Archiv für die Kategorie ‘FIFA’

Beherzter Beschluss

Herr Shearer am Donnerstag den 15. September 2022

Keine WM auf La Réunion.

04.09.2021, Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Spieler der Fußball-NACKTionalmannschaft stehen mit dem Schriftzug «Boycott Qatar 22» auf die Körper gemalt auf dem Platz. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Oliver Berg)

Auf alle Fälle nicht in den Spalten und auf der Internetpräsenz  von “Le Quotidien”, einer der grössten Zeitungen auf der Insel im Indischen Ozean. Die Redaktion will der im Wüsten Staat Katar stattfindenden Endrunde im Dezember keine einzelne Zeile widmen und auch keine Plattform für Werbung, die sich auf Giannis grosses Fussballfest bezieht, bieten. Das ganze Statement können Sie hier nachlesen. Den wichtigsten Teil möchten wir aber kurz zitieren:

Es geht nicht darum, einen Staat und eine Bevölkerung zu verurteilen, sondern um die Feststellung, dass eine Vielzahl von Komplizenschaften und abwegigen Entscheidungen dieses Ereignis zum absoluten Konzentrat all dessen gemacht haben, was nicht mehr akzeptabel ist. Ein Höhepunkt der zu verbietenden Praktiken.

Mehr als jedes andere Sport- oder Kulturereignis vor ihr kristallisiert diese Weltmeisterschaft untragbare Verletzungen der Menschenwürde und der menschlichen Freiheiten heraus, sie hat die Rechte von Arbeitnehmern und Minderheiten mit Füßen getreten und den Respekt vor der Umwelt hinweggefegt. Die Karikatur eines fehlgeleiteten Systems ist wohl noch nie so weit gegangen.

Judihui, denken Sie jetzt sicher, dann bleibt mehr Platz im Blatt und im Netz, um zum Beispiel über die Jeunesse Sportive Saint Pierroise zu berichten. Dort spielt nämlich seit kurzer Zeit ein hochinteressanter Stürmer namens Guillaume Hoarau. Schade aber: nach dem 13. November ruht auch die Meisterschaft in der regionalen D1. Es ist ein Jammer diesen Winter!

Ohne Schnaps zum Scheich

Val der Ama am Freitag den 9. September 2022

Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung meinetwegen, aber jetzt wirds problematisch.

Bild: Keystone.

Katar und saufen? Heikel. Wobei, der Geschäftsführer von Katar 2022, Nasser Al Khater (sic!), sieht die Sache mit dem Alkohol relativ gelassen: “Ganz einfach, wir haben immer gesagt, dass der Verkauf von Alkohol in Katar möglich ist und dass er in bestimmten Zonen möglich sein wird.”

Das Oberste Komitee von Katar hat auf Betreiben der Organisatoren den Verkauf von Alkohol in Fanparks (ab 18.30 Uhr) und in der Umgebung der Stadien sowie in Hotels genehmigt. Klar, nicht wegen diesen Fans, sondern für die FIFA und insbesondere die Firma Budweiser, die seit drei Jahrzehnten ein wichtiger Sponsor ist.

Und hier sind wir beim Problem. Wer Bier wollen wird, der wird ausschliesslich dieses Budweiser ausgeschenkt kriegen. Gestern gab der Ausschuss für Sicherheit und Sicherheitsmassnahmen bekannt, dass die katarischen Behörden eine Reihe von Massnahmen an den Flughäfen planen, um zu verhindern, dass nicht zugelassener Alkohol in das Land gelangt.

 

Fantastischer Finaltag

Herr Winfried am Mittwoch den 13. Juli 2022

Feierstimmung heute auf der Redaktion des Runden Leders!

Das Team ist früh auf den Beinen, schliesslich ist heute ein besonderes WM-Spiel auf dem Programm. Herr Shearer hat Frühdienst und öffnet gerade zischend sein erstes Weissbier. Val der Ama hat zur Feier des Tages extra im Büro übernachtet, und zündet auf dem Redaktionsbalkon bereits die zweite Zigi an. Später wird er sich dem Grill widmen – Currywurst oder erneut Asado & Co., das ist hier die Frage!

