Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

Sport und Mord

Val der Ama am Montag den 28. Februar 2011

Nicht alle Spieler werden nach Karriereende Motivationstrainer oder TV-Experten.

Lee Crooks (33) spielte von 1994 bis 2001 für Manchester City und danach unter anderem noch für Barnsley, Bradford City und Rochdale. Seit 2009 ist er ein “Gunner” – bei einer Infanterieeinheit der Royal Air Force.Crooks

Passt gut, findet der Gefreite, weil Soldat und Fussballspieler, das sei gar nicht so unterschiedlich: “Bei beiden Berufen geht es darum, für deine Kameraden da zu sein”, sagt er, “du musst körperlich und geistig fit sein. Beim Fussball trainiert man die ganze Woche für das Spiel. So ist es auch hier.” 

Noch befindet sich Crooks im Training, aber dann nächstes Jahr folgt der Ernstkampf: Er wird nach Afghanistan geschickt – an die Front.

Crooks dazu: “Ich habe meine Ausbildung absolviert und freue mich drauf, das Gelernte jetzt bald auch in die Praxis umzusetzen”. Er ist MG-Schütze.

Interessante Interpretation

Rrr am Donnerstag den 10. Februar 2011

In unserer Serie “Fussballer stellen berühmte Szenen der Geschichte nach” präsentieren wir Ihnen heute Anderson Hernanes de Carvalho Andrade Lima.

Der Brasilianer dejongte gestern in Paris seinen Gegenspieler Benzema und sah dafür die rote Karte – ganz im Gegensatz zu seinem Vorbild Nigel de Jong im WM-Final 2010.

dejongen

Rundes Leder Stilbewertung: Hernanes setzt etwas höher an als de Jong, das gibt einen leichten Abzug. Dafür ist die Bewegung als Ganzes wesentlich eleganter und enthält eine schöne Reminiszenz an den brasilianischen Kampfsport Capoeira, wie sich bei detailliertem Bildstudium zeigt (ganze Szene hier). Rundes Leder Stilnote: 5.5

Perfide Propaganda

Rrr am Montag den 10. Januar 2011

BREAKING NEWS: Lionel Messi und Marta gewinnen Ballon d’Or 2010

YB hat Ärger mit der Politik.

Foto_laxxpressUnbekannte haben am Ski-Weltcup in Adelboden Flyer verteilt mit der Aufschrift “Aus YB zu Bern – Mühleberg Nein”.

Der BSC YB distanzierte sich am Montag in aller Form von dieser Aktion und reichte Anzeige gegen Unbekannt ein. Das ist verständlich, zumal YB ja seit Jahren eng mit den Atomkraft-Aposteln vom Mühleberg-Betreiber BKW verbandelt ist.

2Wie auch immer: YB macht wie die meisten Sportklubs generell keine Polit-Propaganda, merken Sie sich das. Sollten Sie also in Zukunft noch andere Abstimmungsplakate erblicken, die irgendwie in Zusammenhang mit YB stehen, bleiben Sie stets wachsam und bedenken Sie: Es handelt sich sicher nur um eine plumpe Fälschung.

Twitterdepp

Val der Ama am Donnerstag den 6. Januar 2011

Wegen unüberlegten Twitterns hat Marvin Morgan ziemlichen Ärger.

Marvin Morgan ist Stürmer beim Football League Two-Verein Aldershot Town. Und als solcher hat er am Montag beim Spiel gegen Hereford erfahren müssen, dass die eigenen Fans recht gemein sein können; die haben ihn nämlich bei seiner Auswechslung ausgepfiffen.Schlechter Twitterer

Das hat Herrn Morgan derart enerviert, dass er seinem Ärger unmittelbar nach dem Spiel in die weite Welt twitterte:

 Like to thank the fans who booed me off the pitch. Where’s that going to get you! I hope you all die.

Morgan hat sich daraufhin entschuldigt, doch zu spät: Der Arbeitgeber hats bemerkt und seinen Spieler recht empfindlich gebüsst: Suspendierung, zwei Wochengehälter weg und ab auf die Transferliste.

Twitter ist übrigens ein recht aktuelles Thema im englischen Fussball und es gibt Clubs, die sich mit dem Kommunikationsverhalten ihrer Spieler bereits befasst haben. Andere haben noch Handlungsbedarf.

