicht viele Worte verlieren, er hat auch diese Saison keinen internationalen Titel gewonnen.

Die Messi-Cronaldo-Ära kommt also zu einem Ende. Wer aber folgt?

Ich habe mir wochenlang den Kopf zerbrochen, ich habe mir Tausende Namen durch den Kopf gehen lassen, und letztlich kam ich zum Schluss: Ideal wäre jemand, der dieses Jahr sowohl die Champions League als auch die WM gewonnen hat.

Nach intensiven Recherchen kann ich Ihnen den Namen des Betroffenen präsentieren: Es ist Raphaël Varane, der französische Innenverteidiger von Real Madrid, der als weltweit einziger Spieler beide Kriterien erfüllt.

Die Wahl von Varane wäre nicht nur aus empirischen Gründen folgerichtig. Mit der Auszeichnung eines Innenverteidigers gäbe die FIFA vielmehr auch einem Schlüsselposten des modernen Weltfussballs seine wohlverdiente Wertschätzung. Überdies wäre es ein Bekenntnis zum Fairplay im Sport, denn es gibt wohl kaum einen faireren Abwehrspieler als Raphaël Varane: Ohne eine einzige gelbe Karte wurde er Fussball-Weltmeister, und die vier Champions-League-Titel holte er (als Verteidiger!!) mit insgesamt 3 Verwarnungen in 46 Einsätzen.

Ich werde das Bewerbungsdossier noch heute an Dr. Infantino abschicken. Wenn die FIFA sportliche Argumente höher gewichtet als kommerzielle Interessen, ist die Sache so gut wie gegessen. Ihnen allen wünsche ich einen besinnlichen 1. August.“

Dienstfertige Darstellung

Herr Maldini am Dienstag den 17. Juli 2018

Es ist höchste Zeit, kurz auf die abgelaufene Weltmeisterschaft zurückzuschauen. Werfen Sie mit uns einen Blick auf eine etwas andere Darstellung: 210 Länder, 935 Spiele, mit Italien.

Ein Klick auf das Bild vergrössert das Erlebnis eindeutig.

Quelle: Reddit/Jed Grabman

Ein Spiel, ein Bild

Rrr am Sonntag den 15. Juli 2018

Heute: WM-Final 2018.

Frankreich holt den Titel, Kroatien ist Weltmeister der Herzen. Das wars vom FIFA World Cup 2018, vielen Dank für alles und auf Wiedersehen im Dezember 2022 in Katar.

20 WM-Finals

Rrr am Sonntag den 15. Juli 2018

Der Durchschnittsschweizer wird 80,1 Jahre alt – das heisst, er erlebt im besten Fall 20 WM-Finals.

Die ersten beiden verpasst er allerdings infolge seiner frühkindlichen Phase. Beim dritten ist er zwischen 8- und 12-jährig und beschliesst nach dem grossen Spiel, selber Fussballer zu werden. Er träumt von einer Weltkarriere und weiss, dass er eines Tages selber in so einem WM-Final stehen wird.

Beim vierten Endspiel steckt er in der Pubertät und verpasst den Match, weil er gerade seine grosse Liebe hinter dem Bahnhofkiosk küsst. Den fünften Final sieht er mit mehreren Freunden in einer winzigen Studentenloge. Dabei trinkt er 14 Flaschen Bier und kann sich später an nichts erinnern.

Beim sechsten Final ist er Anfang 20 und hat alle Hoffnung auf eine Fussballerkarriere fahren lassen. Er studiert Jus und liest lieber ein gutes Buch.

Herr Müller findet einen super Job in einem Anwaltsbüro, er ist geputzt und gestrählt und sieht nichts vom siebten WM-Final seines Lebens, weil er Überstunden schieben muss. Die WM-Finals kommen und gehen jetzt immer schneller, immer schneller, und eines Tages träumt Müller, wie er in der 85. Minute eingewechselt wird, 90.000 Zuschauer im Stadion und Millionen am Bildschirm – plötzlich ereilt ihn ein Steilpass im Strafraum, er zögert, einen Moment nur zögert er, da grätscht ihm ein Verteidiger zwischen die Beine, der Schiedsrichter pfeift nicht, das Spiel ist aus, Herr Müller verliert 0:1.

