Archiv für die Kategorie ‘FIFA’

Suboptimale Sicht

Rrr am Dienstag den 7. September 2021

Unschöner Zwischenfall gestern beim WM-Qualifikationsspiel Uganda-Mali.

Ein Fan auf der Tribüne postierte sich kurz nach Anpfiff genau vor der Hauptkamera und liess sich partout nicht dazu überreden, seinen Standort ein klein wenig nach rechts oder links zu verlegen. Das beeinträchtigte die Qualität der Fernsehübertragung doch ein wenig.

Auf dem Bild links unten sehen Sie das Dilemma, auf dem Bild rechts eine TV-Sequenz aus den Startminuten .. mehr war nicht herauszholen.

Jetzt aber Good News: Nach etwas mehr als 5 Minuten hatte der Spuk ein Ende, der Zuschauer ein Einsehen und die TV-Zuschauer endlich optimale Sicht aufs Spielgeschehen. Die Partie endete übrigens 0:0.

Star Wars

Herr Shearer am Donnerstag den 5. August 2021

Episode X: das Imperium schlägt schon wieder zurück.

Ältere Leser*innen erinnern sich: 1930 und 1950 hiess der Fussballweltmeister Uruguay. Wo nun also auf dem Trikot zwei Sterne prangen müssten, sind aber gleich deren vier. Warum? Nun, der uruguayische Fussballverband stellt sich auf den Standpunkt, dass es vor 1930 keine Weltmeisterschaften gab und deshalb die beiden Siege in den olympischen Spielen von 1924 und 1928 gleichwertig seien und man also darum schon vier Mal den Stern aufsticken dürfe.

Bei der FIFA sieht man das natürlich etwas anders und hat jetzt dem Trikotsponsor Puma aufgefordert, die Anzahl Sterne zu halbieren. Schliesslich sieht die FIFA das Tragen dieser nur für gewonnene Weltmeisterschaften vor. Jorge Casales vom AUF, dem nationalen Fussballverband, hat die Hoffnung aber nicht aufgegeben, weiterhin mit vier Sternen antreten zu dürfen; er will die FIFA umstimmen und sie dazu bringen, auf ihren Entscheid zurückzukommen.

Sollte dies der Fall sein, dann dürfte sich auch Belgien demnächst einen Stern auf die Brust pappen. 1912 in Stockholm war Fussball zum ersten Mal olympisch, Grossbritannien schlug im Finale Dänemark. Wegen des Weltkrieges fanden die an Berlin vergebenenen Spiele 1916 nicht statt, 1920 in Antwerpen waren die Belgier gegen die Tschechoslowakei in einem Skandalspiel und dank der gütigen Hilfe des 65-jährigen Schiedsrichters erfolgreich. Und wie Sie ja sicher wissen, war der Finalgegner Uruguays 1924 in Paris die Schweiz, welche sich somit als damals beste europäische Mannschaft eigentlich einen EM-Titel gutschreiben könnte. Aber das ist dann wieder eine ganz andere Geschichte…

Bild: Getty Images

Vielseitige Farbroller

Rrr am Samstag den 27. März 2021

Der Platzwart von Progreso zieht sich eine Linie rein.

Das Resultat ist nicht ganz befriedigend, weil der Einsatz eines Farbrollers vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss war. Aber der Referee pfiff das Spiel gegen Peñarol in der höchsten urguayischen Liga dann trotzdem an.

Die Linien mussten nachgezogen werden, weil die Spielfeldmarkierungen nach Starkregen kaum noch zu erkennen gewesen waren. Zur Ehrenrettung der Gastgeber muss man sagen, dass bei den Seitenlinien exakter gearbeitet wurde (Videobeweis). Peñarol siegte übrigens 2:0.

Farbroller kamen diese woche auch in Düsseldorf zum Einsatz. Dort verkürzte sich die DFB-Auswahl die Zeit vor dem WM-Quali-Spiel gegen Island, indem sie schwarze Trikots mit den Buchstaben A, G, zweimal H, I, M, N, R, S, T und U bemalte. Das sind praktischerweise exakt elf Buchstaben, was dann ein schönes Mannschaftsfoto vor dem Anpfiff ergab. Die Malerei im Hotel machte übrigens grosse Freude. Film ab!