Herr Briger ist bei der Besammlung um 6 Uhr leider noch nicht da, weil der erste Zug vom Wallis erst um 06:54 Uhr in Bern eintrifft. Herr Rrr hat die Räumlichkeiten grummelnd verlassen, um Herrn Noz zu wecken, der offensichtlich verschlafen hat. Und Herr Winfried ist auf dem Heimweg vom Ausgang um viertel vor sechs in die Stube getorkelt, er macht sich (erneut) an die Chips mit «Poulet im Chörbli»-Geschmack.

Sie wollen auch mit dabei sein, wie Deutschland im Final der Weltmeisterschaft Argentinien gegenübersteht? Nach dem Klick geht’s zum Spiel vom 13. Juli 2014 im Maracanã zu Rio de Janeiro, inklusive Herrn Winfrieds Bad in der Menge.
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Shots in Sotschi

Briger am Donnerstag den 7. Juli 2022

Heute vor 4 Jahren: Russland zieht den Kürzeren.

Beste Stimmung auch heute in der temporären WM-Bar des Runden Leders: Nach drei Wodka-Shots sind wir mental voll parat für den letzten Achtelfinal von 2018.

Russland gegen Kroatien, so lautet die Affiche. Herr Winfried stopft sich schon aufgeregt die Zweifel Chips mit Geschmack von Poulet im Chörbli in seinen Mund, Herr Rrr skandiert Maudric-Modric-Schlachtrufe, und Herr Shearer serviert eine Runde Blinis mit Kaviar aus dem Tropenhaus Frutigen.

Natürliche feiern wir nicht allein – auch Sie dürfen WM-Luft schnuppern! Nach dem Klick servieren wir Ihnen einen Leckerbissen vom 7. Juli 2018. Und die taufrischen Erinnerungen von Herrn briger.

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Tröten, Tinnitus und 3D

Rrr am Samstag den 2. Juli 2022

Es wird laut und dreidimensional auf unserer Redaktion – genau wie heute vor 12 Jahren.

In unserem temporären WM-Studio hat Herr Noz soeben die Vuvuzelas verteilt. WM 2010! Und gleich läuft der Viertelfinal Uruguay-Ghana.

“Das Spiel sah ich damals in einem Oltner Kino in 3D“, erinnert sich Herr Rrr. “Diese neuartige Technologie war seinerzeit gross im Kommen.” Aber irgendwie setzte sich das Ganze nicht durch.

“Fussballspezifisch auch deshalb, weil die weitwinklige Totale fürs Spielverständnis unerlässlich ist, aber nicht wirklich ein 3D-Erlebnis beschert”, doziert Herr Rrr vor der versammelten Redaktion. “Können wir jetzt endlich Uruguay-Ghana schauen?” stöhnt Herr Shearer.

“Generell lag das Problem darin, dass sich 3D-TVs auf dem Markt nicht durchsetzten. Aus vielerlei Gründen: Unhandliche Brille, Schmerzen, Streaming – lesen Sie selber.” Was hingegen geblieben ist, sind natürlich die liebenswerten Vuvuzelas, die jede Party begeistern. Genau wie Zweifel Chips mit Geschmack vom Poulet im Chörbli.

Nach dem Klick tauchen wir ab in den 2. Juli 2010 und das Spiel Uruguay-Ghana. Ein Skandalspiel!

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Grosses Grillieren

Val der Ama am Freitag den 1. Juli 2022

Heute vor 8 Jahren: Die Schweiz scheidet im Achtelfinale gegen Argentinien aus.

WM-Stimmung pur auch heute auf der Redaktion des Runden Leders: In unserem temporären WM-Studio gibts zum Frühstück einen Asado. Herr der Ama stand schon um 6 Uhr am Grill, um Lomo, Bife de Chorizo, Tira de Asado und Matambre zuzubereiten. Alles raffiniert gewürzt und auf den Punkt gegart! Herrlich auch die mit scharfer Paprika gewürzte Chorizo und die Blutwurst Morcilla.

