Archiv für die Kategorie ‘Rote Karte’

BVB is watching you

Herr Maldini am Donnerstag den 30. August 2012

Borussia Dortmund hat in der Sommerpause kräftig investiert.

Zehn Millionen wurden in den Signal Iduna Park gebuttert. Nach dem Platzsturm vom 5. Mai war ein neuer Rasen nötig. Die Südtribüne musste verstärkt werden, um Schwingungen entgegen zu wirken. Neue Logen und ein neues Schliesssystem gab es ebenfalls. Zu guter Letzt wurde noch ein hochmodernes Videoüberwachungssystem installiert.


Dieses Videoüberwachungssystem kam bereits am ersten Spieltag der aktuellen Saison beim Spiel gegen Werder Bremen zum Einsatz. Ein sogenannter Fan entrollte ein Transparent mit der Aufschrift “Solidarität mit dem NWDO”. NWDO steht für Nationalen Widerstand Dortmund und wurde letzte Woche aufgrund seiner rechtsextremen Ideologie verboten. Den hochauflösenden Kameras sei Dank konnte der Übeltäter schnell überführt werden.

Als Folge des Vorfalls hat der BVB gestern in Dortmund zu einem runden Tisch geladen. Klub, Stadt und Polizei suchten nach Lösungen, um gegen rechtsextreme Tendenzen vorgehen und solche Ereignisse künftig verhindern zu können.

Der Täter  wurde mit einem sofortigen Stadionverbot belegt und soll auf Wunsch des Deutschen Meisters lebenslänglich gesperrt werden.

Hühnerbrust

Val der Ama am Dienstag den 14. August 2012

Werder Bremen ist das Ei von heute lieber als das Huhn von morgen: Der Verein hat allen Protesten der eigenen Fans und Tierschützern zum Trotz den Geflügelfabrikanten “Wiesenhof” als neuen Hauptsponsor präsentiert und sich damit ein mächtiges Ei gelegt.

Wiesenhof hat in Deutschland einen sehr schlechten Ruf: Mangelnde Hygiene, schlechte Arbeitsbedingungen und dazu der Vorwurf der Tierquälerei. Und so ist bereits vor der offiziellen Bekanntgabe des Deals ein veritabler Shitstorm über Werder Bremen gezogen: Peta vor dem Stadion, Proteste in Foren, Politikerstatements, zahlreiche Leserbriefe, eine Protestaktion am “Tag der Fans” dieses Wochenende und jede Menge Kreativität. Auf der Facebookseite “Wiesenhof als Werder-Sponsor – Nein danke!” wurde der “Gefällt mir”-Button bis gestern mehr als 21.000 Mal angeklickt.

Doch der Protest manifestiert sich auch schmerzend für Werder: Der umstrittene Sponsor hat bereits zu Austritten einzelner Mitglieder geführt und plötzlich steht der vielgelobte Verein mit einem Imageverlust da und die Konzentration der bis anhin perfekten Saisonvorbereitung weicht der Betriebsamkeit eines Hühnerhaufens. Ach eben Hühnerhaufen: Ich freue mich in den kommenden zwei Jahren auf Ihre zahlreichen Wortspiele zum Thema Huhn.

Der böse Geflügelproduzent reagierte auf die Prosteste übrigens gelassen. “Was soll das für ein Protest-Sturm sein”, fragt Paul-Heinz Wesjohann, Seniorchef der PHW-Gruppe, zu der die Marke “Wiesenhof” gehört. “Werder hat fast 400.000 Fans. Aber es gibt doch höchstens 4.000 Protestler und davon ist noch die Hälfte Tierschützer”, wird er in den Medien zitiert.

Hymne für Hyypiä

Val der Ama am Freitag den 10. August 2012

Die finnische Band The Left Foot Company hat Sami Hyypiä, heute Teamchef von Bayer 04 Leverkusen, ein schönes Lied gewidmet.

Dies und unsere besten Wünsche fürs Wochenende.

Vorsicht Feuerteufel!

