Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Wales weg (II)

Herr Pelocorto am Samstag den 6. Dezember 2008

Was macht eigentlich Vinnie Jones, der ehemalige Captain der walisischen Nationalmannschaft?

Vinnie – Ich reisse dir das Ohr ab – JonesDie Jüngeren unter Ihnen kennen Herrn Jones aus Filmen wie Lock, Stock and Two Smoking Barrels, Snatch, Gone in Sixty Seconds oder X-Men: The Last Stand. Die Älteren wissen noch um seine Fussballkarriere.

Gestern wurde Herr Jones in einer Bar etwas unwirsch auf eine seiner Filmrollen angesprochen. Jones («Ich habe eine kurze Zündschnur») brauste auf und wurde handgreiflich. Der andere Gast bekam es mit der Angst zu tun und warf Jones sein Glas ins Gesicht. Blut überall. Auf der Toilette beim Blutabwischen hat sich Jones den Kollegen des Gastes vorgeknöpft.

Fazit des Abends: Jones wurde zuerst im Spital verarztet und dann unter Arrest gestellt.

Dass Herr Jones nichts anbrennen lässt, ist bekannt. Er hält immer noch den Rekord für die schnellste Gelbe Karte (3 Sekunden nach Anpfiff), wurde in seiner Karriere zwölfmal vom Platz gestellt und ist auch sonst nicht als ausgeprägter Fussballkünstler aufgefallen.

Geliebter Frisurenpolizist

Herr Shearer am Donnerstag den 23. Oktober 2008

Kim Jong-Il ist zurück. Und er greift durch. Ja, Sie sind immer noch in einem Fussballblog.

Falls Sie zwischendurch Zeit haben, sich neben Fussball auch noch ein bisschen für Politik zu interessieren, haben Sie es sicher am Rande mitgekriegt: Nordkoreas “geliebter Führer” Kim Jong-Il ist vor ein paar Wochen wieder aufgetaucht.

verlebter Führer=Nachdem der Staatspräsident / Diktator / Tyrann / Despot an den Feierlichkeiten anlässlich des sechzigsten Geburtstages der Demokratischen Volksrepublik Korea nicht gesichtet wurde, spekulierten Journalisten im feindlichen Ausland bereits über sein Ableben. Doch am 4. Oktober wurde er wieder in freier Wildbahn gesichtet: an der Kim-Il-sung-Universität in Pjöngjang. Als Zuschauer bei einem Fussballspiel zwischen einer Auswahl eben dieser, nach seinem Vater selig benannten Lehranstalt, und der örtlichen Eisenbahner-Akademie.

Und was Kim Jong-Il dort zu sehen bekam, bereitete ihm gar keine Freude. Über die Qualität des Spiels ist zwar nichts überliefert, aber etwas anderes trieb dem Staatspräsidenten / Diktatoren / Tyrannen / Despoten offenbar die Zornesröte ins Gesicht: langhaarige Fussballer!

Und was ein rechter Diktator ist, der greift durch. Nordkoreas Männern wurde das Tragen von langem Haar verboten. Nicht nur Fussballern. Umgehend wurde an den Arbeitsplätzen eine Bekanntmachung* angeschlagen, welche das Volk über die Massnahme informierte. Bereits kurz darauf wurden an der Kim-Il-Sung-Universität strenge Kontrollen durchgeführt. Nicht von der Schere bedroht sind auf alle Fälle jene Fussballer, die sich noch rechtzeitig ins Ausland absetzen konnten. Oder ausgewiesen wurden?

*Ein analoges Verbot besteht übrigens auch in den Redaktionsräumen des schweizerischen Fussballfachblogs “zum runden Leder”.

Coco the Clown

Herr Shearer am Dienstag den 30. September 2008

Der Ire Joe Kinnear war bis vor kurzem arbeitslos.

Letzte Woche hat er einen temporären Job gekriegt. Herr Kinnear ist nämlich ausgebildeter Fussballtrainer. Und im Nordosten Englands, beim Newcastle United Football Club, war wieder mal eine Stelle frei, und weil die sonst keiner wollte, musste er ran.

Clownparade

Die Stelle ist bis Ende Oktober befristet, also für etwa sechs Spiele. Letzten Samstag, bei der 1:2-Niederlage gegen die Blackburn Rovers, sollte Kinnear zum ersten Mal auf der Trainerbank Platz nehmen. Hätte er auch gerne – durfte er aber nicht. An seinem letzten Arbeitsplatz, bei Nottingham Forest, bezeichnete er während seines Abschiedsspiels gegen Gillingham den Schiedsrichter als „Coco the Clown“ (sinngemäss: dummer August).

Da es die FA nicht gerne hat, wenn der Referee nicht respektiert wird, wurde Kinnear mit zwei Spielsperren belegt. Und die muss er nun bei seinem kurzen Gastspiel in Newcastle absitzen. Respektive in Liverpool, wo am nächsten Wochenende das Spiel gegen Everton ansteht.

