Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Schädlicher Sermon

Val der Ama am Dienstag den 10. November 2015

Unzufrieden besser leise.

Connell

Aber von vorn: Oben rechts auf dem Bild sehen Sie Chelsea-Fan Clive O’Connell. Vergangenen Sonntag war das, gleich nach dem Spiel gegen Liverpool. Kenner erkennen, dass Herr O’Connell alles andere als gut gelaunt ist.

Nachvollziehbar, denn schliesslich hat sein Verein das Spiel verloren und also musste Herr O’Connell dem Interviewer erklären, warum Mourinho trotzdem der weltbeste Trainer ist. Dabei hat er leider die Scousers als Abschaum bezeichnet, als böse und schreckliche Menschen.

Die englischen Tabloids haben den Schimpfenden schnell als Anwalt einer bekannten Londoner Kanzlei identifiziert und also musste sich O’Connell öffentlich erklären: “Ich liess meinen Emotionen freien Lauf. Ich bedaure dies und jegliche Kränkung, die ich durch meine bedauerliche Reaktion ausgelöst habe.”

Ah, und schliesslich hat sich dann auch noch der Arbeitgeber gemeldet:

Widerlich wälzen

Val der Ama am Dienstag den 3. November 2015

Niemand leidet wie Bilal Başaçıkoğlu.

Bilal Başaçıkoğlu

Wir befinden uns in der 82. Minute des Spiels zwischen ADO Den Haag und Feyenoord Rotterdam. Nach einem Eigentor durch Sven van Beek steht es 1:0 und an der Aussenlinie streiten sich Edouard Duplan und eben der Bilal Başaçıkoğlu um den Ball. Başaçıkoğlu fällt, der Schiri zeigt Rot.

Wir wünschen dem Gefoulten gute Besserung und Herrn Duplan nicht gar viele Spielsperren.

Belehrungsresistenter Blaufahrer

Herr Shearer am Mittwoch den 16. September 2015

In unserer Reihe “bescheuerter Torjubel aus aller Welt” schauen wir heute nach Pilsen.

limbersky-bentleyDavid Limbersky, Spieler in Diensten des tschechischen Erstligisten Viktoria Pilsen, hatte wohl mehr als nur ein Glas der örtlichen Spezialität intus, als er neulich seinen Bentley um einen Laternenpfosten wickelte; jedenfalls versuchte er sich mit Flucht dem Zugriff der Polizei zu entziehen, was ihm allerdings nicht gelang. Ein Alkoholtest soll satte 1,5 Promille ergeben haben, liest man.

Konsequenz: Entzug der Captainbinde, eine saftige Busse vom Verein und ein hängiges Verfahren – sollte die Justiz die volle Härte walten lassen, dann drohen Limbersky bis zu drei Jahre Gefängnis.

Aber das ist jetzt alles schon ein paar Tage her, und David Limbersky ist inzwischen ausgenüchtert und spielt wieder. Am Wochenende ging es gegen Pribram ran, unser Blaufahrer schoss zwei Tore beim 4:0-Sieg. Und jetzt schauen Sie sich mal den Torjubel beim ersten an.

Ja, es ist unfassbar.

Beschädigter Pokal

Rrr am Montag den 7. September 2015

Live auf diesem Kanal ab 13:00 Uhr: YB-Pressekonferenz und Trainerpräsentation.

Skandal! Deutsche machen unseren Cup kaputt.

123Seit 1925 wird im Schweizer Cup die Sandoz-Trophäe vergeben. Der Pokal ist nach dem Lausanner Bankier Aurèle-Gilbert Sandoz benannt. Nur zwischen 2003 und 2008 gabs einen anderen Preis, den Swisscom Cup, seither wird wieder um das Original gekämpft.

Der Pokal befindet sich zurzeit auf Wanderschaft im Wallis, weil der FC Sion ja dieses Jahr den Cupfinal gewann (3:0 gegen den FC Basel in Basel). Die Trophäe wird an so ziemlich jedem Käferfest herumgereicht, und 128 Prozent aller Walliser haben die Gelegenheit bisher benutzt, den Pokal einmal persönlich in die Höhe zu stemmen.