Eva Maria (sie heisst eigentlich Erwin) hat dazu einige Salate, Dips und Folienkartoffeln vorbereitet. Aber zu einer währschaften Fleischplatte passen natürlich am besten Zweifel Chips mit Geschmack von Poulet im Chörbli.

Natürlich feiern wir nicht allein – auch Sie dürfen WM-Luft schnuppern! Nach dem Klick servieren wir Ihnen einen Leckerbissen vom 7. Juli 2018.

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Wunderbarer WM-Sommer

Rrr am Montag den 27. Juni 2022

Neue Erfolgsserie!

Die Älteren erinnern sich: Früher gabs alle vier Jahre im Sommer eine Fussball-WM. Im Sommer 2022 sollte eigentlich … aber eben. So ein Scheich!

Die Redaktion des Runden Leders trotzt den widrigen Umständen. Heute früh haben wir unser tristes Sitzungszimmer in ein stimmungsvolles WM-Studio verwandelt, mit vielen bunten Fähnchen, WM-Bar, Drinks aus aller Welt, Liegestühlen, Kunstrasen am Boden und 14 Flat Screens an den Wänden, die ununterbrochen Fussi zeigen.

Wir gucken historische WM-Spiele, die genau am jeweiligen Tag vor x Jahren über die Bühne gingen. “Das macht riesig Spass”, schwärmte Herr Maldini, als ihm Eva Maria (sie heisst eigentlich Erwin) gerade den zweiten Morgendrink an den Liegestuhl brachte. “Bitte noch ein paar Zweifel Chips mit Geschmack vom Poulet im Chörbli!”

Natürlich feiern wir nicht allein – auch Sie dürfen WM-Luft schnuppern! Nach dem Klick servieren wir Ihnen einen Leckerbissen vom 27. Juni 2018.

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Der Geist von Katar

Rrr am Mittwoch den 20. April 2022

Maskottchen-Tag im Runden Leder!

La’eeb, ein fliegendes weisses Gewand, ist das WM-Maskottchen 2022 und benimmt sich hoffentlich besser als Fuleco, das notgeile Gürteltier von 2014. Positiv auf jeden Fall: La’eeb müssen Sie nicht kaufen, sie können ihn problemlos selber basteln.

Es handelt sich übrigens um das 15. Maskottchen in der Geschichte der Fussball-WM. Nicht alle seine Vorgänger waren Sympathieträger, aber zumindest die fröhlichen Zwillinge von 1974, das ulkige Stabmännchen von 1990 und natürlich der exhibitionistisch veranlagte Unten-ohne-Löwe von 2006 sind der Redaktion in bester Erinnerung.

Praktische Plattform

Rrr am Sonntag den 17. April 2022

Giannis Ostergeschenk: Live-Fussball agogo!

Der Weltfussballverband hat seine Streaming-Plattform FIFA+ in Betrieb genommen. Die Registrierung ist kostenlos, anschliessend können Sie monatlich 1400 Livespiele aus aller Welt anschauen – Fussball quasi rund um die Uhr.

„FIFA+ ist der nächste Schritt zu unserer Vision eines wirklich globalen und inklusiven Fussballs und unterstreicht den Hauptzweck der FIFA, den Fussball weltweit zu verbreiten und zu fördern“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino dem Runden Leder, als wir uns neulich zum Cocktail in Katar trafen.

Herr Rrr hat das Angebot heute ausprobiert und ist begeistert: “Zuerst sah ich das 1:1 zwischen den BHC Lions und Khangarid in der mongolischen Premier League, dann den Klassiker East Star gegen Tim IEC, dritte Liga von Macau. Parallel dazu lief Machtaaral gegen Aksu, der Abstiegsknüller aus Kasachstan (Letzter gegen Drittletzter). Zum Glück habe ich zwei Bildschirme. Nachher kommen meine Redaktionskollegen zum Eiertütschen, dazu gucken wir SKF Sered gegen Spartak aus der Slowakei (17.00) und aus Dänemark das Spiel von Aufsteiger Viborg FF gegen Odense (18.00).”