Sein Arbeitgeber wurde erst am Freitag auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. Joe Kinnear war nämlich der Meinung, dass die Strafe nach zwei Jahren verjährt sei. Denkste – das Urteil ist doppelt so lange gültig.

Nun, während seines laufenden Gastspiels wird Herr Kinnear garantiert noch auf ganz viele Clowns und Komödianten treffen…

Schluckspecht

Herr Shearer am Donnerstag den 11. September 2008

Mit den Fans des nordenglischen Traditionsvereins Newcastle United hat es sich dessen Besitzer Mike Ashley endgültig verdorben – bei den Anhängern aller anderen insulanischen Clubs könnte sich seine Popularität aber steigern…

Kevin Keegan, der Trainer der Magpies, nahm letzten Donnerstag den Hut. Dies war das Ergebnis einer gescheiterten Zusammenarbeit mit der sportlichen Leitung des Vereins. Für die Fans brach eine Welt zusammen. Die Rückkehr von King Kev in die Stadt am River Tyne wurde letzten Januar gefeiert, als wäre der Messias persönlich vom Himmel gestiegen. Herr Ashley ist also gut beraten, sich in der nächsten Zeit nicht im St. James’ Park sehen zu lassen – der thematische Inhalt gewisser Fangesänge dürfte seinen Ohren nicht unbedingt schmeicheln. Der Graben zwischen Management und Fans dürfte sich mit ein paar Freibieren diesmal nicht auffüllen lassen.

Für die Football Supporters Federation hingegen, die Lobby der englischen Fussballspielbesucher, ist Mike Ashley ein Winkelried: einer der sich gegen die (tatsächlich ziemlich unsinnige) Gesetzgebung stellt, in englischen Stadien das Bier nur von Stellen ohne Sicht auf das Spielfeld geniessen zu dürfen. Herr Ashley erstand sich beim Match Arsenal – Newcastle in der Halbzeitpause einen Plastikbecher Bier, trank diesen aber nicht in der Bar, sondern nahm ihn mit auf seinen Sitzplatz. Er wurde darauf allerdings umgehend von den Stewards an die geltende Gesetzgebung erinnert und beseitigte darauf das Corpus Delicti. Nun ja, blöd für Ashley, dass zu diesem Zeitpunkt die Fernsehkameras bereits zu seinem Platz geschwenkt hatten – dem Fernsehpublikum wurde sein schweres Vergehen live in die gute Stube übertragen.

Die FSF stellt nun fest, dass Herr Ashley zwar sehr wohl ein Bier an einer Stelle mit Sicht auf das Spielfeld getrunken hat, es trotzdem aber nicht zu einem schweren Zwischenfall mit mehreren Toten und Verletzten gekommen ist. Und führt nun ausgerechnet Mike Ashley als Gallionsfigur gegen eine von mehreren unsinnigen Regeln in englischen Fussballtempeln.

Ärger kriegt Ashley allerdings trotzdem: In einem Land, in dem selbst Schwarzfahrer öffentlich an den Pranger gestellt werden, wird ein solches Vorkommnis von den Medien natürlich aufgebauscht. Und so hat denn die Polizei auch schon ein ernstes Wörtchen mit dem Delinquenten gesprochen. Dieser gab zu seiner Verteidigung an, dass er dachte, dass er ein alkoholfreies Bier trinke. Solches wird allerdings im Emirates Stadium gar nicht verkauft…

Out of Toon

Herr Shearer am Samstag den 2. August 2008

Das Finalspiel des FA-Cups von 1974 war eine klare Sache: Liverpool schlug Newcastle mit 3:0. Zwei Tore steuerte – ausgerechnet – Kevin Keegan bei.

FA-Cup 1974Für das äusserst pomadige Auftreten der Geordies soll es mehrere Gründe gegeben haben: Einerseits fehlten dem damaligen Trainer Keith Burkinshaw mehrere Stammspieler, und die Verbleibenden soll er auch noch völlig falsch aufgestellt haben. Andererseits wurden dem Team im Hinblick auf das grosse Spiel neue, unvorteilhaft aussehende, violett-grüne Trainingsanzüge verpasst. Leider findet sich im Internet kein Bild mehr von diesem Textilverbrechen.

Den Rest gegeben haben dürfte allerdings der eigens für dieses Spiel von Harry Herring komponierte Song “Howway the lads”, welchen er mit der Band “The Barrie Brothers” auch gleich noch intonierte.


Wenn Sie soeben die Play-Taste gedrückt haben, merken Sie’s bereits nach wenigen Takten: der Song ist tatsächlich unterirdisch. Doch damit nicht genug. Die Barrie Brothers gaben sich hier zwar als Geordies aus, tatsächlich aber kamen Sie aus SUNDERLAND! Und von dort hat man nun ganz einfach nicht zu kommen – Jedenfalls sollte man sich in diesem Falle nicht unbedingt in Newcastle blicken lassen. Der Song beginnt zudem auch noch mit der Eingangsmelodie der Newcastle United-Hymne “Blaydon Races”.