Den zwölften Final, im Alter von 44 Jahren, schaut er alleine am Fernseher, nachdem ihn seine Frau verlassen hat. Beim dreizehnten Final beginnt er seinen Lebensentwurf in Frage zu stellen und trauert der verpassten Fussballerkarriere nach.

Es folgen dann noch einige melancholische Spiele, mehrere umstrittene Penaltys und zwei Herzinfarkte, und schon naht der 20. Final und der Schlusspfiff.

Weit und breit ist kein Pokal in Sicht.

Selektive Sanktionen

Herr Shearer am Donnerstag den 12. Juli 2018

Grosses WM-Quiz im Runden Leder!

Heute präsentieren wir Ihnen ein Balkendiagramm. Sie sehen darauf die Höhe einiger disziplinarischer Bussen (in britischen Pfund), welche die FIFA während des gerade noch laufenden Turniers in Russland ausgesprochen hat. Es ist ganz easy! Ordnen Sie einfach folgende Vergehen dem richtigen Balken zu:

  • Aufhängen eines rechtsradikalen Banners (Russland)
  • Socken eines nicht offiziellen Sponsors tragen (Schweden)
  • Aufhängen eines rasssistischen Banners (Kroatien)
  • Homophobe Fangesänge
  • Konsumation eines Getränkes von einem Hersteller, der nicht offizieller Sponsor ist (Kroatien)
  • Den Schiedsrichter vor das Menschenrechtstribunal in Den Haag stellen wollen (Serbien)

Und, haben Sie alles richtig getippt? Die Auflösung finden Sie hier. Wie? Sie möchten noch eine Pointe? Tut uns leid, uns fällt auch gerade keine ein.

(Quellen: 11 Freunde / Telegraph)

Fintenreiches Vortäuschen

Rrr am Mittwoch den 11. Juli 2018

Frankreich ist Weltmeister. Schwalben-Weltmeister.

61 Schwalben haben die Franzosen bis und mit Viertelfinals produziert, mehr als jedes andere Team. Das zeigt eine Statistik der britischen Fan-Organisation stopdiving.org, die alle Spiele akribisch durchforstet und die Sünder gnadenlos entlarvt.

Erfasst werden Schwalben, die vom Referee oder vom Video-Asssistenten erkannt wurden, aber auch ungeahndete, die in der Zeitlupe eindeutig erkennbar waren.

Den höchsten Schwalben-Schnitt haben die Portugiesen mit 12,3 pro Spiel, dahinter folgt bereits WM-Finalist Frankreich.

Das fairste Team ist Polen. Die Halbfinalisten Belgien und Kroatien schneiden sehr gut ab, England passabel.

Was niemand so richtig überraschen dürfte: Absoluter Schwalbenkönig ist der Brasilianer Neymar, der in fünf Spielen 19 angeblich erlittene Fouls vortäuschte.

Details nach dem Klick.

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Grosses Uhrencup-Quiz!

Rrr am Montag den 9. Juli 2018

Wen suchen wir ..

… und was hat dieser Mann an der WM Besonderes vollbracht?

Dr. Rüdisühli erforscht das Publikum.
Heute: Hassmannschaften

Dr. Rüdisühli am Montag den 2. Juli 2018

Welches Team der WM 2018 mögen sie am allerwenigsten?

«12 Mannschaften sind noch im Rennen, 20 sind bereits ausgeschieden. Ihre Lieblingsmannschaft träumt vielleicht noch vom Titel, oder sie ist schon weg vom Fenster. Das soll uns heute nicht kümmern.

Richtig interessant wird die WM doch erst, wenn man ein Team so richtig inbrünstig verachten und doof finden kann. Geben Sies zu, Sie haben auch so eine Mannschaft, der Sie nicht einmal das Zahnweh gönnen. Jede Mannschaft darf den Titel holen – nur diese eine nicht. Deshalb unsere heutige Frage:

Wer ist Ihre Hassmannschaft? Und warum?

Ob das Team noch dabei ist oder nicht, spielt keine Rolle. Ich freue mich in jedem Fall auf Ihre Antworten! Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli»

Lauffälliges Verhalten

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 1. Juli 2018

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ein Fan der deutschen Mannschaft hat sein Team nach der Niederlage gegen Südkorea mit diesen Worten kritisiert:

“Da hat keiner mal Bock zu laufen, Mann. Ich versteh das nicht.”