0 Spiele 0 Punkte

Rrr am Dienstag den 4. Januar 2011

Die gute Nachricht zuerst: Der SSV Ulm darf weiter mitspielen.

ulmAber Punkte gibts im Frühling nicht mehr, wenn Ulm in der Regionaliga Süd – der vierthöchsten deutschen Spielklasse – gewinnt oder Unentschieden spielt. Denn Ulm steht bereits als Zwangsabsteiger fest, nachdem der Verein Insolvenz anmelden musste. In der Tabelle wird der Klub ab sofort mit 0 Spielen und 0 Punkten geführt – sportlich läge er knapp über den Abstiegsplätzen.

Der Niedergang des Vereins erreicht damit einen weiteren Höhepunkt. Noch vor zehn Jahren spielte Ulm in der Bundesliga mit. Der renommierte Schweizer Trainer Martin Andermatt konnte den Abstieg allerdings nicht verhindern, obwohl das Team noch im Frühling 2000 von einem UEFA-Cup-Platz träumen konnte. Zwei Monate später war das ganze Punktepolster weg, nach so desaströsen Auftritten wie dem 1:9 gegen Leverkusen.

Ein Gegentor per Penalty in der 90. Minute besiegelte in der Schlussrunde das Schicksal. In den Folgejahren ging es stetig bergab, zumal sich keine Sponsoren und Mäzene fanden.

Vielleicht liegt es am Namen. “SSV” steht für Schwimm- und Sportverein.

Rundes-Leder-Wunschzettel (1)

Natischer am Mittwoch den 1. Dezember 2010

Bild: Quasi handgefötelet von Herrn LLiebes Christkind,

ich bin ein braver Bub aus dem Breitsch, mache fast nie Chabis und habe u gern Weihnachten. Dann gibts ja nämlich immer feines Essen und die Geschenke von dir find ich alben auch super.

Für dieses Jahr hab ich jetzt einen Wunschzettel vorbereitet, damit du mir nicht wieder aus Versehen so einen Pulli mit Rentieren drauf und gelismete Socken bringst.

1 ganz grosses Geschenk darf ich auch aufschreiben, hat das Mami gesagt. Also, das ist so:

Ich wünsche mir eine grosse Haube aus Plexiglas für übers zentrale D-Parterre im Wankdorf. Fast ebiz eso wie bei der Kuchen-Auslage in Tante Trudis Tea-Room. Dann können nämlich die Buben dort künftig immer anzünden, was sie wollen, und stören damit den Rest des Stadions endlich nicht mehr.

Knutschfleck

Frans am Sonntag den 21. November 2010

Stürmer ohne Beisshemmung: Beim gestrigen Spitzenkampf zwischen Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven waren sie trotz des torlosen Schlussresultats durchaus anzutreffen.

Suarez Bakkal

YB sucht bekanntlich Angreifer, die furchtlos dorthin gehen, wo es weh tut. PSV-Stürmer Danny Koevermans konnte sich zwar mangels Einsatzzeit nicht empfehlen. Wohl aber Ajax-Topstar Luis Suarez, der in der heissen Schlussphase sehen liess, dass er gar nicht immer die Hand nötig hat, um sich zu behaupten. Anschliessend schritt er mit PSV-Kontrahent Otman Bakkal  in scheinbar freundschaftlicher Umarmung vom Platz, was angesichts des wenige Minuten vorher Vorgefallenen nicht wirklich selbstverständlich war.

Ein klarer Fall für den holländischen Sturs Uder, der Bakkal gnadenlos dafür bestrafen wird, dass er Herrn Suarez wiederholt auf die Füsse trat. Unerhört, sowas.

Rotblaues Redesign

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 29. September 2010

Schock für Bern: Das Blaue Bähnli bekennt sich zum FC Basel.

Die Cabaret-Nummer Dr schnällscht Wäg nach Worb machte das “Blaue Bähnli” schweizweit bekannt. Ab Dezember wird die Linie gemeinsam vom Regionalverkehr Bern-Solothurn und von den städtischen Verkehrsbetrieben Bernmobil betrieben. Und das bleibt nicht ohne Konsequenzen: Die neuen niederflurigen Mittelwagen werden nach und nach rot gestrichen, “damit die Fahrgäste erkennen, dass sie auf einer Bernmobil-Linie fahren”.

Das erste “errötete” Tram steht bereits seit heute Mittwoch im Einsatz (unser Funkbild).

