Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Das Parkplatzproblem

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 4. August 2005

Eine dringende Bitte um Stellungnahme erreicht uns von N.N. aus dem N.:

“Lieber Doktor Rüdisühli, gestern war in meinem Quartier alles voller Subarus. Ist das jetzt jedesmal so, wenn der FC Thun in Bern spielt? Kann man da nichts machen?”

Liebe Nadine aus dem Nordquartier, danke für deine Anregung. Du hast dich an die richtige Stelle gewandt. Also:

Liebe Fans des FC Thun. Das hier ist ein Zug. Man kann damit wunderbar nach Bern fahren. Und sogar bis ins Wankdorf.

Wenn Sie ganz tief hinten im Oberland wohnen und auf ein Auto angewiesen sind (damit Sie ganz tief hinten im Oberland wohnen können), dann stellen Sie es doch bitte beim nächsten Mal auf einen richtigen Parkplatz. Das tut auch gar nicht weh, ehrlich. Es gibt nämlich schöne und preisgünstige Parkplätze, z.B. in den wunderbaren und nicht nur architektonisch wertvollen Berner Parkhäusern:

Die Anwohnerinnen und Anwohner des Nordquartiers danken Ihnen recht herzlich.

Ihr Doktor Rüdisühli.

Der relegierte Schiedsrichter

Frau B am Donnerstag den 30. Juni 2005

Der englische Referee Andy D’Urso muss in die Zweite Liga absteigen.

Nach sechs Jahren Tätigkeit in der Premier League wurde D’Urso wegen ungenügender Leistung in die Championship League zurückgestuft. Der 41-Jährige pfiff in der letzten Saison nur zwölf Premiership-Matches, weil er eine Sperre absitzen musste. Anstatt Southamptons Barry Ferguson vom Platz zu stellen, zeigte er ihm im Spiel gegen die Blackburn Rovers zweimal die gelbe Karte. Das fand der englische Fussballverband überhaupt nicht lustig.

Die Degradierung könnte die internationale Karriere des Schiedsrichters aus Essex gefährden, wenn am Ende des Jahres die jährliche Überprüfung der FIFA stattfindet. Bis dann aber darf D’Urso weiterhin Topspiele für die UEFA leiten.

Deutliche Worte

Frau B am Mittwoch den 29. Juni 2005

Newcastle United hat Laurent Robert für seine verbalen Angriffe auf Trainer Graeme Souness bestraft.

Der französische Flügelstürmer erzählte der ‚Sun’, dass die ‚Magpies’ den UEFA-Cup gewonnen hätten, „wenn Souness die Intelligenz besässe zu sehen, was los ist. Wenn er so weitermacht, wird er zu Recht gefeuert werden.“ Der 30-Jährige behauptete, auch andere Spieler seien unglücklich mit den Methoden des Trainers. „Einige im Team sind unzufrieden mit ihm, haben aber nicht den Mut, es auszusprechen. Ich aber habe noch nie vor jemandem Angst gehabt. Souness liess Junioren an meiner Stelle spielen, nur um mich zu ärgern. Er ist ein Kind. Er wird nichts erreichen, indem er Spieler anschreit und Türen zuschlägt. Am Ende der Saison waren wir so schlecht, dass ich ihn nur noch auslachte.“

Obwohl Robert zu Portsmouth wechselt, wurde er von Newcastle für die Verletzung der Clubregeln mit einer Busse von zwei Wochengehältern bestraft. Graeme Souness meinte nur: „Ich wünsche Laurent Robert alles Gute in Portsmouth.“

Schlechte Vorbilder

Frau B am Mittwoch den 15. Juni 2005

Steve Finnan
Der Liverpool-Verteidiger steht unter dem Verdacht, bei einem Autounfall fahrlässig gehandelt zu haben. Am 27. Januar überfuhr Finnan mit seinem Range Rover einen 81-jährigen Mann. Henry Nelson erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass er fünf Tage später verstarb. Der irische Nationalspieler wurde am 11. April wegen Verdachts auf gefährliche Fahrweise verhaftet und gegen Kaution wieder frei gelassen – bis zum 29. Juli. Die gerichtliche Untersuchung des Unfalls beginnt am 4. Juli.