Bälle für alle Fälle

Rrr am Sonntag den 27. Dezember 2020

Zu Weihnachten bekamen Sie einen Fussball geschenkt? Wahrscheinlich stammt er aus Sialkot.

In der nordostpakistanischen Industriestadt werden sieben von zehn Fussbällen dieser Welt produziert. Darunter sind auch alle Bälle, die an Fussball-Weltmeisterschaften und in der Champions League zum Einsatz kommen.

Der durchschnittliche Fabrikarbeiter schafft es, pro Tag drei Bälle zusammenzunähen. Pro Ball kriegt er rund einen Franken. Zu den technischen Aspekten der Fussball-Herstellung hat der “Business Insider” eine spannende Kurz-Dok produziert, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Film ab!

Wunderbarer Weltpokal

Herr Shearer am Mittwoch den 2. Dezember 2020

Advent, Advent, Chappi rennt!

2. Dezember 1997, Nationalstadion in Tokyo. Champions League-Sieger Borussia Dortmund trifft im Finale des Intercontinental Cups auf Cruzeiro Belo Horizonte aus Brasilien, ihrerseits Titelträger der Copa Libertadores. Dem BVB kam dieses Spiel alles andere als gelegen; nach dem Titelgewinn hatten die Schwarz-Gelben Mühe, in der Meisterschaft den Tritt zu finden. Auf dem 11. Platz liegend, hatte das Team von Nevio Scala wohl kaum grosse Lust, die lange Reise nach Japan anzutreten. Das merkte man gleich nach Anpfiff:  die Brasilianer nahmen das Heft in die Hand und erspielten sich mehrere gute Chancen. Mit der Zeit kamen auch die Borussen ins Spiel und gingen in der 34. Minute durch Michael Zorc – inzwischen Sportdirektor in Dortmund – in Führung. Heiko Herrlich, jetzt Trainer in Augsburg, sicherte mit dem zweiten und letzten Treffer der Partie den Weltpokal für den BVB und sorgte für einen doch noch gelungenen Betriebsausflug nach Fernost. Beim BVB spielte übrigens über die ganze Länge auch Stéphane Chapuisat mit. Beachten Sie ebenfalls die Aufstellung von Cruzeiro, in der sie durchaus auch einige bekannte Namen erspähen können, etwa Dida im Kasten und Bebeto im Sturm.

Sie sitzen im Homeoffice? Perfekt, dann verpuffen Sie doch schnell zehn Minuten Arbeitszeit und geniessen Sie die Höhepunkte dieser Begegnung auf Zelluloid.

Wo wir es gerade von Jahrestagen haben – heute vor genau zehn Jahren gab die FIFA die Austragungsorte der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 bekannt. Wie die Zeit doch rennt…

Fies-fröhliches Phrasenfestival

Rrr am Freitag den 20. Dezember 2019

Winterpause – die ideale Zeit für einen Theaterbesuch!

In Bern läuft seit gestern FIFA – Glaube, Liebe, Korruption. Und, wie ists? Herr Rrr hat das Angebot für Sie ausgetestet.

Anreise. Die Vidmar-Hallen erreichen Sie bequem mit dem 10er oder 17er (einfach aussteigen, wenn die urban aussehenden Passagiere den Bus verlassen. Die anderen sind Könizer auf dem Nachhauseweg.) Die Vidmar-Hallen liegen gleich vorne links, also einfach um die Ecke, dann rechts, wobei – ach, folgen Sie einfach den anderen Ausgestiegenen.

Verpflegung. Das Premiere Bier stammt von der Brauerei Felsenau und kostet 5.- (33 cl). Für denselben Preis kriegt man auch ein Amber Bier. Achtung: Würste muss man selber mitnehmen, vor Ort gibt es keine!

Einlass. Pyro im Theater – ein Tabu? Keine Ahnung. Jedenfalls gibts beim Eingang keinerlei Körpervisitationen. Securitymässig läuft alles recht chillig ab, im Vergleich zum Wankdorf. Apropos Wankdorf, schöne Überraschung beim Eingang.