Er macht also mangelhafte Laufbereitschaft verantwortlich für die Schande von Kasan. Waren die Deutschen etwa nicht fit? Oder unmotiviert, trotz WM? MfG, A.W., B.

Lieber Andreas, das ist kompletter Humbug. In keinem Spiel der WM 2018 wurde so viel gelaufen wie im Match Südkorea-Deutschland: Insgesamt 233 Kilometer (zum Vergleich: beim gestrigen Supermatch Argentinien-Frankreich waren es nur 187). Die Südkoreaner liefen geringfügig mehr als die Deutschen – logisch, sie hatten deutlich weniger Ballbesitz. Allerdings ist es nicht immer so, dass die Mannschaft mit weniger Ballbesitz mehr rennt.

Jedenfalls haben viele Fans von unterlegenen Teams den Eindruck, ihre Spieler seien zu wenig gelaufen. Pedro Lenz hat das ja mit den Worten “Meh Bewegig!” auf den Punkt gebracht. Dabei sagt die Laufleistung im modernen Fussball nur wenig aus.

Beispiel Schweiz: Petkovics Team spulte deutlich mehr Kilometer ab als die Brasilianer und holte doch nur einen Punkt. Im zweiten Spiel siegten die Schweizer, obwohl sie weniger liefen als der Gegner. Im letzten Spiel gegen Costa Rica gabs in jeder Hinsicht ein Unentschieden.

Besonders lauffreudig ist übrigens das russische Team, wie die Auswertung der drei Vorrundenspiele zeigt. Das hat sicher nichts mit den seit längerer Zeit im Land grassierenden Staatsdoping zu tun.

Garantiert aussagekräftig ist die Zahl hingegen im Fall des Spiels Japan-Polen. Da gab es ja einen stillschweigenden Nichtsangriffspakt, als das schon ausgeschiedene Polen 1:0 führte und Japan dieses Resultat zum Weiterkommen reichte. Die Folge war ein sehr unschönes Ballgeschiebe. Nur gerade 163 Kilometer wurden in diesem Spiel gelaufen.

Die Zahlen zu allen bisherigen Spielen lesen Sie nach dem Klick. Denken Sie darüber nach oder gehen Sie baden – wie Sie meinen. Beste Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli

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Out of Africa

Lars: L am Freitag den 29. Juni 2018

Aus aktuellem Anlass meldet sich Krisenkorrespondent Lars: L zu Wort:

«Liebe Freunde des wilden, ungestümen Fussballs,

Zum ersten Mal seit 1982 ist kein afrikanisches Team an einer WM-Endrunde vertreten. Der Fussball hier steckt in einer tiefen Krise. Und was macht die Afrikanische Union? Sie trifft sich zum Thema Korruption. Gibt es denn tatsächlich keine dringlicheren Probleme? 

Doch eigentlich ist dem Ausscheiden der Afrikaner auch Positives abzugewinnen.

Erstens: der durchschnittliche Afrikaner war 1982 (Mugabe ist soeben zum Premierminister gewählt worden) noch gar nicht auf der Welt. Insofern ist es für viele eine ganz neue Erfahrung. Vielleicht ist es sogar gut, wenn nach 36 Jahren für einmal nicht das Füllhorn über Afrika ausgeschüttet wird.

Zweitens: Mit England, Frankreich und vor allem Belgien sind Länder dabei, die dem Schwarzen Kontinent viel gegeben haben. Was also liegt näher, als nun diese tollen Truppen zu unterstützen? Oder wieso nicht gleich präventiv für die Schweiz fanen? Gell, Wale…

Drittens: Wie schon der weise Onkel und Stammesführer Sepp sagte: ‘Afrika ist laut, es ist voll Energie, Rhythmus, Musik, Tanz, Trommeln. Das ist Afrika, wir müssen dies so annehmen.’ Es ist also gut möglich, dass viele Afrikaner vor lauter Lärm noch gar nicht mitbekommen haben, dass sie eliminiert worden sind.

Optimismus ist angesagt, das entspricht total der hiesigen Mentalität. Und morgen ist auch wieder ein Tag.

Kakwesi Bunga Zulu Natal!

Ihr Lars: L»

Ein Spiel, ein Bild (4)

Rrr am Mittwoch den 27. Juni 2018

Heute: Schweiz-Costa Rica 2:2.

Public Viewing in Zug.

(Foto: Keystone-SDA)