Robin van Persie
Der 21-jährige Arsenal-Stürmer wurde am Montag in Rotterdam wegen Verdachts auf Vergewaltigung in Untersuchungshaft genommen. Das Delikt soll am Wochenende stattgefunden haben. Nähere Angaben hat die holländische Polizei bisher keine gemacht. Sie darf van Persie drei Tage festhalten. Dann muss er entweder angeklagt oder freigelassen werden.

Eto'o entschuldigt sich

Rrr am Montag den 16. Mai 2005

Samuel Eto’o trübt die Meisterfreude bei Barcelona.

Der Kameruner steht unter Beschuss, nachdem er die eigenen Fans zu einem infamen Hassgesang ermutigt hatte. Bei der Meisterfeier im Camp Nou stachelte der Stürmer die Fans mit dem Slogan “Madrid, cabron, saluda al campeon” an (“Madrid, Bastarde, begrüßt den Meister”).

Ein Großteil der etwa 100.000 Zuschauer stimmte in den Chorus ein. Selbst Barcelona-Präsident Laporta räumte ein, dass diese Entgleisung “schwer zu rechtfertigen” sei. Eto’o entschuldigte sich mittlerweile kleinlaut bei Real.

“Dieser Typ ist ein fantastischer Spieler, aber als Mensch lässt er einiges zu wünschen übrig”, sagte der Präsident der Vereinigung der Real-Fanklubs, Femin Calero. “Er hat vergessen, dass es Real Madrid war, dass ihn vom Hunger befreit hat und mit diesen unglücklichen Aussagen ermutigt er nur zu mehr Gewalt.”

Inter-Patron erpresst!

Dr. Eichenberger am Sonntag den 15. Mai 2005

Das hat es noch nicht gegeben: Inter-Fans sollen Massimo Moratti vor dem Champions League Spiel gegen Milan erpresst haben.

Massimo Moratti ist ein bemitleidenswerter Mensch. Als Patron von Inter Mailand buttert er seit Jahren Millionen in seinen Verein, kauft und verkauft wie wild Spieler und Trainer und gewann trotzdem noch keinen Blumentopf. Und jetzt noch dies: die eigenen Fans sollen versucht haben, ihn zu erpressen.
Wie die Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera» berichtet, haben einige Anführer von Inter-Fanclubs von Massimo Moratti Geld verlangt, um ihm die Krawalle beim Champions-League-Spiel gegen Milan am 12. April zu ersparen. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen 15 Hooligans eingeleitet. Der Staatsanwalt geht davon aus, dass die Krawalle und der Wurf von Bengalischen Feuern auf das Spielfeld von Inter-Fans bewusst organisiert worden sind, nachdem Moratti sich geweigert hatte, auf die Erpressung einzugehen.
Inter wurde nach dem Spielabbruch beim Stand von 0:1 mit einer Stadionsperre von bis zu sechs Spielen belegt und zu einer Geldstrafe von 200’000 Euro verknurrt.

Organisierter Spielabbruch: 12. April im San Siro.

Skandal in Wien

Herr Noz am Donnerstag den 5. Mai 2005

Das Spiel zwischen dem FK Austria MAGNA und Liebherr GAK musste nach 79 Minuten beim Stand von 0:3 abgebrochen werden, weil erboste Austria-Fans das Spielfeld stürmten.

Austria-Manager Mag. Markus Kraetschmer zeigte sich ob des “Platzsturmes” enttäuscht und ratlos: “Wir haben auf Anraten der Experten der Bundesliga einen Gefängniszaun bei der Westtribüne aufgestellt wie er auch in Gefängnissen eingesetzt wird. Er gilt als unübersteigbar, aber er ist überstiegen worden.” Das ist natürlich dumm.

Das Spiel wird wohl 3:0 für GAK gewertet – oder aber “strafverifiziert”.


Austria-Generalmanager Toni Polster (Mitte) beim gescheiterten Versuch, erboste Austria-Fans zu beruhigen.