Das Stück. 2×60 Minuten, dazwischen Pause. Gespielt wird auf Kunstrasen minderer Qualität (nix YB), rund herum sitzt Publikum. Das Heimteam nimmt sofort das Heft in die Hand und geht dorthin wo es weh tut. Zu den Höhepunkten der ersten Halbzeit gehört eine Sepp-Blatter-Phrasencollage, die wortgetreue Wiedergabe von Teilen von Herbert Zimmermanns WM-Final-Reportage 1954 und eine sehr schöne Hommage an den höchsten Berner Feiertag (28. April). Alles sehr erfreulich, besonders wenn man bedenkt, was für teils obskure Berater den Machern des Stücks zur Seite standen.

Nach der Pause geht die Leichtigkeit des Stücks ein bisschen verloren. Sehr schön zwar die Hommage an den CR7-Penalty im CL-Final 2016 und die Bubenträume eines kleinen Bosniers aus Zagorice, aber dazu kommen mehrere gut abgehangene Korruptionsstorys von Horst Dassler bis Gianni Infantino, juristisch wasserdicht aufbereitet, aber eher schwerfällig serviert.

Die Bilanz. “Mir persönlich fehlte ein Flitzer”, sagt Herr Rrr. “Aber sonst kamen eigentlich sämtliche Aspekte des modernen Profifussballs irgendwie vor.” Wir können Ihnen den Besuch dieses kurzweiligen und lehrreichen Stücks bedenkenlos empfehlen. Genau genommen: Sie müssen da unbedingt hin!

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

  • Foto: Janosch Abel

Fifas Verbeugung

Val der Ama am Donnerstag den 10. Oktober 2019

Natifans aufgepasst: Pfeifen während der eigenen Hymne kann teuer werden.

Sie haben es bestimmt mitbekommen: In Hongkong gibt es seit Wochen Demonstrationen gegen die kommunistische Volksrepublik China. China weitet seinen Einfluss laufend aus und die Einwohner Hongkongs fürchten um ihre Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Neulich, am 10. September, war das Qualifikationsspiel für die WM 2022 daheim gegen den Iran. Hongkong hat zwar ein eigenes Nationalteam, steht aber unter Chinas Souveränität und deshalb ertönte auch vor diesem Länderspiel die Nationalhymne Chinas, die gleichzeitig aber auch die Hymne von Hongkong ist. Die Zuschauer, die haben dabei gepfiffen, dem Spielfeld den Rücken zugekehrt und mit Plakaten demonstriert.

Gemäss Artikel 16 des FIFA-Disziplinarreglements ist das aber auch verboten (“disturbance during national anthems”), teilte die Fifa gestern mit und also hat man den Fussballverband von Hongkong mit einer Busse in der Höhe von 15.000 Schweizer Franken bestraft.

(Bild: AP)

Galante Gala

Herr Maldini am Dienstag den 24. September 2019

Gestern wurden in Mailand zahlreiche Protagonistinnen und Protagonisten aus dem Feld des Weltfussballs ausgezeichnet.

Bei den Frauen gewann Megan Rapinoe, bei den Männern Lionel Messi. Aber das wissen Sie ja bereits. Die Spieler des FC Rundes Leder überging die FIFA™ einmal mehr grosszügig – Herr Shearer wartet noch immer auf seinen Legenden-Award und Herr Rrr auf seine FIFA™-Ehrenmitgliedschaft. Für die Redaktion ist dies natürlich kein Grund, nicht trotzdem ausführlich über die Gala zu berichten.

Geniessen Sie deshalb nun unterschiedlichste Posen von mehr oder weniger berühmten Menschen mit Stuhl und Ball oder auch ohne diesen Zubehör.

Bilder: https://twitter.com/FIFAcom/

Nei nei nei

Rrr am Samstag den 20. Juli 2019

Ein Lied wo es drin um Fussball geht!

“Nei nei nei” heisst es und stammt von der aufstrebenden Berner Band Dnachtaktion. Die drei Jungs sind zwischen 14 und 16 Jahre alt, haben prima Presse, und wenn Sie einmal den Refrain über diesen Anti-FIFA-Gegen-den-modernen-Fussball-Song gehört haben, kriegen Sie den nie wieder aus Ihren Gehörgängen.

Und deshalb möchten Sie jetzt in Ruhe den ganzen Song geniessen.

Dnachtaktion sind übrigens heute live zu sehen, ab 15 Uhr am Gugusgurtefestival. Ausserdem am 9./10. August am Buskers und am 17. August in der Chüngelibar.