Das wollte auch ein Deutscher tun, als er neulich in einem Festzelt in Pralong den Pokal erblickte. Der Mann sei “der Einzige gewesen, der den Pokal stilecht in die Hände nahm”, berichtet der Journalist Martin Wittmann. Dabei löste sich dummerweise der Boden des Cups vom Restkörper. “Besorgte Menschen eilten herbei, um dem Deutschen den Pokal wieder abzunehmen.”

Den Wallisern ist die Sache natürlich etwas peinlich. Umso besser, dass es hierzulande niemand mitbekommen hat. Nur die “Süddeutsche Zeitung” berichtete diese Woche verschämt im Vermischten über den Vorfall.

Fort mit dem Flitzer

Val der Ama am Montag den 24. August 2015

Mohammed Essoukhra wollte doch nur helfen.

Mohammed EssoukhraNoch 8 Minuten waren zu spielen, vergangenen Freitag in MarrokoMarokko. Im Spiel Maghreb Fès gegen AS Salé stand es 3:1 und da flitzte mal eben so ein nicht mal nackter Flitzer über den Platz.

Salés Goalie, der oben erwähnte Mohammed Essoukhra, machte, was normalerweise die Herren in den signalfarbigen Westen zu tun beabsichtigen: Er stoppte den flinken Invasoren und spedierte ihn vom Platz.

Und kassierte dafür die Rote Karte.

Seltsamer Entscheid, finden Sie? Wir nicht.

Haarsträubende Haifischattacke

Herr Shearer am Mittwoch den 15. Juli 2015

Flaschen? Messer? Petarden? Kinderkram!

Die Fangewalt nimmt immer schlimmere Ausmasse an, aber die Justiz greift glücklicherweise durch. Kenneth Meech, 51-jähriger Fan von Grimsby Town, kriegt jetzt die ganze Härte des Gesetzes zu spüren, nachdem er einen Steward beim Auswärtsspiel im Februar in Barnet sage und schreibe mit einem Haifisch angegriffen hatte. 700 Pfund plus Übernahme der Gerichtskosten lautet das Verdikt für diese perfide Attacke. Gut, es war ein aufblasbarer Haifisch, wie man ihn etwa Kleinkindern zum Planschen gibt, es gab ergo keine Verletzten, aber der klagende Steward fand, dass Meech das Spielzeug wie eine Axt geschwungen und ihn damit hart am Kopf getroffen habe.

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Bild: Herr Meech mit der Tatwaffe.

Der Verurteilte zeigte sich – natürlich, weil Fussballfan – nach dem Richterspruch uneinsichtig: “Bei mir ist ein bisschen die Luft draussen. Ich bin überrascht und schockiert vom Urteil, muss es aber akzeptieren. Aber wenn es nicht bei einem Fussballspiel passiert wäre, dann wäre ich heute nicht hier, da bin ich mir sicher”.

 

Schiri, bruchsch e Brüue???

Herr Maldini am Donnerstag den 9. Juli 2015

Mit einem schönen Dribbling und einer groben Unsportlichkeit verabschieden wir uns für heute.

Doppelter Treffer

Val der Ama am Samstag den 13. Juni 2015

Es kann schon frustrierend sein, so in der zweiten Mannschaft.

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Zum Beispiel hier eine Szene aus dem Spiel der Reserveteams der Seattle Sounders gegen L.A. Galaxy.

Der Herr unten auf dem Boden heisst Sergio Mota und hat für seinen Ausbruch eine Rote Karte erhalten. Den Empfänger kennen wir nicht, wir sind uns aber sicher, dass das Spiel kaum etwas gegen sein Unbefriedigtsein genutzt hat.

Flüchtiges Glück

Rrr am Mittwoch den 20. Mai 2015

Falsche Meisterfeier im Iran.

In der Finalissima der obersten Liga trifft der Tabellenzweite Teraktorsazi Täbris (57 Punkte) auf Leader Naft Teheran (57) Punkte. Beide Mannschaften können mit einem Sieg Meister werden. Aber Obacht: Auf Platz 3 lauert Sepahan Isfahan (56 Punkte). Sollte die Finalissima Unentschieden enden, könnte dieses Team profitieren.

iranIm Spitzenkampf führen die Gastgeber lange 3:1 und sehen wie der sichere Sieger aus. Dann kassieren sie noch zwei Gegentore. In der 87. Minute fallen im ganzen Stadion die TV-Bildschirme, Handys und auch Radios aus. So weiss niemand, wie eigentlich das andere Spiel im 900 Kilometer entfernten Isfahan steht.