Herr Shearer am Dienstag den 31. Juli 2012

Aus aktuellem Anlass wendet sich der Präventionsexperte der Kantonspolizei Bern an Sie.

“Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

leider zeichnet sich endgültig ab, dass von der bewährten 3D-Strategie – Dialog, Deeskalation, Durchgreifen – auf Dauer nur der letzte Punkt im Kampf gegen den Feuerwerksterror zielführend ist.

Seit einigen Tagen beobachten die Polizeikorps mit grosser Sorge, wie schweizweit grosse Mengen pyrotechnischer Gegenstände verschoben werden. Minderjährige Jugendliche und Kinder beteiligen sich an vorderster Front an diesen dubiosen Geschäften. Ein erschreckender Zustand, bei dem die Justiz nicht einfach wegschauen darf. Als reichte es nicht, dass gewaltbereite Fussballhooligans Wochenende für Wochenende unsere Fussballstadien in Kriegsgebiete verwandeln, schwappt die brandgefährliche Feuerwelle nun auch auf andere Bereiche des bürgerlichen Zusammenlebens über, genau wie wir Fachleute es stets befürchtet haben! Leider hat die Politik der Toleranz und des Dialogs versagt; nun ist endgültig hartes Durchgreifen angesagt.

Erschreckend ist, dass die Pyrogewalt nicht mehr nur in konspirativen Zirkeln auf den Stehrampen der Sportarenen heimisch ist, sondern von der Gesellschaft und ihren Institutionen schleichend akzeptiert wird. An vorderster Front mischt natürlich die durch ihren Kuschelkurs immer wieder negativ auffallende rot-grüne Regierung der Stadt Bern mit. Hier würden offenkundig sogar Gelder des Steuerzahlers für den Erwerb von unter das Sprengstoffgesetz fallenden Artikeln ausgegeben, wenn die Damen und Herren Stadträte das Geld nicht bereits anderweitig verschwendet hätten! Umso bedenklicher also, dass Private sich nun hier mitverschulden. Auch wenn die Stadt von kontrolliertem Abbrennen spricht – Pyrotechnik bleibt Pyrotechnik, basta!

Wir von der Polizei möchten Sie hiermit eingehend vom Abbrennen von pyrotechnischen Artikeln warnen. Dies ist selbstverständlich illegal,in höchstem Mass gefährlich,  stinkt und stört die Schwächsten unserer Gesellschaft.

Gut, das ist jetzt nicht unbedingt die offizielle Meinung der Kantonspolizei. Meine aber schon! Zögern Sie also nicht und rufen Sie umgehend den nächsten Polizeiposten an, sobald Sie lautes Knallen hören oder Lichtblitze sehen. Besten Dank für Ihre Kollaboration.”

DFB gegen DFB

Val der Ama am Donnerstag den 7. Juni 2012

Das Deutsche Fernsehballett muss sein Logo ändern und darf nicht mehr als “DFB-Ballett” auftreten.

Was viele von Ihnen nicht wissen: Alle beim Deutschen Fernsehballet (DFB) sind “im Fussballfieber” und “riesengrosse Fussballfans.” Behauptet zumindest Peter Wolf und der ist dort Chef.

Eben wegen dieser Begeisterung und weil ja bald die Euro 2012TM beginnt, wollten die Damen des DFB, also des Fernsehballets, in so engen Deutschlandtrikots (also so eng) über die Bühne tanzen und sich dazu auch noch „DFB-Ballett” nennen.

“Wollen wir aber nicht”, sagte sich da der DFB und klagte. Und so verbot das eiligst angefragte Landgericht München dem DFB die Nutzung der Bezeichnung „DFB-Ballett” und wegen dem DFB-Emblem zu ähnlich auch gleich die Verwendung des neuen Logos mit dazu.

Der Herr Wolf vom DFB, der schmollt nun recht souverän: “Wir haben eine andere Rechtsauffassung, aber wir wollen uns drei Tage vor der Europameisterschaft nicht weiter streiten. Wichtig ist jetzt nur, dass die deutsche Nationalmannschaft Europameister wird.”