Harry Hering schlägt sich übrigens immer noch als C-Schauspieler durch. Unter anderem durfte er vor einigen Jahren auch in einem McDonaldsTM-Werbespot mit Alan Shearer auftreten.

Rache ist süss …

Rrr am Sonntag den 20. Juli 2008

… mitunter auch salzig.

Ein 17-jähriger Junior von Limite Calcio verkraftete die Final-Niederlage seines Teams im ruhmreichen Turnier von Montecalvoli offenbar schlecht – er urinierte in den Pokal am Spielfeldrand, noch ehe die Trophäe der siegreichen Mannschaft von Polisportiva Bellani übergeben werden konnte.

Jetzt ist der fehlbare Spieler für 4 Monate gesperrt worden, wie italienische Medien berichten. Völlig zu Recht, wie wir meinen.

Sendeschluss

Dr. Rüdisühli am Freitag den 18. Juli 2008

Still und leise ist das Sportradio von uns gegangen.

Das Internet-Radio ging 2003 auf Sendung und half manch einem Fussballfan aus der Patsche: Wer am Samstagabend unbedingt Schaffhausen-YB verfolgen wollte und kein Teleclub-Abo hatte, wurde auf Sportradio manchmal schlecht, manchmal recht bedient. Auf jeden Fall wars eine Alternative zum Endlos-den-Teletext-Anstarren.

Damit ist jetzt Schluss. Sportradio.ch wurde eingestellt, wie das Runde Leder aus informierten Kreisen erfuhr. Swisscom als neue Besitzerin hat das Angebot gestrichen und hofft, dass die Fans dadurch vermehrt auf mobile Angebote und auf Teleclub umschwenken. Der Pay-TV-Sender zeichnet sich ja auch nicht gerade durch hohe Zuschauerzahlen und kompetente Reporter aus, aber immerhin gibts bewegte Bilder.

Allerdings nicht gratis wie das Sportradio. Sondern für rund 50 Franken im Monat – je nach gewähltem Angebot.

LETZTER AUFRUF VOR DEM ANPFIFF

Nehmen Sie teil am Tippspiel zur Super League 08/09 des Runden Leders. Zu Ihrer Information: Teilnehmen besteht aus den zwei Schritten ‹Anmelden› und ‹Tippen›.

Schlimme Dinge, die wir der Euro™ verdanken (II)

Natischer am Mittwoch den 16. Juli 2008

Heute: «Akiba», lokal bekannte Quartiermieze, muss sich eine neue Bleibe suchen.

Sein Verhalten beim Private EM Viewing während eines dann eben doch nicht oranjen EM-Viertelfinals war aber auch rücksichtlosestmöglich:

Nachtrag: Der Fernseher im Hintergrund steht quasi im Fensterrahmen. Die Zuschauer sitzen im Garten und … tja, eben.

Nati gegen Nazis

JimBobIII am Dienstag den 29. April 2008

In unserer äusserst populären und sehr unregelmässig erscheinenden Serie “Historische Länderspiele der Schweiz gegen diktatorial regierte Länder” präsentieren wir Ihnen heute mit grosser Freude ein Bild aus Valencia, geschossen am 28.12.1941. Gewonnen haben damals die ollen Hitlergrüsser aus Spanien mit 3-2.

Spanien - Schweiz 1941

Fitter dank Phiten (Folge 2)

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 22. April 2008

Riesenerfolg für den Therapeuten Klausdieter Heer-Noz: sein Mandant Herr Varela hat sich immer besser im Griff.

Carlos Varela trägt neuerdings nämlich ein Phiten-Band, das die komplexen bioelektrischen Vorgänge in seinem Körper ordnet, die Kommunikation im Körper positiv unterstützt, das Wohlbefinden steigert und die berühmte Phild-Energie vermittelt, welche in Form einer Schwingung von den Phiten-Produkten ausgeht.

Gesundheitsbewusste Menschen rund um den Globus benutzen heute die Phiten-Produkte. Alleine in Japan zählt man monatlich 45.000 neue Benutzer.

Die Phiten-Produkte sind trendig gestaltet, so dass sie dem Life Style-Aspekt ebenfalls Genüge leisten. Viele bezeichnen sie als die Wellness-Produkte des 21. Jahrhunderts.

Wenn auch Sie die bioelektrischen Vorgänge in Ihrem Körper neu ordnen möchten, dann kaufen Sie jetzt sofort sämtliche Produkte der Firma Phiten. Bei Rückfragen wenden Sie sich an den nächsten Vertreter.

Nein

Frans am Donnerstag den 31. Januar 2008

In dieser manchmal etwas komplizierten Welt freut man sich über Fragen, die sich einfach beantworten lassen.

Eine solche stellt uns heute der BLICK.

Schnullerschrulle

Rrr am Sonntag den 13. Januar 2008

In unserer Serie “Bescheuerter Torjubel in aller Welt” präsentieren wir Ihnen heute Carlos Tevez (Manchester United).

Er macht das übrigens bei jedem Tor.