Ausser dem portugiesischen Manager des Gastgebers. Der verbreitet die Kunde, das andere Spiel sei unentschieden ausgegangen. Die frohe Botschaft spricht sich rasch im Stadion herum. So beschränkt sich Täbris darauf, das Unentschieden zu halten – und nach Spielschluss steigt eine rauschende Meisterparty.

Das Fernsehen überträgt die Feier live. Dumm nur: Zugleich zeigt das TV auch Bilder von der Meisterfeier in Isfahan, denn das dortige Team gewann 2:0 – und holte damit den Titel.

Als die Fans in Täbris das Problem mitbekommen, gibt es Krawalle im Stadion und in der Stadt. Das Sportministerium verlangt eine Untersuchung des Vorfalls.

Unsere Funkbilder zeigen den Trainer von Täbris kurz vor und kurz nach Auffliegen des Schwindels. Der Manager, der das alles verschuldet hat, ist übrigens der Sohn des Trainers.

Manipulierte Machenschaft?

Val der Ama am Montag den 18. Mai 2015

Wesley Sneijders Siegtor stinkt irgendwie.

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Saisonenddramatik auch in der Türkei: Nur knapp zwei Runden vor Schluss können sowohl Galatasaray als auch Fenerbahçe und Beşiktaş noch Meister werden. Da ist natürlich jeder Treffer wichtig, jeder Sieg Gold wert. Wie zum Beispiel Wesley Sneijders Tor zum 1:0-Sieg in der 67. Minute gegen Gençlerbirliği vergangenen Samstag.

Wir haben jedoch das flaue Gefühl, dass da Torhüter Ferhat Kaplan bei Sneijders Schuss nicht grad unbedingt alles gegeben hat. Aber urteilen Sie selbst:

Fabiano fliegt

Val der Ama am Freitag den 24. April 2015

BREAKING NEWS: YB-Fan wegen schwerer Körperverletzung angezeigt

Was auf dem Spielfeld wirklich nervt: Fussballer, die schauspielern. Was hinwiederum wirklich freut: Aufmerksame Schiedsrichter.

fabiano

Wenn Sie hier klicken, sehen Sie eine Szene aus der zweiten Hälfte der Partie Sao Paulo gegen Corinthians. Es steht 2:0 und dann ein Duell an der Seitenlinie und Stürmer Luis Fabiano bedrängt John Stiven Mendoza und dann Hektik und Gefuchtel und dann fällt Fabiano und dann der Pfiff.

Und dann Rot gegen Fabiano. Gut.

Zapfenstreich

Herr Shearer am Mittwoch den 11. März 2015

Dortmund lässt Nazis verdursten, Düsseldorf tut was gegen Diabetes.

bierdeckelNicht jeder kriegt in  Deutschlands Westen alles, wenn er Durst hat. Nachdem sich in Dortmund in der Vergangenheit vermehrt Rechtsextreme in der Kurve breitgemacht und die Borussia in ein schiefes Licht gerückt hatten, hat der BVB  erneut eine Kampagne gegen Rechtsextremismus gestartet. “Borussia, Pils und Nazis? – Das passt nicht zusammen!”, lässt der Klub auf seiner Homepage verlauten. Bereits wurden über eine Million Bierdeckel an Kneipen in der Innenstadt verteilt, welche diese Botschaft mittragen.

Wer nächsten Montag in Düsseldorf eine Dose des süss-klebrigen österreichischen Aufputschgetränks Red Bull bestellen möchte, könnte es ebenfalls schwer haben. Wenn am Abend RB Leipzig die Fortuna Düsseldorf empfängt, werden kaum Gästefans im Stadion sein. Diese betrachten das Geschäftsmodell des Aufstiegsaspiranten als Untergang des Fussballs, wie Figura unten zeigt. Unter dem Motto “Fussball an der längsten Theke der Welt” schauen die Anhänger der Fortuna sich das Spiel lieber daheim in einer der zahlreichen Kneipen an. 14 davon haben nun erklärt, an diesem Abend auf den Ausschank von Red Bull zu verzichten. Gesünder ist das allemal.

fortuna