Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Football Fashion

xirah am Donnerstag den 30. November 2006

Die englische Sonne will uns wieder mal ein X für ein U vormachen und hat dabei selber keine Ahnung weder von Insekten noch von Mode, von Fussball ganz zu schweigen.

Stingy Kate

«The Sun» behauptet doch allen Ernstes, dass die ansonsten sehr elegante Kate sich neuerdings an Wespen orientiere, wenn es um ihre Garderobe geht. Dabei sieht man auf den ersten Blick, dass Frau Moss ihre Sympathie für die berühmten Berner Young Boys kundtut, indem sie angemessene Pullover trägt.

Wenn denn schon Vergleiche mit der Fauna herhalten müssen, wäre Kate ja wohl eher eine Stabschrecke (nicht zu verwechseln mit Grasshüpfern übrigens!):

Stick insect

In diesem Sinne, frohes Einkaufen, aber achten Sie auf die richtige Farbenkombination!

Auswärts wieder dabei

xirah am Mittwoch den 22. November 2006

Julio GrondonaDie argentinischen Fussballfans dürfen sich freuen, denn ab sofort dürfen sie die Auswärtsspiele ihrer Klubs wieder besuchen. Da es im argentinischen Fussball immer wieder zu skandalösen Gewaltausbrüchen kommt, waren Julio Grondona und die AFA auf die Idee gekommen, nur noch Heimfans und Dauerkartenbesitzer des Gastklubs zu den Matches zuzulassen.
Diese Massnahme wurde aber weder von den Klubleitungen noch von den Fans, noch von den Spielern goutiert und überdauerte gerade mal eine Woche.

Die AFA will nun ihr Reglement endlich stärker durchsetzen, allem voran den Artikel 80, der besagt, dass der Mannschaft, die ihre Fans nicht im Griff hat, bis zu dreissig Punkte abgezogen werden können. Zudem können Bussen ausgesprochen und Partien forfait verloren gegeben werden. Bisher sei diese Regelung aus politischen Gründen nie durchgesetzt worden, bedauert Grondona.

Andere Massnahmen zur Gewaltbekämpfung sind der AFA noch nicht eingefallen. Man ist aber zuversichtlich, die Sache in den Griff zu bekommen. Erwartet wird, dass sich Sepp Blatter in den Problemlösungsprozess einschalten wird, doch der hatte gestern ja bekanntlich Besseres zu tun.


In eigener Sache: Herr pwei, wären Sie so freundlich, mir nochmals ein Mail zu schicken mit Ihren Angaben, damit Sie auch zu Ihrem CC-Preis kommen. Die böse Technik hat unerklärlicherweise Ihr erstes Mail verschluckt.

Hausräumung

xirah am Mittwoch den 15. November 2006

José Veiga, Director-geral do BenficaGestern Abend wurde José Veigas Haus leer geräumt. Dem Geschäftsführer der Benfica wurden persönliche Güter wie Bilder, Mobiltelefone, Teppiche und Plasma-TV abgenommen. Allerdings scheint die Angelegenheit rechtens zu sein, Herr Veiga wurde nicht Opfer eines gemeinen Einbruchs. Die beiden Herren, die sich in Veigas Haus bedienten, hätten sich zwar nicht ausgewiesen, scheinen aber Angehörige der Steuerbehörden zu sein.

Dies jedenfalls wird vermutet, nachdem Herr Veiga gestern in einem Fernseh-Interview überraschend seinen Posten bei der Benfica zur Verfügung gestellt hat. Er fühle sich als Opfer einer ungerechtfertigten Verfolgung und habe eine weisse Steuerweste.

Worüber beklagt sich der Mann eigentlich? Die Aktion kam doch genau zur richtigen Zeit, denn ohne Fernseher verpasst er die voraussichtlich peinliche Vorstellung der Selecção gegen Kasachstan. Heute Abend, 22 Uhr auf RTP.

Weitere Spiele am TV: 20.00 Zypern-Deutschland (ZDF). 20.30 Österreich-Trinidad&Tobago (ORF1), Schweiz-Brasilien (SF2 ). 20.45 Italien-Türkei (RAIUNO). 21.00 Frankreich-Griechenland (TF1).

Vorsicht, bissiger Stürmer!

Frau B am Dienstag den 24. Oktober 2006

Jermaine Defoe hat auf dem Fussballplatz einen Gegenspieler gebissen.

Der Zwischenfall passierte am Sonntag während des Premier-League-Matches Tottenham Hotspur gegen West Ham United. Defoe verübte dieses spezielle Revanche-Foul am Argentinier Javier Mascherano.

Der Tottenham-Stürmer sah für seine Attacke Gelb. Normalerweise schützt ihn dies vor allfälligen weiteren Strafen, denn was der Schiedsrichter geahndet hat, wird nicht nachträglich neu bewertet. Der Sprecher des englischen Fussballverbandes teilte zwar gestern mit, dass die FA diesen Fall als «aussergewöhnlich» einstufe und eine Intervention durchaus in Betracht ziehe, entschied sich aber dann doch dafür, keine weiteren Sanktionen auszusprechen.