Terrain geebert

Herr Shearer am Samstag den 4. September 2010

Das auf 14.00 Uhr angesetzte Spiel zwischen Borea Dresden und Lokomotive Leipzig kann leider nicht stattfinden.

DV452529Der Grund dafür ist ein tierischer. Wildschweine (vierbeinige) sind ins Stadion des Fünftligisten Borea Dresden eingedrungen und dort ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgegangen: der Trüffelsuche. Ob diese erfolgreich verlief, entzieht sich unserer Kenntnis. Der Platz mit dem treffenden Namen “Jägerpark” wurde allerdings dermassen gründlich umgewühlt, dass das Verletzungsrisiko auf dem ramponierten Rasen zu gross ist. Die Vandalen sind leider regelmässige Gäste. Bislang sind sämtliche Versuche gescheitert, den Tieren den Besuch der Spielstätte zu nachtschlafener Stunde zu vergällen. Dabei haben die Verantwortlichen so ziemlich alle Tricks versucht: Blitzknaller, elektrische Zäune, selbst das Aufhängen von verschwitzten Trikots führten nicht zum Erfolg. Nun soll immerhin endlich die Finanzierung eines 1,2m hohen Zauns gesichert sein.

Wann das Spiel nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Vielleicht halten wir Sie auf dem Laufenden.

Die Redaktion des Runden Leders hat übrigens einstimmig beschlossen, dass Wildsäue weder auf das Spielfeld noch auf die Tribünen gehören, sauber filetiert aber immer gerne willkommen sind.

Ergänzungsbilder

Newfield am Dienstag den 31. August 2010

Folge 45 dieser billig produzierten, aber liebevoll editierten und besonders beliebten, weil bunt bebilderten, Serie.

Heute 27 Heldgen aus der gelbrot beschrifteten Archivschachtel «Platzverweise»:

[nggallery id=86]
Ein Click aufs erste (oder sonst ein) Foto kann das Betrachten erleichtern.

Nobody's perfect

Frans am Donnerstag den 26. August 2010

Schiedsrichter Howard Webb hat eingeräumt, in zwei Szenen des WM-Finals falsch entschieden zu haben.

de jong alonso

Sie haben es geahnt: Der erste Fehlentscheid betrifft den gemeingefährlichen Karatetritt des desorientierten Nigel de Jong gegen Xavi Alonso. Dass diese Aktion rot verdiente, wird auch in den Niederlanden anerkannt (notorisch orange Verblendete ausgenommen). Dem Journalisten des Guardian erklärte Webb die Gründe für seinen Griff zur gelben Karte:

Ich stand hinter Alonso und hatte eine schlechte Sicht auf den Vorfall. Zwar sah ich, dass der Fuss hoch war, konnte aber das Mass des Kontakts nicht mit Sicherheit abschätzen. Es ist nicht so, dass ich niemanden vom Platz stellen wollte, weil es ein WM-Final war.  Ich war bloss nicht bereit, nach 25 Minuten aufgrund einer Vermutung rot zu zeigen.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Erst Karten, dann Karate

Herr Shearer am Dienstag den 27. Juli 2010

Fussball können die Chinesen noch nicht so gut. Im Kampfsport sind sie deutlich besser.

Qingdao

Das musste am vergangenen Wochenende auch der Schiedsrichter der Partie Qingdao Jonoon – Schanghai Shenhua erfahren. Beim Stand von 0:2  schickte er innert zwei Minuten zwei Spieler der Heimmannschaft unter die Dusche. Erst sah der slowenische Stürmer Rodic seine zweite gelbe Karte für eine Schwalbe, kurz darauf ereilte den kroatischen Mittelfeldspieler Jukic das gleiche Schicksal nach einem wüsten Foul. Auf den zweiten Platzverweis folgte die übliche Rudelbildung, während derer ein Mann aus dem Publikum auf das Spielfeld rannte und den Unparteiischen mit einem gekonnten Karate-Kick angriff. Bewegte Bilder können Sie hier anschauen, falls Ihr Computer mit einem Filmprojektor ausgerüstet ist.

Die Polizei konnte den Störefried dann vom Spielfeld entfernen. Damit aber nicht genug: der Anhang des Heimteams meinte zu wissen, wo des Schiris Wagen steht. Also machte er sich nach Abpfiff über denselben her, wie Figura unten zeigt.

Schiri wir wissen wo dein SsanWong steht.