Frauen schauen (1)

Val der Ama am Samstag den 8. Juni 2019

Richtig WM gucken mit dem Runden Leder.

Gestern war endlich Eröffnungsspiel der Fussball-Weltmeisterschaft und zwar die Partie zwischen Gastgeber Frankreich gegen Südkorea. Das Runde Leder war für Sie live vor Ort im Lehrerzimmer, weil das Lehrerzimmer zeigt alle Spiele live im Innenhof und in einem der beiden Räumlichkeiten.

Die Partie: Kluge Taktik, stupende Technik und jede Menge Laufarbeit: Frankreich dominiert nach Belieben. In der ersten Halbzeit setzten die Französinnen die Südkoreanerinnen mittels aggressivem Pressing unter Dauerdruck und lagen dank Toren von Eugénie Le Sommer sowie zweimal Wendie Renard bereits vor der Pause 3:0 in Führung. Captain Amandine Henry, die bereits das 1:0 vorbereitet hatte, traf fünf Minuten vor Schluss zum Schlussresultat. Die erste Halbzeit war ein Spektakel, in der zweiten Halbzeit schalteten die Gastgeberinnen einen Ganz runter. Aber gut.

Die Lokalität: Nicht schlecht, das Lehrerzimmer. Die Stimmung ausgelassen, das Publikum vielfältig und zahlreich. Selbst draussen im Regen sind alle Stühle vor dem Screen besetzt. Die Bedienung bedient flink und freundlich.

Das Catering: Ausgezeichnet. Serviert wird unter anderem das Ipanema von Dr. Gab’s, ein 6%-iges India Pale Ale mit einer kräftigen Bitternote. Wem das zu stark, der soll halt ein Amboss Amber bestellen. Ist zwar Züri, aber auch OK. Das Essen ist ein Fest für Freunde der Flatulenz. Gestern konnte man wählen zwischen Linsensuppe oder Chili con Carne mit extra Bohnen. Schmeckt sehr gut und tönt später gut.

Und sonst: Ab und zu gibts Livekommentar von Radio Gelb-Schwarz. Aber nur ab und zu.

Fazit: Hingehen.

 

 

Fantastisches Frauenturnier

Herr Maldini am Dienstag den 4. Juni 2019

Endlich wieder WM!

Am Freitag eröffnen Frankreich und Südkorea die achte Fussball-Weltmeisterschaft der Frauen. 24 Nationen duellieren sich in Grenoble, Le Havre, Lyon, Montpellier, Nizza, Paris, Reims, Rennes und Valenciennes. Zum Kreis der Favoritinnen zählen unter anderem die USA, Deutschland, Japan und die Gastgeberinnen aus Frankreich. Das Finale steigt am 7. Juli in Lyon – garantiert ohne die Schweiz, die sich leider nicht für das Turnier qualifizieren konnte.

Das ist selbstverständlich kein Grund, diese WM auszulassen. Im Lehrerzimmer im Progr sind Sie bei sämtlichen Spielen live dabei (inkl. Soirées Françaises, ein von Radio Gelb-Schwarz live kommentiertes Spiel, ein Podium, Konzerte und mehr), ebenso im Café Kairo (dort hat es auch die Sammelbilder). Im Wartsaal werden ausgewählte Spiele gezeigt. Wenn Sie lieber zuhause bleiben möchten, schalten Sie ARD, ZDF oder DAZN ein.

So, und nun können Sie sich Ihren Spielplan hier ausdrucken. Die Schweiz wird übrigens doch nicht ganz fehlen: Schiedsrichterin Esther Staubli und Assistentin Susanne Küng wurden von der Fifa selektioniert. Am Turnier in Frankreich wird zudem erstmals an einer Frauen-Weltmeisterschaft der Video Assistant Referee (VAR) zum Einsatz kommen.

Wird in Ihrer Bar, Ihrem Restaurant die WM ebenfalls gezeigt? Melden Sie sich in den Kommentaren.

Kroos by Kids

Rrr am Mittwoch den 10. April 2019

Treffen wie Toni Kroos? Kann jeder.

Sicher erinnern Sie sich an das schöne Last-Minute-Freistosstor von Toni Kroos an der WM 2018 gegen Schweden. Nein? Hier ist es.

Und diese Kinder haben es neulich perfekt nachgespielt. Bravo!