Fazit: “FIFA+ ist der Streaming-Dienst der Zukunft. In meinem Büro werde ich zwar aus nostalgischen Gründen weiterhin Sky, Dazn und Blue Sports haben, aber meine Redaktionskollegen im Grossraumbüro werden künftig ausschliesslich FIFA+ gucken können. Das hilft ihnen bei der Entwicklung ihrer Vision eines wirklich globalen und inklusiven Fussballs. Ah, jetzt beginnt das Frauenfussi in Moldawien. Tschüss!”

Spezielle Spielgeräte

Rrr am Mittwoch den 30. März 2022

Der neue WM-Ball ist da.

Adidas hat ihn heute vorgestellt. Er heisst Al Rihla (arabisch für “Reise”) und fliegt angeblich schneller durch die Luft als all seine Vorgänger.

“Al Rihla garantiert höchste Präzision und Zuverlässigkeit auf dem Spielfeld, auch dank seinem neuen Muster und der Oberflächentextur”, teilt die FIFA mit. Irgendein Katar-Fanbotschafter präsentierte das Spielgerät auf der Adidas-Website.

Geniessen Sie nun die wunderschöne Grafik unserer Freunde vom Lifestyle-Blog michael84.co.uk und schwelgen Sie, je nach Alter, in Erinnerungen an Ihren ersten und Ihren liebsten WM-Ball. Das Exemplar von 1954 stammt übrigens vom üblichen Basler Fachgeschäft Kost Sport. Das Familienunternehmen schloss leider 2014 seine Tore für immer. Details zu allen WM-Bällen finden Sie wie so oft im Internet.

Klare Kante

Herr Maldini am Dienstag den 1. März 2022

Was meint eigentlich Henry Winter, der Fussballchef der Londoner Times, zur Rolle der Fifa in der Russland-Frage?

 

Screenshot The Times.

 

“Der zaudernde Gianni Infantino wird als Verräter und Feigling in die Geschichte eingehen. Die Weigerung des Fifa-Präsidenten, entschiedene Massnahmen zu ergreifen und Russland von der Weltmeisterschaft auszuschliessen, ist der letzte Schandfleck für den Verband”, schrieb er gestern Mittag. Am Abend dann lenkte die Fifa doch noch ein, nachdem sie hatte feststellen müssen, dass Russlands Spiele ziemlich einseitig sein würden.

Sichere Sache

Herr Shearer am Donnerstag den 20. Januar 2022

Sie zögern noch, ob Sie nach Katar reisen sollen?

EPA/NOUSHAD THEKKAYIL via Keystone-SDA

An Ihrer Sicherheit sollte es nicht liegen, denn man hilft sich, wo man kann. Ans grösste Sportereignis des Jahres, welches allerdings kaum jemanden interessieren dürfte, wird die Türkei mit einem Rekordaufgebot anreisen. Der türkische Innnenminister Süleyman Soylu hilft seinem Kollegen am Golf personell aus; total werden 3250 Sicherheits-Angestellte während 45 Tagen mithelfen, für Recht und Ordnung rund um die brandneuen Stadien zu sorgen. Da sind zuerst 3000 Polizist:innen, welche in Vollmontur Ausschreitungen unter den Fans verhindern sollen und dazu 100 Leute einer “Spezialeinheit”. Unter anderem gesellen sich auch noch  50 Bombenspürhunde und 50 Bombenexpert:innen zur türkischen Delegation.

Wieviel sich die Türkei den Freundschaftsdienst kosten lässt, konnten wir vor Redaktionsschluss leider nicht recherchieren irgendwo abschreiben und schon gar nicht ausrechnen, wie viel das dann in ein paar Monaten inflationsbereinigt ist. Was auch überhaupt noch nicht sicher ist: ob die Türkei auch zum kicken eine Mannschaft stellen wird. Die Nationalmanschaft konnte sich nicht auf direktem Weg qualifzieren und muss in der Barrage Ende März zuerst gegen Portugal antreten. Sollte man sich gegen diesen schweren Gegner durchsetzen, wartet dann im Playoff-Finale noch Italien oder Nordmazedonien.

Aber eben, wer da mitmacht, ist ja eigentlich nicht wichtig.