Er habe ein bisschen übertrieben, räumte der Sünder ein, fand aber, der Angelegenheit werde eine viel zu grosse Bedeutung beigemessen. «Der Schiedsrichter stand direkt neben mir. Wenn seine Meinung gewesen wäre, ich hätte etwas Schlimmes getan, hätte er mich vom Platz gestellt.»

Kontrollverlust

Frau B am Mittwoch den 18. Oktober 2006

Liverpool und Everton haben nach einem Spiel zwischen ihren Reserveteams Bussen erhalten.

Das Derby fand am 10. Oktober im Halton Stadium statt. Es ging so lange gut, bis Liverpool-Keeper Jerzy Dudek die Nerven verlor, nachdem ihn der gegnerische Stürmer Victor Anichebe wiederholt provoziert hatte. Das Ganze endete in einem Tumult, in welchen Spieler beider Mannschaften involviert waren. Dudek wurde des Feldes verwiesen. Kurz darauf schoss Everton den 2:1-Siegtreffer.

Der 33-jährige Pole erhielt zuerst die übliche Sperre von drei Spielen für die Rote Karte. Nun hat aber der englische Fussballverband heute entschieden, dass Dudek sich zudem ungebührlich verhalten habe, weil er das Spielfeld nicht unmittelbar nach dem Platzverweis verliess. Das bedeutet eine zusätzliche Sperre für zwei Spiele. Ausserdem erhalten beide Clubs Bussen (Everton rund £20’000, Liverpool rund £10’000), weil sie es unterliessen, ihre Spieler zu kontrollieren. Bis zum 1. November haben die Beteiligten Zeit, Stellung zu nehmen.

Falls die Football Association die Sperre Dudeks durchsetzt, wird Liverpool für längere Zeit nur ein Ersatztorhüter zur Verfügung stehen (David Martin). Die beiden anderen (Scott Carson und Chris Kirkland) sind ausgeliehen und können frühestens im Januar zurückbeordert werden.

You’re not singing any more …

Frau B am Dienstag den 17. Oktober 2006

Ein Popduo wurde am letzten Samstag während seines Auftritts in der Halbzeitpause im Stadion verhaftet.

Die singenden Zwillinge durften in der Pause des Derbys zwischen Sheffield Wednesday und Barnsley ihre neue Single zum Besten geben. Francine und Nicola Gleadall haben eine Coverversion des Slade-Hits ‹Cum on Feel the Noize› aus dem Jahr 1970 aufgenommen.

Nicht alle der 28’687 Zuschauer waren von der Tatsache begeistert, dass die beiden 18-Jährigen aus Sheffield stammen. Die Auswärtsfans begannen sie schon auszubuhen und zu beleidigen, als der Stadionsprecher die eineiigen Zwillinge ankündigte. Das liessen die Mädchen nicht auf sich sitzen. Eine der Schwestern gab den rüden Fans durchs Mikrofon die Obszönitäten zurück, während die andere ihnen zwei Finger zeigte (das bedeutet auf gut Deutsch so viel wie ‹fuck off!›).

Natürlich wurden die Popzwillinge verhaftet und abgeführt. «Zwei 18-jährige einheimische Entertainerinnen wurden während eines Championship-Matches in Sheffield von der Polizei verhaftet. Beide erhielten Bussen von £80 wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses», erklärte eine Sprecherin der South Yorkshire Police.

Das Spiel ging ohne weitere Zwischenfälle zu Ende. Sheffield gewann 2:1.

Das dreckige Dutzend

Frans am Montag den 16. Oktober 2006

Die französische Zeitschrift So Foot erfreut uns mit einer ausführlichen Darstellung der zwölf angeblich unsaubersten Fussballspieler. Selbstverständlich fehlen Spieler aus Ländern der wahren Fussballkunst wie Brasilien. Oder der Schweiz.

Die wissenschaftlich fundierte Auflistung ergibt ein Team von zwölf Namen:

Die Verteidger Thatcher, Boulahrouz, Materazzi (untermauert durch graphologische Analysen) und Heinze.

Im Mittelfeld wirken die beiden Dänen Gravesen und Tofting, Van Bommel vom sympathischen Deutschen Meister sowie ein Kartenkönig namens Cyril Rool.

Den Zweimannsturm bilden Di Canio (offenbar primär wegen seines Duce Vita) und Rooney.

Es bleiben allerdings Zweifel, ob die Finsterlinge tatsächlich in Bestbesetzung aufgestellt worden sind. Verrät die Nominierung des Ersatzverteidigers eine gewisse Provinzialität, so zeugt jene des längst pensionierten Torhüters weniger von einem seriösen Scouting auf den internationalen Fussballplätzen als von einem schweren Fall von Elefantengedächtnis.

Dafür haben sie den Coach vergessen.