Sing!

Val der Ama am Dienstag den 29. Mai 2012

Mittelfeldspieler Adem Ljajic verliert schweigend seinen Platz in der serbischen Nationalmannschaft.

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Sie kennen das: Wenn Sie vor dem Länderspiel den Gang zum Kühlschrank falsch timen, sehen Sie jeweils die Spieler in Reih und Glied stehen und dann singt erst die eine und dann die andere Hälfte der Spieler furchtbar falsch zu furchtbaren Melodien (und ja, auch wenn Marseillaise).

Egal, wir waren bei Ljajic. Dieser also kannte vergangenen Samstag ein Erbarmen und schwieg – aus ‘persönlichen’ Gründen übrigens – vor dem Spiel gegen Spanien. Und ist nun eben deswegen von seinem neuen Trainer Sinisa Mihajlovic aus dem Team gestrichen worden, wie uns der serbische Verband gestern mitteilte.

Gut, Ljajic war vorgewarnt: Nach der Amtsübernahme vor einer Woche hatte Mihajlovic seine Spieler einen Verhaltenskodex unterschreiben lassen, der das Singen zur Pflicht macht.

Gefühlte 100% Ballbesitz

Newfield am Sonntag den 29. April 2012

Herr Oracles gewinnt mit der obigen Caption die 378. Competition!

Der erst- und vielleicht auch letztmals spontan ausgelobte Nachwuchspreis (ein Chelsea-Fresh-Set, siehe Preisegalerie) geht an Herrn Bueb:

“Als klein Didier das erste Mal alleine von der Küste nach Hause zurückkehrte, wussten die Leute, dass aus ihm kein erfolgreicher Fischer werden konnte.”

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Die preislose, aber schier unbezahlbare, Erwähnung als (trotz seines Namens) geeignetster zukünftiger YB-Trainer steht selbstverständlich …

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Moog klärt

Val der Ama am Freitag den 27. April 2012

Undank der Lohn für Ersatzspieler Andreas Moog.

Moog(rechts)

Der Oberligist Viktoria Köln ist zurzeit Tabellenführer und steht nur knapp vor dem Aufstieg in die Regionalliga. Im Heimspiel gegen den KFC Uerdingen hätten die Kölner den Aufstieg perfekt machen können und also ist man wenn schon denn schon, vorfreudig und in Erwartung eines Zuschauerrekords ins Kölner WM-Stadion umgezogen.

Leider aber gerieten die Kölner in Rückstand und als es kurz vor Schluss 2:3 stand, drohte gar ein weiteres Gegentor. Denn der Ball, der rollte unerbittlich in Richtung leeres Tor. Ersatzspieler Andreas Moog aber stürzte kurzerhand aufs Feld und schlug den Ball aus der Gefahrenzone. Rot. Nette Geste: Den Schiedsrichterball überliessen die Kölner den Gästen, die damit doch den 2:4-Endstand erzielten.

Übrigens: Schiedsrichterfachexperte Andreas Kotira meint zur Szene: “Fehlentscheidung. Korrekt wäre gewesen, eine Gelbe Karte zu zeigen. Rot hätte es nur gegeben, wenn der Spieler den Ball mit der Hand abgewehrt hätte.”

Nackte Tatsachen

Rrr am Dienstag den 3. April 2012

Vorsicht: Tattoos können Ihr Image als Werbe-Ikone schädigen.

David Beckham wurde von der britischen Supermarkt-Kette “Sainsbury’s” als Botschafter für die Aktion “Active Kids 2012” auserkoren. Insgesamt 47.000 Poster wurden an Schulen und Gemeinden im ganzen Königreich ausgeliefert.

Doch die Pädagogin Anita Deacon von der Winshill-Grundschule in Burton war entsetzt, als sie das Plakat von nahem betrachtete. “Wir sind nicht prüde”, sagte sie: “Wir denken nur, es ist unangebracht.”