Ausser Rand und Band

Dr. Eichenberger am Dienstag den 12. April 2005

Spiel und Glaubwürdigkeit seiner Fans verloren: Inter-Milan nach 70 Minuten beim Stand von 0:1 abgebrochen.

Betrug? Mitnichten!

Frans am Freitag den 8. April 2005

Unserem geliebten Fachorgan “BILD” haben wir die tolle Fortsetzung der gestrigen Geschichte um die dubiosen Vorgänge auf der Chelsea-Bank zu verdanken. In einer detaillierten Bildfolge will uns BILD vorgaukeln, dass Josés geheime Anweisungen auf der Bank rumgereicht wurden (“Hat Chelseas Pöbel-Trainer alle betrogen?”):

Durchsichtige Polemik aus dem Land der Verlierer, natürlich. In Tat und Wahrheit handelte es sich nicht um verbotene Botschaften des Portugiesen, sondern um das Bewerbungsschreiben von Herrn Kahn als Chelsea-Ersatzgoalie.

Knopf im Ohr

Rrr am Donnerstag den 7. April 2005

Chelsea-Trainer José Mourinho blieb gestern dem Stadion wie angekündigt fern – doch ob er beim 4:2-Sieg gegen Bayern nicht doch Einfluss nahm, bleibt offen.

Das englische Qualitätsblatt “The Sun” zeigt heute auf jeden Fall erstaunliche Bilder von Fitnesstrainer Rui Faria – der Mann auf der Chelsea-Bank trägt eine Wollmütze und drückt die Hand aufs rechte Ohr. Plagte Faria etwa einen Knopf im Ohr?

Wie auch immer, Mourinho selber verbrachte den Abend im Chelsea Village Hotel, wie die “Sun”-Paparazzi herausfanden (unser Funkbild). In der Luxusherberge, bloss 50 Yards von der Stamford Bridge entfernt, dinnierte der streitbare Übungsleiter zunächst mit seinem Assistenten Steve Clarke. Dann genoss er den starken Auftritt seines Teams vor dem Fernseher des hoteleigenen Fitnessklubs.

Dyer und Bowyer vom Platz gestellt

Frau B am Samstag den 2. April 2005

Die beiden Newcastle-United-Stürmer Kieron Dyer und Lee Bowyer sahen heute Nachmittag nach einer handfesten Auseinandersetzung während der 0:3-Niederlage gegen Aston Villa Rot.

Kurz nach Villas drittem Tor fingen die beiden Spieler mitten in ihrer eigenen Hälfte eine Schlägerei an. Aston Villas Torschütze Gareth Barry und einige Newcastle-Spieler mussten die Streithähne zur Räson zu bringen. Bowyers Shirt war bereits zerrissen.

Sowohl Bowyer als auch Dyer werden für den FA-Cup-Halbfinal am 17. April gegen Manchester United gesperrt sein. Eine Meisterleistung!

Präsidiale Worte

Dr. Eichenberger am Sonntag den 16. Januar 2005

Der Lazio-Spieler Paolo Di Canio hat nach seiner eindeutigen Armbewegung im Römer Derby Rückendeckung von Italiens Verbandschef Franco Carraro erhalten.

«Nach meiner Meinung war es keine rassistische, sondern eine politische Geste», beurteilte der FIGC-Boss den Faschistengruss von Di Canio. Carraro wurde 2001 mit 91 Prozent aller Delegiertenstimmen zum Präsidenten des italienischen Fussballverbandes gewählt. Es war nicht das erste präsidiale Amt, das der umtriebige Herr in seiner Karriere übernahm. Carraro, so scheint es, ist zum Präsidenten geboren, wie sich andere als Dichter oder Musiker berufen fühlen. Neben Präsidentschaften in der Wirtschaft mischte er auch in der Politik mit und war Sindaco von Rom und Minister in der italienischen Regierung. Eine Respektsperson also, wie es früher bei uns nur der Dorflehrer und der Pfarrer waren. So warten wir denn mit gemischten Gefühlen auf die Ergebnisse der verbandsinternen Untersuchung gegen den rechten Lazio-Spieler.


Präsidale Rückendeckung: Paolo Di Canio.