Überreaktion

Frau B am Montag den 2. Oktober 2006

Joey Barton von Manchester City zeigte sich am Samstag gegen Everton nicht von seiner besten Seite.

Aber auch die Everton-Fans verhielten sich nicht gerade fair. «Where’s your brother gone?», sangen sie und meinten damit Bartons Halbbruder, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt.

Als Micah Richards für ManCity in der 94. Minute das 1:1 erzielte, konnte sich Barton nicht mehr zurückhalten: Nachdem er mit den eigenen Fans gefeiert hatte, ging er zu den Everton-Fans im ‹Park End›, spuckte auf den Boden und zeigte ihnen den blanken Hintern.

Nun hat der Mittelfeldspieler, der wahrlich kein unbeschriebenes Blatt ist, wenn es um Disziplinverstösse geht, eine Untersuchung des Fussballverbandes sowie eine Befragung der Merseyside Police am Hals.

2004 wurde Barton nach einem unschönen Zwischenfall an Weihnachten beinahe entlassen. Sieben Monate später wurde er während der Saisonvorbereitung in Thailand nach Hause geschickt, weil er sich in einer Bar mit einem Everton-Fan geprügelt hatte. Anschliessend musste sich Barton auf Anweisung von Coach Stuart Pearce eine Aggressions-Therapie unterziehen.

Rot gegen Trikot-Sponsor

Frau B am Freitag den 15. September 2006

Die Spieler von Stambridge United dürfen ihre neuen Shirts nicht mehr tragen.

Der Grund für die Verbannung ist der Werbe-Aufdruck des neuen Sponsors Chris Turner. Turner ist Autor und hat kürzlich ein Buch mit Fussball-Liedern und Reimen veröffentlicht. Als Titel trägt die Sammlung einen alten Spruch, mit welchem Fans in England gerne den Schiedsrichter beleidigen: «The Referee’s a Wanker» (Der Schiedsrichter ist ein Wichser).

Der Sprecher der ‹Baliston Essex Olympian League› – wo Stambridge in der Division Two spielt (das ist circa 12. Liga) – empfahl den Clubverantwortlichen, den Entscheid zu akzeptieren. «Zu anstössig», war das Verdikt. «Das ist absurd», meinte Chris Turner. «Das Shirt ist Teil eines Sponsorship-Deals und bestimmt nicht als Beleidigung gemeint. Den Gesang hört man doch auf jedem Fussball-Platz im ganzen Land.»

Der Unbelehrbare

Frau B am Sonntag den 6. August 2006

Wayne Rooney sah bereits wieder Rot – in einem Testspiel.

Nur 34 Tage waren nach seinem Platzverweis an der Weltmeisterschaft vergangen, und schon wieder wurde der ‹Red Devil› vom Platz gestellt. Manchester United spielt in Amsterdam ein Vorbereitungs-Turnier, und im Match gegen Porto vom Freitagabend stiess Rooney einem Verteidiger absichtlich den Ellbogen ins Gesicht. Und das ausgerechnet unter den Augen des neuen England-Coaches Steve McClaren, den der Stürmer gebeten hatte, ihn nach dem Rücktritt von David Beckham zum Captain der ‹Three Lions› zu machen.

Aber es kam noch schlimmer für ManU. Paul Scholes sah Gelb-Rot und wurde ebenfalls des Feldes verwiesen. Und das richtig dicke Ende könnte noch folgen: Falls der Schiedsrichter des Spiels die Vorfälle in seinem Bericht erwähnt, ist der holländische Fussball-Verband berechtigt, diese an seine englischen Kollegen weiterzuleiten. Und dies könnte für beide Spieler eine Strafe in der Form einer Sperre für drei Spiele bedeuten. Keiner schöner Ausblick auf den Beginn der Meisterschaft.

Die Miss-Wahl

Rrr am Dienstag den 1. August 2006

Es wird immer schlimmer mit diesen Franzosen!

Aber schauen Sie selbst.

Ausverkauft

Frau B am Montag den 5. Juni 2006

Der paraguayische Fussball-Verband steht unter dem Verdacht, WM-Tickets an Schwarzhändler verkauft zu haben.

Von den 3’300 Karten, welche Paraguay für das Eröffnungsspiel gegen England erhalten hat, sind mindestens 1’500 ‹verschwunden›. Jedenfalls haben sich die vier Reisebüros in Asuncion, welche für den Verkauf der Tickets ausgewählt wurden, bitter beklagt: Für die Spiele Paraguays gegen Schweden sowie Trinidad und Tobago erhielten sie 200-300 Eintrittskarten – für das England-Match bloss deren 40.

Während es in Paraguay kaum Tickets zu kaufen gibt, kann man sie in Europa einigermassen leicht erwerben – allerdings zu horrenden Preisen. Eine Mailänder Agentur bietet beispielsweise ein Hotel-Ticket-Package für €940 an.

Der paraguayische Fussballverband hat auf Anfrage der Reisebüros im eigenen Land erklärt, die Tickets seien ausverkauft.