Die Supermarkt-Kette hat sich mittlerweile offiziell in aller Form für allfällige Gefühlsverletzungen entschuldigt. An der Kampagne hält sie allerdings fest.

Schulleiterin Lynn Baker zeigte sich dialogbereit: “Wir werden das Material behalten. Aber wir hängen es so hoch, dass die Kinder es nicht sehen können.”

Fussballkrimi

Val der Ama am Freitag den 30. März 2012

Fussballer können nicht viel anderes als Fussball.

Dies gilt auch für Fousseni Alassani (20), muss man leider hier hinschreiben. Als Stürmer beim FC St. Pauli hat er in dieser Saison immerhin bereits 9 Tore geschossen. Also für die zweite Mannschaft des FC St. Pauli. Aber egal, weil auch so war Alassani ein viel versprechendes Talent, so schreiben heute viele Zeitungen. Nun aber zum Krimi.

Wedel, Samstag, kurz vor 22 Uhr: Ein unmaskierter und mit einer Pistole bewaffneter Mann stürmt den Aufenthaltsraum des örtlichen Rewe-Markts. Er bedroht zwei Mitarbeiterinnen mit einer Gaspistole, versprüht Pfefferspray und schlägt eine der Frauen. Danach flüchtet er mit ein paar Hundert Euro in ein nahe gelegenes Waldstück. Die Pistole mit seinen Fingerabdrücken lässt er in der Eile liegen.

Die Polizei wird schnell alarmiert und als sich der Bösewicht ein paar Minuten später wieder aus dem Gebüsch wagt, wird er von wartenden Beamten festgenommen. Diese finden das Raubgut – ein paar zerknüllte Geldscheine – in der Unterhose des 20-Jährigen. Alassani streitet die Tat erst ab, gesteht aber wenig später.

Alassani hats wirkich nicht einfach, dieser Tage, weil vor drei Wochen trennte sich sein Verein von ihm. “Es sind Dinge vorgefallen, die uns gezeigt haben, dass er für den Weg zum Profi nicht bereit ist. Jetzt hat er offenbar auch noch den grössten Fehler seines Lebens begangen”, sagte St. Paulis Teammanager und Pressesprecher Christian Bönig.

Stimmt, denn nun drohen dem 20-Jährigen mindestens fünf Jahre Haft.

Brachialer Boateng

Val der Ama am Montag den 12. März 2012

BREAKING FCZ NEWS: Trainer Urs Fischer gefeuert.

 Heute zeigen wir Ihnen einen Kurzfilm über das Wirken des Derek Boateng (nein, nicht verwandt), Mittelfeldspieler bei Dnipro Dnipropetrowsk.

Sie sehen einen Ausschnitt der Partie gegen Vorskla Poltava, ungefähr 10 Minuten vor Schluss steht es 1:1. Film ab!

Friede den Fröschen

Herr Shearer am Dienstag den 6. März 2012

Park Ji-Sung trägt Mitschuld am Artensterben in Korea.

Das beklagt die Lobbygruppe “Frogs Friends”. Sie appelliert an den berühmtesten koreanischen Fussballer, sich für den Schutz der bedrohten Amphibien in seiner Heimat einzusetzen. Seit Park 2006 nämlich seine Biografie veröffentlicht habe, seien die Froschbestände in Südkorea geschwunden, denn die Tiere würden seither wieder in vermehrtem Masse illegal gefangen und zu Suppe verarbeitet.

Im Buch schilderte Manchester Uniteds Mittelfeldspieler, dass sein Vater ihm Froschsuppe zu Essen gegeben habe, damit er auch richtig kräftig werde. Die Naturschützer wollen Park nun dazu bewegen, sich öffentlich gegen den Konsum von Fröschen einzusetzen und seinen Landsleuten den Irrglauben auszureden, dass die Tierchen ihrer Gesundheit zuträglich wären.

Falls Sie jetzt selbst Appetit gekriegt haben, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass in der Schweiz sämtliche Amphibien und Reptilien unter Schutz stehen. Kommen Sie also ja nicht auf die Idee, selbst so eine Suppe zu kochen!